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Hepatitis-B-Virus (HBV) verursacht Hepatitis B, eine Infektion der Leber

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Hepatitis-B-Viren als tickende Zeitbomben

Das Hepatitis-B-Virus (HBV) verursacht Hepatitis B, eine Infektion der Leber, die 230 Millionen Menschen weltweit betrifft, davon 440 000 allein in Deutschland. 

Meist versteckt sich das Virus über lange Zeit in den Leberzellen, was häufig zu Leberzirrhose und Leberkrebs führt. 

Forscher aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Zentrum für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg haben nun einen völlig neuen Reifungsmechanismus entdeckt, mit dem das Hepatitis-B-Virus die Effizienz seiner Infektion erhöht. Damit liefern sie ein neues Modell zum Verständnis der Hepatitis-B-Erkrankung. 
 
Um Zellen infizieren zu können, müssen Viren zunächst an spezielle Rezeptor-Eiweiße auf der Zelloberfläche binden.  

Das Hepatitis-B-Virus bindet mit einem Abschnitt seines "L-Proteins" in der Virushülle an Heparansulfalt-Proteoglykane (HSPG) auf Leberzellen. Daraufhin wird es in die Zelle aufgenommen und kann sich dort vermehren. 

 http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2016/bilder/SmilingHBV.jpg
Hepatitis-B-Viren haben bald nichts mehr zu lachen: Elektronenmikroskopische Aufnahme von Hepatitis-B-Viren (große ovale Strukturen mit dunklem Kern) und nicht-infektiöse Virushüllen (kleine runde bzw. längliche Strukturen). Universitätsklinikum Heidelberg / S.Seitz

"Die Effizienz, mit der das Hepatitis-B-Virus Zellen infiziert, liegt mehrere Größenordnungen über der der meisten anderen Viren", sagt Stefan Seitz, Erstautor der Studie, der am Zentrum für Infektiologie, Molekulare Virologie, des Universitätsklinikums Heidelberg und am DKFZ arbeitet. In der Tat infiziert das Hepatitis-B-Virus hochspezifisch Leberzellen. Dies ist umso erstaunlicher angesichts der Tatsache, dass die HSPG-Moleküle, die dem Virus als Rezeptor dienen, quasi auf allen Zelltypen im menschlichen Körper vorkommen. "Für ein Virus, das ein Organ erreichen muss, das weit weg von der Eintrittspforte in den Körper liegt, scheint das HSPG der ungünstigste Rezeptor zu sein, den man sich vorstellen kann", fügt Seitz hinzu. Diesen Widerspruch wollten die Wissenschaftler aufklären.

Dabei halfen ihnen zwei kürzlich aufgedeckte Geheimnisse des Virus. Erstens zeigten neue elektronenmikroskopische Aufnahmen des Hepatitis-B-Virus, dass der Erreger in zwei verschiedenen Varianten vorkommt, die unterschiedlich aussehen. Zweitens kann das L-Protein in der Virushülle ebenfalls zwei verschiedene Formen annehmen. In einem Fall ist der Abschnitt, der an den Rezeptor auf der Leberzelle bindet, ins Innere des Viruspartikels gerichtet, im anderen Fall nach außen. Nur die nach außen gerichtete Form ermöglicht es dem Virus, Leberzellen zu infizieren.

Seitz und seine Kollegen hielten es für wahrscheinlich, dass ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Beobachtungen besteht. Sie stellten die Hypothese auf, dass die Hepatitis-B-Viren ihre Gestalt verändern, während sie die Orientierung des L-Proteins wechseln. Um diese Hypothese zu überprüfen, etablierten sie einen biochemischen Test, mit dem sie die reife, an HSPG bindende Variante B von der unreifen Variante N, die nicht an HSPG binden kann, unterscheiden konnten. Die anschließende Analyse ergab, dass nahezu alle Viren die Zellen im unreifen Zustand (N) verlassen und sich dann spontan in die reife, bindende (B) Form verwandeln, indem sie den Rezeptor-bindenden Abschnitt des L-Proteins von innen nach außen stülpen.

Das Reifen der Viren vom N-Typ in den infektiösen B-Typ stellte sich als langsamer Prozess heraus. Nachdem die Wissenschaftler eine geringe Anzahl von Viren in Mäuse injiziert hatten, blieben die B-Typ-Viren zum großen Teil an anderen Geweben hängen. Die N-Typ-Viren erreichten dagegen in großer Zahl ihr Zielorgan, die Leber und konnten dort - nachdem sie sich in die B-Form umgewandelt hatten - die Leberzellen infizieren.
 http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2016/bilder/Immunhisto-HBV.jpg
Immunhistochemie: Nur Hepatitisviren (grün) vom N-Typ (links) können Leberzellen (rot) infizieren, HBV vom B-Typ (rechts) nicht. Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg / S.Seitz

Dieser langsame Wandlungsprozess scheint die Effektivität der Hepatitis-Infektion zu erhöhen. Er erklärt auch, warum selbst geringe Virusmengen Leberzellen hochspezifisch infizieren, obwohl HSPG-Rezeptoren im Körper weit verbreitet sind. "In der unreifen N-Form sind die Viren inaktiv und können daher konstant mit dem Blutstrom mitschwimmen, bis sie die Leber erreichen, wo sie schließlich aufgehalten werden. Sobald sie hier in die reife B-Form wechseln, sind sie in der Lage, die Leberzellen zu infizieren.

Ralf Bartenschlager, der Letztautor der Studie, der sowohl im Zentrum für Infektiologie, Molekulare Virologie des Universitätsklinikums, als auch im DKFZ eine Forschungsabteilung leitet, fasst zusammen: "Das ist ein bisher unbekannter und sehr eleganter Mechanismus für einen viralen Reifungsprozess, der sich fundamental von allen bisher beschriebenen unterscheidet. Unsere Studie zeigt auch, dass Hepatitis-B-Viren keine starren unbeweglichen Objekte sind, sondern hochbewegliche Miniaturmaschinen mit einem präzise laufenden Uhrwerk. Eigentlich handelt es sich um kleine tickende Zeitbomben, die plötzlich molekulare Enterhaken herausschleudern, um ihre Zielzellen zu infizieren."

Seitz und Bartenschlager gehen davon aus, dass der neu entdeckte Mechanismus einen neuen Angriffspunkt für Medikamente bietet. "Man könnte Substanzen entwickeln, die die Viren im unreifen, nicht-infektiösen Zustand blockieren. Solche Hemmstoffe könnten die Therapie der chronischen Hepatitis B unterstützen, die nach wie vor unheilbar ist und eine häufige Ursache für Leberkrebs darstellt", sagt Stefan Seitz.

Die Gruppe um Seitz und Bartenschlager hat schon das nächste Ziel vor Augen: Sie möchten nun genau verstehen, wie der Reifungsprozess im molekularen Detail abläuft, wodurch er ausgelöst wird und wie man ihn hemmen kann. "Wenn wir es schaffen, die chronische Hepatitis-B-Virus Infektion zu unterbrechen und das Virus zu eliminieren, könnten wir das Krebsrisiko von Infizierten drastisch reduzieren", sagt Bartenschlager.

Stefan Seitz, Caroline Iancu, Tassilo Volz, Walter Mier, Maura Dandri, Stephan Urban, Ralf Bartenschlager: "A Slow Maturation Process Renders Hepatitis B Virus Infectious" in: Cell Host & Microbe, 16.6.2016. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.chom.2016.05.013

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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Mammographie-Screening - Brustkrebsfrüherkennungsprogramm - Achtung: In welcher Stadt wohnen S I E....!?

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Mammographie-Screening: Ergebnisse für 2013 liegen vor

Deutsches Programm übertrifft EU-Vorgaben 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Mammographie-Bericht  

 
Rund 2,9 Millionen Frauen wurden 2013 im Mammographie-Screening untersucht. Davon nahmen 79 % zum wiederholten Mal teil. Die Teilnahmerate lag bei 57 %.

Entdeckt wurden 3.549 in-situ-Karzinome sowie 13.537 invasive Karzinome. Mindestens 50 % der invasiven Karzinome sollen nach EU-Empfehlungen kleiner als 15 Millimeter sein.

  • Im deutschen Brustkrebsfrüherkennungsprogramm liegt der Anteil bei 59 % (7.729 Karzinome). Ohne Befall der Lymphknoten sind 78 % (10.381 Karzinome). 
  • Die EU-Leitlinien empfehlen hier mindestens 75 %.

Der Anteil der prognostisch ungünstigen Karzinome (UICC-Stadium II+) liegt bei 21 % (3.594). Vor Einführung des Programms zur Brustkrebsfrüherkennung lag der Anteil bei 56 %. Der EU-Referenzwert liegt bei maximal 25 %.

Rund 130.000 Frauen wurden zur Abklärung von Auffälligkeiten eingeladen. Bei rund 35.000 dieser Frauen war eine zusätzliche Biopsie erforderlich. Etwa die Hälfte dieser Frauen (17.430) erhielt 2013 die Diagnose Brustkrebs – das entspricht im Bundesdurchschnitt 6 von 1.000 untersuchten Frauen.

Bei 440 der Biopsien zeigte sich keine ausreichende Übereinstimmung zwischen dem gutartigen oder unauffälligen pathologischen Ergebnis und der bildgebenden Diagnostik.

In diesen Fällen mussten zusätzliche Biopsien durchgeführt werden. Mit einem Anteil von 1,3 % unzureichender Biopsien liegt das deutsche Screening deutlich unter dem empfohlenen Referenzwert der EU-Leitlinien von 10 %.

  • Mit 20.565 Bildwiederholungen, entsprechend einer Bildwiederholungsrate von 0,7 %, liegt das Mammographie-Screening-Programm deutlich unter dem empfohlenen Referenzwert aus den EU-Leitlinien von < 1 %.

Die Wartezeit zwischen Untersuchung, Befundmitteilung und Abklärungstermin kann eine Frau belasten.

  • In den Europäischen Leitlinien wurde aus diesem Grund festgelegt, dass mindestens 90 % der untersuchten Frauen ihr Ergebnis nach spätestens 7 Werktagen erhalten. 
  • 92,5 % der Frauen im deutschen Mammographie-Screening wird das Untersuchungsergebnis fristgerecht mitgeteilt.

Hintergrund:

Krebs in Deutschland | Brustkrebsneuerkrankungen
Jährlich erkrankten über 70.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs (Robert Koch-Institut 2013); rund 17.500 Frauen sterben jedes Jahr daran. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Kooperationsgemeinschaft Mammographie
2002 beschließt der Deutsche Bundestag parteiübergreifend, das Mammographie-Screening-Programm in Deutschland einzuführen. Im August 2003 wird in gemeinsamer Trägerschaft von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die Kooperationsgemeinschaft Mammographie gegründet.

Ihre Aufgabe ist die Koordination, Qualitätssicherung und Evaluation des Mammographie-Screening-Programms. Im Jahr 2005 gehen die ersten Screening-Einheiten an den Start.

Seit 2009 ist das Programm in Deutschland flächendeckend umgesetzt. Heute wird das Mammographie-Screening von 95 Screening-Einheiten an rund 400 Standorten angeboten.


Evaluations- und Qualitätsbericht 2013
 Evaluations- und Qualitätsbericht 2013  KoopG

Rund 80 Prozent der im Mammographie-Screening entdeckten Karzinome haben eine Größe von weniger oder höchstens 20 Millimeter und die Lymphknoten noch nicht befallen. 

Vor Einführung des Programms zur Brustkrebsfrüherkennung war der Anteil dieser Tumore mit günstiger Prognose mit maximal 57 Prozent deutlich geringer.

  • Entscheidend für die Prognose von Karzinomen, die bereits in das umgebende Gewebe eingedrungen sind (invasive Karzinome), ist deren Ausdehnung. Mit zunehmender Tumorgröße steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor sich bereits ausgebreitet und die Lymphknoten befallen hat oder sich sogar Metastasen in anderen Organen gebildet haben.
  • „Wie gut die Qualität einer Brustkrebsfrüherkennung ist, zeigt sich auch daran, in welchen Stadien die Karzinome entdeckt werden“, erklärt Vanessa Kääb-Sanyal, Geschäftsstellenleiterin der Kooperationsgemeinschaft Mammographie. 

„In Deutschland übertreffen wir die Vorgaben der Europäischen Leitlinien für die Größenverteilung und den Lymphknotenstatus.“

Insgesamt spürten Screening-Ärzte und Ärztinnen im Jahr 2013 13.537 invasive Karzinome auf. Mindestens 50 Prozent der in einem Mammographie-Screening entdeckten invasiven Karzinome sollen nach EU-Empfehlungen kleiner als 15 Millimeter sein. Im deutschen Brustkrebsfrüherkennungsprogramm liegt der Anteil bei 59 Prozent (7.729 Karzinome). Ohne Befall der Lymphknoten sind 78 Prozent (10.381 Karzinome). Die EU-Leitlinien empfehlen hier mindestens 75 Prozent.

Kääb-Sanyal: „Wir erfassen und bewerten diese Daten im Mammographie-Screening jährlich für alle 2,9 Millionen Untersuchungen. Eine solche konsequente, umfangreiche Evaluation gibt es bislang für keine andere Krebsfrüherkennungsmaßnahme.“


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Dein Sommer-Schnupfen: 30 Nanometer

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Wie der Schnupfen in die Zelle kommt

Viren schleusen ihre Erbsubstanz in unsere Zellen ein. Wie das funktioniert, lässt sich nun an der TU Wien mit einer neuen Kombination von Analysemethoden untersuchen. 
 
  • Schnupfenviren verursachen uns Ärger, indem sie in unsere Zellen eindringen und dort die RNA aus ihrem Inneren in das Cytoplasma der infizierten Zelle transportieren. 

Erst dadurch können sie sich vermehren.

Wie diese Ausschleusung der RNA aus dem Inneren des Virus im Detail abläuft, ist schwer zu untersuchen. An der TU Wien wurden nun eine Methode entwickelt, mit der man diesen Prozess analysieren kann. Sie entstand aus der Kombination zweier etablierter Verfahren – sogenannten „Molecular Beacons (molekulare Leuchtfeuer)“ und der Kapillarelektrophorese im Chip-Format. Die neue Methode wurde nun publiziert und der Artikeltitel ziert das Cover des Fachjournals „Analytical and Bioanalytical Chemistry“.

Mini-Fußball mit Erbsubstanz

Das Schnupfenvirus, das Prof. Günter Allmaier und sein Team vom Institut für Chemische Technologien und Analytik studierten, ist relativ einfach aufgebaut. Es sieht aus wie ein Nano-Fußball mit einem Durchmesser von ungefähr 30 Nanometern. 

Seine Schale besteht aus vier verschiedenen Proteinen, die jeweils 60-fach vorhanden sind, im Inneren verbirgt sich die RNA, auf der die Erbinformation des Virus gespeichert ist.

„Bestimmte äußere Bedingungen können das Virus dazu bringen, seine RNA nach außen freizusetzen“, erklärt Victor Weiss, PostDoc von Günter Allmaier. „In unseren Zellen wird das durch einen niedrigeren pH-Wert ausgelöst, man kann denselben Effekt auch erzielen, indem man die Temperatur für zehn Minuten auf 57°C erhöht.“

  • In diesem Fall organisieren sich die Proteine um, die Schale des Virus bekommt Löcher, durch eines von ihnen wird dann der RNA-Strang freigegeben.

Für viele medizinische Fragen ist es wichtig, diesen Mechanismus genau zu verstehen – zum Beispiel für die künftige Entwicklung von Medikamenten, die genau diesen RNA-Transfer verhindern. Die Dynamik dieses Vorgangs konnte bisher nicht direkt beobachtet werden. In den Labors der TU Wien wird dieser Prozess aber nun experimentell zugänglich gemacht.

Fluoreszierende Marker und Elektrophorese

Man verwendet sogenante „Molecular Beacons“ – das sind maßgeschneiderte RNA (oder DNA-) Moleküle mit zwei verschiedenen Enden. An einem Ende sitzt ein Fluorophor, der aufleuchtet, wenn man ihn mit Laserlicht einer bestimmten Wellenlänge bestrahlt, am anderen Ende ein „Quencher“, der genau dieses Aufleuchten verhindert. „Anfangs ist das Molekül zusammengeklappt, Fluorophor und Quencher befinden sich ganz nahe nebeneinander, dann ist die Fluoreszenz sehr gering“, erklärt Victor Weiss.

Die Molecular Beacons können allerdings an eine ganz bestimmte RNA-Sequenz andocken. Wenn das passiert, klappt das Molekül auseinander, Fluorophor und Quencher sind plötzlich weit voneinander entfernt, und wenn man das Molekül dann mit dem passenden Laserlicht bestrahlt, fluoresziert es.

Man kann diese Molecular Beacons also verwenden, um bestimmte RNA-Sequenzen nachzuweisen. Diese Technik wurde an der TU Wien mit einer anderen bewährten Technik kombiniert – der Kapillarelektrophorese. Dabei trennt man die Komponenten einer Probe nach ihrer elektrophoretischer Mobilität (Wanderungsgeschwindigkeit in einem elektrischen Feld). Eine kleine Flüssigkeitsprobe wird in einem Chip-Kanal platziert, und dort wir ein elektrisches Feld angelegt, in dem die unterschiedlichen Nanopartikel auf charakteristische Weise unterschiedlich schnell wandern. Nach einer Trennstrecke von etwa eineinhalb Zentimetern trifft dann ein Laserstrahl auf die Partikel. Dort werden dann die leuchtenden Fluorophore des ausgeklappten Molecular Beacons gemessen, die an der Viren-RNA andocken konnten.

„Die unterschiedlichen Bestandteile der Probe kommen zu unterschiedlichen Zeitpunkten beim Laser an, erst dadurch kann man sichergehen, dass man genau misst, was man eigentlich messen möchte“, erklärt Günter Allmaier. „Damit können wir nun beispielsweise zeigen, welches Ende der RNA zuerst aus dem Virus austritt, und wie dieser Prozess genau abläuft.“

Im Prinzip lässt sich die Methode, die im Rahmen eines FWF Projektes gemeinsam mit der Forschungsgruppe Dieter Blaas (Medizinische Universität Wien) entwickelt wurde, auch auf alle anderen Viren anwenden. „Uns geht es um die Entwicklung der Methode, als Testobjekt ist das Schnupfenvirus geradezu ideal“, meint Allmaier. „Wir hoffen aber natürlich, dass sich diese Methode in der medizinischen Forschung etabliert. Dass sie großes Potenzial hat, haben wir nun gezeigt und zeigt sich auch in der Kooperation mit der Firma Agilent Technologies.“

Originalpublikation: Analytical and Bioanalytical Chemistry, doi:10.1007/s00216-016-9459-2

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http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00216-016-9459-2 Originalpublikation

360° TOP-Thema: Rettungsstelle-KANZEL: Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter mit Posttraumatischen Belastungsstörungen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Posttraumatische Belastungsstörung: Psychologen identifizieren Risikofaktoren

Die Konfrontation mit Extremsituationen im Berufsalltag kann Posttraumatische Belastungsstörungen oder Depressionen auslösen. 

Eine aktuelle Studie zeigt, dass bestimmte Denkmuster das Risiko für solche Reaktionen erhöhen und damit mögliche Ansatzpunkte für gezielte Trainingsprogramme liefern. 

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um die renommierte Psychologin Anke Ehlers begleiteten 386 Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter während ihrer Ausbildung und untersuchten, wie diese mit belastenden Ereignissen umgingen. 

Die Ergebnisse sind jetzt in der Fachzeitschrift „Psychological Medicine“ erschienen. 
 
  • Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter sind häufig mit belastenden Situationen konfrontiert. 

Schwere Unfälle, Suizidversuche oder lebensbedrohliche Krankheiten gehören zu ihrem Berufsalltag.

Diese Erfahrungen steigern das Risiko, eine posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln. Aber nicht jeder Betroffene erkrankt in der Folge schwerer traumatischer Erlebnisse. „Wir wollten herausfinden, ob es bestimmte Risikofaktoren gibt, die vorhersagen, ob Notfallsanitäter im Berufsalltag beeinträchtigende psychische Reaktionen wie Depressionen oder eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickeln“, sagt Anke Ehlers, Professorin für experimentelle Psychopathologie an der University of Oxford.

Die Studie

Das Forscherteam untersuchte 386 Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter während ihrer Ausbildung.

Zu Beginn der Ausbildung beantworteten sie ausgewählte Fragebögen zu möglichen Risikofaktoren (darunter Fragen zu früheren psychischen Störungen, traumatischen Situationen und zum Umgang mit belastenden Erfahrungen). In den folgenden zwei Jahren wurde mit Fragebögen und Interviews alle vier Monate erfasst, welche belastenden Ereignisse die Befragten erlebt hatten und wie sie darauf reagierten. So konnte festgestellt werden, wer im Laufe der zwei Jahre Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung oder Depression entwickelte. Am Ende der Studie machten die Befragten Angaben zu verschiedenen Aspekten ihres Wohlbefindens. Dazu zählten Anzeichen für Burnout, Anzahl der Arbeitsfehltage, Angaben zu Schlaflosigkeit und Lebensqualität.

Umgang mit belastenden Erfahrungen ausschlaggebend

  • Fast alle Personen erlebten während ihrer Ausbildung mindestens eine sehr stark belastende Situation. 
  • Im Laufe der zwei Jahre entwickelten 32 Befragte (8.6%) eine posttraumatische Belastungsstörung und 41 Befragte (10.6%) eine Depression. 

Das Forscherteam identifizierte eine Reihe von Faktoren, die es wahrscheinlicher machten, dass jemand in der Folge eine posttraumatische Belastungsstörung oder depressive Episode entwickelte.


Personen, die häufig über belastende Situationen grübelten, waren besonders anfällig dafür, eine posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln. 

  • Dabei kam es nicht auf die Anzahl der traumatischen Ereignisse vor und während der Ausbildung an. 
  • Für die Vorhersage von Depressionen war der Grad an Selbstvertrauen in die eigene Fähigkeit, mit Belastungen fertig zu werden - die Resilienz einer Person - besonders bedeutsam. 

„Es sind also weniger die belastenden Ereignisse an sich, die eine psychische Störung vorhersagen, sondern mehr die eigenen Denkmuster und der individuelle Umgang mit diesen Erfahrungen“, erläutert Anke Ehlers. 


  • Die Erhebung am Ende der Studie zeigt: 
  • Obwohl sich die betroffenen Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter fast alle innerhalb von 4 Monaten von ihren Problemen erholten, blieben sie stärker als ihre Kolleginnen und Kollegen in ihrer Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. 
  • Auch schliefen sie schlechter und berichteten einen stärkeren Gewichtszuwachs.

Ansatzpunkte für Begleitung in der Ausbildung: Widerstandskraft erhöhen

Im nächsten Schritt will das Forscherteam untersuchen, ob gefährdete Personen während ihrer Ausbildung besonders unterstützt werden können, um dadurch das Risiko von Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen zu senken. „Es lässt sich nicht vermeiden, dass Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter schlimme Situationen erleben“, sagt Anke Ehlers, „aber es gilt zu prüfen, ob gezielte Trainingsprogramme zur Veränderung von Denkmustern dazu beitragen können, die psychische Widerstandskraft gegen Extrembelastung zu erhöhen.“

Die Originalstudie finden Sie hier: 

Wild, J., Smith, K., Thompson, E., Bear, F., Lommen, M. & Ehlers, A. (2016). A prospective study of pre-trauma risk factors for posttraumatic stress disorder and depression. Psychological Medicine
http://journals.cambridge.org/action/displayIssue?jid=PSM&tab=firstview

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360° TOP-Thema: Schlaganfall-Patient - Notfall - Lysetherapie in der Klinik mit Stroke Unit

Medizin am Abend Berlin Fazit: Mehr als die Hälfte der Schlaganfall-Patienten kommt zu spät für eine Lysetherapie in die Klinik

Studie unter Federführung der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg in Neurology erschienen: 

Auswertung zur Schlaganfall-Behandlung in Baden-Württemberg / Nur in Kliniken mit Schlaganfall-Spezialstationen werden Behandlungsmöglichkeiten voll ausgeschöpft / Behandlung auf Stroke Unit trägt dazu bei, Todesfälle und schwere Behinderungen zu verhindern 
 Die Stroke Unit der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg ist mit 20 Betten und rund 900 Patienten pro Jahr eine der größten spezialisierten Schlaganfall-Stationen Europas.
Die Stroke Unit der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg ist mit 20 Betten und rund 900 Patienten pro Jahr eine der größten spezialisierten Schlaganfall-Stationen Europas. Universitätsklinikum Heidelberg

  • Bei Verdacht auf Schlaganfall müssen Betroffene schnellstmöglich in ein Krankenhaus mit spezieller Schlaganfallstation, einer Stroke Unit, gebracht werden. 

Diesen Aufruf kann man nicht oft genug wiederholen, wie eine Studie unter Federführung der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg nun gezeigt hat: 

  • 60 Prozent aller Schlaganfall-Patienten in Baden-Württemberg erreichen die Klinik erst dann, wenn das Zeitfenster für die Thrombolyse, bei der mit Medikamenten die Durchblutung im Gehirn wieder hergestellt werden kann, bereits geschlossen ist. 
  • 17 Prozent der Patienten, die rechtzeitig zur Thrombolyse in der Klinik eintreffen, werden in Krankenhäusern ohne Stroke Unit behandelt. 

Dort wird die Lysetherapie deutlich seltener eingesetzt als in spezialisierten Kliniken. 

Das mindert die Chancen, den Schlaganfall lebend und ohne schwere Behinderungen zu überstehen. 

„Es wäre daher wünschenswert, dass Rettungsdienste im Verdachtsfall noch konsequenter als bisher schon Krankenhäuser mit Stroke Unit ansteuern“, sagt Studienleiter Professor Dr. Peter Ringleb, Leiter der Heidelberger Stroke Unit.

Die Studie der baden-württembergischen AG Schlaganfall der Geschäftsstelle Qualitätssicherung im Krankenhaus (GeQiK) ist ein Kooperationsprojekt der Universitätskliniken Heidelberg, Mannheim und Freiburg.

Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Neurology“ erschienen. Das Fazit der Autoren:

Würden alle Schlaganfall-Patienten auf Stroke Units behandelt und hätten damit auch Zugang zu fachgerechter Lysetherapie, blieben deutschlandweit mehreren hundert Patienten pro Jahr Folgeschäden wie bleibende Behinderungen oder Pflegebedürftigkeit erspart.

Die Arbeitsgruppe unter Leitung von Professor Dr. Peter Ringleb und Dr. Christoph Gumbinger, Neurologische Universitätsklinik Heidelberg, wertete Daten der GeQiK zur stationären Behandlung von Schlaganfallpatienten aller Krankenhäuser in Baden-Württemberg der Jahre 2008 bis 2012 aus.

40 Prozent der Patienten kamen innerhalb von 4,5 Stunden nach Beginn der Symptome und damit rechtzeitig für eine Lysetherapie in die Klinik.

In Schlaganfallzentren wurde bei 44 Prozent dieser Patienten umgehend die Thrombolyse eingeleitet. 

„Das klinische Ergebnis dieser Patienten deckt sich ungefähr mit den Ergebnissen der Patienten die in klinischen Studien zur Thrombolyse behandelt wurden, so dass die Thrombolyse nicht in einem zu hohen Maß eingesetzt wurde“, sagt Erstautor Dr. Gumbinger, Koordinator der AG Versorgungsforschung.

 „In Krankenhäusern ohne Stroke Unit erhielten nur 13 Prozent der rechtzeitig ankommenden Patienten eine Thrombolyse. Besonders ältere Patienten mit bereits vorbestehenden körperlichen Beeinträchtigungen blieben häufig unterversorgt. „Gerade bei diesen Patienten benötigt es viel Erfahrung und Kompetenz, um beurteilen zu können, ob die Lysetherapie durchgeführt werden kann“, betont Professor Ringleb.

Teleneurologische Kooperation im Rhein-Neckar-Kreis verkürzt Weg zur Behandlung

In Baden-Württemberg gibt es mittlerweile ein flächendeckendes Netz aus Stroke Units.

Speziell im Rhein-Neckar-Kreis besteht seit 2006 eine erfolgreiche teleneurologische Kooperation des Universitätsklinikums Heidelberg mit Krankenhäusern in Sinsheim und Heppenheim (tagsüber mit von Ärzten des Universitätsklinikums Heidelberg besetzter Stroke Unit) sowie Mosbach und Erbach. Die Experten der Heidelberger Stroke Unit unterstützen die Ärzte vor Ort mittels Video-Live-Schaltung in den Behandlungsraum insbesondere bei der Indikationsstellung zur Thrombolysetherapie. Außerdem können so schnell Patienten identifiziert werden, die zur weiteren Behandlung an das Universitätsklinikum übernommen werden müssen – dies sind insbesondere Patienten, bei denen ein großes Hirngefäß verschlossen ist und die zusätzlich zur Thrombolyse einen komplexen Gefäßeingriff unter Röntgenkontrolle benötigen. Ist ein solcher Eingriff angezeigt, kann der Patient kurzfristig nach Heidelberg verlegt werden.

„Es ist nachgewiesen, dass die Behandlung auf einer Stroke Unit insgesamt und über die Lysetherapie hinaus dazu beiträgt, Todesfälle und schwere Behinderungen nach Schlaganfall zu verhindern dank speziell geschultem Behandlungsteam und umfassender Diagnostik und Therapie rund um die Uhr“, sagt Ringleb.

Die Stroke Unit der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg ist mit 20 Betten und rund 900 Patienten pro Jahr eine der größten spezialisierten Schlaganfall-Stationen Europas. 

Das Universitätsklinikum Heidelberg war seit 1995 maßgeblich an der Entwicklung und Einführung der Thrombolyse, der bisher einzigen zugelassen medikamentösen Akut-Therapie des Schlaganfalls, beteiligt.

Aktuell prüfen die Heidelberger Schlaganfall-Experten im Rahmen von Studien unter anderem, ob Patienten auch jenseits des empfohlenen Zeitfensters von 4,5 Stunden noch von einer Thrombolyse profitieren.

Jedes Jahr erleiden rund 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall.

Ursache ist meist ein akuter Durchblutungsstopp im Gehirn, weil ein Blutgerinnsel eine Hirnarterie verstopft.

Je nach Hirnregion kann es zu sehr unterschiedlichen, teils vorübergehenden Symptomen kommen.

Ganz typisch ist die Kombination einer schmerzlosen Schwäche eines Arms oder einer Körperhälfte mit Schwierigkeiten beim Sprechen oder Sehstörungen.

Literatur:
Gumbinger C, Reuter B, Hacke W, , Sauer T, Bruder I, Diehm C, Wiethölter H, Schoser K,
Daffertshofer M, Neumaier S, Drewitz E, Rode S, Kern R, , Hennerici MG, Stock C*, Ringleb P*. Restriction of therapy mainly explainslower thrombolysis rates in reduced strokeservice levels. Neurology 2016;84 http://dx.doi.org/10.1212/WNL.0000000000002695

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Versorgungsforschung in der Neurologie
Neurologische Universitätsklinik Heidelberg
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Julia Bird Universitätsklinikum Heidelberg

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum.uni-heidelberg.de

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360° TOP-Einladung zur Studie: Stress unter Studierenden

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Stress unter Studierenden: Studie ruft auf zur Teilnahme

Studie sucht Umfrageteilnehmer zum Thema Studierenden-Stress

Entspannt oder angespannt? Universitäten Hohenheim und Potsdam starten Online-Umfrage unter Studierenden / Teilnahme möglich bis 22. Juli 2016  


  • Studienbedingungen, Prüfungen, Nebenjob, Freizeit, soziales Umfeld: 
  • Der Alltag an Hochschulen bietet eine Menge Faktoren, die Ursache von Stress sein können. 
Wie weit dies der Fall ist, in welchen Studiengängen Studierende besonders viel Stress empfinden, was sie dagegen tun und wo sie sich mehr Unterstützung (auch von ihrer Hochschule) wünschen, ist Thema einer aktuellen Untersuchung der Universitäten Hohenheim und Potsdam.

Die Teilnahme dauert 15 Minuten und ist online möglich unter www.unipark.de/uc/Studierendenstress

„Viele Studierende klagen heute darüber, dass sie Stress im Studium empfinden. Einige brechen deshalb sogar ihr Studium ab“, erklärt Prof. Dr. Markus Voeth von der Universität Hohenheim die Motivation zu der Studie.

  • Das Ziel der Befragung sei daher zu untersuchen, welche Sachverhalte und Lebensbereiche von Studierenden deutschlandweit als stressig empfunden und welche Bewältigungs- und Kompensationsmethoden am ehesten eingesetzt werden.

„Die Ergebnisse sollen dazu dienen geeignete Stresspräventionsmaßnahmen zu identifizieren und zu entwickeln“, ergänzt Prof. Dr. Uta Herbst von der Universität Potsdam. Das Forschungsprojekt wird deshalb auch vom AOK-Bundesverband unterstützt und von einem wissenschaftlichen Beirat, dem Psychologen, Marktforscher und Studierende angehören, begleitet.

Alle bereitgestellten Informationen werden strengstens vertraulich und anonym behandelt.

Studierende, die an der Studie teilnehmen, erhalten auf Wunsch ein individuelles Stressprofil. 

Zudem werden unter den teilnehmenden Studierenden attraktive Preise verlost.

Hochschulen, die ihre Studierende auf die Untersuchung aufmerksam machen und von denen mehr als 75 Studierende an der Untersuchung teilnehmen, wird eine hochschulspezifische Auswertung zur Verfügung gestellt.


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Prof. Dr. Markus Voeth
Universität Hohenheim
Fachgebiet Betriebswirtschaftslehre,
insbesondere Marketing & Business Development
T 0711 459 22925, E voeth@uni-hohenheim.de

Prof. Dr. Uta Herbst, Universität Potsdam, Lehrstuhl für Marketing II
T 0331/977 3856, E uta_herbst@uni-potsdam.de

Florian Klebs Universität Hohenheim

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360° TOP-Hinweis: Rettungsstelle-KANZEL-Einladung: Studie zu Alkohol und Depression

Medizin am Abend Berlin Fazit: Alkohol und Depressionen - Studienteilnehmer gesucht

Greifswalder Wissenschaftler haben computergestütztes Hilfsangebot entwickelt 

Viele Menschen kennen Phasen der Niedergeschlagenheit, Traurigkeit oder Antriebslosigkeit. 


Die dabei erlebte Beeinträchtigung reicht vom leichten Stimmungstief bis hin zur schwerwiegenden, behandlungsbedürftigen Depression. Auch wenn solche Phasen oft abklingen, sind Rückfälle häufig. 

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass langfristig viele Lebensgewohnheiten helfen können, seelisch im Gleichgewicht zu bleiben. 

So hat es sich zum Beispiel als hilfreich erwiesen, für ausreichend körperliche Bewegung zu sorgen oder sich bewusst Zeit für Dinge zu nehmen, die einem wichtig sind. 
 An der Studie der Unimedizin Greifswald können Interessenten aus ganz Deutschland teilnehmen.
An der Studie der Unimedizin Greifswald können Interessenten aus ganz Deutschland teilnehmen.
Foto: UMG
 
Am Institut für Sozialmedizin und Prävention der Universitätsmedizin Greifswald wird derzeit ein Informationsangebot entwickelt, das Betroffene mit Briefen und SMS-Kurznachrichten motivieren soll, derartige Strategien in ihrem Alltag auszuprobieren. 

  • Die für jeden Einzelnen erfolgversprechendsten Empfehlungen werden dabei über ein Computerprogramm ermittelt, das auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse die persönlichen Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten berücksichtigt.
  • Zur Weiterentwicklung des Angebotes sucht das Greifswalder Forscherteam unter Leitung der Universitätsprofessoren Christian Meyer und Ulrich John bundesweit Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken und in den letzten zwölf Monaten eine Phase mit depressiven Symptomen erlebt haben. 
  • Für die Teilnahme an der Studie ist eine Aufwandsentschädigung vorgesehen.

Interessenten werden gebeten, sich unter der kostenfreien Rufnummer 0800/58 94 662 oder per E-Mail an gesuender-leben@uni-greifswald.de zu melden.

Hintergrund

 
Obwohl seit langem bekannt ist, dass depressive Symptome und gesundheitsriskanter Alkoholkonsum gehäuft gemeinsam auftreten und sich wechselseitig in ihrer Entstehung bedingen, fehlen bislang spezifische Beratungsansätze, die kombinierte Problemlösungen erlauben.

Eine Vielzahl von Forschungsarbeiten belegt, dass motivierende Kurzberatungen durch Ärzte und medizinisches Personal Patienten effektiv bei der Veränderung ihrer Verhaltensweisen unterstützen können.

Erfahrungen aus dem Versorgungsalltag zeigen aber auch, dass die Umsetzung der Beratungen im Alltag noch zu wenig gelingt.

Arztentlastende Computersysteme, die am Institut für Sozialmedizin und Prävention entwickelt und erforscht werden, stellen einen möglichen Ansatz dar, der eine breitere Verfügbarkeit von Gesundheitsberatung in einem vernünftigen Kostenrahmen ermöglichen könnte.

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Universitätsmedizin Greifswald
Institut für Sozialmedizin und Prävention
Direktor: Prof. Dr. phil. Ulrich John
Studienleiter: apl. Prof. Dr. Christian Meyer
Walther-Rathenau-Straße 48, 17475 Greifswald
T +49 3834 86 77 23
E chmeyer@uni-greifswald.de
http://www.medizin.uni-greifswald.de/prevention
http://www.facebook.com/UnimedizinGreifswald
Twitter @UMGreifswald
Constanze Steinke Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Krankenhauslandschaft Rheinland-Pfalz – Gutachten Krankenhausstrukturgesetz (KHSG)

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Gutachten zur Weiterentwicklung der stationären Versorgung

Gemeinsame Information von AOK, vdek, IKK Südwest, BKK Landesverband Mitte, SVLFG - Landwirtschaftliche Krankenkassen, Knappschaft, hcb und RWI:

Patienten werden in rheinland-pfälzischen Krankenhäusern gut versorgt.
Dies ist das Ergebnis eines Gutachtens des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und des Institute for Health Care Business GmbH (hcb), das die gesetzlichen Krankenkassen im Land in Auftrag gegeben hatten. 
 
Und das heute in Mainz präsentiert wurde. Die Erkenntnisse dieser Analyse sollen den Dialog – auch im Zusammenhang mit dem jüngst in Kraft getretenen Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) – zwischen allen Partnern fördern und eine wissenschaftlich fundierte Basis schaffen.

Das RWI stellt fest:

• Die Kliniken in Rheinland-Pfalz schneiden im Bundesschnitt bei der messbaren Qualität und der Patientenzufriedenheit gut ab. Zudem sind sie gut erreichbar und bieten eine breite Grundversorgung. Die Ausbildungsaktivitäten der Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz sind überdurchschnittlich hoch.

• Die hohe Krankenhausdichte und die vielen kleinen Standorte wirken sich negativ auf die wirtschaftliche Situation der Kliniken in Rheinland-Pfalz aus. Vor allem in Ballungsgebieten und an Ländergrenzen gibt es Doppelstrukturen, es ist oft keine eindeutige Spezialisierung der Standorte erkennbar.

Da es praktisch keine privaten Träger gibt, findet kaum Wettbewerb zwischen den Trägerschaften statt.

• Rheinland-Pfälzer nehmen im Vergleich zu anderen Bundesländern überdurchschnittlich häufig und auch mit leichteren Erkrankungen eine Krankenhausbehandlung in Anspruch.

  • Das heißt im Durchschnitt ist der Schweregrad bei allen Patienten in Rheinland-Pfalz bundesweit am niedrigsten. 
Die ambulante Versorgung ist unterdurchschnittlich ausgeprägt und könnte entsprechend ausgebaut werden.

  • • Rheinland-Pfalz hat das bundesweit höchste Preisniveau der Krankenhäuser, insbesondere durch einen überdurchschnittlich hohen Personaleinsatz, der fast 10 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegt.

• Die vom Land Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellten Investitionsfördermittel sinken kontinuierlich. Gemeinsam mit dem Saarland landet Rheinland-Pfalz beim Kapitaleinsatz, gemessen als Sachanlagevermögen in Relation zu den Gesamterlösen, bundesweit auf dem vorletzten Platz.

Die gesetzlichen Krankenkassen wollen mit den Partnern im Gesundheitswesen für die Menschen in Rheinland-Pfalz die Krankenhausversorgung zukunftssicher gestalten. Die Menschen in Rheinland-Pfalz müssen sich auch in Zukunft auf eine qualitativ hochwertige und zugleich bezahlbare, wirtschaftliche stationäre Versorgung im Land verlassen können. Das heißt konkret:

• Rheinland-Pfalz muss seiner Finanzierungsverantwortung für die stationäre Versorgung nun endlich im vollen Umfang gerecht werden und die jährliche Förderlücke an Investitionen von über 100 Millionen Euro abbauen.

  • • Durch mehr Arbeitsteilung in der stationären Versorgung und mehr Spezialisierung der Krankenhäuser lassen sich Doppelstrukturen vermeiden und soll zudem die notwendige strukturelle Konsolidierung in der Krankenhauslandschaft vorangetrieben werden.

• Auch in Rheinland-Pfalz kann durch mehr Kooperation und Spezialisierung die Qualität der Krankenhausversorgung noch erheblich gesteigert werden.

  • • Eine bessere Vernetzung der ambulanten und der stationären Versorgung stärkt ein patientenfreundliches Angebot und sichert die ländliche Versorgung.

Die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen vertreten rund 90 Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz, wenn es um deren Betreuung im Krankheits- und Pflegefall sowie um die Gesundheit und deren Förderung geht. Unser zentrales Anliegen ist es, dass die Menschen in Rheinland-Pfalz auch zukünftig qualitativ hochwertige medizinische und pflegerische Leistungen unabhängig von Alter, Wohnort und sozialer Herkunft zu bezahlbaren Preisen in Anspruch nehmen können.

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AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse
Jan Rößler
Direktion
Virchowstraße 30
67304 Eisenberg
Telefon 06351 403-419
Telefax 06351 403-701
E-Mail: jan.roessler@rps.aok.de

vdek-Landesvertretung Rheinland-Pfalz
Dr. Tanja Börner
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Rheinland-Pfalz
Wilhelm-Theodor-Römheld-Str. 22
55130 Mainz
Tel.: 0 61 31 / 9 82 55 - 15
Fax: 0 61 31 / 83 20 15
E-Mail: tanja.boerner@vdek.com

IKK Südwest
Martin Reinicke
Tel.: 06 81/9 36 96-3031
E-Mail: martin.reinicke@ikk-sw.de
Berliner Promenade 1
66111 Saarbrücken
Fax: 06 81/9 36 96-3015

BKK Landesverband Mitte
Angelika Christ
Geschäftsbereich Versorgung und Politik
angelika.christ@bkkmitte.de

Essenheimer Straße 126, 55128 Mainz
Telefon (06131) 33 05 - 22
Telefax (06131) 33 05 - 72

RWI – Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung
Sabine Weiler
Telefon 0201/8149-213
E-Mail: sabine.weiler@rwi-essen.de


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Frühkindliche Bildungsangebote - bessere Gesundheit für Kind und Eltern/Großeltern?

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Kinder besuchen länger frühkindliche Bildungsangebote, trotzdem nimmt gemeinsame Familienzeit zu

Eltern von unter Sechsjährigen verbringen heute mehr aktive Zeit mit ihren Kindern als noch vor 15 Jahren, obwohl Kinder früher und in einem größeren zeitlichen Umfang frühkindliche Bildungsangebote nutzen. 

Dies ist eines der Forschungsergebnisse des Deutschen Jugendinstituts, das in den Nationalen Bildungsbericht 2016 eingeflossen ist. Der Bericht „Bildung in Deutschland 2016“ liefert zum sechsten Mal eine aktuelle Bestandsaufnahme des deutschen Bildungswesens. Das Deutsche Jugendinstitut ist insbesondere für den Bereich der frühkindlichen Bildung zuständig und kam dabei unter anderem zu folgenden Ergebnissen: 
 
  • Seit 2013 hat sich die Quote der Bildungsbeteiligung der unter Dreijährigen auf insgesamt rund 32,9 Prozent (in Westdeutschland auf 28 Prozent und in Ostdeutschland auf 52 Prozent) erhöht. 

Ab dem dritten Geburtstag besucht fast jedes Kind ein frühkindliches Bildungsangebot.

Eltern von unter Sechsjährigen verbringen heute gegenüber 2001/2002 rund zehn Prozent mehr aktive Zeit mit ihren Kindern, obwohl sie ihre Kinder viel früher in eine Kita geben.

  • Sie wenden heute im Durchschnitt täglich fast zweieinviertel Stunden beispielsweise für Spielen, Beaufsichtigen, Gespräche und Vorlesen auf. Dies geht zu Lasten der Zeit, die insbesondere berufstätige Mütter für ihr soziales Leben, die Hausarbeit und die körperliche Pflege und Regeneration zur Verfügung haben.

Weiterer Ausbau an Plätzen in der Kindertagesbetreuung notwendig:

Zwischen 2013 und 2015 wurden weitere knapp 90.000 Plätze für unter Dreijährige in der Kindertagesbetreuung geschaffen. Trotzdem geben aktuell drei Prozent der Eltern ohne Betreuungsplatz an, keinen Platz bekommen zu haben, obgleich sie sich eine Betreuung für ihr Kind wünschen. Es ist davon auszugehen, dass der Bedarf an Plätzen insgesamt weiter wächst. Gründe sind sowohl die gestiegene Anzahl an Kindern zwischen drei und fünf Jahren als auch der Zuzug von Kindern aus schutz- und asylsuchenden Familien.

Trend des zunehmenden Betreuungsumfangs in der Kindertagesbetreuung setzt sich fort, allerdings werden sie häufig nicht in vollem Umfang genutzt:

Die vertraglich vereinbarten Betreuungszeiten haben sich für alle Altersgruppen weiter erhöht. Mittlerweile werden für fast jedes zweite Kind unter drei Jahren in Westdeutschland und 76 Prozent in Ostdeutschland ganztägig Betreuungszeiten vereinbart. Die Buchungszeiten stimmen allerdings nicht immer mit den Wünschen der Eltern überein, die sich zu einem geringeren Anteil ganztägige Betreuungsumfänge wünschen. Darüber hinaus werden die gebuchten Zeiten häufig auch nicht in vollem Umfang genutzt.

Bildungsbeteiligung weiterhin von sozialer Herkunft abhängig: 

Trotz Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Platz in der Kindertagesbetreuung für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr im August 2013 nutzen weiterhin weniger Kinder von Eltern mit niedrigem Schulabschluss und auch weniger Kinder mit Migrationshintergrund ein frühkindliches Bildungsangebot. Der Anteil der Kinder von Eltern mit einem Hauptschulabschluss ist zwischen 2012 und 2015 auf 16 Prozent gesunken. Demgegenüber ist die Bildungsbeteiligung bei Kindern von Eltern mit (Fach-) Hochschulabschluss mittlerweile auf 38 Prozent gestiegen. 

Weiterhin zeigen DJI-Analysen, dass bei Kindern mit Migrationshintergrund zwar ein Anstieg der Bildungsbeteiligung zu beobachten ist, allerdings nutzen sie diese Angebote weiterhin seltener als Kinder ohne Migrationshintergrund. Bei den Kindern unter drei Jahren mit Migrationshintergrund hat sich die Quote der Bildungsbeteiligung zwar verdoppelt, allerdings besucht aktuell nur fast jedes vierte unter dreijährige Kind mit Migrationshintergrund ein frühkindliches Bildungsangebot. Bei den unter Dreijährigen ohne Migrationshintergrund sind es 38 Prozent. Diese Unterschiede hängen vor allem mit dem Betreuungswunsch, der Erwerbstätigkeit und dem Bildungsstand ihrer Eltern zusammen. Im Alter von drei Jahren besuchen nahezu alle Kinder mit Migrationshintergrund ein frühkindliches Bildungsangebot. Von ihnen sprechen fast zwei Drittel zu Hause kaum oder wenig Deutsch, wobei regional starke Unterschiede bestehen. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass den Kindertageseinrichtungen eine hohe Bedeutung beim Erlernen der deutschen Sprache zukommt.

Trotz anhaltendem Personalzuwachs in Kindertageseinrichtungen zwischen 2014 und 2015 erstmals keine Verbesserung des Personalschlüssels:

Mit 515.000 Beschäftigten hat die Anzahl des pädagogischen Personals einen weiteren Höchststand erreicht. Insbesondere in den vergangenen zwei Jahren sind überdurchschnittlich viele Personen in das Beschäftigungsfeld eingemündet. Das hat zwischen 2014 und 2015 allerdings nicht zur weiteren Verbesserung des Personalschlüssels beigetragen, sodass in Westdeutschland rechnerisch eine Vollzeitkraft im Mittel auf 3,4 ganztägig betreute Kinder in Gruppen ausschließlich für unter Dreijährige zuständig ist. In Ostdeutschland ist dieses Verhältnis weiterhin deutlich ungünstiger mit einer Vollzeitfachkraft für 5,8 ganztägig betreute Kinder in einer entsprechenden Gruppe. Vor allem in Ländern, in denen zusätzliche finanzielle Mittel für die Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund zur Verfügung gestellt wird, lässt sich ein verbesserter Personalschlüssel in Gruppen mit Kindern ab drei Jahren beobachten, je höher der Anteil an Kindern in der Gruppe ist, die zu Hause kein oder wenig Deutsch sprechen. In der Kindertagespflege ist seit Jahren eine Verschlechterung des Verhältnisses der Anzahl der betreuten Kinder pro Tagespflegepersonen zu beobachten. 2015 ist fast jede zweite Tagespflegeperson für mindestens vier Kinder zuständig.

Unterschiedliche Organisation der Leitung von Kindertageseinrichtungen in Abhängigkeit zur Einrichtungsgröße:
Leitungskräfte sind in den Kindertageseinrichtungen unter anderem für die Sicherung und Weiterentwicklung der pädagogischen Qualität verantwortlich. Allerdings melden 13 Prozent aller Tageseinrichtungen keine Beschäftigten, die für Leitungsaufgaben freigestellt sind. Mit knapp 50 Prozent überwiegt der Anteil an Einrichtungen, in denen eine pädagogische Fachkraft sowohl für Leitungsaufgaben freigestellt ist als auch andere Aufgaben übernimmt. Insbesondere in großen Einrichtungen mit mindestens fünf Gruppen überwiegt die vollständige Freistellung einer Fachkraft für Leitungsaufgaben.

Unterschiedliche Alterszusammensetzungen von Gruppen in Ost- und Westdeutschland:

Die Organisation von Gruppen erfolgt in den beiden Landesteilen sehr unterschiedlich. Während in Ostdeutschland die Gruppen in Kindertageseinrichtungen vergleichbar mit den für die Schule typischen Jahrgangsklassen zusammengesetzt sind, erfolgt die altersspezifische Zusammensetzung von Gruppen in Westdeutschland meist anhand der Alterszusammensetzung von Kindertageseinrichtungen. Dementsprechend werden unter Dreijährige vor allem in Gruppen betreut, die der Altersspanne von Krippen (2 Jahrgänge) oder von Kindergärten, die für Zweijährige geöffnet sind (4 Jahrgänge) entsprechen. Die Altersspanne von Gruppen mit ausschließlich Kindern ab drei Jahren umfasst meist drei Jahrgänge und entspricht damit der Altersspanne eines klassischen Kindergartens.

Weiterhin etwa ein Viertel der Fünfjährigen mit Sprachförderbedarf: 

Auch wenn es seit Jahren zahlreiche Initiativen im Bereich der sprachlichen Bildung gibt, ist der Anteil an sprachförderbedürftigen Kindern seit einigen Jahren in etwa konstant geblieben. Insbesondere Kinder aus Elternhäusern mit niedrigem Schulabschluss sowie mit nicht deutscher Familiensprache werden häufiger als sprachförderbedürftig diagnostiziert. Zudem werden diese Kinder anschließend auch häufiger verspätet eingeschult.

Ausblick
Mit dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Platz in der Kindertagesbetreuung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr und dem damit verbundenen Ausbau der frühkindlichen Bildungsangebote wurde Familien verstärkt die Möglichkeit gegeben, frühkindliche Bildungsangebote für ihre Kinder in Anspruch zu nehmen und damit zugleich Beruf und Familie besser vereinbaren zu können. 

Eine wachsende Zahl an Kindern verbringt in diesen Einrichtungen eine immer längere Zeit bis zur Einschulung, wodurch der Stellenwert der Kindertagesbetreuung weiter gestiegen ist. Damit haben sich gleichzeitig die Anforderungen an die Kindertagesbetreuung erhöht, da der gestiegenen Heterogenität der Kinder Rechnung zu tragen ist. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, bedarf es auch zukünftig einer ausreichenden Anzahl an qualifizierten Fachkräften sowie der Sicherung und Weiterentwicklung von Qualitätsstandards im Bereich der frühkindlichen Bildung.

Der Bildungsbericht wird alle zwei Jahre im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) von einer unabhängigen Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter Leitung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI), dem Soziologischen Forschungsinstitut der Universität Göttingen (SOFI), dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) sowie den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder erstellt. Das DJI ist seit Beginn an der Erstellung des Berichts beteiligt und insbesondere für den Bereich der frühkindlichen Bildung zuständig. Das Schwerpunktkapitel des Bildungsberichts 2016 befasst sich mit Fragen der Bildung von Menschen mit Migrationshintergrund sowie von Schutz- und Asylsuchenden.

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Christiane Meiner-Teubner
Deutsches Jugendinstitut
Abt. Kinder und Kinderbetreuung
meiner-teubner@dji.de
Tel.: 0231 755-8188

Dr. Felicitas von Aretin
Deutsches Jugendinstitut
Abt. Medien und Kommunikation (Ltg.)
aretin@dji.de
Tel. 089 62306-258
Susanne John Deutsches Jugendinstitut e.V.

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http://www.bildungsbericht.de/de/bildungsberichte-seit-2006/bildungsbericht-2016 Nationaler Bildungsbericht

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Verengung der Aortenklappe, die sogenannte Aortenklappenstenose

Medizin am Abend Berlin Fazit: Katheterbasierter Aortenklappenersatz: Besonders schonender Eingriff in der MHH besonders sicher

Institut bescheinigt den Herzspezialisten der MHH hervorragende Expertise 
 
Großer Erfolg für die Herzmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH):

Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) hat den Ärzten eine hervorragende Expertise im Bereich des kathetergestützten Aortenklappenersatzes bescheinigt.

Die Verengung der Aortenklappe, die sogenannte Aortenklappenstenose, ist der häufigste Herzklappenfehler im hohen Lebensalter.

„Gerade bei älteren oder geschwächten Patienten, für die eine Operation am offenen Herzen ein zu hohes Risiko bergen würde, ist diese Methode eine schonende und sichere Alternative“, betont Professor Dr. Johann Bauersachs, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie. „Wir tun alles für die Sicherheit unserer Patienten.“



Professor Dr. Johann Bauersachs, PD Dr. Julian Widder – mit einem Herzmodell – und Professor Dr. Tibor Kempf (von links) im Herzkatheter-Labor.
Professor Dr. Johann Bauersachs, PD Dr. Julian Widder – mit einem Herzmodell – und Professor Dr. Tibor Kempf (von links) im Herzkatheter-Labor. Quelle „MHH/Kaiser“.

Das IQTIG untersucht seit vergangenem Jahr im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses –oberstes Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland – die Versorgungsqualität im Gesundheitswesen. Dazu hat das Institut die 147 katheterbasierten Aortenklappen-Implantationen, kurz TAVI (Transcatheter Aortic Valve Implantation), ausgewertet, die im Jahr 2015 von dem MHH-Herzteam durchgeführt worden waren.

In dem Team arbeiten die Spezialisten der Klinik für Kardiologie und Angiologie (PD Dr. Julian Widder), der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (PD Dr. Serghei Cebotari) und der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin eng zusammen.

Weniger Komplikationen als andernorts

Das Ergebnis spricht für sich: In allen verglichenen Punkten schneidet die MHH wesentlich besser ab als der Bundesdurchschnitt.

  • Während es bundesweit bei 3,05 Prozent der Fälle während der Eingriffe zu intraprozeduralen Komplikationen kam, trat das in der MHH-Klinik bei keiner der 147 Behandlungen auf. 
  • Auch bei Gefäßkomplikationen liegt die MHH-Klinik mit 7,48 Prozent unter dem Durchschnitt aller Kliniken (8,61 Prozent). 
  • Noch frappierender ist die Differenz bei der Sterblichkeitsrate: Während bundesweit 3,86 Prozent der Patienten als Folge eines derartigen Eingriffs sterben, sind es in der MHH nur 0,68 Prozent.
Eingriff am Herzen, ohne den Brustkorb zu öffnen

Die Aortenklappe zwischen linker Herzkammer und der Aorta (Hauptschlagader) verfügt über Klappensegel, die sich öffnen und Blut in die Aorta strömen lassen, wenn sich das Herz zusammenzieht.

Eine Aortenklappenstenose entsteht durch Kalkablagerungen an den Klappensegeln. 

Dadurch verengt sich die Klappenöffnung. Der Herzmuskel wird dicker, um den Blutfluss aufrecht zu erhalten. 
  • Beschwerden wie Luftnot, insbesondere unter Belastung, Brustschmerzen und Engegefühl (Angina pectoris), Schwächegefühl und Schwindel bei Anstrengung, aber auch Müdigkeit – vor allem unter erhöhter Belastung – und plötzliche kurzdauernde Bewusstlosigkeit können die Folge sein. 

Mit der katheterbasierten Aortenklappen-Implantation (TAVI) kann die Aortenklappe in der Regel ohne das Öffnen des Brustkorbs am schlagenden Herzen ersetzt werden.

Dazu wird über die Leistenschlagader mit einem Katheter – einem langen und flexiblen Schlauch – die neue Herzklappe über die Hauptschlagader ins Herz eingeführt. 

Sobald sich die Klappenprothese innerhalb der verkalkten Aortenklappe befindet, wird die Herzklappe exakt positioniert und dann implantiert. Im Anschluss wird das Kathetersystem entfernt.

„Von unserem erfahrenen Herzteam an der MHH wird dieser Eingriff in der Regel ohne Vollnarkose durchgeführt“, erläutert PD Dr. Widder einen der Vorteile des Systems. Im ersten Halbjahr 2016 hat das Herzteam der MHH bereits 88 derartiger Eingriffe durchgeführt.

Die MHH ist die größte von fünf Kliniken in Niedersachsen, die einen solch schonenden Aortenklappenersatz anbieten kann – und die einzige in der Region Hannover.



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Professor Dr. Johann Bauersachs
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Stefan Zorn Medizinische Hochschule Hannover

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