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CA Luregn Schlapbach: Beatmung von mit Stickstoffmonoxid im kardiopulmonalen Bypass: Auswirkungen der Stickoxidgas-Intervention

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Am Herzen operierte Babys erholen sich mit Stickstoffmonoxid nicht besser

  • Bei Herzoperationen von Babys wird der Herz-Lungen-Maschine vermehrt Stickstoffmonoxid als Entzündungshemmer beigefügt. 

Nun zeigt sich in der weltweit grössten Studie von Forschenden der Universität Zürich und ihrer Partneruniversität Queensland: 

Die operierten Kinder erholen sich nicht besser, wenn Stickstoffmonoxid verwendet wird.

Etwa eines von hundert Babys leidet an einem angeborenen Herzfehler. 

Allein in den USA werden jedes Jahr etwa 40000 Kinder mit angeborenen Herzfehlern geboren. 

Bei etwa der Hälfte dieser Kinder ist in den ersten Lebensjahren eine Herzoperation erforderlich. 

Dabei wird ein kardiopulmonaler Bypass eingesetzt, eine künstliche Herz-Lungen-Maschine. 

Kinder, die am Herz operiert wurden, leiden oft mehrere Tage lang an einer schweren Entzündung als Reaktion auf die Herz-Lungen-Maschine. 

Diese Entzündung schwächt das Herz und führt zu Organfehlfunktionen, so dass die Kinder auf der Intensivstation beatmet werden müssen. 

Um diese Nebenwirkungen zu vermeiden, wird die Beigabe von Stickstoffmonoxid in die Herz-Lungen-Maschine als vielversprechende Methode diskutiert.

Gleich lange Beatmung nach der Operation

Forschende der Universität Zürich, des Kinderspitals und der Partneruniversität Queensland in Australien haben nun untersucht, ob die Zugabe von Stickstoffmonoxid zu künstlichen Herz-Lungen-Maschinen den Beatmungsbedarf bei Kleinkindern nach einer Operation verringert.

«An der randomisierten Studie nahmen 1371 Kinder in sechs Zentren für Kinderherzchirurgie in Australien, Neuseeland und den Niederlanden teil», sagt Hauptautor Luregn Schlapbach vom Kinderspital Zürich. 

Es zeigte sich, dass die kleinen Patienten, die Stickstoffmonoxid erhielten, nach der Operation gleich lang beatmet werden mussten wie diejenigen ohne. 

Die Autoren der UZH und der University of Queensland kommen daher zu dem Schluss, dass die Verwendung von Stickstoffmonoxid im kardiopulmonalen Bypass die Erholung nach einer Herzoperation bei kleinen Kindern nicht verbessert.

Weltweit grösste Studie

Es handelt sich um die weltweit grösste Interventionsstudie bei Kindern mit Herzfehlern. 

«Diese grosse Kohorte wird nun weiter analysiert auch auf der Ebene der Genexpression, um besser zu verstehen, wie in Zukunft die Behandlung weiter verbessert werden kann – auch im Hinblick auf personalisierte Medizin» sagt Schlapbach. 

Ebenfalls wir eine Folgestudie mit den untersuchten Kindern bis ins Schulalter durchgeführt, um die langfristigen Auswirkungen der Stickoxidgas-Intervention zu verstehen.

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Eines von hundert Babys leidet an einem angeborenen Herzfehler.

 Eines von hundert Babys leidet an einem angeborenen Herzfehler. Kispi Zürich

 
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Luregn Schlapbach
Chefarzt Intensivmedizin und Neonatologie
Kinderspital Zürich
Tel. +41 44 266 37 90
E-Mail: luregn.schlapbach@kispi.uzh.ch

Beat Müller Universität Zürich

Seilergraben 49
8001 Zürich
Schweiz
Zürich

Beat Müller
Telefon: (0041) 44-634 4432
Fax: (0041) 44-634 2346
E-Mail-Adresse: beat.mueller@kommunikation.uzh.ch
Originalpublikation:

Schlapbach LJ, Gibbons KS, Horton SB, et al. Effect of nitric oxide via cardiopulmonary bypass on ventilator-free days in young children undergoing congenital heart disease surgery: the NITRIC randomized clinical trial. Juni 27, 2022. JAMA. DOI: doi:10.1001/jama.2022.9376

 


Neue diagnostische und therapeutische Verfahren des akuten Herzinfarkts (Myokardinfarkt)

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Über Schwächen und Infarkte - Neu an der UDE/am UK Essen: Matthias Totzeck

In Deutschland gehört der Infarkt weiter zu den häufigsten Todesursachen. 

Dr. Matthias Totzeck, neuer Herzinfarkt-Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE), erforscht am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) u.a. neue diagnostische und therapeutische Verfahren des akuten Herzinfarkts (Myokardinfarkt). 

Zugleicht leitet er den Bereich der Allgemeinen und Akutkardiologie. 

Dr. Matthias Totzeck, neuer Herzinfarkt-Professor am Universitätsklinikum Essen
Dr. Matthias Totzeck, neuer Herzinfarkt-Professor am Universitätsklinikum Essen
© UDE/Frank Preuß
 
Damit sich Herzschäden eindeutiger charakterisieren lassen, nutzt der 39-Jährige am UK Essen u.a. neue Verfahren wie die 3D-Analyse von Gewebeproben.

„Mit den von uns entwickelten Methoden war es bereits möglich, neuartige Signalwege zu identifizieren, durch die viele Prozesse am Herzen während und nach einem akuten Infarkt positiv beeinflussbar sind. Das ist völlig neuartig“, freut sich Totzeck.

„Die Ursache für akute Herzmuskel-Schwächen ist nicht immer ein Infarkt. 

Chemo, Bestrahlung oder andere Tumorbehandlungen sind dazu ebenfalls in der Lage“, sagt der Professor.

  • Neben Schäden am Herz-Kreislaufsystem erfasst er in der Essener Onko-Kardiologie u.a. die Nebenwirkungen von Krebstherapien und versucht, sie zu beheben.

Matthias Totzeck studierte von 2001 bis 2007 Medizin an der Universität Düsseldorf.

In seiner sehr guten Promotion (2008) diskutierte er die Bedeutung von Stickstoffmonoxid (NO) für die Pumpfunktion des menschlichen Herzens. 

2008/09 war er Kardiologe an der Universitätsklinik Aachen, ging dann bis 2015 ans Uniklinikum Düsseldorf und wechselte schließlich ans UK Essen.

Seitdem leitet er an der Klinik für Kardiologie und Angiologie den Bereich Allgemeine und Akutkardiologie.


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Alexandra Nießen
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alexandra.niessen@uni-due.de
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Westdeutsches Herz- und Gefäßzentrum
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Prof. Dr. med. Matthias Totzeck
matthias.totzeck@uk-essen.de