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Myokardinfarkt

MHH-Molekularmediziner untersucht körpereigenes Reparaturprogramm im Herzmuskel und erhält renommierten ERC-Förderpreis der Europäischen Union

Bei einem Myokardinfarkt sterben Herzmuskelzellen ab. 


Der Körper startet daraufhin ein Heilungsprogramm: 


Zellen des Immunsystems lösen eine Entzündungsreaktion im Herzmuskel aus, dank der das abgestorbene Gewebe abgebaut wird. 


Gleichzeitig werden Fibroblasten aktiviert, die Bindegewebszellen bilden und das geschädigte Herzmuskelgewebe ersetzen. 


An der verletzten Stelle entsteht so Narbengewebe. 

Das Wechselspiel zwischen Entzündung und Fibroblastenaktivierung ist komplex und bestimmt über Erfolg oder Misserfolg einer angemessenen Reparatur nach einem Herzinfarkt. 


Vernarbt das Gewebe zu stark, entsteht eine Fibrose – der Herzmuskel versteift sich. 


Dadurch verringert sich die Pumpleistung, und es kann zu einer Herzschwäche kommen. 


Gezielte therapeutische Ansätze, um diese Prozesse zu beeinflussen, wurden bisher noch nicht klinisch umgesetzt. Fachleute gehen davon aus, dass die Reparaturvorgänge im Herzen von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind. Darüber hinaus wirken sich Herzverletzungen und -behandlungen auch auf weitere Organe aus.

In seinem Projekt MIGRATe will Professor Dr. James Thackeray, Molekularmediziner an der Klinik für Nuklearmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), nicht-invasive molekulare Bildgebungsansätze erforschen, um entzündliche Zellen und die Aktivierung von Fibroblasten im Herzen und in den mit ihm verbundenen Netzwerkorganen zu untersuchen und so gezielte therapeutische Eingriffe präzise zu steuern. 


Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) fördert das Vorhaben mit einem Consolidator Grant für fünf Jahre mit rund zwei Millionen Euro. Die vom ERC verliehenen Grants genießen innerhalb der Wissenschaft ein hohes Ansehen. Mit dem Consolidator Grant unterstützt der ERC exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei ihren innovativen Forschungsvorhaben und dem weiteren Ausbau ihrer Arbeitsgruppe.

Optimalen Zeitpunkt für Therapie finden

Seit sieben Jahren leitet der Wissenschaftler eine Forschungsgruppe für Translationale und Kardiovaskuläre Molekulare Bildgebung, die mit hochmodernen Bildgebungstechniken immer neue Einblicke in den Verlauf von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gewinnt. „Die medizinische Standardtherapie ist nicht in der Lage, die individuellen Unterschiede in den frühen biologischen Prozessen der Herzreparatur nach einem Infarkt nicht berücksichtigen“, sagt der Wissenschaftler. „Daher lässt sich derzeit nicht vorhersagen, ob jemand nach dem ersten Anfall eine Herzinsuffizienz entwickelt oder nicht.“ 


Mit Hilfe der Bildgebung will Professor Thackeray nun den optimalen Zeitpunkt und die optimale Ausrichtung der Behandlung bestimmen, um die körpereigene Heilung zu unterstützen und das Fortschreiten der Herzinsuffizienz zu verhindern. 


Dabei nutzt er bestimmte Radionuklid-Bildgebungsmarker, sogenannte Tracer. 


Die winzigen Spürsubstanzen sind für kurze Zeit schwach radioaktiv und lassen sich mit Hilfe von hochauflösender Positronen-Emissionstomografie (PET) sichtbar machen.

 „Die Tracer ermöglichen es uns, die frühen Prozesse der Entzündung und Fibroblastenaktivierung, die zur Umgestaltung des Herzens beitragen und letztlich zum Organversagen führen, aufzuspüren und genau zu bestimmen“, betont der Molekularmediziner.

Herzinfarkt wirkt sich auch auf Hirn, Leber und Nieren aus

Was die Kommunikation zwischen Organen betrifft, so interessieren sich Professor Thackeray und sein Team besonders für die Verbindung des Herzens mit Gehirn, Niere und Leber. 


Denn Entzündungen und die Aktivität des Immunsystems wirken sich zum Beispiel auf die Herz-Hirn-Achse aus, sodass Entzündungszellen im Herzen die Aktivierung von Entzündungszellen im Gehirn anregen. 


Dies wiederum kann das Fortschreiten der Herzinsuffizienz verschlimmern.


Herzerkrankungen stehen auch im Zusammenhang mit Nieren- und Leberversagen, was sowohl auf eine verstärkte Entzündung als auch auf eine Aktivierung von Fibroblasten zurückzuführen sein kann. 


„In diesem Projekt können wir jeden unserer Bildgebungsmarker gleichzeitig außerhalb des Herzens messen um zu ermitteln, wie Immunzellen und Fibroblasten zu den Folgeschäden an den anderen Organen beitragen.“

Die Forschenden setzen jedoch nicht nur auf bildgebende Verfahren. 


Sie wollen diese mit Methoden der Molekularbiologie zusammenführen, um die Mikroumgebung des Gewebes zu entschlüsseln. Auf diese Weise wollen sie zwischen den nachteiligen und den vorteilhaften Zellpopulationen unterscheiden, die das Gleichgewicht zwischen heilender und schädlicher Entzündung und Fibroblastenaktivität steuern und neue Biomarker für die Behandlung nach Herzinfarkt finden. 


Zudem lässt sich mit PET-Bildgebung auch die molekulare Reaktion auf die Therapie während der Behandlung überwachen. 


Ziel ist, bereits vor der Therapie individuell zu ermitteln, welche Patientinnen und Patienten die molekularen Marker aufweisen und demzufolge auf die Behandlungen ansprechen werden. 


Diese lassen sich dann im Idealfall so beeinflussen, dass ein wirksames Gleichgewicht zwischen den positiven und heilenden Aspekten der Entzündungs- und der Fibroblastenaktivität und den negativen Aspekten wiederhergestellt werden kann. 


So soll die Herzgesundheit nach einem akuten Myokardinfarkt verbessert werden – mit entsprechenden Vorteilen für Gehirn, Nieren und Leber.

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 Professor Dr. James Thackeray, 

thackeray.james@mh-hannover.de.

Psychotherapeutischen Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche

Psychotherapeutische Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bietet zwei Gruppenprogramme an

In der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche starten ab Ende Februar und im April 2025 zwei Gruppenprogramme für Kinder und Jugendliche.

1. Studie „MyWay“ zur Überbrückung der Wartezeit auf einen Therapieplatz: Kinder und Jugendliche müssen aktuell sehr lange auf einen freien Psychotherapieplatz warten. Daher bietet die Psychotherapeutische Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche im Rahmen einer Studie ein Gruppenprogramm mit Interventionen der Kognitiven Verhaltenstherapie zur Überbrückung der Wartezeit an. Das Programm für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren umfasst unter anderem die Bereiche Psychoedukation, dysfunktionale Gedanken, Achtsamkeit und Selbstwert. Die Gruppen, unterteilt nach Kindern und Jugendlichen, starten voraussichtlich Ende Februar.

2. Gruppentherapie zur Behandlung sozialer Ängste: 


Gruppen bieten ideale Möglichkeiten, um Strategien zur Bewältigung sozialer Ängste einzuüben, selbstsicherer zu werden und soziale Situationen zu meistern. Die Gruppentherapie zur Behandlung sozialer Ängste ist für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren, die unter sozialen Ängsten leiden, vorgesehen. Nach einem Erstgespräch und Diagnostikphase zur Klärung der Indikation und Passung für die Gruppe findet die Gruppe zunächst in der ersten Osterferienwoche und anschließend freitagnachmittags statt.

Für weitere Informationen und zur Anmeldung können sich Interessenten mittwochs von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 13 bis 15 Uhr unter der Telefonnummer 06131 39-39111 melden. Informationen sind auch auf der Internetseite

 https://hochschulambulanz-kiju.uni-mainz.de/ 

zu finden.

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Prof. Dr. Stefanie Jungmann
Psychotherapeutischen Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche
Psychologisches Institut
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz
Tel.: +49 (0) 6131 39-39201
E-Mail: jungmann@uni-mainz.de
https://kiju.uni-mainz.de/

Weitere Links:
https://hochschulambulanz-kiju.uni-mainz.de/ - Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Psychologischen Institut der JGU

Studies Blutdruckeinstellung

Studie SOPHOCLES soll zu langfristig besserer Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems und mehr Lebensqualität beitragen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den häufigsten und schwerwiegendsten Komplikationen nach einer Nierentransplantation im Kindesalter. Schlaganfall und Herzinfarkt können die Folgen sein, wodurch sowohl die Lebenserwartung als auch die Lebensqualität der Betroffenen deutlich eingeschränkt sind. 


Bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt der Blutdruck eine zentrale Rolle. Mit diesem Thema befasst sich die internationale multizentrische randomisierte Studie SOPHOCLES (StOPping Hypertension and imprOving Children’s Lives after KidnEy TranSplantation). 


Die Forschenden untersuchen, inwieweit eine intensivierte Blutdruckeinstellung zur Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit und der Organfunktion beitragen kann. SOPHOCLES wird von der Klinik für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) koordiniert. 


Die Studie ist auf fünf Jahre angelegt und soll insgesamt 170 Kinder und Jugendliche einschließen.


Engmaschige Beobachtung per Telemedizin

„Unser Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung und damit die Lebensqualität der transplantierten jungen Menschen nachhaltig zu verbessern“, sagt Studienleiterin Professorin Dr. Dr. Anette Melk. Bei dem Projekt werden die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen in zwei Gruppen aufgeteilt. In einer Gruppe führen die Forschenden ein intensiviertes Blutdruckmanagement durch. Dabei streben sie Blutdruckziele im unteren Normalbereich an. Die andere Gruppe wird entsprechend der aktuell geltenden Standards behandelt.


 Alle Teilnehmenden werden auf Basis der zuhause gemessenen Blutdruckwerte engmaschig überwacht. Hierzu wird ein Blutdruckmessgerät genutzt, das alle Messungen direkt drahtlos übertragen kann. Dieser innovative Einsatz von Telemedizin erlaubt es den behandelnden Ärztinnen und Ärzten, die Blutdruckwerte beider Gruppen in Echtzeit zu überwachen.

Wichtige Ergebnisse für Behandlung von Bluthochdruck

Im Rahmen der SOPHOCLES-Studie werden die Struktur des Herzens beurteilt und zusätzliche funktionelle Parameter erfasst. Weitere Endpunkte sind die Funktion der transplantierten Niere sowie Parameter der Gefäßgesundheit wie etwa die Pulswellengeschwindigkeit als Maß für die Gefäßsteifigkeit und die Wanddicke der Halsschlagader als Maß für die Atherosklerose.


 „Mit diesen Werten ist eine umfassende Beurteilung der langfristigen Auswirkungen der Blutdruckeinstellung auf Herz, Nieren und Gefäße möglich“, erläutert Professorin Melk. Die Ergebnisse der Studie werden einen bedeutenden Beitrag zur Versorgung von pädiatrischen Nierentransplantat-Empfängerinnen und -Empfängern leisten. „Diese Untersuchung wird erstmals evidenzbasierte Empfehlungen für die Behandlung eines Bluthochdrucks bei Kindern und Jugendlichen nach Nierentransplantation liefern. So können wir die kardiovaskuläre Gesundheit bis ins Erwachsenenalter schützen“, erklärt Professorin Melk.

Projekt wird mit 2,5 Millionen Euro gefördert

Die großvolumige Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstreicht die Relevanz dieses Forschungsprojekts. Für die ersten drei Jahre wurden bereits 2,5 Millionen zur Verfügung gestellt. Das stellt sicher, dass diese wichtige Studie erfolgreich durchgeführt werden kann.

Die Transplantationsmedizin ist einer der Schwerpunkte der MHH. 2024 bekamen dort 15 Kinder eine neue Niere.


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Professorin Dr. Dr. Anette Melk,

 melk

.anette@mh-hannover.de.

Die Betreuung im Wochenbett

Innovationsfonds fördert richtungsweisendes Projekt zur Versorgung für Wöchnerinnen und deren Neugeborenen, das jetzt an der TH Aschaffenburg gestartet ist: 

Mit dem Ziel, eine praxisorientierte und wissenschaftlich fundierte Versorgung von Müttern und deren Neugeborenen zu fördern, wird erstmalig eine Leitlinie entwickelt, die dem höchsten Qualitätsstandard entspricht. Prof. Dr. Lena Agel von der TH Aschaffenburg koordiniert das Projekt als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft. Gefördert wird dieses durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Die erste Zeit nach der Geburt ist für Mütter und ihre Neugeborenen eine prägende und oft herausfordernde Phase. 


Um die Betreuung im Wochenbett zu verbessern, wird erstmals eine praxisorientierte und wissenschaftlich fundierte S3-Leitlinie speziell für Wöchnerinnen und ihre Kinder entwickelt. Die angewandte Systematik im Entwicklungsprozess der Leitlinie entspricht dabei der höchsten Qualitätsstufe (S3). Ziel ist die Förderung einer evidenzbasierten Versorgung von Müttern und deren Neugeborenen. Prof. Dr. Lena Agel, Gründungsdekanin der Fakultät Gesundheitswissenschaften an der Technischen Hochschule Aschaffenburg, koordiniert das Projekt als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft, DGHWi. Es wird durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses mit rund 430.000 Euro bis zum 31. März 2027 gefördert.

Unter der Konsortialführung von Professorin Agel arbeitet ein interdisziplinäres Netzwerk aus Vertreterinnen und Vertretern von Fachgesellschaften, Berufsverbänden sowie Elterninitiativen an der Erstellung der Leitlinie. „Das Wochenbett ist eine entscheidende Lebensphase, die eine evidenzbasierte und ganzheitliche Versorgung verdient. Mit der S3-Leitlinie möchten wir praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Empfehlungen schaffen, die diese besondere Zeit optimal begleiten“, betont Prof. Dr. Lena Agel, die als Professorin im 2022 an der TH Aschaffenburg einführten Bachelorstudiengang Hebammenkunde lehrt.

Kick-off in Aschaffenburg
Am 21. Januar 2024 fand das Kick-off-Meeting der Leitliniengruppe an der Technischen Hochschule Aschaffenburg statt. Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen kamen zusammen, um methodische Grundlagen zu besprechen, Arbeitsgruppen zu bilden und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu starten.

Konsortialpartner und Mitglieder der Steuerungsgruppe sind unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), vertreten durch Prof. Dr. Brigitte Strizek und Prof. Dr. Ralf Schmitz, die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM), vertreten durch Prof. Dr. Hans Proquitté, sowie die Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft (DGHWi), vertreten durch Prof. Dr. Mirjam Peters. Darüber hinaus ist das Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM) der Universität Witten/Herdecke, repräsentiert durch Dr. Käthe Gooßen, Teil des Konsortiums. Begleitet wird das Projekt außerdem durch 16 weitere Fachgesellschaften, Berufsverbände sowie Vertreterinnen und Vertreter von Familien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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Projektleitung: Prof. Dr. Lena Agel, S3LL-WoBe@th-ab.de, 06021 4206 386

Taillenumfang als Maß für abdominale Adipositas, im Gegensatz zum üblicherweise verwendeten Body-Mass-Index (BMI)

Über 40% der Weltbevölkerung leiden an abdomineller Adipositas, die durch überschüssiges Fett um die Taille gekennzeichnet ist. 

Knapp 30% der Menschen sind nicht ausreichend körperlich aktiv – zwei Faktoren, die nachweislich das Krebsrisiko erhöhen. 

Ein Team des Instituts für Epidemiologie und Präventivmedizin der Universität Regensburg hat in einer umfassenden Studie neue Erkenntnisse über die Zusammenhänge zwischen abdomineller Adipositas, körperlicher Aktivität und dem Krebsrisiko gewonnen. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise für die öffentliche Gesundheitsförderung.

Die Studie basiert auf Daten von 315.457 krebsfreien Teilnehmenden aus der UK Biobank, die über einen Zeitraum von 11 Jahren begleitet wurden. 


Die Studie fokussiert sich auf den Taillenumfang als Maß für abdominale Adipositas, im Gegensatz zum üblicherweise verwendeten Body-Mass-Index (BMI), der die allgemeine Fettleibigkeit widerspiegelt. 


Der Taillenumfang gilt inzwischen als präziserer Indikator für das Krebsrisiko, da er in engem Zusammenhang mit biologischen Prozessen wie der Insulinresistenz steht, die bei der Krebsentstehung eine Schlüsselrolle spielen.

Aufbau der Studie
Die Teilnehmenden wurden gemäß den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu Taillenumfang (>88 cm für Frauen und >102 cm für Männer) und ausreichender körperlicher Aktivität (>150 Minuten moderate bis intensive körperliche Aktivität pro Woche) in vier Gruppen eingeteilt:


1. Schlanke Taille (<88cm bei Frauen, <102cm bei Männern) und ausreichende körperliche Aktivität (>150 Minuten moderate bis intensive Aktivität pro Woche)
2. Schlanke Taille (<88cm bei Frauen, <102cm bei Männern) und unzureichende körperliche Aktivität (<150 Minuten moderate bis intensive Aktivität pro Woche)
3. Abdominelle Adipositas (>88cm bei Frauen, >102cm bei Männern) und ausreichende körperliche Aktivität (>150 Minuten moderate bis intensive Aktivität pro Woche)
4. Abdominelle Adipositas (>88cm bei Frauen, >102cm bei Männern) und unzureichende körperliche Aktivität (<150 Minuten moderate bis intensive Aktivität pro Woche)

Die Krebsdiagnosen wurden anhand der Gesundheitsdaten während der Nachbeobachtung ermittelt. 


Bei der Analyse wurden Faktoren wie Alter, Geschlecht, Ernährung, Rauchen und Alkoholkonsum berücksichtigt, um den Zusammenhang zwischen abdomineller Adipositas, körperlicher Aktivität und Krebsrisiko zu untersuchen. Strenge statistische Methoden stellten sicher, dass die Ergebnisse robust und zuverlässig waren.

Kernaussagen der Studie
• Abdominelle Adipositas erhöht das allgemeine Krebsrisiko um 11%, Bewegungsmangel um 5%. Personen, die weder eine schlanke Taille haben noch ausreichend körperlich aktiv sind, tragen ein um 15% höheres Krebsrisiko als Personen mit schlanker Taille und ausreichender körperlicher Aktivität. 


Bei Krebsarten, die stark mit Adipositas und Bewegungsmangel assoziiert sind, steigt dieses Risiko auf 48%.
• Das Einhalten nur einer Empfehlung (schlanke Taille oder ausreichende körperliche Aktivität) reicht nicht aus, um die negativen Auswirkungen auf das Krebsrisiko auszugleichen, die durch das Verfehlen der anderen entstehen.
• Insgesamt waren abdominelle Adipositas und Bewegungsmangel für 2% aller Krebserkrankungen sowie für 6% der Adipositas- und Bewegungsmangel-assoziierten Krebserkrankungen in der UK Biobank Kohorte verantwortlich.

Durch die Untersuchung, ob körperliche Aktivität das Krebsrisiko bei Menschen mit abdomineller Adipositas verringern kann - und ob abdominelle Adipositas das Krebsrisiko bei körperlich aktiven Personen beeinflusst -, schließt diese Studie eine entscheidende Wissenslücke und zielt darauf ab, effiziente Strategien für die öffentliche Gesundheit zu entwickeln. "Unsere Ergebnisse unterstreichen, dass sowohl die Aufrechterhaltung eines gesunden Taillenumfangs als auch regelmäßige körperliche Aktivität eine wichtige Rolle in der Krebsprävention spielen und praktikable Lebensstiländerungen langfristig einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben", sagt Projektleiter Prof. Michael Leitzmann vom Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin.

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Patricia Bohmann
Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin
Universität Regensburg
E-Mail: Patricia.Bohmann@ukr.de

Originalpublikation:
Bohmann P, Stein MJ, Amadou A, et al. WHO guidelines on waist circumference and physical activity and their joint association with cancer risk. British Journal of Sports Medicine Published Online First: 22 January 2025. doi: 10.1136/bjsports-2024-108708

die neurometabolischen und neuroinflammatorischen Störungen, die Rolle des Skelettmuskelstoffwechsels und dysfunktionale Atmung

Chronische Müdigkeit, Belastungsintoleranz, kognitive Beschwerden und eine erhebliche Einschränkung von Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität: 

Das sind die Befunde einer großen baden-württembergischen Langzeitstudie über das Leiden nach einer Corona-Infektion. Für EPILOC (Epidemiologie von Long Covid) haben Forschende in den Universitätskliniken Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm mehr als 1500 ehemals Infizierte nachuntersucht und festgestellt: 

Zwei Drittel der am Post Covid-Syndrom leidenden Patientinnen und Patienten haben sich im zweiten Jahr ihrer Erkrankung kaum erholt. Trotz verschlechterter funktioneller Parameter zeigen Laboruntersuchungen beinahe keine pathologischen Befunde.

Zwei Jahre nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 haben viele Betroffene weiterhin erhebliche, bleibende Beschwerden. 


Dazu zählen beispielsweise chronische Müdigkeit, auch Fatigue genannt, und rasche Erschöpfung, Gedächtnisprobleme und Konzentrationsstörungen sowie Atemnot und Brustschmerzen. 


Auch innere Unruhe, Depressionen und Schlafstörungen kommen häufig vor. 


Das zeigen die Ergebnisse der baden-württembergischen Studie Epidemiologie von Long Covid (EPILOC), für die in den Post Covid-Ambulanzen der Universitätskliniken im Land mehr als 1500 ehemals Infizierte im Alter von 18 bis 65 Jahren nachuntersucht worden sind.

Dabei wurde deutlich, dass sich mehr als zwei Drittel der Patientinnen und Patienten im zweiten Jahr nach ihrer Erkrankung kaum erholt hatten und sie weiterhin in ihrer gesundheitsbezogenen Lebensqualität und ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sind. Im Vergleich zu Kontrollpersonen waren funktionelle Parameter verschlechtert, also zum Beispiel die Handgreifkraft, der maximale Sauerstoffverbrauch bei Belastung und die Atemeffizienz sowie Ergebnisse bei neurokognitiven Testreihen.

Trotz dieser objektiven Anzeichen von verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit und kognitiven Defiziten zeigten beinahe alle Laboruntersuchungen der klinischen Routine keine pathologischen Befunde. 


Eine SARS-CoV-2-Persistenz (also eine fortbestehende Virusinfektion) oder Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus, eine Nebenniereninsuffizienz oder Störungen der Blutgerinnung, wie oft in anderen Studien beschrieben, zeigten die Laborergebnisse nicht. 


Durch die hohe Zahl der Teilnehmenden und die Berücksichtigung möglicher Störfaktoren (wie Übergewicht oder Rauchen) beim Vergleich verschiedener Gruppen konnten solche Zusammenhänge klarer ausgeschlossen werden. 


Dies sei ein weiteres wichtiges Ergebnis der Untersuchung, betonen die Autorinnen und Autoren. Für eine fundierte medizinische Beurteilung seien Belastungstests im Bereich Herz-Lunge, Muskel- und Nervensystem erforderlich.

„Die Diskrepanz zwischen den funktionellen Testergebnissen, dem subjektiven Leiden der Patienten und den vielen unauffälligen Routine-Laborparametern legen nahe, dass wir in einer anderen Richtung nach den pathophysiologischen Ursachen suchen müssen“, bemerkt Erstautor Dr. Raphael Peter vom Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie der Universität Ulm. 


„Vor allem die neurometabolischen und neuroinflammatorischen Störungen, die Rolle des Skelettmuskelstoffwechsels und dysfunktionale Atmung sollten vermehrt in den Fokus zukünftiger Forschung kommen“, so Dr. Peter.

Studienleiter Professor Winfried Kern aus der Klinik für Innere Medizin II der Universitätsklinik Freiburg ergänzt dazu: „Es ist erschreckend, wie viele ehemals Infizierte nach zwei Jahren noch Beschwerden und Einschränkungen haben. Eine systematische längere Nachbeobachtung und medizinische Nachuntersuchung sind erforderlich, um Faktoren für Besserung beziehungsweise Nichterholung des Post Covid-Syndroms und relevanter pathophysiologischer Pfade genauer zu identifizieren. Nur so werden sich therapeutisch wirksame Interventionsansätze finden und entwickeln lassen“.

Professor Dietrich Rothenbacher, Direktor des Instituts für Epidemiologie und Medizinische Biometrie der Universität Ulm, erklärt: „Wir freuen uns sehr, dass wir in Ulm mit unserer Expertise die Zusammenarbeit der vier Universitätsstandorte mit einem kompetenten Datenmanagement und der statistisch-epidemiologischen Auswertung so erfolgreich unterstützen konnten.“ Die Aufbereitung der Daten zeige, mit welchen Untersuchungen man in der weiteren Erforschung dieser komplexen Symptomatik möglicherweise weiterkomme: „Die Betroffenen leiden sehr unter den Langzeitfolgen und wir müssen dringend weiter an den Ursachen forschen.“ Derzeit werten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen weitere Daten aus und analysieren die zahlreichen Bioproben der EPILOC-Studie mit erweiterter Methodik. Sie erhoffen sich daraus dringend benötigte Erkenntnisse, um den Personen mit Post Covid besser helfen zu können.

Die aktuelle Phase der EPILOC-Studie wurde vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg mit 2,3 Millionen Euro gefördert. Die rund 1500 Teilnehmenden stammen aus einer Gruppe von mehr als 11 000 Erwachsenen aus ganz Baden-Württemberg, die bereits in einer ersten Studie in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern sechs bis zwölf Monate nach der Indexinfektion zu ihren Symptomen befragt worden waren. Damals berichtete jeder Vierte von Beschwerden wie Fatigue, Gedächtnisproblemen und Konzentrationsstörungen sowie Atemnot und Brustschmerzen.

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Dr. Raphael Peter (Erstautor), Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie, Universität Ulm, Mail: raphael.peter@uni-ulm.de, Tel. (0731) 50 31093

Prof. Dr. Winfried V. Kern (Studienleitung), Abteilung Infektiologie, Klinik für Innere Medizin II, Universitätsklinikum Freiburg, Mail: EPILOC@uniklinik-freiburg.de, Tel. (0761) 270 18190

Originalpublikation:
Peter RS, Nieters A, Göpel S, Merle U, Steinacker JM, Deibert P, et al. (2025): Persistent symptoms and clinical findings in adults with post-acute sequelae of COVID-19/post-COVID-19 syndrome in the second year after acute infection: A population-based, nested
case-control study. PLoS Med 22(1): e1004511.
https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1004511

Stuhlöosistenz

Die Bristol Stool Scale ist ein Tool in der Gastroenterologie zur Beurteilung der Stuhlkonsistenz. Dies kann anhand der unten dargestellten visuellen Skala erfolgen. Diese reicht von Typ 1 (harte, klumpige Stuhlgänge, ähnlich wie Nüsse, schwer auszuscheiden) bis zu Typ 7 (flüssiger Stuhl ohne feste Stücke, der vollständig wässrig ist und keine Feststoffe enthält). Diese Skala kann für die Verlaufsbeurteilung von Darmstörungen wie dem Reizdarmsyndrom oder entzündlichen Darmerkrankungen und auch für die allgemeine Einschätzung des Stuhlgangs angewandt werden

Typ 1: Einzelne, feste Kügelchen, ähnlich Nüssen und schwer auszuscheiden. Dies kann auf eine sehr langsame Darmbewegung hinweisen und ist oft ein Zeichen von Verstopfung.

Typ 2: Wurstförmig, aber klumpig. Dies deutet ebenfalls auf Verstopfung hin

Typ 3: Wurstförmig mit rissiger Oberfläche. Dieser Typ ist normal und weist auf eine gesunde Verdauung hin.

Typ 4: Wurstartig oder schlangenförmig mit glatter, weicher Oberfläche. Dies gilt als der ideale Stuhl und ist ein Anzeichen für eine regelmäßige Verdauung ohne Probleme.

Typ 5: Weiche, glattrandige Klümpchen und einfach auszuscheiden. Dieser Stuhltyp weist auf einen mangelnden Ballaststoffgehalt in der Ernährung hin, ist aber noch im normalen Bereich.

Typ 6: Fluffige Stücke mit unregelmäßigen Rändern, ein matschiger Stuhl. Dies kann auf einen gestörten Verdauungsprozess hinweisen und ist oft mit einer erhöhten Stuhlfrequenz verbunden.

Typ 7: Flüssig ohne feste Bestandteile. Dieser Typ kommt durch eine schnelle Darmpassage zustande, wie es bei Durchfall der Fall ist.

Die Bristol Stool Scale ermöglicht es medizinischem Fachpersonal und Patient:innen, Veränderungen im Stuhlgang präzise zu beschreiben und zu dokumentieren.

Was man in der Medizin nicht so alles lernen kann ;)

Befunderhebung versus Diagnoseirrtum

 

„Was nicht dokumentiert ist, wurde nicht gemacht“

Nach § 630f des Bürgerlichen Gesetzbuchs muss der Arzt die Behandlung in der Patientenakte dokumentieren. Festgehalten werden müssen sämtliche aus fachlicher Sicht für die derzeitige und künftige Behandlung wesentlichen Maßnahmen und deren Ergebnisse, insbesondere die Anamnese, Diagnosen, Untersuchungen, Untersuchungsergebnisse und Befunde. Ist die ärztliche Dokumentation lückenhaft, führt das zu Beweiserleichterungen für den Patienten. Nach der Rechtsprechung wird dann nämlich vermutet, dass eine Maßnahme, die nicht in der Patientenakte dokumentiert ist, auch nicht durchgeführt wurde. Es ist dann Sache des Arztes, diese Vermutung zu widerlegen, zum Beispiel durch Zeugen.

Patientenversorgung

Kein Krankenhauskahlschlag auf dem Rücken von Patient:innen und Beschäftigten!


Am heutigen Montag hat die Geschäftsführung der DRK-Kliniken den Beschäftigten im Klinikum Mitte (Drontheimer Straße) angekündigt, dass die Behandlungen des Standortes im nächsten Jahr an das DRK-Klinikum Westend verlagert werden sollen.
Damit wäre das Krankenhaus mit 260 Betten der erste Standort in Berlin, der aufgrund der aktuellen Finanzierungskrise und der absehbaren Umstrukturierungen infolge der Krankenhausreform verloren geht – noch bevor eine mittel- und langfristige Bedarfsanalyse zur stationären Patientenversorgung und die Grundzüge einer neuen Krankenhausplanung für das Land Berlin überhaupt erstellt wurden.

Im DRK-Klinikum Mitte, das unter anderem auf die Pneumologie (Lungenheilkunde) spezialisiert ist, wurden beispielsweise während der Corona-Pandemie sehr viele Patient:innen behandelt. Diese Kapazitäten dürfen nicht leichtfertig zerschlagen werden.

Die vom Bund beschlossene Krankenhausreform sieht erhebliche Restrukturierungen im Krankenhausbereich vor. In Berlin tappt zumindest die Öffentlichkeit im Dunkeln, wie in Zukunft die Krankenhausversorgung der Bevölkerung sichergestellt werden soll. Die Krankenhausplanung befindet sich noch im Frühstadium, und ein transparenter Prozess, in den Beschäftigte und Patientenvertretungen laufend einbezogen werden, ist nicht geplant. Mehrere Krankenhäuser befinden sich in Insolvenzverfahren oder stehen kurz davor. Jetzt folgt die erste Ankündigung einer Standortschließung.

Dazu Benjamin Roscher, stellvertretender Landesleiter bei ver.di:
„Wir fordern vom Senat eine Standortsicherung für alle Krankenhäuser – mindestens bis eine sachlich begründete, bedarfsorientierte Planung vorliegt – und einen Vorrang für öffentliche und freigemeinnützige Trägerschaften in der Krankenhausplanung. Der Senat muss jetzt klar und transparent darstellen, wie er akut und langfristig die Krankenversorgung in Berlin sicherstellt, und darf nicht zulassen, dass Strukturen verloren gehen, bevor klar ist, was zukünftig gebraucht wird.“

An die Geschäftsführung richtet die Gewerkschaft die Forderung, betriebsbedingte Kündigungen für alle Beschäftigten der DRK-Kliniken, inklusive der ausgegliederten Servicegesellschaft, auszuschließen sowie eine Perspektive für den Standort zu entwickeln.

Gisela Neunhöffer, bei ver.di stellvertretende Landesfachbereichsleitung und zuständig für das Gesundheitswesen:
„Diese Ankündigung und generell die unklare Zukunft der Krankenhäuser führen zu Verunsicherung bei den Beschäftigten und können zur Abwanderung dringend benötigter Fachkräfte und im schlimmsten Fall zu Versorgungslücken führen. Die Geschäftsführung der DRK-Kliniken muss allen Beschäftigten eine sichere Perspektive geben und gemeinsam mit den Interessenvertretungen Lösungen entwickeln. Dabei darf es keine Beschäftigten erster und zweiter Klasse geben.“

Für Rückfragen:
Gisela Neunhöffer, stellv. Landesfachbereichsleitung: 0171 9077415
Dana Lützkendorf, zuständige Gewerkschaftssekretärin: 0151 72440765

Onlinebefragung JuCo V unter der Fragestellung „Wie geht’s?“ bitte beteiligen

Corona hat den Alltag der jungen Menschen verändert. 

Inzwischen wird allgemein anerkannt, dass die Anliegen und das Wohlbefinden junger Menschen während der Corona-Pandemie zu wenig beachtet wurden. 

Doch wie geht es ihnen aktuell? 

Vom 11. Januar bis 28. Februar sind junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren aufgerufen, sich an der Onlinebefragung JuCo V unter der Fragestellung „Wie geht’s?“ zu beteiligen.

Rund 20.000 junge Menschen haben sich bisher an den bundesweiten Studien JuCo I, II, III und IV der Universitäten Frankfurt und Hildesheim beteiligt, um von ihren Erfahrungen und Perspektiven während der Corona-Pandemie zu berichten. Nun startet die fünfte Erhebung JuCo V, die dieses Mal im Rahmen des Projekts JuPaCo durchgeführt wird. Die Wissenschaftler*innen wollen erfahren:

- Wie geht es jungen Menschen zum Jahresbeginn 2025?
- Von wem fühlen sie sich unterstützt?
- Was sagen junge Menschen zu ihren aktuellen Bedarfen – insbesondere auch angesichts neuer Krisen?

Die deutschlandweite Online-Befragung JuCo V richtet sich erneut an junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren.

Es geht darum, mehr über das aktuelle Wohlbefinden nach der Corona-Pandemie und ihre Perspektiven auf andere gesellschaftliche Krisen (zum Beispiel Kriegsereignisse, Gefahren infolge der Klimaveränderungen) zu erfahren. Aus den Befragungen ersten vier JuCo-Befragungen geht hervor, dass die Pandemie, aber auch andere Krisen, junge Menschen in ihrem unterschiedlichen Lebensbereichen stark beeinflussen. Diese Krisenerfahrungen zeigen langfristige Auswirkungen. Mit den Ergebnissen der fünften Studie soll das Augenmerk auf das Wohlbefinden junger Menschen gelenkt und Unterstützungsstrukturen ermittelt werden.

Der Fragebogen ist erreichbar unter:
https://www.soscisurvey.de/JuCo_V_Wie_gehts_jungen_Menschen/
Die Teilnahme dauert ca. 20 Minuten. Unter den Teilnehmer*innen werden 20 Gutscheine im Wert von je 25 Euro verlost.

Weitere Informationen

Die ersten vier JuCo-Studien wurden durch den Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ der Universitäten Hildesheim und Frankfurt finanziert aus Mitteln der jeweiligen Hochschule durchgeführt. Die fünfte Studie wird in Verantwortung der Universität Hildesheim im Rahmen des durch das niedersächsische Wissenschaftsministerium geförderten Projekts JuPaCo zu dem psychosoziale Langzeitfolgen für junge Menschen durch die SARS-CoV-2-Pandemie ermöglicht.

Bisherige Veröffentlichungen unter:
https://t1p.de/studien-corona

MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT


Kontakt zum Forschungsteam:
Universität Hildesheim
Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
Mareike Daps (daps@uni-hildesheim.de)
Dr. Severine Thomas (severine.thomas@uni-hildesheim.de)

Originalpublikation:
www.soscisurvey.de/JuCo_V_Wie_gehts_jungen_Menschen