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CAVE-TOP-Thema: Dr. Nicolas Fabian Graeb: Mangelernährung und Muskelabbau bei geriatrischen Patienten in Krankenhäusern

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Mangelernährung bei älteren Menschen besser erkennen

Dr. Nicolas Fabian Graeb hat in seinem Dissertationsprojekt ein hohes Risiko von Mangelernährung und Muskelabbau bei geriatrischen Patienten und Patientinnen ermittelt. 

  • Ernährungsstatus und -entwicklung werden dabei bislang in den Krankenhäusern kaum erfasst, so dass während und nach dem Klinikaufenthalt nicht adäquat interveniert bzw. wiederaufgebaut wird. 
  •  
  •  https://www.ph-gmuend.de/fileadmin/_processed_/f/1/csm_PH_Gmuend_Mangelernaehrung_6272183fdb.jpg

In mehreren Erhebungen wertete Graeb mit einem Forschungsteam zum einen Routinedaten aus der Altenpflege von Bewohnern und Bewohnerinnen mit mindestens dreitägigem Krankenhausaufenthalt aus. 

  • Es sollte so ermittelt werden, wie sich das Körpergewicht im Zusammenhang mit der akut-stationären Behandlung verändert. 
  • Zum anderen erhob das Forschungsteam auf mehreren Stationen in zwei Kliniken Daten zum Ernährungsmanagement, dem Ernährungszustand der älteren Patientinnen und Patienten, deren Essverhalten und erfolgten Ernährungstherapien. 
  • Zu guter Letzt maßen sie in einer kleinen Stichprobe auf denselben Stationen unter anderem die Körperzusammensetzung und den Muskelstatus zu Beginn des Klinikaufenthaltes und kurz vor Entlassung. 

Ziel war es herauszufinden, wie der Muskelstatus der geriatrischen Patientinnen und Patienten ist und ob weitere Muskelmasse im Verlauf verloren geht.

Es zeigte sich, dass bereits bei Aufnahme viele Personen ein Mangelernährungsrisiko aufweisen und der Anteil bis zur Entlassung weiter zunimmt, von 36,2 % auf 48,6 %. 

Häufig wird in einem relativ kurzen Zeitraum erheblich an Gewicht verloren, 21,9 % verlieren mindestens fünf Prozent ihres Körpergewichtes. 

Hiervon sind auch übergewichtige Patientinnen und Patienten betroffen. 

In der Folge erhöht sich das Mortalitätsrisiko. 

CAVE: Der schlechte Ernährungszustand wird aber nur selten erkannt. 

  • Gleichzeitig wird auch eine geringe Nahrungszufuhr in der Klinik selten bemerkt, entsprechende Interventionen finden kaum statt und erreichen auch nicht unbedingt die Betroffenen. 

Es zeigt sich in allen Datenanalysen ein Zusammenhang mit der Dauer des Klinikaufenthaltes. 

  • Anhand der Analyse der Körperzusammensetzung wird deutlich, dass fast zwei Drittel der Älteren bei Aufnahme ins Krankenhaus bereits einen kritisch reduzierten Muskelstatus aufweisen. 
  • Im Verlauf verliert fast die Hälfte der untersuchten Personen mindestens ein Kilogramm Muskelmasse, Frauen weisen dabei ein höheres Risiko auf.
  • Die Daten zeigen, dass selbst in den kurzen Zeiträumen der akut-klinischen Versorgung bei älteren Patientinnen und Patienten häufig ein erheblicher Gewichtsverlust eintritt. 
  • Gleichzeitig ist der Ernährungszustand auch schon bei Einweisung oftmals reduziert, was aber aufgrund der fehlenden oder nicht zuverlässig durchgeführten Mangelernährungsscreenings selten erkannt wird. 

So sind gezielte Interventionen kaum möglich und erfolgen eher zufällig bzw. vermutlich auch personenabhängig. 

Es ist daher erforderlich das Ernährungsmanagement in den Kliniken besser zu organisieren, angefangen beim Risikoscreening, über strukturierte Interventionskonzepte bis hin zum Entlassmanagement. 

Hierfür sind eine gute interprofessionelle Kooperation und eine allgemeine Sensibilisierung für die Problematik grundlegend. 

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Eingeleitete Therapien müssen auch nach Entlassung fortgeführt werden, ein besonderes Augenmerk sollte hierbei auf den Wiederaufbau von Muskelmasse und Kraft gelegt werden, um bei den älteren Menschen Mobilität und damit Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten.  

Zudem sollte über alle Settings eine Mangelernährung möglichst früh erkannt und am besten weitestgehend vorgebeugt werden. 

Hierfür ist es erforderlich Probleme wie Kau- und Schluckschwierigkeiten, Vereinsamung, Medikamentennebenwirkungen und Appetitverlust aus anderen Gründen möglichst frühzeitig zu registrieren und entsprechend zu intervenieren. 

In den Einrichtungen, sowohl im Krankenhaus als auch der Langzeitpflege, müssen vor allem ein bedürfnisgerechtes Nahrungsangebot, eine bedarfsgerechte Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme und die interprofessionelle Kooperation zwischen Pflege, Medizin, Ernährungsberatung und Hilfskräften verstärkt in den Mittelpunkt gestellt werden. 

 https://www.ph-gmuend.de/fileadmin/_processed_/e/0/csm_PH_Gmuend_Graeb_a6141fe8d0.jpg

Nicolas Fabian Graeb mit den Gutachtern Prof. Dr. Reinhold Wolke (HS Esslingen) und Prof. Dr. Petra M. Lührmann sowie Dekan Prof. Dr. Thomas Weiß (rechts) nach der Verteidigung der Dissertation

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Professor Andreas Goette : Vorhofflimmern unter Hämodialyse bei Dialysepflichtigen Patienten (chronische Nierenerkrankungen)

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: 

Wissenschafts-initiierte Studien des Kompetenznetzes Vorhofflimmern e.V. (AFNET) liefern Ergebnisse für mehrere Empfehlungen in der Leitlinie 2023 zur Diagnose und Behandlung von Vorhofflimmern, die vom American College of Cardiology (ACC) und der American Heart Association (AHA) in Zusammenarbeit mit der Heart Rhythm Society (HRS) entwickelt wurde. 

 


Die aktuelle Leitlinie wurde kürzlich in Circulation (1) veröffentlicht.

In den letzten 20 Jahren führte AFNET eine Reihe von wissenschafts-initiierten Studien im Bereich Vorhofflimmern durch. 

Die Ergebnisse dieser Studien liefern nun Belege für mehrere Empfehlungen in der amerikanischen Leitlinie 2023 zur Diagnose und Behandlung von Vorhofflimmern.

  • Die zehn Take-Home-Botschaften betonen die Bedeutung einer frühzeitigen und kontinuierlichen Behandlung von Patient:innen mit Vorhofflimmern
  • Ein neues Behandlungsziel ist die Aufrechterhaltung des Sinusrhythmus und die Minimierung der Vorhofflimmerlast. 

Diese neue Empfehlung basiert auf den Ergebnissen der EAST – AFNET 4 Studie (2). Die aktuellen Leitlinien enthalten die folgende neue Empfehlung:  

„Bei Patient:innen mit neu diagnostiziertem Vorhofflimmern (<1 Jahr) kann die Rhythmuskontrolle nützlich sein, um Krankenhausaufenthalte, Schlaganfälle und Mortalität zu reduzieren.“ (Abschnitt 8.1 zur rhythmuserhaltenden Therapie). 

Dies bedeutet, dass ein früher Rhythmuserhalt bei allen Patient:innen in Betracht gezogen werden sollte, die die Aufnahmekriterien von EAST – AFNET 4 erfüllen. Mehrere Substudien von EAST – AFNET 4 haben die Empfehlungen zur rhythmuserhaltenden Behandlung bei Patient:innen mit Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz, bei asymptomatischen Patient:innen, und bei anderen Untergruppen beeinflusst.

  • Die Ergebnisse der AXADIA – AFNET 8 Studie (3) werden in einem Text zur Antikoagulation mit Apixaban bei Dialyse-pflichtigen Patient:innen mit Vorhofflimmern erwähnt. 

Die Autor:innen der Leitlinien erklärten: 

„Zwei kleine Studien (eine davon ist AXADIA – AFNET 8) mit Apixaban (Eliquis) im Vergleich zu Warfarin (Coumadin) bei Patient:innen mit Vorhofflimmern unter Hämodialyse konnten keine Unterschiede in den Sicherheits- oder Wirksamkeitsergebnissen zeigen, aber deutlich mehr Blutungen als Schlaganfälle.“ (Abschnitt 6.8.4. Chronische Nierenerkrankung).

Eine Empfehlung zur Antikoagulationstherapie vor und nach Katheterablation (Abschnitt 8.4.4.) wird durch die Ergebnisse der AXAFA – AFNET 5 Studie gestützt (4). Die neue Empfehlung lautet: „Bei Patient:innen, die ein DOAK (direktes orales Antikoagulans) einnehmen und sich einer Katheterablation von Vorhofflimmern unterziehen, 

CAVE: Sollte die Katheterablation entweder mit kontinuierlicher oder minimal unterbrochener oraler Antikoagulation durchgeführt werden.“

Die älteren AFNET Studien ANTIPAF – AFNET 2 (5) und Flec SL – AFNET 3 (6) wurden ebenfalls einbezogen. Die Leitlinien verweisen auf ANTIPAF – AFNET 2 (Abschnitt 8.3.4. Upstream-Therapie) und Flec SL – AFNET 3 (Abschnitt 8.2.2. Elektrische Kardioversion) in ihren Empfehlungen zur Verwendung von Sartanen und Natriumkanalblockern zur Vorbeugung von Vorhofflimmern und Vorhofflimmer-Rezidiven.

AFNET Vorstandsmitglied Professor Andreas Goette vom St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn kommt zu dem Schluss: „Insgesamt spiegeln diese neuen Leitlinien die wachsende Bedeutung der wissenschafts-initiierten AFNET Studien wider, die dabei helfen sollen, die beste Behandlung für Menschen mit Vorhofflimmern zu definieren.“

Professor Paulus Kirchhof vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf erklärt: „Als Vorsitzender des AFNET freue ich mich sehr, dass das AHA/ACC/HRS-Leitlinienschreibkomitee die Arbeit des AFNET anerkennt. Dies ist eine sehr willkommene Anerkennung des AFNET im Jahr seines 20jährigen Jubiläums. Wir sind allen Patient:innen und Partnern, die uns bei der Durchführung dieser Arbeit geholfen haben, zu Dank verpflichtet. Das motiviert uns enorm, unsere Arbeit fortzusetzen, um das Leben der Menschen mit Vorhofflimmern zu verbessern.“

Bei den AFNET Studien handelt es sich um wissenschafts-initiierte Studien mit AFNET als Sponsor. Sie werden vom AFNET, öffentlichen Partnern und Industriepartnern gemeinsam finanziert. EAST – AFNET 4 und AXAFA – AFNET 5 wurden teilweise vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) unterstützt. ANTIPAF – AFNET 2 und Flec SL – AFNET 3 wurden teilweise vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Literatur
(1) Joglar JA et al. 2023 ACC/AHA/ACCP/HRS Guideline for the Diagnosis and Management of Atrial Fibrillation: A Report of the American College of Cardiology/American Heart Association Joint Committee on Clinical Practice Guidelines. Circulation 30 Nov 2023. doi: 10.1161/CIR.0000000000001193
(2) Kirchhof P et al. Early rhythm control therapy in patients with atrial fibrillation. N Engl J Med. 2020; 383:1305-1316. doi: 10.1056/NEJMoa2019422
(3) Reinecke H et al. A Randomized Controlled Trial Comparing Apixaban with the Vitamin K Antagonist Phenprocoumon in Patients on Chronic Hemodialysis: The AXADIA-AFNET 8 Study. Circulation. 2023;147(4):296-309. doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.122.062779.
(4) Kirchhof P et al. Apixaban in patients at risk of stroke undergoing atrial fibrillation ablation. Eur Heart J. 2018;39(32):2942-2955. doi: 10.1093/eurheartj/ehy176
(5) Goette A et al. Angiotensin II-antagonist in paroxysmal atrial fibrillation (ANTIPAF) trial. Circ Arrhythm Electrophysiol. 2012;5(1):43-51. doi: 10.1161/CIRCEP.111.965178
(6) Kirchhof P et al. Short-term versus long-term antiarrhythmic drug treatment after cardioversion of atrial fibrillation (Flec-SL): a prospective, randomised, open-label, blinded endpoint assessment trial. Lancet. 2012;380(9838):238-46. doi: 10.1016/S0140-6736(12)60570-4.

Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET)
Das Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET) ist ein interdisziplinäres Forschungsnetz, in dem Wissenschaftler:innen und Ärzt:innen aus Kliniken und Praxen deutschlandweit zusammenarbeiten. Ziel des Netzwerks ist es, die Behandlung und Versorgung von Patient:innen mit Vorhofflimmern in Deutschland, Europa und weltweit durch koordinierte Forschung zu verbessern. Dazu führt das Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. wissenschaftsinitiierte, nicht-kommerzielle, klinische Studien (investigator initiated trials = IIT) und Register auf nationaler und internationaler Ebene sowie translationale Forschungsprojekte durch. Der Verein ist aus dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Kompetenznetz Vorhofflimmern hervorgegangen. Seit Januar 2015 werden einzelne Projekte und Infrastrukturen des AFNET vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) sowie einige Projekte aus EU-Forschungsmitteln gefördert. Das AFNET verfügt über langjährige Erfahrung in der Behandlung von Vorhofflimmern, unterstützt aber auch Forschungsarbeiten in anderen Bereichen, die für die kardiovaskuläre Versorgung relevant sind. Die Erkenntnisse aus der mittlerweile 20jährigen klinischen und translationalen Forschung des Forschungsnetzes haben das Leben von Patient:innen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbessert und Behandlungsleitlinien beeinflusst. 



 Fragen Sie persönlich die Experten, wie die Abstimmung am vergangen Samstag in Berlin verlief.

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Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET)

Dr. Angelika Leute
Tel: 0202 2623395
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48149 Münster
Deutschland
Nordrhein-Westfalen

E-Mail-Adresse: info@kompetenznetz-vorhofflimmern.de

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E-Mail-Adresse: magdalene.jambor@af-net.eu 
Originalpublikation:

Joglar JA et al. Circulation 30 Nov 2023. doi: 10.1161/CIR.0000000000001193


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Prof. Anja Hilbdert: Adventszeit 2023 - Weihnachtsfest: Die Binge-Eating-Störung - häufigste Essstörung: Hilfe mit der Neurofeedback als Therapieansatz

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Wie lässt sich die Kontrolle von Essanfällen verbessern?

  • Die Binge-Eating-Störung ist die häufigste Essstörung in Deutschland. Menschen, die daran leiden, verlieren oft die Kontrolle beim Essen und nehmen große Nahrungsmengen zu sich. 
  • Anja Hilbert, Professorin für Verhaltensmedizin an der Universität Leipzig, untersucht, wie man die Erkrankung heilen kann. 

In einer aktuellen Pilotstudie hat sie mit ihrem Forschungsteam einen positiven Effekt von nahrungsbezogenem Neurofeedback festgestellt. 

Die Ergebnisse sind aktuell in der Fachzeitschrift Psychological Medicine veröffentlicht worden. 

Aufbau des fNIRS-Neurofeedback: Auf dem Monitor sehen die Teilnehmenden Bilder von Nahrungsmitteln, die während eigener Essanfälle gegessen wurden. Aufbau des fNIRS-Neurofeedback: Auf dem Monitor sehen die Teilnehmenden Bilder von Nahrungsmitteln, die während eigener Essanfälle gegessen wurden. Ricarda Schmidt

Bei der Binge-Eating-Störung verlieren Menschen die Kontrolle darüber, was und wie viel sie essen. 

  • Starkes Übergewicht ist oft die Folge dieser psychischen Erkrankung. 
  • „Der Kontrollverlust führt zu psychischem Leid. 
  • Den Betroffenen fällt es schwerer als anderen, ihre Essimpulse zu kontrollieren. 

Die Selbstregulation ist beeinträchtigt“, erklärt Anja Hilbert, Professorin für Verhaltensmedizin an der Universität Leipzig. 

Prof. Dr. Anja Hilbert

 Prof. Dr. Anja Hilbert Stefan Straube / UKL

Die Standardbehandlung für eine Binge-Eating-Störung ist Psychotherapie. 

Die Psychologin Hilbert untersucht, ob man diese Essstörung auch auf anderem Wege heilen kann.

Bei der Binge-Eating-Störung verfolgt das Forschungsteam der Universitätsmedizin Leipzig Neurofeedback als Therapieansatz. 

Dabei messen bildgebende Verfahren, beispielsweise die funktionelle Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) oder die Elektroenzephalographie (EEG), die Hirnaktivität und machen sie auf einem Monitor für die Patient:innen sichtbar. 

  • Diese versuchen dann, anhand dieses Feedbacks ihre Hirnaktivität in gewünschter Weise zu beeinflussen – in Echtzeit. 
  • Funktionelle Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) ist ein nicht invasives bildgebendes Verfahren, das erfasst, wenn Änderungen in der Hirnaktivität zu Veränderungen der optischen Eigenschaften von Hirngewebe führen.


In der aktuellen randomisiert-kontrollierten Pilotstudie erhielten 72 Patient:innen über einen Zeitraum von zwei Monaten zwölf einstündige Sitzungen mit fNIRS- oder EEG-Neurofeedback oder sie befanden sich auf einer Warteliste für Neurofeedback. Beim Neurofeedback wurden die Patient:innen angeleitet, ihre Hirnaktivität bei Bildern von individuell problematischen Nahrungsmitteln, wie zum Beispiel Schokolade, zu regulieren

  • Das fNIRS-Neurofeedback zielte etwa darauf ab, die Hirnaktivität in individuell bestimmten Regionen des präfrontalen Kortex beim Anblick dieser Nahrungsmittel zu steigern, um ihnen besser widerstehen zu können.
  • Die Ergebnisse der Pilotstudie zeigen, dass das fNIRS-Neurofeedback die Essanfälle ebenso reduzieren konnte wie das EEG-Neurofeedback, und zwar tendenziell stärker als bei Patienten auf einer Warteliste für Neurofeedback. 

Die Effekte zeigten sich sechs Monate nach Beendigung der Therapie. Dies deutet auf eine verzögerte Wirkung nach dem Hirntraining hin. Auch Heißhunger, Ängste und der Body-Mass-Index der Teilnehmenden waren nach beiden Neurofeedback-Therapien stärker verbessert als bei den Patient:innen auf der Warteliste.

„Die Ergebnisse zeigen erstmals eine gute Durchführbarkeit des fNIRS-Neurofeedback als neuen Therapieansatz für die Binge-Eating-Störung, ähnlich wie beim EEG-Neurofeedback, und geben erste Hinweise auf die Wirksamkeit. 

Zukünftig ist wichtig, die kurz- und langfristigen Effekte sowie Wirkmechanismen in einer größer angelegten Studie zu untersuchen. 

Auch sollte erforscht werden, bei welcher Intensität Neurofeedback seine optimale Wirkung entfaltet“, sagt Prof. Hilbert und ergänzt: 

„Aus klinischer Sicht sprechen die im Vergleich zur Psychotherapie geringer ausfallenden Effekte eher für einen begleitenden als alleinigen Einsatz von nahrungsspezifischem Neurofeedback in der Behandlung der Binge-Eating-Störung, zum Beispiel während kognitiver Verhaltenstherapie. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Labor des Hormon Leptin in Zusammenhang mit dem BMI Verlauf 

  • Weitere Analysen zeigen, dass vor allem Patientinnen und Patienten mit einem geringeren Body-Mass-Index und weniger starken Essstörungssymptomen von Neurofeedback profitieren.“ 
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Prof. Dr. Anja Hilbert
Forschungsbereich Verhaltensmedizin
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Leipzig
Telefon: +49 341 97 15361
E-Mail: anja.hilbert@medizin.uni-leipzig.de

Medizinische Fakultät Anne Grimm Universität Leipzig

Goethestraße 6
04109 Leipzig
Deutschland
Sachsen

Telefon: 0341 97 15 790
E-Mail-Adresse: anne.grimm@medizin.uni-leipzig.de

Originalpublikation:

Originalpublikation in Psychological Medicine: Near-infrared spectroscopy and electroencephalography neurofeedback for binge-eating disorder: an exploratory randomized trial. DOI: https://doi.org/10.1017/S0033291723002350

Personalisierte Nahrungsergänzungsmittel: INULIN: Von Präbiotika in der Ernährung und der Darmgesundheit

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Neue Studie legt Grundstein für personalisierte Nahrungsergänzungsmittel

Neue Forschungsergebnisse enthüllen eine überraschende Vielfalt von Darmbakterien, die auf Inulin (Inulin ist ein natürlicher Ballaststoff, den man beispielsweise in Chicorée, Topinambur und Zwiebeln findet. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzLink: Inulin - Stufendiagnostik im Labor 

Wie alle Ballaststoffe bringt Inulin den Darm in Schwung und wirkt gegen Verstopfung) reagieren

Eine bahnbrechende Studie unter der Leitung von David Berry und Alessandra Riva vom Zentrum für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaften (CeMESS) an der Universität Wien hat das Verständnis von Präbiotika in der Ernährung und der Darmgesundheit erheblich erweitert. 

Die aktuell in Nature Communications veröffentlichte Studie enthüllt die umfassenden und vielfältigen Auswirkungen von Inulin, einem weit verbreiteten Präbiotikum, auf das menschliche Darmmikrobiom. 

Die Wissenschafter*innen sehen in ihrer Methode einen zukunftsweisenden Schritt in Richtung personalisierter Nahrungsergänzungsmittel.

In den vergangenen Jahren haben Präbiotika wie Inulin zunehmend die Aufmerksamkeit der Lebensmittel- und Ergänzungsmittelbranche auf sich gezogen.

  • Präbiotika sind nicht verdauliche Nahrungsbestandteile, die das Wachstum nützlicher Mikroorganismen im Darm fördern. 
  • Inulin, eines der beliebtesten kommerziellen Präbiotika, ist von Natur aus in Lebensmitteln wie Bananen, Weizen, Zwiebeln und Knoblauch reichlich vorhanden. 
  • Wenn wir diese Lebensmittel verzehren, gelangt das Inulin in unseren Dickdarm, wo es von Darmbakterien abgebaut und fermentiert wird.


Studien haben gezeigt, dass Inulin positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben könnte, z. B. eine entzündungshemmende Wirkung und krebshemmende Eigenschaften

Die komplexe Natur des menschlichen Darms, in dem etwa 100 Billionen Mikroben leben, stellt jedoch eine Herausforderung bei der Entschlüsselung der genauen Auswirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln wie Inulin dar.

Innovativer Ansatz zur Verfolgung der Auswirkungen von Inulin

In einer aktuellen Studie unter der Leitung von Forscher*innen der Universität Wien wurden fluoreszenzmarkierte Nanopartikel verwendet, um die Interaktion von Inulin mit Darmbakterien zu verfolgen. Diese mit Inulin gepfropften Nanopartikel ergaben bei der Inkubation mit menschlichen Stuhlproben ein überraschendes Ergebnis: Eine breite Palette von Darmbakterien, weit mehr als bisher angenommen, kann an Inulin binden.

"Die meisten präbiotischen Verbindungen werden nur von einigen wenigen Arten von Mikroben selektiv verwertet", erklärt David Berry, der leitende Forscher. "Wir haben jedoch herausgefunden, dass die Fähigkeit, an Inulin zu binden, in unserer Darmmikrobiota weit verbreitet ist". Mit Hilfe einer hochmodernen Technik zur Identifizierung der Zellen, die aktiv Proteine synthetisieren, entdeckte das Team, dass eine vielfältige Gruppe von Bakterien aktiv auf Inulin reagiert, darunter auch einige Arten denen diese Eigenschaft bisher nicht zugeordnet wurde, etwa Mitglieder der Bakterienklasse der Coriobacteriia.

"Inulin-Nahrungsergänzungsmittel sind seit Jahren auf dem Markt, aber präzise wissenschaftliche Belege zur gesundheitsfördernden Wirkung dieser fehlen bislang", sagt Berry. "Bisher dachten wir, dass Inulin hauptsächlich die Bifidobakterien, die so genannten 'guten Bakterien', anregt, aber jetzt wissen wir, dass die Wirkung von Inulin viel komplexer ist. Unsere Studie ist richtungsweisend für die Zukunft der mikrobiombasierten Medizin: Mit unserer Methode können Nahrungsergänzungsmittel künftig personalisiert, präzise konzipiert und wissenschaftlich fundiert werden."

Die Mikrobiota eines jeden Menschen reagiert anders auf Präbiotika

"Interessanterweise haben wir beim Vergleich von Stuhlproben verschiedener Personen erhebliche Unterschiede in den Mikrobengemeinschaften festgestellt, die auf Inulin reagieren", sagt Alessandra Riva, ebenfalls Leiterin der Studie. "Diese Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig die Berücksichtigung individueller Unterschiede bei der Entwicklung von Ernährungsempfehlungen und mikrobiombasierten Maßnahmen ist", erklärt Riva. Die CeMESS-Forschung trägt nicht nur zu einem besseren Verständnis des präbiotischen Stoffwechsels im menschlichen Verdauungstrakt bei, sondern auch zu einem besseren Rahmen für dessen Untersuchung. "Unser Ansatz zur Markierung und Sortierung von Zellen auf der Grundlage ihrer Stoffwechselaktivität ist relativ neu", erklärt Riva. "Wir hoffen, dass unsere Studie als Rahmen für die künftige Forschung und Entwicklung neuer mikrobiombasierter Therapien dienen kann."

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Prof. Dr. David Berry
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Theresa Bittermann Universität Wien

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Telefon: 0043 / 1 / 4277 - 175 30
Fax: 0043 / 1 / 4277 - 9175
E-Mail-Adresse: veronika.schallhart@univie.ac.at 
Originalpublikation:

Riva, A., Rasoulimehrabani, H., Cruz-Rubio, J. M., Schnorr, S. L., von Baeckmann, C., Inan, D., Nikolov, G., Herbold, C. W., Hausmann, B., Pjevac, P., Schintlmeister, A., Spittler, A., Palatinszky, M., Kadunic, A., Hieger, N., Del Favero, G., von Bergen, M., Jehmlich, N., Watzka, M., Lee, K. S., Wiesenbauer, J., Khadem, S., Viernstein, H., Stocker, R., Wagner, M., Kaiser, C., Richter, A., Kleitz, F., and Berry, D. Identification of inulin-responsive bacteria in the gut microbiota via multi-modal activity-based sorting. Nature Communications 14 (2023).
DOI: 10.1038/s41467-023-43448-z
https://www.nature.com/articles/s41467-023-43448-z

 

Leo Pölzl: Herz-Operation (Aortenklappen, Bypass) + Biomarker Troponin Laborwert: Die Troponin-Werte sensitives kardiales Troponin T, hs-cTnT

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Neuer Grenzwert für Infarkt-Marker Troponin verändert Risikoeinschätzung nach Herz-OP

Innsbrucker Herzchirurgie-Team untersuchte Blutwerte von über 8.000 PatientInnen: 

  • Die Prognose nach einer Herz-Operation wird maßgeblich vom Biomarker Troponin bestimmt. 
  • Dieses Protein kann nach einem Herzinfarkt, aber auch nach einer Bypass- oder Aortenklappen-OP im Serum erhöht sein und markiert das Ausmaß geschädigter Herzmuskelzellen. 

Nun belegen die Ergebnisse einer neuen Studie der Medizinischen Universität Innsbruck, dass der Grenzwert für Troponin für die Sterblichkeit bislang zu niedrig definiert war. 

Der neu berechnete Wert liegt deutlich höher. 

Herzoperation an der Innsbrucker Univ.-Klinik für Herzchirurgie. Herzoperation an der Innsbrucker Univ.-Klinik für Herzchirurgie. David Bullock MedUniIbk/Bullock

Die Bestimmung und Überprüfung von Grenzwerten (Cut-offs) nimmt für Prognose und Therapieentscheidung eine zentrale Rolle ein – so auch in der Herzmedizin. 

Ausgangspunkt für die kritische Überprüfung der Troponin-Grenzwerte durch ein Team der Innsbrucker Univ.-Klinik für Herzchirurgie (Direktor: Michael Grimm) war nicht zuletzt der Diskurs zwischen ExpertInnen aus Herzchirurgie und Kardiologie über die Bedeutung des Biomarkers Troponin für das 30-Tage- und das 5-Jahres-Überleben.

Der im Blut gemessene Troponin-Wert erlaubt Hinweise auf den Untergang von Herzmuskelzellen, wie er infolge eines Herzinfarkts eintritt.  

Troponin kann aber auch nach einer Bypass-OP oder anderen invasiven Eingriffen am Herzen massiv erhöht sein. 

„Auf der Basis bisher geltender Grenzwerte müsste bei jedem zweiten Patienten nach einer Bypass-Operation ein Herzinfarkt diagnostiziert werden – eine Schlussfolgerung, die entscheidenden Einfluss auf die postoperative Prognose und Behandlung hat“, berichtet Can Gollmann-Tepeköylü.

Erhöhte Sterblichkeit erst bei höherer Troponinausschüttung
 

Um die Relevanz des Troponin-Werts für das mit dem Untergang von Herzmuskelzellen zusammenhängende Sterblichkeitsrisiko realistisch beurteilen zu können, haben die Herzchirurgen Can Gollmann-Tepeköylü, Nikolaos Bonaros, Johannes Holfeld und Leo Pölzl die Troponin-Werte (sensitives kardiales Troponin T, hs-cTnT) von 8.292 PatientIn-nen, die in Innsbruck zwischen 2010 und 2020 einer Bypass-, Aortenklappen- oder einer anderen Herz-OP unterzogen worden waren, retrospektiv analysiert. 

Alle Daten wurden vom Zentrallabor der Klinik Innsbruck zur Verfügung gestellt.
In der im Fachjournal Journal of the American College of Cardiology veröffentlichten Studie kommt das Innsbrucker Team zum Schluss, dass die postoperativ gemessenen Troponin T-Grenzwerte zur Bestimmung des Sterblichkeitsrisikos höher liegen als in den aktuellen Definitionen vorgeschlagen wird. 

 „Der von uns neu berechnete Troponin-Wert für das 5-Jahres Überleben liegt um ein Vielfaches höher als der bislang definierte Ausgangswert. 

Das bedeutet, dass derzeitige Definitionen des postoperativen Herzinfarkts schlichtweg falsch sind“, sagt Erstautor Leo Pölzl. 

Die derzeitigen Definitionen zeigen keinen Zusammenhang mit dem 30-Tage Überleben, die neu berechneten jedoch schon.

Diese Ergebnisse lassen weitreichende Auswirkungen auf die Anpassung der Leitlinien erwarten und werden auch in den Diskurs über die Entscheidungsfindung für die Behandlung koronarer Herzerkrankungen einfließen. 

„In jedem Fall geben die Ergebnisse unserer Analyse nun mehr Sicherheit bei der Bewertung von OP-Ergebnissen“, betont Klinikdirek-tor Michael Grimm.

Das Team der Innsbrucker Herzchirurgie sieht zudem auch die Notwendigkeit individualisierter Troponin-Grenzwerte. 

Ziel ist es, angepasste, auf den Patienten und die Patientin zugeschnittene Cut-offs zu definieren, die sich an Kriterien wie der Herzmuskelmasse oder dem Geschlecht orientieren. 

Bis zu 80 Prozent des Bypass-Kollektivs sind Männer,.
Frauen haben oft andere, diffusere Gewebsveränderungen und auch genuine Nachteile, die es bei Bypass-Operationen zu berücksichtigen gilt. 

Eine Folgestudie nach Genderkriterien ist bereits in Planung.


Originalpublikation:

Association of High-Sensitivity Cardiac Troponin T With 30-Day and 5-Year Mortality After Cardiac Surgery.
https://doi.org/10.1016/j.jacc.2023.07.011

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Doris Heidegger Medizinische Universität Innsbruck

Innrain 52
6020 Innsbruck
Österreich
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Doris Heidegger
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Die Anamnesebogen neu: Therapie: Das „vertiefte Lesen“, auch „Deep Reading“ von Bücher ist Ihre Gesundheit.....!

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: 

Bücherlesen in der zweiten Lebenshälfte 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachlink: Gesundheit zum Lesen 

Das Leseverhalten von Kindern und Jugendlichen steht regelmäßig im Fokus, insbesondere dann, wenn gerade wieder internationale Studien deutschen Schüler*innen mangelnde Lesekompetenzen attestieren. Doch wie viele Bücher werden in der zweiten Lebenshälfte gelesen? 

Und gibt es Zusammenhänge mit Aspekten eines guten Lebens im Alter?

Mit Daten des Deutschen Alterssurveys wurde untersucht, wie viele Bücher die 46- bis 85-Jährigen in den vorangegangenen zwölf Monaten gelesen haben. 

Es zeigte sich, dass mehr als zwei Fünftel (41,7 Prozent) 6 Bücher und mehr gelesen hatte. 

Auch konnte festgestellt werden, dass die durchschnittlich gelesene Zahl der Bücher in den letzten 20 Jahren nicht abgenommen hat. Von einer Krise des Lesens kann in dieser Altersgruppe also keine Rede sein.

  • Zudem zeigte sich, dass Menschen, die vergleichsweise viele Bücher gelesen haben, eher von häufigen positiven Emotionen berichteten und ihre Gesundheit besser einschätzten als Menschen, die gar nicht lasen. 
  • So gaben fast 86 Prozent der „Viel-Leser*innen“ an, häufige positive Gefühle zu erleben und über 63 Prozent in dieser Gruppe schätzten ihre Gesundheit gut oder sehr gut ein.

Diese Ergebnisse sind mit Vorsicht zu betrachten, da die Wirkrichtung hier nicht abgebildet werden konnte, das heißt, dass nicht zwingend das Bücherlesen Emotionen und Gesundheitsempfinden positiv beeinflusst, sondern es auch sein könnte, dass Menschen, die sich wohl und gesund fühlen, mehr lesen.

  • Studien aus anderen Ländern legen jedoch nahe, dass das Lesen von Büchern sich sehr wohl positiv auf verschiedene Aspekte eines guten Alterns auswirken kann. 
  • Dabei spielt scheinbar das „vertiefte Lesen“, auch „Deep Reading“ genannt, eine entscheidende Rolle, bei dem sich die/der Leser*in empathisch und emotional auf das Gelesene einlässt – im Gegensatz zu dem oft flüchtigen Lesen in digitalen Medien.

CAVE: 

Wenn sich der Befund erhärtet, dass das Lesen von Büchern für die Lebensqualität in der zweiten Lebenshälfte förderlich ist, sollte es Interventionen geben, um Lesen auch in dieser Lebensphase besser zu fördern und zu ermöglichen: 

Durch Aufrechterhaltung bzw. Förderung von Bibliotheksangeboten sowie von Bücherbussen und Onlineangeboten, oder durch Lesepatenschaften, bei denen ältere Menschen Kinder und Jugendliche beim Lesenlernen unterstützen und durch ihr Engagement selbst sozial eingebunden werden.

Die detaillierten Ergebnisse sind nachzulesen in: Hartmann, S., Klasen, L., Keller, N., & Huxhold, O. (2023). Bücher lesen in der zweiten Lebenshälfte: Welche Zusammenhänge gibt es mit Aspekten von Lebensqualität und Gesundheit? [DZA Aktuell 04/2023]. Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen.

Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) ist eine repräsentative Quer- und Längsschnittbefragung von Personen in der zweiten Lebenshälfte. 

Im Rahmen der Studie werden seit mehr als zwei Jahrzehnten Menschen auf ihrem Weg ins höhere und hohe Alter regelmäßig befragt. 

Der Deutsche Alterssurvey wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

 https://www.dza.de/fileadmin/dza/Bilder/Pressebilder/PM_Abb_DZAAktuell_04_2023_Lesen.JPG

 

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