Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

Virtual Reality-Brille: Raucherentwöhnung: Drogenentwöhnung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Rauchentwöhnung mit Virtual Reality

WissenschaftlerInnen der Universität Siegen entwickeln eine Virtual Reality-Anwendung, die RaucherInnen dabei unterstützen soll, ihre Sucht zu überwinden. 
 
  • Mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland raucht. 

Tabak ist bei uns beliebter und stärker verbreitet, als jede andere Droge. 

Gleichzeitig zählt er zu den gefährlichsten Drogen in Deutschland:

  • Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr mehr als 5 Millionen Raucher an den Folgen ihrer Nikotinsucht. 

WissenschaftlerInnen des Forschungskollegs der Universität Siegen (FoKoS) gehen jetzt neue Wege, um Betroffenen dabei zu helfen, ihre Sucht zu überwinden.

Im Forschungsprojekt ANTARES entwickeln sie eine Virtual Reality-Anwendung, mit der RaucherInnen trainieren können, dem Drang zur Zigarette zu wiederstehen.




Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Tanja Eiler hat eine erste Testversion der Anwendung programmiert.




Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Tanja Eiler hat eine erste Testversion der Anwendung programmiert. Universität Siegen

Mithilfe einer Virtual Reality-Brille sollen die Teilnehmenden bei der Therapie in eine virtuelle, künstliche Welt eintauchen.

Ihnen werden dort verschiedene Objekte vorgeführt: solche, die mit dem Rauchen verbunden sind, wie etwa ein Feuerzeug, ein Aschenbecher oder auch eine Zigarette – und solche, die nichts mit dem Rauchen zu tun haben, beispielsweise eine Blume oder eine Zahnbürste.

Mit einem Joystick müssen die RaucherInnen nun ähnlich wie bei einem Computerspiel die nikotinbezogenen Objekte von sich wegschieben und so optisch verkleinern, die übrigen Objekte dagegen zu sich heranziehen und so vergrößern.

„Aus früheren Studien wissen wir bereits, dass ein solches Training – auch bekannt als ,Approach-Avoidance-Training‘ – am Computer einen kleinen Effekt auf das Rauchen haben kann“, erklärt Psychologie-Professor Dr. Tim Klucken aus dem Projektteam. Im Rahmen von ANTARES möchten er und seine KollegInnen nun herausfinden, ob die Wirkung des Trainings durch die virtuelle Realität gesteigert werden kann. „Man taucht mit Hilfe der Virtual Reality-Brille komplett in eine andere Welt ein. Die emotionale Ebene wird daher viel stärker angesprochen, als wenn man vor dem klassischen Desktop-Computer sitzt. Viele Potenziale zur Stärkung von Therapieeffekten durch virtuelle Realität sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht“, sagt FoKoS-Direktor Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves, der mit seinem Forschungsteam ebenfalls an dem Projekt beteiligt ist.

Anders als viele herkömmliche Nikotintherapien zielt die neue Therapieform nicht nur auf das sogenannte reflexive System im Menschen ab, sondern auf das impulsive, emotionale System. 

  • Es geht also nicht allein darum, sich anhand rationaler Argumente bewusst zu machen, warum es besser wäre, mit dem Rauchen aufzuhören. 
Die Teilnehmenden sollen darüber hinaus auch lernen, den Impuls, zu rauchen, besser zu kontrollieren. „Bei Sucht ist das impulsive System viel wichtiger, als das reflexive“, erklärt Psycholgie-Professor Klucken.

„Menschen greifen plötzlich, ganz impulsiv zur Zigarette, zum Beispiel, weil sie Stress oder sich gestritten haben.“

Ideal wäre aus Sicht der Siegener WissenschaftlerInnen eine Kombination aus „herkömmlichen“ Therapieverfahren und der Virtual Reality-Therapie. „Unsere Anwendung ist allein sicherlich keine Wunderwaffe. Aber in Kombination mit bekannten Raucherprogrammen könnte sie Raucherinnen und Rauchern besser helfen, ihre Sucht zu therapieren“, hofft Klucken. Ergänzend zu der Virtual Reality-Anwendung entwickeln er und seine KollegInnen auch eine Smartphone-App, die auf dem „Approach-Avoidance-Training“ basiert. So können die NutzerInnen die Therapie bei Bedarf auch im Alltag und an verschiedenen Orten jederzeit anwenden.

Aktuell sind die WissenschaftlerInnen dabei, verschiedene Varianten des Virtual Reality-Trainings zu programmieren. Diesen Part übernimmt im Rahmen des Projektes der Lehrstuhl für Medizinische Informatik und Mikrosystementwurf unter Leitung von Prof. Dr. Rainer Brück. Im nächsten Schritt werden Prof. Niehaves und sein Team untersuchen, welche Version von den NutzerInnen am besten akzeptiert wird. Diese Version soll anschließend zum Einsatz kommen, um das Training mit Raucherinnen und Rauchern durchzuführen und zu evaluieren. An dieser praktischen Testphase ist auch das Kreisklinikum Siegen beteiligt. Prof. Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann begleitet das Gesamtprojekt unter ethischen Gesichtspunkten.




Mithilfe einer Virtual Reality-Brille und Joysticks sollen RaucherInnen trainieren, dem Drang zur Zigarette zu wiederstehen.

Mithilfe einer Virtual Reality-Brille und Joysticks sollen RaucherInnen trainieren, dem Drang zur Zigarette zu wiederstehen. Universität Siegen

Hintergrund:
Das Projekt ANTARES („Breitenwirksame Substanzabhängigkeitstherapie in der digitalen Gesellschaft mittels Virtual Reality-basierten Systemen“) ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt am Forschungskolleg (FoKoS) der Universität Siegen. Es läuft noch bis Januar 2021 und wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein- Westfalen mit über 400.000 Euro gefördert.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com













Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Prof. Dr. Tim Klucken (Lehrstuhl für Klinische Psychologie)
E-Mail: Tim.Klucken@psychologie.uni-siegen.de
Tel.: 0271-740 4106

Tanja Hoffmann M.A. Universität Siegen
Telefon: 0271 7404855
E-Mail-Adresse: hoffmann@presse.uni-siegen.de

 

CAVE: Belohnungssysteme im Gehirn: Stoffwechselerkrankung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wunschdenken wird belohnt

Urteile fällen wir ganz rational oder „aus dem Bauch“ heraus. 

Dabei spielen nicht nur Erfahrungswerte und relevante Informationen, sondern auch unsere Vorlieben eine bedeutende Rolle. 

Eine Studie des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung in Köln zeigt, wie das Belohnungssystem im Gehirn von eigenen Wünschen gefärbte Urteilsbildungen vermittelt. 

Werden unsere Urteile von unseren Wünschen beeinflußt?
 Werden unsere Urteile von unseren Wünschen beeinflußt?  GettyImages


  • „Bei komplexen, unübersichtlichen Sachverhalten laufen wir Gefahr, ein verzerrtes Urteil zu fällen, sobald wir eine Schlussfolgerung gegenüber einer anderen bevorzugen.“, erklärt Dr. Bojana Kuzmanovic, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung in Köln. 

In ihrer Arbeit hat sie untersucht, wie die Urteilsbildung der Menschen von ihrem Wunschdenken beeinflusst wird.

In einer Studie wurden freiwillige Teilnehmer gebeten, das durchschnittliche und das eigene Risiko für unterschiedliche negative Ereignisse zu schätzen. Anschließend erfuhren sie das tatsächliche durchschnittliche Risiko und konnten ihre eigene Risikoschätzung entsprechend anpassen. Waren die tatsächlichen Durchschnittsrisiken wünschenswert (also geringer als anfangs von den Probanden geschätzt), wurden diese stärker bei der Urteilsanpassung berücksichtigt als nicht-wünschenswerte Statistiken (solche, die höhere Risiken als erwartet anzeigten).

An einem Beispiel erklärt Kuzmanovic das Phänomen wie folgt: „Indem wir unliebsame Informationen ignorieren, vermeiden wir bedrohliche Schlussfolgerungen. Beispielsweise könnten wir die Bundesstatistik, die uns ein höheres Risiko für einen Herzinfarkt anzeigt, vernachlässigen, weil wir denken, dass wir einen besonders gesunden Lebensstil haben.“

Während die Studienteilnehmer die Befragung durchführten, erfassten die Wissenschaftler die Gehirnaktivität mit Hilfe eines Magnetresonanztomographen.

  • Sie konnten feststellen, dass präferierte Urteile Hirnregionen aktivieren, die ansonsten besonders stark auf Belohnungen wie Essen oder Geld reagieren. 

Darüber hinaus konnten die Wissenschaftler erstmals zeigen, dass das Belohnungssystem wiederum andere Hirnregionen beeinflusste, die an Schlussfolgerungsprozessen beteiligt sind. 

  • Je stärker dieser neuronale Einfluss war, desto stärker waren die Urteile der Studienteilnehmer von ihren Wünschen bestimmt.

Unsere Wünsche und Vorlieben beeinflussen also unsere Urteilsbildung, ohne dass wir es bewusst merken. 

  • Dieselben Gehirnsysteme, die unsere Bemühungen um die Maximierung von Belohnungen wie Essen und Geld verstärken, würden auch spezifische Strategien zur Konstruktion von Urteilen verstärken. 

Dr. Marc Tittgemeyer, der die Studie geleitet hat, fügt hinzu: 

„Der Einfluss der Präferenzen ist unabhängig von der Expertise.  

Von diesem angenehmen Selbstverstärkungseffekt können wir profitieren, solange unsere Urteile keine schwerwiegenden Folgen haben. 

Wenn wir jedoch wichtige Entscheidungen treffen, sollten wir uns unserer Neigung zur verzerrten Urteilsbildung bewusst sein und Strategien zur Erhöhung der Objektivität anwenden.“

Die Forscher wollen als Nächstes untersuchen, ob diese und andere belohnungsabhängigen Verhaltensweisen bei Patienten mit Stoffwechselerkrankungen anders ausgeprägt sind als bei gesunden Personen. 

Belohnungsabhängige Hirnschaltungen sind eng mit homöostatischen Schaltungen verknüpft, die den Energiebedarf und den Stoffwechsel basierend auf Sättigungs- und Hungersignalen regeln.

Wenn also die homöostatischen Netzwerke durch Erkrankungen verändert werden, könnte sich dies auch auf das belohnungsabhängige Hirnareale auswirken und beispielsweise zu impulsiverem Verhalten führen.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com










Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Dr. Marc Tittgemeyer
Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung, Köln
Tel.: +49 (0)221 47260 215
E-Mail: tittgemeyer@sf.mpg.de

Dr. Annegret Burkert Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung

Gleueler Straße 50
50866 Köln
Deutschland
Nordrhein-Westfalen
E-Mail-Adresse: info@sf.mpg.de

Dr. Maren Berghoff
Telefon: 022137970207
E-Mail-Adresse: maren.berghoff@sf.mpg.de


Originalpublikation:
Bojana Kuzmanovic, Lionel Rigoux, Marc Tittgemeyer: Influence of vmPFC on dmPFC Predicts Valence-Guided Belief Formation. The Journal of Neuroscience, 2018; 0266-18

CAVE - Studieneinladung: CUP - Krebs bei unbekanntem Primärtumor

Medizin am Abend Berlin Fazit: Klinische Studie zum CUP-Syndrom: Wie wirksam sind zielgerichtete Therapien?

Heidelberger Wissenschaftler und Ärzte untersuchen die Sicherheit und Wirksamkeit einer molekular zielgerichteten Behandlung im Vergleich zur herkömmlichen Chemotherapie bei Patienten mit CUP-Syndrom. 

Die Studie wird in 23 Ländern mit 790 Patienten durchgeführt. 

In Deutschland sind 13 Zentren beteiligt. 

Teilnehmen können seit dem 15. November auch Patienten in Heidelberg und Umgebung, die den Kriterien zur Aufnahme entsprechen. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThemad: Die Geburten  


Das NCT Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Deutschen Krebshilfe. 

 
  • Bei drei bis fünf von hundert Tumorpatienten entdecken Ärzte Krebszellen im Körper, ohne aber den eigentlichen Krebsherd zu finden. 

Wird der Ausgangstumor auch nach eingehender Untersuchung nicht gefunden, sprechen Fachleute von "Krebs bei unbekanntem Primärtumor". 

Die Abkürzung CUP steht für das englische "Cancer of Unknown Primary" und hat sich auch in Deutschland eingebürgert. Obwohl der medizinische Fortschritt in den letzten Jahrzehnten neue und verfeinerte Diagnoseverfahren hervorgebracht hat, ist über die Biologie dieser Erkrankungen weiterhin nur wenig bekannt. Dementsprechend lässt sich das CUP-Syndrom vergleichsweise schwierig behandeln und hat häufig eine schlechte Prognose.

"Während bei den meisten Tumorerkrankungen mit bekanntem Primärtumor Therapieempfehlungen durch zahlreiche große klinische Studien abgesichert sind, existieren kaum solche Untersuchungen für das CUP-Syndrom", berichtet Alwin Krämer, Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Molekulare Hämatologie/Onkologie von der Medizinischen Klinik V des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Mit einer großen internationalen Studie erhoffen sich die Wissenschaftler nun neue Erkenntnisse für bessere Behandlungswege bei Patienten mit CUP-Syndrom. Studienleiter Krämer untersucht zusammen mit Kollegen vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, dem DKFZ und dem UKHD, ob zielgerichtete Medikamente und Immuntherapien einer konventionellen Chemotherapie beim CUP-Syndrom überlegen sind. Seit April 2018 wird die Studie an über 100 Prüfzentren in 23 Ländern durchgeführt. Insgesamt werden 790 Patienten eingeschlossen.

  • Das Studienprotokoll sieht vor, dass die Teilnehmer zunächst drei Zyklen einer platinhaltigen Chemotherapie erhalten. 

Die Patienten, bei denen der Tumor durch diese Behandlung zurückgeht oder zumindest der Zustand stabil bleibt, werden zufallsbasiert auf zwei Gruppen aufgeteilt.

Dreiviertel der Patienten erhält eine molekulare Therapie. 

Bei ihnen wird das Erbgut der Metastasen sequenziert. 

Genveränderungen, die mit dieser Methode gefunden werden können, geben den Ärzten Anhaltspunkte für zielgerichtete Behandlungsmöglichkeiten.

Zu den Therapieverfahren, die in der Studie eingesetzt werden, gehören zehn zielgerichtete Medikamente und zwei Immuntherapien.

Ein Viertel der Patienten erhält zum Vergleich weitere drei Zyklen der Standard-Chemotherapie.

Insgesamt beläuft sich die Dauer der Studie auf etwa 48 Monate.

Teilnahmebedingungen
An der Studie können Patienten mit inoperablem, nicht chemotherapeutisch vorbehandeltem CUP-Syndrom teilnehmen. Über den Einschluss entscheidet der Studienarzt.

Start der Studie in Heidelberg: November 2018

Finanzierung
Die Studie wird durch F. Hoffmann-La Roche AG finanziert.


Kontakt für Patienten und Zuweiser:
Marie-Christin Vollmer
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) und Medizinische Klinik V, Universitätsklinikum Heidelberg Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg
Tel.: 06221-56-37116
Fax: 06221-56-8069
Email: marie-christin.vollmer@nct-heidelberg.de

Informationsblatt "Klinische Studien: Was muss ich wissen?" des Krebsinformationsdienstes

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachlink: Studienzugang  



Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com



















Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Dr. Friederike Fellenberg
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 460
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 56-5930
Fax: +49 6221 56-5350
E-Mail: friederike.fellenberg@nct-heidelberg.de
www.nct-heidelberg.de



Stephanie Hoffmann
Telefon: +49 (0) 6221 563 4703
E-Mail-Adresse: stephanie.hoffmann@nct-heidelberg.de


Dr. Sibylle Kohlstädt
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 42-2843
Fax: +49 6221 42-2968
E-Mail: s.kohlstaedt@dkfz.de
www.dkfz.de

Doris Rübsam-Brodkorb
Universitätsklinikum Heidelberg und Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 56-5052
Fax: +49 6221 56-4544
E-Mail: doris.ruebsam-brodkorb@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg, der Medizinischen Fakultät Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist es, vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung möglichst schnell in die Klinik zu übertragen und damit den Patienten zugutekommen zu lassen. Dies gilt sowohl für die Diagnose als auch die Behandlung, in der Nachsorge oder der Prävention. Die Tumorambulanz ist das Herzstück des NCT. Hier profitieren die Patienten von einem individuellen Therapieplan, den fachübergreifende Expertenrunden, die sogenannten Tumorboards, zeitnah erstellen. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet den Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT ist somit eine richtungsweisende Plattform zur Übertragung neuer Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik. Das NCT kooperiert mit Selbsthilfegruppen und unterstützt diese in ihrer Arbeit. In Dresden wird seit 2015 ein Partnerstandort des NCT Heidelberg aufgebaut.

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit fast 2.000 Betten werden jährlich rund 65.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Heidelberg das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg etabliert, das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.700 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.nct-heidelberg.de

Medizin am Abend Berlin TEAM Fortbildung: VOR ORT http://www.individual-med-publishing.de/

Medizin am Abend Berlin Fazit: http://www.individual-med-publishing.de/
















 

Rhythmische Massage, psychoonkologische Intervention, Heileurythmie, pflegerische Anwendungen

Medizin am  Abend Berlin Fazit: Integrativ gegen Brustkrebs

Die Nachfrage nach integrativen Ansätzen in der Krebstherapie ist nach wie vor hoch. 

Immer mehr Zentren machen heute integrative Angebote. 

  • Wichtig ist allerdings, diese komplementären Verfahren strukturiert in die konventionelle Onkologie einzubinden. 

Das ist bisher jedoch eher die Ausnahme als die Regel. 

Anders sieht es in der Anthroposophischen Medizin aus: 

In einer neuen Studie konnte am Beispiel des zertifizierten Brustkrebszentrums am anthroposophischen Krankenhaus Havelhöhe gezeigt werden, wie sich integrative Ansätze von Anfang an erfolgreich in ein onkologisches Therapiekonzept einbinden lassen. 
 
Die integrative Perspektive ist aus der Krebstherapie nicht mehr wegzudenken.

Immer mehr Zentren und onkologische Praxen bieten integrativmedizinische Elemente an – einige mehr, andere weniger. Bisher liegen jedoch kaum belastbare Zahlen vor. Nun wurde erstmalig in einer wissenschaftlichen Auswertung aufgezeigt, wie integrative Ansätze in einem modernen, zertifizierten Brustkrebszentrum umgesetzt werden können.

„Für das Brustzentrum am anthroposophischen Krankenhaus Havelhöhe haben wir gezeigt, dass das Zentrum auf höchstem medizinischen Niveau arbeitet und gleichzeitig den Bedürfnissen der Patientinnen nach einer ganzheitlich ausgerichteten Therapie gerecht werden kann“, erläutert Dr. med. Friedemann Schad, Erstautor der Studie und Leiter des Onkologischen Zentrums am Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe.

Das Onkologische Zentrum ist von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) für die drei Tumorarten Brust-, Darm- und Lungenkrebs zertifiziert. Ein viertes Organzentrum für gynäkologische Onkologie ist im Aufbau.

Zum integrativen Therapiekonzept in Havelhöhe gehören neben der leitliniengestützten Therapie verschiedene komplementäre Verfahren wie Psychoonkologie, spezifische pflegerische Anwendungen, Kunsttherapie sowie die Bewegungstherapie Heileurythmie und Rhythmische Massagen.

Aufeinander abgestimmtes Therapieangebot

Die Nachfrage nach integrativer Medizin steigt. Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als zwei Drittel der Krebspatienten zusätzlich komplementäre Verfahren in Anspruch nehmen. Meist sind diese zusätzlichen Therapien jedoch nicht in die „normale“ Behandlung eingebunden.

Anders setzt die Anthroposophische Medizin an, die darauf basiert, komplementäre und konventionelle Ansätze miteinander zu verknüpfen. „Heute reden viele von Integrativer Medizin, meinen damit aber nicht unbedingt ein abgestimmtes Therapiekonzept. Oder anders formuliert: Ein einzelner Bewegungskurs, der in einem Krebszentrum angeboten wird, macht eben noch keine echte Integrative Medizin aus. In den anthroposophischen Kliniken geht es aber gerade darum: Wir beziehen komplementäre Ansätze von Anfang an strukturiert in die Therapie mit ein, so dass die Patienten eine umfassende Behandlung als Gesamtkonzept bekommen“, kommentiert Schad.

Umfassendes Therapieangebot

Die Autoren fassen zusammen: Im nationalen Vergleich zu 275 zertifizierten deutschen Brustzentren erfüllte das Havelhöher Brustzentrum zentrale Anforderungen, die von der DKG festgelegt wurden – wie zum Beispiel psychoonkologische Betreuung, brusterhaltende Operationen oder auch Teilnahme der PatientInnen an Studien.

Die jetzt veröffentlichen Daten wurden am Brustkrebszentrum in Havelhöhe, das von Dr. Cornelia Herbstreit geleitet wird, erhoben. Für die Studie wurden Daten von 739 Personen ausgewertet. Die Auswertung zeigte, dass 96 Prozent der PatientInnen das integrative Angebot im Rahmen ihres stationären Aufenthaltes bei der Erstdiagnose in Anspruch nahmen:  

Rhythmische Massage (97%), psychoonkologische Interventionen (95%), Heileurythmie (89%), pflegerische Anwendungen wie Einreibungen oder Wickel sowie Kunsttherapie (78%).

„Das Krankenhaus Havelhöhe ist wohl die einzige Klinik mit einem zertifizierten Onkologischen Zentrum, das in diesem Ausmaß zusätzlich komplementäre Verfahren in die Behandlung integriert“, so Schad weiter, der außerdem Mitglied des Tumorzentrums Berlin, Mitbegründer des Forschungsinstitutes Havelhöhe und Leiter des Netzwerks Onkologie ist.

„Dass diese Ansätze sehr gut in den medizinischen Alltag in einem Brustzentrum implementiert werden können, konnten wir mit dieser Arbeit klar zeigen.“

Weitere Schritte sollen folgen, so die Forscher, erste Auswertungen zur Lebensqualität sind bereits publiziert:

„In den aktuellen Leitlinien zur Krebstherapie spielen integrative Ansätze (noch) keine Rolle. 

Deshalb sollten wir weiter an einer systematischen Evaluation dieser Versorgungskonzepte arbeiten.“


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com













Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland e.V. (DAMiD)
Natascha Hövener

Axel-Springer-Str. 54 b, 10117 Berlin

Telefon 030-28 87 70 96
E-Mail: hoevener@damid.de


Originalpublikation:
Original-Publikation: Schad F, Thronicke A, Merkle A, Steele Megan L, Kröz M, Herbstreit C, Matthes H: Implementation of an Integrative Oncological Concept in the Daily Care of a German Certified Breast Cancer Center. Complementary Medicine Research 2018; 25: 85-91: https://doi.org/10.1159/000478655