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CAVE: Nutzung von Smartphones in Berufs- und Privatleben - Selbstkontrollfähigkeit

Medizin am Abend Berlin Fazit: Niedrige Selbstkontrolle beeinflusst Smartphone-Gebrauch

Die breite Nutzung von Smartphones in Berufs- und Privatleben führt zu nie dagewesener Vernetzung zwischen den Menschen. 

Neben den Möglichkeiten, die das Smartphone bietet, gibt es aber auch Nebenwirkungen wie Ablenkung am Steuer oder bei der Arbeit. 

Berner Forschende zeigen nun, dass Persönlichkeitsunterschiede in der Fähigkeit zur Selbstkontrolle erklären können, ob Menschen unmittelbar auf Smartphone-Signale reagieren. 
 
Wer ein Smartphone besitzt, weiss: 

Dutzende Mal pro Tag empfangen wir Chatmitteilungen, Push-Nachrichten der Zeitungs-App oder Anrufe.

Oft stören die Mitteilungen oder Anrufe unsere Konzentration bei der jeweils aktuellen Tätigkeit, sei es im beruflichen Kontext oder etwa beim Autofahren.  

Es ist wichtig zu verstehen, welche Motivationen dazu führen, dass Menschen unmittelbar auf ein Signal reagieren und ihr Smartphone zücken.

Ablenkung durch Smartphones ist eine Frage der Persönlichkeit

In einer neuen Untersuchung zeigt ein interdisziplinäres Team der Universität Bern, bestehend aus Prof. Dr. Sebastian Berger und Annika Wyss vom Institut für Organisation und Personal sowie Prof. Dr. Daria Knoch von der Abteilung Sozialpsychologie und Soziale Neurowissenschaft am Institut für Psychologie, dass Personen mit niedriger Fähigkeit zur Selbstkontrolle eher dazu neigen, unmittelbar auf Signaltöne des Smartphones zu reagieren.

Für ihre Studie setzten die Forschenden auf eine etablierte Methode aus der Psychologie: Sie luden 108 Testpersonen ein, an einem «Experience-Sampling» teilzunehmen. Dies ist eine Methode, bei der die Testpersonen mehrfach täglich eine Nachricht auf das Smartphone erhalten, um einige Fragen zur aktuellen Befindlichkeit zu beantworten. Im konkreten Fall ging es um Konsumerfahrungen. Das eigentliche Ziel des Forscherteams war es jedoch, die Zeit zu messen, wie lange eine Person benötigt, um auf die Nachricht zu reagieren. Von insgesamt 1‘620 Signalen in der Studie (15 pro Testperson, verteilt über 3 Tage) wurden 1‘493 beantwortet. Hiervon wurden 335 innerhalb der ersten Minute beantwortet. Kernaspekt der Studie war, die Antwortzeiten mit der Fähigkeit zur Selbstkontrolle der Testpersonen zu verlinken, welche durch standardisierte Tests sieben Wochen zuvor gemessen worden war.

Die Analyse zeigt Folgendes: Personen mit geringerer Selbstkontrolle fiel es deutlich schwerer, nicht unmittelbar auf das Smartphone-Signal zu reagieren. Dieser Effekt blieb stabil, selbst wenn man eine Reihe von weiteren Persönlichkeitsmerkmalen ebenfalls in das statistische Modell miteinbezieht. «Selbstkontrolle misst die Fähigkeit, Kontrolle über einen Impuls zu bewahren», erklärt Daria Knoch.

«Diese ist nötig, um das Bedürfnis, auf die Nachricht zu reagieren zu vertagen, etwa auf wenn die Arbeit getan ist oder das Auto sicher an den Zielort gelenkt wurde», so die Neurowissenschaftlerin.
Interessanterweise ist die Ausprägung der Fähigkeit zur Selbstkontrolle nicht dazu geeignet, Unterschiede in der Reaktionszeit der Antworten zu erklären. «Der Grad der Selbstkontrolle kann nicht erklären, warum eine Person nach 11 oder 12 Minuten antwortet», erklärt Annika Wyss, «ein niedriger Grad eignet sich aber als Diagnostikinstrument, um unmittelbare Antworten zu erklären».

«Bei der Erforschung der Nebenwirkungen von Smartphone-Nutzung ist es zunächst wichtig zu verstehen, welche psychologischen Faktoren dazu führen, dass die smarten Begleiter so oft in risikoreichen Situationen verwendet werden.

Mit der Selbstkontrollfähigkeit haben wir nun einen dieser Prozesse identifiziert», fasst Studienleiter Sebastian Berger die Ergebnisse zusammen. «Auch in dieser Studie zeigt sich wieder der Nutzen interdisziplinärer Forschung», so Berger weiter. Betriebswirtinnen und Betriebswirte, die daran interessiert seien, möglichst gute Arbeitsbedingungen zu gestalten, seien beispielsweise auf die Grundlagenforschung aus der Neurowissenschaft angewiesen. So könnten die Studienergebnisse herangezogen werden, wenn man etwa darüber diskutieren wolle, ob es als Unternehmen sinnvoll sei, Smartphones an alle Mitarbeitenden abzugeben oder ob beispielsweise Emails nach Feierabend nicht mehr auf die Handys der Mitarbeitenden gepusht werden sollten.

Angaben zur Publikation:
Sebastian Berger, Annika Wyss & Daria Knoch: Low self-control capacity is associated with immediate responses to smartphone signals, Computers in Human Behavior, 2018, in press, https://doi.org/10.1016/j.chb.2018.04.031

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KalziumMangel: Schilddrüsenwerte prüfen....

Medizin am Abend Berlin Fazit: Schilddrüsenerkrankungen: Vor einer Operation sollten verschiedene Fachärzte das Organ untersuchen

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als hunderttausend Menschen an der Schilddrüse operiert. 

Für viele Schilddrüsenerkrankungen ist es die beste und sogar die einzige Behandlungsmöglichkeit. 

Warum sich Patienten interdisziplinär, also von verschiedenen Fachärzten, untersuchen, beraten und behandeln lassen sollten, bevor die Entscheidung zur Operation fällt, darüber sprach eine Expertin auf der Pressekonferenz anlässlich der 89. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO KHC) am 8. Mai in Lübeck. 
 
Etwa 30 Prozent der deutschen Bevölkerung sind an der Schilddrüse erkrankt. 

Das kleine Organ auf Höhe der Luftröhre direkt unterhalb des Kehlkopfs produziert dann hierbei nicht selten zu viel oder zu wenig Hormone. „Schilddrüsenhormone sind an der Aufrechterhaltung verschiedener lebensnotwendiger Körperfunktionen beteiligt“, erläutert Privatdozentin Dr. med. Magis Mandapathil von der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde Asklepios St. Georg (Hamburg) im Vorfeld der 89. Jahrestagung.

  • „Störungen haben unter anderem Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel und den körperlichen Antrieb.“

Häufig ist den Betroffenen nicht bewusst, dass sie an der Schilddrüse erkrankt sind. 

„Die Diagnose wird meist anlässlich einer Routineuntersuchung beim Hausarzt oder bei einer Blutuntersuchung gestellt“, berichtet Dr. Mandapathil. Die Ärzte überweisen die Patienten dann an einen Facharzt, der sie über die weiteren Behandlungsmöglichkeiten informiert. „Erkrankungen der Schilddrüse können sehr komplex sein. Sie fallen daher in die Zuständigkeit verschiedener Fachärzte“, erklärt die Expertin. Endokrinologen können medikamentös eine Unterfunktion oder Überfunktion des Organs einstellen. Nuklearmediziner können die Hormonproduktion durch Radiojod auf Dauer stoppen. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Allgemeinchirurgen sind besonders gefragt, wenn eine vergrößerte Schilddrüse Beschwerden beim Schlucken und Atmen macht, andere Therapieoptionen versagen oder der Verdacht auf eine Krebserkrankung besteht. Dann sind auch Pathologen, Strahlentherapeuten und Onkologen an der Betreuung beteiligt.

In vielen Städten haben sich Schilddrüsenzentren gebildet, in denen Experten aller Fachbereiche zusammenarbeiten. „Eine solche Kooperation ermöglicht eine sorgfältige und zielgerichtete Diagnostik von Schilddrüsenerkrankungen,“ so Dr. Mandapathil. Besonders wichtig sei dies, wenn eine Operation erwogen wird. In Deutschland ist dies am häufigsten bei einer durch Knotenbildung vergrößerten Schilddrüse der Fall. 

Seltener bei einem Morbus Basedow oder Schilddrüsenkrebs.

„Die Operation sollte am besten an einem Schilddrüsenzentrum von einem erfahrenen Operateur erfolgen“, betont Dr. Mandapathil. So können Komplikationen vermieden werden, die oft lebenslange Folgen haben, wie beispielsweise eine Verletzung des Stimmbandnervens. Diese kann eine dauerhafte Heiserkeit, den Verlust der Stimmhöhe oder eine schnelle Stimmermüdung bis hin zur Atemnot zur Folge haben. Bei einer Verletzung der Nebenschilddrüsen kann es zu einem Kalziummangel kommen. Insbesondere bei der chirurgischen Behandlung von Schilddrüsenkrebs, welche stets stadien- und tumorgerecht den aktuellen Leitlinien entsprechend zu erfolgen hat, kann bedingt durch die Ausdehnung des Tumors in die benachbarten Strukturen, wie der Luftröhre, Kehlkopf, der Speiseröhre oder Stimmbandnerven, oder der Absiedlung von Tumorzellen in den seitlichen Hals eine chirurgische Kooperation von Allgemeinchirurgen und Hals-Nasen-Ohren-Ärzten in der prä-, intra- und postoperativen Versorgung der Patienten essentiell zur Erzielung optimaler Ergebnisse sein.

Die Erfahrung des Chirurgen ist besonders gefragt, wenn moderne Operationstechniken eine spätere Narbe am Hals vermeiden sollen. Hierzu wurden in den letzten Jahren verschiedene Techniken entwickelt. Dr. Mandapathil erklärt: „Die Operation kann heute in ausgewählten Fällen von der Achsel aus, über einen Schnitt hinter dem Ohr oder sogar durch die Mundhöhle mittels Endoskopen oder einem Operationsrobotor erfolgen und für ein tadelloses kosmetisches Ergebnis sorgen. „Doch auch hier sollten die Sicherheit des Patienten und der Therapieerfolg immer an erster Stelle stehen“, so Dr. Mandapathil.Auch diese neuen alternativen Verfahren profitieren in ihrer Durchführung, insbesondere abhängig vom Zugangsweg, von einer Kooperation von Allgemeinchirurgen und Hals-Nasen-Ohren-Ärzten.

Über interdisziplinäre Konzepte in der chirurgischen Therapie von Schilddrüsen-erkrankungen und die Rolle der HNO-Ärzte in dieser Zusammenarbeit, sprach Privatdozentin Dr. med. Magis Mandapathil am 8. Mai 2018 auf der Pressekonferenz anlässlich der 89. Jahresversammlung der DGHNO KHC. Die Interdisziplinarität stand ebenfalls im Fokus beim Rundtischgespräch „Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenmalignomen“ am 11. Mai 2018, bei dem HNO-Ärzte, Nuklearmediziner, Neurologen, Endokrinologen und Chirurgen vertreten waren.


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CAVE: Schlechte Hämoglobinwerte vor der Operation? Patient Blood Management (PBM)

Medizin am Abend Berlin Fazit: Blutarmut vor der OP: Wie sinnvoll sind Eisen und Epo?

Studien zeigen an, dass schlechte Hämoglobinwerte vor der Operation auf eine höhere Sterblichkeit hinweisen. 

Ältere Patienten oder Menschen, die an chronischen Erkrankungen leiden, haben vor einer geplanten Operation häufig schlechte Blutwerte. 

Sie brauchen vor einer Operation, bei der sie viel Blut verlieren, deshalb häufiger und mehr Blutkonserven als Patienten mit normalen Blutwerten. 

Das Patient Blood Management (PBM) – ein Konzept zum sinnvollen Einsatz von Spenderblut – hat Methoden entwickelt, die zur Erkennung und eventuell präoperativen Behandlung dieser Patientengruppe führen sollen. 
 
Dieser Ansatz wurde auf einer internationalen Konsensuskonferenz, die vom 24. bis 25. April in Frankfurt stattfand, anhand der aktuellen Studienlage diskutiert.

  • Warum der Hämoglobin-Wert, der die Blutarmut definiert, keine alleinige Entscheidungsgrundlange für die Therapie einer Anämie sein kann und jeder Patient individuell behandelt werden muss, erläuterten die Experten auf der Pressekonferenz am 25. April.
Akute oder chronische Blutungen, Eisenmangel, Nieren- oder Krebserkrankungen können vor allem bei älteren Patienten zu einer Blutarmut – auch Anämie genannt – führen. 

Ihr Blut enthält weniger Hämoglobin, das Molekül, das den Sauerstoff im Blut transportiert. Gibt es zu wenig davon, muss der Körper das Defizit ausgleichen: Um die Organe weiter mit Sauerstoff zu versorgen, pumpt der Organismus das Blut schneller durch den Körper. 

Der Patient spürt das in schweren Fällen durch Herzrasen und Atemnot.
  • Diese präoperative Anämie gilt als Risikofaktor für erhöhte Sterblichkeit, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Niereninsuffizienz bei Operationen. 
Deshalb, und um den Einsatz von Blutkonserven zu verringern, gibt es Forderungen im Rahmen von PBM, Patienten mit Anämie vor einer Operation zu identifizieren und ihr eigenes Blut vor dem Eingriff anzureichern. Die Betroffenen erhalten Eisen, das Bluthormon Erythropoeitin – auch als Epo bekannt – oder eine Kombination aus beidem. In der wissenschaftlichen Diskussion sind die Vor- und Nachteile dieser Präparate im Vergleich zum bisherigen Verfahren nicht abschließend geklärt. Denn die medikamentöse Therapie ist nicht ganz risikoarm: „Auch Eisenpräparate sind nicht gänzlich ohne Nebenwirkungen. So kann z. B. die intravenöse Eisengabe Infektionen begünstigen und Allergien hervorrufen, Erythropoeitin weist laut Angaben der Hersteller potentiell eine Reihe von Nebenwirkungen auf, so kann es z. B. auch Thrombosen begünstigen“, erklärt Professor Erhard Seifried, Präsident der Konsensuskonferenz.

Überraschenderweise kamen Experten in dieser Konferenz zu dem Ergebnis, dass die Grundlagen der analysierten Studien nicht ausreichend sind, um die präoperative Anämie zweifelsfrei für Komplikationen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Nierenversagen verantwortlich zu machen.

Doch trotz der unzureichenden Studienlage lautet die klare Empfehlung am Ende der Konferenz: 

Vor einer anstehenden Operation sollen Patienten mit Blutarmut identifiziert werden. Wie die Anämie dann behandelt wird, hängt allerdings vom Patienten ab. Hier muss laut der Experten ein Entscheidungsalgorithmus greifen, der Faktoren wie Alter, Begleiterkrankungen, Hämoglobinwert, Dauer der Anämie und Art der Operation berücksichtigt. „Bei der Therapie einer präoperativen Anämie ist es wichtig, jeden Patienten individuell zu beurteilen – eine spontan auftretende Blutarmut erfordert eine andere Behandlung als ein Eisenmangel, der schon länger bekannt ist und bei älteren Patienten muss unter Umständen früher eingriffen werden als bei jüngeren “, nennt Seifried einige Beispiele.

Ob ein Patient Eisen, Erythropoeitin oder eine Kombination aus beidem erhalten soll, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nur in einem Punkt sind sich die Experten nach der Auswertung der Studien einig: Studien zur vorsorglichen Bluttransfusion gibt es bisher nicht und man ist sich daher einig, dass eine solche Empfehlung auf der Basis der Studienlage derzeit nicht gegeben werden kann.
  • Deutlich wird in den Diskussionen der Konferenz außerdem, dass ein niedriger Hämoglobinwert allein nicht ausreicht, um über die Behandlung des Patienten zu entscheiden. 

Anämie ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durch einen Hämoglobinwert von <12 g/dl bei Frauen und <13 g/dl bei Männern definiert. „Ein Wert, der vor 50 Jahren festgelegt und aus den Daten von nur fünf Studien basiert – daraus können wir heute keine Schlussfolgerungen mehr ziehen“, sagt Seifried.


Insgesamt wurden rund 1500 Studien zu den Fragestellungen der Konsensuskonferenz analysiert aber nur 142 haben den heutigen Evidenzansprüchen genügt und konnten als Diskussionsgrundlage verwendet werden – eine Forderung der Experten wird nach der Konferenz daher besonders deutlich:

„Unser Ziel war eine neutrale und wissenschaftlich fundierte Bewertung der Studienlage, die klären soll, welche Behandlung für welchen Patienten die beste ist“, erklärt Seifried. „Wir wissen jetzt, dass es zu wenige hochqualitative Studien gibt, die unsere aktuellen Fragen beantworten und wir neue und bessere Studien brauchen, um die offenen Fragen zu klären, die in dieser Konferenz ausgearbeitet worden sind“.


Die International Consensus Conference on Patient Blood Management (ICC-PBM) ist eine gemeinsame Veranstaltung der American Association of Blood Banks (AABB - http://www.aabb.org/Pages/default.aspx), der International Society of Blood Transfusion (ISBT - http://isbtweb.org/), der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI - http://www.dgti.de/), der French Society of Blood Transfusion (SFTS - http://www.sfts.asso.fr/congres/bienvenue), der Società Italiana di Medicina Trasfusionale e Immunoematologia (SIMTI - http://www.simti.it/), der European Blood Alliance (EBA - https://europeanbloodalliance.eu/) und dem Centre of Evidence-Based Practice (CEBaP - http://www.cebap.org/). Der äußerst transparente und wissenschaftliche Prozess und die internationale Zusammenarbeit sind für eine Konferenz einmalig.

Über die Konferenz: 

Das Format zur Konsensfindung (https://www.thieme.de/de/fuer-gesellschaften/faq-bluttransfusion.htm)

Die ICC-PBM wird unterstützt von folgenden Partnern: Australian Red Cross Blood Service, Canadian Blood Services (CBS), International Collaboration for Transfusion Medicine Guidelines (ICTMG), International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH), National Blood Authority (NBA), in the presence of DG Sante.

Über die DGTI: http://dgti.de/organisation.html

Hintergrundinformationen über PBM und die Konsensuskonferenz finden Sie in unserem FAQ:

https://www.thieme.de/de/fuer-gesellschaften/faq-bluttransfusion.htm

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Carina Tenzer
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Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
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Intensivstation: AKI - Akutes Nierenversagen + extrakorporalen Nierenersatzverfahren

Medizin am Abend Berlin Fazit: DIVI lehnt Stellungnahme von DGfN und VLKN zu Nierenersatzverfahren auf Intensivstationen ab

Nahezu 50 Prozent der Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt werden, weisen in Abhängigkeit von bestehenden Komorbiditäten und der aktuellen Erkrankung ein akutes Nierenversagen („acute kidney injury“, AKI) auf.
  • Bis zu 25 Prozent dieser Patienten müssen mit einer extrakorporalen Nierenersatztherapie häufig im Rahmen eines Multiorganversagens behandelt werden.
Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V.

Die Sterblichkeit dieser kritisch kranken Patienten ist hoch. 

Es ist selbstverständlich und wird in der Praxis auch so gelebt, dass im interdisziplinären Dialog alle Maßnahmen festgelegt und durchgeführt werden, um diese Patienten optimal zu behandeln.  
Die vor Kurzem publizierten Forderungen der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) und des Verbandes leitender Klinikärztinnen und -ärzte in der Nephrologie (VLKN), dass jedes akute Nierenversagen auf der Intensivstation nur in Kooperation mit Fachärzten für Innere Medizin und Nephrologie behandelt werden darf und beim Einsatz kontinuierlicher extrakorporaler Nierenersatzverfahren zwingend die Indikationsstellung, Verfahrensauswahl und Verfahrensdurchführung durch einen Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie bestätigt werden muss (1), gehen an der Realität des klinischen Alltags vorbei und sind in dieser Form weder sachgerecht noch evidenzbasiert und wären im Übrigen flächendeckend so auch nicht umzusetzen. 
  • Aus diesen Gründen lehnt die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) diese Maximalforderung einer organbezogenen Fachgesellschaft ab.

Kernkompetenzen der Intensivmedizin: Facharzt behandelt die komplexen Fälle

Die Intensivbehandlung des akuten Nierenversagens sowie der differenzierte Einsatz von extrakorporalen Nierenersatzverfahren sind eine der Kernkompetenzen der Intensivmedizin und seit der ersten Musterweiterbildungsordnung, die im Jahre 2003 für die Zusatzweiterbildung Intensivmedizin beschlossen wurde, fester Inhalt der Weiterbildung.

  • Bei der Mehrzahl der Intensivpatienten tritt zudem das Nierenversagen im Rahmen eines Multiorganversagens oder einer Sepsis auf. 

Hierbei stehen die Behandlung aller Organversagen und die intensivmedizinische Expertise klar im Vordergrund.

  • Es ist dabei unstrittig und wird im klinischen Alltag auch so gelebt, dass komplexe Behandlungsfälle mit akutem Nierenversagen wenn möglich immer unter Einbeziehung eines Facharztes für Innere Medizin und Nephrologie, der idealerweise über die Zusatzbezeichnung Intensivmedizin oder über eine ausreichende intensivmedizinische Expertise verfügt, intensivmedizinisch behandelt werden.

Prävention und Nierenersatztherapie: Neue Empfehlungen von DIVI und DGIIN

Aktuell wurden zum Thema „Prävention der akuten Nierenschädigung beim kritisch kranken Patienten“ sowie „Extrakorporale Nierenersatztherapie bei akuter Nierenschädigung“ Empfehlungen der Sektionen „Niere“ der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) publiziert (2-4). Aus den oben skizzierten Gründen ist eine obligatorische Mitbehandlung durch einen Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie bei Patienten mit akutem Nierenversagen bewusst nicht Gegenstand und Inhalt dieser wichtigen Empfehlungen.

1. Stellungnahme von DGfN und VLKN zur Durchführung von Nierenersatzverfahren auf der Intensivstation. https://www.dgfn.eu/stellungnahmen.html. 12.01.2018
2. Joannidis M et al. Prävention der akuten Nierenschädigung beim kritisch kranken Patienten. Empfehlungen der Sektionen „Niere“ der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN). Med Klin Intensivmed Notfmed. 2018 Mar 28. doi: 10.1007/s00063-018-0413-
3. Czock D et al. Dosierung von Antiinfektiva bei Nierenversagen und Nierenersatztherapie in der Intensivmedizin. Empfehlungen der Sektionen „Niere“ der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN). Med Klin Intensivmed Notfmed. 2018 Mar 15. doi: 10.1007/s00063-018-0416-z.
4. Schwenger V et al. Extrakorporale Nierenersatztherapie bei akuter Nierenschädigung. Empfehlungen der Sektionen „Niere“ der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN). Med Klin Intensivmed Notfmed. 2018 Mar 15. doi: 10.1007/s00063-018-0418-x.

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Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI)
Die 1977 gegründete Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ist ein weltweit einzigartiger Zusammenschluss von mehr als 2.000 persönlichen Mitgliedern und entsprechenden Fachgesellschaften. Ihre fächer- und berufsübergreifende Zusammenarbeit und ihr Wissensaustausch machen im Alltag den Erfolg der Intensiv- und Notfallmedizin aus.
Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne der Gemeinnützigkeitsverordnung vom 24.12.1953 und ist damit ein nicht-wirtschaftlicher Verein gemäß § 21 ff BGB.
Mehr über die DIVI im Internet: www.divi.de

Einladung zur Sportstudie: Prostatakrebs: Überlebensfähigkeit

Medizin am Abend Berlin Fazit: Körperliches Training bei Prostatakrebs

Studie untersucht Einfluss eines hochintensiven Ausdauer- und Krafttrainings auf Überlebensfähigkeit von Prostatakrebspatienten. 
 
Sport und Bewegung helfen nicht nur, Krebserkrankungen vorzubeugen. 
  • Zahlreiche Studien konnten bereits für verschiedene Krebsarten zeigen, dass Patientinnen und Patienten auch während der Therapie von körperlicher Aktivität profitieren können. 

Die Abteilung Molekulare und Zelluläre Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln ist nun an einer der weltweit größten internationalen Studien zum Prostatakrebs beteiligt.

  • Der Global Action Plan 4 (GAP4) ist eine klinische 1:1 randomisierte Studie für Männer mit metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakrebs. 

GAP4 ist die weltweite erste und zugleich größte Studie mit Prostatakrebspatienten, deren Hauptaugenmerk auf der Überlebensfähigkeit der Patienten liegt.

Die Untersuchung widmet sich der Frage, ob ein hochintensives Ausdauer- und Krafttraining mit zusätzlichem psychosozialem Support die Gesamtüberlebensdauer der Patienten im Vergleich zu reinem psychosozialem Support verbessert.

Weltweit sollen insgesamt 866 Männer über eine Dauer von drei Jahren in die Studie eingeschlossen werden. Die Studienzentren in Australien, Nordamerika und Europa sollen dabei jeweils mindestens 45 Patienten rekrutieren. Am Kölner Standort arbeitet die Deutsche Sporthochschule Köln mit der Uniklinik Köln zusammen; es ist das einzige deutsche Untersuchungszentrum. Die Studienkontrollzentren befinden sich an der Edith Cowan University Western Australia in Perth, Australien, und an der University of California in San Francisco, USA. Gefördert wird die Studie von der Movember Foundation, die sich weltweit für die Männergesundheit einsetzt.

„Zusätzlich zu ihrer medizinischen Therapie erhalten die Patienten ein zweijähriges, individuell abgestimmtes Trainingsprogramm und psychosozialen Support. In zusätzlichen Follow-Ups wird dann die Nachhaltigkeit des Trainings bezogen auf Lebensqualität und Überlebensdauer überprüft“, erklärt Dr. Moritz Schumann, der zusammen mit Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Bloch die Studie am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln betreut. „Bei einer mittleren Lebenserwartung der einzuschließenden Patienten von zirka 2,5 Jahren können so sehr gut die Effekte auf das Überleben überprüft werden“, skizziert Schumann das Untersuchungsziel.

  • Die Studie setzt sich aus einer Interventions- und einer Kontrollgruppe zusammen; die Intervention beläuft sich auf 24 Zyklen (28 Tage pro Zyklus). 
  • Alle Patienten erhalten zunächst eine Spiroergometrie mit Belastungs-EKG, die in einem festgelegten Rhythmus wiederholt wird. Patienten, die der Interventionsgruppe zugewiesen werden, führen zusätzlich monatlich einen sub-maximalen Ausdauertest durch. 
  • Weiterhin werden mit allen Patienten Testungen der Maximalkraft, der Laufgeschwindigkeit über 400m sowie umfangreiche Blutanalysen zu Beginn und im weiteren Verlauf der Studie durchgeführt.

Patienten in der Interventionsgruppe erhalten regelmäßiges, supervidiertes körperliches Training, beginnend mit dreimal wöchentlich im ersten Zyklus bis hin zu einmal monatlich in den späteren Zyklen.

Hierbei wird im Training bei der Übungsauswahl insbesondere auf die Knochenmetastasen Rücksicht genommen. Die Patienten werden im Rahmen der Studie geschult, sodass sie das Training nach und nach selbstständig durchführen können.


Die Teilnahme an der Studie ist kostenfrei. Für weitere Informationen zu den Ein- und Ausschlusskriterien können Sie die Studienleiter per E-Mail kontaktieren:
gap4@dshs-koeln.de



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Studienleitung/Kontakt
Dr. Moritz Schumann
Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin
Abteilung Molekulare und Zelluläre Sportmedizin
E-Mail: gap4@dshs-koeln.de

Deutsche Sporthochschule Köln
Am Sportpark Müngersdorf 6
50933 Köln
Postfach
50927 Köln
Deutschland
Nordrhein-Westfalen


Sabine Maas
Telefon: 0221 / 4982-3850
Fax: 0221 / 4982-8400
E-Mail-Adresse: pressestelle@dshs-koeln.de

PCA Diagnostic: Primär und Rezidivdiagnostik des Prostatakarzinoms

Medizin am Abend Berlin Fazit: 

Themenschwerpunkte waren heute:

DRU-Parameter, mpMRT, PSMA-PET, Familäre Disposition, hume E.Coli Stämme, chronische Infektion, PCA, Prostatitis, Gesamt PSA, fPSA, tPSA, iPSA, bPSA, 
pro PSA, 4 Kalikrein Score, PCA3,  http://www.prostatecancer-riskcalculator.com/, MRT-FB,
MRT-FB, MRT/US-Fusions, PSMA-SPECT/CT,  signifikante Tumore, MR-Becken, Knochenzinigraphie, PSMA-PET-CT, CRPc Verlaufskontrolle, PSMA-PET-MRT













Tumorarten: Bilder von Blutgefäßen in Tumoren - Ergebnis der Chemotherapie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Detailgetreue Bilder des Gefäßsystems von Tumoren

Eine neue Art der Auswertung von Ultraschallbildern macht es möglich, mit herkömmlichen Geräten hochauflösende Bilder von Blutgefäßen in Tumoren zu erzeugen. 
  • Damit lassen sich verschiedene Tumorarten besser unterscheiden, und man kann verfolgen, wie gut eine Chemotherapie anschlägt. 
Die neue Technik entwickelten die Teams von Prof. Dr. Georg Schmitz am Lehrstuhl für Medizintechnik der Ruhr-Universität Bochum und von Prof. Dr. Fabian Kiessling vom Institut für Experimentelle Molekulare Bildgebung der Uniklinik RWTH Aachen. Sie berichteten im Journal Nature Communications vom 18. April 2018. 
 
Mikrobläschen durch den Körper verfolgen

  • Die neue Technologie namens „Motion Model Ultrasound Localization Microscopy“ basiert auf kontrastmittelverstärkten Ultraschallaufnahmen. 

Dabei werden den Patienten als Kontrastmittel Mikrobläschen verabreicht: nur etwa einen Mikrometer kleine Gasblasen, die mit dem Blutstrom durch den Körper wandern. Im Ultraschallbild erscheinen sie als unförmige weiße Flecken. „Wenn man aber nun von jedem dieser Flecken den Mittelpunkt bestimmt, kann man auf den Aufenthaltsort einzelner Bläschen schließen“, erläutert Georg Schmitz.

Jedes Bläschen bekommt einen Namen

Mithilfe von Algorithmen, die aus der Radarortung stammen, ist es den Forscherteams gelungen, die Bewegung einzelner Mikrobläschen zu verfolgen. „Wir versuchen dabei, dem Computer beizubringen, was unsere Augen auch können, nämlich aus einer Folge von Bildern, auf denen ein Punkt jeweils an einem anderen Ort erscheint, seine Bewegung abzulesen“, so Schmitz. Dafür versahen die Forscher jedes einzelne Bläschen mit einer Bezeichnung. So konnten sie ihren Weg durch das Gefäßsystem verfolgen und sie dabei auszählen.

Auflösung weit über der des Bildes

Aus der Bewegung der Bläschen lassen sich dann feine Gefäßbahnen rekonstruieren. Auch die Richtung und Geschwindigkeit des Blutflusses können so erfasst werden. Die Auflösung der Bilder liegt weit über den Grenzen der Bildauflösung. Die Experten sprechen von Superresolution.

„Wir konnten in der Veröffentlichung zeigen, dass die Zusammenschau der morphologischen und funktionellen Parameter eine hervorragende Unterscheidung von Tumortypen erlaubt“, so Fabian Kiessling. In ihrer Arbeit testeten sie das Verfahren in drei Modellfällen auch an Menschen erfolgreich. In Kooperation mit Prof. Dr. Elmar Stickeler von der Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin der Uniklinik RWTH Aachen gelang es, bei Patientinnen mit Brustkrebs die Reaktionen der Tumorgefäße auf Chemotherapien zuverlässig zu erfassen.

Wirkung von Therapie beobachten

„Das ist auch deswegen von großer Bedeutung, weil neue Therapieverfahren darauf zielen, das Tumorgefäßsystem gezielt zu beeinflussen, um eine stärkere Anreicherung von Medikamenten in den Tumoren zu erreichen und somit den Therapieeffekt zu verstärken“, so Fabian Kiessling. 
  • Zu diesen Verfahren gehört zum Beispiel die Sonoporation. Dabei werden Tumoren mit Ultraschall behandelt, um die Gefäßwände durchlässiger für Wirkstoffe zu machen.
„Der große Vorteil unseres Verfahrens liegt darin, dass es mit herkömmlichen Ultraschallgeräten funktioniert, die eine niedrige Bildwiederholrate von manchmal nur 15 Bildern pro Sekunde haben“, sagt Georg Schmitz. Die Forscherteams haben bereits ein Anschlussprojekt beantragt, in dem sie breitere klinische Studien mit dem Verfahren durchführen wollen.

Förderung

Die Arbeiten wurden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert (SCHM1171/4-1, KI1072/11-1)

Originalveröffentlichung

Tatjana Opacic, Stefanie Dencks et al: Motion model ultrasound localization microscopy for preclinical and clinical multiparametric tumor characterization, in: Nature Communications, 2018, DOI: 10.1038/s41467-018-03973-8, https://www.nature.com/articles/s41467-018-03973-8

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Prof. Dr. Georg Schmitz
Lehrstuhl für Medizintechnik
Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 32 27573
E-Mail: georg.schmitz@rub.de

Prof. Dr. Fabian Kiessling
Institut für Experimentelle Molekulare Bildgebung
Uniklinik RWTH Aachen
Tel.: 0241 80 80117
E-Mail: fkiessling@ukaachen.de



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Stoffwechsel von Tumoren: Diagnostik mit das PET/MRT-Kombinationsgerät

Medizin am Abend Berlin Fazit: Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

  • Glioblastome, unheilbare Hirntumoren, lassen sich nicht dauerhaft entfernen und nach der Behandlung müssen Patienten mit Rückfällen rechnen. 

Wissenschaftler des Deutschen Krebskonsortium (DKTK) am OncoRay-Zentrum und der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Dresden haben mit Forschern des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) erstmals in einer klinischen Studie gezeigt, dass eine spezielle Kombinationsdiagnostik aus PET und MRT eine deutlich individuellere Verlaufsprognose nach Radiochemotherapie ermöglicht. 

Die Studie bildet eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung von Therapieverfahren, die stärker als bisher auf den individuellen Patienten zugeschnitten sind. 

Fast zeitgleich kann das PET/MRT-Kombinationsgerät den Stoffwechsel von Tumoren mit Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und deren Lage mit Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) bildlich darstellen.
Fast zeitgleich kann das PET/MRT-Kombinationsgerät den Stoffwechsel von Tumoren mit Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und deren Lage mit Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) bildlich darstellen. HZDR/Frank Bierstedt
 
  • Patienten mit Glioblastom, einer besonders aggressiven Variante von Hirntumoren, entwickeln oft sogenannte Rezidive – das bedeutet, der Tumor kehrt trotz der Behandlung wieder. 
  • Um dies zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern, werden die Patienten nach ihrer Tumoroperation intensiv mit einer Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie nachbehandelt. 

Eine Gratwanderung: „Die Therapie erreicht nicht nur verbliebene Tumorzellen, sondern auch gesundes Gewebe“, erläutert Studienleiterin Mechthild Krause, Leiterin des OncoRay-Zentrums und der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Dresden. Darüber hinaus leitet Mechthild Krause das Institut für Radioonkologie am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und kooperiert als Standortsprecherin des DKTK eng mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg.

„Für die PETra-Studie wurden unsere Patienten vor Beginn, während und nach Abschluss ihrer mehrere Monate dauernden Therapie mit einer Kombination aus PET und MRT untersucht“, erklärt Michael Baumann, Co-Leiter der Dresdner Studie und Vorstandsvorsitzender des DKFZ. Die Kombination aus Magnetresonanz- und Positronen-Emissions-Tomographie liefert den Medizinern deutlich mehr Informationen über die Gehirne ihrer Patienten. Die PET/MRT-Anlage am Universitätsklinikum Dresden entstand in enger Kooperation mit dem HZDR und war die erste dieser Art in Deutschland. Jetzt konnten die Forscher zeigen, dass sich der Therapieverlauf dank dieser Kombination deutlich besser vorhersagen lässt als bisher. „Unsere Langzeitdaten von insgesamt 89 Patienten bilden die Basis dafür, künftig etwa ein Therapieschema individuell möglichst passgenau, also so aggressiv wie nötig, aber so schonend wie möglich zu planen“, so Krause.
  • Bisheriger Standard in der Bestrahlungsplanung von Patienten mit Glioblastomen ist die alleinige MRT-Untersuchung. 
„Dieses bildgebende Verfahren liefert uns Medizinern genaue Einblicke in die Hirnstrukturen der Betroffenen. Allerdings lässt sich nicht eindeutig erkennen, ob es sich bei bestimmten Auffälligkeiten um einen aktiven Tumor handelt oder Veränderungen durch die Therapie; zudem werden manche Tumorareale durch die MRT gar nicht erkannt“, schildert Studienärztin Annekatrin Seidlitz. Bettina Beuthien-Baumann, die die Studie am Universitätsklinikum Dresden nuklearmedizinisch betreut hat und inzwischen am DKFZ arbeitet, führt weiter aus:

„Solche zusätzlichen Informationen liefert die PET, indem sie die Stoffwechselaktivität im Gewebe von außen sichtbar macht.
Dazu haben wir den Patienten vor der Untersuchung einen speziellen Tracer, radioaktiv markiertes Methionin, verabreicht.“

Der Tracer reichert sich in den Krebszellen an und das Tumorgewebe wird dadurch auf dem Untersuchungsbild sichtbar. „Auf diese Weise lassen sich Patienten, bei denen der Tumor mit hoher Wahrscheinlichkeit zurückkehrt, schon vor Beginn der Radiochemotherapie identifizieren“, beschreibt Krause den Vorteil dieses Verfahrens für Therapieentscheidungen. „In Zukunft wäre bei den Betroffenen beispielsweise eine Behandlung mit einer erhöhten Strahlendosis denkbar. Gleichzeitig sehen wir aber jetzt auch Gruppen von Patienten mit dieser eigentlich als unheilbar geltenden Krankheit, die ihren Hirntumor mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit viele Jahre überleben – für diese Patienten gilt es Therapieverfahren zu finden, die mit möglichst wenigen Nebenwirkungen einhergehen.“

Sensible Diagnostik dank kurzer Wege
Ermöglicht wurde die aktuelle Studie durch eine enge, fach- und einrichtungsübergreifende Zusammenarbeit – und eine aufwändige Logistik: „Das Methionin für die PET-Untersuchungen ist mit 11C-Kohlenstoffatomen markiert. Diese haben eine Halbwertszeit von lediglich 20 Minuten“, sagt Jörg Steinbach, Direktor des Instituts für Radiopharmazeutische Krebsforschung am HZDR. „Wir stellen daher das Methionin für jede einzelne Untersuchung separat her, prüfen nach standardisierten Verfahren eine Vielzahl von Qualitätsparametern und stellen es unmittelbar dem Behandlungsteam zur Verfügung.“

„Derzeit werden über 20 Prozent aller Strahlentherapie-Patienten der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum in klinischen Studien behandelt“, sagt Krause. Entscheidend dazu beigetragen hat das radioonkologische Studienzentrum, das mithilfe der Finanzierung innerhalb des DKTK aufgebaut wurde. Auch für die individualisierte Therapie des Glioblastoms mittels PET/MRT-Diagnostik stehen zunächst noch weitere Studien an: „Derzeit überprüfen wir, wie genau sich anhand der Aktivitätsmuster in den PET-Bildern der Ort vorhersagen lässt, an dem ein Tumor wieder auftritt.“ Denn mit einer möglichst genauen Lokalisation ließe sich die Strahlentherapie noch weiter optimieren.

Publikation: Mechthild Krause et al. (2018), Postoperative [11C]MET-PET predicts radiochemotherapy outcome in glioblastoma: a prospective trial, ESTRO 2018 Session CL12: Late-breaking abstracts and practice changing trials. Presentation number: OC-0594

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Prof. Mechthild Krause
Direktorin OncoRay – Nationales Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie
Tel. +49 351 458-5292 | E-Mail: Mechthild.Krause@uniklinikum-dresden.de

Manuela Willert |  Institut für Radioonkologie – OncoRay des HZDR
Tel. +49 351 458-7406 oder +49 260-2515 | E-Mail: m.willert@oncoray.de
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OncoRay

Das Dresdner OncoRay-Zentrum ist eine institutionenübergreifende Forschungsplattform mit einem besonderen Fokus auf Translationsforschung. Damit ist gemeint, dass Ergebnisse aus der Grundlagenforschung gezielt zum Wohle von Patienten weiterentwickelt und in klinischen Studien getestet werden sollen. Ziel ist es, die Behandlung von Krebserkrankungen durch eine biologisch individualisierte, technologisch optimale Strahlentherapie entscheidend zu verbessern. Hierfür bündelt OncoRay die Stärken der drei Trägerinstitutionen – Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden und Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR). Rund 80 Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten am OncoRay in fachübergreifenden Programmen mit Forschungsschwerpunkten in den Bereichen Medizin, Physik, Biologie und Informationswissenschaften.

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Knackpunkt verkalkte Oberschenkelarterie – Kalkbrecher

Medizin am Abend Berlin Fazit: Knackpunkt verkalkte Oberschenkelarterie – Kalkbrecher bereiten den Weg für die Katheterbehandlung

Die Oberschenkelarterie gewährleistet die Blutversorgung des ganzen Beines. 

Engstellen und Verschlüsse sollten daher rechtzeitig mit Hilfe einer Katheterbehandlung behoben werden, um die Folgen einer Mangeldurchblutung, wie Schmerzen, nicht heilende Wunden und letztlich Amputationen zu verhindern. 

Kalkeinlagerungen versteifen und verengen die Arterie jedoch schlimmstenfalls wie ein Rohr. 

Medizinische Geräte, die verkalktes Gewebe von der Gefäßinnenseite aus wegfräsen (Atherektomie) oder den Kalk durch Stoßwellen brechen (Lithoplastie), sind in der Lage, die Arterie für die eigentliche Therapie vorzubereiten ohne sie dabei maßgeblich zu verletzen. 
 Katheterlabor und Bildgebung
 Katheterlabor und Bildgebung DGA/P.Himsel

Knackpunkt verkalkte Oberschenkelarterie – Kalkbrecher bereiten den Weg für die Katheterbehandlung

Anlässlich des heute beginnenden 2. Interventionskongresses der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) wird Dr. Michael Lichtenberg, Chefarzt der Klinik für Angiologie am Klinikum Arnsberg erste Studienergebnisse zur Hybrid-Atherektomie und Lithoplastie kurzstreckig verkalkter Oberschenkelarterien vorstellen. Dabei geht es vor allem um die Sicherheit der Methoden.

Die bahnbrechende Hybrid-Fräse
 
In der EASE Studie wurden Ergebnisse von 105 Patienten ausgewertet, die sich einer Behandlung mit einem neu entwickelten Hybrid-Atherektomie-System unterzogen hatten.  

Der Atherektomie-Katheter ist an seinem vorderen Ende mit einem batteriebetriebenen, rotierenden Schneideelement versehen, mit dem verkalktes Plaquematerial aus dem Gefäßinneren abgeschabt wird.

Um exzentrische Plaques zu entfernen, kann die bewegliche Klinge an der Spitze des Katheters wahlweise auch seitlich gekippt werden.  

Das abgelöste Gewebe gelangt mit Hilfe einer rotierenden Welle unmittelbar ins Innere des Katheters und wird durch die Drehbewegung kontinuierlich aus dem Patienten abtransportiert. Ziel der Studie war es, zu sehen, ob die Behandlung ausreichte, um ein genügend großes Lumen in der Arterie zu schaffen ohne gefährliche Verletzungen der Arterienwand zu verursachen oder Gewebematerial und Blutgerinnsel in den Blutkreislauf zu spülen (Embolie).

Zu 80 Prozent erfolgversprechend

Bei 95 Prozent der Patienten konnte die Engstelle allein durch die Atherektomie um mindestens 50 Prozent geweitet werden. Während der Prozedur erlitten nur sechs Prozent der Patienten eine minimale Arterienverletzung oder eine klinisch nicht bedeutsame Embolie. Im ersten halben Jahr benötigten insgesamt nur 12 Prozent der Patienten einen erneuten Eingriff. Damit war die Behandlung bei etwa 80 Prozent der Patienten klinisch erfolgreich.

Stoßwellen zertrümmern Kalkplatten
In den DISRUPT PAD I und II Studien wurde an zusammen 95 Patienten ein Katheter erprobt, der Stoßwellen aussendet. Diese zertrümmern Kalkeinlagerungen in der Arterienwand, ähnlich wie bei der Behandlung von Nieren- oder Gallensteinen. Nur dass sich der Katheter innerhalb der Arterie befindet. Weichteile bleiben verschont. In der Studie traten keine Embolien oder Perforationen auf. Nach 6 Monaten waren noch 77 Prozent der behandelten Arterien zufriedenstellend offen (über 50% des ursprünglichen Durchmessers). Nur bei drei Prozent aller Patienten war in dieser Zeit ein wiederholter Eingriff nötig.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen


„Hybrid-Atherektomie und Stoßwellen-Behandlung sind vielversprechende Behandlungsansätze. Sie müssen sich allerdings noch über einen längeren Zeitraum und bei langstreckigen Verkalkungen bewähren. Außerdem erwarten wir gespannt die zwei-jahres Ergebnisse der randomisierten DISRUPT PAD III Studie zur Behandlung mit medikamenten-beschichteten Ballons im Anschluss an die Stoßwellentherapie“, fasste PD Dr. Hans Krankenberg, wissenschaftlicher Leiter des Interventionskongresses und Leiter der Abteilung Angiologie des Gefäßzentrums im Asklepios Klinikum Harburg zusammen. 
 Bilck ins Katheterlabor
Bilck ins Katheterlabor DGA/P.Himsel


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Nierenversagen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Hilfe für die Nieren

MHH-Wissenschaftlerin führt internationales Forschungsprojekt zum Nierenversagen durch / BMBF fördert Vorhaben mit 1,5 Millionen Euro / MHH erhält 770.000 Euro 
 Professorin Dr. Faikah Güler, Doktorand Kirill Kreimann und die Technische Assistentin Herle Chlebusch (von links)
Professorin Dr. Faikah Güler, Doktorand Kirill Kreimann und die Technische Assistentin Herle Chlebusch (von links) "Foto: MHH/Kaiser"

 
  • Pausenlos reinigen die Nieren das Blut und regeln den Wasser- und Mineralstoffhaushalt. 

Doch eine Organtransplantation oder eine größere Operation kann sie überfordern, so dass sie akut versagen.

Diesen lebensgefährlichen Zustand früh erkennen oder sogar vorhersagen zu können, um besser therapieren oder das Versagen sogar verhindern zu können – diesen Zielen widmet sich das Team um Professorin Dr. Faikah Güler.

Die Forscherin der Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) entwickelt dafür einen Bluttest – gemeinsam mit den Biotechnologie-Firmen Sciomics (Heidelberg) und Yumab (Braunschweig) Auch die beiden holländischen Universitäten Leiden University Medical Center (LUMC) und die Maastricht Universität (MU) sind an dem Projekt beteiligt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Gesamtprojekt mit 1,5 Millionen Euro über drei Jahre. Die MHH bekommt davon 770.000 Euro.

  • Bisher zeigt unter anderem der Kreatinin-Gehalt im Blut an, ob die Niere gesund ist. 

Doch dieser Stoff entsteht erst bei Muskelaktivität, die bei im Bett liegenden Patienten gering ist. 

Die Forscherinnen und Forscher suchen nun nach Eiweißen im Blut, die akutes Nierenversagen früh anzeigen beziehungsweise vorhersagen können.

„Wir suchen nach ‚Biomarkern‘, die die besten Informationen über das Krankheitsgeschehen geben“, sagt Professorin Güler. In Blut- und Urinproben von 300 MHH-Patientinnen und -Patienten, die am Herzen operiert werden oder eine Lunge beziehungsweise eine Niere transplantiert bekommen, suchen sie aus 32 verschiedenen Eiweißen die vier bis sechs aus, die sich in ihrer Kombination als Biomarker-Test am besten eignen. Anschließend ist eine Marktzulassung der Biomarker-Signatur geplant.

Mit Hilfe der neuen Biomarker kann die Therapie individuell auf jeden einzelnen Patienten abgestimmt werden.

Beispielsweise können die notwendigen Medikamente – Schmerzmittel, Antibiotika und Immunsuppressiva – so ausgewählt werden, dass sie die Nieren möglichst wenig belasten. 
  • Der Test soll auch verhindern helfen, dass das akute Nierenversagen in ein chronisches Nierenversagen übergeht.

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Professorin Dr. Faikah Güler
Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen der MHH
E-Mail: gueler.faikah@mh-hannover.de

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