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Dr. Dominik von Stillfried: Die Erkrankungsgruppe Perikarditis und chronisch rheumatischen Herzerkrankungen bei Frauen frühzeitig diagnostizieren

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Zi-Studie zu bundesweiten Inzidenztrends diagnostizierter Herzerkrankungen in den Jahren 2013-2021 veröffentlicht

Erkrankungsrisiko kardialer Erkrankungen nimmt schrittweise ab 

Deutliche Reduktionen bei Neuerkrankungen 

 Rückgang vor allem bei Koronarer Herzkrankheit und Herzinsuffizienz

  • Das Risiko, aufgrund von neu auftretenden Herzerkrankungen vertragsärztlich behandelt werden zu müssen, nimmt in Deutschland mehrheitlich ab. 
  • Insbesondere bei den häufigen Erkrankungsgruppen Koronare Herzkrankheit (KHK) und Herzinsuffizienz zeigte sich in den Jahren 2013 bis 2021 eine deutliche Abnahme der Inzidenz. 

Diesen beiden Erkrankungsgruppen kommt als häufigste Todesursachen neben Tumorerkrankungen eine herausragende Bedeutung für die Bevölkerungsgesundheit zu. 

Die rückläufige Inzidenz für KHK und Herzinsuffizienz korrespondiert mit einer Abnahme der Mortalitätsraten in der Bevölkerung in den Jahren 2011 bis 2020, die bei 20 bzw. 40 Prozent liegen. 

Ebenfalls stark rückläufig war die Inzidenz der sehr seltenen Erkrankungsgruppe akutes rheumatisches Fieber.

Die Inzidenz diagnostizierter Herzerkrankungen und des kardiovaskulären Risikofaktors Hypertonie variierte 2021 zwischen 0,13 (akutes rheumatisches Fieber) und 30,6 (Hypertonie) pro 1.000 Personen. Zwischen 2013 und 2021 zeigte die alters- und geschlechtsstandardisierte Inzidenz pro Erkrankungsgruppe mehrheitlich einen schrittweisen Rückgang. 

Der stärkste relative Rückgang zwischen 2013 (0,20 Neuerkrankungen pro 1.000 Personen) und 2021 (0,13/1.000) wurde für akutes rheumatisches Fieber (−35 Prozent) beobachtet. 

Darauf folgten die KHK (Inzidenz in 2013: 12,71/1.000, 2021: 9,52/1.000) und die Herzinsuffizienz (2013: 10,49/1.000, 2021: 8,09/1.000) mit relativen Rückgängen von −25 Prozent bzw. −23 Prozent. 

  • Nur für die Erkrankungsgruppe Perikarditis konnte 2021 (0,44/1.000) eine gegenüber 2013 (0,41/1.000) erhöhte 
  • Inzidenz festgestellt werden, wobei diese Veränderung insbesondere gegenüber dem Jahr 2020 zu beobachten ist.

Patient:innen mit dem neudiagnostizierten kadiovaskulären Risikofaktor Hypertonie und neudiagnostizierten sonstigen kardialen Erkrankungen wiesen 2021 ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis auf. 

Für die KHK (47 Prozent) sowie Myokarditis und Kardiomyopathie (40 Prozent) ist ein geringerer Anteil erkrankter Frauen beobachtet worden. 

Alle anderen Erkrankungen zeigten hingegen einen höheren Anteil an neuerkrankten Frauen als an neuerkrankten Männern. 

Medizin am Abend Berlin Zusatzfachlink: Labor Herz - und Rheuma 

  • Der höchste Frauenanteil wurde mit 67 Prozent für akutes rheumatisches Fieber erreicht, gefolgt von chronisch rheumatischen Herzerkrankungen (60 Prozent). 

Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Versorgungsatlas-Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zu „bundesweiten Inzidenztrends diagnostizierter Herzerkrankungen in den Jahren 2013 bis 2021“.

  • „Die von uns ausgewerteten Abrechnungsdaten zeigen zudem, dass es bei den aus Public-Health-Perspektive besonders bedeutsamen chronischen Erkrankungsgruppen Koronare Herzkrankheit und Herzinsuffizienz auch nach Berücksichtigung der Altersstrukturen deutliche regionale Unterschiede der Neuerkrankungsraten gibt. 
  • Tendeziell besteht hierbei ein Ost-West-Gefälle mit einer erhöhten Krankheitslast in den neuen Bundesländern. 

Dies schließt an Befragungsergebnisse zum Gesundheitsverhalten an.  

So zeigen Surveydaten eine erhöhte Prävalenz für lebensstilbezogene Risikofaktoren kardiovaskulärer Erkrankungen in den ostdeutschen Regionen, darunter körperliche Inaktivität, erhöhter Alkoholkonsum und Adipositas. 

Unsere Studie schärft den Blick für kleinräumige Variationen des erkrankungsspezifischen Risikos, die als Ausgangspunkt zukünftiger Untersuchung zur Krankheitsgenese potenziell relevanter Umweltfaktoren dienen können“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.

Herzerkrankungen sind in Deutschland, aber auch weltweit die häufigste Todesursache. 

  • Die KHK einschließlich des Myokardinfarktes ist mit insgesamt 121.462 Todesfällen im Jahr 2020 die bedeutendeste Einzelerkrankung in der deutschen Todesursachenstatistik. 
  • Weitere 82.096 Todesfälle entfielen im selben Jahr auf Herzinsuffizienz, Herzklappenkrankheiten und Herzrhytmusstörungen. 

Allerdings konnte für Herzerkrankungen in Deutschland auch ein über die letzten zwei Jahrzehnte andauernder stetiger Rückgang der alters- und geschlechtsstandardisierten Mortalitätsraten beobachtet werden.

Datengrundlage der vorliegenden Auswertungen sind die bundesweiten pseudonymisierten, krankenkassenübergreifenden vertragsärztlichen Abrechnungsdaten gemäß § 295 SGB V. 

Die Erfassung des Neuauftretens von zehn kardialen Erkrankungsgruppen und des Risikofaktors Hypertonie erfolgte pro Jahr im Zeitraum 2013 bis 2021 in Kohorten von vertragsärztlichen Patient:innen, die in einem Mindestzeitraum von vier Jahren zu beobachten waren. 

Das Neuauftreten einer Erkrankungsgruppe wurde angenommen, wenn eine „gesicherte“ Diagnose erstmalig nach einem diagnosefreien Vorbeobachtungszeitraum von drei Jahren in einem Quartal des Berichtsjahres vetragsärztlich kodiert wurde.

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Jakob Holstiege
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Holstiege J, Dammertz L, Kohring C, Heuer J, Akmatov MK, Bätzing J. Bundesweite Inzidenztrends diagnostizierter Herzerkrankungen in den Jahren 2013 bis 2021. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 23/01. Berlin 2023. > https://doi.org/10.20364/VA-23.01

 

Prof. Dr. Dr. Susetta Finotto: Mangel an Vitamin D3: Folge - Allgersichem Asthma - Asthma-Heuschnupfen, Neurodermitis Symptomatik verbessrn: Vitamin-D3-Blutspiegel

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Wie Vitamin D3 bei allergischem Asthma hilft

FAU-Forschende entschlüsseln, wie das Vitamin die Immunabwehr positiv beeinflusst

  • Ein Mangel an Vitamin D3 kann unter anderem bei Menschen mit allergischem Asthma zu schwereren Symptomen führen – so weit, so aus Studien bekannt. 

Doch wie genau dieses Vitamin die zelluläre Entzündungsreaktion des Körpers beeinflusst, ist bislang nicht vollständig aufgeklärt. 

Ein Forschungsteam der Molekularen Pneumologie des Uniklinikums Erlangen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) zeigte nun erstmals, wie die Einnahme von Vitamin D3 die zelluläre Entzündungsreaktion bei allergischem Asthma verändert und die Asthma-Symptomatik verbessern kann.

Die Doktorandin Janina Grund und die Mitglieder der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Dr. Susetta Finotto aus der Molekular-Pneumologischen Abteilung haben dafür die klinische Ausprägung des Asthmas von betroffenen Vorschulkindern und Erwachsenen im Kontext des Vitamin-D3-Blutspiegels und der nahrungsergänzenden Vitamin-D3-Einnahme untersucht. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachlink: Labor Vitamin D3 

  • Dabei fand das Forschungsteam heraus, dass Kinder und Erwachsene mit einer nahrungsergänzenden Vitamin-D3-Einnahme eine geringer ausgeprägte Asthma-Symptomatik und einen geringeren Asthma-Schweregrad aufweisen sowie weniger steroidhaltige Medikamente zur Inhalation benötigen. 

In bestimmten Zellen aus dem Blut fanden die Wissenschaftler/-innen bei Personen mit einem höheren Vitamin-D3-Spiegel zudem vermehrt das Protein Blimp-1, das die Immunantwort von T-Helferzellen steuert.

Um den Mechanismus besser zu verstehen, untersuchte Janina Grund an Mäusen genauer, wie sich die Gabe von Vitamin D3 auf die Immunantwort auswirkt. 

Auch hier führte das Vitamin dazu, dass das Asthma weniger schwer ausgeprägt war. 

  • Zudem fand sie weniger allergiefördernde Antikörper (IgE), die für bestimmte allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis verantwortlich sind. 
  • Zusätzliches Vitamin D3 führte sogar dazu, dass das Immunsystem anti-entzündlich reagierte und zwar mit dem Botenstoff IL-10 sowie mit Zellen, die Blimp-1 bilden. 
  • Interessanterweise wies die Arbeitsgruppe auch erstmals einen Effekt des Vitamins auf langlebige Gedächtnis-T-Zellen nach, welche die langfristige Immunantwort bei Asthma maßgeblich beeinflussen. 

Damit zeigte das Forschungsteam, dass die zusätzliche Vitamin-D3-Einnahme für Asthma-Patient/-innen einen positiven Effekt hat und wie wichtig es für sie ist, ausreichend damit versorgt zu sein. 

Konkrete Therapieempfehlungen lassen sich aus diesen grundlegenden Untersuchungen nur begrenzt ableiten – Betroffene sollten sich daher bei Fragen immer an ihre Arztpraxis wenden.

Zur Original-Publikation: https://doi.org/10.1016/j.jacig.2023.100099

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Prof. Dr. Dr. Susetta Finotto
Molekular-Pneumologische Abteilung in der Anästhesiologischen Klinik
Tel.: 09131/85-35883
susetta.finotto@uk-erlangen.de

Blandina Mangelkramer Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Schlossplatz 4
91054 Erlangen
Deutschland
Bayern 

Originalpublikation:

https://doi.org/10.1016/j.jacig.2023.100099


Prof. Dr. Heide Glaesmer: Heute feiern wir auf jeden Fall Geburtstag: Hilfsangebot für Männer mit Suizidrisiko: http://www.maenner-staerken.de http://www.hilfe-fuer-angehoerige.de

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Neue Online-Angebote für Männer in suizidalen Krisen

„Über Suizidgedanken spricht man als Mann nicht“, sagt einer der Betroffenen, die im Rahmen von zwei neuen Online-Angeboten über ihre Erfahrungen und ihren Weg aus einer ausweglos erscheinenden Situation berichten. 

  • Die Programme des Forschungsverbundes „MEN-ACCESS – Suizidprävention für Männer“ richten sich an Betroffene und deren Angehörige. 

Sie wurden von Wissenschaftler:innen der Universitäten Leipzig, Bielefeld sowie der Medical School Berlin entwickelt. 

Neue Online-Angebote für Männer in suizidalen Krisen: Forschungsverbund richtet sich mit Projekten an Betroffene und Angehörige.

Neue Online-Angebote für Männer in suizidalen Krisen: Forschungsverbund richtet sich mit Projekten an Betroffene und Angehörige. © piola666/istockphoto.com

Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 9000 Menschen durch Suizid. 

  • 75 Prozent von ihnen sind Männer. Trotz dieser erschreckend hohen Zahl an Betroffenen finden Suizidgedanken und Krisen häufig im Verborgenen statt. 
  • „Männer nehmen weniger Hilfsangebote in Anspruch als Frauen und sprechen ihre Suizidgedanken seltener an. 

Sowohl Männer als auch deren Angehörige berichten von Hilflosigkeit, was in suizidalen Krisen hilft, was man tun und wohin man sich wenden kann. 

Wir wollen diesen Problemen mit unseren neuen, wissenschaftlich fundierten Angeboten entgegenwirken“, sagt die Psychologin Prof. Dr. Heide Glaesmer, Projektleiterin an der Universitätsmedizin Leipzig.

Obwohl die Suizidrate bei Männern fast dreimal so hoch ist wie bei Frauen, gibt es bisher nur sehr wenige spezifische Hilfsangebote. 

Der Forschungsverbund MEN-ACCESS hat aus diesem Grund zwei neue präventive Online-Angebote speziell für Männer mit Suizidrisiko und deren Angehörige entwickelt. 

Basis dafür waren Interviews mit Männern, die einen Suizidversuch unternommen haben. 

In sogenannten psychologischen Autopsie-Interviews wurden auch Angehörige befragt, die eine nahstehende männliche Person durch einen Suizid verloren haben.

Das Ziel besteht darin, Anzeichen, die dem Suizidversuch vorausgingen, besser zu erkennen. 

Außerdem wollen die Wissenschaftler:innen verstehen, wie Männer das Hilfesystem in Anspruch nehmen beziehungsweise welche Gründe sie daran hindern und welche Strategien oder Personen Ihnen in der Krise hilfreich waren. 

Zusätzlich werden Daten einer Längsschnittstudie zu psychologischen Faktoren von Suiziden analysiert, geschlechtsspezifische Unterschiede und Risikofaktoren von Männern betrachtet. Mithilfe dieser verschiedenen Ansätze wurden zwei neue Hilfsangebote entwickelt.

Hilfsangebot für Männer mit Suizidrisiko: http://www.maenner-staerken.de

  • Die Informationsseite soll Männern helfen, die eigene Situation einzuschätzen und über suizidales Erleben und Verhalten informieren. 

Was sind Warnzeichen für und Wege aus einer Krise? 

Männlichkeit und psychische Krise, wie passt das zusammen? 

Das Angebot gibt auch Orientierung: 

Kann überhaupt jemand helfen? 

Welche Hilfen sind wann und wie erreichbar? 

Wie kann ich die eigene Not ansprechen? 

Komme ich gegen meinen Willen in die Psychiatrie, wenn ich über Suizidgedanken spreche? 

Zahlreiche Videos mit Schilderungen von betroffenen Männern und Expert:innen sollen Perspektiven in scheinbar ausweglosen Situationen schaffen und das Thema entstigmatisieren.

E-Learning Programm für Angehörige von Männern mit Suizidrisiko: 

http://www.hilfe-fuer-angehoerige.de

Das kostenlose E-Learning-Programm dient Angehörigen von Männern in einer suizidalen Krise. 

Es besteht aus vier Modulen mit medizinisch-wissenschaftlichen Inhalten zu Suizidalität, Videos mit Expert:innen, Betroffenen sowie Hörspielen und Informationsmaterial. 

Das Programm soll Angehörige im Umgang mit Personen in suizidalen Krisen unterstützen, Hilfsangebote aufzeigen, Kommunikationsstrategien vermitteln und für die Wahrnehmung der eigenen Belastung sensibilisieren. Das Angebot wird von einer wissenschaftlichen Studie an der Medical School Berlin begleitet und evaluiert.

Der Forschungsverbund „MEN-ACCESS – Suizidprävention für Männer“ wird gefördert vom GKV-Bündnis für Gesundheit, eine gemeinsame Initiative der gesetzlichen Krankenkassen zur Weiterentwicklung und Umsetzung von Gesundheitsförderung und Prävention: 

https://www.suizidpraevention-menaccess.de/forschungsverbund

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Hilfsangebot für Männer
Prof. Dr. Heide Glaesmer
Universitätsmedizin Leipzig
E-Mail: men-access@medizin.uni-leipzig.de
Tel.: 0341 9718801


Hilfsangebot für Angehörige
Prof. Dr. Birgit Wagner
Medical School Berlin
E-Mail: birgit.wagner@medicalschool-berlin.de

Goethestraße 6
04109 Leipzig
Deutschland
Sachsen 

Medizinische Fakultät: Anne Grimm Universität Leipzig

Telefon: 0341 97 15 790
E-Mail-Adresse: anne.grimm@medizin.uni-leipzig.de


Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte

http://www.maenner-staerken.de

 
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Dr. Jinqiang Wang und Dr. Zhen Gu: Blutzuckerspiegels von Diabetes-Patient*innen: Gesteuerte Insulin-Freisetzung bei besserer Blutzuckerspiegel regulierung

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Den Blutzucker besser regulieren

Durch Glukose schaltbare Insulin-Transporter

  • Patient*innen mit Diabetes Typ 1 leben mit ständigem Risiko von Über- und Unterzuckerungen. 
  • Eine genauer gesteuerte Insulin-Freisetzung könnte helfen, ihren Blutzuckerspiegel besser zu regulieren. 

In der Zeitschrift Angewandte Chemie stellt ein Forschungsteam jetzt eine neuartige durch Glukose schaltbare Insulin-Formulierung vor. 

Als Träger fungierende Lipid-Nanopartikel setzen je nach Zuckerspiegel mehr oder weniger Insulin frei. 

Den Blutzucker besser regulieren

 Den Blutzucker besser regulieren (c) Wiley-VCH

  • In unserem Körper wird der Insulin-Spiegel im Plasma hauptsächlich von β-Zellen der Bauchspeicheldrüse gesteuert und folgt den Schwankungen des Blutzuckerspiegels. 
  • Patient*innen mit Diabetes Typ 1 können kein oder nur sehr wenig Insulin produzieren und benötigen mehrmals täglich Injektionen eines schnell wirkenden und ein bis zwei Injektionen eines über längere Zeit wirkenden Insulins, um ihren Blutzuckerspiegel auf einem normalen Niveau zu halten. 
  • Alternativ tragen sie eine Insulin-Pumpe, die für eine kontinuierliche Infusion sorgt. 
  • Die Insulinformulierungen können nicht auf Änderungen des Blutzuckerspiegels reagieren, sodass der Blutzuckerspiegel nicht genau gesteuert werden kann. 
  • Wird Insulin überdosiert, eine Mahlzeit ausgelassen oder bei starker körperlicher Anstrengung zu wenig Kohlenhydrat zugeführt, steigt das Risiko einer akuten lebensgefährlichen Unterzuckerung.


Auf Glukose ansprechende Insulin-Formulierungen, die die Funktion von β-Zellen nachahmen, könnten die Insulin-Therapie verbessern. 

Verschiedene Ansätze mit Insulin-„Transportern“ aus Polymeren mit eingebauter Glukoseoxidase als Glukose-Detektor leiden jedoch unter zwei Problemen: 

Das Molekulargewicht der Polymerträger ist nicht einheitlich und Glukoseoxidase ist giftig, wenn sie im Organismus freigesetzt wird.

Das chinesische Team um Jinqiang Wang und Zhen Gu von der Zhejiang-Universität, dem Zhejiang-Krebskrankenhaus und der Universität von Hong Kong wählte jetzt einen anderen Ansatz, der auf biokompatiblen Nanopartikeln aus Lipiden mit einheitlichen chemischen Strukturen als Trägern basiert. Lipid-Nanopartikel wurden klinisch bereits breit für den Wirkstoff-Transport eingesetzt.

Ein Teil der Lipide wurde so modifiziert, dass die Oberflächen der durch Selbstaggregation entstehenden Nanopartikel viele positive Ladungen tragen. 

Insulinmoleküle mit negativer Ladung binden dann elektrostatisch an die Nanopartikel und werden bei normalem Zuckerspiegel langsam freigesetzt. 

Bei hohem Zuckerspiegel gehen bestimmte Lipide der Nanopartikel chemische Bindungen mit der Glukose ein, verringern dabei die positive Ladung der Oberfläche und beschleunigen die Freisetzung des Insulins erheblich. 

In Diabetes-Mäusen konnte der Blutzuckerspiegel so über sechs Stunden im Normbereich gehalten werden. 

Nach Glukoseinjektion sank der Blutzuckerspiegel der behandelten Diabetes-Mäuse genauso rasch auf ein normales Niveau wie bei gesunden Mäusen.

Zukünftig könnte eine Kombination der Glukose-responsiven Insulinformulierung mit einem Abgabegerät, das über einen tragbaren elektronischen Zuckerdetektor gesteuert wird, die Regelung des Blutzuckerspiegels von Diabetes-Patient*innen deutlich verbessern.


Autor/-in: Zhen Gu, University of California Los Angeles (USA), 

https://samueli.ucla.edu/people/zhen-gu/

Angewandte Chemie, Postfach 101161, 69451 Weinheim, Germany.
Die "Angewandte Chemie" ist eine Publikation der GDCh.


Originalpublikation für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte

https://doi.org/10.1002/ange.202303097

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Dr. Karin J. Schmitz 

Varrentrappstraße 40-42
60486 Frankfurt am Main
Deutschland
Hessen

Maren Mielck

Telefon: 069/7917-327
Fax: 069/7917-1327
E-Mail-Adresse: m.mielck@gdch.de 

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.


Professor Dr. Bianca Müller: Schokolade enthält pharmakologisch wirksame, stimmungsaufhellende Substanzen wie etwa Theobromin, Aminosäure Tryptophan

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Deshalb lieben wir (Oster-)Schokolade

Das Osternest war in vielen Haushalten auch in diesem Jahr prall gefüllt. 

ZusatzLink zur Fachmitarbeit in der Charite  

Mit Ostereiern aber auch mit jeder Menge süßen Versuchungen. 

Allen voran, ein entzückend aussehendes, langohriges Wesen, verpackt in funkelnder Folie. 

Da kann kaum einer widerstehen! 

Warum ist das so? 

Professor Dr. Bianca Müller von der SRH Fernhochschule – The Mobile University - hat Antworten. 

Professor Dr. Bianca Müller leitet den Studiengang Ernährungswissenschaft und Prävention an der SRH Fernhochschule – The Mobile University.

 Professor Dr. Bianca Müller leitet den Studiengang Ernährungswissenschaft und Prävention an der SRH Fernhochschule – The Mobile University. SRH Fernhochschule 

Die Osterfeiertage liegen hinter uns. Die Ferien sind jetzt rum und manch einer bedient sich noch einmal großzügig an kleinen Schokoladen-Marienkäfern, hübschen Schoko-Eiern, gefüllt mit Likör oder Nougat und nascht vielleicht auch noch ein Stück vom Hasen-Öhrchen. Aber nur ein ganz kleines!

Doch dieses Vorhaben können nur die allerwenigsten Menschen umsetzen. 

Einmal angefangen, verschwindet meist direkt das ganze schokoladige Karnickel in unserem Mund. Ein Umstand, mit dem niemand allein ist.  

Denn Süßwaren erfreuen sich nicht ohne Grund größter Beliebtheit.

1,2 Millionen Tonnen Schokolade wurden 2022 in Deutschland produziert

Im letzten Jahr, in dem Krieg und Inflation zu insgesamt eher zurückhaltender Kauflust führten, mussten die deutschen Schokoladenhersteller die Produktion laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) um 1,7 Prozent erhöhen. Das ergibt aufs Jahr gerechnet einen Umfang von 1,2 Millionen TONNEN Schokolade. Weil sich das niemand vorstellen kann, hier ein bildhafter Vergleich:

  • Das ist so viel wie 240 Elefantenherden wiegen. 
  • Oder greifbarer: 
  • Jeder Deutsche verspeist im Jahr 9,56 Kilogramm Schokolade. Tendenz - seit Jahrzehnten - steigend.


Zusammensetzung, Geschichte, Psychologie: Deshalb können wir Schokolade nicht widerstehen

Doch woher kommt sie, die Lust auf das leckere Langohr? 

Professor Dr. Bianca Müller leitet die Studiengänge „Ernährungswissenschaft und Prävention“ und „Lebensmittelmanagement und -technologie“ an der SRH Fernhochschule – The Mobile University - und erklärt, warum sich niemand schuldig fühlen muss, weil er einfach nicht die Finger von Schoko und Co. Lassen kann: 

„Schokoladenosterhase oder auch Schokoladenweihnachtsmann haben natürlich etwas mit Tradition zu tun. Es gehört zur Kultur und wird als Teil dieser von den Eltern und Großeltern übernommen. Deshalb gehört das für die meisten einfach dazu.“

Wieviel Süße ist ZU süß? – Eine Frage des Trainings

Müller weiter: 

  • „Neugeborene haben eine angeborene Vorliebe für Süßes – das hat die Natur schlau eingerichtet, denn so wird sichergestellt, dass die süße Muttermilch gemocht wird und giftige und unreife Lebensmittel nicht verzehrt werden. 

Aber natürlich mögen auch noch viele Erwachsene den süßen Geschmack. 

Auch das zartschmelzende Mundgefühl der Schokolade wird als angenehm empfunden. 

Übrigens: Menschen die seltener süß essen, empfinden Schokolade häufig als zu süß. Man kann das eigene Süßempfinden also durch eine entsprechende Ernährung durchaus beeinflussen!“

  • Stimmungsaufhellende Substanzen in der Schokolade machen glücklich


Doch nicht nur Gewohnheit und geschmackliche Vorlieben spielen eine Rolle. 

Professor Dr. Bianca Müller ergänzt: 

„Natürlich wissen wir alle, dass Schokolade aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht gerade gesund ist.  

Viele sagen aber auch „Schokolade macht glücklich“. 

Lassen Sie uns einmal überlegen, ob das an den Inhaltsstoffen liegen könnte…! 

  • Allein die Energiezufuhr hat bereits eine positive Wirkung auf unseren emotionalen Zustand – der Körper verdaut, wir entspannen uns und die Stimmung hebt sich. 
  • Außerdem enthält Schokolade pharmakologisch wirksame, stimmungsaufhellende Substanzen wie etwa Theobromin. 
  • Auch die Aminosäure Tryptophan ist enthalten – aus Tryptophan wird im Körper das Glückshormon Serotonin synthetisiert. 

All das reicht aber nicht aus, um die positive Wirkung der Schokolade zu erklären. 

Eine größere Rolle spielen psychologische Aspekte: 

  • Viele Menschen nutzen Schokolade zur Befriedigung emotionaler Bedürfnisse und setzen die Süßigkeit beispielsweise ein, um sich selbst zu belohnen, zu trösten oder abzulenken.“

Die Expertin fasst zusammen, dass alles in allem nichts gegen den Schokohasen spricht. 

Traditionen zu pflegen sei wichtig und süße Extras durchaus erlaubt. 

Vor allem, wenn man die Zeit nach dem Genuss mit Bewegung, wie zum Beispiel einem Spaziergang, verbindet.

Ein Fernstudium für noch mehr AHA!-Effekte

Damit hätten wir nicht nur eine gute Ausrede, sondern eine höchst wissenschaftliche, fundierte Erklärung für unsere Lust auf das süße Häschen. Diese und weitere Erkenntnisse zum Thema Ernährungswissenschaften erhalten Sie im Studiengang Ernährungswissenschaft und Prävention der SRH Fernhochschule - The Mobile University. 

Deshalb lieben wir (Oster-)Schokolade

Und bis dahin machen Sie sich kein schlechtes Gewissen mehr wegen des geplünderten Osternestes.

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Oberstarzt Prof. Dr. Peter Zimmermann: Bundeswehrangehörigen und die Wochenendbeziehungen und Herausforderungen von Auslandseinsätzen

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Neues Kinderbuch für Soldatenfamilien thematisiert psychische Erkrankungen

„Wie Papa wieder lachen lernt“ – unter diesem Titel hat das Zentralinstitut für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG) der KU ein neues Kinderbuch herausgegeben. 

Es versteht sich als „Mutmachbuch für Soldatenfamilien, wenn ein Elternteil seelisch erkrankt ist“.

Der im Herder-Verlag erschienene Band ist entstanden im Rahmen des „Mutmacher“-Projektes, für das die Deutsche Härtefallstiftung und die Katholische Familienstiftung für Soldaten mit dem Psychotraumazentrum der Bundeswehr kooperieren. 

Zielgruppe des neuen Buches sind Kinder zwischen vier und acht Jahren, aber auch Angehörige und Betroffene.

Zielgruppe des neuen Buches sind Kinder zwischen vier und acht Jahren, aber auch Angehörige und Betroffene. Constantin Schulte Strathaus Schulte Strathaus/upd

  • Ziel ist es dabei, für die Behandlung der Krankheitsbilder Angst und Depression ergänzende Hilfsangebote zu entwickeln und umzusetzen. 

Stabshauptmann Sven Loik von der Deutschen Härtefallstiftung und Vorstand Rainer Krotz von der Katholischen Familienstiftung überreichten den Band symbolisch bei einem Treffen in Berlin an Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann für die Katholische Militärseelsorge, Militärgeneraldekan Matthias Heimer für die Evangelische Militärseelsorge und Andras Hecker für die Jüdische Militärseelsorge. 

  • Das neue Kinderbuch soll durch die Militärseelsorge, den Sanitätsdienst, den Psychologischen Dienst der Bundeswehr und den Sozialdienst der Bundeswehr in der Arbeit mit Soldatenfamilien eingesetzt werden, wenn eine entsprechende seelische Belastung bei Eltern vorliegt.


Der Band richtet sich an Kinder von vier bis acht Jahren und wurde seitens des ZFG von Dr. Peter Wendl, Alexandra Ressel und Peggy-Puhl-Regler gemeinsam mit der Illustratorin Ilonka Baberg konzipiert und umgesetzt. 

Die fachliche Beratung erfolgte durch Oberstarzt Prof. Dr. Peter Zimmermann vom Psychotraumazentrum der Bundeswehr. 

„Angst und Depression sind als Krankheitsbilder in unserer Gesellschaft stark verbreitet. 

 Bundeswehrangehörige können in ihrem Beruf wiederum speziellen Belastungen ausgesetzt sein – etwa durch Einsätze in Krisengebieten oder jahrelange Pendler- und Fernbeziehungen. 

Liegt tatsächlich eine seelische Erkrankung vor, wirkt sie sich auch auf das familiäre Umfeld und insbesondere die Kinder von Betroffenen aus“, erläutert Dr. Peter Wendl.

Altersgerecht erklärt das Buch, warum Mama oder Papa verändert und oft traurig sind. 

Damit will das Autorenteam den Kindern dabei helfen, ihre eigene Wahrnehmung besser einzuordnen und Bedürfnisse und Ängste zu artikulieren. Wendl schildert: 

„Kinder haben am allerwenigsten die Möglichkeit, starke Veränderung bei den Eltern zu verstehen und suchen deswegen nicht selten die Schuld bei sich selbst oder werden immer stiller, um kranke Eltern nicht zu stören.“

  • Beim Vorlesen des Kinderbuches können aber auch erwachsene Angehörige und Betroffene Impulse für sich selbst erhalten bzw. kann die Therapiearbeit durch den Band bereichert werden. 

Zudem ist es ein Anliegen der Beteiligten, einer generellen gesellschaftlichen Unsicherheit mit Krankheitsbildern wie Angst, Depression oder auch Traumata entgegenzuwirken.

Das Buch setzt zugleich eine Kinderbuchreihe des ZFG fort, die in Kooperation mit dem Katholischen Militärbischofsamt (KMBA) vor einigen Jahren rund um Wochenendbeziehungen und Herausforderungen von Auslandseinsätzen begonnen wurde. 

In ihrem jüngsten Jahresbericht führt die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Dr. Eva Högl, explizit diese Reihe als Beispiel an „für das Engagement der Seelsorge, um Soldatinnen und Soldaten mit Kinder im Alltag beizustehen“. 

Das ZFG kooperiert seit über 20 Jahren mit dem KMBA zur Erforschung der Auswirkungen des Soldatenberufs auf Partnerschaft, Familie und Erziehung sowie für die Begleitung von Familien und Paaren im Kontext von Auslandseinsätzen, Fernbeziehungen oder Krisenphasen.

  • Alle Bundeswehrangehörigen können ein kostenloses Exemplar des Buchs in ihrem Militärpfarramt, im Bundeswehrkrankenhaus oder Sanitätsunterstützungszentrum, dem Sozialdienst oder dem Psychologischen Dienst der Bundeswehr anfordern, solange der Vorrat reicht. 

Der Band kann außerdem im Buchhandel erworben werden über die ISBN: 978-3-451-71705-5. 

Neues Kinderbuch für Soldatenfamilien thematisiert psychische Erkrankungen

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Dr. Peter Wendl (wissenschaftlicher Projektleiter am Zentralinstitut für Ehe und Familie in der Gesellschaft ZFG

peter.wendl@ku.de

 Dipl.-Journ. Constantin Schulte Strathaus 

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