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Corona-Patienten: Genug Akutbetten - zu wenig Pflegepersonal

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Genug Betten, aber zu wenig Pflegepersonal für Corona-Patienten

Wenn die Zahl von Corona-Patienten in Deutschland steigen sollte, hat Deutschland voraussichtlich genug Akutbetten, aber zu wenig Pflegepersonal für ihre Betreuung. 

Das errechnete jetzt Prof. Bernd Mühlbauer, der an der Westfälischen Hochschule Gesundheitsmanagement lehrt. 


Gesundheitsmanager Prof. Bernd Mühlbauer hat nachgerechnet, ob Deutschland genügend Krankenhausbetten und Pflegepersonal für Corona-Patienten hat.
 Gesundheitsmanager Prof. Bernd Mühlbauer hat nachgerechnet, ob Deutschland genügend Krankenhausbetten und Pflegepersonal für Corona-Patienten hat.
Foto: WH/BL Westfälischer Hochschule
 
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rät bei der Behandlung der Corona-Epidemie zu Wachsamkeit und guter Vorbereitung. 

Wie gut die Versorgungskapazitäten sind, rechnete Prof. Bernd Mühlbauer, Gesundheitsmanager an der Westfälischen Hochschule, jetzt nach. Grundlage seiner Berechnungen ist die Spanne zwischen der durchschnittlichen Belegung der Krankenhäuser und ihrer möglichen maximalen Kapazität.

  • „Bei maximaler Auslastung aller verfügbaren Krankenhausbetten und einer Isolationsdauer infizierter Patienten von etwa zwei Wochen können in Deutschland theoretisch fast zwei Millionen Patienten im Jahr versorgt werden. 

Tatsächlich ist es aber nur ein Drittel davon, wenn die Patienten in Einzelzimmern isoliert werden müssen.

 Das führt zu einer durchschnittlichen Aufnahmekapazität von einem Patienten pro Tag und Krankenhaus“, so Mühlbauer.

Dass sich die Patienten jedoch statistisch gleichmäßig verteilen, ist kaum zu erwarten. 

  • Das Nadelöhr für die Patientenbetreuung ist für Mühlbauer die Personallage in den Krankenhäusern: 

„Zusätzliches Personal ist faktisch nicht zu beschaffen.“

Folglich steige die Belastung für das ärztliche und pflegerische Personal, was wiederum zu Fehlzeiten infolge von Erkrankungen des Personals führen kann und damit zu einer weiteren Belastung der übrigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Mühlbauers Rat:

Wichtig sei es, Verdachtsfälle frühzeitig, sprich vor der Krankenhauseinweisung zu diagnostizieren und sie so lange unter der Kontrolle der Gesundheitsämter zuhause zu isolieren. 

  • So könne eine zu hohe Einweisungsrate „bei Verdacht“ verhindert werden.


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Sepsis: Infektion mit Bakterien, Pilzen oder Viren

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Maßgeschneiderte Immuntherapie bei Sepsis

Die personalisierte Immuntherapie gibt Hoffnung, die Sterblichkeit bei Sepsis-Patienten zu senken. 

Das neue Forschungsprojekt ImmunoSep, eine internationale Zusammenarbeit von 14 Partnern, erforscht den Nutzen der Präzisionsmedizin zur Behandlung dieser lebensbedrohlichen Erkrankung und ebnet gleichzeitig den Weg für weitere Forschung auf diesem Gebiet. 

Das vom Radboud University Medical Center, Nijmegen, Niederlande, koordinierte Projekt wird in den nächsten vier Jahren mehr als zehn Millionen Euro aus dem Rahmenprogramm „Horizon 2020“ der Europäischen Union erhalten. 

Die Universität Bonn ist daran beteiligt und erhält rund 750.000 Euro Fördermittel.  
  • Sepsis ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch die Reaktion des Körpers auf eine Infektion mit Bakterien, Pilzen oder Viren verursacht wird. 
  • Am häufigsten betrifft sie Erwachsene über 65 Jahre, Kinder unter einem Jahr, Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Lungenkrankheiten, Krebs und Nierenerkrankungen sowie Patienten mit einem geschwächten Immunsystem. 

Sepsis tritt mit schätzungsweise 50 Millionen Fällen weltweit pro Jahr auf.

Sie ist eine der häufigsten Todesursachen für Krankenhaus-Patienten in europäischen Ländern mit einer hohen Sterblichkeitsrate von 30 bis 40 Prozent.

Auch wenn die Verschreibung von Antibiotika und die Einrichtung von Intensivstationen die Zahl der Sepsis-bezogenen Todesfälle bereits stark reduziert haben, soll die Einführung eines Immuntherapie-Ansatzes den Ausgang der Krankheit für die Betroffenen deutlich verbessern.

Hier kommt ImmunoSep ins Spiel. Während frühere Studien einen einheitlichen Behandlungsansatz gefördert haben, konzentriert sich dieses multinationale Projekt auf die Erforschung der personalisierten Immuntherapie. 

„Zum Wohle des Patienten wird ImmunoSep neuartige wissenschaftliche Grundprinzipien auf die direkte klinische Praxis anwenden.

Wir haben das Projekt daher an der Schnittstelle zwischen Spitzenwissenschaft, translationalen und klinischen Programmen und der Integration der Sozialwissenschaften in die tägliche klinische Praxis positioniert.

Unser Ziel ist eine rasche Umsetzung `von der Idee zur Anwendung´, ausgehend von der molekularen Grundlagenforschung bis hin zur translationalen Medizin und Epidemiologie“, sagt Prof. Mihai Netea.

Er ist Leiter der Abteilung für Experimentelle Medizin, Abteilung für Innere Medizin am Radboud University Medical Center (RadboudUMC), sowie Abteilungsleiter für Immunologie und Stoffwechsel am Life & Medical (LIMES) Institut der Universität Bonn. Zusammen mit Prof. Evangelos Giamarellos-Bourboulis von der National and Kapodistrian University of Athens koordiniert er ImmunoSep.

„Mit Hilfe modernster Sequenziertechnologien an Immunzellen im Blut von Sepsis-Patienten versuchen wir, Muster in den zellulären Programmen zu finden, die uns helfen, diejenigen Patienten zu identifizieren, die eine zusätzliche Therapie erhalten“, sagt Prof. Dr. Joachim L. Schultze, Mitglied des Exzellenzclusters ImmunoSensation und Leiter der Plattform für Single Cell Genomics und Epigenomics an der Universität Bonn und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) sowie Leiter der Abteilung Genomik & Immunregulation am LIMES-Institut der Universität Bonn.

„Wir wollen einen neuen Weg zur Behandlung schwerer Infektionen durch eine personalisierte Behandlung eröffnen, die einen qualitativen Sprung im Ergebnis der Sepsis darstellen und eine Grundlage für die künftige Präzisionsmedizin bei immunologischen Erkrankungen schaffen kann“, sagt Prof. Giamarellos. ImmunoSep bringt Partnerinstitutionen aus Österreich, Frankreich, Griechenland, Deutschland, Israel, den Niederlanden, Rumänien, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich zusammen. Projektauftakt ist bei einem ersten Treffen vom 10. bis 11. Februar 2020 in Nijmegen, Niederlande.

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Untersucher-CAVE: Statine - Cholesterinsenker - Muskelschmerzen/Muskelsymptome?

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Cholesterinsenker: Forscherinnen kommen Ursache von Muskelschmerzen durch Statine auf die Spur

Patienten, die Statine einnehmen, um ihren Cholesterinspiegel im Blut zu senken, klagen relativ häufig über Muskelbeschwerden. 

Warum diese auftreten, ist bislang weitgehend ungeklärt. 

In einer aktuellen Studie haben die Pharmazeutinnen Professor Alexandra K. Kiemer und Jessica Hoppstädter von der Universität des Saarlandes einen möglichen ursächlichen Zusammenhang gefunden: 

  • Statine führen ihren Ergebnissen zufolge dazu, dass der Körper vermehrt ein Protein namens „Gilz“ produziert, das die Muskelzellen beeinträchtigt.

Ihre Studie veröffentlichen die Forscherinnen in der Fachzeitschrift „The FASEB Journal“: https://faseb.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1096/fj.201902557RRR



Prof. Dr. Alexandra K. Kiemer und ihre Arbeitsgruppe bringen erstmals Statine und ihre Muskel-Nebenwirkungen mit dem Protein "Gilz" in Verbindung.Prof. Dr. Alexandra K. Kiemer und ihre Arbeitsgruppe bringen erstmals Statine und ihre Muskel-Nebenwirkungen mit dem Protein "Gilz" in Verbindung. Foto: Iris Maurer


Cholesterinsenker zählen weltweit zu den meistverordneten Arzneimitteln.

Ärzte greifen dabei vor allem nach Statinen, die im Allgemeinen gut verträglich sind.

Relativ häufig klagen die Patientinnen und Patienten jedoch über Muskelsymptome, die in Form von Schmerzen oder einer Muskelschwäche auftreten können.

„Zahlen aus klinischen Anwendungsstudien zufolge treten diese in fünf bis zu 29 Prozent der Fälle auf. Sowohl ältere und weibliche Patienten, aber auch Personen, die körperlich aktiv sind, scheinen ein höheres Risiko zu tragen“, erklärt Alexandra K. Kiemer, Professorin für Pharmazeutische Biologie an der Universität des Saarlandes. Im Jahr 2018 wurden in Deutschland über sechs Millionen Patientinnen und Patienten mit Statinen behandelt. Daher ist von mehreren Hunderttausend bis zu 1,8 Millionen Betroffenen auszugehen, bei denen Muskelbeschwerden auftreten.

Welche Vorgänge dabei im Körper genau ablaufen und die Symptome auslösen, ist bis heute ungeklärt.

Alexandra K. Kiemer und ihre Forschergruppe könnten nun die tatsächliche Ursache der Muskelschmerzen gefunden haben:  

Sie machen ein Protein namens „Gilz“ für die entsprechenden Vorgänge im Körper verantwortlich.

„Gilz ist eine Kurzform für Glucocorticoid-induzierter Leuzin Zipper“, erklärt Kiemer. Ihre Arbeitsgruppe befasst sich seit Jahren und in vielen Studien mit diesem Protein.

„Eigentlich ist die Hauptfunktion von Gilz im Körper, Entzündungsprozesse zu unterdrücken.

  •  Statine schützen vor Herzinfarkten einerseits, indem sie den Cholesterinspiegel senken, andererseits aber auch, indem sie Gefäßentzündungen verringern. 

Daher vermuteten wir einen Zusammenhang zwischen Statinen und Gilz.

 Links: Zellkulturen mit reifen Muskelfasern (grün). Mitte: Verringerte Differenzierung in Muskelfasern nach Statin-Behandlung. Rechts: Ohne Gilz: Mit Statinen behandelte Zellen bleiben ungeschädigt.
Links: Zellkulturen mit reifen Muskelfasern (grün). Mitte: Verringerte Differenzierung in Muskelfasern nach Statin-Behandlung. Rechts: Ohne Gilz: Mit Statinen behandelte Zellen bleiben ungeschädigt. Mikroskop-Aufnahme: Jenny Vanessa Valbuena Perez

Unsere Daten weisen darauf hin, dass Gilz im Körper Gutes, aber auch Schlechtes bewirken kann“, erläutert die Pharmazeutin. Sie bringt das Protein erstmals mit den Statinen und ihren Nebenwirkungen in Verbindung.

Auf diesen Anfangsverdacht hin analysierten die Pharmazeutinnen für ihre Studie zunächst zahlreiche Datensätze aus weltweit verfügbaren Forschungsdatenbanken: Sie werteten diese daraufhin aus, ob Statine Gilz beeinflussen. Nachdem ihr Verdacht sich erhärtet hatte, konnten die Forscherinnen ihre Vermutung in Versuchsreihen an lebenden Zellen bestätigen.

„Statine bewirken, dass das Protein Gilz in den Zellen vermehrt gebildet wird. 
  • Dadurch beeinträchtigen sie die Muskelzellen. 
  • Denn die vermehrte Gilz-Produktion führt dazu, dass die Muskelzellen eher absterben.
  • Zusätzlich wird die Bildung neuer Muskelfasern gehemmt“, erklärt Kiemer. Die Forscherinnen schalteten daher Gilz in lebenden Zellen aus und beobachteten dann die Wirkung der Statine. 

„Wenn wir die Behandlung mit Statinen an Muskelzellen oder ganzen Muskelfasern durchführen, bei denen Gilz genetisch ausgeschaltet wurde, bleibt die eben beschriebene Schädigung praktisch komplett aus“, stellt die Wissenschaftlerin fest.

Es gibt Hinweise darauf, dass besonders körperlich aktive Menschen nach der Einnahme von Statinen unter den Muskelsymptomen leiden. 

Zudem scheinen Statine den Trainingserfolg zu beeinträchtigen. 

Die Pharmazeutinnen um Alexandra K. Kiemer planen daher eine neue Studie gemeinsam mit der Sportmedizinerin Anne Hecksteden aus der Arbeitsgruppe von Professor Tim Meyer an der Universität des Saarlandes:

„Wir haben Hinweise darauf, dass es einen Zusammenhang zwischen Statinen, körperlichem Training und dem Protein Gilz gibt und diesen wollen wir näher beleuchten“, erklärt Alexandra K. Kiemer.

Die Studie ist in der Fachzeitschrift „The FASEB Journal“ veröffentlicht: "The Glucocorticoid-Induced Leucine Zipper Mediates Statin-Induced Muscle Damage", https://faseb.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1096/fj.201902557RRR
DOI: 10.1096/fj.201902557RRR

Cholesterinsenker: Forscherinnen kommen Ursache von Muskelschmerzen durch Statine auf die Spur

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Die Studie ist in der Fachzeitschrift „The FASEB Journal“ veröffentlicht: "The Glucocorticoid-Induced Leucine Zipper Mediates Statin-Induced Muscle Damage", https://faseb.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1096/fj.201902557RRR
DOI: 10.1096/fj.201902557RRR

Gefährdungen durch die psychische Belastung der Arbeit

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Psychosozialen Risiken im Betrieb wirksam begegnen

Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet Arbeitgeber, die Arbeit so zu gestalten, dass Gefährdungen für die Gesundheit vermieden werden. 

  • Das schließt auch Gefährdungen durch die psychische Belastung der Arbeit ein, etwa infolge zu hoher Arbeitsmengen oder überlanger Arbeitszeiten. 

Mit dem Feldforschungsprojekt „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung in der betrieblichen Praxis“ untersuchte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) konkrete Vorgehensweisen in den Betrieben. Erkenntnisse und Schlussfolgerungen des Projektes hat die BAuA jetzt in einem gleichnamigen baua: Bericht kompakt veröffentlicht. 
 
In der Studie wird anschaulich, dass psychosoziale Risiken komplexe Beurteilungs- und Gestaltungsprobleme sind, die sich mit den im betrieblichen Arbeitsschutz vertrauten Verfahrensweisen nicht ohne weiteres lösen lassen.

Nur in einer Minderheit der Betriebe liegen bislang Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastung vor.

Kleine Betriebe führen mehrheitlich keine Gefährdungsbeurteilung durch, aber auch viele große Betriebe lassen psychosoziale Risiken in der Gefährdungsbeurteilung häufig außen vor. 

Die im Projekt vorgenommenen Feldstudien machten gleichwohl auch deutlich, dass zielgerichtete Maßnahmen zur Vermeidung von psychosozialen Risiken nicht nur und ausschließlich im Rahmen von Gefährdungsbeurteilungen unternommen werden, sondern mitunter unabhängig davon auch in anderen Kontexten, in denen Arbeit im Betrieb tagtäglich bewertet und gestaltet wird. 

  • Die Studie belegt exemplarisch, dass zielgerichtete Maßnahmen zur Reduzierung psychosozialer Risiken im Betrieb in ganz unterschiedlichen Kontexten nötig und möglich sind, 
  • in der Arbeitszeit- und Leistungspolitik,
  • in der Personalplanung,
  • in der Qualifizierung, 
  • als Aufgabe fürsorglicher Mitarbeiterführung,
  • ebenso wie als Bestandteil professioneller Berufsausübung. 

Im Interesse des Gesundheitsschutzes gilt es, Anstrengungen zur Gefährdungsvermeidung in allen diesen Kontexten systematisch und zielgerichtet zu fördern.

  • Die Ergebnisse der Studie helfen, Herausforderungen und Schwierigkeiten des Umgangs mit psychosozialen Risiken besser zu verstehen. 

Sie machen aber auch die vielfältigen Möglichkeiten und Lösungsansätze deutlich, die in der betrieblichen Praxis erschlossen und genutzt werden.

Eine umfangreiche Liste der Publikationen von Projektergebnissen rundet den baua: Bericht kompakt ab.

„Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung in der betrieblichen Praxis. Erkenntnisse und Schlussfolgerungen aus einem Feldforschungsprojekt“; Dr. David Beck, Dr. Katja Schuller; baua: Bericht kompakt; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2020. 3 Seiten, DOI: 10.21934/baua:berichtkompakt20200115.

Den baua: Bericht kompakt gibt es im PDF-Format zum Herunterladen im Internetangebot der BAuA unter

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink.

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des BMAS. Sie betreibt Forschung, berät die Politik und fördert den Wissenstransfer im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem erfüllt die Einrichtung hoheitliche Aufgaben im Chemikalienrecht und bei der Produktsicherheit. An den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz arbeiten über 700 Beschäftigte.
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Untersucher-CAVE: Lebensbedrohliche Herzmuskelentzündung - Impella-Pumpe

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Rettende Pionierarbeit

DHZB-Mediziner konnten einer 37-jährigen Frau mit lebensbedrohlicher Herzmuskelentzündung ein Kunstherz oder eine Transplantation ersparen – dank einer schlauchförmigen Mikropumpe direkt im Herzen. 

Das System – eigentlich nur für den kurzfristigen Betrieb konzipiert – unterstützte den Kreislauf über Wochen, so dass die Entzündung erfolgreich medikamentös therapiert werden konnte. 

Dr. Felix Schönrath, Franziska Bleis und PD Dr. Evgenij Potapov
Dr. Felix Schönrath, Franziska Bleis und PD Dr. Evgenij Potapov Maier/DHZB
 
Franziska Bleis aus Teltow bei Berlin steht mitten im Leben: in einer glücklichen Partnerschaft, als Mutter einer 8-jährigen Tochter und Personalleiterin einer großen kardiologischen Praxis.

  • „Ein grippaler Infekt, der sich ein bisschen auf die Lungen gelegt hat“, denkt sie, als sie Anfang Dezember nach einer Erkältung erste Atembeschwerden bekommt. 
  • Was sollte auch Schlimmes sein? Schließlich ist sie erst 37 Jahre alt, sportlich und kerngesund. 

Auch der Hausarzt bestätigt die Einschätzung seiner Patientin.



 Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Unterstützung für Labor+Hausärzte

Doch am Abend des 15. Dezember wird aus den Beschwerden plötzlich Luftnot. 

Als biologisch-technische Assistentin und durch ihre kardiologische Praxiserfahrung weiß Franziska Bleis, dass sie nun sofort ins Krankenhaus muss.

Im Berliner Helios-Klinikum Emil von Behring stellt das Ärzteteam sofort die richtige Diagnose: 

Ursache der Atemnot ist nicht die Lunge, sondern eine schwere Entzündung des Herzmuskels. Noch in der Nacht verschlechtert sich der Zustand der Patientin rapide. Der EF-Wert, ein Maß für die Pumpfunktion des Herzens, liegt bei gesunden Menschen bei mindestens 55 Prozent.

Bei Franziska Bleis werden noch 10 Prozent gemessen.

Über einen Katheter schieben die Ärzte deshalb eine schlauchförmige „Impella“-Pumpe von der Leiste aus direkt in Franziska Bleis‘ Herz und retten ihr damit das Leben.

Dann wird sie ins Deutsche Herzzentrum Berlin verlegt.

Hier stehen die Spezialisten und ihre Patientin vor einer schwierigen Entscheidung. Denn eigentlich ist die Impella-Pumpe nur als Notfall-System für wenige Stunden zugelassen.

Als dauerhafte Lösung kämen nun eine Herztransplantation oder die Implantation einer langfristigen Kreislaufpumpe in Frage.

  • Eine Transplantation ist wegen der langen Wartezeiten aber keine realistische Alternative und bei einer akuten Myokarditis auch nicht möglich. 

Für den Einsatz einer dauerhaften Kreislaufpumpe wäre eine offene Herz-OP nötig – die die Ärzte ihrer Patientin aber ersparen wollen. Denn ihres Erachtens besteht die Chance, dass sich Franziska Bleis‘ Herz wieder erholen könnte. Und diese Chance beschließen Ärzte und Patientin zu nutzen.

Oberarzt Dr. Evgenij Potapov, Leiter des Kunstherzprogramms am DHZB, implantiert nun eine neue „Impella“ in Franziska Bleis‘ Herz.

Diesmal allerdings nicht über die Leiste, sondern über die Arterie an der Achsel. 

Vorteil dieser Variante: Die Patientin kann später einmal aufstehen und – unter ständiger intensiver Überwachung – am vorsichtigen Training ihres Herz-Kreislauf-Systems mitwirken.

Drei Wochen lang liegt Franziska Bleis auf der Intensivstation, bekommt Medikamente gegen die Entzündung. Ärzte und Pflegende sind jede Minute darauf vorbereitet, dass die Impella-Pumpe im Langzeitbetrieb versagen könnte. Doch das System hält – und sehr langsam, aber stetig, gewinnt Franziska Bleis‘ Herz seine Kraft zurück. Anfang Februar läuft sie bereits wieder mühelos über die Station, das Pump-Aggregat kann sie auf einem Rollständer neben sich herschieben.

Mit jedem Tag sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die junge Frau eine dauerhafte künstliche Herzpumpe oder gar ein Spenderherz benötigt.

Auch in den aus dem Herzen über einen Herzkatheter entnommen winzigen Proben bestätigt sich eine deutliche Besserung der Entzündung. 

Mit diesem Wissen und verschiedenen Tests, die eine Verbesserung der Pumpleistung bestätigen, entschließen sich die Ärzte am 4. Februar, die Impella wieder zu entnehmen.

„Bisher wurde ein so langfristiger Impella-Einsatz noch nicht sehr häufig durchgeführt, deshalb bewegen wir uns auf klinisch noch unbekanntem Terrain“, sagt Oberarzt Dr. Felix Schönrath, kardiologischer Leiter des Herzinsuffizienz- und Transplantationsprogramms am DHZB:

„Wir freuen uns aber sehr, dass wir mit dieser Pionierarbeit unserer Patientin so gut helfen konnten und hoffen, diesen Erfolg auch wiederholen zu können.

 Leider ist in vielen Fällen eine Erholung des Herzmuskels ausgeschlossen, so dass diesen Menschen auch weiterhin nur mit ‚Kunstherzen‘ oder einer Transplantation geholfen werden kann.“

Franziska Bleis konnte jetzt aus dem DHZB entlassen werden.

Sie ist sich bewusst, dass ihre Erkrankung noch nicht vollständig überwunden ist, sie sich auch weiterhin schonen und häufigen Kontrollen unterziehen muss.

Aber ihre Zuversicht überwiegt – und die große Vorfreude auf Zuhause.

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Einladung zur FMS Fibromyalgie-Syndrom Vergleichsstudie

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Warum Gesunde für Kranke so wichtig sind! – Vergleichsstudie geht Fibromyalgie-Syndrom auf den Grund

Eine Mundspülung soll wichtige Informationen für die Schmerzforschung liefern. Wissenschaftler der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum rufen gesunde Frauen auf, an ihrer Vergleichsstudie teilzunehmen, um Hinweise zur Entstehung des Fibromyalgie-Syndroms zu finden. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Operationssaal  

 DNA-Strang: Mit Hilfe der DNA werden Erbinformationen von gesunden und kranken Teilnehmern verglichen.
DNA-Strang: Mit Hilfe der DNA werden Erbinformationen von gesunden und kranken Teilnehmern verglichen. pixabay

Warum Gesunde für Kranke so wichtig sind! – Vergleichsstudie geht Fibromyalgie-Syndrom auf den Grund 

Menschen mit einem Fibromyalgie-Syndrom (FMS) leben mit starken chronischen Schmerzen am gesamten Körper.

  • Aufgrund der Symptome leiden sie zusätzlich unter Schlafstörungen und großen psychischen Belastungen. 

Etwa drei Prozent der Bevölkerung sind von dieser Erkrankung betroffen, vor allem Frauen. 

Früher als Weichteilrheuma bezeichnet, konnte vor wenigen Jahren nachgewiesen werden, dass dem Syndrom eine Schädigung des Nervensystems zugrundeliegt, die einen muskulären Schmerz verursacht. 

Ein erster Nachweis zum besseren Verständnis war erbracht, die Ursachen aber noch nicht gefunden.

Wissenschaftler der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum suchen derzeit für ihre Vergleichsstudie gesunde Frauen, die mit Hilfe einer einfachen Mundspülung einen Beitrag leisten können, Hinweise zur Entstehung des Fibromyalgie-Syndroms zu finden.


Prof. Dr. Martin Diers ist zuständig für die Klinische und Experimentelle Verhaltensmedizin in der LWL-Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Ruhr-Universität Bochum.

Prof. Dr. Martin Diers ist zuständig für die Klinische und Experimentelle Verhaltensmedizin in der LWL-Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Ruhr-Universität Bochum. LWL-Universitätsklinikum Bochum/Kaltenhäuser

Prof. Dr. Martin Diers, zuständig für die Klinische und Experimentelle Verhaltensmedizin in der LWL-Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, benötigt für seine Studie dringend gesunde Probandinnen zwischen 40 und 60 Jahren, da vor allem Frauen vom FMS betroffen sind: 

„Gerade bei Vergleichsstudien sind wir auf die Daten von Gesunden und Kranken angewiesen, damit wir diese gegenüberstellen und Unterschiede generieren können. Nur so können wir ein genaues Krankheitsbild von Schmerz-Syndromen erfassen und dann gezielt Behandlungsfelder schaffen.“  
  • Viele Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden, erhalten nicht die richtige Behandlung, da es diese oftmals noch gar nicht gibt. 
  • Um Betroffene angemessen therapieren zu können, ist es daher zunächst wichtig, die Schmerzursache zu ermitteln und zu verstehen, wieso ein chronischer Schmerz überhaupt erst entsteht.

Die FMS-Studie befasst sich mit der Erforschung molekulargenetischer Faktoren.

Das heißt, mit Hilfe der über eine Mundspülung erfassten DNA werden die relevanten Erbinformationen von gesunden und kranken Teilnehmern verglichen.

Im Rahmen eines Fragebogens werden zusätzlich Informationen zur psychischen und körperlichen Befindlichkeit gesammelt und den DNA-Daten gegenübergestellt.

Hierfür schickt die Teilnehmerin den Fragebogen und das Gefäß mit der Mundspülung im frankierten Briefumschlag zurück. Es entstehen keine Kosten.
Interessierte können sich mit dem Stichwort „Gesunder Proband FMS-Forschung“ per E-Mail: verhaltensmedizin@rub.de anmelden. 

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Wann gehe ich wieder zur Arbeit.....? To work, or not to work, that is the question

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Krank zur Arbeit: 

Wie kommt die Forschung dem Präsentismus und seinen Folgen auf die Spur?

Die Grippewelle hat Europa wieder im Griff, und damit einher geht für viele Berufstätige die Frage: 

Wann gehe ich (noch oder wieder) zur Arbeit und wann bleibe ich besser zuhause? 

Welche Folgen entstehen für mich und für meine*n Arbeitgeber*in mit Blick auf Produktivität, Kosten und Zusammenarbeit? 

Studien zeigen, dass rund ein Drittel der Arbeitnehmer*innen auch krank zur Arbeit gehen. 

Heiko Breitsohl forscht an der Abteilung Personal, Führung und Organisation zum so genannten „Präsentismus“. 

In einer aktuellen Übersichtsarbeit kommt er gemeinsam mit Kolleg*innen zum Schluss: 

  • Wir wissen zu wenig über das „Phänomen Präsentismus“ und seine Bedeutung und Folgen werden gravierend unterschätzt. 
 
Präsentismus hat viele Ursachen, wie Heiko Breitsohl berichtet:

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Patientenbetreuung

„Viele Menschen arbeiten heute in prekären Beschäftigungsverhältnissen und haben daher die oft berechtigte Sorge, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.“

Die Untersuchungen zeigen aber auch andere Gründe auf:

 „Viele haben das Gefühl, dass sonst die Arbeit liegen bleibt und später umso geballter auf einen zukommt, oder sie haben ein starkes Verantwortungsgefühl gegenüber ihrer beruflichen Tätigkeit.

In manchen Unternehmen gibt es auch Regelungen, die vorsehen, dass es sich lohnt, nicht in Krankenstand zu gehen.

Dies sind beispielsweise Boni, die dann bezahlt werden, wenn man unter einer gewissen Anzahl an Krankenstandstagen bleibt.“

Oft sei es aber die Arbeitskultur in einem Team oder in einem Betrieb, die – eher unausgesprochen und zwischen den Zeilen – vermittelt, wie man sich zu verhalten hat.

Orientierungshilfe bietet da häufig die Führungskraft: 

„Geht sie krank arbeiten, hat das Einfluss auf das eigene Verhalten“, führt Heiko Breitsohl aus.

Die Frage, wie sich Präsentismus auf die Leistungsfähigkeit von Unternehmen auswirkt, steht nun zunehmend im Fokus der Forschung.

Offensichtlich ist, so Heiko Breitsohl:

  • „Für die Organisationen ist Präsentismus mit Produktivitätsverlusten und damit entstehenden Kosten verbunden, da ArbeitnehmerInnen, die krank zur Arbeit gehen, nicht ihre normale Produktivität aufrechterhalten können. 
  • Auf individueller Ebene führt Präsentismus zu einer Verschlechterung der Gesundheit und zu darauffolgenden längeren Ausfallzeiten.“

Im Detail ist die Sache aber noch komplizierter, insbesondere ist es schwierig, die Folgen des Präsentismus konkret zu messen:

„Präsentismus ist zum Teil ein unsichtbares Phänomen.“ 

In ihrer Arbeit „To work, or not to work, that is the question – Recent trends and avenues for research on presenteeism” zeigen Breitsohl und seine Kolleg*innen verschiedene Wege auf, wie sich Präsentismus und der damit einhergehende Produktivitätsverlust messen lassen können.

Insbesondere sei es kritisch zu sehen, wenn die Höhe der Kosten des Präsentismus geschätzt werden.

„Wir plädieren für einen sehr differenzierten Blick auf das Phänomen:

In welchen sozialen und kulturellen Kontexten tritt das Phänomen wie auf?

 Wie können wir die Palette kontextueller Unterscheidungen noch breiter aufstellen?

Um dem Präsentismus auf den Grund zu gehen, brauchen wir die aktive Zusammenarbeit vieler – auch disziplinärer – Perspektiven“, fasst Heiko Breitsohl zusammen.

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Originalpublikation:
S. A. Ruhle, H. Breitsohl, E. Aboagye, et.al. (2019) “To work, or not to work, that is the question” – Recent trends and avenues for research on presenteeism, European Journal of Work and Organizational Psychology, DOI: 10.1080/1359432X.2019.1704734



Stressassoziierter Erkrankung: Asthma / geringerer Schulerfolg

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Studie untersucht Auswirkung der Behandlung psychisch kranker Eltern auf deren Kinder

Kinder- und Jugendpsychologe Prof. Dr. Julian Schmitz und seine Kollegen des Instituts für Psychologie der Universität Leipzig untersuchen seit Beginn dieses Jahres, wie sich die Behandlung psychisch kranker Eltern auf deren Kinder auswirkt. 

Neben Forschern der Universität Leipzig sind derzeit Wissenschaftler aus sechs weiteren deutschen Universitäten an dieser Studie beteiligt. 

Prof. Dr. Julian Schmitz
Prof. Dr. Julian Schmitz Foto: privat
 
Im Interview erläutert Schmitz, wie sein Team durch Psychotherapie und ein ergänzendes Elterntraining die Lebensqualität und Erziehungskompetenzen der betroffenen Mütter und Väter in Alltagssituationen verbessern möchte.
  • Auch spricht er darüber, welche Chance diese Kinder auf ein eigenes Leben ohne psychische Probleme haben und ob es einen Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Elternschaft gibt.
Herr Prof. Schmitz, wie stark sind Kinder von der Krankheit ihrer Eltern und letztlich auch von deren Therapie beeinflusst?

Im Kindesalter ist die Erkrankung eines Elternteils mit verschiedenen Risikofaktoren für die Kinder verbunden, zum Beispiel der Entwicklung stressassoziierter Erkrankungen wie Asthma und geringerem Schulerfolg. Wie viele Kinder von dem Risiko betroffen sind, wird dadurch deutlich, dass weltweit jedes vierte Kind mit einem psychisch erkrankten Elternteil zusammenlebt. Studien zeigen auch, dass die Therapie des erkrankten Elternteils mit verbesserten Entwicklungsverläufen der Kinder verbunden ist, sodass Kinder von der Therapie der Eltern profitieren.  

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Arbeiten in der Pflege  

Beispielsweise sinkt die Stressbelastung der Kinder mit der Abnahme der Symptomschwere bei mütterlicher Depression.
  • Auch sind erkrankte Eltern häufig stressbelasteter als gesunde Eltern, weniger sensibel für die Bedürfnisse der eigenen Kinder und verfügen teils über eingeschränkte Erziehungskompetenzen. 
  • Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Kinder von der Stärkung der Erziehungsfertigkeiten des erkrankten Elternteils profitieren.

Was konkret wollen Sie im Rahmen des Projekts untersuchen?

Mit der Studie soll untersucht werden, welche Auswirkung die Psychotherapie des erkrankten Elternteils auf deren Kind beziehungsweise deren Kinder hat und ob die Teilnahme an einem Elterntraining mit weiteren Effekten verbunden ist. Außerdem sollen sogenannte Transmissionsmechanismen, also die Weitergabe von psychischen Erkrankungen zwischen Generationen, untersucht und Risikoprofile von Kindern psychisch kranker Eltern bestimmt werden.

Wie können Sie Eltern bei der Kindererziehung unterstützen?

In dem angebotenen Elterntraining soll eine liebevolle Eltern-Kind-Beziehung gefördert und Erziehungsfertigkeiten anhand von Alltagssituationen vermittelt werden. Der Schwerpunkt des Trainings liegt darin, die Kommunikation innerhalb der Familie zu stärken. Dazu gehört zum Beispiel angemessenes Grenzen setzen und der Umgang mit Gefühlen und Bedürfnissen.

Welche Chance haben die Kinder psychisch kranker Eltern auf ein späteres Leben bei guter psychischer Gesundheit?

Wichtig ist zu betonen, dass nicht alle Kinder psychisch kranker Eltern selbst erkranken. Kinder weisen häufig eine erstaunlich hohe Resilienz auf, das heißt sie meistern schwierige Lebenssituationen, wie die psychische Erkrankung eines Elternteils, ohne selbst psychische oder entwicklungsbezogene Beeinträchtigungen davonzutragen. Ist ein Elternteil schwer krank und ist ein Kind mit vielen Risikofaktoren konfrontiert, profitieren Eltern und Kinder von professioneller Unterstützung wie Psychotherapie sowie den Angeboten von Familienberatungsstellen und Selbsthilfegruppen. Wenn eine Familie entsprechende Unterstützungsangebote wahrnimmt, haben Kinder gute Chancen, selbst gesund zu bleiben.

Sind Eltern stärker als Kinderlose gefährdet, psychisch krank zu werden? Wenn ja, warum?

Ich denke bei dieser Frage gilt es zunächst zwischen ungewollter und gewollter Kinderlosigkeit zu unterscheiden. Ungewollte Kinderlosigkeit kann mit starkem Stresserleben und Gefühlen von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit einhergehen. Das Selbstbewusstsein und das Selbstbild werden in Frage gestellt. Gewollte Kinderlosigkeit kann demgegenüber eine bewusste Entscheidung gegen die Elternrolle sein, die nicht mit psychischen Beeinträchtigungen einhergehen muss. Trotzdem werden nicht alle ungewollt Kinderlosen psychisch krank und alle gewollt Kinderlosen nicht. Genauso wenig sind Eltern allgemein gefährdeter als Kinderlose, psychisch zu erkranken. Viele Eltern sind psychisch gesund und können sich einfühlen in ihre Kinder und deren Bedürfnisse.
Trotzdem stellt die Elternrolle hohe Anforderungen an jede Mutter und jeden Vater. Das Zurückstellen eigener Bedürfnisse, das Übernehmen von Verantwortung für das eigene Kind, die Begleitung von Krankheitsphasen und Entwicklungsschritten sind nur einige Themen, mit denen Eltern konfrontiert sind. Wenn Streitigkeiten in der Familie oder Paarkonflikte hinzukommen, wird das Stresserleben noch verstärkt. Einige Eltern durchleben durch die eigene Elternrolle auch Erinnerungen an die eigene Kindheit, was Gefühle von Freude, aber auch Wut oder Trauer hervorrufen kann. Entsprechend geht das Elternsein mit zahlreichen Herausforderungen einher, die eben auch zu psychischen Erkrankungen führen können.
Ob Eltern stärker gefährdet sind als Kinderlose, psychisch zu erkranken, wird in Fachkreisen kontrovers diskutiert. So zeigen Studien, dass Eltern eher an Depressionen und Ängsten erkranken als Kinderlose, wohingegen andere Forschungsergebnisse zeigen, dass Eltern glücklicher sind, mehr Sinn im Leben sehen und älter werden als Kinderlose. Um die Frage klarer beantworten zu können, sind weitere Studien dazu nötig.

Können Sie sagen, wie der Trend in Deutschland in den vergangenen Jahren war: Wie viele Kinder psychisch erkrankter Eltern haben selbst solche Probleme?

Psychische Erkrankungen von Eltern sind kein neues Phänomen.
Vor allem durch den Krieg wurde viel psychisches Leid ausgelöst, das in die nachfolgenden Generationen getragen wurde. Neu ist der Umgang mit psychischen Erkrankungen. Es wird zunehmend mehr dafür getan, dass die Stigmatisierung und Tabuisierung von psychischen Erkrankungen abnehmen und Hilfsangebote für Betroffene leichter zugänglich werden. Der Trend entwickelt sich dahin, dass für betroffene Eltern und Familien passende Hilfsangebote zur Verfügung stehen. Allerdings ist der Bedarf groß und die Wartelisten lang. Aktuell leben in Deutschland zwischen drei und vier Millionen Kinder und Jugendliche mit einem psychisch erkrankten Elternteil zusammen. Davon haben verschiedenen Studien zufolge 41 bis 77 Prozent ein erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens selbst psychisch zu erkranken.

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Prof. Dr. Julian Schmitz
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Kognitive Prozesse: Emotionen, Puls, Hautleitfähigkeit

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Kunst spricht für sich und lässt Herzen schneller schlagen

Informationen zu einem Kunstwerk haben keinen Einfluss auf das ästhetische Erlebnis von Museumsbesucherinnen und -besuchern. 

Viel stärker wirken sich die Eigenschaften eines Gemäldes selbst auf die Betrachtenden aus. 

Zu diesem Schluss kommen Psychologinnen und Psychologen der Universität Basel in einer neuen Studie. 
 
  • Beim ästhetischen Erleben handelt es sich um ein komplexes Zusammenspiel von Wahrnehmungsweisen und kognitiven Prozessen: 

Merkmale der Kunstwerke wie die Farbgebung und die dargestellten Inhalte spielen eine Rolle, aber auch individuelle Eigenschaften des Betrachters wie seine Fachkenntnis sowie kontextbezogene Faktoren – etwa der Titel eines Kunstwerks.

Wie Kontextinformationen zu den Kunstwerken das ästhetische Empfinden beeinflussen, haben Forschende der Universität Basel um die Psychologen Prof. Jens Gaab und Prof. Klaus Opwis in einer realen Ausstellungssituation untersucht. Insbesondere gingen sie der Frage nach, ob und wie sich verschiedene Arten von Informationen auf die ästhetische Erfahrung von Museumsbesucherinnen und -besucher auswirken.

Frühere Forschung hat gezeigt, dass Kontextinformationen die Wahrnehmung und das Erleben massgeblich prägen können – etwa wenn Wein den Konsumenten besser schmeckt, wenn sein Preis höher angegeben wird.

Studie unter realen Bedingungen

Für die vorliegende Studie betrachteten 75 Probanden an der «Future Present»-Ausstellung im «Schaulager» in Münchenstein sechs Gemälde verschiedener Künstler aus der Zeit des flämischen Expressionismus. Die Teilnehmenden wurden nach dem Zufallsprinzip in eine von zwei Gruppe zugeteilt und erhielten entweder einfache, beschreibende Informationen zu den Gemälden oder aber ausführliche, vertiefende Informationen wie zum Beispiel eine Interpretation.

Die Intensität ihrer ästhetischen Erfahrung bewerteten die Probanden einerseits mit einem Fragebogen. Andererseits massen die Forschenden die durch die Kunstbetrachtung ausgelösten Emotionen anhand von psychophysiologischen Daten wie der Herzfrequenz und der Hautleitfähigkeit.

Erläuternden Beschreibungen, so die Annahme der Forschenden, sollten sich stärker auf die kognitiven Prozesse und das ästhetische Erleben auswirken als beschreibende Informationen.

Kunstwerke beeinflussen Herzfrequenz

Die Ergebnisse zeigen aber, dass weder die beschreibende noch die erklärenden Informationen das ästhetische Empfinden beeinflussen. Zwischen den beiden Gruppen liessen sich keine Unterschiede nachweisen, nicht bei der subjektiven Einschätzung und auch nicht bei den körperlichen Reaktionen.

Hingegen wirkten sich die Eigenschaften der Kunstwerke selbst auf das ästhetische Erleben aus.

So waren die körperlichen Reaktionen einerseits stärker als vor Beginn der Kunstbetrachtung und unterschieden sich auch signifikant je nach Gemälde.

Das Kunstwerk, das die grösste Reaktion zum ästhetischen Erleben hervorrief, war James Ensors «Les masques intrigués» aus dem Jahr 1930. «Die Kunstwerke von Ensor wirken meist bizarr oder absurd, weshalb gerade diese besondere Ausdrucksweise möglicherweise die Betrachter zu extremeren Bewertungen verleitet hat», erklärt die Erstautorin Luisa Krauss.

Die im Journal «Psychology of Aesthetics, Creativity, and the Arts» veröffentlichte Studie relativiert somit die Bedeutung von Begleitinformationen und unterstreicht gleichzeitig, wie der Kontext des Museums das ästhetische Erleben beeinflusst. «Museumsbesucherinnen und -besucher brauchen nicht zwingend Informationen, um gesättigt aus einer Ausstellung zu laufen. Die Kunst spricht also für sich», fasst Prof. Jens Gaab zusammen.

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Originalpublikation:
Luisa Krauss, Celine Ott, Klaus Opwis, Andrea Meyer, Jens Gaab
Impact of contextualizing information on aesthetic experience and psychophysiological responses to art in a museum: A naturalistic randomized controlled trial
Psychology of Aesthetics, Creativity, and the Arts (2019), doi: 10.1037/aca0000280
http://doi.org/10.1037/aca0000280

TOP-Untersucherhinweis von Marika Vetter: Gabe von Cytotec (Misoprostol) zur Geburtseinleitung

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Stellungnahme zur Berichterstattung über „Cytotec zur Geburtseinleitung“

Recherchen der SZ und des BR hinsichtlich der Gabe von Cytotec (Misoprostol) zur Geburtseinleitung haben zu einem breiten Medienecho geführt. 

In einem ausführlichen wissenschaftlichen Statement beziehen die DGGG e. V., die AGG e. V. in der DGGG, die DGPM e. V., die DGPGM e. V. sowie die BLFG e. V. Stellung zum Einsatz des Medikaments und relativieren die einseitige Berichterstattung, um insbesondere eine mögliche Verunsicherung der Patientinnen zu vermeiden. 
 
Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG), die Arbeitsgemeinschaft für Geburtshilfe und Pränatalmedizin e. V. in der DGGG (AGG), die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) e. V., die Deutsche Gesellschaft für Pränatal- und Geburtsmedizin e. V. (DGPGM) sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Ärztinnen und Ärzte in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe e. V. (BLFG) möchten zur Berichterstattung über „Cytotec zur Geburtseinleitung“ Stellung nehmen.

Es wurde berichtet, dass mit „Cytotec“ ein Magenmedikament zur Geburtseinleitung verwendet wird, das in der Geburtshilfe „umstritten“ ist und in einer „bisher unveröffentlichten Umfrage“ in rund der Hälfte der deutschen Kliniken verwendet wird.

Es ist richtig, dass „Cytotec 200“ ein Medikament ist, das zum Schutz der Schleimhaut des Magens zugelassen wurde.

  • Der Wirkstoff „Misoprostol“, ein Prostaglandin-E1-Analogon, hat wie andere Wirkstoffe auch Effekte an verschiedenen Organen. 

Es führt so zum Beispiel an der Gebärmutter zu einer Reifung des Gebärmutterhalses und Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur, weshalb es auch zur Geburtseinleitung verwendet wird.
Entgegen der Berichterstattung ist der Wirkstoff Misoprostol zur Geburtseinleitung bei geburtshilflichen Experten nicht umstritten, weshalb fast alle Perinatalzentren höchster Ordnung diesen Wirkstoff verwenden.
  • Hierbei wird nicht „Cytotec 200“ genutzt, sondern ein Misoprostol-Präparat geringerer Dosierung.

Die Behauptung, dass sich die Ärzte hierbei lediglich auf „Erfahrungswerte und Anwendungsbeobachtungen stützen“, ist falsch; es gibt keinen Wirkstoff zur Geburtseinleitung, der ähnlich gut in Studien untersucht wurde!

Mittlerweile gibt es mehr als 80 randomisiert-kontrollierte Studien zur Verwendung von oralem Misoprostol zur Geburtseinleitung und dutzende randomisiert-kontrollierte Studien zur vaginalen Applikation.

Die Evidenz ist unstrittig: Der Wirkstoff Misoprostol ist das effektivste Medikament zur Geburtseinleitung und führt vor allem bei der oralen Anwendung zu weniger Kaiserschnitten als mit anderen Medikamenten (Dinoproston, Oxytocin).

Es ist korrekt, dass jedes Medikament potenzielle Nebenwirkungen haben kann.

Zu den seltenen Nebenwirkungen von Misoprostol gehören erhöhte Temperatur/Fieber, Zittern und Überstimulation.

In der Berichterstattung wurde von „in seltenen Fällen verstarben Mütter, nachdem ihre Gebärmutter nach der Gabe von Cytotec gerissen war“ gesprochen und sogar von „vielen mütterlichen Todesfällen“ und „mehrere Babys verstarben“ war die Rede.


Diese Einzelfälle betreffen vor allem Geburten, bei denen im Vorfeld eine Operation der Gebärmutter (z. B. Kaiserschnitt, Entfernung von Myomen oder Endometriose) erfolgte. 

Hier gibt es unabhängig von einer Geburtseinleitung immer das Risiko, dass es zu einer Uterusruptur mit entsprechendem erhöhtem Risiko für Mutter und Kind kommen kann.

  • In dieser Situation darf Misoprostol nicht zur Geburtseinleitung verwendet werden, was seit vielen Jahren bekannt ist und im klinischen Alltag beachtet werden muss. 
  • Ebenso dürfen Prostaglandin-Präparate (Misoprostol und Dinoproston) nicht gegeben werden, wenn Wehentätigkeit vorhanden ist, da dies zu Überstimulationen („Wehenstürmen“) führen kann. 

Komplikationen wie mütterliche und kindliche Todesfälle sowie peripartale Morbidität werden sehr wohl im Rahmen der Qualitätserhebung erfasst und an das IQTIQ (Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen) weitergeleitet.


„Cytotec 200“ ist nicht zur Geburtseinleitung zugelassen worden und darf daher nur im „Off-Label-Use“ hierfür verwendet werden. 

Da Zulassungsstudien fast aller Medikamente Kinder und Schwangere ausschließen, werden in der Geburtshilfe und Kinderheilkunde überwiegend Antibiotika, Bluthochdruckmittel und Medikamente zur kindlichen Lungenreifung „off-label“ angewendet.

Auch die in der Berichterstattung erwähnten „zugelassenen“ Alternativen (Prostaglandine, Oxytocin) zur Geburtseinleitung sind nur in bestimmten Situationen je nach Gebärmutterhalsbefund zugelassen. 
Nicht erwähnt wurde in der Berichterstattung, dass der Wirkstoff Misoprostol in vielen Ländern zur Geburtseinleitung zugelassen wurde – und somit eher eine Besonderheit in Deutschland besteht. 

Diese Präparate heißen nicht „Cytotec“, sondern beispielsweise Angusta® oder Vagiprost®. 

Auch wenn manche internationale Gesundheitsbehörden wie die französische ANSM vor „Cytotec“ warnten, wurde dort das niedriger dosierte Misoprostol-Präparat Angusta® genauso wie in allen skandinavischen Ländern zur Geburtseinleitung zugelassen. Nachdem es bis zum letzten Jahr mit Misodel® ein zugelassenes Misoprostol-Präparat zur Geburtseinleitung in Deutschland gab, soll auch Ende 2020 in Deutschland mit der Zulassung von Angusta® gestartet werden.

Angesichts dieser ganzen Datenlage sind wir irritiert über die aktuelle einseitige Berichterstattung, die zu einer unnötigen und gefährlichen Verunsicherung der Schwangeren und der in die Betreuung der Schwangeren eingebundenen Fachkräfte führt(e).

Die Frauenärztinnen und Frauenärzte in Deutschland engagieren sich seit Jahren für eine hohe Qualität auch in der Geburtshilfe. Daher werden Komplikationen kontinuierlich erfasst und diese an zentrale Stellen gemeldet. Wir können aus den Daten entgegen der Berichterstattung schlussfolgern, dass Frauen, die zur Geburt eingeleitet werden (und keine Gebärmutteroperation in der Anamnese haben) sogar ein niedrigeres Risiko für schwere Komplikationen erleiden.

Hinsichtlich der kindlichen Komplikationsraten muss immer das Risiko berücksichtigt werden, das zur Einleitung geführt hat.

Aktuell ist eine S2k-Leitlinie zur Geburtseinleitung der DGGG, der SGGG (Schweizer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) und der OEGGG (Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) in Erstellung. Nach Sichtung der Literatur wird die Verwendung von Misoprostol zur Geburtseinleitung in der DACH-Region im Einklang mit den anderen internationalen Leitlinien, z. B. USA (ACOG, American College of Obstetricians), Kanada (SOGC, Society of Obstetricians and Gynaecologists of Canada), Großbritannien (NICE, National Institute for Health and Care Excellence) und Frankreich (CNGOF, French national college of obstetricians and gynecologists), sowie der FIGO (International Federation of Gynaecology and Obstetrics) und der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization) empfohlen werden.

Die Stellungnahme wurde von Prof. Dr. med. habil. Sven Kehl und Prof. Dr. med. Michael Abou-Dakn verfasst.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.


Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) ist eine der großen wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie hat sich der Stärkung der Fachgebiete der Frauenheilkunde und Geburtshilfe verschrieben und fördert das gesamte Fach und seine Subdisziplinen, um die Einheit des Faches Frauenheilkunde und Geburtshilfe weiter zu entwickeln. Als medizinische Fachgesellschaft engagiert sich die DGGG fortwährend für die Gesundheit von Frauen und vertritt die gesundheitlichen Bedürfnisse der Frau auch in diversen politischen Gremien.

Die Arbeitsgemeinschaft für Geburtshilfe und Pränatalmedizin e. V.

Die Arbeitsgemeinschaft für Geburtshilfe und Pränatalmedizin e. V. (AGG) in der DGGG ist eine selbständige Untergliederung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. Sie verfolgt die Förderung der Wissenschaft und Forschung sowie der Aus- und Weiterbildung von Medizinern in dem Themen- und Aufgabenbereichen der Pränatal- und Geburtsmedizin. Er befasst sich mit allen klinischen, wissenschaftlichen und organisatorischen Anliegen auf diesem Gebiet.

Die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin e. V.

Die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin e. V. (DGPM) ist die älteste und mit Abstand größte Fachgesellschaft für das interdisziplinäre Gebiet „Perinatale Medizin" (Geburtshilfe/ Neonatologie und Nachbargebiete) im deutschsprachigen Raum. Aktuelle Entwicklungen des Faches im wissenschaftlichen oder politischen Bereich werden von der Gesellschaft unmittelbar durch Publikationen oder öffentliche Stellungnahmen begleitet.

Die Deutsche Gesellschaft für Pränatal- und Geburtsmedizin e. V.

Die Deutsche Gesellschaft für Pränatal- und Geburtsmedizin e. V. (DGPGM) ist eine der großen Fachgesellschaften in Deutschland mit dem Ziel, das Gebiet der Frauenheilkunde in Praxis, Klinik und Forschung zu vertreten. Darüber hinaus soll der Pränatal- und Geburtsmedizin im Interesse von Müttern, Kindern und Familien zu einer den Fortschritten entsprechenden Anerkennung und einer angemessenen Förderung verholfen werden.

Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Ärztinnen und Ärzte in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe e. V.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Ärztinnen und Ärzte in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe e. V. (BLFG) vertritt die Interessen der Chefärztinnen und -ärzte der Frauenheilkunde und Geburtshilfe aus Deutschland zum Wohl der Patientinnen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft setzt sich dafür ein, allgemein das Verständnis der Belange des Berufsstandes zu verbessern. Auf dem alle zwei Jahre stattfinden Chefärzte-Kongress werden politisch, wissenschaftlich und gesellschaftlich relevante Aspekte thematisiert und diskutiert.

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Marika Vetter | Sara Schönborn
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