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CAVE-Untersucher: Lyme Borreliose Zeckenstich

Medizin am Abend Berlin MaAB-Fazit: „Grüne Tonne“ für Borrelien

  • Das Bakterium Borrelia burgdorferi ist Verursacher der Lyme Borreliose, einer durch Zecken übertragenen Erkrankung, die Haut, Gelenke und Nervensystem betreffen kann. 

Eine unentdeckte Infektion mit Borrelien kann dabei zu einem chronischen Verlauf führen. 

  • Die Aufnahme und der intrazelluläre Abbau von Borrelien durch menschliche Immunzellen wie Makrophagen sind deshalb ausschlaggebend für die Bekämpfung einer Infektion. 

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) konnten nun entscheidende Schritte des intrazellulären Abbaus von Borrelien in Makrophagen aufklären – die Erreger werden in einer Art „grüner Tonne“ entsorgt. 
 
Bei ihrer Aufnahme in Makrophagen werden die langgestreckten Borrelien mit einer intrazellulären Membran-Hülle ummantelt.

Die stetige Abschnürung kleiner Membran-Anteile führt dabei zu einer kugelförmigen Verdichtung der Borrelien, einem entscheidenden Schritt, der zum vollständigen Abbau der Bakterien führt.

„Zugleich wird durch diese Verdichtung wieder Membran recycelt, die dann für weitere Aufnahme-Prozesse zur Verfügung steht – die Borrelien werden also quasi in einer zellulären ´grünen Tonne´ in Makrophagen verarbeitet“, erläutert Prof. Dr. Stefan Linder, Institut für medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene.

Sein UKE-Forscherteam konnte nun wichtige Schlüsselmoleküle identifizieren, die an der Schnittstelle des intrazellulären Borrelien-Abbaus und des Membran-Recyclings in menschlichen Makrophagen stehen. Ihre Erkenntnisse sind jetzt in der renommierten Wissenschaftszeitschrift Journal of Cell Biology erschienen.

Befunde könnten Ansatzpunkte zur Bekämpfung weiterer Infektionen sein
Eine zentrale Rolle spielt dabei das Sorting Nexin-3 (SNX3), ein Molekül, das als Andockstelle für die zelluläre Reycling-Maschinerie dient.

SNX3 bindet eine spezielle Fettsäure im Membranmantel um die Borrelien und aktiviert weitere Proteine, die den Abbau der Borrelien fördern.

Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass die durch SNX3 gebundene Fettsäure sich bevorzugt an gekrümmten Membranen anreichert. „Die schraubenähnliche Form der Borrelien und die mehrfach gekrümmte Membranhülle stellen direkte Angriffspunkte zum gezielten und effizienten Abbau der Bakterien in Makrophagen dar“, erläutert Prof. Linder, dessen wissenschaftliche Arbeiten durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert werden.

Diese Befunde sind möglicherweise auch auf andere schraubenförmige Bakterien wie Treponema oder Legionella übertragbar und könnten daher neue Ansatzpunkte zur Bekämpfung entsprechender Infektionen bieten, so Prof. Linder.

  • Eine Infektion mit Borrelien tritt fast ausschließlich in den Sommermonaten als Folge von Zeckenstichen auf. 
  • Eine zeitige Entfernung der Zecken kann dabei eine Übertragung der Borrelien verhindern, da diese erst nach mehrstündiger Saugaktivität stattfindet. 
  • Auf keinen Fall sollten Zecken bei der Entfernung gequetscht oder gestresst (zum Beispiel durch Öl) werden, da dies die Wahrscheinlichkeit einer Infektion steigert. 
  • Die überwiegende Mehrheit der Borrelien-Infektionen führt zu einer Rötung der Haut, die sich ringförmig um die Einstichstelle ausbreitet. 
Bei Auftreten dieser Hautrötung sollte umgehend der Hausarzt aufgesucht werden, da sich die Infektion in diesem Stadium sehr gut antibiotisch behandeln lässt, raten die UKE-Mikrobiologen.
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Originalpublikation:
Klose, M., Salloum, J.E., Gonschior, H., Linder, S. (2019). SNX3 drives maturation of Borrelia-containing phagosomes by forming a hub for PI (3)P, Rab5a and galectin-9. J. Cell Biol. DOI: 10.1083/jcb.201812106

Zeckenstich mit Bakterien, Viren oder Parasiten

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Zecken: Kompetenzen bündeln

Tiermediziner, Humanmediziner und Biologen der Nordsee-Anrainerstaaten errichten Kompetenznetzwerk zu Zecken und den von ihnen übertragenen Erkrankungen. 
 
Die Zahl der menschlichen und tierischen Patienten, die sich in den Anrainerstaaten der Nordsee durch einen Zeckenstich mit Bakterien, Viren oder Parasiten ansteckten, stieg in den vergangenen Jahrzehnten an. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Laboruntersuchungen  

Um Menschen und Tiere in dieser Region besser vor Zecken und den von ihnen übertragenen Krankheitserregern zu schützen, startet im September 2019 das Kooperationsprojekt NorthTick. Ziel des Projektes ist es, die Zusammenarbeit und den Informationsfluss zwischen akademischen Einrichtungen, nationalen und regionalen Gesundheitsbehörden, Nichtregierungsorganisationen, Patientenorganisationen, Industrie und politischen Entscheidern zu verbessern.

Mithilfe dieses Netzwerkes möchten die NorthTick-Partner Werkzeuge entwickeln, um die Bevölkerung zu informieren und das Gesundheitssystem bei den Herausforderungen durch von Zecken übertragene Krankheiten zu unterstützen. Das Vorhaben läuft dreieinhalb Jahre und wird mit einem Budget von 5,7 Millionen Euro vom Interreg Nordseeprogramm, einem EU-Programm für transnationale Zusammenarbeit, gefördert. Aus Deutschland ist die Arbeitsgruppe von Professorin Dr. Christina Strube, Leiterin des Instituts für Parasitologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), beteiligt.  

Mit ihrem Team möchte sie unter anderem das Risiko einer Gesundheitsgefährdung durch Zecken und die von ihnen übertragenen Erkrankungen in Niedersachsen ermitteln und darüber informieren.

Dabei hat sie stets Mensch und Tier im Blick: „Für uns Tierärzte bilden das Tier, dessen Besitzer und die öffentliche Gesundheit eine natürliche Einheit“, sagt Strube.

Obwohl Forscherinnen und Forscher bereits zahlreiche Erkenntnisse über Zecken und die Krankheiten, die sie übertragen, gesammelt haben, ist ein Großteil der Bevölkerung bislang nicht ausreichend oder nur ungenau über diese Themen informiert. „Das führt dazu, dass die Bürgerinnen und Bürger oft nicht genau wissen, in welchen Regionen welche von Zecken übertragenen Krankheiten vorkommen können oder wie häufig sie auftreten“, sagt Strube.

„Folglich schützen sie sich und ihre Haustiere nicht immer optimal vor den kleinen Blutsaugern.“ Ihre Arbeitsgruppe untersucht daher bereits seit 2005 regelmäßig Zecken an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet Hannover auf Krankheitserreger. Neben dieser Langzeitüberwachung bestimmen sie die Häufigkeit von Zecken in Hannover und anderen Regionen Norddeutschlands. Dabei konnten sie beispielsweise zeigen, dass im Stadtgebiet Hannover die Infektionsrate von Zecken mit Borrelien und Anaplasmen über die Jahre bislang weitgehend gleichgeblieben ist, während sich Infektionen mit Rickettsien signifikant erhöht haben. „Die Ergebnisse unserer verschiedenen Untersuchungen möchten wir übersichtlich aufbereiten und sie für die Information der Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stellen“, so Strube.

  • Auch im Gesundheitssystem gibt es mitunter Wissenslücken oder andere Schwachstellen, sodass von Zecken übertragene Krankheiten ungenügend vorgebeugt wird oder diese nicht schnell genug erkannt oder falsch behandelt werden. 

„Wir benötigen eine effiziente Risikoeinschätzung und effektive Prophylaxemaßnahmen sowie optimale Tests, um Krankheitserreger, die durch Zecken übertragen werden können, noch schneller oder präziser nachzuweisen.

Und wir brauchen ein optimales Management für durch Zecken übertragene Erkrankungen. 

Dies wollen wir in diesem translationalen Kompetenznetzwerk gemeinsam erreichen“, sagt Strube.

 „Indem wir Daten und Informationen aus den verschiedenen Disziplinen austauschen und bündeln, können wir im Sinne des One-Health-Konzeptes bestmöglich zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier beitragen.

Da wir die einzigen tiermedizinischen Partner dieses Netzwerkes sind, werden wir federführend Informationen zur Tiergesundheit und sinnvollen Vorsorgemaßnahmen aufbereiten.“

Hintergrundinformation
NorthTick steht für Tick-Borne Infections in the North Sea Region – A Competence Network to Improve Public Service Delivery based on a One Health Perspective. Für das Projekt schlossen sich elf Partner aus den Nordseeanrainerstaaten Schweden, Dänemark, Norwegen, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden und Deutschland zusammen. Die Region Jönköping County in Schweden koordiniert NorthTick.

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Professorin Dr. Christina Strube, PhD
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Parasitologie
Tel.: +49 511 953-8711
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Sonja von Brethorst Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

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Fax: 0511 / 953-82-8002
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Team MaAB - Medizin am Abend Berlin: Direkt vor Ort in Prag - FührungskräfteBrain-Storming Sommer 2019

Das Internationale Team von MaAB - Medizin am Abend Berlin ist wieder aktiv unterwegs 

und direkt vor Ort. 

Dies ist bis einschließlich Montag, den 19. August 2019 so. 

Wir besuchen und treffen und brainstormen unsere internationalen Netzwerkpartner in der Stadt Prag und Tschechien Umgebung und machen dann auch noch etwas für unser privates und familäres Wohlbefinden. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzLink: BasisCamp 

Medizin am Abend Berlin ZusatzHinweise: Reisehinweis 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Ausland 

Bis dahin, Ihr TEAM vom MaAB - Medizin am Abend Berlin

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: 

Wie steht es um das Wohlbefinden von Führungskräften?

Forschungsteam aus Kiel, Frankfurt und Koblenz-Landau veröffentlicht Metastudie 
 
Organisieren, koordinieren, Verantwortung tragen – Führungskräfte müssen viel leisten und ein verlässlicher Faktor für Unternehmen und Mitarbeitende sein.

Da spielt ihre Gesundheit eine entscheidende Rolle. 

Erkenntnisse über das Wohlbefinden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gibt es in der Wissenschaft bereits.

  • Weniger bekannt ist, wie es um das Wohlbefinden von Führungskräften steht und wie sich das auf ihren Führungsstil auswirkt. 

Ein Forschungsteam von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Universität Koblenz-Landau veröffentlichte kürzlich eine Metastudie über dieses Zusammenspiel in dem international renommierten Fachjournal Work & Stress.

Wohlbefinden und Führungsstil hängen zusammen

„Für den Zusammenhang zwischen dem Führungsverhalten von Führungskräften und ihrem eigenen Wohlbefinden nahmen wir an, dass die Art, wie sie ein Team anleiten dann positiv ausfällt, wenn sie zufrieden sind und es ihnen gut geht. 

Das erleichtert dann wiederum, positives Führungsverhalten zu zeigen“, sagt Ko-Autorin Professorin Claudia Buengeler vom Kieler Institut für Betriebswirtschaftslehre.

Die Metastudie bestätigt die Annahmen des Forschungsteams, dass ein hohes Wohlbefinden mit konstruktivem Führungsverhalten in Zusammenhang steht. 

Ferner fand das Team heraus, dass gestresste, emotional erschöpfte und von Burnout bedrohte Vorgesetzte zu einem eher negativen Führungsstil neigen beziehungsweise, dass negatives Führen mit einem geringeren Wohlbefinden in Zusammenhang steht.

Theoretische und empirische Erkenntnisse miteinander verknüpfen

Das Forschungsteam besteht neben Claudia Buengeler aus Erstautorin Antonia Kaluza (Institut für Psychologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main), Diana Boer (Institut für Psychologie an der Universität Koblenz-Landau) sowie Rolf van Dick (ebenfalls Institut für Psychologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main).

Für die Metastudie haben sie zunächst die wichtigsten Theorien über den Zusammenhang zwischen dem Wohlbefinden von Führungskräften und ihrem Führungsstil aus insgesamt 88 Forschungsarbeiten zusammengetragen und neu bewertet. Anschließend haben sie die Ergebnisse dieser Studien, in denen über 12.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer befragt wurden, statistisch zusammengefasst. Dieses Vorgehen erlaubt, den Forschungsstand eines Forschungsfeldes sowohl theoretisch als auch empirisch zu integrieren und somit einen hohen Erkenntnisgewinn zu generieren.

Ein Anlass für eine Metaanalyse sei laut Buengeler aus folgendem Grund gegeben:

„In der Personalforschung kam das Thema Gesundheit, insbesondere in Bezug auf Führungskräfte, erstmals vor rund zehn bis 20 Jahren auf, nur wenige Studien sind älter. Nach dem Wohlergehen von Führungskräften zu fragen war – wenn überhaupt – oft nur ein Nebenschauplatz.“ Sie fügt hinzu: „Wir haben es also mit einem sehr jungen Forschungsfeld zu tun, in dem gerade in den letzten Jahren ein sprunghafter Anstieg von wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu verzeichnen ist. Unsere Metaanalyse fasst all diese Erkenntnisse zusammen und kann somit richtungsweisend für zukünftige Forschung auf diesem Gebiet sowie die Unternehmenspraxis sein.“

Drei konstruktive Führungsstile, ein positiver Effekt

Es gibt drei Arten von konstruktiven Führungsstilen:


Um eine Führungsrolle erfolgreich auszuüben, kann der Teamleiter oder die Teamleiterin beziehungsorientiert, veränderungsorientiert oder aufgabenorientiert führen.

Die beziehungsorientierte Herangehensweise zeichnet sich durch das Schaffen einer positiven Arbeitsbeziehung – durch ein Geben und Nehmen zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden – aus.

Dabei stehen die Bedürfnisse der Mitarbeitenden im Fokus; sie fühlen sich unterstützt. 

  • Veränderungsorientiert (zum Beispiel durch transformationale Führung) geht vor, wer seine Mitarbeitenden aus eigenem Antrieb heraus (also intrinsisch) motiviert, über sich selbst hinauszuwachsen und Veränderungen offen gegenüber zu stehen. 
  • Beim aufgabenorientierten Vorgehen (etwa durch transaktionale oder direktive Führung) macht die Führungskraft klare Vorgaben und überwacht die Zielerreichung.

„Wir konnten feststellen, dass alle drei konstruktiven Führungsstile einen positiven Zusammenhang mit dem Wohlbefinden der Führungskräfte aufweisen“, sagt Buengeler.

„Den stärksten Einfluss hat der veränderungsorientierte Ansatz, den zweitstärksten der beziehungsorientierte, gefolgt von der aufgabenorientierten Herangehensweise.

Umgekehrt gehen wir davon aus, dass sich ein hohes Wohlbefinden positiv auf das von Führungskräften gezeigte Führungsverhalten auswirkt.“

Destruktive Führung begünstigt schlechtes Wohlbefinden


  • Unter destruktiver Führung leiden beispielsweise die Arbeitszufriedenheit, das Engagement sowie das Wohlbefinden der Mitarbeitenden – Stress wird dadurch auch bei den Führungskräften verstärkt. 

Destruktive Führung beinhaltet neben einem aktiv destruktiven Stil (zum Beispiel despotisches oder autokratisches Verhalten, psychischer Missbrauch, Mobbing) auch passives Führungsverhalten.


Passives Verhalten äußert sich zum Beispiel in einer Laissez-faire-Führung. 

Das Problem hier: Die Führungskraft führt ihre Mitarbeitenden nicht, setzt keine Grenzen, nimmt ihnen keine Entscheidungen ab oder ist einfach nicht für sie da.

Das Forschungsteam konnte zeigen, dass aktiv destruktive Führung zwar stärker negativ mit dem Wohlbefinden der Führungskräfte in Zusammenhang steht als passive Führung.

Dennoch wirkt auch passive Führung keineswegs neutral, sondern negativ auf ihr Wohlbefinden.

Da das Verhalten von Führungskräften wiederum das Wohlbefinden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beeinflusst, sind die Vermeidung von destruktivem Führungsverhalten sowie die Stärkung des Wohlbefindens von Führungskräften wichtige Ansatzpunkte für ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement in Unternehmen.

Bewusstsein schaffen und Maßnahmen entwickeln

Das Ziel der Studie ist zum einen, ein Bewusstsein in der Gesellschaft dafür zu schaffen, dass das Wohlbefinden von Führungskräften ebenso wichtig ist wie das der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sie anleiten. Zum anderen geht es darum, negative Verhaltensmuster zu erkennen, diese zu durchbrechen und sie langfristig zu verändern. „Um strukturelle Maßnahmen zu schaffen, die den Führungskräften helfen, ihre Rolle effektiv auszuüben, muss zunächst klar sein, was bei schlechtem Wohlbefinden tatsächlich helfen kann“, meint Buengeler. „Neben gezielten Trainingsmaßnahmen für Führungskräfte sind Unternehmen auch gefragt, mehr Freiräume zu schaffen und Zeit einzuräumen, damit Führungskräfte ihre Rolle reflektierter und aktiver wahrnehmen können.“

Die Metastudie bildet den Auftakt einer Reihe von Veröffentlichungen rund um das Thema Führung und Gesundheit. An dem Gesamtprojekt ist auch die Amsterdam Business School der Universität Amsterdam beteiligt.

Weitere Informationen:

http://www.perso-orga.bwl.uni-kiel.de/de/forschung



Prof. Dr. Claudia Buengeler.
Prof. Dr. Claudia Buengeler. © Jürgen Haacks, Uni Kiel

Über Claudia Buengeler:
Claudia Buengeler ist Professorin für Personal und Organisation am Institut für Betriebswirtschaftslehre der CAU. Zuvor war sie als Assistenzprofessorin für „Human Resource Management und Organizational Behavior“ an der Business School der Universität Amsterdam tätig und arbeitete am Lehrstuhl für Personalmanagement und Führung der Universität Mannheim. Sie promovierte in Betriebswirtschaftslehre und Sozial- und Organisationspsychologie an der Jacobs University Bremen und der Freien Universität Amsterdam. Ihre Forschung im Bereich Führung, Diversität und Teameffektivität wurde in führenden internationalen Zeitschriften veröffentlicht. Zudem ist Buengeler Associate Editorin der Zeitschrift Organizational Psychology Review und Editorial Board-Mitglied des International Journal of Human Resource Management, des Journal of Business and Psychology und des Journal of Leadership & Organizational Studies.


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Originalpublikation:
Antonia J. Kaluza, Diana Boer, Claudia Buengeler & Rolf van Dick (2019): Leadership behaviour and leader self-reported well-being: A review, integration and meta-analytic examination, Work & Stress, DOI: 10.1080/02678373.2019.1617369

CAVE: Regelmässiges Kleiderwechseln - Hygienemassnahmen einhalten

Medizin am Abend Berlin - MaAB - Fazit: Götter in Weiss oder im bunten T-Shirt?

Die Kleidung von Ärztinnen und Ärzten ist nicht nur Geschmackssache. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Personalplanungen  

  • Die richtige Wahl des Outfits kann sogar den Behandlungserfolg beeinflussen. 

Das zeigt eine Studie der Spitalhygiene des Universitätsspitals Zürich. 

Patienten reagieren unbewusst auf das Erscheinungsbild von Arzt und Ärztin. Hugo Sax, Prof. Dr. med., Leiter der Spitalhygiene am Universitätsspital Zürich. Patienten reagieren unbewusst auf das Erscheinungsbild von Arzt und Ärztin. Hugo Sax, Prof. Dr. med., Leiter der Spitalhygiene am Universitätsspital Zürich.
 
Eine Ärztin im Businesskostüm, ein Arzt in Shorts?

Für die meisten passt das nicht zum Bild der «Götter in Weiss».

In einer Studie untersuchte ein Forscherteam am Universitätsspital Zürich, welche Kleidung von Ärztinnen und Ärzten bei den Patienten im Spital am besten ankommt. Ziel der Studie war es aber nicht, zu erfahren, was optisch gefällt. Patientinnen und Patienten reagieren – meistens unbewusst – auf das Erscheinungsbild von Ärztinnen und Ärzten.

  • Tritt ein Arzt sehr formell auf, traut sich ein Patient möglicherweise nicht, Probleme von sich aus anzusprechen, bei einem legeren Outfit werden Anweisungen zur Medikamenteneinnahme weniger strikt befolgt. 

«Die Kleidung hat also letztlich auch Einfluss auf den Behandlungserfolg. Wir haben in der Studie deshalb untersucht, welche Kleidung bei Ärzten im Spital bei Patienten Vertrauen erweckt, bei welcher Bekleidung sie Arzt und Ärztin als zugänglich und fürsorglich erleben, und ob sie auch die Fachkompetenz an einem bestimmten Outfit festmachen», erklärt Prof. Dr. Hugo Sax, Leiter der Spitalhygiene am Universitätsspital Zürich die auf den ersten Blick ungewöhnliche Studie.

Im Spital ist weiss noch immer top

Für ihre Untersuchung befragte ein Team der Spitalhygiene Patientinnen und Patienten der Ambulatorien für Dermatologie, Neurologie und Infektionskrankheiten am Universitätsspital Zürich über einen standardisierten, anonymen Fragebogen mit Bildern einer Ärztin und eines Arztes in verschiedenen Kleidungskombinationen. 834 Patientinnen und Patienten gaben Auskunft.

Mehr als ein Drittel der Teilnehmenden gab an, dass das Erscheinungsbild ihres Arztes und ihrer Ärztin wichtig für sie ist.

Ein Viertel war der Meinung, dass die Kleidung auch ihr Urteil über die Behandlung beeinflusse. 

Im Vergleich der verschiedenen Erscheinungsbilder ist die Kombination aus einem weissen Oberteil und traditionellem Ärztekittel die bevorzugte Variante.

Sie schnitt zudem insgesamt über alle Kategorien «Vertrauen», «Zugänglichkeit», «Fürsorglichkeit» und «Fachkompetenz» am besten ab.

Auch bei der Frage, welche Kleidung Ärztinnen und Ärzte im Spital generell tragen sollten, war Weiss unbestritten; je nach Einsatzgebiet sind Kittel (z.B. in der Sprechstunde) oder weisse Oberteile (z.B. in der Notfallstation) akzeptiert. «Der weisse Ärztekittel ist dabei nicht nur eine Tradition oder ein Statussymbol», ist Hugo Sax überzeugt. «Weil im Spital Personen mit verschiedenen medizinischen Berufen auftreten, hilft die Bekleidung dort, deren Funktionen zu erkennen und zu unterscheiden.»

Bewusste Wahl der Kleidung wurde bisher wenig beachtet

Welche Folgerungen zieht Sax aus der Studie? «Wir konnten zeigen, dass das Erscheinungsbild von Ärztinnen und Ärzten von den Patienten – teils bewusst, teils unbewusst – durchaus wahrgenommen wird.  

Weil es sogar Auswirkungen auf den Erfolg der Behandlung haben kann, lohnt es sich, die Kleidung gezielt an das Umfeld und die damit verbundenen Erwartungen der Patientinnen und Patienten anzupassen.

Dieser Aspekt wurde bisher bei der Kleiderwahl wenig beachtet», fasst Sax die Ergebnisse zusammen. «Und wir haben gesehen, dass wir mit der am USZ üblichen Bekleidung richtig liegen.»

Die Studie am USZ erhärtet die Resultate von 30 vergleichbaren Studien, die das Forscherteam um Hugo Sax zusätzlich zu der Umfrage systematisch auswertete. 

Auch dort zeigte sich aus den Befragungen, dass die Kleidung grossen Einfluss auf die Beziehung von Arzt und Patient hat.

  • Weiss oder farbig – Hauptsache sauber

Welche Kleidung für Ärztinnen und Ärzte als angemessen gilt, ist jedoch nach Umfeld und Ländern verschieden.

In den USA tragen Ärztinnen und Ärzte eher formelle Kleidung und Männer häufig Hemd und Krawatte unter dem Kittel, während die Pflegenden in simplen, farbigen Oberteilen so genannten «Scrubs» arbeiten.

In der Schweiz trägt medizinisches Personal in den Spitälern ausserhalb des Operationsbereichs traditionell weiss.

In Hausarztpraxen wird zunehmend Farbiges getragen, und wenn weiss, dann eher ein T-Shirt; der Ärztekittel ist dort inzwischen fast eine Seltenheit.

Ob sich dieser Trend zu informellerer Kleidung ähnlich positiv auswirkt wie die weisse Kleidung im Spital, wurde bisher aber nur vermutet und nicht untersucht.

Weiss oder bunt:

Gibt es aus hygienischer Sicht Einwände gegen farbige Kleidung?

«Auf weiss sieht man zwar Verunreinigungen besser, im Operationsbereich wird meistens grün getragen, weil die Farbe nicht blendet.

Wichtiger als die Farbe sind jedoch der regelmässige Kleiderwechsel und Hygienemassnahmen wie die Händedesinfektion.»

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Hugo Sax, Prof. Dr. med., Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene
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Originalpublikation:
Zollinger M, Houchens N, Chopra V et al.. Understanding patient preference for physician attire in ambulatory clinics: a cross sectional observational study. BMJ open 2019;9:e026009.
doi: 10.1136/bmjopen-2018-026009.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Understanding+patient+preference+for+p...

Elterliche Arbeitszeiten: BMI-Index und Körpergewicht/Übergewicht von Kindern

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Lange Arbeitszeiten von Eltern erhöhen das Risiko für Übergewicht ihrer Kinder

Kinder aus Familien mit mittlerem und hohem Einkommen besonders betroffen 
 
  • Lange Arbeitszeiten von Müttern und Vätern erhöhen das Risiko für ihre Kinder, im Vorschulalter an Übergewicht oder Fettleibigkeit zu leiden. 

Das ist das Ergebnis einer von WZB-Forscherin Jianghong Li geleiteten Studie, die die Auswirkung elterlicher Arbeitszeiten auf das Körpergewicht von Kindern untersucht hat. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Personalfürsorge  

Die Studie nutzt Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) für 2.400 Kinder im Alter zwischen 0 und 6 Jahren.

Das Vorschulalter ist eine entscheidende Entwicklungsphase für das Körpergewicht von Kindern. 

  • Die Studie zeigt, dass Kinder von Müttern, die 35 Stunden oder mehr pro Woche arbeiten, einem erhöhten Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit ausgesetzt sind – im Vergleich zu Kindern, deren Mütter nicht erwerbstätig sind. 

Das Risiko erhöht sich, wenn auch die Väter lange arbeiten (55 Stunden oder mehr pro Woche). 
  • In diesem Fall wirken sich bereits kürzere Arbeitszeiten der Mutter (24-34 Wochenstunden) negativ auf das Körpergewicht der Kinder aus.
Dies zeigt, dass auch die Arbeitszeit von Vätern einen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit von Kindern hat.

Die Studie ist eine von wenigen Untersuchungen, die den Effekt der mütterlichen und väterlichen Arbeitszeiten gemeinsam betrachtet.


WZB-Forscherin Jianghong Li vermutet, dass die Ernährungsqualität und das körperliche Aktivitätsniveau von Vorschulkindern mit längeren Arbeitszeiten der Mütter sinken - ein Zusammenhang, den Studien bereits für Deutschland und andere Industrieländer nachgewiesen haben.

  • Eine andere Ursache könnten unterbrochene Schlafrhythmen bei Kindern sein, deren Eltern lange arbeiten. 

Um diese Erklärungsansätze empirisch zu belegen, seien aber umfangreichere Daten notwendig, so Li.


Der negative Einfluss langer Arbeitszeiten auf das Körpergewicht wurde hauptsächlich bei Kindern aus Familien mit mittlerem und hohem Einkommen festgestellt. 

Bei Familien mit niedrigem Einkommen lässt sich dagegen dieser Zusammenhang nicht nachweisen.

„Eltern mit niedrigem Einkommen sind vielleicht weniger informiert, welchen Einfluss Ernährung und körperliche Bewegung auf das Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit ihrer Kinder haben.

Deshalb ändern weniger oder mehr Arbeitsstunden an der Ernährungsqualität oder der körperlichen Betätigung möglicherweise nicht viel.

Es ist auch denkbar, dass in einkommensschwächeren Familien die Vorteile eines höheren Verdiensts durch längere Arbeitsstunden die negativen Folgen des Zeitmangels ausgleichen“, erklärt Li.


  • Ein Kita-Besuch mindert das Risiko für Übergewicht oder Fettleibigkeit hingegen unabhängig vom sozialen Hintergrund der Kinder. 

„Staatliche Investitionen zur Verbesserung der Kitas, insbesondere der Ernährungsqualität und angemessener körperlicher Bewegung können erwerbstätige Eltern bei ihren Erziehungsaufgaben unterstützen“, sagt Li.

Die Forscher*innen analysierten Langzeitdaten zum Body-Mass-Index (BMI) von Kindern und den Arbeitsstunden ihrer Eltern. 

Es wurden Daten von 2.413 Kindern im Alter zwischen 0 und 1, 2 und 3 sowie 5 und 6 ausgewertet, die zwischen 2003 und 2014 im Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) erhoben wurden.

Die Studie ist im Journal of Epidemiology and Community Health erschienen:

Jianghong Li, Till Kaiser, Matthias Pollmann-Schult, Lyndall Strazdins: “Long work hours of mothers and fathers are linked to increased risk for overweight and obesity among preschool children: Longitudinal evidence from Germany”

Jianghong Li, Ph.D. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe der Präsidentin.

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CAVE-Untersucher: Studieneinladung: Nichtalkoholische Fettleber, Leberfibrose, diabetische Neuropathie

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Neue Diabetesklassifikation? – Sub-Typen von Typ-2-Diabetes weisen höheres Risiko für Fettleber und Neuropathie auf

Aktuelle Studien liefern Hinweise auf eine neue Betrachtung der bekannten Diabetes-Klassifizierung in Hinblick auf unterschiedlich hohe Risiken für Diabetes-assoziierte Komplikationen. 

Forscher des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) und ihre Partner vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) und der Universität Lund in Schweden haben nun verschiedene Cluster identifiziert, die die Aufteilung des Diabetes in Sub-Typen ermöglichen. 

  • Zwei dieser Untergruppen weisen ein höheres Risiko für Fettlebererkrankungen und Neuropathie auf. 

Entsprechend dem Konzept der Präzisionsmedizin verdeutlichen diese Ergebnisse die Notwendigkeit einer gezielten Diagnose und Behandlung für diese Patienten. 

Neue Subphänotypen: Risiko für eine Fettlebererkrankung
Neue Subphänotypen: Risiko für eine Fettlebererkrankung
 
Die herkömmliche Klassifizierung von Diabetes, hauptsächlich Typ-1- und Typ-2-Diabetes, wurde durch Studien aus Skandinavien in Frage gestellt.

In der aktuellen Ausgabe von The Lancet Diabetes & Endocrinology veröffentlichten Forscher des DDZ zusammen mit Kollegen des DZD und der Universität Lund eine Cluster-Analyse, mit der die Phänotypisierung in Sub-Typen möglich war.

Die Analysen kamen zu dem Resultat, dass das Risiko bestimmte diabetesbedingte Komplikationen zu entwicklen, zwischen den Sub-Typen bereits in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose bestand. Diese Ergebnisse stammen aus der prospektiven multizentrischen deutschen Diabetes-Studie (GDS), die Menschen mit neu diagnostiziertem Diabetes seit mehr als zehn Jahren begleitet.

„Die neuen Sub-Typen werden dazu beitragen, präzise Präventions- und maßgeschneiderte Behandlungsstrategien für die jeweiligen Hochrisikogruppen zu entwickeln", betont Professor Michael Roden, Studienleiter der GDS, Vorstand am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) und Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf. „Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung Präzisionsmedizin bei Diabetes und seinen Begleiterkrankungen."

Analyse und Ergebnisse
Die GDS wird bundesweit an acht Standorten im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) unter der Leitung des DDZ (www.deutsche-diabetes-studie.de ) durchgeführt.

Für diese Analyse wurden 1105 Teilnehmer anhand des  

prädiktiven Markers GADA (Glutamat-Decarboxylase-Antikörper), 

des Alters bei Diagnose, 

des Body-Mass-Index (BMI), 

des HbA1c-Spiegels

der HOMA-Indizes (Homöostasemodellbewertung) auf 

Insulinsensitivität, 

Insulinsekretion,

untersucht.

Dabei wurde untersucht, ob eine umfassende metabolische Charakterisierung dieser Cluster bei der Diagnose validiert und sich weiter ausgestaltet.

Ferner wurde analysiert, ob sich relevante Komplikationen und Begleiterkrankungen im Zusammenhang mit Diabetes, darunter die nichtalkoholische Fettleberkrankheit (NAFLD), Leberfibrose und diabetische Neuropathie, in diesen Clustern über einen Zeitraum von fünf Jahren unterscheiden lassen.

Basierend auf dem Cluster-Algorithmus konnten verschiedene Sub-Typen mit unterschiedlichen Risiken für Folgeerkankungen identifiziert werden:

milder altersbedingter Diabetes (MARD, 35%), 

milder adipositasbedingter Diabetes (MOD, 29%),

schwerer autoimmuner Diabetes (SAID, 22%), 

schwerer insulinresistenter Diabetes (SIRD, 11%),

schwerer insulindefizitärer Diabetes (SIDD, 3%). 

Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere zwei Sub-Typen ein hohes Risiko für Komplikationen besitzen.

  • Das höchste Risiko eine nichtalkoholische Fettleber zu entwickeln lag beim Cluster des „schweren insulinresistenten Diabetes“ (SIRD) vor; 
  • für eine diabetische Neuropathie lag das höchste Risiko beim Sub-Typ „schwerer insulindefizitärer Diabetes“ (SIDD).

Fazit
Mit Hilfe der neuen Diabetesklassifikation können Menschen mit Typ-2-Diabetes spezifischen Sub-Typen zugeordnet werden, die deutliche Stoffwechselveränderungen und unterschiedliche Risikomuster für die Entwicklung diabetesbedingter Komplikationen aufweisen.

Eine gezielte Prävention und frühzeitige Behandlung bei bestimmten Untergruppen von Menschen mit Diabetes ist ein Schritt zur Präzisionsmedizin in Form von spezifisch abgestimmten Therapieformen, um Folgeerkrankungen zu verzögern oder sogar zu vermeiden.

Deutsche Diabetes-Studie
Ziel der Deutschen Diabetes-Studie ist es, frühzeitig Marker für unterschiedliche Verlaufsformen des Diabetes zu identifizieren, um so neue Konzepte der Therapie und Vorsorge von Folgeerkrankungen zu entwickeln und gezielt einzusetzen. So können frühzeitig auftretende Warnzeichen für Diabetes-Komplikationen entdeckt und zugelassene Therapieverfahren parallel miteinander verglichen werden. Auch der Einfluss der Gene auf den Verlauf der Erkrankung wird mit dieser Studie untersucht.

Teilnehmer der Deutschen Diabetes-Studie erhalten kostenlos die Chance zur Früherkennung diabetischer Folgeerkrankungen wie Nerven-, Gefäß- und Netzhautschädigungen. 

Bei Interesse an der Studienteilnahme melden Sie sich bitte im Klinischen Studienzentrum am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) unter der Rufnummer 0211/ 3382 209 oder senden eine E-Mail an studienzentrum@ddz.de.

Originalpublikation:
Zaharia OP, Strassburger K, Strom A, Bönhof GJ, Karusheva Y, Antoniou S, Bódis K, Markgraf DF, Burkart V, Müssig K, Hwang J-H, Asplund O, Groop L, Ahlqvist E, Seissler J, Nawroth P, Kopf S, Schmid SM, Stumvoll M, Pfeiffer AFH, Kabisch S, Tselmin S, Häring HU, Ziegler D, Kuss O, Szendroedi J, Roden M: Risk of diabetes-associated diseases in subgroups of patients with recent-onset diabetes: a 5-year follow-up study. The Lancet Diabetes & Endocrinology. DOI: https://doi.org/10.1016/S2213-8587(19)30187-1

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Christina Becker Deutsches Diabetes-Zentrum
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Nordrhein-Westfalen
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CAVE-Untersucher: Krankenhäuser und die Verlegung von Patienten

Medizin am Abend Berlin - MaAB - Fazit: Bakterien mit extrem hoher Antibiotikaresistenz verbreiten sich über Krankenhäuser

Genetische Analysen machen europaweite Verbreitungswege von Erregern sichtbar / Krankenhäuser sind die entscheidenden Multiplikatoren / Gute Krankenhaushygiene kann hochresistente Erreger kontrollieren / Studie in Nature Microbiology unter Leitung von Forschern des Universitätsklinikums Freiburg 

Das Bakterium Klebsiella pneumoniae gehört zu den häufigsten Erregern in Krankenhäusern.
Das Bakterium Klebsiella pneumoniae gehört zu den häufigsten Erregern in Krankenhäusern.
Centers for Disease Control and Prevention
 
Gegen sogenannte extrem resistente Bakterien sind fast alle bekannten Antibiotika wirkungslos. 

Die Anzahl an Todesfällen, die sich auf eine Infektion mit solchen Erregern zurückführen lassen, hat sich zwischen 2007 und 2015 in Europa mehr als versechsfacht. Wie sich diese Bakterien verbreiten, beschreibt eine internationale Forschergruppe um Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg in einer Studie, die am 29. Juli 2019 in der Fachzeitschrift Nature Microbiology erschienen ist.  

Demnach leisten Krankenhäuser und die Verlegung von Patienten den entscheidenden Beitrag zur Verbreitung der Erreger. 

Nur eine geringe Rolle spielen Übertragungen in der Allgemeinbevölkerung, aus der Umwelt, der Landwirtschaft und über Lebensmittel.

Je näher die Krankenhäuser, desto ähnlicher die Erreger

Die Verbreitungswege extrem resistenter Bakterien ließen sich anhand detaillierter genetischer Analysen nachvollziehen. Sechs Monate lang wurden in 455 Krankenhäusern in 36 europäischen Ländern Proben gesammelt. Auf Grundlage dieser repräsentativen Erreger-Stichprobe sequenzierten die Forscher die gesamte genetische Information von fast 2.000 Bakterien der Spezies Klebsiella pneumoniae.  

„Die genetischen Unterschiede zwischen extrem resistenten Isolaten nahmen zu, je größer die Entfernung zwischen den Krankenhäusern war“, sagt Prof. Dr. Hajo Grundmann, Leiter des Instituts für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg und Letztautor der Studie.

  • Hingegen stammte die Mehrzahl der genetisch ähnlichsten Isolate von Patienten, die innerhalb des Beobachtungszeitraums im selben Krankenhaus behandelt wurden. 

„Unsere Beobachtungen sprechen dafür, dass sich extrem resistente Bakterien vor allem innerhalb einzelner Krankenhäuser sowie bei der Verlegung von Patienten zwischen geografisch naheliegenden Krankenhäusern verbreiten“, erläutert Grundmann.


Portrait Prof. Dr. Hajo Grundmann
 Portrait Prof. Dr. Hajo Grundmann Universitätsklinikum Freiburg/Britt Schilling

  • Gute Krankenhaushygiene kann die Verbreitung von Erregern kontrollieren

Über Landesgrenzen hinweg verbreiten sich die Erreger hingegen nur sporadisch.

Dennoch hatten einzelne internationale Übertragungen landesweite Ausbrüche zur Folge.

„Es ist extrem wichtig, Patienten bei der Aufnahme nach früheren Krankenhausaufenthalten im In- und Ausland zu fragen“, hält Grundmann fest. 

  • Mit solchen Befragungen können Risikopatienten erfasst, frühzeitig diagnostiziert und nötigenfalls isoliert werden, um einer Weiterverbreitung von Erregern vorzubeugen. 
  • Die Befragung wird als unabdingbarer Teil der klinischen und hygienisch guten Praxis ausdrücklich vom Robert Koch-Institut empfohlen.
„Wir sind optimistisch, dass wir mit guter Krankenhaushygiene die Verbreitung dieser Erreger nicht nur verzögern, sondern auch erfolgreich kontrollieren können“, sagt Grundmann.

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Prof. Dr. Hajo Grundmann
Leiter des Instituts für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene
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Benjamin Waschow Universitätsklinikum Freiburg
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Originalpublikation:
Original-Titel der Studie: 'Epidemic of carbapenem-resistant Klebsiella pneumoniae in Europe is driven by nosocomial spread'
DOI: 10.1038/s41564-019-0492-8
Link zur Studie: https://www.nature.com/articles/s41564-019-0492-8

Kinderlebensmittel: Fluch oder Segen....?

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Studie zu Kinderlebensmitteln: Was verführt zum Kaufen?

Mini-Würstchen, Kinderfruchtjoghurts oder Tierkekse: 

Kinderlebensmittel gibt’s inzwischen in allen Supermärkten. 

Neben den Kleinen sollen besonders die Eltern angesprochen werden. 

Was denken sie über die Produkte, lassen sie sich zum Kauf verleiten? 

Darüber weiß man wenig, weshalb die Wirtschaftspsychologen der Universität Duisburg-Essen (UDE) Prof. Dr. Oliver Büttner und Raphaela Bruckdorfer sich daran setzen, es zu erforschen. 

Die Studie, die sie gemeinsam mit einem österreichischen Kollegen durchführen, wird vom Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW mit 32.000 Euro gefördert. 
 
„Gesundheits- und Verbraucherschutz kritisieren Kinderlebensmittel häufig als ungesund und machen sie teils mitverantwortlich für kindliches Übergewicht“, sagt Professor Büttner.

Allerdings sei bisher nur sehr wenig über die Überzeugungen der Käufer bekannt.

Deswegen möchte das Team zunächst mit einer Online-Befragung herausfinden, welche Laientheorien es gibt:

Welche Einstellung haben Erwachsene zu Kinderlebensmitteln, wie finden sie deren Aufmachung und was motiviert zum Kauf? 

Hierzu erforschen die Wissenschaftler u.a., ob Geschlecht, Alter und Bildung der Verbraucher für ihre Entscheidungen wichtig sind.

„Im zweiten Teil des Projektes untersuchen wir durch Blickaufzeichnung, welche Verpackungsmerkmale Erwachsene bei den Kinderlebensmitteln besonders beachten“, so Büttner.

„Sind es beispielsweise knallige Farben, Comicfiguren oder Gewinnspiele auf dem Karton?“

Mit ihrer Studie ‚Laientheorien zu Kinderlebensmitteln‘ wollen die drei Wissenschaftler eine Forschungslücke schließen und die Verbraucherarbeit und -bildung verbessern.


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Tel. 0203/37-91487
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TOP-Einladung: Übergewichtige Frauen und Männer (auch Adipositas)

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Leichter „App-nehmen“? – Wissenschaftler suchen übergewichtige Frauen und Männer für Studie

Das LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum und die Otto-Friedrich-Universität Bamberg starten in diesem Sommer eine Studie mit Frauen und Männern, die unter Übergewicht bzw. starkem Übergewicht (Adipositas) leiden und motiviert abnehmen möchten, es bisher aber langfristig nicht mit herkömmlichen Abnehm-Programmen allein geschafft haben. 

Besonderheit dieser Studie: 

Medizin am Abend Berlin ZusatzLink: Fachflyer  

Die Teilnehmenden werden während des Abnehmprozesses individuell psychologisch in Form der „I-GENDO-App“, einer Anwendung auf dem Smartphone, unterstützt. 

I-GENDO steht dabei für „Interaktiv Gewicht erfolgreich reduzieren – nachhaltig durch optimale psychologische Unterstützung“. 

Abnehmen per App: Im Rahmen einer Studie der Ruhr-Universität Bochum und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg werden übergewichtige Frauen und Männer gesucht.
Abnehmen per App: Im Rahmen einer Studie der Ruhr-Universität Bochum und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg werden übergewichtige Frauen und Männer gesucht.
smartmockups + Paulo Sérgio Thomé
 
Eine Verschlechterung der Ernährungsgewohnheiten sowie mangelnde Bewegung haben in den vergangenen Jahrzehnten in weiten Teilen der Bevölkerung zu erheblichen Gesundheitsproblemen aufgrund von Übergewicht und Adipositas (starkes Übergewicht) geführt.

„Obwohl viele Betroffene sich dieser Gesundheitsgefahren bewusst sind und versuchen, mit Hilfe von Diäten und Sport abzunehmen, schaffen es nur wenige, langfristig ihr Gewicht erfolgreich zu reduzieren“, skizziert Studienkoordinatorin und Psychologin Magdalena Pape das Dilemma.

  • „Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass herkömmliche Gewichtsreduktionsprogramme nur das Ess- und Bewegungsverhalten der Betroffenen bearbeiten.“
  • Experten sind sich einig, dass es für eine langanhaltende Gewichtsabnahme notwendig ist, die Gedanken und Gefühle zu verstehen, die zum Übergewicht beitragen. 

Denn Stress oder Traurigkeit verleiten dazu, mehr zu essen, mehr Kalorien aufzunehmen und schließlich an Gewicht zuzunehmen. 

Negative Gedanken und Überzeugungen können ebenfalls das Gewicht ungünstig beeinflussen, indem sie zum Beispiel erfolgreiche Gewichtsreduktionsmaßnahmen verhindern. 

Die jeweiligen Gedanken und Gefühle fallen aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich aus.

„Hier setzt die I-GENDO-App an und bietet psychologische Unterstützung, basierend auf individuellen Stärken und Schwächen der Teilnehmenden“, erklärt Magdalena Pape.

„Durch eine regelmäßige Selbstbeobachtung und durch Vertiefungsübungen können erlernte Inhalte reflektiert und verinnerlicht werden.“

Die Studie richtet sich an Frauen und Männer mit Übergewicht und starkem Übergewicht.

Ausgenommen sind Betroffene, die eine Adipositas-Operation hinter sich haben oder planen. 

Auch ein insulinpflichtiger Diabetes oder eine Schwangerschaft dürfen nicht vorliegen. 

Bei vollständiger Teilnahme an der Studie erhalten die Probanden bis zu 400 Euro Aufwandsentschädigung.

Interessierte können sich melden per E-Mail: igendo@lwl.org oder auf den Anrufbeantworter unter Tel. 0234 5077-3232 sprechen.

Ansprechpartnerin für Rückfragen und Anfragen ist die Studienkoordinatorin des Projektes in Bochum, Magdalena Pape von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LWL-Universitätsklinikums, E-Mail: magdalena-maria.pape@lwl.org, Tel. 0234 5077-3206. 

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Magdalena Pape (M.Sc. Psychologie)
E-Mail: magdalena-maria.pape@lwl.org
Tel. 0234 5077-3206

Rosa Sommer M.A. LWL-Universitätsklinikum Bochum der Ruhr-Universität Bochum
Alexandrinenstraße 1-3
44791 Bochum
Deutschland
Nordrhein-Westfalen


Telefon: 0179 4645487
E-Mail-Adresse: rosa.sommer@lwl.org


Chronische Erkrankungen: Chronischen Gefäßentzündungen - Vaskulitiden

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Körpereigenes Protein löst Entzündungsreaktion aus

Wissenschaftler aus Jena haben ein menschliches Eiweiß identifiziert, das autoinflammatorische Reaktionen auslöst. 

Das ist vor allem bei chronischen Erkrankungen problematisch: 

  • Ist die Entzündung sonst ein Teil des Heilungsprozesses, verschlimmert sie die Lage bei Patienten mit etwa chronischen Gefäßentzündungen genannt Vaskulitiden. 

Ihre Erkenntnisse veröffentlichten die Jenaer Forscher kürzlich in Nature Communications. 

Absterbende Zellen (rot): Die grüne Farbe zeigt die Stellen, an denen das Molekül FHR1 bereits andocken konnte.
Absterbende Zellen (rot): Die grüne Farbe zeigt die Stellen, an denen das Molekül FHR1 bereits andocken konnte. Christine Skerka, Leibniz-HKI
 
Langanhaltende Entzündungen sind Begleiterscheinungen vieler Krankheiten. 

  • Besonders bei Infektionen mit Bakterien, Pilzen oder Viren dienen sie dazu, die Vermehrung der Erreger durch eine Temperaturerhöhung zu bremsen und Bestandteile des Immunsystems zu aktivieren, die den Heilungsprozess unterstützen. 
  • Bei chronischen autoinflammatorischen Erkrankungen tritt die Entzündungsreaktion allerdings nicht in den Heilungsprozess über. 
  • Körpereigene Zellen geraten aus ihrem Gleichgewicht und der Krankheitsprozess wird so verstärkt. 

Der Verlauf ist oft chronisch oder tritt schubweise auf und verursacht typische Beschwerden wie Fieber, Schmerzen und Müdigkeit.

Ein von Jenaer Wissenschaftlern geleitetes Forscherteam hat jetzt ein Eiweiß identifiziert, das für sogenannte autoinflammatorische Reaktionen beim Menschen verantwortlich ist.  

Das körpereigene Faktor H-verwandte Protein FHR1 bindet an absterbende Zellen, die bei verschiedenen Krankheiten im Menschen entstehen.  

Damit setzt es eine Entzündungsreaktion in Gang, welche die Krankheit verstärkt und das Befinden der Patienten stark beeinträchtigen kann.

Betroffen sind verbreitete Krankheiten aber auch seltene Erkrankungen wie die ANCA-assoziierten Vaskulitiden (AAV).

Bei dieser langanhaltenden Erkrankung handelt es sich um eine seltene, potenziell lebensbedrohliche systemische Schädigung der kleinen und mittleren Gefäße. 

  • Diese und weitere chronische Erkrankungen sind dadurch gekennzeichnet, dass körpereigene Zellen absterben und – häufig durch Einlagerung weiterer Substanzen – Beläge in den Blutgefäßen verursachen, welche so die Blutzirkulation behindern. 
  • Hiervon können besonders die Nieren betroffen sein, deren Filtrationsleistung dadurch sinkt.

„Wir konnten in unserer Studie nachweisen, dass FHR1-Moleküle spezifisch an absterbende Zellen in den Blutgefäßen binden, während nah verwandte Proteine wie Faktor H oder FHR2 und FHR3 dies nicht tun“, sagt die Leiterin der Studie, Christine Skerka.

Die Professorin für Immunregulation leitet am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut – eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem komplexen Zusammenspiel von Molekülen des Immunsystems bei infektiösen und nichtinfektiösen Krankheiten befasst. 

„Die Bindung von FHR1 an die Zelloberfläche löst die Aktivierung des Immunproteins NLRP 3 (das Inflammasom) im Körper aus, wodurch schließlich eine ganze Entzündungskette in Gang gesetzt wird, die in einer Autoinflammation mündet“, so Skerka weiter.

Die Ergebnisse der Studie decken sich mit der Beobachtung, dass ein Mangel an FHR1 vor bestimmten Krankheiten schützt. 

Das Protein FHR1 könnte damit ein erfolgversprechendes Ziel für Medikamente sein, um Entzündungsreaktionen im Körper zurückzufahren. Antikörper, die FHR1 inhibieren, wurden bereits erfolgreich in vitro getestet.

Zu dem Forscherteam gehörten Wissenschaftler des Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut –, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.

Die Forschungsergebnisse veröffentlichten sie kürzlich im renommierten Fachjournal Nature Communications.

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Christine Skerka
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Dr. Michael Ramm Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut (HKI)
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E-Mail-Adresse: michael.ramm@leibniz-hki.de

Originalpublikation:
Irmscher S, Brix SR, Zipfel SLH, Halder LD, Mutlutürk S, Wulf S, Girdauskas E, Reichenspurner H, Stahl RAK, Jungnickel B, Wiech T, Zipfel PF, Skerka C (2019) Serum FHR1 binding to necrotic-type cells activates monocytic inflammasome and marks necrotic sites in vasculopathies. Nat Commun 10, 2961. doi: 10.1038/s41467-019-10766-0.