Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

Chronischer und aktuter Herzprobleme: Herz-Bildgebung: Herz-SPECT-Gerät

Medizin am Abend Berlin Fazit: Schonend, schnell und präzise: Innovative Herz-Bildgebung in Freiburg

Neues Gerät am Universitätsklinikum Freiburg liefert hochauflösende Bilder des Herzens / Sicherheit und Komfort für die Patienten deutlich erhöht / Einsatz in der Diagnostik chronischer und akuter Herzprobleme 

Aufgrund seiner Bauweise können auch Patienten mit Platzangst problemlos im neuen Herz-SPECT untersucht werden.
Aufgrund seiner Bauweise können auch Patienten mit Platzangst problemlos im neuen Herz-SPECT untersucht werden. Universitätsklinikum Freiburg
 
Seit Kurzem setzt die Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Freiburg ein hochempfindliches Herz-SPECT-Gerät ein, wie es nur an wenigen Standorten in Deutschland verfügbar ist. 

In Baden-Württemberg ist es das erste Gerät seiner Art.

Damit lassen sich die Durchblutung und Kontraktion des Herzens deutlich schneller und präziser ermitteln. Eine Aufnahme dauert mit höchstens zehn Minuten weniger als halb so lange wie bei vergleichbaren Methoden. Das System soll zur Diagnose und Kontrolle chronischer Herzbeschwerden genutzt werden, ist aber aufgrund der schnell verfügbaren Ergebnisse auch bei neuen beziehungsweise akuten Beschwerden einsetzbar.

„Das neue Gerät verbessert die nicht-invasive Diagnostik von Patienten, bei denen Durchblutungsstörungen des Herzens vermutet werden oder bereits bekannt sind. Die Untersuchung ist signifikant schneller und bequemer und die Bildqualität wesentlich besser. Gleichzeitig können wir die benötigte Strahlendosis unter das Niveau der jährlichen natürlichen Strahlenexposition senken. Dadurch ist die Untersuchung mit dem neuen Gerät auch im Vergleich zu anderen Methoden wie Herzkatheter und Computertomografie schonender“, sagt Prof. Dr. Dr. Philipp T. Meyer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Freiburg.

Was ist eine Herz-SPECT-Untersuchung und wie funktioniert sie?

SPECT steht für „single-photon-emission computed tomography“ oder, im Deutschen, Einzelphotonentomographie.

  • Bei einer SPECT wird zunächst ein leicht radioaktiver Stoff in eine Armvene gespritzt, der sich schnell mit dem Blut im Körper verteilt. 
  • Je nach eingesetztem Stoff können bestimmte Körper- und Organfunktionen sichtbar gemacht werden. 

Mit der SPECT-Kamera wird die ausgesendete Strahlung erfasst und genutzt, um Schnittbilder zu erzeugen.

So lassen sich beispielsweise Knochen bei Tumorerkrankungen oder orthopädischen Problemen, Hirnfunktionen bei neurologischen Erkrankungen wie der Parkinson-Erkrankung oder, im vorliegenden Fall, Durchblutungsstörungen des Herzens untersuchen.

Das am Universitätsklinikum Freiburg eingesetzte Gerät „Discovery NM 530c“ wurde für SPECT-Untersuchungen speziell des Herzen optimiert.

Das Gerät besitzt neunzehn unabhängige Kameras, die gleichzeitig aus verschiedenen Winkeln Aufnahmen vom Herzen machen. 

Dank einer speziellen Halbleitertechnologie erfolgt dies deutlich sensitiver und schneller als mit konventionellen Systemen.

Zudem ist die Untersuchung in dem neuen, kompakteren System erheblich bequemer und auch für Patienten mit Platzangst problemlos möglich. 

Auch Umstände, unter denen andere Methoden nicht eingesetzt werden können, wie etwa Kontrastmittel-Allergie, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen oder Schrittmacher, stellen keine Hindernisse für das Verfahren dar.





Mit dem neuen Herz-SPECT können Ärzte die Durchblutung des Herzens sehr gut untersuchen.
Mit dem neuen Herz-SPECT können Ärzte die Durchblutung des Herzens sehr gut untersuchen. Universitätsklinikum Freiburg 

Schonend, schnell und präzise: Innovative Herz-Bildgebung in Freiburg


Wann wird ein Herz-SPECT gemacht?

Mit einem Herz-SPECT können Durchblutungsstörungen des Herzmuskels in Ruhe und unter körperlicher oder medikamentöser Belastung erkannt werden. 

Sie wird ergänzend oder alternativ zu invasiven Methoden wie einer Herzkatheter-Untersuchung oder anderen bildgebenden Verfahren genutzt.

Bei der Untersuchung werden auch die Kontraktions-Abläufe des Herzens erfasst, was wichtige Aufschlüsse über die Pumpleistung des Herzens liefert.

Bei Bedarf kann auch die Nervenversorgung des Herzmuskels untersucht werden.

„Wir freuen uns, diese Diagnostik nun schnell und einfach in Freiburg zur Verfügung zu haben. Sie stellt einen diagnostischen Zugewinn und eine große Erleichterung für viele unserer Patienten dar“, sagt Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Bode, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie I des Universitäts-Herzzentrums Freiburg · Bad Krozingen.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com









Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Prof. Dr. Dr. Philipp T. Meyer
Ärztlicher Direktor
Klinik für Nuklearmedizin
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-39160
philipp.meyer@uniklinik-freiburg.de

Benjamin Schoch-Waschow
Telefon: (0761) 270 - 19090
Fax: (0761) 270 - 19030
E-Mail-Adresse: benjamin.waschow@uniklinik-freiburg.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://youtu.be/9ylJklTKznI Youtube-Video: Herzkrankheiten mit modernster SPECT-Bildgebung diagnostizieren

https://www.uniklinik-freiburg.de/nuklearmedizin.html Klinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Freiburg


Tumore des Weichgewebes, wie etwa der Muskeln, Nerven oder Knochen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Verbesserte Krebsnachsorge

Wiederkehrende Tumore mittels Blutproben frühzeitig zu erkennen, ist das Ziel eines Forschungsprojekts der Klinik für Plastische und Handchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg / Förderung durch Deutsche Forschungsgemeinschaft 
 
Tumore des Weichgewebes, wie etwa der Muskeln, Nerven oder Knochen, machen nur etwa ein Prozent aller Tumorerkrankungen aus.

  • Doch weil viele dieser Sarkome früh in andere Gewebe streuen, ist bei ihnen die Rate der Wiedererkrankung und die Sterblichkeit besonders hoch. 

Wissenschaftler und Ärzte der Klinik für Plastische und Handchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg forschen nun an einem Verfahren, um erneut auftretende Tumorzellen im Blut nachzuweisen und so den Patientinnen und Patienten zeitnah eine geeignete Therapie anbieten zu können.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt seit 1. Juli 2018 mit 330.000 Euro für die kommenden 2 Jahre.

Große Sarkome entfernen – und Körperteile gut rekonstruieren


  • Die wichtigste Therapiemaßnahme zur lokalen Tumorkontrolle bei Weichteilsarkomen ist die Operation. 

In der Klinik für Plastische und Handchirurgie werden in erster Linie Sarkome an Armen, Beinen und der restlichen Körperoberfläche operativ behandelt. Ziel der Operation ist es, das Tumorgewebe möglichst vollständig zu entfernen und dabei die Funktion des Körperteils soweit wie möglich zu erhalten.

  • Weil oft Gefäße, Nerven oder Sehnen mit entfernt werden, müssen die Ärzte arterielle und venöse Bypässe legen, Nerven ersetzen oder die Sehnen verlagern, um den Funktionsverlust oder gar eine Amputation der betroffenen Gliedmaße zu vermeiden. 

„Die Fortschritte in der plastisch-rekonstruktiven Tumorchirurgie sind enorm.



Wir können heute auch ausgedehnte Weichgewebssarkome vollständig entfernen und gleichzeitig die Funktion des Körperteils bestmöglich erhalten“, sagt Prof. Dr. Steffen Eisenhardt, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Plastische und Handchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg.

Die Ärzte der Sektion für Plastisch-Rekonstruktive Tumorchirurgie befassen sich seit vielen Jahren mit der Behandlung bei Weichgewebssarkomen. 

Aus diesem klinischen Schwerpunkt ist ein Forschungsschwerpunkt zur nicht-invasiven Diagnostik von Weichgewebssarkomen entstanden.

Für diesen Forschungsansatz erhalten nun Prof. Eisenhardt und Dr. David Braig, Arzt an der Klinik für Plastische und Handchirurgie, eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Höhe von 330.000 Euro. Grundlage der Forschung ist eine umfangreiche Sarkom-Biobank, die in den letzten Jahren durch die Arbeitsgruppe von Prof. Eisenhardt aufgebaut wurde.

Das interdisziplinäre, multizentrische Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit PD Dr. Rainer Claus von der Klinik für Hämatologie und Onkologie des Klinikums Augsburg.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com










Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Prof. Dr. Steffen Eisenhardt
Geschäftsführender Oberarzt
Klinik für Plastische und Handchirurgie
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-24010
steffen.eisenhardt@uniklinik-freiburg.de

Benjamin Schoch-Waschow
Telefon: (0761) 270 - 19090
Fax: (0761) 270 - 19030
E-Mail-Adresse: benjamin.waschow@uniklinik-freiburg.de

Hugstetter Straße 49
79106 Freiburg
Deutschland
Baden-Württemberg 



Rheuma-Hochschulambulanz: Rheumatoide Arthritis - Entzündungsreaktion

Medizin am Abend Berlin Fazit: Aussicht auf neue Therapie bei rheumatoider Arthritis

Medikament erfolgreich in fortgeschrittenen klinischen Studien 
 
  • Eine internationale Forschergruppe unter Leitung der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat erfolgreich einen neuen Wirkstoff gegen rheumatoide Arthritis getestet. 
  • Der Wirkstoff ist bei Patientinnen und Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Ausprägung der Krankheit wirksam, die bisher unzureichend auf konventionelle Medikamente zur Hemmung von Entzündungen reagieren. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift Lancet* veröffentlicht.

Die rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche, oft schmerzhafte und in Schüben verlaufende Erkrankung der Gelenke. 

Prof. Dr. Gerd-Rüdiger Burmester, Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie der Charité, hat in einer Studie die Wirksamkeit des Wirkstoffs Upadacitinib bei Patienten untersucht, bei denen sogenannte konventionelle synthetische krankheitsmodifizierende Antirheumatika nicht die gewünschte Wirkung zeigen.

  • Upadacitinib ist ein selektiver Hemmstoff der Januskinase-1 (JAK-1) und hat sich bereits in früheren Studien der Phase II bei dieser Patientengruppe als wirksam erwiesen.
  •  Die Hemmung des Enzyms JAK-1 bewirkt, dass ein wichtiger Signalweg zur Auslösung einer Entzündungsreaktion unterbrochen wird.

In der aktuellen Studie der Phase III bildeten sich mit Upadacitinib, im Vergleich zu einem Scheinpräparat, deutlich mehr Gelenkschwellungen zurück.

Die Patienten hatten zudem weniger Schmerzen und auch ihre Gelenkfunktion wurde verbessert. 
  • Prof. Burmester ist mit den signifikanten Verbesserungen der klinischen Symptome durch das neue, in Tablettenform verfügbare Medikament hoch zufrieden: 
  • „Unsere Ergebnisse belegen, dass JAK-Inhibitoren eine wirksame alternative Behandlungsoption für Patientinnen und Patienten mit Langzeitkrankheiten sind, die nicht ausreichend auf konventionelle Medikamente ansprechen oder für die ein Biopharmazeutikum keine gute Option ist. 

Die Behandlung mit JAK-Hemmern könnte diesen Patienten helfen, eine schnelle Therapieantwort und somit Kontrolle über ihre Krankheit zu erreichen.

Derzeit werden alle Studienergebnisse zusammengetragen und den Zulassungsbehörden in Europa und den USA zur Prüfung übermittelt.“

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com












Über Google: Medizin am Abend Berlin
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.
 
Prof. Dr. Gerd-Rüdiger Burmester
Direktor Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie
Charité – Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 513 061
E-Mail: gerd.burmester@charite.de

Charitéplatz 1
10117 Berlin
Deutschland
Berlin


Manuela Zingl
Telefon: 030 / 450 570 400
Fax: 030 / 450 570 940
E-Mail-Adresse: manuela.zingl@charite.de


Dr. Julia Biederlack
Telefon: 030-450 570 585
Fax: 030-450 570 940
E-Mail-Adresse: julia.biederlack@charite.de

Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie

https://rheumatologie.charite.de/

Originalpublikation:
*Burmester GR, et al. Safety and efficacy of upadacitinib in patients
with rheumatoid arthritis and inadequate response to conventional synthetic disease-modifying anti-rheumatic drugs (SELECT-NEXT): a randomised, double-blind, placebo-controlled phase 3 trial. Lancet. 2018 Jun 23;391(10139):2503-2512. DOI: 10.1016/S0140-6736(18)31115-2.

Originalartikel bei Lancet (Abstract)
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0140673618311152?via%3Dihub

Bauchschmerzen, Blut im Stuhl, Durchfälle: Diagnostik und Behandlung der Colitis ulcerosa

Medizin am Abend Berlin Fazit: DGVS aktualisiert Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung von Colitis ulcerosa

Krampfartige Bauchschmerzen, Blut im Stuhl und immer wieder Durchfälle: 

In Deutschland sind rund 150.000 Menschen an der chronisch entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa (CU) erkrankt. 

Colitis ulcerosa, die meist im jungen Erwachsenenalter, nicht selten auch schon bei Jugendlichen und Kindern, beginnt, verläuft in Schüben und begleitet die Betroffenen in der Regel ein Leben lang. 

Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) haben Experten nun die Leitlinie für die Behandlung der Colitis ulcerosa auf den aktuellen Stand der Wissenschaft gebracht. 
 
  • Ein besonderes Augenmerk haben die Autoren dabei auf die erhöhten Infektionsrisiken von CU-Patienten und den Aspekt Ernährung gelegt. 

Die Rolle der Ernährung wurde viele Jahre überschätzt:

Abgesehen vom Stillen gibt es keine wissenschaftlich belegte Ernährungsform, die das Risiko für die Entstehung einer CU-Erkrankung reduziert.

***********************************************************************

Fälle von Colitis ulcerosa wurden bis Ende der 1950er-Jahre in Deutschland selten diagnostiziert und haben seitdem in allen westlichen Industrieländern deutlich zugenommen. Ein wichtiger Auslöser der Erkrankung und eine Erklärung für die Zunahme der CU scheint in veränderten Umwelt- und Hygienebedingungen der modernen Zivilisation zu liegen. CU tritt eher in Industrieländern als Entwicklungsländern, eher bei Städtern als in der Landbevölkerung auf.

„Die Zunahme der Fallzahlen in den letzten Jahrzehnten führte zudem zur Theorie, dass der Auslöser für die Erkrankung auch in den modernen Ernährungsgewohnheiten zu finden sein könnte“, sagt Professor Dr. med. Axel Dignaß von der Medizinischen Klinik I des AGAPLESION MARKUS KRANKENHAUSES in Frankfurt, einer der Koordinatoren der Leitlinie.

Studien hätten diesen Zusammenhang bisher allerdings nicht bestätigt.

Einzige Ausnahme sei das Stillen: 

  • Kinder, die mindestens sechs Monate lang gestillt wurden, haben ein um fast ein Viertel reduziertes Risiko, später an CU zu erkranken, als nicht oder nur kurz gestillte Kinder.

Während eine Prävention über die Ernährung also nicht effektiv möglich zu sein scheint, kommt der Ernährung bei bereits bestehender CU eine große Bedeutung zu.

„Wegen der wiederkehrenden Durchfälle und der Schädigung der Darmschleimhaut haben die Patienten ein hohes Risiko für eine Mangelernährung“, sagt Professor Dr. med. Torsten Kucharzik von der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie des Klinikums Lüneburg, der die Aktualisierung der Leitlinie ebenfalls als Koordinator betreut hat.

Oft schwächten die Komplikationen, die durch den Nährstoffmangel hervorgerufen würden, die Patienten mehr, als die Darmentzündung selbst. Besonders Kinder weisen häufig – in bis zu 85 Prozent der Fälle – Zeichen einer Mangelernährung auf. 

Neben starken Proteinverlusten wirken sich auch eine zu geringe Versorgung mit Mikronährstoffen wie Eisen, Vitamin D, Folsäure oder Zink negativ auf Wachstum und Entwicklung aus. Die Versorgung mit Nährstoffen sollte daher regelmäßig überprüft und fehlende Nährstoffe als Tablette oder Infusion zugeführt werden, empfiehlt die Leitlinie.



Die Ursachen für die Entstehung einer CU sind nach wie vor nicht vollständig geklärt, zentral scheint jedoch eine Fehlsteuerung des Immunsystems zu sein. 

  • Die Patienten werden daher meist mit immunsuppressiven Medikamenten behandelt. 
  • Damit steigt jedoch die Gefahr von bakteriellen oder viralen Infektionen deutlich an. 

„Besonders die Kombination mehrerer Medikamente stellt ein Problem dar“, erläutert Kucharzik.

In Studien hatten Patienten, die mehrere solcher Medikamente einnehmen mussten, ein um das 14,5-Fache erhöhtes Infektionsrisiko. 

  • Die Mediziner raten daher dazu, noch vor Beginn der Therapie den Impfstatus der Patienten zu überprüfen und fehlende Impfungen nachzuholen. 
  • Auch die jährliche Grippeimpfung sei für immunsupprimierte Patienten dringend zu empfehlen. 
  •  
  •  

Obwohl die Krankheit nicht selten ist, dauert es bei vielen CU-Patienten noch immer lange, bis sie die richtige Diagnose und eine adäquate Therapie erhalten.

„Umso wichtiger war uns die Aktualisierung der Leitlinie“, sagt DGVS-Experte Dignaß.

Besonders in den Händen von Hausärzten und der Patienten selbst könne sie wertvolle Hinweise für eine frühzeitige Diagnosestellung und optimale Behandlung der Krankheit geben. 

Die aktualisierte S3-Leitlinie wurde federführend von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten erstellt und fasst den aktuellen Stand der Wissenschaft bei Diagnostik und Behandlung der Colitis ulcerosa zusammen.

Die Leitlinie ist abrufbar unter

 https://www.dgvs.de/wissen-kompakt/leitlinien/leitlinien-der-dgvs/colitis-ulcero...

Über die DGVS:
Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie mehr als 5500 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie unter einem Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane – zum Wohle des Patienten.


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com















Über Google: Medizin am Abend Berlin
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) e.V.
Juliane Pfeiffer
Tel.: 0711 8931-693
Fax: 0711 8931-167
pfeiffer@medizinkommunikation.org
http://www.dgvs.de  

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.

Ubierstr. 20
40223 Düsseldorf
Deutschland
Nordrhein-Westfalen
E-Mail-Adresse: office@awmf.org

Dennis Makoschey
Geschäftsführer / Pressesprecher
Telefon: 030 2009 7777
E-Mail-Adresse: makoschey@awmf.org
 

Originalpublikation:
https://www.dgvs.de/wissen-kompakt/leitlinien/leitlinien-der-dgvs/colitis-ulcero...

Weitere Informationen:
http://www.dgvs.de

Rheumatologische Hochschulambulanz: Rheumatoide Arthritis chronische Gelenkentzündung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Volkskrankheit Rheumatoide Arthritis: Neue „Zielscheibe“ für nebenwirkungsarme Kortisontherapie

Rheumatoide Arthritis ist eine Volkskrankheit - und oft werden die schmerzenden Gelenke mit kortisonhaltigen Medikamenten behandelt. 

  • Dabei reichen die Nebenwirkungen von Knochenschwund bis Diabetes. 

Eine Forschergruppe um Prof. Jan Tuckermann von der Universität Ulm hat nun molekulare Mechanismen der Kortisonbehandlung aufgedeckt.

Ihre in der Fachzeitschrift "Annals of the Rheumatic Diseases" veröffentlichten Ergebnisse sollen zu einer gezielteren und somit nebenwirkungsarmen Therapie rheumatischer Erkrankungen beitragen. 

Prof. Dr. Jan Tuckermann leitet an der Universität Ulm das Institut für Molekulare Endokrinologie der Tiere
Prof. Dr. Jan Tuckermann leitet an der Universität Ulm das Institut für Molekulare Endokrinologie der Tiere Foto: Eberhardt/Uni Ulm
 
Mit über einer halben Million Betroffenen alleine in Deutschland ist die Rheumatoide Arthritis die häufigste chronische Gelenkentzündung. 
  • Zur Schmerzlinderung werden Patienten oft viele Jahre mit kortisonhaltigen Medikamenten behandelt. 

Doch eine solche Langzeittherapie kann schwere Nebenwirkungen haben – von Osteoporose bis Diabetes.



Eine Forschergruppe um Professor Jan Tuckermann von der Universität Ulm und Dr. Ulrike Baschant (TU Dresden) hat nun bisher unverstandene molekulare Mechanismen der Kortisonbehandlung aufgedeckt. Ihre in „Annals of the Rheumatic Diseases“ veröffentlichten Ergebnisse könnten zu einer gezielteren, nebenwirkungsarmen Behandlung der rheumatischen Erkrankung beitragen.

  • Das Einkaufen oder Treppensteigen wird zur Qual, und neben schmerzhaften Gelenkentzündungen bis zur -zerstörung sind teilweise auch innere Organe betroffen. 
  • Viele Patientinnen und Patienten mit Rheumatoider Arthritis können ihren Alltag während eines Schubs nur mithilfe von kortisonhaltigen Medikamenten meistern. 
  • Doch bei jahrelanger entzündungshemmender Kortisontherapie drohen Resistenzen und schwere Nebenwirkungen wie Knochenschwund. 

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben nun die molekulare Wirkweise von Kortison im Detail nachvollzogen und für die Entzündungshemmung wichtige Zelltypen identifiziert. Das Entwicklungsziel für neue, gezielter wirkende Medikamente: Patienten sollen möglichst ohne gesundheitliche Risiken vom schmerzstillenden Effekt des Arzneistoffs profitieren.

In der Zellkultur und in Mausmodellen mit teils ausgeschaltetem Kortisonrezeptor konnte die Gruppe zeigen, dass so genannte synoviale Fibroblasten eine herausragende, aber indirekte Rolle für die schmerzstillende Kortisontherapie spielen.

  • Dabei handelt es sich um Bindegewebszellen im Gelenkspalt, die sich bei einer Arthritis stark ausbreiten und die Entzündung fördern. 
  • Bei einer Behandlung mit Kortison aktivieren diese Fibroblasten vor allem „Fresszellen“ (Makrophagen), die Entzündungsherde beseitigen. 

Demgegenüber ist die direkt durch den Kortisonrezeptor vermittelte Wirkung des Arzneistoffes auf Immunzellen gering.

„Bisher wurde die Wirkung kortisonhaltiger Präparate auf synoviale Fibroblasten lediglich in der Zellkultur untersucht, wodurch sich das Zusammenspiel mit anderen Zellen schwer nachvollziehen lässt. Jetzt konnten wir allerdings erstmals im Mausmodell zeigen, dass gerade die Interaktion der Fibroblasten mit den Fresszellen entscheidend für den Erfolg der antientzündlichen Kortisontherapie ist“, sagt Professor Jan Tuckermann, Leiter des Ulmer Instituts für Molekulare Endokrinologie der Tiere.

Außerdem gelang es den Foscherinnen und Forschern, eine „Lehrbuchmeinung“ zu widerlegen: Offenbar spielt die Hemmung „klassischer Zytokine“ – das sind Botenstoffe, die die Immunantwort regulieren – doch keine Schlüsselrolle bei der Arthritis-Behandlung.

Aus diesen Ergebnissen aus dem Labor lassen sich konkrete Verbesserungen für die Rheumatherapie ableiten:

„Künftige Medikamente sollten entzündungshemmende Wirkstoffe gezielt an Bindegewebszellen im Gelenkspalt, die synovialen Fibroblasten, abgeben oder an Mediatoren, die wir bei RNA-Analysen identifiziert haben“, sagt Mascha Koenen von der Uni Ulm, die Erstautorin der Studie.

Werden diese pharmakologischen Zielscheiben direkt anvisiert, könnte die Behandlung rheumatischer Erkrankungen optimiert und Nebenwirkungen reduziert werden.

  • Denn von der chronischen Gelenkentzündung sind längst nicht nur Seniorinnen und Senioren betroffen: Rheumatoide Arthritis kann in jedem Lebensalter auftreten – und gerade bei jüngeren Patienten sollten gesundheitsgefährdende Langzeitfolgen der schmerz- und entzündungshemmenden Therapie verhindert werden.

Die Forschergruppe von den Universitäten Ulm, Dresden, Erlangen-Nürnberg, Lyon I sowie vom Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipman-Institut (Jena) wurden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (Schwerpunktprogramm Immunobone) unterstützt. Weitere Förderer umfassen den Ulmer Trauma-Sonderforschungsbereich 1149, die Boehringer Ingelheim Stiftung, das Trilaterale Consortium für Osteoporose sowie Förderprogramme der Universität Ulm.









 Histologische Untersuchungen von arthritischen Wildtyp-Mäusen und Mäusen mit einer Mutation des Kortison-Rezeptors (vollständige BU unter der Pressemitteilung)


"Histologie" (Abbildung: Institut für Molekulare Endokrinologie der Tiere):
Histologische Untersuchungen von arthritischen Wildtyp-Mäusen (obere Reihe) und Mäusen mit einer Mutation des Kortison-Rezeptors (GR) in nicht-Immunzellen. In arthritischen Mäusen (links) zeigen Wildtyp- und mutante Mäuse starke Einwanderungen von entzündlichen Zellen im Gelenk (Sternchen). Bei der Steroidtherapie (rechts) verschwinden die Entzündungszellen in Wildtyp Mäusen, aber nicht bei den mutanten Mäusen (rechts)

Originalpublikation:
Koenen, Mascha; Culemann, Stephan; Vettorazzi, Sabine; Caratti, Giorgio; Frappart, Lucien; Baum, Wolfgang; Krönke, Gerhard; Baschant, Ulrike*; Tuckermann, Jan; University of Ulm. The glucocorticoid receptor in stromal cells is essential for glucocorticoid-mediated suppression of inflammation in arthritis. Annals of the Rheumatic Diseases. Published Online First: 11 July 2018. doi: 10.1136/annrheumdis-2017-212762

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com












Über Google: Medizin am Abend Berlin
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.
Prof. Dr. Jan Tuckermann:
0731/50-32600
jan.tuckermann@uni-ulm.de

Andrea Weber-Tuckermann
Telefon: 0731 - 5022024
E-Mail-Adresse: andrea.weber-tuckermann@uni-ulm.de 

Helmholtzstraße 16
89081 Ulm
Deutschland
Baden-Württemberg https://idw-online.de/de/institutionlogo19758


Gefährliche Kopfverletzungen - CT-Scan veranlassen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Kopfverletzungen durch E-Bike-Unfälle: 

  • Stürze für Senioren besonders gefährlich

  • E-Bikes ermöglichen schnelles Fahrradfahren ohne große Anstrengung – das ist besonders für Senioren interessant, die beim Radfahren mit ihren Kräften haushalten müssen. 
  • Allerdings unterschätzen ältere Elektroradler oft die Geschwindigkeit der motorisierten Fahrräder und sind deshalb häufiger in schwere Unfälle verwickelt. 
Aber auch scheinbar leichte Stürze können zu gefährlichen Kopfverletzungen führen. 

 Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) erklärt, warum Senioren nach einem Sturz auf den Kopf zum Arzt gehen sollten. 
 
Mehr als 700.000 E-Bikes wurden im Jahr 2017 verkauft – das sind fast 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit steigt auch die Zahl der Unfälle:

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind 2017 bis September 55 Pedelec-Fahrer ums Leben gekommen, die meisten Opfer waren älter als 65 Jahre.

„Senioren bauen körperlich ab und rüsten technisch auf. Gerade ältere Menschen unterschätzen die 25 km/h, die ein Pedelec erreicht“, erklärt Professor Dr. med. Stefan Knecht, Chefarzt der Klinik für Neurologie, St. Mauritius Therapieklinik, Meerbusch und Pressesprecher der DGKN.

„Und wer körperlich nicht mehr ganz fit ist, traut sich dank motorisierter Unterstützung eher schwierige und anstrengende Strecken zu – das kann zu Kontrollverlust und Stürzen führen.“ Pedelecs haben ein anderes Antriebs- und Bremsverhalten als ein normales Fahrrad, wer damit nicht vertraut ist, sollte in jedem Fall ein paar Übungsrunden drehen.

Kommt es zu einem Unfall, müssen auch bei einem leichten Sturz auf den Kopf eine Gehirnerschütterung und vor allem eine schwere Kopfverletzung wie ein Schädelbruch oder eine Hirnblutung ausgeschlossen werden.

„Bewusstlosigkeit, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen sind klassische Symptome einer Gehirnerschütterung“, erklärt Knecht.

„Aber auch wenn der Betroffene keine dieser Beschwerden feststellt, kann eine Hirnverletzung vorliegen.“

Knecht rät, im Zweifel immer einen Arzt aufzusuchen.

„Der Arzt kann einschätzen, wie schwer eine Gehirnerschütterung ist und mit einer Bilduntersuchung wie einer Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) kann er eine schwere Gehirnverletzung ausschließen.“

  • Die Autoren einer amerikanischen Studie aus dem Jahr 2017 fordern sogar, bei Patienten über 65 Jahren nach einem Sturz auf den Kopf grundsätzlich ein CT-Scan durchzuführen – auch dann, wenn der Patient nicht das Bewusstsein verloren hat und stabil scheint.  


Grund dafür seien strukturelle Veränderungen im alternden Gehirn: 

Die Blutgefäße sind weniger elastisch und damit anfälliger für Verletzungen.

Zudem schwindet im Alter die Gehirnmasse insgesamt. 

Dadurch könnten untypische neurologische Befunde auftreten, die es erschweren, das Ausmaß der Verletzung ohne CT korrekt einzuschätzen.

Nach dem CT-Befund entscheidet der Arzt über eine weitere Therapie:

Bei einer leichten Gehirnerschütterung reichen ein paar Tage Schonung – am besten ohne langes Lesen oder Fernsehen.

Operiert werden nur schwere Verletzungen, trotzdem ist der Bild-Befund wichtig:

  • Senioren nehmen häufig Medikamente wie zum Beispiel Gerinnungshemmer ein und diese müssen im Fall einer Gehirnblutung vorübergehend abgesetzt werden.

„Am besten ist es natürlich, wenn es gar nicht erst zu einer Verletzung kommt.

Neben umsichtigem Fahren ist der Fahrradhelm wichtig“, sagt Knecht. Nur 17 Prozent der Deutschen radeln mit Helm. Im Falle eines Sturzes kann der aber über Leben und Tod entscheiden.

Quelle:
Sartin R, Kim Ch, Dissanaike Sh. Is routine head CT indicated in awake stable older patients after a ground level fall? Am J Surg 2017; Volume 214, Issue 6, Pages 1055–1058

*************************************

Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Ärzte und Wissenschaftler in Deutschland, die auf dem Gebiet der klinischen und experimentellen Neurophysiologie tätig sind. Anliegen der DGKN ist es, die Forschung auf diesem Gebiet zu fördern sowie eine qualitätsgesicherte Aus-, Weiter- und Fortbildung zu garantieren. Zu diesem Zweck richtet die DGKN wissenschaftliche Tagungen, Symposien und Fortbildungsveranstaltungen aus. Sie erarbeitet Richtlinien und Empfehlungen für die Anwendung von Methoden wie EEG, EMG oder Ultraschall. Darüber hinaus setzt sich die DGKN für den wissenschaftlichen Nachwuchs ein, indem sie etwa Stipendien und Preise vor allem für junge Forscher vergibt. Die Methoden der klinischen Neurophysiologie kommen Patienten bei der Diagnose und Therapie neurologischer Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer, Migräne, Epilepsie, Schlaganfall oder Multiple Sklerose zugute.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abenb.blogspot.com














Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Carina Tenzer
DGKN
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-361
Fax: 0711 8931-167
tenzer@medizinkommunikation.org
http://www.dgkn.de

Ubierstr. 20
40223 Düsseldorf
Deutschland
Nordrhein-Westfalen
E-Mail-Adresse: office@awmf.org

Dennis Makoschey
Geschäftsführer
Telefon: 030 2009 7777
E-Mail-Adresse: makoschey@awmf.org

Body-Mass-Index: Inselautoantikörper - Vorboten einer Typ-1-Diabeteserkrankung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Höherer Body-Mass-Index bei Nachwuchs von Müttern mit Typ-1-Diabetes

Das Risiko für Übergewicht und Insulinresistenz ist bei Kindern von Müttern mit Typ-1-Diabetes signifikant erhöht. 

Das berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München im Fachmagazin ‚Diabetologia‘. 
 
  • Typ-1-Diabetes gilt als die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. 

Doch welche Rolle spielt die Krankheit, wenn die Betroffenen selber einmal Kinder bekommen?

Bislang ist bekannt, dass das Risiko für Typ-1-Diabetes bei Kindern von betroffenen Eltern weit höher ist als in der Allgemeinbevölkerung.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachInfo: Labor Autoantikörperdiagnostik beim Diabetes mellitus 

„Zudem gab es vereinzelte Hinweise aus Vorgängerstudien, dass Kinder von Müttern mit Typ-1-Diabetes zusätzlich ein erhöhtes Risiko für das metabolische Syndrom tragen, da die zeitweise hohen Blutzuckerwerte im Mutterleib langfristige Auswirkungen auf den Stoffwechsel und das Körpergewicht der Nachkommen zu haben scheinen“, erklärt PD Dr. Andreas Beyerlein.

„Wir wollten diese Diskussion nun auf eine solide Datengrundlage stellen“, so der Statistiker und Epidemiologe weiter, der die Studie gemeinsam mit Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Institut für Diabetesforschung des Helmholtz Zentrums München und Forschergruppe Diabetes e.V., federführend leitete.

Fast 2.800 Kinder über 18 Jahre hinweg untersucht

Ausgangspunkt der Arbeit waren drei große Studien, die die Entstehungsmechanismen von Typ-1-Diabetes aufklären sollen (TEENDIAB, BABYDIAB und BABYDIET*). „Insgesamt haben wir die Daten von knapp 2.800 Kindern untersucht, die einen erstgradigen Verwandten mit Typ-1-Diabetes hatten“, erklärt Erstautorin Anitha Pitchika. „Sie wurden bis zu ihrem 18. Lebensjahr hinsichtlich Stoffwechsel und Körpergewicht untersucht.“ Anette-Gabriele Ziegler ergänzt: „Diese Auswertungen waren in dieser Form erst mit unseren Datensätzen möglich, die eine ausreichend große Anzahl von Müttern mit Typ-1-Diabetes enthalten, denen noch vor einigen Jahrzehnten auf Grund von damals hohen Geburtsrisiken oft von einem Kinderwunsch abgeraten wurde.“

Dabei fiel den Wissenschaftlern auf, dass Kinder, deren Mütter vor der Schwangerschaft an Typ-1-Diabetes erkrankt waren, einen signifikant höheren Body-Mass-Index aufwiesen als Kinder von stoffwechselgesunden Müttern.

,„Bei den Teilnehmern der TEENDIAB-Studie“, erklärt Andreas Beyerlein, „war das Risiko für ein späteres Übergewicht mehr als doppelt so hoch.“ 

Auch weitere Werte wie Hüftumfang, Nüchternglukosespiegel oder das Risiko für Insulinresistenz waren signifikant erhöht, wenn die Mutter Typ-1-Diabetes hatte.

  • Zuvor hatten die Wissenschaftler bereits mögliche Störfaktoren wie beispielsweise sozioökonomischen Status der Mutter oder ein höheres Geburtsgewicht herausgerechnet.

Um herauszufinden, inwiefern die Unterschiede durch grundlegende Änderungen im kindlichen Stoffwechsel verursacht wurden, erhoben die Forscher von 500 Teilnehmern der TEENDIAB-Studie sogenannte Metabolomics-Daten. Tatsächlich konnten sie aber keine durch mütterlichen Typ-1-Diabetes bedingten signifikanten Veränderungen hinsichtlich der Stoffwechselprodukte und –wege aufdecken.

„Unsere Studie belegt, dass Kinder von Müttern mit Typ-1-Diabetes nicht nur ein signifikant höheres Risiko für die Krankheit selbst haben, sondern auch für Übergewicht und Insulinresistenz“, fasst Anette-Gabriele Ziegler zusammen.

  • „Daher wäre es ratsam, dass Kinder- und Jugendmediziner diesen Zusammenhang künftig im Kopf haben und frühzeitig auf entsprechende Warnsignale bei den betroffenen Kindern achten.“

Weitere Informationen

* Die TEENDIAB-Studie beschäftigt sich mit der Entstehung des Diabetes während und nach der Pubertät. Über diesen Alterszeitraum gibt es weltweit noch sehr wenige Daten. Deshalb wurden in die TEENDIAB-Studie Kinder zwischen sechs Jahren bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres aufgenommen, bei denen bereits ein Familienmitglied (Mutter, Vater oder Geschwisterkind) an Typ-1-Diabetes erkrankt ist. Die TEENDIAB-Kinder wurden bis zum Alter von 18 Jahren begleitet und nachuntersucht. Dabei wurden Umwelteinflüsse wie Ernährung, Bewegung, psychosoziale Entwicklung, Pubertäts- und Gewichtsentwicklung erforscht. Alle Kinder wurden auf Inselautoantikörper untersucht, den Vorboten einer Typ-1-Diabeteserkrankung. TEENDIAB ist eine deutschlandweite Studie im Rahmen des Kompetenznetzes Diabetes, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.

Die BABYDIAB-Studie der Forschergruppe Diabetes e.V., die seit 1989 als weltweit erste prospektive Diabetes-Geburtskohorte etabliert wurde, zählt zu den Vorreiterstudien auf dem Gebiet der Pathogeneseforschung des Typ-1-Diabetes. Mehr als 1650 Kinder von Eltern mit Typ-1-Diabetes werden von Geburt an über einen Zeitraum von inzwischen 25 Jahren beobachtet. Das Ziel der BABYDIAB-Studie ist es zu ermitteln, wann Inselautoantikörper erstmalig auftreten, welche genetischen Faktoren und Umweltfaktoren ihre Entwicklung beeinflussen und welche Charakteristika der Autoantikörper am stärksten mit der Entwicklung von Typ-1-Diabetes assoziiert sind. Dabei werden die Studienteilnehmer alle drei Jahre mittels Blutproben und Fragebögen nachuntersucht. Die BABYDIET-Studie beschäftigt sich mit dem Einfluss von Gluten haltiger Nahrung auf die Entstehung von Typ-1-Diabetes.

Hintergrund:
Bei Typ-1-Diabetes gehen Insulin-produzierende Zellen in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse zu Grunde, da das körpereigene Immunsystem sie angreift und zerstört. 

Weitere Informationen zu Symptomen, Diagnose und Behandlung finden Sie beim Diabetesinformationsdienst München:

 https://www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de/erkrankungsformen/typ-1-diabe...

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. http://www.helmholtz-muenchen.de

Das Institut für Diabetesforschung (IDF) befasst sich mit der Entstehung und Prävention von Typ-1-Diabetes. Ein vorrangiges Projekt des Instituts ist die Entwicklung einer antigen-basierten Therapie zur Erzeugung einer Immuntoleranz. In groß angelegten Langzeitstudien untersucht das IDF den Zusammenhang von Genen, Umweltfaktoren und Immunsystem für die Pathogenese von Typ-1-Diabetes. Mit den Daten der Geburtskohorte BABYDIAB, die 1989 als weltweit erste prospektive Diabetes-Geburtskohorte etabliert wurde, konnte die Anfälligkeit für die Entstehung einer mit Typ-1-Diabetes assoziierten Autoimmunität in den ersten zwei Lebensjahren aufgedeckt werden. Das im Jahr 2015 vom IDF initiierte Pilotprojekt Fr1da war weltweit das erste bevölkerungsweite Screening auf Inselautoimmunität in der Kindheit, die als Frühstadium des Typ-1-Diabetes zu werten ist. Das IDF ist Teil des Helmholtz Diabetes Center (HDC). http://www.helmholtz-muenchen.de/idf

Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 550 Professorinnen und Professoren, 41.000 Studierenden sowie 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine der forschungsstärksten Technischen Universitäten Europas. Ihre Schwerpunkte sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften und Medizin, verknüpft mit den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die TUM handelt als unternehmerische Universität, die Talente fördert und Mehrwert für die Gesellschaft schafft. Dabei profitiert sie von starken Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft. Weltweit ist sie mit dem Campus TUM Asia in Singapur sowie Verbindungsbüros in Brüssel, Kairo, Mumbai, Peking, San Francisco und São Paulo vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinder wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006 und 2012 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings gehört sie regelmäßig zu den besten Universitäten Deutschlands. http://www.tum.de



Originalpublikation:
Pitchika, A. et al. (2018): Associations of maternal type 1 diabetes with childhood adiposity and metabolic health in the offspring: prospective cohort study. Diabetologia, DOI: 10.1007/s00125-018-4688-x

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com













Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstr. 1
85764 Neuherberg - Tel. +49 89 3187 2238
E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de

PD Dr. Andreas Beyerlein, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Institute of Computational Biology, Ingolstädter Landstr. 1, 85764 Neuherberg - Tel. +49 89 3187 49692, E-Mail: andreas.beyerlein@helmholtz-muenchen.de

Ingolstädter Landstr.1
85764 Neuherberg
Deutschland
Bayern


Sonja Opitz
Telefon: 08931872986
Fax: 08931873324
E-Mail-Adresse: sonja.opitz@helmholtz-muenchen.de

Die Eltern-Säugling-Kleinkind Beziehung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Großes Psychotherapieforschungsprojekt (SKKIPPI) zur Eltern-Kind-Beziehung an der IPU Berlin

Frau Prof. Dr. Christiane Ludwig-Körner und Herr Prof. Dr. Lars Kuchinke von der International Psychoanalytic University (IPU) konnten beim Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen erfolgreich ein Großprojekt zur Evaluation der Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie (ESKP) einwerben. 

Die Fördersumme liegt bei bis zu 2,46 Mio Euro. Es zählt damit zu den aktuell größten Projekten zur Wirksamkeitsforschung der Psychotherapie in Deutschland. 
  • Untersucht werden Prävalenzen psychischer Störungen bei jungen Müttern und Vätern sowie die ESKP als psychodynamisches Interventionsangebot. 

Forschungsgruppe SKKIPPI mit Prof. Dr. Christiane Ludwig-Körner (1. Reihe, vierte von links) und Prof. Dr. Lars Kuchinke (1. von rechts)
Forschungsgruppe SKKIPPI mit Prof. Dr. Christiane Ludwig-Körner (1. Reihe, vierte von links) und Prof. Dr. Lars Kuchinke (1. von rechts) IPU Berlin
 
Frau Prof. Dr. Christiane Ludwig-Körner und Herr Prof. Dr. Lars Kuchinke von der International Psychoanalytic University (IPU) konnten beim Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen erfolgreich ein Großprojekt zur Evaluation der Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie (ESKP) einwerben. Im Projekt „Evaluation der Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie mittels Prävalenz- und Interventionsstudien (SKKIPPI)“ sollen die Prävalenzen psychischer Störungen der Mütter/Väter nach der Geburt ihres Kindes und die Eltern-Säugling-Kleinkind Psychotherapie (ESKP) als wichtiges psychodynamisches Interventionsangebot zur Förderung der Mutter/Vater-Kind-Beziehung erforscht werden.

SKKIPPI behandelt ein drängendes Thema: 

  • Schätzungsweise bis zu 20% der Mütter in Deutschland sind nach der Geburt ihres Kindes von psychischen Belastungen wie Depressionen oder Angst- und Zwangsstörungen betroffen. 

Der Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen der Elternteile und daraus resultierenden Störungen der kindlichen Entwicklungen mit langfristigen Konsequenzen ist in vielen Studien nachgewiesen. 
  • Sie zeigen sich in den ersten Lebensjahren des Kindes z.B. in Regulationsstörungen, wie etwa Schlafprobleme, exzessives Schreien sowie Fütter- oder Gedeihstörungen. 

Entgegen der großen Fallzahlen existieren für die betroffenen Mutter/Vater-Kind-Paare jedoch nur wenige stationäre Therapieplätze.

Das SKKIPPI Projekt besteht aus zwei sich ergänzenden Studienteilen.

  • Im ersten Teil wird die Verbreitung von psychischen Belastungen und Erkrankungen von Müttern und Vätern im ersten Jahr nach der Geburt des Kindes sowie deren Versorgungslage erhoben. 
Der zweite Teil dient der Evaluation des ESKP-Verfahrens durch den Vergleich der ESKP mit bisher üblichen Verfahren im klinischen Kontext.

  • Die Therapie findet dabei entweder in stationärer Behandlung oder in nicht-stationärer Behandlung zuhause (Home Treatment) statt.

Die ESKP ist ein von Ludwig-Körner entwickeltes Psychotherapieverfahren, das sich mit der intensiven Zweierbeziehung zwischen Mutter (oder Vater) und Kind beschäftigt. 

  • Ziel ist die Verbesserung der Feinfühligkeit der Mutter/des Vaters, um die emotionale Beziehung zum Kind zu verbessern und eine sogenannte sichere Bindung herzustellen. 
  • So soll verhindert werden, dass Eltern problematische Verhaltensweisen über Generationen hinweg an ihre Kinder weitergeben.

Insgesamt wird SKKIPPI mit bis zu 2,46 Mio Euro durch den Innovationfond finanziert.

Es zählt damit zu den aktuell größten Projekten zur Wirksamkeitsforschung der Psychotherapie in Deutschland. 

Weitere beteiligte Institutionen des multizentrischen Projektes unter Federführung der IPU sind die Charité Berlin, die Universität Leipzig, die Diako Flensburg sowie die Kliniken Vivantes Klinikum Neukölln, Alexianer St-Joseph Krankenhaus Berlin-Weißensee und Helios Park-Klinikum Leipzig.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com




















 Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Daniel Jakubowski
Stromstr. 1
10555 Berlin

Telefon: +49 160 100 11 87
kommunikation@ipu-berlin.de

Prof. Dr. Christiane Ludwig-Körner
christiane.ludwig-koerner@ipu-berlin.de

Prof. Dr. Lars Kuchinke
lars.kuchinke@ipu-berlin.de

IPU Berlin
Stromstr. 3b
10555 Berlin
Telefon: +49 30 300 117-721

Daniel Jakubowski
Telefon: 030 300 117-515
E-Mail-Adresse: daniel.jakubowski@ipu-berlin.de


Katja Thiele
Telefon: +49 (0)30 300 117 - 520
Fax: +49 (0)30 300 117 - 529
E-Mail-Adresse: katja.thiele@ipu-berlin.de


Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://www.ipu-berlin.de/hochschule/forschung/projekt/evaluation-der-eltern-sae...

 

Goldenen Stunden nach der Geburt: Keine Social Media Posts

Medizin am Abend Berlin Fazit: Soziale Netzwerke im Kreißsaal stören den Aufbau der Mutter-Kind-Bindung

Die sozialen Netzwerke sind aus unserem Leben kaum noch wegzudenken, und viele Mütter gehen auch sofort nach der Niederkunft online. 

  • Aus den Stunden nach der Geburt sollten die sozialen Medien aber verbannt werden. 
  • Anstatt Fotos auf Instagram zu posten oder Glückwünsche auf Facebook entgegenzunehmen, sollten Mütter die Zeit nutzen, eine direkte Bindung zu ihrem Baby aufzubauen. 

Das Onlinesein in den sozialen Netzwerke wirkt sich insbesondere in den ersten Stunden nach der Geburt störend auf die Entwicklung der Mutter-Kind-Beziehung aus. 
 
Eine Studie der Victoria University in Wellington, Neuseeland, untersucht, wie Internet und Handys, insbesondere die sozialen Netzwerke, den Aufbau der Bindung zwischen den jungen Müttern und ihren neugeborenen Babys beeinträchtigen. An der multidisziplinären Studie arbeiten Dr Jayne Krisjanous von der School of Marketing and International Business, Dr Robyn Maude von der Graduate School of Nursing, Midwifery and Health und die Promotionsstudentin Marlini Bakri.

Die noch immer andauernde Studie untersucht die Rolle von Facebook, Twitter und Instagram in der ‚goldenen Stunde' nach der Geburt. 
  • Man geht davon aus, dass die ersten sechzig Minuten im Leben eines Kindes wichtige physische und psychische Vorteile für Mutter und Kind mit sich bringen. 
Geburtshelferinnen in ganz Neuseeland sind darauf aufmerksam geworden, dass eine wachsende Anzahl von Müttern in eben dieser ersten Stunde online gehen.

Dr Krisjanous sagt, dass Social Media Posts eine sofortige Welle der Reaktionen auslöst, die ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit und Zeit zur Beantwortung bedarf.

Hierin liege der Ursprung der bemängelten Störung. 

  • Sie sagt darüber hinaus, dass Neugeborene enorme physiologische Veränderungen des Kreislaufs erfahren und ihre neurologischen Reflexe durch Licht, Ton, Berührungen, Kälte und Schwerkraft beeinflusst werden. 
  • Gleichzeitig wirken sich auf die Mutter während der Geburt neuro-hormononelle Veränderungen aus. 
Diese Prozesse führen zur Mutter-Kind-Bindung, und die Nutzung von Social Media kann den Aufbau der Verbindung stören.

Die Studie soll eine der ersten ihrer Art sein und wurde bereits in der Sunday Star-Times 

https://www.stuff.co.nz/life-style/parenting/pregnancy/birth/105302129/new-mothe... 

und in der TVNZ Breakfast show 

https://www.tvnz.co.nz/one-news/new-zealand/mums-bonding-time-newborns-can-distu...)

vorgestellt. 

Das Wissenschaftsteam wird seine Arbeit auf der New Zealand College of Midwives Biennial National Conference im nächsten Monat präsentieren.

Das Institut ist die gemeinnützige Einrichtung zur Förderung des Austausches und der Auslandsstudien insbesondere mit allen Universitäten Australiens und Neuseelands sowie zur Förderung von Wissenschaft und Forschung. In seinen Förderprogrammen stellt es SchülerInnen und Studierenden Unterstützung in der Finanzierung durch Stipendien und Coaching in der Studienberatung und Studienplatzbewerbung zur Verfügung.


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com











Über Google: Medizin am Abend Berlin
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin(at)ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593


Sabine Ranke-Heinemann
Telefon: 0201/252552
Fax: 0201/267557
E-Mail-Adresse: info@ranke-heinemann.de

Media Victoria University of Wellington
Email: communications(at)lists.vuw.ac.nz
 

https://www.ranke-heinemann.de

 

CAVE:Rettungsstelle- KANZEL: Freizeitkrankheit: Leisure Sickness

Medizin am Abend Berlin Fazit: Phänomen „Leisure Sickness“ – 

Studie zeigt Zusammenhang zwischen Freizeitverhalten und Anfälligkeit

Sonnige Strände, schneebedeckte Berge oder einfach nur Balkonien – von Urlaub und Freizeit wünschen wir uns Ruhe und Entspannung. 

Bei vielen Deutschen ist aber genau das Gegenteil der Fall. 
  • Fällt der Stresslevel ab, fühlen sie sich unwohl – die Nase läuft, der Kopf pocht oder der Magen spielt verrückt. 
Das Phänomen, im Urlaub und am Wochenende krank zu werden, nennen Psychologen Leisure Sickness (zu Deutsch „Freizeitkrankheit“). 

Die IUBH Internationale Hochschule hat gemeinsam mit der UMIT-Universität nach potenziellen Faktoren geforscht, die die Krankheit begünstigen – und entdeckte dabei höchst interessante Zusammenhänge. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Einsatzfahrzeugen  
 
Fünf Dinge, mit denen wir unsere Freizeit verbringen

Im Fokus der Untersuchung stand der Zusammenhang zwischen dem Freizeitverhalten und dem Auftreten von Leisure Sickness.

Welche Rolle spielt es, wie Menschen ihre Freizeit gestalten?

Basierend auf verschiedenen Fragen zur Freizeitgestaltung hat das Forscherteam untersucht, wie viel Bezug zur Arbeit wir in der Freizeit haben und wie frei wir die Freizeit tatsächlich gestalten können. Aufgrund der Antworten identifizierte es fünf verschiedene Anteile, aus denen sich unsere Freizeit zusammensetzt:


• Arbeitsbezogene Freizeit: Hat einen sehr starken Bezug zur Arbeit und bedeutet zum Beispiel, ständig erreichbar zu sein oder außerhalb der Arbeitszeit noch Aufgaben erledigen zu müssen.
Auch private Treffen mit Kollegen und Geschäftspartnern zählen dazu. 
 
• Regeneration und Weiterbildung: Dazu zählt die Ruhephase nach der Arbeit durch Erschöpfung ebenso wie freiwillige Fortbildungen.
Hat ebenfalls starken Bezug zum Beruf.

• Pflichten und Soziales: Hier besteht kein Bezug zum Beruf, muss aber erledigt werden. Gemeint sind unvermeidbare Pflichten wie zum Beispiel Hausarbeit oder Einkaufen, selbst gewählte Aufgaben wie Kinder oder freiwillige Verpflichtungen wie Ehrenämter.

• Kontrast zur Arbeit: Meint Aktivitäten, die einen bewussten Gegenpol zur Arbeit bilden.
Man schafft sich ganz bewusst einen Ausgleich, zum Beispiel durch Hobbys sportlicher oder künstlerischer Art oder Zeit in der Natur.

• Freie Freizeit: Meint wirklich freie Zeit, in der man tun kann, wozu man gerade Lust hat.

Zusammenhang mit Leisure Sickness: Work-Life-Balance offenbar wichtiger Faktor

Aufgrund des Antwortverhaltens zeigt die Untersuchung, dass die Deutschen in ihrer Freizeit alle fünf Freizeittypen verfolgen, es jedoch große Unterschiede in der Gewichtung des jeweiligen Freizeittyps gibt.

Basierend darauf ergeben sich fünf typische Gruppen (Cluster), deren Risiko, an Leisure Sickness zu erkranken, unterschiedlich ausgeprägt ist:


• Die Arbeitstiere: Diese Gruppe lebt für die Arbeit und zeigt große Anteile an „Arbeitsbezogener Freizeit“ und „Regeneration und Weiterbildung“.
Die Lust auf außerberufliche Aktivitäten ist wegen großer Erschöpfung meist gering,
Zusätzlich liegt diese Gruppe auch bei „Pflichten und Soziales“ ganz vorne, hier aber vor allem bei den unvermeidlichen Pflichten. Sport und soziale Kontakte spielen dagegen kaum eine Rolle, und auch der Kontrast zur Arbeit ist in dieser Gruppe am geringsten. Hier finden sich in erster Linie Personen im höheren Alter ab 45 Jahren und eher ohne Führungsposition wieder.
  • Leisure Sickness-Anfälligkeit: hoch


• Die Inaktiven: Diese Gruppe liegt beim Anteil „Freie Freizeit“ relativ weit vorne, und hat den geringsten Anteil an „Arbeitsbezogener Freizeit“ sowie „Regeneration und Weiterbildung“.
Sie hat also am meisten Energie für Freizeit und Aktivitäten, aber tendenziell wenig Struktur und Verbindlichkeiten in der Freizeitgestaltung. Zu dieser Gruppe zählen mehr Männer und jüngere Altersgruppen. Auch Führungskräfte sind stärker vertreten.
  • Leisure Sickness-Anfälligkeit: hoch


• Die Einzelgänger: Diese Gruppe liegt bei der „Freien Freizeit“ ganz vorne, bei der „Arbeitsbezogenen Freizeit“ und „Regeneration und Weiterbildung“ im Mittelfeld. Die Arbeit spielt also in der Freizeit keine so große Rolle, das Gleiche gilt für Sport in Gesellschaft oder soziale Kontakte. Etliche Mitglieder dieser Gruppe sind zwischen 25 und 34 Jahre alt, etwas mehr weiblich und arbeiten oft Vollzeit ohne Führungsposition.
  • Leisure Sickness-Anfälligkeit: durchschnittlich


• Die Ausbalancierten: Diese Gruppe hat weniger „Arbeitsbezogene Freizeit“, ist weniger erschöpft von der Arbeit und hat dadurch mehr Lust auf Aktivitäten und Unternehmungen. Nichts desto trotz nehmen die Pflichten einen großen Raum ein. Das Ergebnis ist weniger „Freie Freizeit“, aber trotzdem ein besserer „Kontrast zur Arbeit“. Männer ab 45 sind genau wie Menschen in Führungspositionen etwas stärker vertreten.
  • Leisure Sickness-Anfälligkeit: gering


• Die Verplanten: Auch diese Gruppe hat viel „Arbeitsbezogene Freizeit“, aber zeigt sich weniger erschöpft und verspürt Lust auf Aktivitäten und Unternehmungen. Bei den Pflichten liegen sie im Mittelfeld. Freizeit mit anderen ist für diese Gruppe ebenfalls wichtig, genau wie „Kontrast zur Arbeit“. Der Anteil an wirklich „Freier Freizeit“ ist dagegen am geringsten. In diesem Cluster sind etwas mehr Frauen vertreten.
  • Leisure Sickness-Anfälligkeit: gering

  • Fazit: „Freie“ und arbeitsbezogene Freizeit tendenziell kontraproduktiv

Die „Verplanten“ und „Ausbalancierten“ sind am wenigsten, die „Einzelgänger“ moderat, sowie die „Arbeitstiere“ und die „Inaktiven“ am meisten von der Freizeitkrankheit betroffen, so das Ergebnis der Studie. 

„Es gibt also einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen dem Freizeitverhalten und dem Auftreten von Leisure Sickness“, resümiert Claudia Möller, Professorin für Tourismusmanagement an der IUBH.

„Unsere Vermutungen, dass viel „Freie Freizeit“ eher vor Leisure Sickness schützt, haben sich nicht bestätigt.

Es scheint vielmehr so zu sein, dass zu wenig Sozialkontakte und Verpflichtungen, also wenig Struktur und Verbindlichkeit in der Freizeit eher zum Auftreten des Phänomens beitragen.“ 

Ein wichtiger Aspekt sei auch der „Kontrast zur Arbeit“. 
Die am meisten von Leisure Sickness betroffenen Gruppen haben weniger „Kontrast zur Arbeit“, die am wenigsten betroffenen Gruppen schaffen sich stärker einen Ausgleich zur Arbeit.


Das Forscherteam:

Prof. Dr. Claudia Möller lehrte und forschte an der Universität Innsbruck, sowie an der UMIT – health & life sciences university in Hall/Tirol, seit 2008 ist sie Professorin für Tourismusmanagement an der IUBH Internationalen Hochschule. Ass.-Prof. Dr. Cornelia Blank ist seit Anfang 2017 stellvertretende Institutsleiterin des Instituts für Sport-, Alpinmedizin und Gesundheitstourismus an der UMIT. Sie lehrt in den Bereichen Wirtschaft, Gesundheits- und Sporttourismus. Vanessa Korn, B.A., B.Sc. studierte Internationales Tourismusmanagement an der IUBH und Tourism & Recreation Management an der Niagara University/NY. Sie hat im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der Forschung zur LS mitgewirkt. Univ.-Prof. Dr. med. Wolfgang Schobersberger habilitierte 1997 und gründete 2003 an der UMIT das Institut für Urlaubs-, Reise- und Höhenmedizin mit dem Ziel, den alpinen Gesundheitstourismus wissenschaftlich zu etablieren. 2009 wurde Schobersberger zum Leiter des Instituts für Sport-, Alpinmedizin und Gesundheitstourismus der Tirol Kliniken GmbH Innsbruck und der Privatuniversität UMIT/Hall bestellt.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com



















Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.


Prof. Dr. Claudia Möller: c.moeller@iubh.de

Katharina Kubisch IUBH Internationale Hochschule GmbH
Mülheimer Straße 38
53604 Bad Honnef
Deutschland
Nordrhein-Westfalen


Telefon: 089-125999673
E-Mail-Adresse: presse@iubh.de