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Herzversagen, Krebs oder degenerative Erkrankung im Alter?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Krebs oder Herzversagen?

Während in der Altersgruppe der 60-Jährigen Krebs noch die häufigste Todesursache ist, nimmt der Anteil dieser Erkrankung an der Gesamtmortalität mit zunehmendem Alter ab, während degenerative Erkrankungen mit fortschreitendem Alter an Bedeutung gewinnen. 

Was steckt dahinter? 

Und kann man diese Verschiebung zumindest teilweise erklären, indem man die auftretenden molekularen Veränderungen untersucht und mit den molekularen Signaturen jeder dieser Erkrankungen vergleicht? 

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Professor Christoph Kaleta, Universität Kiel, hat untersucht, wie altersbedingte Veränderungen in der Genaktivität mit altersspezifischen Erkrankungen zusammenhängen. 
 
Um die Wechselwirkungen zwischen dem Alterungsprozess und altersspezifischen Erkrankungen zu verstehen, haben Wissenschaftler vom Jena Centre for Systems Biology of Ageing (JenAge) die bisher umfassendste Vergleichsstudie zur Alterung verschiedener Spezies und Gewebearten durchgeführt.

 „Mithilfe von vergleichenden, systemübergreifenden Methoden können wir komplexe biomedizinische Prozesse wie die des Alterns hervorragend erforschen“, so JenAge-Koordinator Dr. Jürgen Sühnel vom Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut (FLI). Koordiniert wurde die Studie von Professor Christoph Kaleta von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der auch Mitglied im Exzellenzcluster „Entzündungsforschung“ ist, und Professor Eytan Ruppin von der University of Maryland, USA. Die Wissenschaftler haben Veränderungen in der Genaktivität verschiedener Organe bei Menschen, Mäusen, Zebrafischen sowie bei den kurzlebigen Prachtgrundkärpflingen der Gattung Nothobranchius furzeri im Altersverlauf verglichen. „Wir haben viele Ähnlichkeiten in Bezug auf die molekularen Signaturen von altersbedingten Veränderungen in den untersuchten Spezies gefunden. Unsere Ergebnisse weisen klar darauf hin, dass der Alterungsprozess bei sehr unterschiedlichen Wirbeltieren im Kern sehr ähnlich verläuft, obwohl die Lebensspannen der untersuchten Spezies von wenigen Monaten bis hin zu fast einem Jahrhundert reichen“, so Professor Kaleta, korrespondierender Autor der Studie.

Im Anschluss verglichen die Forscher die veränderten Genaktivitäten mit den Signaturen altersspezifischer Erkrankungen.

Sie fanden dabei heraus, dass die altersbedingten Veränderungen in der Genaktivität von ähnlichen Veränderungen wie bei degenerativen Erkrankungen begleitet wurden. Überraschenderweise wiesen diese Veränderungen im Vergleich zu Krebs eine umgekehrte Entwicklung auf.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Altern nicht unbedingt sämtliche altersbedingten Erkrankungen fördert, sondern sehr erkrankungsspezifische Einflüsse hat“, erklärt Professor Kaleta.

  • In der Tat könnten die unterschiedlichen Einflüsse des Alterns auf verschiedene Erkrankungen eine Erklärung dafür liefern, warum im hohen Alter die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu sterben im Vergleich zu degenerativen Erkrankungen sinkt. 

Interessanterweise konnten die Wissenschaftler diesen Unterschied zwischen Krebs und degenerativen Erkrankungen auch auf Genom-Ebene feststellen: 
viele Risikogene, die die Gefahr des Auftretens von degenerativen Krankheiten erhöhen, schützen gleichzeitig vor Krebs und andersherum.

Während die Forscher nur darüber spekulieren können, warum die altersbezogenen Veränderungen zwischen Krebs und degenerativen Erkrankungen so gegensätzlich verlaufen, vermuten sie, dass dies mit der laufenden Anhäufung geschädigter DNA (Desoxyribonukleinsäure) in den Zellen alternder Menschen zusammenhängen könnte, die wiederum das Krebsrisiko erhöhen.

  • Als Folge davon versucht das Immunsystem, die geschädigten Zellen zu zerstören oder einzudämmen und so die Entwicklung von Krebs zu unterbinden. 

Dieser Zusammenhang ist möglicherweise auch eine Ursache für die bei älteren Personen häufig beobachtete leichte chronische Entzündung, die wiederum eine degenerative Schädigung des Gewebes begünstigt. 

„Da die molekularen Signaturen von Krebs und degenerativen Erkrankungen in grundlegenden zellulären Prozessen so gegensätzlich sind, können die im hohen Lebensalter stattfindenden molekularen Veränderungen logischerweise auch nicht gleichzeitig gegen Krebs und degenerative Erkrankungen schützen“, erläutert Professor Ruppin von der University of Maryland.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Veränderungen zwar dem erhöhten Krebsrisiko entgegenwirken, der Preis dafür jedoch ein wahrscheinlich zwangsläufig erhöhtes Risiko für degenerative Erkrankungen ist.“

Die neuen Erkenntnisse deuten also ganz klar auf eine starke Verbindung zwischen degenerativen Alterserkrankungen und Krebs hin. 

Von besonderer Bedeutung sind diese Ergebnisse auch im Hinblick auf die derzeitige Suche nach Behandlungsmethoden zur Umkehr von altersbedingten Veränderungen.

Vor dem Hintergrund dieser neuen Erkenntnisse sollten derartige Ansätze vor allem im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf die Krebsentwicklung sorgfältig untersucht werden.

Originalpublikation:
Aramillo Irizar, P, Schäuble, S, Esser, D, Groth, M, Frahm, C, Priebe, S, Baumgart, M, Hartmann, N, Marthandan, S, Menzel, U, Müller, J, Schmidt, S, Ast, V, Caliebe, A, König, R, Krawczak, M, Ristow, M, Schuster, S, Cellerino, A, Diekmann, S, Englert, C, Hemmerich, P, Sühnel, J, Guthke, R, Witte, OW, Platzer, M, Ruppin, E und Kaleta, C (2018): Transcriptomic alterations during ageing reflect the shift from cancer to degenerative diseases in the elderly. Nature Communications, http://dx.doi.org/10.1038/s41467-017-02395-2

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Professor Christoph Kaleta
Exzellenzcluster „Entzündungsforschung“ und Institut für Experimentelle Medizin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
E-Mail: c.kaleta@iem.uni-kiel.de
Telefon: +49 (0)431 500-30340

Epidemiologie von altersspezifischen Erkrankungen: Das Risiko, an Krebs zu sterben, ist im Alter zwischen 50 und 75 Jahren am höchsten. Das Risiko, an degenerativen Erkrankungen zu sterben, nimmt bis in die höchsten Altersgruppen deutlich zu. Abkürzung: Neurodeg. Erk. = neurodegenerative Erkrankungen
Datenquelle: Center for Disease Control and Prevention (CDC, https://www.cdc.gov/)

Dr. Tebke Böschen
Telefon: (0431) 880-4682, E-Mail: tboeschen@uv.uni-kiel.de
Internet: www.inflammation-at-interfaces.de

Der Exzellenzcluster „Inflammation at Interfaces/Entzündungsforschung“ wird seit 2007 durch die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder mit einem Gesamtbudget von 68 Millionen Euro gefördert; derzeit befindet er sich in der zweiten Förderphase. Die rund 300 Clustermitglieder an den insgesamt vier Standorten: Kiel (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Muthesius Kunsthochschule), Lübeck (Universität zu Lübeck, UKSH), Plön (Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie) und Borstel (Forschungszentrum Borstel – Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften) forschen in einem innovativen, systemischen Ansatz an dem Phänomen Entzündung, das alle Barriereorgane wie Darm, Lunge und Haut befallen kann.

Exzellenzcluster Entzündungsforschung
Wissenschaftliche Geschäftsstelle, Leitung: Dr. habil. Susanne Holstein
Postanschrift: Christian-Albrechts-Platz 4, D-24118 Kiel
Telefon: (0431) 880-4850, Telefax: (0431) 880-4894
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Twitter: I@I @medinflame

Das Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) ist seit 2004 die erste Forschungseinrichtung, die sich der biomedizinischen Alternsforschung widmet. Mehr als 330 Mitglieder aus über 30 Nationen erforschen die molekularen Mechanismen, die Alterungsprozessen und damit zusammenhängenden altersspezifischen Erkrankungen zugrunde liegen. Weitere Informationen finden Sie unter www.leibniz-fli.de.

Metastasen - Tochtergeschwülsten: Absiedlungen bösartiger Tumore

Medizin am Abend Berlin Fazit: Metastasen: die tödlichen Töchter

90 Prozent aller Krebstodesfälle gehen auf das Konto von Metastasen, wie Mediziner die Absiedlungen bösartiger Tumoren nennen. 

  • Hat sich der Krebs erst im Körper verbreitet, ist er in der Regel nicht mehr heilbar. 

Zum Weltkrebstag am 4. Februar informierten  Experten aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum, wie es zu dieser Ausbreitung kommt: 

  • Tumorzellen zweckentfremden Blutbahnen, sabotieren ihre Umgebung und tarnen sich als „Schläfer“. A

Aber die Wissenschaftler haben Ideen, wie sich dieser lebensbedrohliche Prozess möglicherweise aufhalten lässt.
 http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2018/bilder/Image-Metastasis.jpg
 BU: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer Lungenmetastase: Tumorzellen (grün) formen solide Tumorknoten, die in engem Kontakt mit umgebenden Kapillaren (rot) stehen.
Quelle: Oliver Meckes, Eye of Science / Hellmut Augustin, DKFZ



Was macht Krebserkrankungen so gefährlich? 

90 Prozent aller Krebstodesfälle gehen auf das Konto von Tumorabsiedlungen, schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Krebszellen, die sich vom Primärtumor absondern, gelangen in entfernte Körperregionen und wachsen dort zu Tochtergeschwülsten, Metastasen, heran. 

„Während sich viele Primärtumoren vor allem in frühen Stadien heute gut behandeln lassen, sind Metastasen die eigentliche und letztlich tödliche Gefahr“, erklärt Susanne Weg-Remers, die Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).

„Leider kommt es immer wieder vor, dass ein Tumor nach zunächst erfolgreicher Behandlung wiederkehrt.

  • Wenn dann der Krebs bereits gestreut hat, sinken die Erfolgsaussichten einer Therapie rapide. 

Neue Medikamente, die das Rückfallrisiko senken können, sind daher ein zentrales Anliegen der Krebsforschung.“

http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2018/bilder/Metastase.jpg
BU: Mikroskopische Aufnahme einer wachsenden Metastase (rot) im Gehirn (Blutgefäße: blau). Bestimmte Immunzellen des Gehirns (grün) greifen die Tumorzellen während des Wachstums an. Quelle: Anna Berghoff, DKFZ

Forscher schätzen, dass sich von einem Tumor in der Größe eines Kubikzentimeters täglich etwa eine Million Zellen ablösen können – aber nur ein verschwindend kleiner Prozentsatz davon wächst tatsächlich zu einer Tochtergeschwulst heran.
„Die Metastasierung ist im Grunde genommen extrem ineffizient: 

  • Es müssen sehr viele Voraussetzungen zusammenkommen, dass es dem Tumor gelingt, sich auszubreiten. 

Trotz der immensen medizinischen Bedeutung der Metastasierung ist dieser Prozess leider noch sehr wenig verstanden“, sagt Hellmut Augustin vom DKFZ und von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.

Heute ist unbestritten, dass sich Krebszellen – anders als früher vermutet – auch schon von kleinsten Tumoren ablösen können.

  • Um sich nun im Körper zu verbreiten, ist ein Transportsystem erforderlich – und das organisiert sich der Tumor selbst: 

Von einem Durchmesser von etwa einem Millimeter an ist jede Krebsgeschwulst auf die Versorgung durch Blut- oder Lymphgefäße angewiesen. 

Die lockt sie aktiv mit Wachstumsfaktoren herbei – und zweckentfremdet sie als Fernstraßen, um Lunge, Leber oder das Gehirn zu erreichen.

  • Tumorzellen und Blutgefäße: eine intime Beziehung

Die Reise über die Blutbahnen ist für eine Krebszelle beschwerlich:

  • Sie muss sich zunächst durch die Zellen der Gefäßwand zwängen. In der Blutbahn selbst ist die starke Strömung eine immense Herausforderung. Um das Gefäßinnere wieder zu verlassen, braucht die Krebszelle geeignete Proteine zum Andocken und Überwinden der Gefäßbarriere.

„Das ist ein extrem aktiver Prozess, der auf zahlreichen Wechselwirkungen zwischen der Krebszelle und den Gefäßwandzellen beruht“, sagt Andreas Fischer vom DKFZ. Der Gefäßexperte, der auch an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg forscht, erkannte vor kurzem, dass Krebszellen die Blutgefäße für ihre eigenen Zwecke umprogrammieren:

Sie veranlassen die Gefäßwandzellen, ihnen leichter Durchlass zu gewähren.

Zugleich bilden die Gefäßwandzellen bestimmte Proteine aus, an denen sich die Krebszelle wie mit einem Druckknopf verankern und die Blutbahn wieder verlassen kann.

Fischers Team konnte die molekularen Schalter, die an dieser Sabotage beteiligt sind, identifizieren und teilweise mit Antikörpern blockieren: Daraufhin entwickelten krebskranke Mäuse weniger Lungenmetastasen.

Wegen der immensen Bedeutung der Blutgefäße für Wachstum und Ausbreitung der Tumoren ist die Gefäßneubildung seit Jahrzehnten schon im Visier der Krebsforscher. Das erste Medikament, das diesen Vorgang blockiert, kam bereits 2005 auf den Markt – erzielte aber nur mäßige klinische Erfolge.

Hellmut Augustin versucht daher, auf andere Weise zu verhindern, dass sich der Tumor mit neuen Adern versorgt. Dazu erforscht er systematisch die Signalmoleküle der Gefäßwandzellen – und entdeckte kürzlich den Rezeptor Tie1 als mögliches neues Therapieziel: Krebskranke Mäuse, in deren Gefäßwandzellen Tie1 genetisch ausgeschaltet war, entwickelten deutlich langsamer und deutlich weniger Metastasen – im Gegensatz zu ihren genetisch normalen Artgenossen. „Sicherlich müssen mehrere Schlüsselmoleküle zugleich blockiert werden, um die Gefäßneubildung wirklich effizient zu unterdrücken“, so der DKFZ-Forscher. „Ein Wirkstoff, der den Rezeptor Tie1 inaktiviert, ließe sich sinnvoll mit anderen antiangiogenen Medikamenten kombinieren.“

Fruchtbarer Boden für Metastasen

Metastasen treten nicht nach dem Zufallsprinzip im Körper auf, sondern – je nach Tumorart – bevorzugt in bestimmten Organen.

So siedelt Prostatakrebs besonders häufig in die Wirbelsäule ab, Melanome in das Gehirn. 

Woran das liegt, ist nur teilweise bekannt.

Allein an der Blutmenge, die ein Organ durchströmt, kann es nicht liegen, sonst müsste es beispielsweise viel mehr Metastasen in den Nieren geben – was aber tatsächlich sehr selten vorkommt.

Bereits 1889 veröffentlichte der britische Chirurg Stephen Paget dazu eine berühmte Theorie: „Seed and Soil“, zu Deutsch etwa Saatkorn und Boden, müssten bei der Metastasierung zusammenwirken, so der Forscher. Bestimmte Gewebe böten bestimmten Krebszellen einen „fruchtbaren Boden“, beispielsweise in Form von Wachstumsfaktoren oder Molekülen, an die Krebszellen andocken und sich festsetzten können.

„Schläfer“ im Gehirn ausschalten

  • Besonders viele Rätsel gibt die Entstehung von Hirnmetastasen auf.
  • Insbesondere Melanome, Brust- und Lungenkrebs siedeln sich im Gehirn an:

Obwohl es für Krebszellen gar nicht so einfach ist, dort hinzukommen“, sagt Frank Winkler, der am DKFZ und am Universitätsklinikum Heidelberg erforscht, wie Hirnmetastasen entstehen.

Winkler hatte im Gehirn von Mäusen das Verhalten einzelner Tumorzellen beobachtet und dabei ein typisches Verhaltensmuster festgestellt: Nach dem Austritt aus der Blutbahn heftet sich die Krebszelle an die Außenseite feiner Kapillargefäße und schart dort bestimmte Gehirnzellen um sich. In dieser “Gefäß-Nische“ nehmen Hirnmetastasen grundsätzlich ihren Anfang.

Die Frage ist nur, wann: Manchmal bleibt die Krebszelle einfach in ihrer Nische liegen, ohne zu wachsen. „Es ist ein großes medizinisches Problem, dass Metastasen oft erst viele Jahre nach einer scheinbar erfolgreichen Krebsbehandlung auftreten. „Wir wollen unbedingt herausfinden, wie diese „Schläfer“ es schaffen, zu einer lebensgefährlichen Hirnmetastase heranzuwachsen“, so der Neurologe.

Damit befasst sich das von der Deutschen Krebshilfe finanzierte Verbundprojekt „Präventive Strategien gegen Hirntumoren“, das Winkler leitet. „Wir haben bereits wichtige Prozesse der Gehirnmetastasierung aufgeschlüsselt und nehmen gezielt solche Interaktionen zwischen Tumorzelle und Gehirn ins Visier, die wir mit heute schon verfügbaren Medikamenten beeinflussen können.“ In spätestens drei Jahren wollen die Forscher genug Erkenntnisse gesammelt haben, um eine klinische Studie zu starten. Das Ziel ist, mit dem aussichtsreichsten Wirkstoff zukünftige Gehirnmetastasen zu verhindern.

„Metastasen sind auch deswegen schwer zu behandeln, weil sie sich häufig stark von den Krebszellen des Ursprungstumors unterscheiden“, erklärt Susanne Weg-Remers.

„Neue Medikamente, die verhindern, dass Tumoren sich überhaupt auf diese Weise ausbreiten, könnten die Krebstherapie bedeutend verbessern. Bis dahin ist es umso wichtiger, dass Krebs früh erkannt wird, bevor der Tumor gestreut hat. Rechtzeitig behandelt, gibt es heute bei vielen Krebsarten eine gute Chance auf Heilung.“

Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums:

Fragen zu Krebs? Wir sind für Sie da.
Telefon: 0800 420 30 40 (kostenfrei, täglich von 8.00 – 20.00)
E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de
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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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PIA - Psychiatrische Institutsambulanz: Traumatische Erfahrung im Kindes- und Erwachsenenalter

Medizin am Abend Berlin Fazit: Warum traumatisierte Kinder häufig zu kranken Erwachsenen werden

Wer im Kindesalter traumatische Erfahrung macht, ist als Erwachsener anfälliger für psychische Krankheiten, aber auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gastrointestinale Störungen, Diabetes und Krebs. 

Frühe Stresssituationen können Effekte auf das Gehirn, den Stoffwechsel und das Immunsystem haben, die diese Erkrankungen begünstigen. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Abschiebungen  

Auf der Jahres-Pressekonferenz der DGKN am Donnerstag, den 15. März 2018 in Berlin gibt Professor Dr. rer. nat. Christine Heim, Direktorin des Instituts für Medizinische Psychologie an der Charité in Berlin, Einblicke in die Auswirkungen kindlicher Traumatisierung und liefert damit neue Ansatzpunkte für gezielte Interventionen. 
 
In einer deutschlandweiten Umfrage gaben 27,7 Prozent der befragten Erwachsenen an, mindestens eine Form der Misshandlung in ihrer Kindheit erfahren zu haben.

  • „Zahlreiche Studien belegen, dass belastende Erfahrungen im Kindesalter das Risiko für psychische und körperliche Erkrankungen im Erwachsenenalter erhöhen“, so Professor Dr. med. Agnes Flöel, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsmedizin Greifswald und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN). 

„Die Frage ist, wie die frühen Belastungen strukturelle und funktionelle Veränderungen in Gehirn und Körper hervorrufen und was wir dagegen tun können.“ 

Wie traumatisierende Erlebnisse in der Kindheit die Gehirnentwicklung verändern, zeigt Professor Christine Heim an der Charité Berlin zusammen mit ihrer Arbeitsgruppe mittels Bildgebung: „Gerade die Gehirnareale, die für die Stressregulation zuständig sind, sind bei den Probanden verkleinert.“ 
  • Weitere Untersuchungen zeigen außerdem, dass Erwachsene, die von belastenden Erfahrungen wie körperliche oder psychische Misshandlungen in der Kindheit berichten, chronisch erhöhte Entzündungswerte aufweisen.
  •  „Das Immunsystem ist quasi dauerhaft im Einsatz, und damit schreitet auch die Zellalterung schneller voran“, erklärt Heim.
Psychische und körperliche Erkrankungen im Erwachsenenalter werden häufig durch akute oder chronische Belastungen ausgelöst – bei Erwachsenen, die in der Kindheit traumatische Erfahrungen gemacht haben, scheint die Stresstoleranz herabgesetzt.
 „Diese Menschen reagieren sensibler auf Stress, weil ihr Stressreaktionssystem möglicherweise sensibilisiert ist“, so Heim.
Selbst Stresssituationen in der Schwangerschaft wirken sich langfristig negativ auf die Entwicklung des Kindes aus:
War die Mutter während der Schwangerschaft großen Belastungen ausgesetzt, können Kinder Beeinträchtigungen in metabolischen, endokrinen, immunologischen und kognitiven Funktionen und Abweichungen in der Gehirnentwicklung zeigen.
  • Neben der pränatalen Entwicklung gelten gerade die ersten Jahre im Leben eines Kindes als besonders sensibles Fenster für die langfristigen Folgen äußerer Einflüsse.


Der Grundstein für Gesundheit versus Krankheit wird also bereits sehr früh im Leben gelegt: 

traumatische Erfahrungen im Kindesalter hinterlassen neurobiologische Spuren, die die Betroffenen ihr ganzes Leben lang anfällig für Erkrankungen machen können.  

Dieser Effekt kann sogar an die nächste Generation weitergegeben werden. 

„Durch neue Diagnostik- und Therapieansätze kann dieser Kreislauf durchbrochen werden“, ist Professor Heim überzeugt.

Betroffene mit einem erhöhten Krankheitsrisiko müssen früh erkannt und individuell behandelt werden.

  • Durch die Entschlüsselung der neurobiologischen Prozesse können Medikamente entwickelt werden, die – kombiniert mit Psychotherapie – gezielt ansetzen. 

Auch Hirnstimulation könnte gegebenenfalls zukünftig eingesetzt werden, um die schädlichen Veränderungen in den betroffenen Hirnstrukturen umzukehren.

„Prävention und Intervention müssen frühestmöglich greifen, um die lebenslangen Auswirkungen für die Betroffenen minimieren zu können“, resümiert Professor Heim.

im Rahmen der 62. wissenschaftlichen Jahrestagung der DGKN

Vorläufige Themen und Referenten:
Altern und Adipositas: Einfluss von modifizierbaren Lebensstilfaktoren auf das Gehirn
Dr. rer. nat. Veronica Witte
Gruppenleitung Abteilung Neurologie, Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig

Bis ins hohe Alter fit im Kopf: Was bringen Training und elektrische Hirnstimulation?
Professor Dr. med. Agnes Flöel
Kongresspräsidentin der 62. Wissenschaftlichen Jahrestagung der DGKN, Präsidentin der DGKN, Direktorin der Klinik für Neurologie, Universitätsmedizin Greifswald

Demenz früher erkennen mit automatisiertem MRT?
Professor Dr. med Stefan Teipel
Gruppenleitung Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin, Universitätsmedizin Rostock

„Narben“ im Gehirn: Langfristige neurobiologische Folgen von Traumatisierung im Kindesalter
Professor Dr. rer. nat. Christine Heim
Leitung Institut für medizinische Psychologie, Charité Universitätsmedizin Berlin

Besser betreut bei Epilepsie mit EEG-Monitoring aus der Ferne
Professor Dr. med. Felix Rosenow
Leitung Epilepsiezentrum, Zentrum für Neurologie und Neurochirurgie
Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Frankfurt

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IntensivFortbildung Chronische Herzinsuffizienz und mehr......

CAVE: Verdacht auf orthopädische Infektionen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Antibiotikaprophylaxe bei Verdacht auf eine Knochen- oder Gelenksinfektion ist sinnvoll

Bei Verdacht auf orthopädische Infektionen spricht nichts dagegen, eine Antibiotikaprophylaxe innert 60 Minuten vor der Operation zu verabreichen. 

Dies bestätigt eine neue Studie der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene am UniversitätsSpital Zürich und der orthopädischen Universitätsklinik Balgrist. 

Die Diagnostik wird dadurch nicht beeinflusst. 

Generell ist eine Antibiotikaprophylaxe wichtig zur Senkung der postoperativen Infektionen. 
 
Bei einer vermuteten Knochen- oder Gelenksentzündung erfolgt in der Regel eine Operation mit Entnahme von verschiedenen Gewebebiopsien, die auf Bakterien untersucht werden.

Dabei unterbleibt eine prophylaktische Antibiotika-Gabe häufig, da man besorgt ist, dass die Antibiotika kurz vor der Operation das Bakterienwachstum und damit die Identifikation der verantwortlichen Bakterien verhindert.

Die Antibiotikaprophylaxe wäre bei orthopädischen Operationen jedoch sinnvoll – besonders, wenn Implantate eingesetzt sind. Im Rahmen des chirurgischen Eingriffs kommt es selten zu einer Verunreinigung oder Infektion mit Bakterien, die auf der Haut angesiedelt sind. Dazu zählen verschiedene Staphylokokken, Streptokokken oder das Cutibacterium (Propionibacterium) acnes.

«Die Antibiotikaprophylaxe wird bei Verdacht auf eine orthopädische Infektion oft nicht durchgeführt, weil die behandelnden Ärzte befürchten, dass sie dann die bakterielle Ursache der Entzündung nicht mehr finden und folglich auch nicht gezielt behandeln können», sagt die Infektiologin Yvonne Achermann, Oberärztin an der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene des UniversitätsSpitals Zürich und an der Universitätsklinik Balgrist. 

Frühere Studien zu der Frage seien entweder zu klein gewesen oder hätten nicht die direkten Auswirkungen einer kurzfristigen Prophylaxe auf die intraoperative Diagnostik untersucht.

Infekte in Schulter, Hüfte und Knie

Deshalb wertete nun ein Team von Infektiologen und Orthopäden in einer retrospektiven Studie die Daten von 110 Patienten aus, die zwischen Januar 2005 und Dezember 2015 in der Universitätsklinik Balgrist operiert und nach der Operation mindestens einmal positiv auf Cutibacterium acnes getestet wurden.

Am häufigsten betroffen waren Schultern (72), seltener Hüften (25) oder Knie (6).

Bei 64 der Patienten wurde die Infektion mit dem Akne-Bakterium eindeutig bestätigt. 44, beziehungsweise knapp 70 Prozent dieser Patienten, hatten vor dem Eingriff keine Antibiotikaprophylaxe erhalten.

Unabhängig davon, ob die Prophylaxe gegeben wurde, fanden die Studienautorinnen keinen Unterschied bezüglich der Anzahl Tage, die bis zur Diagnose des krankheitsauslösenden Bakteriums verstrichen.

Unbeeinflusst war auch das Verhältnis der positiven Proben zur Zahl der insgesamt entnommenen Proben.

Um eine homogene Gruppe von Infektionen mit dem gleichen Bakterium zu untersuchen, wurde das langsam wachsende Cutibacterium acnes ausgewählt, das besondere Schwierigkeiten in der Diagnose von orthopädischen Infektionen macht.

Ähnliche Ergebnisse sind jedoch auch bei anderen Bakterien zu erwarten.

Die bislang grösste derartige Studie zeige, dass die prophylaktische Antibiotika-Gabe die für die Behandlung entscheidende mikrobiologische Analyse nicht störe, betont Yvonne Achermann.

«Wir empfehlen, innert 60 Minuten vor einem orthopädischen Eingriff routinemässig Antibiotika zur Prophylaxe zu geben. Das verringert das Risiko bakterieller Infektionen durch die Operation und schützt zudem das Implantat.»

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CAVE: Herzinfarktrisiko bei Stickoxiden

Medizin am Abend Berlin Fazit: Schneller Anstieg von Stickoxiden vergrößert Herzinfarktrisiko

Seit längerem ist bekannt, das hohe Stickoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft der Gesundheit schaden und unter anderem das Herzinfarktrisiko erhöhen. 

In einer epidemiologischen Studie wiesen Wissenschaftler des Universitätsklinikums Jena jetzt nach, dass sich das kurzfristige Risiko für einen Herzinfarkt auch erhöht, wenn der Stickoxidgehalt in der Umgebungsluft innerhalb von 24 Stunden rasch ansteigt. 

Dynamische Anstiege der Luftverschmutzung sind durch europäische Grenzwerte bisher nicht erfasst. 

Ein schneller Anstieg der Luftverschmutzung durch Stickoxide vergrößert das Herzinfarktrisiko, so eine Studie des Uniklinikum Jena.Schneller Anstieg von Stickoxiden vergrößert Herzinfarktrisiko:  Ein schneller Anstieg der Luftverschmutzung durch Stickoxide vergrößert das Herzinfarktrisiko, so eine Studie des Uniklinikum Jena. Foto: Michael Szabó/ UKJ
 
In ihrem aktuellen Bericht zur Luftqualität listet die Europäische Umweltbehörde unter anderem die Lebensjahre auf, die die Luftverschmutzung die Bevölkerung kostet. Demnach verloren im Jahr 2016 die Europäer insgesamt über 800.000 Lebensjahre wegen der Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid – bei konservativer Rechnung. Dieses Gas entsteht in der Europäischen Union vor allem in Verbrennungsmotoren von Kraftfahrzeugen und insbesondere von Diesel-PKWs sowie in Heizanlagen, es reizt und schädigt nachweislich die Atmungsorgane und erhöht das Herzinfarktrisiko. Die europaweit geltenden Grenzwerte, 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft als maximaler Stundenwert und 40 Mikrogramm im Jahresmittel, werden deshalb mit einem dichten Netz vom Messpunkten überwacht.

In einer jetzt im European Journal of Preventive Cardiology veröffentlichten Studie weisen Ärzte und Medizinstatistiker aus Jena nach, dass auch der schnelle Anstieg des Stickoxidanteils in der Luft Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Dazu betrachteten die Wissenschaftler alle Patienten, die mit einem akuten Herzinfarkt in den Jahren 2003 bis 2010 im Universitätsklinikum Jena behandelt wurden. In die Auswertung flossen nur die Daten derjenigen Patienten ein die aus einem Umkreis von zehn Kilometer um das Klinikum stammten und für die sich der Zeitpunkt, zudem die Beschwerden begannen, genau rekonstruieren ließen.

Die Daten dieser knapp 700 Patienten wurden dann mit den Aufzeichnungen der Immissionsdaten für Stickoxide (NO_X/2), Ozon (O₃) und Feinstaub (PM₁₀) der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie abgeglichen, die diese Parameter für die Luftverschmutzung in Jena erfasst. Im Detail untersuchten die Wissenschaftler, ob sich die Konzentrationen der wichtigsten Luftschadstoffe kurz vor den ersten Herzinfarktsymptomen über einen Zeitraum von 24 Stunden ungewöhnlich stark verändert haben. Als Studienort haben sich die Wissenschaftler bewusst eine ‚saubere‘ Stadt ausgewählt: In den betrachteten acht Jahren wurden die derzeit geltenden europäischen Grenzwerte für alle gemessenen Luftverschmutzungsparameter in Jena bis auf wenige Tage eingehalten.

Die Mediziner vermuteten zu Beginn der Studie, dass das Risiko für Herzinfarkte mit der Änderung der Luftqualität zusammenhängt. „Die Deutlichkeit des Zusammenhangs hat uns dann doch überrascht, sie ist nahezu linear“, so Dr. Florian Rakers, Seniorautor der Studie. Der Jenaer Wissenschaftler und Arzt forscht schwerpunktmäßig zum Einfluss von Umwelteinflüssen auf die Entstehung von Krankheiten.

Prof. Matthias Schwab, Leitender Oberarzt der Klinik für Neurologie und Koautor der Studie erklärt: „Das akute Herzinfarktrisiko in unserer Studie verdoppelte sich in etwa, wenn die Stickoxidkonzentration innerhalb eines Tages um 20 Mikrogramm pro Kubikmeter anstieg“.

„Rasche Anstiege der Stickoxidkonzentrationen treten auch in einer vermeintlich sauberen Stadt wie Jena etwa 30-mal pro Jahr auf. Verantwortlich hierfür ist wahrscheinlich ein ungewöhnlich hohes Verkehrsaufkommen oder meteorologische Faktoren, die eine Smogentwicklung begünstigen“, führt Dr. Rakers weiter aus.


Für Feinstaub und Ozon waren die Ergebnisse weniger eindeutig. „Ein Zusammenhang zwischen einem schnellen Anstieg beider Luftschadstoffe und dem akuten Herzinfarktrisiko ließ sich nicht bestätigen. Nichts desto trotz sind hohe Konzentrationen von Feinstaub und Ozon insbesondere für Patienten mit Lungenerkrankungen schädlich“, betont Prof. P. Christian Schulze, Direktor der Klinik für Innere Medizin I und Koautor der Studie.

Mit ihrer Untersuchung erweitern die Jenaer Wissenschaftler das Wissen zur Gesundheitsschädlichkeit der Stickoxide. Dr. Florian Rakers: „Das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht sich offenbar nicht nur, wenn Menschen kurz oder langzeitig hohen Stickoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft ausgesetzt sind, sondern auch, wenn der Stickoxidgehalt schnell ansteigt. Auf diese Weise könnten sich Stickoxide auch in vergleichsweise ‚sauberer‘ Luft schädlich auswirken. Wegen der klinischen Relevanz unserer Ergebnisse sollten dringend Untersuchungen in größerem Maßstab und anderen geografischen Regionen durchgeführt werden, um dann gegebenenfalls die EU-Grenzwerte um eine dynamische Komponente zu erweitern.“

Originalliteratur:
Rasche M, et.al. Rapid increases in nitrogen oxides are associated with acute myocardial infarction: A case-crossover study, 2018, Eur J Prev Cardiol, doi: 10.1177/2047487318755804

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Westliche Diät: viel Fett, viel Zucker, wenig Ballaststoffe: CAVE: Inflammasome

Medizin am Abend Berlin Fazit: Fastfood macht Immunsystem langfristig aggressiver

  • Auf eine fett- und kalorienreiche Kost reagiert das Immunsystem ähnlich wie auf eine bakterielle Infektion. 
Das zeigt eine aktuelle Studie unter Federführung der Universität Bonn. Besonders beunruhigend: 

  • Ungesundes Essen scheint die Körperabwehr langfristig aggressiver zu machen. 
  • Auch lange nach Umstellung auf gesunde Kost kommt es daher schneller zu Entzündungen. 
Diese fördern direkt die Entstehung von Arteriosklerose und Diabetes. Die Ergebnisse erscheinen in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“. 

Welche Auswirkungen hat die Ernährungsweise auf das Immunsystem?  Dieser Frage gingen Prof. Dr. Eicke Latz und Dr. Anette Christ vom Institut für Angeborene Immunität der Universität Bonn nach.
Welche Auswirkungen hat die Ernährungsweise auf das Immunsystem? Dieser Frage gingen Prof. Dr. Eicke Latz und Dr. Anette Christ vom Institut für Angeborene Immunität der Universität Bonn nach.
(c) Foto: Volker Lannert/Uni Bonn
 
Die Wissenschaftler setzten Mäuse einen Monat lang auf eine so genannte „westliche Diät“:

viel Fett, viel Zucker, wenig Ballaststoffe. 

Die Tiere entwickelten daraufhin eine massive körperweite Entzündung – fast wie nach einer Infektion durch gefährliche Bakterien.

“Die ungesunde Diät hat zu einem unerwarteten Anstieg einiger Immunzellen im Blut geführt. Das war ein Hinweis auf eine Beteiligung von Vorläuferzellen im Knochenmark in dem Entzündungsgeschenen”, berichtet Anette Christ, Postdoktorantin am Institut für Angeborene Immunität der Universität Bonn.

Um diese Veränderungen besser zu verstehen, haben die Wissenschaftler die Vorläuferzellen von Immunzellen aus dem Knochenmark von Mäusen, die mit „westlicher Diät“ oder normaler Diät gefüttert wurden, isoliert und eine systematische Analyse deren Funktion und Aktivierungsstatus durchgeführt.

„Genomische Untersuchungen zeigten tatsächlich, dass in den Vorläufer-Zellen durch die westliche Diät eine große Anzahl von Genen aktiviert wurde. Betroffen waren unter anderem Erbanlagen für ihre Vermehrung und Reifung. Fastfood führt also dazu, dass der Körper rasch eine riesige schlagkräftige Kampftruppe rekrutiert“, erklärt Prof. Dr. Joachim Schultze vom Life & Medical Sciences Institute (LIMES) der Universität Bonn und vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).

Wenn die Forscher den Nagern nun vier weitere Wochen lang arttypische Getreide-Kost anboten, verschwand die akute Entzündung. Was nicht verschwand, war die genetische Reprogrammierung der Immunzellen: Auch nach diesen vier Wochen waren in ihnen noch viele der Erbanlagen aktiv, die in der Fastfood-Phase angeschaltet worden waren.

„Fastfood-Sensor“ in den Immunzellen

„Wir wissen erst seit kurzem, dass das angeborene Immunsystem über ein Gedächtnis verfügt“, erklärt Prof. Dr. Eicke Latz, Leiter des Instituts für angeborene Immunität der Universität Bonn und Wissenschaftler am DZNE. „Nach einer Infektion bleibt die Körperabwehr in einer Art Alarmzustand, um dann schneller auf einen neuen Angriff reagieren zu können.“ Experten nennen das „innate immune training“. Bei den Mäusen wurde dieser Prozess nicht durch ein Bakterium ausgelöst, sondern durch ungesunde Ernährung.

Die Wissenschaftler konnten sogar den „Fastfood-Sensor“ in den Immunzellen identifizieren, der dafür verantwortlich ist. Sie untersuchten dazu Blutzellen von 120 Testpersonen. Bei einigen dieser Probanden zeigte das angeborene Immunsystem einen besonders starken Trainings-Effekt. In ihnen fanden die Forscher genetische Hinweise darauf, dass daran ein so genanntes Inflammasom beteiligt ist.

  • Inflammasome sind Sensoren des angeborenen Immunsystems. Sie erkennen schädliche Substanzen und setzen in der Folge hoch entzündliche Botenstoffe frei.

Das in der Studie identifizierte Inflammasom wird durch bestimmte Nahrungsmittel-Inhaltsstoffe aktiviert. Das hat neben der akuten Entzündungsreaktion interessanterweise auch langfristige Konsequenzen: Die Aktivierung verändert nämlich die Art und Weise, in der die Erbinformation verpackt ist.

Die Erbanlagen sind in der DNA gespeichert.

Jede Zelle enthält mehrere DNA-Fäden, die zusammen ungefähr zwei Meter lang sind.

Sie sind jedoch um Proteine gewickelt und stark verknäuelt. Viele Gene auf der DNA lassen sich daher gar nicht ablesen – sie sind einfach zu schlecht zugänglich.

Ungesunde Ernährung führt nun dazu, dass sich manche dieser normalerweise versteckten DNA-Teile entrollen – ungefähr so, als wenn eine Schlaufe aus einem Wollknäuel heraushängt. Dieser Bereich der Erbsubstanz wird dadurch langfristig leichter ablesbar.

Wissenschaftler sprechen von epigenetischen Änderungen. 

„Das Inflammasom stößt solche epigenetischen Änderungen an“, erläutert Prof. Latz.

„Das Immunsystem reagiert in der Folge schon auf kleine Reize mit stärkeren Entzündungsantworten.“

Dramatische Folgen für die Gesundheit

Diese wiederum können die Entstehung von Gefäßkrankheiten oder auch Typ 2-Diabetes drastisch beschleunigen. Bei der Arteriosklerose etwa bestehen die typischen Gefäßablagerungen, die Plaques, zum großen Teil aus Lipiden und Immunzellen.

Die Entzündungsreaktion trägt direkt zu ihrem Wachstum bei, denn dabei wandern stetig neue aktivierte Immunzellen in die veränderten Gefäßwände ein. 

Wenn die Plaques zu groß werden, platzen sie auf, werden vom Blutstrom fortgetragen und können andere Gefäße verstopfen. Mögliche Folgen: Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Fehlernährung kann also dramatische Konsequenzen haben. In den letzten Jahrhunderten ist die durchschnittliche Lebenserwartung in den westlichen Ländern stetig gestiegen. Dieser Trend wird gerade erstmalig durchbrochen: Wer heute geboren wird, wird im Schnitt vermutlich kürzer leben als seine Eltern. Falsches Essen und zu wenig Bewegung dürften daran einen entscheidenden Anteil haben.

„Diese Erkenntnisse haben daher eine enorme gesellschaftliche Relevanz“, erklärt Latz.

„Die Grundlagen einer gesunden Ernährung müssen noch viel stärker als heute zum Schulstoff werden. Nur so können wir Kinder frühzeitig gegen die Verlockungen der Lebensmittel-Industrie immunisieren – bevor diese langfristige Konsequenzen entfalten. Kinder haben jeden Tag die Wahl, was sie essen. Wir sollten ihnen ermöglichen, bei ihrer Ernährung eine bewusste Entscheidung zu treffen.“

An der Arbeit waren Gruppen aus den Niederlanden, den USA, Norwegen und Deutschland beteiligt. Latz und Schultze sind Mitglieder im Exzellenzcluster „ImmunoSensation“, in dem es um die Leistungen des angeborenen Immunsystems geht. Latz gilt als einer der international profiliertesten Forscher auf diesem Gebiet. Im Dezember wurde er für seine Arbeit mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ausgezeichnet. Dieser gilt als einer der renommiertesten Wissenschaftspreise in Deutschland.

Publikation: Anette Christ, Patrick Günther, Mario A.R. Lauterbach , Peter Duewell, Debjani Biswas, Karin Pelka, Claus J. Scholz, Marije Oosting, Kristian Haendler, Kevin Baßler, Kathrin Klee, Jonas Schulte-Schrepping, Thomas Ulas, Simone J.C.F.M. Moorlag, Vinod Kumar, Min Hi Park, Leo A.B. Joosten, Laszlo A. Groh, Niels P. Riksen, Terje Espevik, Andreas Schlitzer, Yang Li, Michael L. Fitzgerald, Mihai G. Netea, Joachim L. Schultze und Eicke Latz: Western diet triggers NLRP3-dependent innate immune reprograming; Cell, DOI: 10.1016/j.cell.2017.12.013

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Patienten mit Diastolischer Herzinsuffizienz: Die Titin - Federn

Medizin am Abend Berlin Fazit: Forscherteam deckt die entscheidende Rolle des Enzyms PP5 bei Herzinsuffizienz auf

Ein internationales Forscherteam um Prof. Wolfgang Linke vom Institut für Physiologie ll der Universität Münster hat gezeigt: 
  • Bei Patienten mit Diastolischer Herzinsuffizienz ist zu viel des Enzyms PP5 im Herzen vorhanden. 
Das Enzym hemmt die "Titin-Federn", die eine wichtige Rolle bei der Kontraktion der Herzmuskelzellen spielen. 

Prof. Wolfgang Linke
Prof. Wolfgang Linke Foto: Damian Gorczany Forscherteam deckt die entscheidende Rolle des Enzyms PP5 bei Herzinsuffizienz auf
 
70 Milliliter pro Schlag, 8.000 Liter am Tag – das sind die beeindruckenden Mengen an Blut, die ein gesundes menschliches Herz täglich durch den Körper pumpt.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Arbeitsbedingungen  

Gerade bei Älteren ist diese Pumpleitung jedoch oft beeinträchtigt, weil sich das Organ nicht mehr mit ausreichend Blut füllt. 
  • Die Betroffenen leiden unter der sogenannten Diastolischen Herzinsuffizienz, einer der häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland. 
  • Ein internationales Forscherteam um Prof. Wolfgang Linke vom Institut für Physiologie ll der Universität Münster konnte nun zeigen, dass bei den Patienten zu viel des Enzyms PP5 im Herzen vorhanden ist, dessen Funktion bis dato noch völlig unbekannt war. 
Die Ergebnisse der Wissenschaftler sind von großer Bedeutung für die Entwicklung neuer Medikamente gegen die Herzerkrankung und wurden jetzt in dem Fachmagazin Nature Communications veröffentlicht.

Beim Einstrom von Blut in die Herzkammern, der sogenannten Diastole, dehnt sich das Organ aus. Fließt das Blut anschließend wieder aus, zieht es sich zusammen (Systole).

  • Für diese Bewegung sind Abermillionen kleiner Fächer in den Herzmuskelfasern verantwortlich – die Sarkomere. 

In ihnen befindet sich das Eiweiß Titin, das hier die Funktion einer mechanischen Feder hat, die bei der Dehnung der Muskelfächer eine Rückstellkraft entwickelt – ähnlich wie bei einem Gummiband.

„Damit die Herzkammern sich während der Diastole ausreichend mit Blut füllen, muss die Titin-Feder die richtige Elastizität haben. Nur so kann sich das Herz genug weiten und ausreichend Blut einströmen.

  • In unserer Studie konnten wir zeigen, dass das Enzym PP5 an eine bestimmte Stelle der Titin-Feder andockt und diese hemmt. 

Die Feder verliert an Elastizität und genau das ist das Problem“, erklärt Linke. In ihrer Arbeit weisen die Forscher nach, dass Patienten mit einem schwachen Herzen einen Überschuss an PP5 in dem Organ haben. Zusätzlich fanden sie heraus, dass PP5 auch das Herzwachstum behindert, da es einen durch das Titin-Molekül vermittelten Mechanismus in den Herzmuskelzellen beeinträchtigt, der dieses Wachstum fördert.

Die Ergebnisse machen Patienten mit Diastolischer Herzinsuffizienz Hoffnung: 

Auf Basis der Erkenntnisse könnten Medikamente entwickelt werden, die die PP5-Aktivität bremsen und so die krankmachende „Versteifung“ der Herzmuskelzellen aufhalten. „Wir arbeiten in unseren Laboren derzeit schon mit solchen Substanzen, allerdings dauert es von einem neuen Therapieansatz bis zum endgültigen Medikament immer einige Zeit“, so Linke.
Die in Nature Communications veröffentlichte Studie konnte innerhalb eines Teilprojektes des Sonderforschungsbereiches 1002 der Universitätsmedizin Göttingen unter der Leitung des münsterschen Physiologen verwirklicht werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Teilprojekt seit 2012 und noch bis 2020 mit insgesamt rund 900.000 Euro.

Originalveröffentlichung:

Krysiak J. et al.: Protein phosphatase 5 regulates titin phosphorylation and function at a sarcomere-associated mechanosensor complex in cardiomyocytes. Nature Communications volume 9, Article number: 262 (2018); doi:10.1038/s41467-017-02483-3

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Dr. Thomas Bauer
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PIA - Psychiatrische Institutsambulanz: Bewältigungstrategien von Gefühlen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Emotionales Essverhalten: Mit Süßigkeiten durch den Valentinstag?

Aus Frust eine Tafel Schokolade, vor lauter Glück eine Hand Gummibärchen oder einsam auf der Couch mit Chips – Häufig nehmen unterschiedliche Gefühle Einfluss auf unser Essverhalten. 

Warum das nicht so sein muss und welche Bewältigungsstrategien es gibt, erklärt der Psychologe Dr Esben Strodl von der Queensland University of Technology in Australien. 
 
Valentinstag - wie auch andere Feiertage - können das Phänomen des Frustessens hervorrufen, doch laut Dr Strodl muss das Essverhalten nicht zwangsläufig von unseren Gefühlen beeinflusst werden. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Vermisste Personen 

Als Leiter des klinischen psychologischen Diensts an den QUT Health Clinics hat er innerhalb der letzten zehn Jahre gemeinsam mit seinen Studierenden das Essverhalten untersucht.

„Wie auch die Weihnachtsfeiertage konnte der Valentinstag für einige Personen eine Zeit der Einsamkeit sein", so Strodl.
„Es ist wichtig zu erkennen, dass es auch mal okay ist, traurig zu sein und das negative wie auch positive Gefühle zum Leben gehören. 
  • Manchmal sind Menschen traurig und haben das Gefühl, dass sie dieses traurige Gefühl „reparieren" müssen. 

Emotionales Essen ist eine gängige Strategie, um damit umzugehen."

„Teilweise tendieren Menschen zum emotionalen Essen, weil sie ihre Gefühle als etwas Negatives ansehen.

  • Wenn Sie davon ausgehen, dass ein Gefühl gefährlich oder unkontrollierbar ist, wollen Sie es natürlich schneller wieder loswerden und greifen dafür auch zu Bewältigungsstrategien wie Essen oder Trinken. 

Lebensmittel bieten sich dafür besonders an, da sie leicht zu erwerben und gesellschaftlich anerkannt sind.

Wenn Sie sich von Ihrem Partner getrennt haben und sich deshalb am Valentinstag nicht gut fühlten, ist es wichtig zu verstehen, dass das in Ordnung ist.

In dieser Situation würde es vielen Menschen schlecht gehen. Es ist entscheidend zu erkennen, dass diese Gefühle vorübergehen. 

Man muss sie in diesem Moment nicht unterdrücken."

Im Rahmen seiner Untersuchunbgen kommt Dr Strodl zu den folgenden drei beliebtesten Trostessen:

  • 1. Süße Nahrungsmittel wie Lutscher
  • 2. Salzige Nahrungsmittel wie Chips
  • 3. Süße und fettige Naschereien wie Donuts und Eiscreme
Es mag nicht überraschend sein, dass die am wenigsten Trostspendenden Nahrungsmittel scharfes Essen oder Essen aus der Konservendose waren.
Die Umfrage hat darüber hinaus die Top 5 der Gründe für gefühlsbedingtes Essverhalten aufgestellt:

  • 1. Negative Gefühle wie Depression, Stress und Angstzustände
  • 2. Positive Gefühle (beispielsweise Glücksgefühle)
  • 3. Müdigkeit und Erschöpfung
  • 4. Selbstverachtung und Ekel
  • 5. Ablehnung und Aufgabe

Eine aktuelle Studie an der QUT belegt, dass ein effektiver Weg zur Bewältigung negativer Gefühle die Anerkennung der Gefühle ist. 

  • Durch sie soll erkannt werden, woher das negative Verhalten tatsächlich kommt.

„Klassische Verhaltensinterventionen zielen darauf ab, das Verhalten und die Gedanken der emotionalen Esser zu verändern.

Unser Ziel war es jedoch, den Betroffenen beizubringen ihre Gefühle zu identifizieren und zu akzeptieren – das reichte schon, um ihr Essverhalten zu verbessern", so Dr Strodl.

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Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin(at)ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593

Rose Trapnell
QUT media team leader
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Sabine Ranke-Heinemann
Telefon: 0201/252552
Fax: 0201/267557
E-Mail-Adresse: info@ranke-heinemann.de

Das Institut ist die gemeinnützige Einrichtung zur Förderung des Austausches und der Auslandsstudien insbesondere mit allen Universitäten Australiens und Neuseelands sowie zur Förderung von Wissenschaft und Forschung. In seinen Förderprogrammen stellt es SchülerInnen und Studierenden Unterstützung in der Finanzierung durch Stipendien und Coaching in der Studienberatung und Studienplatzbewerbung zur Verfügung.

 

Tiergestütze Dienstleistungen: pädagogischen, sozialen, medizinischen oder therapeutischen Berufsfeldern

Medizin am Abend Berlin Fazit: Beratung, Betreuung, Therapie: mit Pferd, Hund oder Meerschweinchen erfolgreich arbeiten

Weiterbildung: Dritte Auflage des Zertifikatskurses „Tiergestützte Dienstleistungen“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen – Informationsveranstaltung am 17. Februar 2018 

 Auch das „Pferdegestützte Coaching“ ist Thema der Weiterbildung „Tiergestützte Dienstleistungen“.  Foto: Dr. Katharina Ameli
 Auch das „Pferdegestützte Coaching“ ist Thema der Weiterbildung „Tiergestützte Dienstleistungen“. Foto: Dr. Katharina Ameli 
  • Tiere werden immer häufiger in Altenheimen, Kindergärten, Schulen und Hospizen, aber auch Logopädie-Praxen oder Resozialisierungsprogrammen eingesetzt. 
Die tiergestützten Dienstleistungen spielen damit im Rahmen der beruflichen Tätigkeiten eine immer wichtigere Rolle; es bedarf professionell ausgebildeter Praktikerinnen und Praktiker. 

An der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) hat sich der Zertifikatskurs „Tiergestützte Dienstleistungen“ als ein qualifiziertes Weiterbildungsangebot etabliert.

Am 1. Juni 2018 startet bereits die dritte Kohorte. 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Interessierte sind herzlich eingeladen, sich am 17. Februar 2018 (Beginn: 18.00 Uhr) bei einer Informationsveranstaltung über die thematisch breit gefächerte Weiterbildung zu informieren. Projektkoordinatorin Dr. Katharina Ameli und Tierärztin Anja Dulleck werden einen Überblick über den Ablauf des geplanten Kurses geben.

Die interdisziplinär ausgerichtete wissenschaftliche Weiterbildung, die in universitäre Strukturen eingegliedert ist, richtet sich an alle Berufstätigen in pädagogischen, sozialen, medizinischen oder therapeutischen Berufsfeldern, die Tiere in ihrer Arbeit professionell einsetzen wollen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekommen nach dem erfolgreichen Abschluss der berufsbegleitenden Weiterbildung ein Hochschulzertifikat, das von der unabhängigen zentralen Evaluierungs- und Akkreditierungsagentur (ZEvA) zertifiziert ist.

Am Ende steht die Qualifikation als professionell ausgebildete und eigenständige Anbieter, die Tiere in der Betreuung, Unterstützung, Förderung, Bildung oder Beratung einsetzen. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Reflexion von theoretischen, methodischen und praktischen Kenntnissen gelegt.

Die vermittelten Inhalte und Kompetenzen bewegen sich gemäß dem „Europäischen Qualifikationsrahme“ auf der Masterstufe (EQR7).

 „Dies ist deutschlandweit für tiergestützte Weiterbildungen einmalig“, betont Dr. Ameli. Der Zertifikatskurs ist von der Hessischen Lehrkräfteakademie als Fortbildung akkreditiert.

So werden neben betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und ethischen Grundlagen die berufsspezifischen Tätigkeitsfelder der Pflegewissenschaften, Pädagogik und der Medizin ebenso behandelt wie veterinärmedizinische Grundkenntnisse zu Haltung, Eignung oder Tierschutz.

Mit Hilfe des wissenschaftlichen Handwerkszeugs gewinnen die Fachkräfte neue Perspektiven auf ihre berufliche Praxis und lernen, diese Erkenntnisse systematisch im Arbeitsalltag anzuwenden.

Bereits erworbene Kenntnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen dabei aktiv im Kursverlauf aufgegriffen werden, um das professionelle Handeln und die Reflexionsfähigkeit weiter zu schulen.

Termin

Informationsveranstaltung zum Kurs „Tiergestützte Dienstleistungen“
am 17. Februar 2018 um 18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Campusbereich Veterinärmedizin, Raum 104 (Chirurgische Sammlung), Frankfurter Straße 108.

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Dr. Katharina Ameli
Koordination „Tiergestützte Dienstleistungen“
an der Professur für Soziologie mit Schwerpunkt Sozialisation und Bildung,
Prof. Dr. Thomas Brüsemeister
Karl-Glöckner-Str. 21 E, 35394 Gießen
E-Mail: katharina.ameli@erziehung.uni-giessen.de

Lisa Dittrich Justus-Liebig-Universität Gießen
Ludwigstraße 23
35390 Gießen
Deutschland
Hessen
Telefon: 0641 99-12048
Fax: 0641 99-12049
E-Mail-Adresse: lisa.dittrich@admin.uni-giessen.de


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