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CAVE: Kreissaal: HEV Hepatitis E Virus Infektion bei Schwangeren

Medizin am Abend Berlin Fazit: Neuer Behandlungsansatz für Hepatitis E Virus Infektionen bei Schwangeren

  • Hepatitis E Virus Infektionen gelten unter Medizinern als unterschätzte Krankheit. 
In unseren Breiten werden vorrangig Menschen mit geschwächter Immunabwehr krank, in Asien und Afrika ist jedoch ein Genotyp verbreitet, der besonders für Schwangere eine ernste Bedrohung ist: 
Eine von vier Schwangeren stirbt dort in Folge einer HEV Infektion. 

Wissenschaftler des TWINCORE haben nun die Unterschiede der regionalen Hepatitis E Typen untersucht, um Behandlungsansätze gegen diese für Schwangere hochgefährliche Variante zu erforschen. 

Mit ihren Untersuchungen haben sie zunächst ein Zellmodell entwickelt, mit dem sie Wirkstoffe auf ihre Eignung als Hepatitis E Medikament testen können. 

Die grüne Immunfärbung des Hepatitis E Virus Kapsidproteins in den Plazentazellen weist die Replikation des Virus in diesen nach.
Die grüne Immunfärbung des Hepatitis E Virus Kapsidproteins in den Plazentazellen weist die Replikation des Virus in diesen nach. Leonard Knegendorf / TWINCORE 
  • Das Hepatitis E Virus vom Genotyp 3 in unserer Region wird vor allem durch rohes Schweinefleisch, der in Asien und Afrika verbreitete Genotyp 1 hingegen vor allem durch Fäkalien übertragen. 

Das ist besonders in Krisengebieten ein großes Problem: nach dem Erdbeben in Nepal im Jahr 2015, in syrischen Flüchtlingslagern, in Militärcamps – überall dort, wo viele Menschen unter schlechten hygienischen Bedingungen auf engem Raum leben, breitet sich das Hepatitis E Virus aus.

„Streng medizinisch gesehen, ist es eigentlich gar kein Hepatitis-Virus“, sagt Leonard Knegendorf, „denn es befällt nicht nur die Leber, wie der Name ‚Hepatitis‘ vermuten lässt, sondern auch andere Gewebe.“ Leonard Knegendorf studiert Medizin, forscht als Nachwuchswissenschaftler in der Arbeitsgruppe Virus Transmission am Institut für Experimentelle Virologie des TWINCORE und hat für seine Forschung besonders die Plazenta als Ziel des Hepatitis E Virus in den Fokus genommen.

„Da wir untersuchen wollten, weshalb ausgerechnet Schwangere so hoch gefährdet sind, haben wir uns auf den entscheidenden Unterschied zwischen den betroffenen Gruppen konzentriert und das ist die Plazenta.“

Die Wissenschaftler haben dazu Leber- und Plazentazellen mit den beiden Hepatitis E Genotypen infiziert und beobachtet, dass sich die Viren beider Typen sowohl in Leber- als auch in Plazentazellen vermehren, die Genotyp 3 Viren sogar in beiden Zelltypen gleich gut. 
„Damit haben wir erstmals virologisch zeigen können, dass Hepatitis E Viren in der Plazenta replizieren“, sagt Arbeitsgruppenleiter Prof. Eike Steinmann.

Im nächsten Schritt hat Leonard Knegendorf antivirale Medikamente an infizierten Plazentazellen getestet: 

Ribavirin, Sofosbuvir und Interferon. 

  • „Diese Wirkstoffe sind jedoch nicht für die Behandlung Schwangerer zugelassen“, sagt er. 

„Wir wollten wissen, ob es einen Unterschied in der Wirkung in Leber- und Plazentazellen gibt.“ 

Und den gibt es:  
  • Während Ribavirin und Sofosbuvir die Viren in beiden Zelltypen gleich gut zurück drängen, kann Interferon die europäische Variante, den Genotyp 3, noch bedingt hemmen. 
  • Bei der für Schwangere so gefährlichen Genotyp Variante 1 hingegen ist Interferon wirkungslos. 
„Da Interferon nicht nur ein Medikament, sondern vor allem auch unsere körpereigene, erste Antwort auf Virenangriffe ist, könnte hier der Schlüssel zum Unterschied zwischen den vergleichsweise harmlosen Infektionen mit dem Genotyp 3 und den gefährlichen mit dem Genotyp 1 liegen“, sagt Leonard Knegendorf.

„Diese neuen Erkenntnisse helfen uns bei der Suche nach neuen Wirkstoffen gegen Hepatitis E Infektionen bei Schwangeren“, schließt Eike Steinmann.

„Wir werden nun zunächst alle Medikamente, die für Schwangere bereits zugelassen sind, an Hepatitis E infizierten Plazentazellen testen.

Finden wir unter den Tausenden Wirkstoffen- einen Treffer, der die Vermehrung des Virus unterbindet, ist der Weg zu einem Medikament, das den Schwangeren hilft, nicht mehr weit.“

Das Projekt wurde vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) gefördert.


Publikation:

Knegendorf L, Drave S, Dao Thi VL, Debing Y, Brown RJ, Vondran FW, Resner K, Friesland M, Khera T, Engelmann M, Bremer B, Wedemeyer H, Behrendt P, Neyts J, Pietschmann T, Todt D, Steinmann E. Hepatitis E virus replication and interferon responses in human placental cells. Hepatol Commun 2018;2:173-187.

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PIA - Psychiatrische Institutsambulanz: Psychische Beschwerden während der Schwangerschaft

Medizin am Abend Berlin Fazit: Sind Baldrian, Lavendel und Co in der Schwangerschaft sicher?

Ob pflanzliche Wirkstoffe gegen psychische Beschwerden während der Schwangerschaft anstelle von synthetischen Arzneistoffen unbedenklich sind, untersuchen Forscher des Universitätsklinikums Freiburg gemeinsam mit Züricher und Basler Kollegen / Schweizer Nationalfonds (SNF) fördert das Projekt mit rund 1,3 Millionen Euro für vier Jahre  
  • Viele schwangere Frauen leiden zeitweise unter:
  •  Depressionen
  • Angstzuständen
  • starkem Stress
  •  und brauchen dagegen Arzneimittel mit antidepressiven, angstlösenden oder beruhigenden Eigenschaften. 
Da die klassischen psychisch-aktiven Arzneistoffe negative Auswirkungen haben können, verwenden viele Schwangere anstelle dieser gerne pflanzliche Präparate.

Ob die sogenannte Phytopharmaka für Mutter und Kind tatsächlich ungefährlich sind, untersucht nun ein Forschungskonsortium des Universitätsklinikums Freiburg, des Universitätsspitals Zürich und der Universität Basel.

  • In Studien an Immun- und Plazentazellen soll unter anderem erforscht werden, ob die am meistens gebrauchte pflanzliche Arzneimittel sowie deren Stoffwechselprodukte zell- oder erbgutschädigend sind. 

Das am 1. März 2018 beginnende Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) für vier Jahre mit insgesamt rund 1,3 Millionen Euro gefördert.

„Wenn wir in der Studie die Sicherheit von pflanzlichen Arzneistoffen beschrieben haben, können Schwangere besser den für sie passenden Wirkstoff nehmen“, sagt PD Dr. Carsten Gründemann, Forschungsgruppenleiter am Institut für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg. Die Ergebnisse vergleichen die Forscherinnen und Forscher mit klassischen psychisch aktiven Arzneistoffen.

Das Projekt hat mehrere Ziele:

Zunächst werden Frauen zu ihrer Nutzung von Phytopharmaka befragt.
  • Weiter untersuchen die Forscher, wie die komplexen Wirkstoffe häufig benutzter Pflanzen im Magen-Darm-Trakt aufgenommen und durch Darmflora und Leber verstoffwechselt werden. 
  • Dann werden mögliche zell- und erbgutschädigende Wirkungen, Störungen des Hormonhaushalts und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln geprüft. 
  • Schlussendlich untersuchen die Forscher unter anderem die Wirkung auf Immun- und Plazentazellen sowie ob die Stoffe die Plazentaschranke überwinden können.

„Die Berücksichtigung des Darm- und Leberstoffwechsels ist ein völlig neuer Ansatz in der Risikobewertung von Phytopharmaka. 

Der Ansatz und die im Projekt entwickelte Methodik könnte für zukünftige Pharmakologie- und Sicherheitsstudien im Bereich der Phytomedizin von Bedeutung sein“, sagt Dr. Gründemann.

Alle Untersuchungen werden in Zellkulturen mit Hilfe modernster experimenteller Modelle durchgeführt.

Unter anderem kommt eine am Universitätsspital Zürich entwickelte Plazentaperfusion zum Einsatz. 

Auf den Einsatz von tierexperimentellen Untersuchungen wurde bewusst verzichtet. 

Die Vielzahl experimenteller Modelle wird durch die Kooperation zwischen dem Universitätsspital Zürich (Klinik für Geburtshilfe, Forschungsgruppe Perinatale Pharmakologie und Biochemie), der Universität Basel (Abteilung für Pharmazeutische Biologie) und dem Universitätsklinikum Freiburg (Institut für Infektionsprävention und Krankenhausepidemiologie, Abteilung für Integrative Medizinische Forschung) möglich.

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PD Dr. Carsten Gründemann
Forschungsgruppenleiter
Anthroposophisch-Medizinische Forschung/AG Naturheilkunde
Institut für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene
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Sauerstoffarmut am Valentinstag? Kein Sex?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Sex dient der DNA-Reparatur

Warum ist die sexuelle Fortpflanzung bei allen höheren Lebewesen dominant? 

Worin liegen die Vorteile dieses aufwändigen Prozesses? 

Um diese kontroversen Fragen der Evolutionsbiologie zu beantworten, haben Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und Amsterdam die Entstehung von Lebewesen mit Zellkern vor etwa zwei Milliarden Jahren rekonstruiert.
  • Sex dient der DNA-Reparatur: Wissenschaftler rekonstruieren Entwicklung der sexuellen Fortpflanzung
Ihre Hypothese: 
  • Mit der Entwicklung der Sauerstoffatmung wuchs die Gefahr von oxidativen Schäden an der DNA durch Sauerstoffradikale. 
  • Vor diesem Hintergrund diente Sex womöglich ursprünglich in erster Linie der DNA-Reparatur. 
Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B erschienen.

Durch die Tätigkeit der Mitochondrien und die Entwicklung der Sauerstoffatmung stand symbiontischen Einzellern zwar mehr Energie zur Verfügung, andererseits stellten Sauerstoffradikale eine potenzielle endogene Gefahrenquelle dar. 

Besonders in physiologischen Stresssituationen reichten die normalen Schutzmechanismen der Zelle oft nicht mehr aus. Bereits in den ersten Lebewesen mit Zellkern (Eukaryonten) entstand deshalb die Meiose als besonders effizienter DNA-Reparaturmechanismus, so die Wissenschaftler. Dazu wird ein zweiter Chromosomensatz benötigt, der durch die Fusion zweier Zellen und Zellkerne zustande kommt.

„Diese ersten Zyklen sexueller Fortpflanzung entstanden bereits in den ersten einzelligen Eukaryonten“, erläutert die Göttinger Biologin Prof. Dr. Elvira Hörandl.

In multizellulären komplexen Organismen, beispielsweise Tieren, Pflanzen oder Pilzen, etablierte sich Sex dann als Erneuerungsprozess für Keimbahnzellen, der auch nachteilige Mutationen selektiv eliminieren kann.

Damit kann die Integrität des Genoms in der Keimbahn über viele Generationen hinweg gewährleistet werden.

„Zahlreiche genomische, karyologische und biochemische Untersuchungen der vergangenen Jahre unterstützen diese Hypothese“, erklärt Hörandl.

Auch die meisten Formen asexueller Fortpflanzung behalten die Grundmechanismen der DNA-Reparatur und ein bisschen Sex bei. 
  • „Sex ist also eine physiologische Notwendigkeit, als Folge eines sauerstoffbasierten Stoffwechsels bei allen höheren Organismen“, so Hörandl.
Originalveröffentlichung: Elvira Hörandl, Dave Speijer. How oxygen gave rise to eukarotic sex. Proceedings of the Royal Society B 2018. Doi: 10.1098/rspb.2017.2706.

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Prof. Dr. Elvira Hörandl
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Biologie und Psychologie
Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften
Abteilung für Systematik, Evolution und Diversität der Pflanzen (mit Herbarium)
Untere Karspüle 2, 37073 Göttingen, Telefon (0551) 39-7843
E-Mail: elvira.hoerandl@biologie.uni-goettingen.de

Thomas Richter Georg-August-Universität Göttingen

Wilhelmsplatz 1
37073 Göttingen
Deutschland
Niedersachsen


Romas Bielke
Telefon: 0551/39-12172
E-Mail-Adresse: romas.bielke@zvw.uni-goettingen.de

Nierenversagen: atypische hämolytisch-urämische Syndrom

Medizin am Abend Berlin Fazit: Synthetisches Protein bremst übereifriges Immunsystem

Forscher des Universitätsklinikums Freiburg haben ein Protein konstruiert, das eine Immunkrankheit lindern und so Nierenschäden verhindern könnte 
 
Die Strategie des Immunsystems mutet wie die einer Verbrecherbande an:

Mit einer Reihe von Werkzeugen schafft es ein Loch in der Wand von Bakterien, Pilze und Parasiten.

Die Eindringlinge laufen im wahrsten Sinne des Wortes aus. Wendet sich dieses sogenannte Komplementsystem aber gegen körpereigene Zellen, kann das schwerwiegende Folgen haben.

Im schlimmsten Fall droht Nierenversagen. Forscherinnen und Forscher des Universitätsklinikums Freiburg haben nun im Labor ein Protein konstruiert, das zwei zentrale Bremsmechanismen der Komplement-Immunabwehr vereint. Bei Mäusen verlangsamte das Protein bereits die Nierenschädigung. Weitere Studien müssen nun seine Wirksamkeit im Menschen klären. Die Ergebnisse der Studie veröffentlichten die Freiburger Forscher am 15. Januar 2018 im Fachmagazin Journal of the American Society of Nephrology (JASN).

Medizin am Abend Berlin ZusatzLink: Laborerfassung 

„Das neue Protein wirkt deutlich effektiver als alle bisher getesteten Substanzen. Dieses neuartige Wirkkonzept ist auch deshalb interessant, weil es neben der insgesamt verbesserten Wirkung auch die Bildung von potentiell schädlichen Spaltprodukten verhindert“, erklärt Studienleiter Dr. Karsten Häffner, Oberarzt an der Klinik für Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg.

Das Komplementsystem ist ein Teil der angeborenen Immunabwehr. Neben seiner Fähigkeit, Eindringlinge zu bekämpfen, markiert es auch kranke und infizierte Körperzellen, die dann von anderen Immunzellen entfernt werden. Die Arbeitsgruppe ‚Pädiatrische Nephrologie‘ unter der Leitung von Dr. Häffner erforscht seit vielen Jahren neue Wege, mit denen sich Fehlfunktionen dieses Komplementsystems behandeln lassen. Hierzu zählen insbesondere Nierenkrankheiten wie zum Beispiel das atypische hämolytisch-urämische Syndrom und die C3-Glomerulopathie, die in der Hälfte der meist jungen Patienten zum Nierenversagen führt und für die es bisher noch keine wirksame Therapie gibt. Für ihre aktuelle Studie setzten die Forscher die regulatorischen Bereiche von zwei natürlichen Proteinen zusammen und bildeten so das synthetische Protein MFHR1. Dieses bremst auf mehreren Wegen die Fehlaktivierung des Komplementsystems.

Schon 2017 konnten die Forscher des Universitätsklinikums Freiburg gemeinsam mit Forschern um Prof. Dr. Ralf Reski und PD Dr. Eva Decker vom Lehrstuhl Pflanzenbiotechnologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg erstmalig zeigen, dass ein Protein in Moospflanzen hergestellt werden kann, welches die überschießende Immunreaktion bei Mäusen deutlich verbessert. Erste Schritte zur Durchführung einer klinischen Studie wurden bereits eingeleitet.

Original-Titel der Studie: The MFHR1 Fusion Protein Is a Novel Synthetic Multitarget Complement Inhibitor with Therapeutic Potential

DOI: 10.1681/ASN.2017070738

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Dr. Karsten Häffner
Oberarzt
Klinik für Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Freiburg
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Deutschland
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Johannes Faber
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon:0761 270-84610
johannes.faber@uniklinik-freiburg.de

Benjamin Waschow Universitätsklinikum Freiburg
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Kindernephrologie, Klinik für Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Freiburg

Valentinstag: Dein SEXVERHALTEN - Schokoladenpralinen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Kein Sex ohne “Kiss”: 

Forscher entdecken Mechanismus, durch den das Gehirn Sexualverhalten steuert

  • Forschern war bereits bekannt, dass in der Pubertät und im Menstruationszyklus der Frau das Kisspeptin, ein Signalmolekül im Gehirn, eine Schlüsselrolle spielt. 
  • Eine neue Studie zeigt jetzt, dass dieses Molekül auch die Anziehung zum anderen Geschlecht und die sexuelle Motivation durch zwei parallele Gehirn-Schaltkreise steuert. 
Damit können die Forscher um die Professoren Julie Bakker von der Universität Lüttich in Belgien und Ulrich Boehm von der Universität des Saarlandes nun noch besser verstehen, wie das Gehirn unser Sexualverhalten kontrolliert. 

Ihre Forschungsergebnisse wurden heute in der Fachpublikation „Nature Communications“ online publiziert. 

 Professor Ulrich Boehm
 Professor Ulrich Boehm privat
 
Bei weiblichen Mäusen konnten die Forscher beobachten, dass das Kisspeptin sowohl die Anziehung zum anderen Geschlecht als auch das sexuelle Verlangen steuert.

Sie entdeckten auch, dass bestimmte Duftstoffe, die von der männlichen Maus ausgesendet werden, speziell die Nervenzellen stimulieren, die das Kisspeptin produzieren. 
  • Hierdurch wird ein Schaltkreis im Gehirn aktiviert, der ein Neurohormon freisetzt und damit die Aufmerksamkeit des Weibchens für das Männchen erhöht. 
  • In einem parallelen Schaltkreis wird das Kisspeptin-Signal auch an Zellen übertragen, die den Neurotransmitter Stickstoffmonoxid produzieren, um die sexuelle Bereitschaft zu stimulieren.
„Diese Forschungsarbeit hat uns neue Erkenntnisse darüber geliefert, wie das Gehirn Signale aus der Außenwelt entschlüsselt und diese Umwelteinflüsse dann in Verhalten umsetzt.

Bei vielen Tieren ist das Sexualverhalten eng mit dem Eisprung verbunden, um die höchstmögliche Chance auf Befruchtung und somit das Fortbestehen der Art zu gewährleisten. 

Bis jetzt war wenig darüber bekannt, wie das Gehirn Eisprung, Anziehung und Sex miteinander verbindet.

Jetzt wissen wir, dass ein einzelnes Molekül – Kisspeptin - all diese Aspekte durch verschiedene, parallel zueinander laufende Gehirn-Schaltkreise steuert ", sagt Ulrich Boehm, Professor für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universität des Saarlandes.

Von einem einzigen Molekül, dem Kisspeptin, werden also Pubertät, Fruchtbarkeit, Anziehung zum anderen Geschlecht und sexuelle Motivation kontrolliert.

  • Diese Erkenntnis eröffnet neue, vielversprechende Möglichkeiten für die Behandlung von Patienten mit psychosexuellen Störungen wie zum Beispiel der verminderten sexuellen Appetenz. 

"Es gibt derzeit keine guten Behandlungen für Frauen mit geringem sexuellem Verlangen. 

Die Entdeckung, dass Kisspeptin sowohl die Anziehung als auch das sexuelle Verlangen kontrolliert, hilft uns dabei, neue Therapien für solche Störungen zu entwickeln ", erklärte Professorin Julie Bakker, die das Labor für Neuroendokrinologie an der Universität Lüttich leitet.

Das Kisspeptin hat eher durch Zufall das englische Wort für Kuss im Namen.

Ursprünglich wurde es nach amerikanischen Schokoladenpralinen, den Hershey’s Kisses, benannt.

Der Fachartikel zum Thema “Female sexual behavior in mice is controlled by kisspeptin neurons” wurde heute in Nature Communications veröffentlicht: www.nature.com/articles/s41467-017-02797-2

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Professor Ulrich Boehm
Lehrstuhl für Experimentelle Pharmakologie
Universität des Saarlandes
Tel: (+49) 6851 16 47879
Mail: ulrich.boehm@uks.eu

Professorin Julie Bakker
Labor für Neuroendokrinologie
Universität Lüttich
Tel: (+32) 4 366 59 78
Mail: jbakker@uliege.be

Friederike Meyer zu Tittingdorf Universität des Saarlandes

Campus A2 3
66123 Saarbrücken
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Saarland
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Friederike Meyer zu Tittingdorf
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Schwangeren und stillenden Frauen: Arbeitsschutz von Müttern im Betrieb - Mutterschutzgesetz (MuSchG)

Medizin am Abend Berlin Fazit: Neues Mutterschutzgesetz: Wichtige Änderungen für Arbeitgeber 

Um den geänderten gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu entsprechen, wurde das Mutterschutzrecht grundlegend reformiert.

Mit Beginn des neuen Jahres traten die vom Deutschen Bundestag beschlossenen Änderungen in Kraft. 

Diese schließen zum einen mehr Mütter als zuvor ein, außerdem wird der Arbeitsschutz von Müttern im Betrieb verstärkt. Dadurch ergeben sich auch wichtige Auswirkungen auf die Arbeitgeberpflichten. 

  • Ziele des Mutterschutzgesetzes (MuSchG)
Das MuSchG gewährleistet schwangeren und stillenden Frauen einen besonderen Gesundheitsschutz im Betrieb. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Schwangerschaftslaborpfad  

Es soll verhindern, dass sie wegen der Schwangerschaft und Stillzeit Nachteile im Berufsleben erleiden oder die selbstbestimmte Entscheidung über ihre Erwerbstätigkeit verletzt wird. Damit werden die Chancen der Frauen verbessert und ihre Rechte gestärkt, um auch während der Schwangerschaft oder Stillzeit ohne Gesundheitsrisiko für Mutter und Kind weiterhin arbeiten zu können.

Neues Gesetz gilt für mehr Mütter

Die Änderungen im MuSchG bedeuten vor allem eine Ausweitung des geschützten Personenkreises.

  • Bislang galt das Gesetz nur für Frauen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen oder Heimarbeit ausführen. Ab 2018 sind alle (werdenden) Mütter eingeschlossen – also auch Praktikantinnen, weibliche Auszubildende und unter bestimmten Voraussetzungen auch Schülerinnen und Studentinnen. 
  • Danach können diese während des Mutterschutzes für Veranstaltungen, Prüfungen oder Praktika Ausnahmen beantragen, ohne deswegen Nachteile zu erleiden.
  • Schutzfristen werden verlängert

Auf Antrag der Mutter müssen Arbeitgeber ab 2018 eine verlängerte nachgeburtliche Schutzfrist von zwölf Wochen bei Geburten von behinderten Kindern gewähren.

Bisher galt diese nur bei Früh- und Mehrlingsgeburten.  

Neu ist auch ist der viermonatige Kündigungsschutz, wenn sie nach der zwölften Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erleiden.

  • Verbot und Zulässigkeit von Nachtarbeit
Mit dem neuen Gesetz dürfen schwangere oder stillende Frauen zwischen 20:00 Uhr und 6:00 Uhr nicht mehr beschäftigt werden. Eine Beschäftigung während dieser Zeit ist nur zulässig bei Einwilligung der werdenden Mutter, ärztlicher Bescheinigung der Unbedenklichkeit, Einhaltung des Arbeitsschutzes und behördlicher Genehmigung. Der Arbeitgeber muss daher prüfen, ob ein Einsatz nach 20:00 Uhr nötig ist und bei der Aufsichtsbehörde einen entsprechenden Antrag mit allen relevanten Unterlagen stellen.

Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz

Für jeden Arbeitsplatz muss bei der allgemeinen Gefährdungsbeurteilung im Vorfeld geprüft werden, ob sich eine Gefährdung für eine schwangere oder stillende Frau oder ihr Kind ergeben könnte, auch wenn aktuell dort keine schwangere oder stillende Frau tätig ist.

Der Arbeitgeber muss das Ergebnis der Beurteilung dokumentieren und die Mitarbeiter darüber in geeigneter Form informieren.

Meldet eine Frau ihre Schwangerschaft an, muss diese Gefährdungsbeurteilung entsprechend aktualisiert und individualisiert werden.

  • Arbeitgeber muss Arbeitsbedingungen für Mütter anpassen

Der Arbeitgeber muss die Arbeitsbedingungen so gestalten, dass eine „unverantwortbare Gefährdung“ ausgeschlossen ist. Liegen Gefährdungen vor, muss er die Arbeitsbedingungen durch Schutzmaßnahmen umgestalten.

Ist dies nicht oder nur unter unverhältnismäßigem Aufwand möglich, muss die schwangere Frau an einem anderen geeigneten und zumutbaren Arbeitsplatz eingesetzt werden.

  • Ein Beschäftigungsverbot aus betrieblichen Gründen soll dann nur noch möglich sein, wenn alle anderen Maßnahmen versagen. 

Um eine „Überprotektion“ zu vermeiden und die Arbeitgeber bei der Umsetzung zu unterstützen, sollen vom Gesetzgeber Empfehlungen erarbeitet werden – zumal der Rechtsbegriff „unverantwortbare Gefährdung“ unbestimmt ist.

Weiterführende Informationen zum neuen Mutterschutzgesetz:

Leitfaden des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

https://www.bmfsfj.de/blob/94398/3b87a5363865637dd3bf2dd6e8ec87e0/mutterschutzge...

Gesetzestext:
https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=...

Stellungnahme Bundesrat:
https://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2017/0201-0300/289-17(B).pdf?__b...

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Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V.
Hauptgeschäftsführer: Dr. Thomas Nesseler
Presse: Berit Kramer
Schwanthaler Str. 73 b
80336 München
Tel. 089/330 396-0
Fax 089/330 396-13
E-Mail: gs@dgaum.de
http://www.dgaum.de

Über DGAUM:
Die DGAUM wurde 1962 gegründet und ist eine gemeinnützige, wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft der Arbeitsmedizin und der klinisch orientierten Umweltmedizin. Ihr gehören heute über 1000 Mitglieder an, die auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin und Umweltmedizin arbeiten, vor allem Ärztinnen und Ärzte, aber auch Angehörige anderer Berufsgruppen wie etwa Natur- und Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Die Mitglieder der Fachgesellschaft engagieren sich nicht nur in Wissenschaft und Forschung, um so bereits bestehende Konzepte für die Prävention, die Diagnostik und Therapie kontinuierlich zu verbessern, sondern sie übernehmen die ärztliche und medizinische Beratung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern an der Schnittstelle von Individuum und Unternehmen. Darüber hinaus beraten die Mitglieder der DGAUM alle Akteure, die ihren Beitrag zu der medizinischen Versorgung leisten und auf Fachwissen aus der betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention, der arbeits- und umweltbezogenen Diagnostik und Therapie, der Beschäftigungsfähigkeit fördernden Rehabilitation sowie aus dem versicherungsmedizinischen Kontext angewiesen sind.
Weitere Informationen unter: http://www.dgaum.de

 

Rosenkauf am Valentinstag: Fairtrade-Rosen kaufen und verschenken

Medizin am Abend Berlin Fazit: Zum Valentinstag: Beim Rosenkauf auf Fairtrade-Siegel achten

Am Valentinstag werden in Deutschland traditionell mehrere Millionen Rosen gekauft und verschenkt. 

Wie und auf welchem Weg diese Blumenpracht zu uns in den Handel kommt und welche ausgeklügelte logistische Lieferkette dahintersteckt, erklärt der Logistik-und Handel-Experte der Hochschule Fresenius, Professor Dr. Heinz Walterscheid. 


 
FRAGE: Herr Professor Walterscheid, bald ist wieder Valentinstag, an dem traditionell Millionen von Rosen in Deutschland gekauft und verschenkt werden. Auf welchen Wegen gelangen die Rosen zu uns in die Blumengeschäfte bzw. in die Supermärkte?


ANTWORT:
Die meisten Rosen werden aus Ostafrika und aus Südamerika importiert. In Ländern wie Kenia, Äthiopien, aber auch Ecuador und Kolumbien, herrschen ganzjährig ideale klimatische Anbaubedingungen. Von den dortigen Blumenfarmen werden die Rosen gekühlt per LKW zu einem Flughafen transportiert, der häufig in der Nähe der jeweiligen Landeshauptstadt liegt. Luftfrachtgesellschaften transportieren die Blumen dann in gekühlten Frachtflugzeugen nach Europa. Die Weitertransporte erfolgen meistens per LKW zum Blumenhandel.

FRAGE: Wie lange dauert denn der Transport von den Blumenfarmen in Ostafrika und Südamerika bis zu uns in die Blumengeschäfte?

ANTWORT: Es dauert nur circa zwei Tage, bis die Rosen hier am Flughafen in Deutschland ankommen. Ungefähr sieben Tage dauert es, bis die Blumen in den Blumengeschäften und Supermärkten verkauft sind. Und dann sollen die Rosen ja noch circa sieben weitere Tage blühen und schön ausschauen. Insgesamt bedarf es bei den Millionen roter Rosen zum Valentinstag also einer umfangreichen, frühzeitigen und sehr detaillierten Logistikplanung.

FRAGE: Die Rosen haben von Ostafrika und Südamerika aus ja einen sehr langen Weg per Flugzeug hinter sich. Wie sieht denn die Klimabilanz der Rosen aus?

ANTWORT: Der lange Lufttransport verursacht sehr hohe CO2-Emissionen und ist damit wenig ökologisch nachhaltig. Eine Alternative wäre daher der Anbau der Rosen in von uns nicht so weit entfernten Gewächshäusern, die allerdings wegen des Datums 14. Februar und der damit verbundenen kalten Jahreszeit energieintensiv beheizt und beleuchtet werden müssten und damit häufig ebenfalls wenig ökologisch nachhaltig sind. Der Rosenanbau im warmen und fast immer sonnigen Ostafrika und Südamerika hat diesen Nachteil nicht.

FRAGE: Können Sie uns eine Aussage zur sozialen Nachhaltigkeit der Rosen machen?

ANTWORT: Vielfach heißt es, dass die Rosenzucht in den beschriebenen Anbauländern in Afrika und Südamerika nicht sozial nachhaltig sei, da die Arbeitsbedingungen auf vielen Blumenfarmen nicht gut seien. Als Stichworte seien hier niedrige Löhne, lange Arbeitszeiten und schlechter Arbeitsschutz genannt. Deshalb sollte beim Rosenkauf auf Nachhaltigkeitszertifikate wie Fairtrade geachtet werden, die nur verwendet werden dürfen, wenn die Arbeitsbedingungen bestimmten sozialen Mindestanforderungen genügen. Hier hat es in den vergangenen Jahren deutliche Verbesserungen gegeben, alleine im Jahr 2016 wurden in Deutschland 367 Millionen Fairtrade-Rosen verkauft.


Über die Hochschule Fresenius

Die Hochschule Fresenius mit ihren Standorten in Frankfurt am Main, Hamburg, Idstein, Köln, München und den Studienzentren in Berlin, Düsseldorf und New York gehört mit rund 12.000 Studierenden zu den größten und renommiertesten privaten Hochschulen in Deutschland. Sie blickt auf eine mehr als 170-jährige Tradition zurück. 1848 gründete Carl Remigius Fresenius in Wiesbaden das „Chemische Laboratorium Fresenius“, das sich von Beginn an sowohl der Laborpraxis als auch der Ausbildung widmete. Seit 1971 ist die Hochschule staatlich anerkannt. Sie verfügt über ein sehr breites, vielfältiges Fächerangebot und bietet in den Fachbereichen Chemie & Biologie, Design, Gesundheit & Soziales, onlineplus sowie Wirtschaft & Medien Bachelor- und Masterprogramme in Vollzeit sowie berufsbegleitende und ausbildungsbegleitende (duale) Studiengänge an. Die Hochschule Fresenius ist vom Wissenschaftsrat institutionell akkreditiert. Bei der Erstakkreditierung 2010 wurden insbesondere ihr „breites und innovatives Angebot an Bachelor- und Master-Studiengängen“, „ihre Internationalität“ sowie ihr „überzeugend gestalteter Praxisbezug“ vom Wissenschaftsrat gewürdigt. Im April 2016 wurde sie vom Wissenschaftsrat für weitere fünf Jahre re-akkreditiert.

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Jagdhunde: Ansteckungsrisiko für den Menschen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Jagdhunde könnten versteckte Überträger der Infektionskrankheit Tularämie sein

Mit den bakteriellen Erregern der für Hasenartige oder Nagetiere lebensbedrohlichen Krankheit Tularämie können sich nicht nur Menschen, sondern auch Hunde infizieren. 

Obwohl der Kontakt mit kontaminiertem Blut oder Fleisch JägerInnen zur Hochrisikogruppe macht, ist kaum untersucht, wie regelmäßig sich Jagdhunde anstecken. 

Forschende der Vetmeduni Vienna bestätigten nun mit einer an österreichischen Hunden durchgeführten Blutuntersuchung und einer positiven Quote von sieben Prozent eine relevante Häufigkeit von Infektionen. 

Damit könnte sich auch die Diskussion verstärken, ob sich hinter den meist symptomlosen Tieren ein zusätzliches Ansteckungsrisiko für den Menschen verbirgt. 

Hunde infizieren sich häufiger mit Tularämie-Erregern als gedacht und könnten dadurch auch für Menschen ein Ansteckungsrisiko sein.
Hunde infizieren sich häufiger mit Tularämie-Erregern als gedacht und könnten dadurch auch für Menschen ein Ansteckungsrisiko sein.E. Hammerschmid/Vetmeduni.ac.at
 
Tularämie, die auch als „Hasenpest“ bezeichnet wird, ist eine für Wildtiere, wie Hasen, Wildkaninchen oder Nagetiere, zumeist tödlich verlaufende Krankheit. 

Als Zoonose stellt sie jedoch auch für den Menschen ein hohes Gesundheitsrisiko dar.

Ausgelöst wird sie durch unterschiedliche Subtypen des bakteriellen Erregers Francisella tularensis, der durch saugende und stechende Insekten, sowie direkt über kontaminiertes Heu und infiziertes Blut oder andere Flüssigkeiten übertragen werden kann. Auch rohes Fleisch erkrankter Wildtiere birgt ein hohes Ansteckungsrisiko durch die Erreger, die unter anderem auch Hunde befallen können.

Jagdhunde in Österreich regelmäßiger infiziert als gedacht

Da die Vierbeiner jedoch zumeist ohne Sekundärerkrankungen keine oder kaum Symptome sowie eine hohe natürliche Resistenz gegen eine geringe Menge an Bakterien zeigen, werden sie in Studien kaum berücksichtigt. 

 Dennoch gibt es Theorien, dass Hunde als ein Zwischenwirt und damit als weiteres Ansteckungsreservior dienen könnten.

  • Und, vor allem bei Jagdhunden, die ähnlich wie Jägerinnen und Jäger, direkt mit infizierten Wildtieren, etwa beim Apportieren, in Kontakt kommen, ist die Frage berechtigt, wie regelmäßig sich gerade diese Vierbeiner mit den Erregern anstecken.

WissenschafterInnen des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna untersuchten daher nun erstmals das Blut 80 österreichischer Jagdhunde aus Landesgebieten, in denen die Tularämieerreger regelmäßig vorkommen. „Nach zwei unabhängigen Analysen konnten wir fünf Hunde als eindeutig positiv identifizieren“, sagt Erstautorin Annika Posautz. Damit konnte gezeigt werden, dass die Anzahl an Hunden in den österreichischen Gebieten, in denen die Hasenpest endemisch ist, sprich regelmäßig vorkommt, häufiger infiziert werden.

Ansteckungsrisiko durch infizierte Hunde möglich, aber unbestätigt

„Die Quote von etwa sieben Prozent verdeutlicht, dass es auch regelmäßig zur Infektion von Jagdhunden kommen kann.

Als Träger des Erregers, selbst ohne Symptome, könnten die Tiere auch als unerwarteter Überträger in Frage kommen“, so Posautz weiter. Dafür fehlt laut den Forschenden aber noch ein eindeutiger wissenschaftlicher Beweis. Auch Faktoren wie das Alter, junge Hunde könnten zu Ausbildungszwecken etwa häufiger mit kontaminiertem Wild in Kontakt kommen, müssen allerdings genauso wie die Frage, ob die Vierbeiner ein Ansteckungsrisiko für Menschen sind, erst durch weitere Studien analysiert werden.

Getestet wurde das Blut mit zwei unterschiedlichen Agglutinationstests, um auf Antigene auf der Oberfläche der Erreger oder durch das Immunsystem gebildete Antikörper rückschließen zu können. „Bei diesen Nachweisverfahren bewirkt man gezielt eine Verklumpung dieser Merkmale, die damit unter dem Mikroskop sichtbar werden.

  •  Bei Verdacht auf eine Tularämieerkrankung ist es notwendig, mehr als nur einen dieser Tests durchzuführen, da es auch zu Kreuzreaktionen mit anderen Erregern kommen kann. Sind alle Tests positiv, kann die Erkrankung eindeutig bestätigt werden. Das war bei fünf Tieren der Fall“, so die Forscherin.

Service:
Der Artikel „Seroprevalence of Francisella tularensis in Austrian Hunting Dogs“ von Annika Posautz, Miklós Gyuranecz, Béla Dénes, Felix Knauer, Helmut Dier und Christian Walzer wurde in Vector-Borne and Zoonotic Diseases veröffentlicht.
http://online.liebertpub.com/doi/10.1089/vbz.2017.2193

Über die Veterinärmedizinische Universität Wien
Die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna) ist eine der führenden veterinärmedizinischen, akademischen Bildungs- und Forschungsstätten Europas. Ihr Hauptaugenmerk gilt den Forschungsbereichen Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit, Tierhaltung und Tierschutz sowie den biomedizinischen Grundlagen. Die Vetmeduni Vienna beschäftigt 1.300 MitarbeiterInnen und bildet zurzeit 2.300 Studierende aus. Der Campus in Wien Floridsdorf verfügt über fünf Universitätskliniken und zahlreiche Forschungseinrichtungen. Zwei Forschungsinstitute am Wiener Wilhelminenberg sowie ein Lehr- und Forschungsgut in Niederösterreich gehören ebenfalls zur Vetmeduni Vienna. http://www.vetmeduni.ac.at

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Eisentherapie/Eisensubstituion wegen Eisenmangel: Versorgung und Therapieergebnisse

Medizin am Abend Berlin Fazit: Indikationsübergreifende Registerstudie zur Eisentherapie setzt Zeichen

EXPLAIN-IRON-Studie am Start

In Deutschland mangelt es an repräsentativen Langzeitdaten zur Versorgung und zu den Therapieergebnissen von Patienten mit Eisenmangel. Um diese Datenlücke zu schließen, hat die Klinik für Innere Medizin I der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) jetzt eine umfassende Versorgungsforschungsstudie zu diesem Thema initiiert. 

Indikationsübergreifende Registerstudie zur Eisentherapie setzt Zeichen

Shield Therapeutics
 
In Zusammenarbeit mit einer interdisziplinären Expertengruppe und Pharmakoepidemiologen der Technischen Universität Dresden wird nun ein realistisches Abbild des Stellenwerts einer Eisensubstitution in verschiedenen Indikationsbereichen (Gastroenterologie, Kardiologie, Nephrologie, Gynäkologie, präoperative Eisenmangelanämie) unter Bedingungen der alltäglichen medizinischen Versorgung gewonnen.
  • Eisen ist ein Spurenelement, das für die Bildung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin benötigt wird. 
  • Der Körper benötigt etwa 1 Milligramm Eisen pro Tag, kann aber nur etwa ein Zehntel der mit der Nahrung aufgenommenen Eisenmenge auch aus dem Darm aufnehmen. 
Verschiedene Erkrankungen können zu einer Erschöpfung der Eisenreserven führen, unter anderem chronische Erkrankungen wie Tumore oder Entzündungen. 
Verdauungsstörungen führen regelmäßig zu verringerter Aufnahme von Eisen (unter anderem bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa).
Wenn es durch Eisenmangel zu Blutarmut kommt, nimmt die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität ab. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: LABORERHEBUNG  

Darüber hinaus ist Eisen ein wesentlicher Bestandteil der Energiegewinnung in allen Körperzellen. Bei Patienten mit Herzschwäche verstärkt ein Eisenmangel die Symptome deutlich.

Für die Behandlung des Eisenmangels stehen zahlreiche Eisenpräparate zur Verfügung. 
Wenn möglich, erfolgt die Therapie mittels Tabletten („oral“), seltener bei ausgeprägten Anämien als Injektion/Infusion („intravenös“). 

Die angewendeten Präparate unterscheiden sich deutlich in der Art des Eisens:

  • die zweiwertige Form ist schlechter verträglich als die dreiwertige, 
  • den Trägerstoffen (Maltose ist verträglicher als Glycinsulfat)
  • der Dosierung. 

Die Therapielandschaft ist geprägt von unterschiedlichen Generationen von Eisenpräparaten, die sich deutlich in der Wirksamkeit und im Nebenwirkungsprofil unterscheiden.

Um erstmals repräsentative Langzeitdaten zur Versorgung von Patienten mit Eisenmangel zu gewinnen, wurde die Studie EXPLAIN-IRON konzipiert. Der Titel „EXPLorative data collection for patient chAracterIzation, treatmeNt pathways and outcomes of IRON preparations“ verdeutlicht die Besonderheit des Projekts: 

Die Studie ist nicht-interventionell, d.h. die behandelnden Ärztinnen und Ärzte erhalten keine Vorgaben für die Behandlung ihrer Patientinnen und Patienten.

Anders als in klinischen Prüfungen lässt sich so das tatsächliche Versorgungsgeschehen darstellen. 

„Solche Studien sind dringend erforderlich, um Daten unter den Bedingungen der täglichen Praxis bei unselektierten Patienten und im Langzeitverlauf zu gewinnen,“ erläutert Professor Stefan Schreiber, Direktor der Inneren Medizin I der CAU und Sprecher des Exzellenzclusters „Inflammation at Interfaces“.

Seit Januar 2018 werden Patientinnen und Patienten in EXPAIN-IRON jeweils über zwei Jahre beobachtet. Die Studie dokumentiert Patientinnen und Patienten mit verschiedenen Grunderkrankungen hinsichtlich ihrer Charakteristika, der Eisensubstitution, Lebensqualität und vor allem des Verlaufs der Laborparameter des Eisenstoffwechsels und in der Verträglichkeit.

In einer ersten Kohorte werden ca. 500 Patientinnen und Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen dokumentiert.

Später kommen Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche bzw. Herzfehlern, mit onkologischen, gynäkologischen und anderen Grunderkrankungen hinzu. 

Sofern möglich, werden bis zu 3000 Patienten in die Studie eingeschlossen.

Die Hälfte der Patienten kann mit beliebigen oralen oder intravenösen Eisenpräparaten behandelt werden.

Für die andere Hälfte ist die Dokumentation der Behandlung mit einem neuen Eisenpräparat namens Feraccru (Eisen-III-Maltol) vorgesehen. Eisen-(III)-Maltol zeigt eine Wirksamkeit auf intravenösem Niveau bei guter Verträglichkeit. EXPLAIN-IRON ist somit eine Kombination eines Krankheitsregisters und einer PASS (post authorisation safety study).

Die Initiatoren wollen vielfältige Erkenntnisse aus der EXPLAIN-IRON-Studie gewinnen – unter anderem zu typischen Vorgehensweisen und Präferenzen der Ärztinnen und Ärzte beim Einsatz von Eisenpräparaten, zur Verträglichkeit der Präparate, aber auch zur Lebensqualität der betroffenen Patientinnen und Patienten sowie zu ökonomischen Aspekten. 

Es werden erstmals die Standards bei der Behandlung der Eisentherapie in Deutschland unter Alltagsbedingungen umfassend dokumentiert.

Die Studie ist beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM unter der Nummer 7120 und in der amerikanischen Studien-datenbank ClinTrials.gov unter der NCT03382275 registriert. Die Bundesärztekammer, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen und andere wissenschaftliche Organisationen empfehlen die Förderung von Projekten der Versorgungsforschung in Deutschland wie die EXPLAIN-IRON-Studie. Sie wird durch die Gesellschaft für Wissenschaftstransfer (GWT-TUD), einer Tochter der TU Dresden AG, durchgeführt. Die Firma Shield Therapeutics, die sich auf die Erforschung und Entwicklung von Eisenpräparaten spezialisiert, unterstützt die Studie finanziell. Die interdisziplinäre Leitungsgruppe setzt sich aus Expertinnen und Experten aus den Bereichen Gastroenterologie, Kardiologie, Nephrologie, Gynäkologie und anderen Fachrichtungen zusammen, wobei die Klinik und der niedergelassene Sektor gleichermaßen vertreten sind.
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Gesellschaft für Wissenschaftstransfer (GWT-TUD)


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Prof. Dr. med. Stefan Schreiber
Klinik für Innere Medizin I
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E-Mail: s.schreiber@mucosa.de


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Text / Redaktion: David Pittrow


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Weniger Chemotherapie - Effektiv die Antihormontherapie - genetischen Fingerabdruck

Medizin am Abend Berlin Fazit: Weniger Chemotherapie bei Brustkrebs: Vergabe des Junior Award der Claudia von Schilling Stiftung

Stiftung ehrte am 17. Januar Koordinator der Westdeutschen Studiengruppe (WSG), an der MHH-Wissenschaftler maßgeblich beteiligt sind 
 
  • Operation, Strahlen-, Chemotherapie – so wird Brustkrebs derzeit behandelt. 

Dabei soll die Chemotherapie vor einem Rückfall schützen.

Doch da sie viele Nebenwirkungen mit sich bringt, erforschen Wissenschaftler der in Mönchengladbach ansässigen Westdeutschen Studiengruppe (WSG), welche Patientinnen darauf verzichten können. Zu diesem Zweck werden klinische Studien mit derzeit 10.000 Patientinnen aus mehr 100 Kliniken in Deutschland durchgeführt. An der WSG sind auch Professor Dr. Hans-Heinrich Kreipe und Privatdozent Dr. Matthias Christgen, PhD, vom Institut für Pathologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) maßgeblich beteiligt, ebenso wie Professorin Dr. Nadia Harbeck von der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Der wissenschaftliche Koordinator der WSG, Privatdozent Dr. Oleg Gluz, erhält für diese Arbeiten auf dem Gebiet der Brustkrebsheilkunde heute den mit 10.000 Euro dotierten „Breast Cancer Research Junior Award“. Diese Auszeichnung verleiht die Claudia von Schilling Stiftung mit Sitz in Hannover alljährlich an junge, vielversprechende Wissenschaftler.

„Wir erforschen, wie mit Hilfe des so genannten genetischen Fingerabdrucks von Brustkrebs die Effektivität der Chemotherapie eingeschätzt werden kann“, sagt PD Dr. Gluz.

Er arbeitet als Oberarzt am Brustzentrum Niederrhein (Chefärztin Professorin Dr. Ulrike Nitz) des Johanniter Bethesda Krankenhauses Mönchengladbach.

Langzeitergebnisse erster Studien haben gezeigt, dass 20 Prozent der Patientinnen eine Chemotherapie erspart bleiben kann. 
  • Erste Ergebnisse aktueller Projekte wie der mehr als 5.000 Patientinnen umfassenden sogenannten ADAPT-Studie zeigten, dass sogar mehr als die Hälfte der Patientinnen keine Chemotherapie benötigen. 
  • Es wird zusätzlich schon vor der Operation getestet, wie effektiv die Antihormontherapie sein wird, die Östrogene blockieren und so das Wachstum von Tumorzellen stoppen soll, um einen Rückfall oder ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der WSG ist die Pathologie, also die Untersuchung von Geweben:

Dabei geht es besonders um die Frage, welche Rolle die konventionelle Diagnostik wie zum Beispiel die routinemäßig durchgeführte feingewebliche Diagnostik in der Zukunft der modernen Medizin spielen wird. 

Das ist insbesondere unter dem Aspekt der Kosten von großer gesellschaftlicher Bedeutung.

Die Preisverleihung fand am Mittwoch, 17. Januar 2018, um 18 Uhr im Festsaal des Alten Rathauses Hannover im Rahmen der Veranstaltung „Hannoversches Wintersymposium: Neues aus San Antonio“ der von Professor Dr. Peter Hillemanns geleiteten MHH-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe statt.

In diesem Rahmen verlieh die Claudia von Schilling Stiftung auch den alljährlich vergebenen, mit 20.000 Euro dotierten „Claudia von Schilling Preis“.

In diesem Jahr erhiehlt ihn Professor Dr. Walter Paul Weber vom Universitätsspital Basel für die Fortentwicklung von Standards im Bereich der brusterhaltenden Chirurgie.


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Weitere Informationen zum Preis erhalten Sie bei:
Maike Holz, Stiftungsmanagerin der Claudia von Schilling Foundation for Breast Cancer Research,
info@cvs-foundation.org, Telefon (0511) 544 45 69-0.

Weitere Informationen zur Arbeit der Wissenschaftler erhalten Sie bei :
Privatdozent Dr. Matthias Christgen, PhD, christgen.matthias@mh-hannover.de, Telefon (0511) 532-4488
und bei Privatdozent Dr. Oleg Gluz, oleg.gluz@wsg-online.com, Telefon (02161) 5662310.