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Regeneration von Blutgefäßen - Umgehungskreisläufe - Kollateralgefäße - natürlicher Bypass

Medizin am Abend Berlin Fazit: Verschlüsse von Blutgefäßen: Wissenschaftler klären Mechanismus der zellulären Selbstheilung auf

Prof. Dr. Klaus T. Preissner vom Institut für Biochemie der Universität Gießen publiziert mit Kolleginnen und Kollegen von der LMU München im Fachjournal „CELL Reports“ zum Thema „Regeneration von Blutgefäßen“ 

 Prof. Dr. Klaus T. Preissner Foto: Franz Möller (Archiv JLU-Pressestelle)
 Prof. Dr. Klaus T. Preissner Foto: Franz Möller (Archiv JLU-Pressestelle)
 
  • Blutgefäße sind das erste Organisations- und Transportsystem unseres Körpers schon während der Embryonalphase. 

Ohne Blutgefäße wären das Körperwachstum, und damit auch die Bildung von neuen Geweben und Organen, nicht möglich. Im Fokus neuer Forschungsarbeiten, deren Ergebnisse jetzt im Fachjournal „CELL Reports“ publiziert wurden, stehen zelluläre Prozesse, die für die Selbstheilung des Körpers eine immens wichtige Rolle spielen. Autoren der Publikation mit dem Titel Perivascular mast cells govern shear stress-induced arteriogenesis by orchestrating leukocyte function sind Prof. Dr. Klaus T. Preissner vom Institut für Biochemie am Fachbereich 11 – Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und Prof. Dr. Elisabeth Deindl vom Walter-Brendel-Zentrum für Experimentelle Medizin der LMU München sowie weitere internationale Kooperationspartner.

Bei der Arbeit handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen JLU Gießen, LMU München und MPI Bad Nauheim. Prof. Deindl hatte die Federführung insgesamt inne; Prof. Preissner koordinierte die Arbeiten in Hessen. Den Expertinnen und Experten ist es gelungen, den Mechanismus der Selbstheilung bei Blutgefäßverschlüssen zu verstehen:

Eine regelrechte Kaskade von zellulären Vorgängen ist dafür verantwortlich, dass der menschliche Körper im Falle von Gefäßverschlüssen sogenannte Umgehungskreisläufe („Kollateralgefäße“) bilden kann. 

Eine Schlüsselfunktion kommt dabei den Mastzellen zu.

Wie erstaunlich die Selbstheilungskräfte des Körpers wirken, erklärt Prof. Preissner:

  • Bei Sauerstoffarmut komme es zur Aussprossung von neuen Kapillaren aus bestehenden Gefäßen – der Fachmann spricht von Angiogenese – oder zur Vergrößerung von Arterien aus bereits vorhandenen kleinen arteriellen Verbindungen (Arteriogenese). 
Das Wachstum solcher als „Umgehungskreisläufe“ oder „Kollateral-Arterien“ bezeichneten Gefäße werde etwa durch den Verschluss einer größeren benachbarten Arterie ausgelöst: „Damit stellt der Körper im Herzen oder in anderen Organen eine oft lebensrettende Maßnahme zur Verfügung“. Es handelt sich, so der Biochemiker, „um die einzige physiologisch effiziente Form des Blutgefäßwachstums, die Defizite der Blutzirkulation nach arteriellen Verschlüssen ausgleicht“.

  • Gefäßverengungen, beispielsweise in Herzkranzarterien als Folge von sogenannten atherosklerotischen Plaques, führen zur Minderdurchblutung (Ischämie) des Organs und zur koronaren Herzkrankheit: 

  • Die Folge sind vielen Patientinnen und Patienten aus leidvoller Erfahrung als Angina pectoris oder Linksherzinsuffizienz bekannt. 

  • Eine chronische Ischämie kann schließlich zum Absterben der Herzmuskelzellen und zum Herzinfarkt führen.

Abhilfe kann ein „natürlicher Bypass“ bringen: Aufgrund seiner „Selbstheilungskräfte“ besitzt der menschliche Körper das Potenzial, einer dauerhaften Minderdurchblutung durch die Bildung von Kollateralgefäßen entgegenzuwirken.  

Der Gefäßdurchmesser wird durch diese Arteriogenese auf das bis zu 20-fache gesteigert, was vielfach eine ausreichende Blutversorgung ermöglicht. 

  • „Viele Patientinnen und Patienten, die einen nicht wahrgenommenen Gefäßverschluss hinter sich haben, wissen gar nicht, dass sie natürliche Bypässe durch den beschriebenen Prozess gebildet haben“, erläutert Prof. Deindl.

Dennoch stößt die „Selbstheilung“ an ihre Grenzen, wie Prof. Preissner ergänzt.

Eine arterielle Verschlusskrankheit, die durch eine Thrombose bedingt ist, laufe meistens zu schnell ab, so dass der langsamere Prozess der Arteriogenese mit seiner Regenerationswirkung zu spät einsetzt.

Die herausragenden Forschungsarbeiten von Prof. Dr. Wolfang Schaper und seiner Gruppe am Max-Planck-Institut in Bad Nauheim in den 1980iger und 1990iger Jahren haben grundlegende Mechanismen der Arteriogenese aufgeklärt.

Neben den geänderten physikalischen Kräften des Blutstromes wie der Schubspannung im verengten Gefäß, sind es die größten Abwehrzellen im Blut (Monozyten), die das Kollateralwachstum positiv beeinflussen. 

Allerdings war bislang unklar, wie sich Strömungsunterschiede im Blut auf das Wachstum von Gefäßwandzellen außerhalb des Blutes auswirken.

Grundlegende Zusammenhänge konnten im Rahmen der Gießener und Münchner Forschungskooperation zusammen mit weiteren internationalen Kooperationspartnern geklärt werden:

Die Forscherinnen und Forscher machten die in der direkten Nachbarschaft zu Blutgefäßen liegenden Mastzellen als „Dirigenten“ für eine erfolgreiche Arteriogenese aus.

Mastzellen wurden zum ersten Mal bereits von Paul Ehrlich 1878 beschrieben.

Sie stellen die Nummer-eins-Alarmzellen des körpereigenen Immunsystems dar und sind reich an entzündlichen Inhaltsstoffen, die sofort nach Zellaktivierung freigesetzt werden. 

  • Bekannt vor allem für ihre entscheidende Rolle bei allergischen Reaktionen, sind die Mastzellen auch an weiteren Prozessen wie Wundheilung und Blutgefäßstabilisierung beteiligt.

Die Autoren der in „CELL Reports“ erschienenen Veröffentlichung fanden nun heraus, dass eine Kaskade von zellulären Vorgängen für die Kollateralgefäßbildung verantwortlich ist, die bis hin zur massiven Ausbreitung von Wachstumsfaktoren reicht.

Ausgehend von im Blutstrom gestressten Blutplättchen, die mit Leukozyten Komplexe bilden, werden Sauerstoffradikale ins Gewebe abgegeben und erreichen dort die Mastzellen, die ihrerseits mit einer massiven Freisetzung von Wachstumsfaktoren (Zytokinen) reagieren, damit Abwehrzellen (Monozyten) anlocken und stimulieren. 

Insgesamt setzen diese Zellen so viele Mediatoren frei, dass der entscheidende Prozess der Arteriogenese für die folgenden sieben bis zehn Tage in Gang gesetzt wird. 

Ist die Aktivierung von Mastzellen dagegen blockiert oder fehlen diese Zellen, unterbleibt die Bildung der Umgehungskreisläufe. Das Gewebe ist nicht in der Lage, sich zu regenerieren.

Bei der beschriebenen Abfolge der Reaktionen handelt es sich um die zelluläre Reaktionskette der angeborenen Immunabwehr.

Die an der Publikation beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind überzeugt davon, dass die Immunzellen unter dem Dirigat der Mastzellen viel mehr als nur den natürlichen Entzündungsprozess steuern und maßgeblich die Gefäß- und Gewebsregeneration regulieren.

Aufgrund ihrer Beobachtungen hoffen die Forscherinnen und Forscher, demnächst auch neue Therapieformen zu entwickeln. Ziel ist es, die Selbstheilungskräfte des Körpers für das Gefäßwachstum in durch Ischämie betroffenen Gewebsarealen zu mobilisieren.

Hier könnten Methoden, die die Mastzellen stimulieren, zum Einsatz kommen, um von Gefäßverschlüssen betroffene Gewebe oder Organe durch nicht-chirurgische Verfahren vor dem Absterben zu retten.

Publikation
O. Chillo, (…), K.T. Preissner, E. Deindl: Perivascular mast cells govern shear stress-induced arteriogenesis by orchestrating leukocyte function. Cell Reports, August 2016
DOI: 10.1016/j.celrep.2016.07.040

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,
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Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz): Eisenmangel - Eisentherapie-Verschreibung

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Warum Eisen dem Herzen hilft

Eisenmangel verschlimmert Herzinsuffizienz / Prozess ist umkehrbar / MHH-Forscher haben Grund herausgefunden / Veröffentlichung im „European Heart Journal“ 
 Professor Dr. Kai Wollert und Professor Dr. Tibor Kempf (von links).
Professor Dr. Kai Wollert und Professor Dr. Tibor Kempf (von links). Quelle „MHH/Kaiser“.



Menschen mit Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) leiden häufig an einem Eisenmangel.

  • Wenn sie dann mit Eisen behandelt werden, fühlen sich die Patienten besser, sind belastbarer, müssen seltener ins Krankenhaus und leben womöglich länger. 

Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun herausgefunden, warum das so ist: Sie haben den zugrunde liegenden Mechanismus beschrieben und in der angesehenen Fachzeitschrift „European Heart Journal“ veröffentlicht. Damit erklären sie nicht nur die positiven Effekte einer Therapie mit Eisen, die Ärzte und Patienten schon länger beobachten, sondern auch, warum Eisen so wichtig für die Funktion des Herzens ist.

Eisen ist ein Spurenelement, das alle Lebewesen mit der Nahrung aufnehmen müssen. 

Seit einigen Jahren weiß man, dass bereits ein leichter Eisenmangel bei Herzinsuffizienz nachteilig ist, selbst wenn noch keine Blutarmut (Anämie) vorliegt.

Bei Eisenmangelanämie können nicht genug rote Blutkörperchen gebildet werden, die den Sauerstoff im Körper transportieren.

Hier ist es offensichtlich, dass man schnell müde wird und körperlich schlechter belastbar ist.

„Eisen ist aber nicht nur für den Sauerstofftransport wichtig, sondern wird auch in den Kraftwerken der Zelle, den Mitochondrien, benötigt.

Bei Eisenmangel können die Mitochondrien weniger Energie produzieren.

Gerade der Herzmuskel ist aber für seine Pumpfunktion auf eine hohe Energiezufuhr angewiesen“, erläutert Professor Dr. Tibor Kempf, der die Arbeiten gemeinsam mit Professor Dr. Kai Wollert durchgeführt hat.

Die beiden Wissenschaftler der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie arbeiteten dabei mit Dr. Bruno Galy und Professor Dr. Matthias Hentze aus Heidelberg zusammen. Erstautorin der Veröffentlichung ist Saba Haddad, die diese Studie im Rahmen ihrer Promotionsarbeit bei Professor Kempf durchführte.

Um herauszufinden, wie der Eisenhaushalt in Herzmuskelzellen reguliert wird, haben die Forscher sogenannte Irp-Proteine in Herzmuskelzellen ausgeschaltet. „Irp-Proteine regulieren den Eisengehalt der Zelle. Werden Irp-Proteine inaktiviert, kann weniger Eisen in die Zelle aufgenommen werden. Für lebenswichtige Stoffwechselvorgänge steht nicht mehr genügend Eisen zur Verfügung, die Mitochondrien können dann schlechter arbeiten“, erläutert Professor Wollert.

  • Mäuse, bei denen die Irp-Proteine ausgeschaltet wurden, entwickelten einen Eisenmangel im Herzen, nicht jedoch im Blut und in anderen Organen. 

Unter Ruhebedingungen merkte man den Tieren nichts an, doch bei körperlicher Belastung konnten ihre Herzen die Pumpfunktion nicht steigern; nach Herzinfarkt entwickelten die Tiere eine ausgeprägte Herzinsuffizienz.

Ursache war eine zu geringe Energieproduktion in den Mitochondrien. Als die MHH-Forscher den Mäusen Eisen verabreichten, konnten diese ihre Eisenspeicher im Herzen auffüllen, die Herzmuskelzellen produzierten wieder ausreichend Energie, und die Herzfunktion normalisierte sich.

Die Herzinsuffizienz zählt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland und wird durch Herzinfarkte, Bluthochdruck oder Herzklappenfehler verursacht. 

Weitere Ergebnisse der MHH-Forscher zeigen, dass eine verminderte Aktivität der Irp-Proteine auch bei Patienten eine Rolle spielt.

„Eisenmangel ist also nicht nur ein Zeichen für eine schlechte Prognose, sondern auch Ursache für die schlechte Prognose von Patienten mit Herzinsuffizienz. Und er kann leicht behoben werden“, betont Professor Dr. Johann Bauersachs, Direktor der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie.


  • Seit diesem Jahr wird es Medizinern in den neuen Leitlinien empfohlen, Patienten mit Herzinsuffizienz Eisen zu verschreiben, wenn sie einen Eisenmangel haben. 
Mehrere klinische Studien überprüfen derzeit, ob die Eisengabe nicht nur Symptome verbessern, sondern auch das Leben der Patienten verlängern kann.

Die Originalpublikation „Iron-regulatory proteins secure iron availability in cardiomyocytes to prevent heart failure“ finden Sie im Internet unter: http://dx.doi.org/10.1093/eurheartj/ehw333 oder http://eurheartj.oxfordjournals.org/cgi/reprint/ehw333?ijkey=IzMVC83LL0C7ag9&...

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BURNOUT - Unverarbeitete Verluste / Bindungsprobleme in der Kindheit....

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Unverarbeitete Verluste und Bindungsprobleme in der Kindheit erhöhen Risiko für einen Burnout

Wie kommt es zum Burnout? 

Zu viel Arbeit und wenig Freizeit bei geringer Wertschätzung der Leistung werden häufig als Gründe genannt. 

Nun bringt ein Team von Ärzten und Psychologen unter Federführung von Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Söllner, Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität/Klinikum Nürnberg, einen weiteren Aspekt ins Spiel. Menschen, die in ihrer Kindheit keine sichere Bindung erlebt oder Verluste erlitten und nicht verarbeitet haben.

Die Studie hat Konsequenzen für Therapie 
 
Wer ist besonders für einen Burnout gefährdet? Für ihre Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Entwicklungsgpsychologie der Universität Erlangen entstand, untersuchten die Wissenschaftler 50 Patienten, die wegen eines Burnout-Syndroms stationär oder teilstationär in die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Klinikums Nürnberg aufgenommen worden waren. In ausführlichen Interviews gaben sie sowohl über ihre Bindungserfahrungen Auskunft als auch darüber, wie sie ihr Arbeitsumfeld erlebten - vom beruflichen Ehrgeiz, dem Distanzierungsvermögen und der erlebten Berufskompetenz über die Zufriedenheit am Arbeitsplatz bis hin zur sozialen und familiären Unterstützung.

"Die Burnout-Patienten wiesen eine deutlich höhere Bindungsunsicherheit auf als die Teilnehmer der gesunden Vergleichsgruppe", erklärt Prof. Wolfgang Söllner, Erstautor der Studie. In der Burnout-Gruppe seien 72 Prozent der Teilnehmer als unsicher gebunden eingestuft worden gegenüber nur 33 Prozent der Vergleichspersonen.

Negative Emotionen aus der Kindheit werden stark erlebt

Zu den problematischen Bindungsmustern zählten dabei das "unsicher-vermeidende" sowie das "unsicher-verwickelte" Muster.

  • Das erste zeichnet sich dadurch aus, dass der Befragte nur wenig Zugang zu seinen Kindheitserinnerungen hat, wichtige Bezugspersonen entweder idealisiert oder verachtet und negative Emotionen eher verdrängt. 
  • "Unsicher-verwickelt" bedeutet hingegen, dass Kindheitserinnerungen noch immer sehr starke Gefühle hervorrufen. Gerade negative Emotionen lösen auch noch im Erwachsenenalter starke Ängste aus.

Wie die Nürnberger Studie nahelegt, wirken solche problematischen Bindungs- und Emotionsmuster bis ins Erwachsenenalter fort. 

So versuchten manche der Betroffenen, ihre nicht erfüllten Bedürfnisse aus der Kindheit in aktuellen Beziehungen auszuleben. 

Dazu zählten auch Arbeitsbeziehungen, die dadurch emotional aufgeladen würden. 

Ebenso wie die Bindungsunsicherheit waren auch unverarbeitete traumatische Bindungserfahrungen und nicht bewältigte Verluste mit einer geringeren Fähigkeit zur Emotionsregulation verknüpft. 

Früheren Studien zufolge macht sich das vor allem in Anforderungs- oder Konfliktsituationen bemerkbar. 

Die Schwierigkeiten bei der Bewältigung negativer Emotionen begünstigen dann vermutlich die Entstehung eines Burnouts.

Bindungsstil und Emotionsverarbeitung müssen bei der Therapie berücksichtigt werden

Die Erkenntnis, dass Bindungsmuster, die von frühkindlichen Erfahrungen herrühren, bis in das spätere Arbeitsumfeld hineinwirken, könnte direkte Auswirkungen auf die Therapie von Burnout-Patienten haben. 

Söllner und seine Kollegen weisen darauf hin, dass Betroffene am meisten von einem strukturierend-stützenden Vorgehen in der psychotherapeutischen Behandlung profitieren könnten. 

Klare Zielvorgaben und konkrete Vorschläge zur Bewältigung schwieriger Alltagssituationen geben den Patienten den notwendigen Halt. 

In jedem Fall sollten aber Bindungsstil und Emotionsverarbeitung des Patienten untersucht und bei der Behandlungsplanung berücksichtigt werden.

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Literatur: W. Söllner et al.
Repräsentation früher Bindungsbeziehungen und Emotionsregulation bei Patienten mit Burnout-Syndrom
PPmP•Psychotherapie•Psychosomatik•Medizinische Psychologie 2016; 66 (6); S. 227 – 234
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360° TOP-Hinweis: Rettungsstelle - KANZEL: Röntgenaufnahmen, computertomographische (CT-) Untersuchungen und minimalinvasive operative Eingriffe (Interventionen)

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Verbesserter Patientenschutz beim Röntgen - BfS senkt Dosisvorgaben für Mediziner

Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlicht aktualisierte diagnostische Referenzwerte 
 
  • Röntgenaufnahmen, computertomographische (CT-) Untersuchungen und minimalinvasive operative Eingriffe (Interventionen), die unter Röntgenkontrolle durchgeführt werden, sind immer mit einer Strahlenbelastung für Patienten verbunden. 

Um diese Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten, sind bei Röntgenanwendungen diagnostische Referenzwerte zu Grunde zu legen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat diese Werte nun deutlich gesenkt – zum Teil um bis zu 50 Prozent, im Mittel um 20 Prozent.

„Die Senkung der Referenzwerte ist ein wichtiger Schritt zum Nutzen der Patientinnen und Patienten – allerdings sind noch weitere Anstrengungen nötig“, stellt BfS-Präsident Wolfram König fest.

„Die Strahlenbelastung kann durch verbesserte Verfahren weiter gesenkt werden, ohne die Aussagequalität zu reduzieren. Die Möglichkeiten zur Reduzierung der Strahlenbelastung, die durch neue gerätetechnische Entwicklungen entstehen, müssen noch stärker ausgeschöpft werden.“

  • Diagnostische Referenzwerte sind Orientierungswerte für die Strahlenbelastung der Patienten. Ärztinnen und Ärzte sind gefordert, diese Werte im Mittel zu unterschreiten, wenn sie Röntgenstrahlung einsetzen:

• Mit Hilfe diagnostischer Referenzwerte sollen Situationen erkannt werden, in denen eine Untersuchung oder Behandlung auch mit einer geringeren Strahlendosis für den Patienten oder die Patientin durchgeführt werden könnte.

  • • Das Konzept der diagnostischen Referenzwerte soll zudem medizinisches Fachpersonal dazu motivieren, Strahlenanwendungen stetig zu optimieren und dadurch die Strahlenbelastung für Patientinnen und Patienten zu reduzieren.

Das BfS aktualisiert die Werte regelmäßig, um neue Erkenntnisse, Verfahren und technische Neuerungen zu berücksichtigen.

Bei der diesjährigen Aktualisierung konnte das BfS die diagnostischen Referenzwerte vor allem wegen des Fortschritts in der Gerätetechnik senken:

Aufgrund technischer Entwicklungen auf dem Gebiet der Medizintechnik sind die benötigten Strahlendosen für diagnostische und interventionelle Röntgenanwendungen in den letzten fünf Jahren im Mittel um 20 Prozent gesunken.

Neben der Senkung der bestehenden Referenzwerte hat das BfS neue Referenzwerte für Untersuchungen eingeführt, die bislang noch nicht berücksichtigt wurden.

Dazu gehören insbesondere einige Computertomographie-Untersuchungen und interventionelle Maßnahmen, mit denen besonders hohe Strahlenbelastungen verbunden sind – beispielsweise komplexe minimalinvasive Eingriffe unter Röntgenkontrolle am Herzen (Herzklappenersatz), an den großen Blutgefäßen (z.B. an Aneurysmen, d.h. lebensbedrohlichen Aussackungen von Blutgefäßen) oder im Gehirn (z.B. nach einem Schlaganfall).

Diagnostische und interventionsradiologische Strahlenanwendungen liefern den mit Abstand größten Beitrag zur zivilisatorischen Strahlenbelastung.

Im europäischen Vergleich werden in Deutschland im Mittel zwar verhältnismäßig niedrige Strahlendosen pro Untersuchung verwendet.

Allerdings gehört Deutschland zu den Ländern, in denen sehr häufig (im Mittel 1,4 Röntgenanwendungen pro Person und Jahr) geröntgt wird.

Gerade dosisintensivere CT-Untersuchungen an Erwachsenen haben zwischen 1996 und 2012 um 60 Prozent zugenommen. 

Hingegen werden dosisintensive CT-Untersuchungen oder gar interventionsradiologische Maßnahmen an Kindern erfreulicherweise nur selten durchgeführt.

Die stetige Zunahme dosisintensiver Röntgenanwendungen ist Grund genug, die Entwicklungen im Bereich der Medizin und Technik weiter zu verfolgen und Vorschläge zu erarbeiten, wie die Dosis pro Untersuchung weiter reduziert oder durch die Verwendung alternativer Verfahren (wie z.B. Ultraschall oder Magnetresonanztomographie) entweder ganz vermieden oder ersetzt werden kann.

Die aktualisierten diagnostischen Referenzwerte sind auf der Internetseite des BfS zu finden:

www.bfs.de/diagnostische-referenzwerte


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MyHeartMate App - virtuelles Herz

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Herzinfarkt vorbeugen mit Gesundheitsapp

Forscher der University of Sydney haben eine App entwickelt, die Herzinfarkt-Patienten auf spielerische Art davor schützen soll, einen zweiten Infarkt zu erleiden. 
 
In Australien gehören Herzkrankheiten zu den größten gesundheitlichen Problemen. 1,4 Millionen Menschen sind betroffen und 54.000 Menschen erleiden jährlich einen Herzinfarkt.

Ist es erst einmal so weit gekommen, sind Vorbeugungsmaßnahmen nach Herzinfarkten ein sehr wichtiger Bestandteil der Rehabilitationsphase, denen nur wenige Patienten Folge leisten.

Forscher der University of Sydney haben nun eine App entwickelt, die Betroffenen auf bequeme und ansprechende Weise das Thema vor Augen führt und dabei unterstützt, die Gesundheit ihres Herzens zu kontrollieren und zu verbessern.

In der MyHeartMate App kümmert sich der Benutzer um sein „virtuelles Herz", spielt Spiele und kann dabei im echten Leben Herausforderungen annehmen, die den Spieler sowie das digitale Herz gesund halten. So wie das digitale Herz gesünder wird, verbessert sich auch der Gesundheitszustand des Menschen.

Um den Spieler zu motivieren, nutzt die App interaktive Spiele sowie Rätsel und stellt Aufgaben, die zur Verbesserung der Gesundheit beitragen. Das können sportliche Aktivitäten sein, eine Umstellung der Essgewohnheiten, mit dem Rauchen aufhören oder Stress reduzieren.

Zudem hilft die App den Benutzern dabei, ihre Medikamenteneinnahme zu organisieren, und es können Blutdruck- sowie Blutzuckerwerte gespeichert werden.

  • Professor Gemma Figtree von der Sydney Medical School bestätigt, dass durch Programme zur Vorbeugung von Herzkrankheiten Todesfälle und neue Herzinfarkte bereits reduziert werden konnten. 

Dennoch nehmen nur wenige Patienten an solchen Maßnahmen teil.

Aus diesem Grund haben die Forscher die App entwickelt, damit Menschen die Gesundheit ihres Herzens auf eine interaktive und spaßige Weise fördern können, sollten sie nicht die Möglichkeit haben, an traditionellen Programmen teilzunehmen.

Weitere Features der App:

kostenloser Download auf Smartphones und Tablets

zugänglich für Vollzeitarbeitnehmer und Patienten in ländlichen Gegenden

kann eigenständig oder zusammen mit Gesundheitsexperten verwendet werden

speichern und dokumentieren des Fortschritts

Erhalt von Auszeichnungen für Aktivitäten im realen Leben

einladen und motivieren von Freunden

Motivation um an kardialen Rehabilitationsprogrammen teilzunehmen

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360° TOP-Hinweis: Rettungsstelle - KANZEL: Diabeteserkrankungen in der Schwangerschaft - Gestationdiabetes mellitus (GDM).

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Dank Screening: Schwangerschaftsdiabetes wird jetzt früher erkannt

Diabeteserkrankungen in der Schwangerschaft werden einer aktuellen Studie zufolge in Deutschland jetzt früher erkannt. 

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) führt dies neben einer Reform der Mutterschaftsrichtlinien auch auf eine Leitlinie der Fachgesellschaft aus dem Jahr 2011 zurück, die ab der 24. Schwangerschaftswoche einen Blutzuckertest im venösen Blut vorsieht. 

  • Die Studie zeigt jedoch auch, dass werdende Mütter zunehmend übergewichtig sind und zu häufig Insulin zur Behandlung des Schwangerschaftsdiabetes verordnet wird. 

DDG Experten fordern daher ein umfassendes Präventionskonzept für junge Frauen mit Kinderwunsch. 
 
  • Die Mutterschaftsrichtlinien schreiben zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche eine venöse Blutentnahme auf Schwangerschaftsdiabetes vor, den sogenannten Gestationdiabetes mellitus (GDM). 

Bei dem Screening trinkt die Schwangere zunächst im nicht-nüchternen Zustand 200 Milliliter Wasser mit 50 Gramm Traubenzucker, bevor eine Stunde später der Blutzucker im Venenblut bestimmt wird. 

Ist das Screening auffällig, muss zeitnah ein 75-Gramm-Diagnosetest über zwei Stunden im nicht-nüchternen Zustand folgen. 

„Gestationsdiabetes kann zu Komplikationen in der Schwangerschaft und bei Geburt führen, steigert das Risiko für Schwangerschaftshochdruck und fördert das übermäßige Wachstum des ungeborenen Kindes“, erläutert DDG Präsident Professor Dr. med. Baptist Gallwitz. Er erhöht außerdem bei Mutter wie Kind die Wahrscheinlichkeit, später dauerhaft an Diabetes zu erkranken. 

  •  „Jede zweite Frau nach GDM entwickelt innerhalb von zehn Jahren einen Typ-2-Diabetes. Deshalb ist frühes Erkennen und Therapieren wichtig“, so Gallwitz.

Eine Untersuchung, die das Wissenschaftliche Institut der niedergelassenen Diabetologen (windiab) jetzt in der Fachzeitschrift „Diabetologie und Stoffwechsel“ veröffentlicht hat, zeigt: Die neue Mutterschaftsrichtlinie hat die Diagnostik des Schwangerschaftsdiabetes in wenigen Jahren verbessert. „Der Anteil der Erkrankungen, die bereits zwischen der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche erkannt werden, ist innerhalb von fünf Jahren von 27 auf 33 Prozent gestiegen“, berichtet Dr. med. Helmut Kleinwechter, der die Screening-Leitlinie der DDG maßgeblich mit erarbeitet hat. Für die windiab-Studie wurden insgesamt 2334 Schwangerschaften mit GDM in den Jahren 2009/2010 analysiert und den Daten von 4640 Schwangerschaften mit GDM in 2013/2014 bereinigt gegenübergestellt. Einschränkend muss festgestellt werden, dass die erhobenen Daten weder die untersuchten Regionen noch Deutschland insgesamt repräsentieren. „Trotzdem ist es die beste bisher verfügbare Registeranalyse“, so Kleinwechter.

Die Studie zeigt aber auch, dass in diesem Zeitraum der Anteil übergewichtiger Frauen von 26 auf 28 und der Anteil adipöser Frauen von 32 auf 35 Prozent angewachsen ist – während der durchschnittliche Body-Mass-Index der Schwangeren in 2009/2010 noch bei 27,8 lag, belief er sich in 2013/14 auf 28,5. 

  • Zugleich stieg die Quote der Frauen, bei denen eine Insulintherapie begonnen wurde, von 34 auf 40 Prozent. „Eine ungewöhnlich hohe Insulinrate, die uns überrascht“, erklärt Kleinwechter. Zum Vergleich: International benötigen zwischen sieben und zwanzig Prozent der Schwangeren mit GDM Insulin. Die windiab-Daten belegen für Deutschland daher eine Übertherapie.

Auf die Gesundheit von Mutter und Kind wirken sich diese Trends ungünstig aus.

So fördert zu großzügiger Insulineinsatz unnötig die Kaiserschnittrate – die Geburtshelfer gehen bei einer Insulinbehandlung von einem schwereren Fall aus und beenden am errechneten Entbindungstermin die Schwangerschaft. 

„Es besteht also Schulungsbedarf für die teilnehmenden Diabetologen, die Insulintherapie auf die Fälle zu beschränken, die am ehesten davon profitieren“, betont Kleinwechter.

  • Eine Adipositas vor der Schwangerschaft wiederum verdoppelt das Fehlbildungsrisiko. 

  • Zugleich stillen adipöse Mütter, insbesondere wenn sie aus sozial schwachen Milieus stammen, seltener und kürzer. „Damit vergeben sie auch die Chance, einem Diabetes vorzubeugen“, so Kleinwechter. Denn Stillen über die Dauer von mindestens drei Monaten mindert das spätere Diabetesrisiko um dreißig Prozent.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Prävention von Adipositas zunehmend an Bedeutung bei der Betreuung der Schwangeren. „Der Fokus muss ebenso sehr auf das Erreichen eines normalen Blutzuckers wie auf die Beschränkung der Gewichtszunahme gelegt werden“, fordert Gallwitz. Dafür sei eine konsequente Lebensstiländerung erforderlich, zu der Ernährungsumstellung, mehr körperliche Bewegung und Stillen gehörten. „Es ist an der Zeit, ein Präventionskonzept für junge Frauen mit Kinderwunsch zu entwickeln, das möglichst schon vor der Schwangerschaft in gynäkologischen Praxen und bei Hausärzten greift“, erläutert Gallwitz. Ziel müsse es sein, schon vor der Schwangerschaft das Körpergewicht zu normalisieren. „In der Schwangerschaft sollte eine drastische Gewichtsabnahme vermieden werden“, meint der DDG Präsident.

Für den GDM insgesamt gilt: 

  • Je früher Blutzuckerselbstkontrolle, Ernährungsumstellung, Bewegungsförderung und intensivere Beobachtung des Kindes mit Ultraschall und – wenn notwendig –Insulintherapie einsetzen, desto eher kann kindlichen Fehlentwicklungen und Fehlprogrammierungen entgegengewirkt werden.

Für Schwangere, die sich über die richtige Ernährung informieren möchten, stellt der Aid-Infodienst Materialien zur Verfügung: http://shop.aid.de/1605/das-beste-essen-in-der-schwangerschaft.

Weiterführende Links: 

Leitlinie Gestationsdiabetes: http://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Leitlinien/057_D_Diabetes_Ges/057-008p_S3_Gestationsdiabetes_2011-08.pdf


Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft:
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit fast 9.000 Mitgliedern eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.

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Multipler Sklerose - Wann Therapiestart?

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Bei ersten Anzeichen von Multipler Sklerose sofort mit Therapie beginnen

Wer Symptome von Taubheit, eingeschränktem Sehvermögen, Kraftminderung oder Gleichgewichtsstörungen verspürt, muss auf der Hut sein. 

Es könnte sich um erste Anzeichen einer beginnenden Multiplen Sklerose handeln. 

Bestätigt sich der Verdacht, kann eine frühe medikamentöse Therapie den Krankheitsverlauf langfristig günstig beeinflussen. 

Eine internationale Langzeitstudie unter Federführung von Forschenden der Universität und des Universitätsspitals Basel kommt zum Schluss, dass eine möglichst früh einsetzende Therapie den Ausbruch der Krankheit verzögern oder gar verhindern kann. 
 
Ab welchem Zeitpunkt macht es bei ersten Anzeichen von Multipler Sklerose (MS) Sinn, mit einer medikamentösen Therapie zu beginnen? Sobald erste Symptome wie Gleichgewichtsstörungen, Taubheit, Kraftminderung oder eingeschränktes Sehvermögen auftreten? Oder erst, wenn die Krankheit effektiv diagnostiziert wurde? Bisher lagen zur Klärung dieser Frage nur Studien mit Beobachtungszeiten von wenigen Jahren vor. Das ist bei einer Krankheit, die im Schnitt mehrere Jahrzehnte dauert, relativ kurz. Nun aber schafft eine internationale Langzeitstudie, bei welcher Forschende aus der MS-Forschungsgruppe der Universität und des Universitätsspitals Basel (USB) federführend waren, Klarheit über die langfristigen Auswirkungen eines frühen Behandlungsbeginns.

Studienleiter Prof. Ludwig Kappos, Chefarzt Neurologie des USB: «Unsere Studie bestärkt uns darin, Betroffenen bereits beim ersten Auftreten von hochverdächtigen MS-Symptomen dringend eine eugende Therapie zu empfehlen. Ein früher Behandvorblungsbeginn hat gegenüber einer verzögerten Therapieeinleitung nachweisbare Vorteile, weil damit der Ausbruch von MS verzögert oder sogar verhindert werden kann.»

Frühe Therapie lohnt sich

An der Studie nahmen 468 Personen mit ersten verdächtigen MS-Symptomen teil.

Bei ihnen war zwar noch keine definitive Diagnose einer MS gestellt, doch konnten andere Ursachen ausgeschlossen und im MRI mindestens zwei asymptomatische Herde nachgewiesen werden. Nach erfolgter Information und Einwilligung erhielten die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip innerhalb von maximal 60 Tagen ab Beginn der Symptome entweder das Medikament Interferon β-1b oder ein Placebo. Nach spätestens zwei Jahren oder früher, wenn bei den Betreffenden nach einem zweiten Schub MS diagnostiziert wurde, konnte die Placebo-Gruppe ebenfalls auf die Einnahme von Interferon β-1b oder eines vergleichbaren Medikaments umsteigen.

Elf Jahre nach dem Studienstart konnten die Forschenden 278 Studienteilnehmende ausführlich nachuntersuchen. Davon gehörten 167 Personen zur Gruppe mit früher Therapie und 111 Personen zur Gruppe mit verzögerter Therapie. Dabei zeigte sich, dass die Personen aus der Gruppe mit früher Therapie eine um 33 Prozent tiefere Wahrscheinlichkeit hatten, an MS zu erkranken als jene aus der Gruppe mit späterer Therapie.

Ausserdem verstrich bei der frühen Gruppe deutlich mehr Zeit bis zum ersten Rückfall der Krankheit, nämlich 1‘888 Tage im Vergleich zu 931 Tagen bei der späteren Gruppe.

Die frühe Gruppe hatte über den gesamten Zeitraum von elf Jahren eine um 19 Prozent tiefere Häufigkeit von Krankheitsschüben, interessanterweise in der Regel auch in den Jahren, in denen beide Gruppen gleichen Zugang zur Therapie hatten. Insgesamt hatten beide Gruppen nach elf Jahren nur wenig dauerhafte Beeinträchtigungen. Die mediane Änderung im EDSS, einer zehnstufigen Behinderungsskala, betrug 0,5 Punkte, und nur rund acht Prozent der Teilnehmenden waren nach elf Jahren vorzeitig berentet.

Publikation in «Neurology»

Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift «Neurology» der American Academy of Neurology publiziert. An der Studie waren Spitäler und Universitäten aus zwanzig Ländern beteiligt; die Studie wurde von Bayer Healthcare Pharmaceuticals unterstützt.

Multiple Sklerose ist eine chronische entzündliche und degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems, die vor allem junge Erwachsene befällt und an der weltweit mehr als zwei Millionen Menschen erkrankt sind.

Originalbeitrag

Ludwig Kappos et al.
The 11-year long-term follow-up study from the randomized BENEFIT CIS trial
Neurology (2016)

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Bluthochdruck vermeiden - Ärztliche Bescheinigung

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Ärztliche Bescheinigung für Präventionskurse: Bluthochdruck vermeiden

Sportkurse, Ernährungsberatung, Rauchentwöhnung oder Entspannungstechniken: 

Ab Januar 2017 können niedergelassene Ärzte im Rahmen der Gesundheitsuntersuchungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Präventionsleistungen mittels einer ärztlichen Bescheinigung empfehlen. 

Dies ist ein Ergebnis der Arbeit des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zur Ausgestaltung des Präventionsgesetztes. Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® begrüßt diesen Beschluss und rät dazu, dass aus der Empfehlung im nächsten Schritt eine Verordnung wird. 
 
Krankenkassen unterstützen ihre Mitglieder schon seit längerem bei einer gesunden Lebensweise: 

Viele tragen die Kosten von zertifizierten Präventionskursen zu Bewegung, Ernährung, Stressmanagement und Suchtmittelkonsum.

Bisher beantragten Mitglieder diese selbst, aber auch auf Grund einer formlosen ärztlichen Empfehlung. 

Letzteres wird ab Januar 2017 über ein Formular geregelt, so der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 21. Juli 2016. Dabei handelt es sich um eine ärztliche Bescheinigung, also keine ärztliche Verordnung im Sinne einer veranlassten Leistung, sondern eine Empfehlung. Diese sollen die Krankenkassen bei der Bewilligung der Kurse berücksichtigen.

„Ziel des Beschlusses ist es, im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung jene Menschen zu erreichen, bei denen der Präventionsbedarf und das gesundheitsfördernde Potenzial verhaltensbezogener Kurse besonders groß ist“, erläutert Professor Dr. med. Hans-Georg Predel, Sprecher der Sektion für Prävention und nicht-medikamentöse Hochdrucktherapie der Hochdruckliga aus Köln. Dazu gehören etwa Menschen in beruflich und familiär belastenden Lebenssituationen oder chronisch Kranke.

  • Über solche nicht-medikamentösen, verhaltensbezogenen Maßnahmen können die meisten Menschen mit einer Bluthochdruck-Erkrankung – der leichten oder mittelschweren Hypertonie – viel erreichen. 
„Denn was den Patienten hilft, ihre Erkrankung abzumildern oder in den Griff zu bekommen, hilft auch bei der Prävention“, meint Predel: Mehr Sport, weniger Gewicht, weniger Alkohol, weniger Salz und möglichst gar keine Zigaretten. Das reduziere die im Präventionsgesetz benannten Risikofaktoren und damit auch das Auftreten von Bluthochdruck. „Vor diesem Hintergrund begrüßen wir den Beschluss des G-BA ausdrücklich“, sagt Professor Predel. „Die Präventionsleistungen auf ärztliche Empfehlung mittels Formular verleihen einer ärztlichen Beratung sicherlich zusätzliches Gewicht.“ Zielgruppe dieser Empfehlungen sollten aus Sicht der Deutschen Hochdruckliga Menschen mit erhöhtem Risiko für eine Hochdruckerkrankung durch Übergewicht, Bewegungsmangel oder Suchtmittelkonsum auch Patienten mit leichter oder mittelschwerer Hypertonie sein.

„Der Beschluss ist ein Schritt in die richtige Richtung“, betont auch der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Hochdruckliga, Professor Dr. med. Martin Hausberg aus Karlsruhe. „Wir würden uns für die weitere Ausgestaltung des Präventionsgesetztes zur Gesundheitsuntersuchung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wünschen, dass die ärztliche Bescheinigung durch eine ärztliche Verordnung ersetzt würde.“ Aus dieser entstünde ein Leistungsanspruch – für den Patienten und den Arzt:

„Prävention, nicht Krankheit, muss sich in unserem Gesundheitssystem rechnen“, fordert Professor Hausberg. Dafür müsse vom G-BA auch ein Standard für das ärztliche Präventionsgespräch unter Patientenbeteiligung erarbeitet werden.

Quellen:
Pressemitteilung des G-BA zu Präventionsempfehlungen, Stand 21.07.2016
https://www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/629/

Beschlusstext und Tragende Gründe zur Änderung der gesundheitsuntersuchungs-Richtlinien, Stand 21.07.2016
https://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/2658/


Praxisnachrichten, Ärzte können ab 2017 Präventionsempfehlungen geben, 28.07.2016
http://www.kbv.de/html/1150_23864.php
§ 20 SGB V Primäre Prävention und Gesundheitsförderung

Über die Deutsche Hochdruckliga DHL® - Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention:
Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® bündelt die Expertise zur arteriellen Hypertonie in Deutschland. Gegründet 1974, engagiert sie sich seitdem für eine bessere Versorgung von Menschen mit Bluthochdruck. Weltweit bleibt Bluthochdruck die größte Gefahr für die Gesundheit. Deshalb verfolgt die DHL® das Ziel „30-50-80“: Jeder Mensch ab 30 Jahren sollte seinen Blutdruck kennen. Ab 50 sollte der Blutdruck bei jedem kontrolliert und gut eingestellt sein. Menschen mit 80 sollten nicht an Folgeschäden des Bluthochdrucks wie Schlaganfall oder Herzinfarkt leiden.

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Die Befruchtung - Wachstum neuer Nervenzellen

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Das Wachstum neuer Nervenzellen wird streng reguliert

Die Entstehung neuer Nervenzellen im Gehirn wird äußerst strikt reguliert. 

In einer aktuellen Studie der Universität Bonn und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) wurde nun ein Schlüsselmechanismus dieser Regulation identifiziert. 

Die Erkenntnisse eröffnen die Möglichkeit, die Gewinnung von Nervenzellen aus Stammzellen genau zu steuern. 

Auch für die Behandlung von Hirntumoren ergeben sich eventuell neue Perspektiven. Die Studie wurde am 9. August in der Zeitschrift „Stem Cell Reports“ veröffentlicht. 


Das Mikroskopie-Bild zeigt humane neurale Stammzellen, bei der durch eine so genannte Immunfluoreszenzfärbung stammzelltypische Proteine farbig markiert wurden.
Das Mikroskopie-Bild zeigt humane neurale Stammzellen, bei der durch eine so genannte Immunfluoreszenzfärbung stammzelltypische Proteine farbig markiert wurden.© AG Brüstle, Universität Bonn


  • Schon wenige Tage nach Befruchtung der Eizelle beginnt im werdenden Kind die Entwicklung des Gehirns.
  • Bis zur Geburt bilden sich hier im Schnitt jede Minute rund 250.000 neue Nervenzellen. 
  • Wenn der Säugling das Licht der Welt erblickt, warten in seinem Kopf rund 100 Milliarden dieser Neuronen auf Input.

Diese enorme Menge an Nervenzellen stammt von einigen wenigen Vorläuferzellen ab, den neuralen Stammzellen. 

Diese müssen sich zunächst vermehren, um genügend Ausgangszellen zu bilden.

Nach und nach schlägt dann ein Teil der Zellen einen anderen Weg ein und beginnt, in die gewebespezifischen Zellen des Gehirns (Neurone und Gliazellen) auszureifen.

Der Übergang zwischen Zellvermehrung und Ausreifung muss dabei genau austariert werden: 

Eine Veränderung des Gleichgewichtes hätte fatale Folgen und könnte zum Beispiel die Entstehung von Gehirntumoren auslösen.

Um dies zu verhindern, wird das Schicksal der neuralen Stammzellen augenscheinlich äußerst strikt reguliert. 

Die Bonner Wissenschaftler haben nun einen dieser Regulationsmechanismen entschlüsselt.

Regelkreis für die Nervenproduktion


Während der embryonalen Entwicklung müssen neuralen Stammzellen kontrolliert von der Zellvermehrung (Proliferation) in die Ausreifung (Differenzierung) übergehen.
Während der embryonalen Entwicklung müssen neuralen Stammzellen kontrolliert von der Zellvermehrung (Proliferation) in die Ausreifung (Differenzierung) übergehen.
© AG Brüstle, Universität Bonn

Für ihre Experimente nutzten sie neurale Stammzellen, aus denen sich menschliche Nervenzellen erzeugen lassen. „Wir konnten zeigen, dass an der Regulation dieser Zellen zwei verschiedene Komponenten beteiligt sind“, erklärt Dr. Laura Stappert vom Institut für Rekonstruktive Neurobiologie der Universität Bonn. Beide Komponenten kontrollieren sich quasi gegenseitig. Sie bilden so einen Regelkreis, der die Stammzell-Aktivität während der Gehirnentwicklung bis ins Feinste austariert.

  • Der eine Akteur in diesem Regelkreis ist der so genannte Notch-Signalweg. 
  • Er sorgt dafür, dass sich die Stammzellen munter vermehren. Gleichzeitig verhindert er, dass sich die Zellen spezialisieren, also in Neuronen oder Gliazellen umwandeln. Sie verbleiben in ihrem unreifen Zustand.

Gegenspieler des Notch-Weges ist ein Molekül mit dem kryptischen Namen miR-9/9*. Dieses unterbindet die Teilung der Stammzellen. Stattdessen sorgt es dafür, dass sie den Karrierepfad in Richtung Nervenzellen einschlagen. Zugleich hemmt miR-9/9* den Notch-Signalweg.
  • MiR-9/9* steht also für die Ausreifung und Differenzierung von Stammzellen, Notch für ihre Vermehrung. 

„Interessanterweise bewirkt Notch zusätzlich noch eine vermehrte Produktion von miR-9/9*“, erläutert Dr. Beate Roese-Koerner, die gemeinsam mit Stappert Erstautorin der Studie ist: „Notch erzeugt also seinen eigenen Hemmstoff.“

„Dieser Mechanismus verhindert augenscheinlich, dass sich die Stammzellen zu schnell teilen: Jedem Tritt aufs Gaspedal folgt direkt ein Tritt auf die Bremse“, ergänzt Professor Dr. Oliver Brüstle, Direktor des Instituts für Rekonstruktive Neurobiologie. Möglicherweise eignet sich miR-9/9* daher auch, um das Wachstum von Tumoren zu unterbinden. Die Forscher wollen diese These nun weiter untersuchen.

Die Bonner Wissenschaftler haben sich auf die Gewinnung von Nervenzellen aus Stammzellen spezialisiert. Sie setzen diese für den Zellersatz im Gehirn ein. Dazu müssen sie genau wissen, auf welche Weise der Ausreifungsprozess kontrolliert wird. Neu identifizierte Regulationsfaktoren wandern direkt in die Werkzeugkiste der Forscher, da sie noch mehr Kontrolle über die Zellen erlauben. Die neuen Erkenntnisse sind in diesem Zusammenhang von großer Relevanz.

Publikation: Roese-Koerner et al., Reciprocal Regulation between Bifunctional miR-9/9* and its Transcriptional Modulator Notch in Human Neural Stem Cell Self-Renewal and Differentiation, Stem Cell Reports (2016), http://dx.doi.org/10.1016/j.stemcr.2016.06.008

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Thrombozyten (Blutplättchen) - Herz- Kreislauf-Erkrankung und Thrombosen

Medizin am Abend Berlin:  Rolle der Blutplättchen bei Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Thrombosen entschlüsselt

Menschen mit vergrößerten Thrombozyten (Blutplättchen) tragen ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Thrombosen in sich. Ursächlich für ein erhöhtes Thrombozytenvolumen sind sowohl genetische als auch nicht genetische Faktoren. Das fand Dr. Marina Panova-Noeva vom Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) der Universitätsmedizin Mainz heraus. Ihrem Forschungsergebnis liegen entsprechende Daten der Gutenberg Gesundheitsstudie zugrunde. Das Thrombozytenvolumen lässt sich möglicherweise als Marker für die Risikobewertung hinsichtlich gefäßverschließender Erkrankungen nutzen. 
 
In ihrer Arbeit hat Dr. Panova-Noeva die bekannten genetischen und nicht-genetischen Faktoren analysiert, die das mittlere Thrombozytenvolumen (mean platelet volume, MPV) bestimmen. Gleichzeitig hat sie geschlechterspezifische Unterschiede in den Einflussfaktoren des MPV entdeckt. Die Wissenschaftlerin des CTH hat dabei auf Daten der Gutenberg-Gesundheitsstudie zurückgegriffen, bei der der Gesundheitszustand von rund 15.000 Probanden im Alter von 35 bis 74 Jahren aus Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen über einen Zeitraum von fünf Jahren untersucht wurde.
  • Die Ergebnisse der Analyse Dr. Panova-Noeva zeigen, dass das Alter, kardiovaskuläre Risikofaktoren wie zum Beispiel Rauchen und Bluthochdruck sowie ein erhöhter Blutzucker-Wert bei männlichen Personen mit einem höheren durchschnittlichen Thrombozytenvolumen verbunden sind. 
  • Für Frauen ließen sich die Einnahme oraler Verhütungsmittel sowie die Menstruation als Einflussfaktoren auf das Plättchen-Volumen ermitteln. 

Zusätzlich konnte die bereits bestehende Vermutung, dass eine erhöhte Thrombozytengröße mit erhöhter Sterblichkeit einhergeht, für Studienteilnehmer männlichen Geschlechts bestätigt werden. 

Für weibliche Probanden ließ sich ein solcher Zusammenhang nicht feststellen.

In seinem Kommentar zur Studie bescheinigt Giuseppe Lippi, Professor am Department of Neurosciences, Biomedicine and Movement Sciences der Universität Verona, den CTH-Wissenschaftlern, „neuartige und wichtige Erkenntnisse im Zusammenhang mit Thrombozytenbiologie und deren Beziehung zu Thrombose“ hervorgebracht zu haben. Auch Univ.-Prof. Dr. Philipp Wild, Sprecher des Forschungszentrums für Translationale Vaskuläre Biologie (CTVB) und einer der Senior-Autoren der Veröffentlichung, ist von der Bedeutung der Studie überzeugt: „Die Daten belegen das Potential eines im klinischen Alltag bisher eher unbedeutenden Markers und erweitern unser Wissen zu seiner klinischen Rolle. Die Ergebnisse geben Anlass zur Hoffnung, dass sich das Thrombozytenvolumen als Marker für die Risikobewertung hinsichtlich thrombotischer Erkrankungen nutzen lässt.“


Originalpublikation: Sex-Specific Differences in Genetic and Nongenetic Determinants of Mean Platelet Volume: Results from the Gutenberg Health Study. Panova-Noeva, M., Schulz, A., Hermanns, M. I., Grossmann, V., Pefani, E., Spronk, H. M., Laubert-Reh, D., Binder, H., Beutel, M., Pfeiffer, N., Blankenberg, S., Zeller, T., Münzel, T., Lackner, K. J., Ten Cate, H. & Wild, P. S. Blood 127, 251-259, (2016)
DOI: 10.1182/blood-2015-07-660308.

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Über das CTVB
Das Forschungszentrum Translationale Vaskuläre Biologie ist einer der drei Forschungsschwerpunkte im Bereich Translationale Medizin der Johannes Gutenberg-Universität. Ziel des CTVB ist die Verbesserung der translationalen Vernetzung von Grundlagenforschung und klinischer Forschung im Bereich kardiovaskuläre und präventive Medizin. Hierdurch sollen neue Therapieansätze und wirksame Präventionsmaßnahmen für Herz- und Gefäßkrankheiten erarbeitet werden. Seit dem Jahr 2007 besteht das Forschungszentrum als ein interdisziplinärer Zusammenschluss von Forschern verschiedener medizinischer Einrichtungen. Das CTVB gliedert sich in drei Forschungsbereiche, welche als institutionelle Plattformen zur translationalen Vernetzung dienen: Die Gutenberg Gesundheitsstudie (GHS), das Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) sowie das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislaufforschung (DZHK).

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
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