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Fettleber-Epidemie: „Nicht-alkoholische Fettleberhepatitis“ (NASH, englisch: nonalcoholic steatohepatitis).

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Bei dicken Kindern leidet die Leber – Lebensstil rechtzeitig umstellen

Sind Kinder dick, lagern auch ihre Organe Fett ein und können dadurch großen Schaden nehmen. 

So schätzen Experten, dass bereits etwa jedes zehnte Kind in Deutschland an einer Nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD, englisch: nonalcoholic fatty liver disease) leidet. 

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) betrachtet diese Entwicklung mit Sorge. Denn auch wenn die Fettleber zunächst keine Beschwerden verursacht, sind ihre Risiken erheblich. Verläuft die Erkrankung schwer, entwickelt sich aus der NAFLD eine „Nicht-alkoholische Fettleberhepatitis“ (NASH, englisch: nonalcoholic steatohepatitis).  
  • Die Betroffenen laufen Gefahr, eine lebensbedrohliche Leberzirrhose zu entwickeln und mitunter auch an Leberkrebs zu erkranken – ähnlich wie Menschen mit hohem Alkoholkonsum. Die Fachgesellschaft empfiehlt, frühzeitig gegenzusteuern: Wer es schafft, sein Körpergewicht zu reduzieren, hilft auch der Leber.

Laut der Leitlinie „Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen“ der DGVS leiden bis zu 11 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland an einer Verfettung der Leber, die Folge von Fehlernährung und mangelnder Bewegung ist. „Bei Kindern erfolgt die Diagnose, wenn fünf bis zehn Prozent des Lebergewichts aus Fett besteht“, erklärt DGVS-Mediensprecher Professor Dr. med. Christian Trautwein, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin an der Uniklinik RWTH Aachen. Der Gastroenterologe empfiehlt, bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen immer auch eine Fettlebererkrankung abzuklären. So kann eine Ultraschalluntersuchung Leberveränderungen sichtbar machen

Darüber hinaus weisen auch erhöhte Blutfette, ein erhöhter Blutzucker oder auch die Werte des Leberenzyms „Alanin-Aminotransferase“ auf die Erkrankung hin. Nicht selten tritt die Fettleber zudem in Kombination mit einer Insulinresistenz auf. 

In diesem Fall sind Blutzucker- und Insulinwerte erhöht.

Auch wenn die Nicht-alkoholische Fettleber zunächst keine Beschwerden verursacht: die Risiken, mit denen sie einhergeht, sind gravierend. Bereits bei Kindern besteht die Gefahr, dass sich die NAFLD zu einer NASH entwickelt. 

  • Dabei entzündet sich das Organ und es kommt zu einer nicht mehr umkehrbaren Vernarbung des Gewebes, einer Fibrose, die Leistungsminderung und Abgeschlagenheit zur Folge hat. 
  • Im weit fortgeschrittenen Stadium entwickelt sich eine Zirrhose. Gleichzeitig steigt das Risiko, an Leberkrebs zu erkranken. Im schlimmsten Fall kann sogar eine Transplantation notwendig werden. „Die Krankheitsbilder ähneln den Folgen langjährigen Alkoholkonsums“, berichtet Trautwein.

„Wir schätzen, dass in Deutschland etwa 4000 Kinder und Jugendliche direkt von der aggressiv fortschreitenden Verlaufsform bedroht sind“, so der DGVS-Experte. 

Darüber hinaus kann sich die NAFLD auch im Laufe von Jahrzehnten zu einer NASH auswachsen. 

Die Patienten haben dann im späten Erwachsenenalter mit den Auswirkungen einer lebenslangen Fehlernährung zu kämpfen, die nicht selten bereits im Kindes- und Jugendalter begonnen hat. 

Damit es zu solch schweren Verläufen gar nicht erst kommt, sei es entscheidend, frühzeitig gegenzusteuern. 

„Mit Sport, gesunder Ernährung und einer Normalisierung des Körpergewichts können Patienten bewirken, dass sich die Fettablagerungen in der Leber vollständig zurückbilden“, sagt Trautwein. 

„Um der Fettleber-Epidemie und den schweren Folgeerkrankungen zu begegnen, müssen wir aber nicht nur die Patienten frühzeitig behandeln, sondern auch als Gesellschaft aktiv werden“, fordert Trautwein. 

„Wir sollten alles dafür tun, dass ein gesunder Lebensstil schon bei den Jüngsten zur Norm wird“.

S2k-Leitlinie Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen

http://www.dgvs.de/leitlinien/nicht-alkoholische-fettlebererkrankungen/


Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie mehr als 5000 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie unter einem Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane – zum Wohle des Patienten. Mehr unter http://www.dgvs.de


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360° TOP-Thema: Die psychischen Risiken der Führungstätigkeit oder gesundheitlichen Schaden

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Die psychische Gesundheit von Führungskräften auf dem Prüfstand

Führungskräfte spielen eine Schlüsselrolle, wenn es um die Förderung der Mitarbeitergesundheit geht. 

  • Die Gesundheit der Führungskräfte selbst wird aber kaum thematisiert. 

Das von Professor Andreas Zimber geleitete Forschungsprojekt „Psychische Gesundheit von Manager/innen (PsyGeMa)“ hat dieses Thema genauer unter die Lupe genommen. 

Die Eckhard Busch Stiftung hat diese Studie gefördert. 
 
In Forschung und Praxis der betrieblichen Gesundheitsförderung wurde der Präventionsbedarf von Führungskräften bisher nur wenig berücksichtigt.

Dabei haben gerade Führungskräfte aufgrund ihrer hohen Belastungen ein erhöhtes Risiko für psychische Beeinträchtigungen.

Professor Zimber untersuchte in der nun vorgelegten Studie deren Entstehungsbedingungen.

Dabei war der zentrale Analysegegenstand psychische Beeinträchtigungen wie beispielsweise Gereiztheit, Nicht-Abschalten-Können, Erschöpfung bis hin zu Angstsymptomen. 

Diese wurden weit überwiegend als Reaktionen auf die hohen beruflichen Anforderungen erklärt.

Ein Teil der Interviewten hatten in der Vergangenheit alle Warnzeichen ignoriert und waren sozusagen erst durch gesundheitlichen Schaden klug geworden. 

  • Stressprävention für Führungskräfte kann somit nur dann Erfolg haben, wenn Unternehmen, Hausärzte und die Führungskräfte stärker für die psychischen Risiken der Führungstätigkeit sensibilisiert werden. 
  • Ein weiterer Präventionsansatz besteht in der Vermittlung von aktiven Bewältigungs- und Erholungsmöglichkeiten.

Die Eckhard Busch Stiftung fördert sowohl ideell als auch materiell Initiativen, Maßnahmen und Projekte, die Betroffenen und Angehörigen direkt Unterstützung bieten und die die Akzeptanz von Menschen mit psychischen Erkrankungen in unserer Gesellschaft verbessern.

Darüber hinaus unterstützt sie Projekte zur Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der psychischen Erkrankungen und deren Ursachen bzw. Behandlungsmöglichkeiten.

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Alarmierter Rettungswagen

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Spezial-OP rettet jungen Mann nach Zugunglück

Durch den Mund an die Wirbelsäule: Mit einer ungewöhnlichen Operation bewahrten Unfallchirurgen und Gesichtschirurgen des Universitätsklinikums Freiburg einen jungen Mann vor einer Querschnittslähmung 
 
Ein 18-Jähriger war Ende Juni 2016 nachts an den Bahnschienen im Freiburger Stadtgebiet entlang gegangen, als ihn ein vorbeifahrender Zug erfasste. Der erste Zugführer, der am nächsten Morgen die Strecke entlang fuhr, entdeckte den schwerverletzten Mann.

Ein sofort alarmierter Rettungswagen brachte ihn ins Notfallzentrum des Universitätsklinikums Freiburg. 

Dort stellten die Ärzte anhand eines Ganzkörper-Computertomogramms eine Reihe von Verletzungen fest: Leber, Niere und Milz waren teilweise gerissen, Rippen gebrochen, die Lunge gequetscht. Durch einen kleinen Riss in einem inneren Gesichtsknochen drang Luft ins Gehirn ein. Außerdem waren ein Lendenwirbel und ein Halswirbel gebrochen.

Zunächst war die niedrige Körpertemperatur des Patienten von 31 Grad Celsius das größte Problem. „Wäre es nachts etwas kälter gewesen, hätte er vermutlich nicht überlebt“, sagt PD Dr. Kilian Reising, Leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. Auch die Behandlung des Patienten war dadurch erschwert. Denn bei einer so niedrigen Körpertemperatur funktioniert die Blutgerinnung nicht mehr richtig. Unter diesen Umständen wäre eine Operation lebensgefährlich gewesen.

Darum hoben die Ärzte zunächst die Körpertemperatur langsam an.

Während sich in den folgenden Tagen zeigte, dass die inneren Verletzungen nicht operationsbedürftig waren, mussten die Wirbelbrüche unbedingt stabilisiert werden. Das Verbindungselement des zweiten Halswirbels, auf dem der erste Wirbel ruht, war abgebrochen und hatte sich verschoben. Drückt der verschobene Wirbel auf das Rückenmark kann es zu einer Querschnittslähmung kommen. Üblicherweise werden bei einem solchen Bruch mehrere Wirbel und der Kopf vom Rücken aus miteinander verschraubt. „Das bringt die nötige Stabilität, aber der Patient kann nie wieder seinen Kopf vollständig drehen. Das wollten wir dem jungen Mann nicht antun und haben deshalb alternative Lösungen gesucht“, erklärt Unfallchirurg Dr. Reising.

Aufwändige Operationen für mehr Lebensqualität

Die Mediziner entschlossen sich zu einer anderen Vorgehensweise.

Auf Höhe des Kehlkopfes öffneten sie von vorne den Hals, schoben Luft- und Speiseröhre auf die eine und die großen Halsgefäße auf die andere Seite. Dann fixierten sie mit einer etwa vier Zentimeter langen Schraube den abgebrochenen Teil des Wirbels.

Doch wenige Tage später zeigte sich, dass die Schraube den Wirbel nicht dauerhaft stabilisierte.

Die Mediziner suchten daher einen neuen Weg, weiterhin in der Hoffnung, die Beweglichkeit des jungen Patienten zu erhalten.

Professor Dr. Dr. Rainer Schmelzeisen, Ärztlicher Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Freiburg, und Professor Dr. Norbert Südkamp, Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg, schlugen vor, durch den Mund hinter dem weichen Gaumen an die Wirbelsäule zu gelangen:

Eine Technik, die weltweit sehr selten durchgeführt wird. Die Halswirbelsäule und der gebrochene zweite Halswirbel liegen knapp unterhalb der Schädelbasis und unmittelbar hinter der Rachenhinterwand. Sie stellt den hintersten Bereich des Rachenraumes dar.
„Vorteil dieser Operation ist, dass man den vorderen Bereich der Halswirbelsäule und insbesondere die Wirbel unmittelbar unterhalb des Schädels direkt sieht. Über diesen Zugang ist eine anatomische Stabilisierung besonders gut möglich“, sagt Prof. Schmelzeisen. Der Kieferchirurg ist einer der wenigen weltweit, der eine solche Operation bereits zwei Mal im Leben durchgeführt hat. Schwierigkeiten bereiteten, dass das eigentliche Operationsgebiet sehr weit entfernt von der Mundöffnung ist. Viele chirurgische Instrumente sind eigentlich nicht lang genug für die Arbeit „in der Tiefe“.

Doch mit Stirnlampen, einer Platte aus der Handgelenkschirurgie, die eigentlich für die Stabilisierung von Brüchen der Speiche entwickelt wurde, und größter Anstrengung nutzten die Ärzte ihre Chance. Mit einem feinen Faden wurde zunächst der weiche Gaumen mit dem Zäpfchen nach vorne und zur Seite bewegt und damit der Blick auf die Rachenhinterwand freigelegt. Mit einem etwa sechs Zentimeter langen Schnitt durch Schleimhaut und Muskulatur des Rachens legte Prof. Schmelzeisen die bindegewebige Faszienschicht vor der Wirbelsäule frei. Nachdem er diese ebenfalls eingeschnitten hatte, erschien die knöcherne Fläche der Wirbel. Durch vorsichtige Präparation gelang es Prof. Schmelzeisen, eine Verletzung lebenswichtiger Gefäße wie die beidseits seitlich verlaufende innere Hirnschlagader nicht zu verletzen.

Während der Operation erfolgte eine Positionsbestimmung für die Chirurgen mit einem sogenannten Navigationsgerät. Die Computertomografie -Röntgendaten des Patienten stehen während der Operation zur Verfügung.

  • Die Spitze bestimmter Instrumente lässt sich während der Operation mit einer Infrarotkamera identifizieren und erlauben dem Operateur die exakte Positionsbestimmung auch bei eingeschränkter Sicht. 

Das Operationsergebnis kann dann mit einer Glasfaseroptik durch ein Endoskop überprüft werden und wird während der Operation auf einen großen Bildschirm im Operationssaal übertragen.

„Der gebrochene Wirbel ließ sich gut erkennen. Nachdem wir ihn freipräpariert hatten, konnten die Unfallchirurgen die Fixierung vornehmen“, sagt Prof. Schmelzeisen. Mit fünf Schrauben wurde die t-förmige Metallplatte an den Wirbel angebracht. Schließlich wurde die Rachenhinterwand wieder vernäht. Gut drei Wochen nach dem schweren Unfall konnte der Patient das Krankenhaus verlassen, mit einer sehr guten Gesundheitsprognose.

„Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass der Patient wieder vollständig gesund wird“, sagt Dr. Reising.

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Prof. Dr. Dr. Rainer Schmelzeisen
Ärztlicher Direktor
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Einladung zur Studienteilnahme: Depression, bipolare Störung, oder Gesunde

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Uni-Studie untersucht die Ursachen von Depressionen – Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht

Patienten, die bereits mehrere depressive Phasen hatten, Patienten mit bipolarer Störung und Gesunde zwischen 18 und 65 Jahren für Studienteilnahme gesucht 
 
Die Depression ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen. 

  • Leider gelingt es bisher noch nicht immer, depressive Phasen frühzeitig zu erkennen und dann auch erfolgreich zu behandeln. 
  • Dies liegt auch daran, dass nach wie vor noch nicht richtig verstanden wird, welche Prozesse im Gehirn eigentlich bei der Entstehung und Aufrechterhaltung depressiver Symptome ablaufen. 
Um dies zu verbessern, möchte das Psychologische Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) die Gehirnaktivität von Patienten, die depressive Phasen kennen und wissen, was es heißt zu grübeln und sich zu nichts aufraffen zu können, mit der von psychisch gesunden Personen vergleichen.

Die Versuchsteilnahme beinhaltet zwei Interviews (telefonisch und in den Testräumen des Psychologischen Instituts, Wallstr. 3, gegenüber vom Mainzer Hauptbahnhof), die Beantwortung einiger Online-Fragebögen, die Bearbeitung von Aufgaben am Computer und im MRT (keine radioaktive Strahlung!).

Die Teilnahme dauert ca. acht Stunden, die auf zwei Tage verteilt werden können. Die Termine können individuell vereinbart werden. 

Für die Teilnahme an der Studie wird eine Aufwandsentschädigung von 12 Euro/Stunde gezahlt.

Personen, die aktuell Benzodiazepine oder Beta-Blocker einnehmen, an einer neurologischen Erkrankung wie Parkinson oder Epilepsie leiden und bei denen schon mal eine Alkoholabhängigkeit, Magersucht, Posttraumatische Belastungsstörung oder ADHS diagnostiziert wurde, können nicht an der Studie teilnehmen.

Interessenten werden gebeten, sich per E-Mail depression@uni-mainz.de oder auf dem Studienanrufbeantworter 06131-39 39232 zu melden (Kennwort: DISBOUND).

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Dr. Julia Linke & Sonja Ascheid
Abteilung für Klinische Psychologie und Neuropsychologie
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Wallstr. 3
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Tel. 06131 39-39232
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Petra Giegerich Johannes Gutenberg-Universität Mainz
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Selbstgefährdendes Verhalten von Patienten, Suizidalität und Entweichungen aus der Behandlung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Geschlossene oder offene Psychiatrie: Suizidrisiko bleibt sich gleich

In ausschliesslich offen geführten psychiatrischen Kliniken ist das Risiko, dass Patienten Suizid begehen oder aus der Behandlung entweichen, nicht höher als in Kliniken mit geschlossenen Stationen. 

Dies zeigt eine grosse Studie der Universität Basel und der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel, für welche rund 350‘000 Fälle während 15 Jahren untersucht wurden. 

Die Resultate werden in der Fachzeitschrift «The Lancet Psychiatry» veröffentlicht. 
 
  • Selbstgefährdendes Verhalten von Patienten, Suizidalität und Entweichungen aus der Behandlung stellen grosse Herausforderungen für alle medizinischen Institutionen dar. 

In vielen psychiatrischen Kliniken werden Risikopatienten daher auf geschlossenen Stationen untergebracht. 

Nur wenn sie von Suizidversuchen und Flucht abgehalten werden, so die Begründung, können Patienten ausreichend geschützt werden und eine angemessene Therapie erhalten.

Doch dass geschlossene Stationen selbstgefährdendes Verhalten verhindern würden – dieser Nachweis fehlt. 

  • Bekannt ist aber, dass solche Stationen durch ihr Behandlungsklima erfolgreiche Therapien nicht begünstigen und die Motivation zu fliehen eher erhöhen.


15 Jahre Untersuchungszeitraum

In ihrer naturalistischen Beobachtungsstudie haben nun PD Dr. Christian Huber und Prof. Dr. Undine Lang von der Universität und den UPK Basel zusammen mit Kollegen 349‘574 Fälle in 21 deutschen Kliniken für die Zeit von 1998 bis 2012 untersucht. Von diesen Kliniken verfolgten einige eine Praxis der offenen Türen, kamen also ganz ohne geschlossene Stationen aus. 16 Kliniken unterhielten zusätzlich zu offenen Stationen auch noch zeitweise oder dauerhaft geschlossene Stationen.

Alle Kliniken waren rechtlich verpflichtet, sämtliche Personen eines bestimmten Bereichs aufzunehmen, unabhängig von der Schwere einer Erkrankung oder von einem selbstgefährdenden Verhalten der Patienten.

In Kliniken mit geschlossenen Abteilungen treten Suizidversuche und Suizide nicht seltener auf, lautet ein Resultat der Studie. 

Zudem verzeichneten Institutionen mit offenen Türen nicht mehr Entweichungen. 

 «Die Wirkung von geschlossenen Kliniktüren wird überschätzt», sagt Erstautor Christian Huber.

«Eingeschlossen zu sein, verbessert in unserer Untersuchung die Sicherheit der Patienten nicht und steht der Prävention von Suizid und Entweichung teilweise sogar entgegen.

Eine Atmosphäre von Kontrolle, eingeschränkten persönlichen Freiheiten und Zwangsmassnahmen ist eher ein Risikofaktor für eine erfolgreiche Therapie.»

Fokus auf ethische Standards

«Unsere Resultate sind wichtig für die Entstigmatisierung, die Partizipation und die Emanzipation der Patienten, aber auch für die psychiatrische Versorgung allgemein», kommentiert Letztautorin Undine Lang, Direktorin der Erwachsenen-Psychiatrischen Klinik der UPK Basel.

Die Ergebnisse werden auch juristische Fragestellungen beeinflussen, die sich beim Öffnen von Kliniken ergeben. 

Die Behandlung soll künftig vermehrt auf ethische Standards fokussieren, in denen die Betroffenen ihre Autonomie möglichst bewahren können, so Undine Lang.

Gefördert werden sollen auch eine Stärkung der therapeutischen Beziehung und die gemeinsame Entscheidungsfindung mit den Patienten.

Originalbeitrag

Christian G. Huber, Andres R. Schneeberger, Eva Kowalinski, Daniela Fröhlich, Stefanie von Felten, Marc Walter, Martin Zinkler, Karl Beine, Andreas Heinz, Stefan Borgwardt, and Undine E. Lang
Suicide Risk and Absconding in Psychiatric Hospitals with and without
Open Door Policies: A 15-year Naturalistic Observational Study
The Lancet Psychiatry (2016) | DOI: 10.1016/S2215-0366(16)30168-7

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PD Dr. Christian Huber, Leitender Arzt der Erwachsenen-Psychiatrischen Klinik der Universitären Psychiatrischen Kliniken und Universität Basel, Tel. +41 61 325 53 61, E-Mail: christian.huber@upkbs.ch

Prof. Dr. Undine Lang, Klinikdirektorin der Erwachsenen-Psychiatrischen Klinik der Universitären Psychiatrische Kliniken und Universität Basel, Tel. +41 61 325 52 00, E-Mail: undine.lang@upkbs.ch
Universität Basel, Olivia Poisson
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360° TOP-Thema: Rettungsstelle - KANZEL: Innerklinische Notfallteams und Notfallmanagement Medical Emergency-Teams – MET

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Daten des Dresdner Uniklinikums belegen: Innerklinische Notfallteams müssen früher intervenieren

  • In Deutschlands Kliniken kommt es jedes Jahr zu rund 93.000 Herz-Kreislaufstillständen. 
  • Die in diesen Fällen vom Krankenhauspersonal vorzunehmenden Reanimationen müssen so zeitnah und fehlerfrei wie möglich erfolgen. 
Deshalb ist ein innerklinisches Notfallmanagement mit klar definierten Frühwarnkriterien entscheidend dafür, die Rate von Herz-Kreislaufstillständen im Rahmen der Krankenhausbehandlung deutlich zu senken. 

Das ist das Ergebnis einer von der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden vorgenommenen Auswertung von Langzeitdaten. 
 Schwester Ines Reichel und Dr. Andreas Güldner von der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapieauf des Dresdner Uniklinikums dem Weg zu einem Notfall.
Schwester Ines Reichel und Dr. Andreas Güldner von der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapieauf des Dresdner Uniklinikums dem Weg zu einem Notfall.
Foto: Uniklinikum Dresden / Thomas Albrecht

 Innerklinische Notfallteams müssen früher intervenieren
Schwester Ines Reichel und Dr. Andreas Güldner auf dem Weg zu einem Notfall. Foto: Uniklinikum Dresden / Thomas Albrecht
 
Allerdings wird lediglich ein Fünftel aller in deutschen Krankenhäusern tätigen innerklinischen Notfallteams (Medical Emergency-Teams – MET) bereits bei den vor einem Herz-Kreislauf-Stillstand auftretenden Warnsymptomen aktiv. 

Das ergab eine Umfrage der Anästhesisten des Uniklinikums. Deshalb fordert die Dresdner Anästhesistin und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), Prof. Thea Koch, dass möglichst alle Kliniken ihr Notfallmanagement entsprechend dem Vorbild der Uniklinika in Dresden und Bonn erweitern.

Als eine der Vorreiterkliniken in Deutschland hat das Dresdner Uniklinikum bereits 2012 die Notfallversorgung insbesondere durch deutliche Senkung der Alarmierungsschwelle seines Notfallteams weiter optimiert. Damit konnte die Überlebensrate auf das Dreifache des deutschen Durchschnittswerts gebracht werden. Dank dieses erfolgreichen Engagements gehört das von Prof. Koch geleitete Projektteam am Dresdner Universitätsklinikum zu den diesjährigen Trägern des Deutschen Preises für Patientensicherheit.

  • Mit dem Anstieg der in einer Klinik behandelten Schwerstkranken erhöht sich auch das Risiko von Komplikationen, die sich zu lebensbedrohlichen Krisen entwickeln können. 
  • In 80 Prozent dieser Fälle treten schon Stunden vorher Symptome auf, die auf einen drohenden Herz-Kreislauf-Stillstand hindeuten. 
  • Wenn bereits zu diesem Zeitpunkt das aus Experten der Anästhesiologie und Intensivtherapie bestehende Notfallteam gerufen wird, lässt sich durch frühzeitige Therapiemaßnahmen das Risiko der lebensbedrohlichen Krisen verringern: 

 „Patientensicherheit steht bei uns an erster Stelle. Am Universitätsklinikum Dresden konnten wir durch eine frühere Mitbehandlung durch das Notfallteam und die gegebenenfalls rechtzeitige Verlegung auf eine Intensivstation die Rate an Herz-Kreislaufstillständen deutlich senken“, sagt Prof. Thea Koch.

Damit die Ärzte und das Pflegepersonal des Klinikums die frühen Anzeichen einer lebensbedrohlichen Situation von Patienten zuverlässig erkennen können, haben die Anästhesisten nicht nur einen entsprechenden Kriterienkatalog erstellt, sondern schulen die Mitarbeiter der Stationen regelmäßig.

Dazu gehört auch ein regelmäßiges klinikinternes Reanimationstraining: Für jeden Beschäftigten der Pflege besteht die Pflicht, einmal im Jahr einen entsprechenden Kurs zu besuchen.

  • Diese Maßnahmen sind Teil des umfassenden Konzepts zum innerklinischen, interdisziplinären Notfallmanagement am Dresdner Uniklinikum, zu dem auch Vereinheitlichung des Notfallequipments, die Anschaffung automatisierter externer Defibrillatoren sowie die Verbesserung der Logistik der Alarmierung und des Transports gehören.

Die Wirksamkeit des Maßnahmenpakets zeigt sich nicht nur darin, dass die Zahl der notwendigen Reanimationen trotz steigendem Schweregrad und parallel steigender Anzahl an Patienten stabil bleibt: 

Auch die Rate der reanimierten Patienten, die 30 Tage nach der Entlassung noch leben, ist am Klinikum dreimal so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Das belegen die 2015-er Zahlen des Deutschen Reanimationsregisters 

www.reanimationsregister.de

„Als Vorreiter eines strategischen Qualitätsmanagements haben wir sehr früh begonnen, Strukturen für eine sichere Behandlung zu etablieren. Die Zahlen des Registers belegen bereits seit mehreren Jahren, dass wir unseren hohen Ansprüchen als einer der führenden Standorte der deutschen Hochschulmedizin gerecht werden“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums. „Uns ist es nun wichtig, die positiven Erfahrungen des erweiterten medizinischen Notfallteams (MET) im Sinne aller Krankenhauspatienten weiterzutragen“, betont Prof. Thea Koch: „Die Zahlen lassen keinen anderen Schluss zu als den, die Alarmierungsschwelle der Notfallteams an allen deutschen Krankenhäusern zu senken. Damit besteht die realistische Chance, allein in Deutschland jedes Jahr das Leben von rund 30.000 Krankenhauspatienten zu retten!“

Den hohen Stellenwert eines frühzeitig aktivierten Notfallteams hat auch die Stiftung Patientensicherheit gewürdigt und das Dresdner Projekt mit dem „Deutschen Preis für Patientensicherheit“ (3. Platz) ausgezeichnet. Prof. Matthias Hübler nahm den Preis am 14. April 2016 in Berlin entgegen. Nachdem 2015 ein Ärzteteam der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Dresdner Uniklinikums für ein System zur Videoanalyse der Erstversorgung von Neugeborenen mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde, gehörte das Uniklinikum damit in diesem Jahr erneut zu den Preisträgern.

Das Deutsche Reanimationsregister (www.reanimationsregister.de) ist ein wichtiges Instrument für das Qualitätsmanagement präklinischer Reanimationen sowie den Einsätzen innerklinischer Notfallteams in Deutschland. Es steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit und ermöglicht seinen Mitgliedern, sich anhand eines Ergebnisbenchmarkings mit anderen Institutionen zu vergleichen. Das Deutsche Reanimationsregister wird von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) betrieben. Derzeit beteiligen sich knapp 250 Institutionen an diesem Register.

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Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie
Direktorin: Prof. Thea Koch
Tel. 0351/ 4 58 41 10
E-Mail: thea.koch@uniklinikum-dresden.de
Holger Ostermeyer Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
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Genderaspekten in Leitzentralen

Medizin am Abend Berlin Fazit:    Arbeitsplätze für Männer und Frauen

Frauen und Männer haben unterschiedliche Ansprüche an Arbeitsplätze. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Maßvoller Umgang mit Energydrinks 

Medizin am Abend Berlin Hinweis: Fettarme Milch 
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Das Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung der Fachhochschule St. Pölten untersucht in einem Projekt, wie dies bei der Gestaltung der Arbeitsplätze in Leitzentralen berücksichtigt werden kann. 
  • Im Rahmen des Projekts ist ein Leitfaden entstanden, der Verantwortliche bei der praktischen Umsetzung von Kriterien im Bereich Gender und Diversity unterstützt. 

Symboldbild Leitzentrale Symboldbild Leitzentrale  FH St. Pölten / Gernot Rottermanner
 
In Leitzentralen von zum Beispiel Bahn, Straße oder Flughäfen arbeitet häufig eine Überzahl an Männern. 

  • Die Arbeitsplätze sind daher meist nach deren Bedürfnissen ausgerichtet und Anforderungen von Mitarbeiterinnen können übersehen werden.

„Derzeit gibt es noch wenige Untersuchungen in diesem Bereich. Aktuelle Erhebungen, sowohl aus dem Militär als auch in der Arbeitsmedizin, zeigen aber geschlechtsspezifische Arbeitsplatzanforderungen. Das fehlende Wissen erschwert es Firmen, gendersensible Arbeitsumgebungen zu entwickeln“, sagt Frank Michelberger, Leiter des Projekts und des Carl Ritter von Ghega Instituts für integrierte Mobilitätsforschung der FH St. Pölten. Dies könnte auch ein Grund für die anhaltend starke männliche Dominanz an diesen Arbeitsplätzen sein.

Männliche und weibliche Arbeitsplätze
Im vor Kurzem abgeschlossenen Projekt GenSiSys (Gendergerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen im Bereich sicherheitskritischer Systemen) hat Michelberger mit seinem Team und den Partnerorganisationen Frequentis AG, USECON – The Usability Consultants GmbH, dem Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung der Technischen Universität Wien und dem Zentrum für Interaktion, Medien & soziale Diversität (ZIMD), Methoden für die Evaluation von Genderdimensionen für Ergonomie und Benutzbarkeit an Arbeitsplätzen in sicherheitskritischen Systemen erarbeitet. Untersucht wurden dafür Leitzentralen der Österreichischen Bundesbahnen sowie der Leitstelle Notruf NÖ.
  • Dabei wurde erhoben, welche Bedürfnisse und Anforderungen bestimmte Berufsgruppen und vor allem Männer und Frauen bei der Ausgestaltung eines Arbeitsplatzes in Leitzentralen haben und wie diese methodisch überprüft werden können. 
Ausgehend von Hypothesen über diese Unterschiede wurden verschiedene Methoden identifiziert und deren Potential für eine gendergerechte Arbeitsplatzgestaltung evaluiert.

Orientierung, Farbwahrnehmung, Sitzposition
So gibt es z. B. Studien, die zeigen, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede bei Orientierung und Wegfindungsstrategien gibt. Andere Studien zeigen, dass Farben (Farbcodierungen auf Bildschirmen, Farbgestaltung von Räumen) von Männern und Frauen unterschiedlich wahrgenommen werden und Leistungsunterschiede verursachen können. Auch in der Sitzposition und im Sitzverhalten können Unterschiede wahrgenommen werden. Passend dazu wurden Methoden wie zum Beispiel mobiles Eye-Tracking oder Center-of-Pressure-Messung (Messung des Sitzverhaltens mittels sensorieller Sitzkissen) eingesetzt und überprüft.

Leitfaden für Leitzentralen
Ergebnis des interdisziplinären Projekts ist ein Leitfaden für Gender- und Diversity-Kriterien im sicherheitskritischen Arbeitsumfeld. „Der vorliegende Leitfaden soll Verantwortliche in Organisationen beim Umsetzen entsprechender Kriterien unterstützen“, sagt Peter Judmaier, FH-Dozent am Department Medien und digitale Technologien der FH St. Pölten und wissenschaftlicher Leiter des Projekts. Der Leitfaden ist im Internet zum Download verfügbar und liefert konkrete Anleitungen. Er gliedert sich in drei Abschnitte: Richtlinien, Methoden und Testleitfäden.

Projekt GenSiSys
Das Projekt wurde im Rahmen des Programms „Talente“ durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie gefördert. Projektpartner waren die Frequentis AG, USECON – The Usability Consultants GmbH, das Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung der Technischen Universität Wien und das Zentrum für Interaktion, Medien & soziale Diversität (ZIMD). Von Seiten der FH St. Pölten waren auch das Department Gesundheit mit dem Studiengang Physiotherapie und das Department Soziales beteiligt.
https://www.fhstp.ac.at/de/forschung/projekte/gensisys

Leitfaden zum Projekt:
Frank Michelberger et. al. Gender- und Diversity-Kriterien im sicherheitskritischen Arbeitsumfeld. Ein Leitfaden zur methodengestützten Evaluierung. Neopubli 2016.
84 Seiten, ISBN-10: 3741809969, ISBN-13: 978-3741809965, € 24,50.
https://www.epubli.de/shop/buch/51924, http://www.amazon.de/dp/3741809969
Download: http://mc.fhstp.ac.at/projects/gensisys


Über die Fachhochschule St. Pölten
Die Fachhochschule St. Pölten ist Anbieterin praxisbezogener und leistungsorientierter Hochschulausbildung in den sechs Themengebieten Medien & Wirtschaft, Medien & Digitale Technologien, Informatik & Security, Bahntechnologie & Mobilität, Gesundheit und Soziales. In mittlerweile 17 Studiengängen werden rund 2.600 Studierende betreut. Neben der Lehre widmet sich die FH St. Pölten intensiv der Forschung. Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt zu den oben genannten Themen sowie institutsübergreifend und interdisziplinär. Die Studiengänge stehen in stetigem Austausch mit den Instituten, die laufend praxisnahe und anwendungsorientierte Forschungsprojekte entwickeln und umsetzen.



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FH-Prof. Dipl.-Ing. (FH) Dipl.-Ing. Frank Michelberger, EURAIL-Ing.
Institutsleiter Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung
Department Bahntechnologie und Mobilität
T: +43/2742/313 228 664
E: frank.michelberger@fhstp.ac.at
I: https://www.fhstp.ac.at/de/uber-uns/mitarbeiter-innen-a-z/michelberger-frank

Mag. Mark Hammer
T: +43/2742/313 228 – 269
M: +43/676/847 228 – 269
E: mark.hammer@fhstp.ac.at
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Geriatrische Rehabilitation 2016

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Trotz guter Evidenz und Innovationen zu wenig verordnet

Die positive Kosten-Nutzen-Rechnung von Rehabilitationsmaßnahmen in der Geriatrie ist Konsens: 

Die Lebensqualität verbessert sich, Pflegebedürftigkeit wird vermindert oder verhindert. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Pflege 


  • Trotzdem ist die Zahl der vom MDK ausgesprochenen Reha-Empfehlungen mit knapp 31.000 im Jahr 2015 bei fast 1,5 Millionen Begutachtungen viel zu gering. 

Was muss sich also am deutschen Angebot für die Rehabilitation älterer Menschen verbessern? Welche aktuellen Erkenntnisse liefert die Forschung? Diesen Fragen widmen sich die beiden Fachgesellschaften der Altersmedizin – mit überraschenden Antworten! So ist z. B. Reha im heimischen Umfeld von der Effizienz her der stationären Rehabilitation gleichzusetzen. 

Prof. Ian Cameron, Sydney
Prof. Ian Cameron, Sydney
 
Der Grundsatz „Reha vor Pflege“ ist hierzulande auf dem Papier gesetzliche Vorgabe. Es gibt jedoch gerade in Deutschland ein systemisches Problem, diesen auch tatsächlich in der Realität umzusetzen. Kostenträger der geriatrischen Rehabilitationen sind in der Regel die Krankenkassen, Nutznießer einer erfolgreichen Maßnahme hingegen auch die Pflegekassen. Gerade vor diesem Hintergrund ist es nützlich, einen Blick über den nationalen Tellerrand zu werfen und die Expertise internationaler Experten miteinzubeziehen.

„Mir erscheinen die deutschen Angebote für die Rehabilitation älterer Menschen grundsätzlich gut entwickelt“, sagt Professor Ian Cameron aus Sydney, „insgesamt gibt es aber meiner Ansicht nach in den meisten Ländern Schwierigkeiten, den Stand der Forschung, der starke Hinweise auf die Vorteile von geriatrischer Rehabilitation liefert, in effektive Maßnahmen zu übersetzen.“ Prof. Cameron leitet unter anderem das John Walsh Centre for Rehabilitation Research, ist Mitherausgeber des Journal of Rehabilitation Medicine und berät als Geriater die australische Regierung in medizinischen Fragen älterer Menschen. Er wird auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft der Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) das Thema „Nutzen der geriatrischen Rehabilitation“ umfassend beleuchten.

  • Rehabilitation in Pflegeeinrichtungen kann negative Nebeneffekte haben

„Die meisten älteren Menschen mit einer schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigung können potentiell von Rehabilitation profitieren“, sagt Cameron. 

„Die besten Beispiele finden sich gerade nach Schlaganfällen oder Hüftfrakturen und es gibt immer mehr Hinweise für die positive Wirkung von Rehabilitation nach Immobilisierung und bei Gebrechlichkeit.

Doch wo sollte die Reha stattfinden?
Stationär in einer Klinik, in einer Pflegeeinrichtung oder zu Hause in der gewohnten Umgebung der älteren Menschen? 

Dies wurde bisher nicht ausreichend geklärt. Weltweit gibt es dazu erheblich abweichende Modelle. Im Rahmen des Vortrags wird Prof. Cameron darstellen, dass eine Rehabilitation in Pflegeeinrichtungen potentiell negative Ergebnisse produzieren kann, indem Behinderung und Abhängigkeit verlängert werden. Ist es dagegen möglich, eine Rehabilitation im häuslichen Umfeld anzubieten, ist dies mindestens so effektiv wie im Rahmen einer stationären Behandlung.

„Der größte Vorteil von Rehabilitationsmaßnahmen für ältere Menschen ist es, ein eigenständigeres Leben mit einer verbesserten Lebensqualität führen zu können“, so Cameron.

  • „Das könnte auch die Nutzung von Pflegeeinrichtungen verringern.“
  • Um bei Rehabilitationsmaßnahmen die höchste Kosteneffizienz und die besten Ergebnisse zu erzielen, kommt er zu dem Schluss, dass es in vielen Fällen nützlich ist, diese in der heimischen Umgebung stattfinden zu lassen.

Zur Person:

Professor Ian Cameron ist Facharzt für Geriatrie und Lehrstuhlinhaber für Rehabilitationsmedizin an der Universität Sydney. Forschungsschwerpunkte sind Verletzungen, Rehabilitation und Behinderungen insbesondere bei älteren Menschen. Prof. Cameron leitet das John Walsh Centre for Rehabilitation Research, das klinische, epidemiologische und anwendungsorientierte Studien interdisziplinär zusammenführt. Er ist Autor verschiedener Cochrane Reviews. Bei der Fachzeitschrift Journal of Rehabilitation Medicine und bei BioMed Central Geriatrics fungiert er als Mitherausgeber. Als Experte berät Prof. Cameron die australische Regierung und staatliche Organisationen in den Bereichen Rehabilitation und Gesundheitsangebote speziell für ältere und behinderte Menschen.

Jahreskongress der DGG (Deutsche Gesellschaft für Geriatrie) und der DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie) in Stuttgart
7. bis 10. September 2016

Prof. Ian Cameron, Sydney
Keynote-Lecture: „Geriatric rehabilitation – What is the evidence?
Donnerstag, 08.09.2016
09:45 – 10:30 Uhr
Haus der Wirtschaft (König-Karl-Halle)


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Nina Meckel
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Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft der Ärzte, die sich auf die Medizin der späten Lebensphase spezialisiert haben. Wichtige Schwerpunkte ihrer Arbeit sind neben vielen anderen Bewegungseinschränkungen und Stürze, Demenz, Inkontinenz, Depressionen und Ernährungsfragen im Alter. Häufig befassen Geriater sich auch mit Fragen der Arzneimitteltherapie von alten Menschen und den Wechselwirkungen, die verschiedene Medikamente haben. Bei der Versorgung geht es darum, den alten Menschen ganzheitlich zu betreuen und ihm dabei zu helfen, so lange wie möglich selbstständig und selbstbestimmt zu leben. Die DGG wurde 1985 gegründet und hat heute rund 1700 Mitglieder.

Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG)
Die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie ist bewusst interdisziplinär ausgerichtet. Sie unterstützt zum einen Gerontologen und Geriater aktiv in der Forschung und Lehre über das Altern. Daneben finden hier alle in diesem Arbeitsfeld tätigen Berufsgruppen die Möglichkeit, sich fachlich auszutauschen und zu diskutieren – z. B. Biologen, Psychologen, Sozial- und Pflegewissenschaftler sowie Alten- und Krankenpfleger. Darüber hinaus ist der die Förderung des Nachwuchses ein besonderes Anliegen der Fachgesellschaft. Die DGGG wurde 1990 gegründet und hat heute rund 1200 Mitglieder.

 

Auslöser von Blutvergiftungen: Lipopeptide- PSM-Peptide Staphylokokken

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Wie Staphylokokken Blutvergiftungen auslösen

Forscherteam identifiziert Lipopeptide als Ursache für schweren Krankheitsverlauf 
 
  • Blutvergiftungen, verursacht durch Infektionen des bakteriellen Erregers Staphylococcus aureus, sind Ursache für viele tausend Todesfälle jährlich in Deutschland. 
Wie die Blutvergiftung bei solchen Infektionen ausgelöst wird und zum lebensbedrohlichen Multiorganversagen führt, war bislang weitgehend unverstanden.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Nierenersatz Therapie  


Auch sind die verfügbaren diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten derzeit sehr begrenzt. 

Forscher des Interfakultären Instituts für Mikrobiologie und Infektionsmedizin der Universität Tübingen (IMIT) und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) um Dr. Dorothee Kretschmer, Dennis Hanzelmann und Professor Andreas Peschel haben nun eine der Ursachen für diesen schweren Krankheitsverlauf geklärt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht.

Viele andere Erreger, sogenannte Gram-negative Bakterien, bilden Endotoxin-Moleküle, die Blutvergiftungen auslösen können. 

  • Da Staphylokokken jedoch kein Endotoxin besitzen, war bislang unklar, welche Faktoren der Staphylokokken zur Blutvergiftung führen. 

Wie das Forscherteam nun herausfand, spielen sogenannte Lipopeptide eine entscheidende Rolle bei der Auslösung von Blutvergiftungen. 

Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen konnten zeigen, dass nur solche Staphylokokken schwere Blutvergiftungen auslösen, die zusätzliche Moleküle bilden, sogenannte PSM-Peptide, durch die Lipopeptide effizient freigesetzt werden. 

Häufig treten bei Patienten auch PSM-negative Staphylokokkenstämme auf ‒ diese setzen keine Lipopeptide mehr frei und lösen in experimentellen Infektionen kaum noch Blutvergiftungen aus.

Durch die neuen Erkenntnisse könnte die Gefährlichkeit der von Patienten isolierten Staphylokokken-Stämme künftig sehr viel besser eingeordnet werden.

Auch ermöglicht dies die Entwicklung neuer Therapien, die die Bildung von PSM und Lipopopetiden verhindern und so schwere Fälle von Blutvergiftungen vermeiden könnten.

Publikation:
Dennis Hanzelmann, Hwang-Soo Joo, Mirita Franz-Wachtel, Tobias Hertlein, Stefan Stevanovic, Boris Macek, Christiane Wolz, Friedrich Götz, Michael Otto, Dorothee Kretschmer & Andreas Peschel: Toll-like receptor 2 activation depends on lipopeptide shedding by bacterial surfactants. Nature Communications, 29. Juli 2016, DOI: 10.1038/ncomms12304

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Prof. Dr. Andreas Peschel
Universität Tübingen
Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin (IFIB)
Telefon: +49 7071 29-75935
andreas.peschel[at]uni-tuebingen.de
Dr. Karl Guido Rijkhoek Eberhard Karls Universität Tübingen
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Medizinische Diagnostik und Therapie: Strahlenmedizin und Strahlenschutz

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Online-Kompendium zu Strahlenmedizin und Strahlenschutz

Wer sich heute über Radioaktivität, Strahlenrisiken oder den Einsatz von Strahlung in medizinischer Diagnostik und Therapie kundig machen will, findet dazu viele Informationen im Internet. 

Die Suche war bisher allerdings zeitaufwändig und wenig komfortabel. 

Jetzt hat das Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz der TH Mittelhessen ein Online-Nachschlagewerk veröffentlicht, das verständlich gängige Fragen der Radiologie, der Strahlentherapie und des Strahlenschutzes beantwortet (www.strahlung-information.de). 

Klinischer Linearbeschleuniger für die Strahlentherapie
Klinischer Linearbeschleuniger für die Strahlentherapie TH Mittelhessen/Armin Eikenberg
 
Was riskiere ich, wenn ich mir einen Zahn röntgen lassen?

Wie groß ist das Risiko durch kosmische Strahlung beim Fliegen?

Belastet uns der Reaktorunfall von Tschernobyl heute noch? Das sind zum Beispiel Fragen, auf die ein „Dosisatlas“ Antworten gibt.

Drei Kapitel befassen sich mit Diagnostik, Therapie und Strahlenschutz.

Neben naturwissenschaftlichen Grundlagen behandeln die Autoren in den medizinischen Kapiteln zum Beispiel auch Fragen zum Ablauf einer Therapie und erklären verschiedene diagnostische Verfahren wie das konventionelle Röntgen, die Computertomografie oder die Magnetresonanztherapie. 

Im Kapitel zum Strahlenschutz geht es zum Beispiel um unterschiedliche Strahlungsquellen, denen der Mensch ausgesetzt ist, oder um Strahlenrisiken und -schäden.

Verfasser des Handbuchs sind die Professoren Joachim Breckow, Martin Fiebich und Klemens Zink.

Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit dem Thema und sind Mitglieder in deutschen und internationalen Fach- und Beratungsgremien.

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