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Osteporose/Osteopenie: Knochengesundheit beginnt im Mutterleib

Medizin am Abend Fazit:  Und aufgrund dessen ist eine gesunde Ernährung der Schlüssel zu lebenslang starken Knochen

Der offizielle Beginn des Weltosteoporosetags, der am 20. Oktober gefeiert wird, lenkt die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung einer knochenfreundlichen Ernährung vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter.

Heute wurden wir Zeuge des Kampagnenstarts des World Osteoporosis Day [Weltosteoporosetags] (WOT) 2015 der International Osteoporosis Foundation (IOF). Der Tag wird am 20. Oktober gefeiert und dieses Jahr bezieht sich das Thema auf Ernährung und befasst sich mit den Herausforderungen der öffentlichen Gesundheit, die mit einer unzureichenden Aufnahme an Calcium, Vitamin D und Protein sowie anderen Mikronährstoffen, die entscheidend sind für Knochengesundheit, in Verbindung gebracht werden.

Die meisten Menschen nehmen ihren empfohlenen Tagesbedarf an Calcium und Vitamin D nicht zu sich. Tatsächlich haben weltweit schätzungsweise 1 Milliarde Menschen zu wenig Vitamin D im Blut und diese Mängel sind in allen Ethnien und Altersgruppen zu finden.

In China ergaben Schätzungen der Umfrage zum Gesundheitsstand von 2002, dass weniger als 10 % der chinesischen Staatsbürger eine angemessene Zufuhr von Calcium durch die Nahrung aufnehmen. Chronischer, unbehandelter Calciummangel kann schwerwiegende Folgen haben, einschließlich Osteopenie und Osteoporose. 


Osteoporose wurde als "Kinderkrankheit mit geriatrischen Folgen" definiert, wobei hervorgehoben wird, dass die Knochengesundheit bereits sehr früh beeinflusst wird, nämlich im Mutterleib. Ein schlechter Ernährungszustand der Mutter kann das optimale Wachstum des Skeletts des Babys beeinträchtigen. Ein verringerter Knochenmineralgehalt bei maximaler Knochenmasse im Erwachsenenalter und in späteren Lebensjahren sowie das erhöhte Risiko einer Hüftfraktur wurden damit in Verbindung gebracht.

Darüber hinaus sind Kindheit und Jugend eine kritische Zeit für die Knochenbildung, da die Größe und die Stärke unserer Knochen in diesem Zeitraum beträchtlich steigen.

Ungefähr die Hälfte unserer Knochenmasse sammelt sich während der Jugend an. Dieser Prozess setzt sich bis Mitte 20 fort, dann ist die Spitzenknochenmasse normalerweise erreicht (die maximal mögliche Knochenmasse, die während des Knochenwachstums erreicht werden kann). 

Die Unterstützung der optimalen Knochenstärke eines Kindes wirkt sich vorteilhaft auf das höhere Erwachsenenalter aus, da es mehr Knochenreserven gibt, auf die zurückgegriffen werden kann.

Im Gegensatz zu ihren jungen Jahren können Erwachsene das Knochengewebe nicht mehr so schnell ersetzen, wie sie es verlieren.

Es wird davon ausgegangen, dass ein Anstieg von 10 % der maximalen Knochenmineraldichte (BMD, bone mineral density) - ein Maß für die Knochenstärke - die Entwicklung von Osteoporose um 13 Jahre verzögern kann. 

Prof. John Kanis, Präsident der IOF, erklärte: "Unser Skelett ist wie ein Haus. Es muss mit dem richtigen Material gebaut werden, sodass die Struktur über Jahre hinweg stark bleibt und beibehalten werden kann, um langfristigen Schaden zu vermeiden. Aus diesem Grund versorgen uns Lebensmittel wie Milchprodukte, Fettfisch, Obst und Gemüse mit wichtigen Nährstoffen, die die wichtigsten Bausteine für starke Knochen sind."

Judy Stenmark, CEO der IOF, fügte hinzu: "99 % des 1 kg Calcium, das im durchschnittlichen Körper zu finden ist, befindet sich in unseren Knochen, wodurch hervorgehoben wird, warum wir unseren empfohlenen Tagesbedarf als Treibstoff für die Produktion und den Erhalt unserer Knochen zu uns nehmen sollten.

Ich empfehle jedem, den Test mit dem IOF Calcium Calculator [Calciumrechner der IOF] zu machen, um herauszufinden, wie viel Calcium man zu sich nimmt und wie sich die Zufuhr erhöhen lässt."
 
 

Calciumrechner kostenlos erhältlich als: 

Online-Rechner: http://bit.ly/calcium-calculator-web 

iPhone App: http://bit.ly/calcium-calculator-iOS 

Android App: http://bit.ly/calcium-calculator-android 

Der WOT, der jährlich am 20. Oktober stattfindet, wird von einer einjährigen Kampagne unterstützt: www.worldosteoporosisday.org 

 #LoveYourBones Offizielle Partner des WOT: Amgen, Fonterra, Pfizer Consumer Healthcare, Lilly, MSD, Takeda Ernährungspartner des WOT: DSM, Rousselot, Sunsweet

Über die International Osteoporosis Foundation 

IOF ist die weltweit größte Nichtregierungsorganisation mit dem Ziel der Prävention, Diagnose und Behandlung von Osteoporose und damit verbundenen muskuloskelettalen Erkrankungen. www.iofbonehealth.org

Medizin am Abend Fazit:


Charanjit K. Jagait, IOF Telefon +41 79 874 52 08, cjagait@iofbonehealth.org

Neue Warn-App NINA - Schutz der Bevölkerung


Medizin am Abend Fazit:

Hier gehts zum Link:

http://www.bbk.bund.de/DE/NINA/Warn-App_NINA.html

Neue Warn-App des Bundes steigert den Schutz der Bevölkerung

Auf der Messe INTERSCHUTZ in Hannover stellte der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Ole Schröder heute die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) entwickelte Warn-App für Smartphones vor. Mit dem Anschluss der neuen App für Smartphones an das Modulare Warnsystem des Bundes werden die Bürgerinnen und Bürger jetzt direkt mit Warnmeldungen über aktuelle Gefahrenlagen auf ihren Smartphones versorgt. Die App heißt NINA (als Kurzform für „Notfall-Informations- und Nachrichten-App“) und steht ab sofort für die Betriebssysteme iOS (ab Version 7.0) und Android (ab Version 4.0) bereit. Für andere Betriebssysteme steht unter www.warnung.bund.de eine mobil-fähige Website zur Verfügung, die ebenfalls über alle aktuellen MoWaS-Warnungen in Deutschland informiert.

„Für den Schutz der Bevölkerung zu sorgen ist Aufgabe des Staates. Deshalb gibt es in Deutschland bereits ein umfangreiches System, um die Bevölkerung vor Gefahren zu warnen. Die jetzt neu und zusätzlich entwickelte Warn-App kann von jeder Bürgerin und jedem Bürger direkt genutzt werden; sie ergänzt alle bisher vorhanden Möglichkeiten der Warnung und ist ein weiterer Meilenstein für den Schutz der Bevölkerung“, sagte der Bundesinnenminister.

Das BBK hat die App als Teil des sogenannten Modularen Warnsystems (MoWaS) entwickelt, das seit 2013 in Betrieb ist. Die App für Smartphones wird die bereits angeschlossenen Warnmultiplikatoren (Rundfunk, Internet, Paging, Deutsche Bahn AG) ergänzen und bietet über sogenannte Push-Benachrichtigungen einen Weckeffekt, d. h. die App kann Nutzerinnen und Nutzer auf mögliche Gefahren aufmerksam machen.

Warnmeldungen können bisher durch den Bund und die Innenministerien der Länder verschickt werden. In Nordrhein-Westfalen wird MoWaS auch auf Ebene der kommunalen und integrierten Leitstellen eingeführt. „Ich finde es ungeheuer wichtig, dass die Menschen in NRW ohne Umwege über Gefahren in ihrer Nähe informiert werden. Die App NINA ist eine moderne und sinnvolle Ergänzung zu den bereits bestehenden Warn-Möglichkeiten“, erklärte hierzu im Vorfeld NRW-Innenminister Ralf Jäger. Deswegen stattet NRW als erstes Land Zug um Zug alle Kreisleitstellen mit dem System MOWaS aus, damit die Warn-App zukünftig landesweit verfügbar ist. „Sehr gut ist, dass NINA auf eine bestehende Gefahr hinweist. Außerdem informiert sie schnell über das richtige Verhalten in der Gefahrensituation. So können wir Leben retten.“

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter www.bbk.bund.de/NINA sowie auf Twitter unter http://twitter.com/BBK_Bund.

Johanniter Unfallhilfe: 35. Deutsche Evangelische Kirchentag in Stuttgart

Medizin am Abend Fazit:  29.600 Stunden im Einsatz während des Kirchentages / Tausende Besucher nutzten Hilfeleistungen der Johanniter 


obs/Johanniter Unfall Hilfe e.V./Johanniter/ Julian Rossig



Mit der Abreise von rund 95.000 Besuchern ging heute der 35. Deutsche Evangelische Kirchentag in Stuttgart vom 3. bis 7. Juni zu Ende. Für Johanniter aus dem ganzen Bundesgebiet und benachbarten Ausland war auch dieses Mal der Großeinsatz Ehrensache: Über 1.000 ehrenamtliche Helfer der Johanniter bezogen das "Johanniterdorf" und sorgten fünf Tage lang bei hochsommerlichen Temperaturen erfolgreich im Sanitätsdienst, in den Fahr- und Begleitdiensten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und in der Kinderbetreuung für das Wohl der Gäste - 29.600 Helferstunden kamen dabei zusammen. 

Insgesamt 1.806 Fälle zählten die rund 400 Sanitäter und 14 Ärzte, in denen sie Erste Hilfe leisteten.181 Mal musste der Rettungsdienst ausrücken. "Ein Großteil der Einsätze entfiel aufgrund der hohen Temperaturen auf Kreislaufbeschwerden, aber auch leichtere Verletzungen wurden versorgt", berichtet Dr. Thorsten Lukaschewski, ärztlicher Leiter der Johanniter-Unfall-Hilfe beim Kirchentag.

In vielen Fällen hatten die Patienten nicht genug getrunken oder litten an Erschöpfung, das gesamte Einsatzaufkommen sei aber für eine Großveranstaltung eher gering gewesen und ohne ernstere Zwischenfälle verlaufen. Vielen Besuchern sei mit Sonnencreme, Wasser und Sonnencaps, die die Johanniter bereithielten, geholfen worden.

Einen besonderen Schwerpunkt bildete der Veranstaltungstag am Donnerstag, an dem 763 Hilfeleistungen und 51 Einsätze mit dem Rettungsdienst registriert wurden.

Der Johanniter-Fahrdienst beförderte 5.634 Menschen mit Mobilitätseinschränkungen auf insgesamt 1.295 Fahrten und machte auch vor dem Bordstein nicht halt: Von dort begleiteten Helfer der Johanniter-Jugend die Gäste zwischen Unterkunft und Veranstaltungen sicher ans Ziel. Besonders am Ankunfts- und am Abreisetag waren die Ehrenamtlichen verstärkt auch am Hauptbahnhof im Einsatz, um an- und abreisenden Kirchentagsbesuchern ihre Hilfe anzubieten. Insgesamt 1.150 Stunden wurden im Begleitdienst erbracht.

Erstmals bei einem Kirchentag gab es einen emmisionsfreien Fahrdienst mit Fahrradrikschas, die auch für Rollstühle geeignet sind. 

In der Kinderbetreuung spielten und tobten täglich über 100 Kinder der Kirchentagsgäste, sodass die Eltern entspannt die Veranstaltungen besuchen konnten. Im Zentrum Jugend wurde 300-mal der Handyladeservice in Anspruch genommen.

"Ich ziehe ein positives Fazit - wir sind mit dem Einsatzverlauf sehr zufrieden", resümierte Projektleiter Thomas Hanisch bei der abschließenden Stabsbesprechung. "Dank des beeindruckenden Helfer-Engagements meisterten wir auch kurzfristige Einsatzspitzen am Donnerstag. Trotz der Hitze, den besonderen strukturellen Herausforderungen in der Stadt Stuttgart und der doch knappen Helferzahlen lief alles noch besser und reibungsloser als wir erwartet hatten. Ich denke, dass wir unsere vielfältigen Dienstleistungen für den Kirchentag und seine Besucher bewährt zuverlässig und professionell erbracht haben."

Medizin am Abend DirektKontakt

Sabine Zeller Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. Landesverband Baden-Württemberg Eichwiesenring 9 70567 Stuttgart 

http://www.juh.de 

Neuartige Leukämiebehandlung: STUDIENEINLADUNG: für verträglichere Therapie bei älteren Menschen

Medizin am Abend Fazit:  Blutkrebs: Europaweite Studie untersucht verträglichere Therapie bei älteren Menschen

Neuartige Leukämiebehandlung könnte stark belastende Chemotherapie bei Risikopatienten ersetzen oder ergänzen / Studie misst auch die Lebensqualität der Patienten

Krebszellen im Detail: Myeloblasten zeichnen sich durch ihren sehr großen, rund-ovale Zellkern aus. Transparent: andere Blutzellen Krebszellen im Detail: Myeloblasten zeichnen sich durch ihren sehr großen, rund-ovale Zellkern aus. Transparent: andere Blutzellen
Universitätsklinikum Freiburg
 
Bei einer häufigen Form von Blutkrebs (akute myeloische Leukämie, AML) ist eine Chemotherapie bislang die Standardbehandlung, trotz starker Nebenwirkungen und schlechter Heilungschancen. 

Eine europaweite Studie unter Federführung des Universitätsklinikums Freiburg untersucht nun, wie stark ältere Patienten mit dieser Form von Blutkrebs von einer neuen, weniger belastenden Therapie profitieren. Untersucht werden Heilungschancen, Nebenwirkungen und Lebensqualität. Insgesamt sollen 600 Patientinnen und Patienten an 70 Standorten in zehn Ländern Europas behandelt werden (11 deutsche Zentren). Federführender Koordinator ist Prof. Dr. Michael Lübbert, Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Freiburg (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Justus Duyster).

Die Studie läuft derzeit in Deutschland an. Patienten, die an einer Studienteilnahme interessiert sind, können sich am Universitätsklinikum Freiburg melden (Kontaktdaten siehe unten). 


Die Akute Myeloische Leukämie (AML) wird meist bei Menschen über 60 Jahren diagnostiziert. Doch nur ein kleiner Teil dieser Patienten überlebt die Diagnose mehr als fünf Jahre, entweder weil die alleinige Standard-Chemotherapie nicht zur Heilung führt, oder weil sie wegen des schlechten Gesundheitszustands der Patienten gar nicht erst angewendet werden kann. Neue Forschungsansätze zur Verbesserung der Chemotherapie waren in den vergangenen Jahren zudem wenig erfolgreich, so dass die Blutstammzell-Transplantation immer noch die höchste Heilungsrate bei diesen Patienten erzielt (Leiter der Sektion Allogene Stammzelltransplantation der Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Freiburg: Prof. Dr. Jürgen Finke).

Nun wird in einer europaweiten Studie untersucht, ob eine Behandlung mit dem epigenetisch aktiven Wirkstoff Decitabin erfolgreich ist. Dieser zerstört - im Gegensatz zu Medikamenten der herkömmlichen Chemotherapie - die Krebszellen nicht sofort, sondern beeinflusst primär, welche Gene in den Krebszellen abgelesen werden und verhindert so ihre krankhafte Vermehrung. „In früheren klinischen Studien haben wir bereits gesehen, dass durch Substanzen wie Decitabin die Leukämie erfolgreich zurückgedrängt werden kann, so dass danach eine Blutstammzell-Transplantation als Heilungsansatz möglich wird“, sagt Prof. Lübbert.

Neue Therapie: Normales Leben ohne Krankenhausaufenthalte?

„Für manche älteren Patienten kann eine intensive Chemo-Therapie gesundheitlich eine größere Belastung sein, als dass sie eine langfristige Hilfe im Kampf gegen den Krebs wäre“, erklärt Prof. Lübbert die Notwendigkeit einer weniger aggressiven Therapieform.

Der epigenetisch aktive Wirkstoff Decitabin ist gerade für ältere Menschen wesentlich besser verträglich als die klassische Chemotherapie. „Unter der besser verträglichen Epi-Therapie können die Patienten oft ihr ganz normales Leben führen, ohne stationäre Krankenhausaufenthalte. Das ist für uns neben der Heilung ein ganz wichtiges Ziel“, so Prof. Lübbert.

In der nun anlaufenden klinischen Studie werden die Patienten zu Beginn entweder zehn Tage lang mit Decitabin oder mit der Standard-Chemotherapie behandelt.

Im Anschluss soll eine Stammzelltransplantation durchgeführt werden. Sollte dies nicht möglich sein, erhalten die Patienten entweder weiterhin Decitabin oder drei weitere Chemotherapie-Kurse. „Wir sind zuversichtlich, mit dieser Studie eine Therapie-Sequenz etablieren zu können, die der klassischen intensiven Chemotherapie bei älteren AML-Patienten gleichwertig oder vielleicht sogar überlegen ist“, sagt Prof. Lübbert.


Ausstrich einer Knochenmarksprobe; Bei AML vermehren sich Myeloblasten, dunkel eingefärbt) übermäßig und verdrängt andere Blutzell-Typen. Die neue Therapie unterbricht diese Zell-Vermehrung.
 Ausstrich einer Knochenmarksprobe; Bei AML vermehren sich Myeloblasten, dunkel eingefärbt) übermäßig und verdrängt andere Blutzell-Typen. Die neue Therapie unterbricht diese Zell-Vermehrung. Universitätsklinikum Freiburg


Die Studie EORTC 1301 (EudraCT-Nummer 2014-001486-27) wird von der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC, Brüssel) in Zusammenarbeit mit mehreren anderen europäischen Studiengruppen organisiert und voraussichtlich bis Mitte 2019 laufen. Die wissenschaftliche Projektleitung haben Forscher der Universitäten Freiburg, Nijmegen, Den Haag und Rom inne.

Die EORTC (Brüssel, Belgien) vereint ein Netzwerk von mehr als 2.500 klinischen Onkologie-Experten der unterschiedlichsten Fachrichtungen aus über 30 europäischen Ländern in internationalen Kollaborationen. Die Organisation ermöglicht eine integrative Entwicklung und Beforschung von Wirkstoffen im Rahmen großer klinischer Studien.

Medizin am Abend DirektKontakt:

Prof. Dr. med. Michael Lübbert
Klinik für Innere Medizin I: Hämatologie, Onkologie und Stammzell-Transplantation
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-35340
michael.luebbert@uniklinik-freiburg.de
Benjamin Waschow Universitätsklinikum Freiburg

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Beteiligte:
http://www.uniklinik-freiburg.de/medizin1/forschung/experimentelle-forschung/can... Arbeitsgruppe Prof. Lübbert

http://www.eortc.org/ European Organisation for Research and Treatment of Cancer

Leukämie - Therapie für chronischer myeloischer Leukämie (CML): Interferon + Imatinib


Medizin am Abend Fazit:  Kombinationstherapie kann Leukämie heilen

Ein neuer Behandlungsansatz bei chronischer myeloischer Leukämie (CML)
erlaubt vielen Betroffenen, ihre Medikamente dauerhaft abzusetzen. Das
berichten Krebsforscher um Professor Dr. Andreas Burchert von der
Philipps-Universität Marburg sowie Professor Dr. Andreas Hochhaus vom
Universitätsklinikum Jena. Das Team veröffentlicht seine Ergebnisse in der
Juni-Ausgabe der Fachzeitschrift „Leukemia“.

„Leukämie betrifft in Deutschland eine zunehmende Zahl von Menschen“,
erklärt Mitverfasser Professor Dr. Andreas Neubauer, der den Schwerpunkt
Hämatologie, Onkologie und Immunologie an der Philipps-Universität Marburg
leitet. 

Leukämie (Blutkrebs) ist eine Störung der Blutbildung, bei der
sich weiße Blutkörperchen unkontrolliert vermehren. Die Krankheit verläuft
tödlich, wenn sie nicht behandelt wird.

Das Arzneimittel Imatinib ist das Standardpräparat gegen chronische
myeloische Leukämie.

Es hemmt die Aktivität des krebsauslösenden Gens BCR- ABL, woraufhin die Krebszellen ein Zelltodprogramm anschalten, so dass sie absterben. Das bewirkt eine deutliche Verbesserung der Therapieergebnisse bei dieser Unterform der Leukämie.

„Die Gefahr bei Imatinib besteht allerdings darin, dass trotz der Behandlung immer einige Leukämiezellen übrig bleiben, weil sie gegen das Medikament resistent sind oder im Verlauf der Behandlung eine Resistenz entwickeln“, führt der Marburger Onkologe Andreas Burchert aus, Erstautor der Publikation.

Um das zu vermeiden, erprobten die Forscher in der aktuellen Studie eine
neue Therapie, bei der sie neben Imatinib auch das körpereigene Hormon
Interferon einsetzten. „Interferon aktiviert das Immunsystem und
kontrolliert dadurch Leukämiezellen, die gegen Imatinib resistent sind“,
erläutert der Jenaer Studienkoordinator Andreas Hochhaus.

Das Team behandelte 20 Patientinnen und Patienten mit Imatinib in
Kombination mit Interferon. Burchert und Hochhaus beobachteten, dass
viele Patienten krankheitsfrei blieben, obwohl sie Imatinib absetzen
mussten und weiter ausschließlich Interferon erhielten. Selbst nach bis zu
zwölf Jahren seit Diagnosestellung blieben mehr als 70 Prozent der
Patienten rückfallfrei. Fast die Hälfte der Patienten konnte später auch
Interferon absetzen und lebt ohne jede Therapie seit bis zu fünf Jahren
rückfall- und beschwerdefrei.

Die Autoren schlussfolgern, dass eine Kombinationstherapie von Imatinib
und Interferon es den meisten Patienten ermöglichen könnte, komplett
therapiefrei zu werden.

Die Frage, ob dieses neuartige Behandlungskonzept die Zahl derjenigen Patienten erhöhen kann, die dauerhaft ohne Medikamente auskommen, steht derzeit im Fokus der deutschlandweiten klinischen Studie „TIGER“, die durch das Uniklinikum Jena koordiniert wird und in über 100 Behandlungszentren deutschlandweit stattfindet, unter anderem in Marburg und Mannheim.

Die aktuelle Veröffentlichung geht aus einer Klinischen Forschergruppe der
Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Philipps-Universität hervor, die
sich mit Resistenzen gegenüber Krebsmedikamenten befasst (KFO 210). Die
zugrundeliegende wissenschaftliche Arbeit wurde außerdem durch die
„Deutsche José-Carreras Leukämiestiftung“ und das Universitätsklinikum
Gießen und Marburg (UKGM) finanziell gefördert sowie durch das
pharmazeutische Unternehmen Roche unterstützt.

Originalveröffentlichung: Andreas Burchert & al.: Interferon alpha 2
maintenance therapy may enable high rates of treatment discontinuation in
chronic myeloid leukemia, Leukemia 2015, doi: 10.1038/leu.2015.45


Medizin am Abend DirektKontakt 

Professor Dr. Andreas Burchert,
Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Immunologie der
Philipps-Universität Marburg
Tel.: 06421 58-65112
E-Mail: burchert@staff.uni-marburg.de

Professor Dr. Andreas Hochhaus,
Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie,
Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641 9324206
E-Mail: Andreas.Hochhaus@med.uni-jena.de
Philipps-Universität Marburg, Johannes Scholten


360° Notfallkontrazeptiva - Pille danch ellaOne und PiDaNa

Medizin am Abend Fazit:  Markt der Notfallkontrazeptiva: Marktentwicklung der rezeptfreien Pille danach 



Nach der Entlassung der Pille danach aus der Rezeptpflicht am 14. März 2015 ist auf dem Markt der Notfallkontrazeptiva Bewegung zu beobachten. Im Verlauf des letzten Jahres lagen die Präparate zur Notfallverhütung auf einem relativ konstanten Level zwischen monatlichen Absätzen von 37.000 und 44.000 abgegebenen Packungen.

In den Wochen nach der Entlassung aus der Rezeptpflicht war jedoch ein deutlicher Absatzanstieg zu verzeichnen. 

Mit über 50.000 abgegebenen Packungen war der Absatz der Pille danach bereits im März überdurchschnittlich hoch. Im April stiegen die Absätze um weitere 10 Prozent auf über 55.000 ausgegebene Packungen. Im Vergleich zu den umsatzstärksten Monaten in 2014 entspricht dies einer Zunahme von 25 Prozent. Die Entlassung aus der Rezeptpflicht Mitte März zeigt sich deutlich im Wechsel von der Ausgabe auf Rezept hin zur Selbstmedikation. Während der Anteil der Selbstmedikation im März noch bei 46 Prozent lag, stieg er im April auf einen Anteil von 78 Prozent.

Im Vergleich der Bundesländer weisen die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen die höchste Abgabe pro Einwohner auf. Im April war die Ausgabe der Pille danach pro Einwohner in Berlin fünfmal so hoch wie im umliegenden Brandenburg. (Siehe Grafik)

Während die Pro-Kopf-Ausgaben der neuen Bundesländer deutlich unter dem deutschen Durchschnitt liegen, sind dort die höchsten Anstiege zu beobachten.

Beispielsweise weist Brandenburg im Bundesvergleich die geringste Ausgabe der Pille danach pro Einwohner auf, mit einem Zuwachs von 85 Prozent ist dort jedoch einer der stärksten Absatzanstiege in Deutschland zu beobachten.

Nur in Thüringen ist der Absatz stärker angestiegen: Hier hat sich die Ausgabe der Pille danach seit ihrer Entlassung aus der Rezeptpflicht mehr als verdoppelt. 

Fast alle ausgegebenen Packungen an Notfallkontrazeptiva in Deutschland entfallen auf die beiden Marken ellaOne und PiDaNa des Herstellers HRA-Pharma. Während sich der monatliche Absatz der Marke ellaOne in den vergangenen sechs Monaten mehr als verdoppelte, sind bei PiDaNa Rückgänge von über einem Drittel monatlich abgesetzter Packungen zu verzeichnen.

Diese Umsatzentwicklungen sind auch dem Umstand geschuldet, dass der Wirkstoff Levonorgestrel in PiDaNa erst im Anschluss an den Wirkstoff Ulipristal der ellaOne rezeptfrei wurde. Vorübergehende Unklarheit über sowie die Umstellung auf die OTC-Abgabe der PiDaNa verzögerten hier die Abgabe ohne Rezept.

INSIGHT Health ist einer der führenden Informationsdienstleister im Gesundheitsmarkt mit Sitz in Waldems-Esch und Niederlassungen in Berlin und Wien. Das Unternehmen bietet aufgrund seiner umfassenden Branchenkenntnisse ein breites Portfolio datenbasierter Dienste zur Markt-und Versorgungsforschung an. Das Plus der INSIGHT Health GmbH & Co. KG liegt in der schnellen und transparenten Bereitstellung von Daten unter Beachtung der gesetzlichen Datenschutzvorschriften sowie in der Ausarbeitung individueller Lösungen für die pharmazeutische Industrie, Krankenversicherungen, Ärzteverbände, Apothekenvereinigungen, wissenschaftliche Institute, Behörden, Politik und andere Entscheider im Gesundheitsmarkt.

Weitere Informationen: www.insight-health.de

Medizin am Abend DirektKontakt 

Jana Heiler Tel.: +49 (0)6126 955-434 Fax: +49 (0)6126 955-20 E-Mail: JHeiler@insight-health.de

360° TOP-Thema: Brustkrebssterblichkeit

Medizin am Abend Fazit:  „Kanada-Studie“ zeigt erhebliche methodische Mängel

Als einzige von 8 randomisierten kontrollierten Screeningstudien zeigte die 1980-1985 durchgeführte „Kanada-Studie“ keine Reduktion der Brustkrebssterblichkeit. Dieses Ergebnis wurde nach 25 Jahren Nachbeobachtung erneut veröffentlicht. Die Aussagekraft der „Kanada-Studie“ sei jedoch stark in Zweifel zu ziehen, denn sie weise erhebliche methodische Mängel auf. Schlechte Mammographie-Qualität, unsaubere Studiendurchführung sowie fehlende ärztliche Qualitätssicherung: So lautet das Fazit der aktuellen systematischen Analyse der Original-Literatur zur Canadian National Breast Cancer Screening Study (CNBSS) von Heywang-Köbrunner und Katalinic. 

Mammographie Screening
Mammographie Screening Fotolia

 
Die Autoren sehen die bislang als am „aussagekräftigsten“ gehandelte Studie als ein Beispiel, wie im vergangenen Jahrzehnt die Evidenz im Bereich des Brustkrebsscreenings systematisch verzerrt wurde. 

Die Analyse von Heywang-Köbrunner, Katalinic et al., kürzlich erschienen in der Fachzeitschrift European Radiology, weise auf die Notwendigkeit einer ausgewogenen wissenschaftlichen Diskussion zu Nutzen und Schaden des Mammographie-Screenings hin. Denn gerade der „Kanada-Studie“ sei aufgrund der Reviews von Gøtzsche vom Nordic Cochrane Institute ein besonders hoher Wert zugeschrieben worden. Nach einer systematischen Literaturrecherche kommen Heywang-Köbrunner und Katalinic zu dem Schluss, dass die „Kanada-Studie“ gravierende Defizite im Randomisierungsprozess und Testverfahren aufzeige. Bereits zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung dieser Studie in 1992 hätten Qualität, Randomisierung und Design der Studie eine große Debatte in der Wissenschaft ausgelöst. Die Autoren machen ihre Kritik an mehreren Punkten fest.

Zum einen führen Heywang-Köbrunner und Katalinic mangelhafte Bildqualität, fehlendes Training und fehlende Qualitätssicherung in der mammographischen Erstellung sowie Befundung an.

Die Mammographiequalität sei vom zuständigen Physiker als „weit unter damaligem Standard“ bewertet worden. Während der Studie hätten die beiden radiologischen Berater der Studie wegen unüberwindbarer Qualitätsdefizite ihr Amt niedergelegt. Die Interpretation von Bildern mit den in der Literatur zu dieser Studie genannten Qualitätsmängeln sei nach Aussage der Erstautorin in Deutschland nicht zulässig, auch wenn die später eingeführte Qualitätskontrolle gegen Ende der Studie Verbesserungen gezeigt habe.

Ein weiterer Kritikpunkt sind nach Auffassung der Autoren Fehler in der Auswahl der Studienteilnehmerinnen und im Randomisierungsverfahren, die eine Zufallsverteilung zwischen Studien- und Kontrollgruppe garantieren müssten. Schon die Zusammensetzung der untersuchten Gruppen stütze den Verdacht, dass kein Screeningkollektiv untersucht wurde, sondern großenteils Frauen mit Beschwerden. Demnach seien 68 Prozent der eingeschlossenen Karzinome bereits tastbar gewesen. Die Testung dieser Frauen sei jedoch für die Nutzenbewertung eines Krebsfrüherkennungsprogramms prinzipiell ungeeignet. Auch könne das im Studienhandbuch dokumentierte Vorgehen die für eine korrekte Randomisierung unverzichtbare Blindung nicht garantieren. In der ersten Runde der Randomisierung seien dann auch 19 von 24 Karzinomen in fortgeschrittenem Stadium der Mammographie-Gruppe zugeordnet worden, jedoch nur 5 der Kontrollgruppe. Vor allem die für eine Zufallsverteilung sehr unwahrscheinliche, ungleiche Verteilung dieser weit fortgeschrittenen Stadien (Karzinome mit mehr als 4 befallenen Lymphknoten) in der Startrunde (Prävalenzrunde) der Frauen unter 50 Jahre sei signifikant. Späte Stadien von Karzinomen haben aber einen gravierenden Einfluss auf die Beurteilung der Mortalitätsreduktion und die Kalkulation von Überdiagnosen. Die Autoren betonen, dass die in der „Kanada-Studie“ vorgenommene Selektion der Studienteilnehmerinnen (ca. 10% der Bevölkerung, extrem hoher Anteil an Tastbefunden) einer Screeningstudie widerspreche. Denn laufende Screening-Programme sind bevölkerungsbezogen und richten sich an asymptomatische Frauen. Aufgrund der im Design festgestellten Probleme (Randomisierung nach der klinischen Untersuchung am Studienzentrum, fehlende Garantie der Blindung bei dezentraler Randomisierung) erfülle die Studie nach Einschätzung der Autoren nicht die für eine evidenzbasierte Analyse zu fordernden Voraussetzungen.

Zusammenfassend halten die Autoren fest, dass „Äpfel mit Birnen verglichen“ werden, wolle man das Setting der „Kanada-Studie“ mit den modernen qualitätsgesicherten Screening-Programmen vergleichen. Denn in ihnen unterliege im Gegensatz zur „Kanada-Studie“ die Ausbildung des Personals, die Bilderstellung, die Befundung und auch das Vorgehen bei der Abklärung auffälliger Befunde einer strengen Qualitätssicherung. Neue Ergebnisse aus diesen qualitätsgesicherten Screeningprogrammen berichten eine Mortalitätsreduktion um bis zu 40 Prozent. Führen Kritiker die Daten der „„Kanada-Studie““ dennoch als Argument gegen das Mammographie-Screening ins Feld, werde die tatsächliche Beweislage verzerrt. Zudem werde ein wichtiger Teil der Ergebnisse für die heutigen, mit moderner Technik und Qualitätssicherung durchgeführten Screening-Programme ignoriert. Die von Screeningkritikern vorgebrachte Alternative zum Screening, nämlich „warten bis der Krebs tastbar ist“, führe zur Entdeckung in späten Stadien, verbunden mit der Notwendigkeit aggressiverer Behandlungen einschließlich Chemotherapie, häufigerer Achselhöhlenausräumung und schlussendlich zu schlechteren Überlebenschancen.

Literatur: Heywang-Köbrunner SH, Schreer I, Hacker A, Noftz MR, Katalinic A( 2015) Conclusions for mammography screening after 25-year follow-up of the Canadian National Breast Cancer Screening Study (CNBBS). Eur Radiol doi 10.1007/s00330-015-3849-2 Miller AB, Wall C, Baines CJ et al (2014) Twenty five year follow-up for breast cancer incidence and mortality of the Canadian National Breast Screening Study: randomized screening trial. BMJ 348:g366 Gøtzsche PC, Jørgensen KJ (2013) Screening for breast cancer with mammography. Cochrane Database Syst Rev 6, CD001877. Doi:10.1003/14651858. CD001877.pub5

Kooperationsgemeinschaft Mammographie: Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie ist in gemeinsamer Trägerschaft von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im August 2003 gegründet worden. Ihre Aufgabe ist die Koordination, Qualitätssicherung und Evaluation des Mammographie-Screening-Programms. Im Jahr 2005 gingen die ersten Screening-Einheiten an den Start. Seit 2009 ist das Programm in Deutschland flächendeckend umgesetzt.



Medizin am Abend DirektKontakt

Kooperationsgemeinschaft Mammographie
Corinna Heinrich
Telefon: 030/319985130
E-Mail: cheinrich@koop-mammo.de

Die Studie ist verfügbar unter: http://link.springer.com/article/10.1007/s00330-015-3849-2

Nutzen des Mammographie-Screenings

Medizin am Abend Fazit:  Nutzen des Mammographie-Screenings überwiegt nachteilige Effekte

Das unabhängige Expertengremium, welches von der International Agency for Research on Cancer (IARC) der WHO einberufen wurde, kommt zu dem Schluss, dass der Nutzen des MammographieScreenings für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren klar den potenziellen Schaden überwiege. Für Teilnehmerinnen werde die Brustkrebssterblichkeit um etwa 40 Prozent gesenkt. Die zusammengefassten Ergebnisse wurden heute online im New England Journal of Medicine veröffentlicht. 
 
Die 29 unabhängigen Experten aus 16 Ländern zogen für ihre Bewertung alle überprüften wissenschaftlichen Ergebnisse heran. In Anbetracht der großen Verbesserungen in der Mammographietechnik und der Brustkrebstherapie kam das Gremium zu dem Schluss, dass die Relevanz der 25 bis 30 Jahre alten, randomisiert kontrollierten Studien (RCT) in Frage zu stellen ist. Die besten Daten zur Bewertung der Effekte eines Mammographie Screenings lieferten nach Auffassung der IARC die qualitativ hochwertigen Beobachtungsstudien aus den aktuellen qualitätsgesicherten Brustkrebsfrüherkennungs-Programmen. Insbesondere inzidenzbasierte Kohorten-Studien mit langem Follow-up und Adjustierungen für Lead Time sowie für zeitliche Trends und geographische Unterschiede werden vom Expertengremium als geeignet angesehen ebenso wie Fall-Kontrollstudien nach sorgfältiger Prüfung ihrer methodischen Limitationen.


Literatur:
Lauby-Secretan B et al. for the International Agency for Research on Cancer Handbook Working Group (2015)
Breast-Cancer Screening – Viewpoint of the IARC Working Group. June 3, 2015DOI: 10.1056/NEJMsr1504363

Detaillierte Ausführungen der IARC Working Group werden publiziert in: Handbook of Cancer Prevention Volume 15.

Independent UK Panel on Breast Cancer Screening (2012) The benefits and harms of breast cancer screening: an independent review. Lancet 380 (9855): 1778-86.

Health Council of the Netherlands (2014) Population screening for breast cancer: expectations and developments. The Hague: Health Council of the Netherlands; publication no. 2014/01E. U.S.

Preventive Services Task Force (2015) Breast Cancer Screening Draft Recommendations, publication online April 20, 2015: http://screeningforbreastcancer.org/

Hintergrund: Das deutsche Mammographie-Screening-Programm Jährlich nehmen rund 2,7 Millionen Frauen am Mammographie-Screening teil.  

Das entspricht einer Teilnahmerate von rund 56 Prozent.

Bei rund 17.000 Frauen wurde innerhalb eines Jahres im Mammographie-Screening-Programm Brustkrebs entdeckt (2011). 

Rund 12.000 der aufgespürten Karzinome sind maximal 2 Zentimeter groß und haben die Lymphknoten noch nicht befallen.

Von den 130.000 zur Abklärung einer Auffälligkeit einbestellten Frauen wird bei 34.000 Frauen eine Gewebeentnahme erforderlich. Die Hälfte dieser Frauen erhält die Diagnose Brustkrebs, das sind 13 Prozent aller Frauen, die zur Abklärung eingeladen wurden. Die Teilnahme am Mammographie-Screening-Programm ist freiwillig. Die Untersuchung dient dazu, Brustkrebs möglichst früh zu erkennen. Sie schützt jedoch nicht vorbeugend davor, an Brustkrebs zu erkranken. Weitere Informationen zu Vor- und Nachteilen des Mammographie-Screenings unter: www.mammo-programm.de

Kooperationsgemeinschaft Mammographie
Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie ist in gemeinsamer Trägerschaft von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im August 2003 gegründet worden. Ihre Aufgabe ist die Koordination, Qualitätssicherung und Evaluation des Mammographie-Screening-Programms. Im Jahr 2005 gingen die ersten Screening-Einheiten an den Start. Seit 2009 ist das Programm in Deutschland flächendeckend umgesetzt.

Medizin am Abend DirektKontakt: 

Kooperationsgemeinschaft Mammographie
Corinna Heinrich
Telefon: 030/319985130
E-Mail: cheinrich@koop-mammo.de
Corinna Heinrich Kooperationsgemeinschaft Mammographie

360°! TOP - Thema: Alterskrebs: Replikationsstress ab 45 Jahre - auch bei Sportlern?

Medizin am Abend Fazit:    Wenn das Böse die Macht übernimmt  

Während des Alternsprozesses kommt es zu einer Reihe von Mutationen in Stamm- und Vorläuferzellen, die zu einer Verschlechterung der Geweberegeneration, Verringerung der Organfunktionalität oder der Entstehung von Krebs führen können. 

In einem gemeinsamen Diskussionspapier stellen Forscher des Leibniz-Instituts für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena, der University of Glasgow (UK) und dem Buck Institute for Research on Aging (USA) nun erstmals die vielfältigen intrazellulären Mechanismen dar, die bei der Teilung von Darm- und Blutzellen zu einer Dominanz von mutierten Stamm- und Vorläuferzellen führen. Der Review wird im Journal Cell Stem Cell veröffentlicht. 
 
Die Zunahme von Gewebedysfunktion, Krankheiten und Krebsrisiko im Alter ist oft auf genetische oder epigenetische Veränderungen zurückzuführen, wobei die Anzahl an mutierten Stamm- und Vorläuferzellen in Geweben ab einem Alter über 45 Jahren exponentiell steigt.

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Zunahme von Mutationen in den Gewebestammzellen eine entscheidende Ursache für die Entstehung von Alterskrebs ist und der Erkrankung um Jahre vorausgeht.

Welche Mechanismen zu der Entstehung und klonalen Dominanz von mutierten Stammzellen im Alter führen, ist heute noch weitgehend unverstanden. Forscher renommierter Institute für Alterns- und Krebsforschung in Jena (Fritz-Lipmann-Institut), Glasgow/GB (Beatson Institute for Cancer Research) und Novato/USA (Buck Institute for Research on Aging) haben in einer Gegenüberstellung von bisherigen Forschungsergebnissen neue Forschungsansätze zur Erklärung der alternsassoziierten Dominanz mutierter Stammzellen aufgezeigt.

Eine erste generelle Erkenntnis der Gegenüberstellung ist, dass die Zunahme der Zellteilungsdominanz mutierter Stammzellen davon abhängt, um welches Gewebe es sich in welchem Organismus handelt, welche Mutationen vorliegen bzw. welche Signalwege betroffen sind.

So zeigt sich bspw., dass im blutbildenden System des Menschen die Effekte von Replikationsstress oder Telomerverkürzung stärker ausgeprägt sind als in Darmzellen.

Bei Mäusen gibt es bei neutralen Stammzellmutationen im Darm keinen Zusammenhang zwischen dem Alter der Tiere und der Entstehung von Mutationen. Die Dominanz von Mutationen, die zu einem Wachstumsvorteil führen, zeigte sich abhängig vom Kontext und trat zum Beispiel verstärkt bei Entzündungen im Gewebe auf. Eine Herausforderung an zukünftige Forschungsansätze muss es daher sein, gewebespezifische Ursachen und Folgen von Zellmutationen zu finden und insbesondere den Kontext „Altern“ im Hinblick auf die Verstärkung der Dominanz von Mutationen zu untersuchen.

Als mögliche Ursachen diskutieren die Experten den Verlust des Ruhezustands der Stammzellen, Telomerverkürzung und Stress bei der Replikation des Erbguts der Stammzellen im Laufe des Lebens.

Darüber hinaus sind epigenetische Veränderungen und Veränderungen in Stoffwechselsignalwegen mögliche Faktoren für die Verstärkung der Dominanz mutierter Stammzellen im Alter.

„Die Ursachenbreite für die Dominanz von mutierten Stammzellen im Zellteilungsprozess ist groß, und wir stehen erst am Anfang ihrer Erforschung“, resümiert Prof. Dr. K. Lenhard Rudolph, Wissenschaftlicher Direktor des FLI, die Ergebnisse des Reviews. Weiter erklärt er: „Dieses neue Forschungsgebiet ist allerdings von immenser Bedeutung für die Entwicklung von Therapien, die auf eine Verbesserung der Gesundheit im Alter zielen.

Wenn es gelingt die Ursachen der Dominanz mutierter Stammzellen im Alter zu identifizieren, können diese Prozesse gezielt gehemmt werden und damit das Risiko der Krebs- und Krankheitsentstehung im Alter reduzieren.“


Publikation.
Adams PD, Jasper H, Rudolph KL. Aging-Induced Stem Cell Mutations as Drivers for Disease and Cancer. Cell Stem Cell 2015, http://dx.doi.org/10.1016/j.stem.2015.05.002.

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Medizin am Abend DirektKontakt:

Dr. Evelyn Kästner
Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI), Beutenbergstr. 11, 07745 Jena
Tel.: 03641-656373, Fax: 03641-656351,
Dr. Kerstin Wagner Leibniz-Institut für Altersforschung - Fritz-Lipmann-Institut e.V. (FLI)


Hintergrundinformation.
Das Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena widmet sich seit 2004 der biomedizinischen Alternsforschung. Über 330 Mitarbeiter aus 30 Nationen forschen zu molekularen Mechanismen von Alternsprozessen und alternsbedingten Krankheiten.

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 89 selbständige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen, u.a. in Form der WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.100 Personen, darunter 9.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,64 Milliarden Euro. Näheres unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de.

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Beteiligte:
http://www.fli-leibniz.de - Homepage Leibniz-Institut für Altersforschung - Fritz-Lipmann-Institut (FLI) e.V.

TOP - Einladung zum Online-Vortrag: Was lernen wir von Extremsportlern? Mittwoch, 17. Juni 2015 um 18.00 Uhr

Medizin am Abend Fazit:  Was wir von Extremsportlern lernen können

Die APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft lädt am Mittwoch, 17. Juni 2015, zu einem Online-Vortrag des Extremsportlers und Sportpsychologen Michele Ufer ein. Er referiert über Selbstführung, Flow und Spitzenleistungen und darüber, was wir von Extremsportlern lernen können.  

Für externe Gäste stehen exklusiv 20 Plätze zur Verfügung. 


Spitzenleistung kennt man nicht nur aus dem Sport. Auch im Alltag und Berufsleben wird unsere Welt schneller, komplexer und vielschichtiger. Frei nach dem Motto: Höher, schneller, weiter. Ob Präsentation, Besprechung oder Projekt – die Erwartungen und Ziele sind hoch. Doch welche Fähigkeiten braucht es eigentlich, um besondere Leistungen zu vollbringen? Was motiviert zu Höchstleistungen und wie sieht eine erfolgreiche Vorbereitung aus?


Mentalcoach Michele Ufer gibt im Rahmen seines einstündigen Online-Vortrags „Selbstführung, Flow und Spitzenleistungen – Was wir von Extremsportlern lernen können!“ im virtuellen Hörsaal der APOLLON Hochschule Tipps und erklärt bestimmte Regeln zum Erreichen der Ziele.

Der Sport- und Managementpsychologe ist es von Berufswegen gewohnt, sich in extreme Situationen zu begeben. In seinem Vortrag erklärt er den Zusammenhang zwischen sportlichen Herausforderungen, den Anforderungen des Alltags und denen im Berufsleben.  

Zusätzlich präsentiert Michele Ufer erste Ergebnisse seines Forschungsprojektes, das ihn als Sportler und Forscher unter anderem zu Extremläufen am Polarkreis, im Amazonas-Regenwald und der Kalahari-Wüste führte.

Wie denkt, fühlt und handelt der Mensch unter extremen Bedingungen, um außergewöhnliche Ziele zu erreichen? Welche Motivation treibt ihn an? Und was können wir daraus für den Umgang mit den Herausforderungen des Alltags lernen? Diese und weitere Fragen sollen im Rahmen des Online-Vortrags beantwortet werden.

Die Veranstaltung startet am 17. Juni 2015 um 18:00 Uhr, die Teilnahme ist bequem von zu Hause aus möglich. Voraussetzungen sind ein Computer mit Internetzugang und Audioausgabe sowie gegebenenfalls ein Headset. Die APOLLON Hochschule bietet 20 externen Gästen exklusiv die Teilnahme am Online-Vortrag an. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs bis 15.06.2015 per E-Mail an studienorganisation@apollon-hochschule.de entgegen genommen. Alle Teilnehmer erhalten im Vorfeld die Zugangsdaten. Die Teilnahme ist kostenlos. Einlass in den digitalen Vortragsraum ist ab 17:30 Uhr für einen Technikcheck möglich.

Michele Ufer ist Experte in Sachen Extremsituationen. 2011 nahm er untrainiert am 250 km-Wüstenlauf in der chilenischen Atacama-Wüste teil und lies erfahrene Ultra-Läufer und Marathonerfahrene hinter sich. Sein Ziel war es, in einer Art Selbsttest am eigenen Leib zu erfahren und aufzuzeigen, zu welchen Leistungssteigerungen der menschliche Körper mit dem richtigen mentalen Training fähig ist. Michele Ufer arbeitet im Bereich der Sportpsychologie, er ist Managementberater, Mentalcoach und Extremsportler.

Weitere Informationen zur Hochschule unter http://www.apollon-hochschule.de

Die APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft GmbH ist Teil der Stuttgarter Klett Gruppe. Mit ihren 56 Unternehmen an 34 Standorten in 14 Ländern ist die Klett Gruppe ein führendes Bildungsunternehmen in Europa. Die 2.879 Mitarbeiter in den Unternehmen der Gruppe erwirtschafteten im Jahr 2014 einen Umsatz von 459,9 Millionen Euro. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.klett-gruppe.de

Medizin am Abend DirektKontakt

Universitätsallee 18
28359 Bremen
Deutschland
Bremen

Vera Rehenbrock

Telefon: 0421 / 378266 - 120
Fax: 0421 / 378266 - 190
E-Mail-Adresse: vera.rehenbrock@apollon-hochschule.de

Dr. Petra Becker

Telefon: 0421 / 378266 - 133
E-Mail-Adresse: petra.becker@apollon-hochschule.de

Ulrike Schmollinger

Telefon:
E-Mail-Adresse: s@apollon-hochschule.de

Yvonne Bries

Telefon: 0421 / 56 517 - 24
Fax: 0421 / 56 517 - 11