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Schweres Darmversagen bei Kindern - familiäre lymphohistiozytäre Hämophagozytose (FHL)

Medizin am Abend Fazit:  Schwerem Darmversagen bei Kindern auf der Spur

 

Dr. Carsten Posovszky von der Ulmer Uniklinik für Kinder- und Jugendmedizin hat für die Erforschung einer seltenen Erkrankung, die auch Darmversagen bei Kindern verursacht, den Wissenschaftspreis der deutschsprachigen Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung erhalten. Seine Erkenntnisse könnten nicht nur dabei helfen, die Therapie Betroffener zu verbessern. 
Sie tragen auch zu einem besseren Verständnis der komplexen Verdauungsvorgänge bei. 

Auszeichnung bei der GPGE-Jahrestagung (v.r.):  Preisträger Dr. Carsten Posovszky (Ulm), Dr. Stephan Buderus, 1. Vorsitzender der GPGE, und Dr. Judith Pichler (Wien)
Auszeichnung bei der GPGE-Jahrestagung (v.r.): Preisträger Dr. Carsten Posovszky (Ulm), Dr. Stephan Buderus, 1. Vorsitzender der GPGE, und Dr. Judith Pichler (Wien) Foto: Dr. Martin Claßen
 
Chronische Durchfallerkrankungen beginnen meist schon im ersten Lebensjahr und können schlimme Folgen haben – von Wachstums- und Gedeihstörungen bis zum Tod.

Kinder mit diesen seltenen, meist genetisch bedingten Erkrankungen müssen in vielen Fällen künstlich ernährt werden, denn ihr Darm kann die Mineral-, Protein- und Nährstoffbilanz nicht aufrecht erhalten („Darmversagen“).

Die Aufklärung zugrunde liegender Gendefekte hilft nicht nur den Betroffenen, sondern führt auch zu einem besseren Verständnis der komplexen Verdauungsvorgänge. Einen weiteren Baustein hat Dr. Carsten Posovszky von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin beigesteuert. Für seine Veröffentlichung im Journal „Pediatric Blood and Cancer“ über die seltene Erkrankung FHL Typ 5, die auch ein Darmversagen verursachen kann, ist er mit dem Wissenschaftspreis der deutschsprachigen Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) ausgezeichnet worden.

Die familiäre lymphohistiozytäre Hämophagozytose (FHL) ist eine Erkrankung des körpereigenen Abwehrsystems. 

Eine überschießende Immunreaktion mit hohem Fieber, die einer Blutvergiftung ähnelt, ist charakteristisch und teils lebensbedrohlich. 

Dazu kommen oft Darmversagen, Innenohrschwerhörigkeit oder eine gestörte Nierenfunktion.

 „Diese Symptome werden durch fehlerhafte Transportprozesse in weißen Blutzellen, den Lymphozyten, verursacht. Die Erkrankung kann normalerweise mit einer Stammzelltransplantation geheilt werden, wobei die körpereigenen, kranken Lymphozyten erst ausgemerzt und dann durch gesunde Spenderzellen ersetzt werden“, erklärt der Preisträger. Bei den vier in der ausgezeichneten Publikation beschriebenen Patienten mit FHL Typ 5 blieb die Darmsymptomatik jedoch auch nach einer erfolgreichen Stammzelltransplantation bestehen.

Dr. Posovszky begab sich also auf Ursachensuche: Gemeinsam mit Kollegen hat er die Krankheitsverläufe der vier betroffenen Familien aus Deutschland, Pakistan, Saudi Arabien und Israel aufgearbeitet und Gewebeproben aus Darm sowie Niere untersucht.

 „Durch histopathologische und elektronenmikroskopische Analysen konnten wir zeigen, dass eine geregelte Nahrungsaufnahme durch eine Störung der Membranorganisation der Darmzellen verhindert wird.

Tatsächlich tragen Mutationen im STXBP2-Gen dazu bei, dass die epithelialen Transportprozesse nicht richtig funktionieren“, erklärt Posovszky.

Den betroffenen Geweben in Darm, Niere und Innenohr ist gemein, dass sie aus so genannten Epithelzellen bestehen.

An der Oberfläche der Epithelzellen findet der Transport von unterschiedlichen Stoffen durch die Zellmembran statt.

Größere Moleküle oder Nahrungsteilchen können durch Einstülpungen dieser Biomembran in die Zelle aufgenommen werden. Die Epithelzellen können durch membranverlagernden Transport aber auch Stoffe wieder an die Zellumgebung abgeben.

„Nun erforschen wir das Zusammenspiel des STXBP2 Proteins mit anderen Membranfusionsproteinen, um seine Rolle für die Zellmembranentwicklung und die epithelialen Transportprozesse aufzuklären“, sagt Carsten Posovszky, Letztautor der ausgezeichneten Publikation. In Zukunft wird er also weitere Bausteine zum Verständnis des Verdauungsvorgangs und zur Therapie seltener Darmerkrankungen beisteuern.

Weitere Informationen: Dr. Carsten Posovszky, Tel.: 0731-50057315

Persistent defective membrane trafficking in epithelial cells of patients with familial hemophagocytic lymphohistiocytosis type 5 due to STXBP2/MUNC18-2 mutations. Stepensky P, Bartram J, Barth TF, Lehmberg K, Walther P, Amann K, Philips AD, Beringer O, Zur Stadt U, Schulz A, Amrolia P, Weintraub M, Debatin KM, Hoenig M, Posovszky C.
Pediatric Blood Cancer. 2013 Jul;60(7):1215-22. doi: 10.1002/pbc.24475. Epub 2013 Feb 4.


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Rettungsfahrzeuge schneller ankommen

Medizin am Abend Fazit: So könnten Rettungsfahrzeuge schneller ankommen

Bochumer Forschungsteam entwickelt Software für die Standortoptimierung
Nicht nur Hauptwachen nutzen, sondern auch flexible Wachen 





Nur acht bis zehn Minuten dürfen in Städten vergehen, bis Rettungskräfte nach einem Notruf am Ort des Geschehens eintreffen – eine Herausforderung für die Planer bei den Rettungsdiensten. Wo sollen wann die Rettungsfahrzeuge stationiert werden, damit alle Orte im Stadtgebiet bestmöglich erreicht werden können? In Kooperation mit der Feuerwehr hilft das Team vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre um Prof. Dr. Brigitte Werners, diese komplizierte Frage IT-gestützt zu beantworten. 
 
Bochumer Stadtzentrum derzeit überversorgt

Das Projektteam griff auf vorhandene Daten über Einsätze in der Stadt Bochum zurück. Dabei kam zum Beispiel heraus, dass die Stoßzeit für Rettungseinsätze zwischen 10 und 14 Uhr liegt. An Wochenenden und mittwochs häufen sich die Einsätze, vermutlich stecken die Öffnungszeiten der Arztpraxen dahinter. Im Stadtzentrum sind mehr Einsätze zu verzeichnen als in Rand- oder Industriegebieten. Diese und noch mehr Daten gingen in die Analyse ein.

Ergebnis: Die Bochumer Innenstadt ist aktuell sehr gut versorgt, teils sogar überversorgt: Sämtliche Orte sind für Rettungsfahrzeuge binnen kurzer Zeit erreichbar, auch parallele Einsätze stellen kein Problem dar. Anders sieht es allerdings in einigen Randbezirken aus.

Krankenhäuser und andere städtische Gebäude

 „Eine entscheidende Stellschraube für die Optimierung des Rettungsdienstes ist die Platzierung der Rettungsfahrzeuge“, erklärt Werners. Zu bestimmten Zeiten kann es sinnvoll sein, sie nicht an einer der drei Hauptwachen zu stationieren, sondern an sogenannten flexiblen Wachen. „Das können zum Beispiel Standorte der freiwilligen Feuerwehr sein, aber auch Krankenhäuser oder andere städtische Gebäude wie etwa Schulen“, so die RUB-Forscherin.

Mittels komplizierter Rechenverfahren ermittelt das Optimierungstool SPR2 nach der Dateneingabe die optimalen Standorte für Rettungsfahrzeuge. Die Bochumer Feuerwehr überlegt derzeit, ob und wie sich die vorgeschlagenen Veränderungen in der Stadt umsetzen lassen. Brigitte Werners ist derweil viel unterwegs, um das Tool auch an anderen Orten in NRW vorzustellen. Mehrere Städte haben ihre Daten aus den vergangenen Jahren schon an das Bochumer Team übermittelt, um ebenfalls die Optimierung durchführen zu lassen.

Ausführlicher Beitrag im Wissenschaftsmagazin RUBIN


Medizin am Abend DirektKontakt

Prof. Dr. Brigitte Werners, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-28311, E-Mail: or@ruhr-uni-bochum.de
Dr. Julia Weiler,  Meike Drießen Ruhr-Universität Bochum


Weitere Informationen für Medizin am Abend Beteiligte:
http://http://www.rubin.rub.de/ - RUBIN im Internet
http://rubin.rub.de/de/rettungsdienst - direkt zum Beitrag

Nach dem Lauf: Gute Fette, böse Fette - vor und nach dem Workout

Medizin am Abend Fazit:  Gute Fette, böse Fette: SHAPE erklärt mit welchen Super-Foods Sportler vor und nach dem Workout effektiv Fett verbrennen

 

Mehr als doppelt so viele Kalorien wie Kohlenhydrate und Eiweiß - Fett hat es wirklich nicht leicht. Dass der Mensch es aber braucht, um zu funktionieren, erklärt SHAPE (EVT: 15.05.2015) in der neuen Ausgabe.


Es schützt die inneren Organe, macht die Vitamine A, D, E und K verdaubar und hilft sogar beim Abnehmen.

Ungesättigte, pflanzliche Fettsäuren verringern das Risiko von Herzerkrankungen und Diabetes. Transfettsäuren, wie sie vor allem in industriell produzierter Nahrung vorkommen, erhöhen hingegen das Risiko.

Das bedeutet also: so oft wie möglich frisch kochen und zwar am besten mit Fatburner-Foods. Welche das sind, verrät SHAPE.

Ganz vorne mit dabei sind Erdnüsse: Eigentlich keine Nüsse, sondern Hülsenfrüchte, die mit einer Extraportion Eiweiß die Fettverbrennung pushen.

Spinat gilt als der Fatburner überhaupt: Das enthaltene Nitrat lässt unsere Muskeln viel effizienter arbeiten. Das in Eiern vorkommende Eiweiß kann der Körper am besten verwerten und so Muskeln auf- und Fett abbauen.

Wer öfter mal zu braunem statt weißem Reis greift, versorgt seinen Körper mit gleich dreimal so vielen Vitaminen und Mineralstoffen.

Der Fatburner-Stoff Resveratol findet sich beispielsweise in roten Trauben - Studien zeigten, dass er die Zahl der Fettzellen im Körper nachweislich reduziert.

Lachs enthält reichlich gesunde Omega-3-Fettsäuren. Wer auf etwas Süßes nicht verzichten möchte, greift einfach zur dunklen Schokolade - Bitterschokolade enthält nämlich Flavonole, die sich positiv auf die Cholesterinwerte auswirken. Und wer mit Zimt würzt, senkt seinen Blutzuckerspiegel um rund 30 Prozent.

Schneller sprinten mit Espresso? Workout-Food für optimale Leistung 

Um das volle Potential ihres Workouts auszuschöpfen, überlegt sich die schlaue Sportlerin, was sie vor und nach dem Workout isst.

Ökotrophologin und Bestsellerautorin von Ernährungsratgebern Marion Grillparzer gibt dazu Tipps in SHAPE:

Eine leicht grüne Banane (die haben weniger Zucker) oder ein grüner Smoothie sind super Pre-Workout Snacks.

Wer möchte, trinkt einen Espresso bis zu einer halben Stunde vor dem Training: 

"Der Koffeinkick steigert die Leistung, verbessert die Ausdauer und fördert den Fettabbau." Wichtig ist: Die letzte große Mahlzeit sollte zwei bis drei Stunden zurückliegen.

Nach dem Sport ist es wichtig, den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen. Als Faustregel gilt: pro Stunde Workout zwei Liter Wasser. Wer zwei Stunden auf einen After-Workout Snack verzichtet, verbrennt Körperfett noch effektiver.

Nur wer mindestens eine Stunde durchgepowert hat, kann direkt zum Sportlermüsli greifen: 

"Bis 45 Minuten nach dem Sport ist die Aminosäureaufnahme fast dreimal so hoch, der Muskel wächst besser."

Top-Eiweißlieferanten nach dem Workout sind: Putenbrust, Nüsse, zuckerfreies Proteinpulver.


Über Shape 

SHAPE ist das einzigartige Fitness- und Lifestylemagazin für körperbewusste, aktive und anspruchsvolle Frauen mit dem Ziel, seine Leserinnen mit Freude und Kompetenz in Bestform zu bringen. Als Personal Trainer für Körper, Geist und Seele motiviert SHAPE, transportiert Lebenslust und ergänzt Fitness & Food um die Lifestylethemen Beauty & Fashion sowie Reise & Psychologie. Das inspirierende Konzept deckt alle Facetten im Leben einer aktiven Frau ab. SHAPE ist ein Lebensgefühl und das Must-Have für alle Frauen, die stylish, sexy und fit sein wollen. Das Magazin erscheint international mit 15 Ausgaben in über 30 Ländern und ist somit das größte Fitnessmagazin für Frauen weltweit.

Die Bauer Media Group ist eines der erfolgreichsten Medienhäuser weltweit. Mehr als 600 Zeitschriften, über 400 digitale Produkte und 50 Radio- und TV-Stationen erreichen Millionen Menschen rund um den Globus. Darüber hinaus gehören Druckereien, Post-, Vertriebs- und Vermarktungsdienstleistungen zum Unternehmensportfolio. Mit ihrer globalen Positionierung unterstreicht die Bauer Media Group ihre Leidenschaft für Menschen und Marken. Der Claim "We think popular." verdeutlicht das Selbstverständnis der Bauer Media Group als Haus populärer Medien und schafft Inspiration und Motivation für die rund 11.000 Mitarbeiter in 16 Ländern. 

 

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Schlafverhalten von Grundschulkindern

Medizin am Abend Fazit:  Wie das Schlafverhalten die tägliche Leistungsfähigkeit von Schulkindern beeinflusst

 

Eingangsinformation:

84 Prozent der Neun- bis 14-Jährigen besitzen ein Handy, 58 Prozent ein Smartphone. Das berichtet das Apothekenmagazin "Baby und Familie" unter Bezug auf das LBS-Kinderbarometer. Für die Studie wurden 11000 Kinder befragt. Meist benutzt der Nachwuchs die Geräte, um sich mit Freunden auszutauschen. Allerdings: Abends, wenn es ins Bett geht, sollte Schluss sein. US-Forscher warnen nämlich: Der Medienkonsum reduziere die Schlafqualität. 

 

360° MFA - Zusatzlink: http://www.planet-schule.de/

Das Forschungsprojekt FLUX belegt erstmals im Alltagskontext, dass die kognitiven Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern mit der Qualität und Dauer ihres Schlafs in der Nacht zuvor zusammenhängen. 
 
Es erscheint allgemein plausibel, dass es einem Kind, das schlecht geschlafen hat, schwer fällt, sich im Unterricht zu konzentrieren oder Aufgaben zu bearbeiten. Doch erst jetzt belegen neue Befunde des Forschungsprojekts FLUX wissenschaftlich, dass „die tägliche kognitive Leistungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern mit ihrem Schlafverhalten in der Nacht zuvor zusammenhängt“, so Projektleiter Professor Dr. Florian Schmiedek. Entscheidend sind die Qualität und die Dauer des Schlafs: Den Untersuchungen zufolge erbrachten die Schulkinder am nächsten Morgen bessere Leistungen, wenn sie gut geschlafen hatten. Sie zeigen ebenfalls bessere Leistungen, wenn sie so lange wie für sie persönlich üblich geschlafen hatten. Negativ wirkte sich weniger oder deutlich mehr Schlaf als gewöhnlich aus. Die Forschungsarbeiten zeigten zudem, dass das Schlafverhalten von Nacht zu Nacht variiert und somit jeden Tag dazu beitragen kann, dass die kognitive Leistungsfähigkeit der Kinder unterschiedlich ausfällt.

In den zugrunde liegenden Untersuchungsreihen lösten 110 Grundschulkinder im Alter von acht bis elf Jahren vier Wochen lang mehrmals täglich spielerische, eigens entwickelte Denkaufgaben auf speziell programmierten Smartphones, deren Beantwortung Aufschluss über die aktuelle kognitive Leistungsfähigkeit der Kinder gab. Zugleich beantworteten die Schülerinnen und Schüler Fragen zu relevanten Faktoren wie Stimmung, Motivation und eben dem Schlafverhalten. Die Kinder bearbeiteten die Aufgaben und Fragen in der Schule oder zu Hause und damit genau in dem Kontext, wo üblicherweise kognitive Anforderungen an sie gestellt werden – eine erstmals so bei Grundschulkindern angewandte Untersuchungsmethode.

Das vorwiegend psychologisch ausgerichtete Forschungsprojekt FLUX, in dessen Rahmen die aktuellen Ergebnisse erarbeitet wurden, untersucht als eine der ersten Studien systematisch die kognitiven Leistungsschwankungen bei Grundschulkindern. Ziel ist es, das Ausmaß der Schwankungen zu quantifizieren und mehr zu Ursachen und Konsequenzen in Erfahrung zu bringen. Im Fokus steht dabei vor allem das Arbeitsgedächtnis, das für das simultane Speichern und Verarbeiten von Informationen verantwortlich ist. In dieser Funktion ist es zentral für kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit und logisches Denken und damit für das Lernen und die Leistungen in der Schule. „FLUX konnte bedeutsame tagtägliche Schwankungen der kognitiven Fähigkeiten nachweisen und hat als einen möglichen Einflussfaktor nun das Schlafverhalten identifiziert“, erläutert Schmiedek. Für ihn unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung von gleichmäßigen Schlafroutinen.

Die aktuellen Befunde des Projektes im Detail: http://bit.ly/FLUX_Befunde_Schlafverhalten

FLUX ist ein Projekt des Forschungszentrums IDeA (Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk). An dem vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) koordinierten Zentrum erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DIPF, der Goethe-Universität-Frankfurt und des Sigmund-Freud-Instituts individuelle Entwicklungsprozesse von Kindern.

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FLUX-Befunde: Professor Dr. Florian Schmiedek, DIPF, +49 (0)69 24708-820 schmiedek@dipf.de
Philip Stirm, DIPF, +49 (0)69 24708-123, stirm@dipf.de

Weitere Informationen für die international Medizin am Abend Beteiligten :
http://bit.ly/FLUX_Befunde_Schlafverhalten (die Befunde im Detail)
http://www.idea-frankfurt.eu/de/forschung/schwerpunkte/individuelle-entwicklung/... (mehr zum Forschungsprojekt FLUX)

Impfstoffe und Kreuzpräsentation - Mein Immunsystem

Medizin am Abend Fazit: Schlüsselmechanismus des Immunsystems aufgeklärt

Wissenschaftler der Universität Bonn, der TU Braunschweig sowie des Uniklinikums Leiden haben einen zentralen Schritt der körpereigenen Immunabwehr aufgeklärt. Ihre Arbeit könnte langfristig einen Weg zu wirkungsvolleren Impfstoffen bereiten. Die Ergebnisse sind jetzt im Fachjournal „Immunity“ erschienen. 

Aufnahme einer dendritischen Zelle:  Mit einer speziellen Mikroskopietechnik konnten die Forscher Sec61 (kleine schwarze Pünktchen) in den rotgefärbte Endosomen ("Tüten") sichtbar machen.
Aufnahme einer dendritischen Zelle: Mit einer speziellen Mikroskopietechnik konnten die Forscher Sec61 (kleine schwarze Pünktchen) in den rotgefärbte Endosomen ("Tüten") sichtbar machen. (c) AG Burgdorf
 
Das Immunsystem setzt – wie die Polizei – auf Arbeitsteilung. Da sind zunächst einmal die dendritischen Zellen. Sie laufen rund um die Uhr Patrouille und sichern die Spuren verdächtiger Eindringlinge. Bei Erfolg präsentieren sie ihre Funde einem schlagkräftigen Fahndungsteam, den zytotoxischen T-Zellen. Diese Killer wissen nun, wonach sie suchen müssen. Sie schwärmen aus und vernichten die Erreger.

Wie die Spurensicherung abläuft, wissen Forscher inzwischen recht genau: Wenn eine dendritische Zelle auf ein unbekanntes Protein stößt (etwa ein Toxin oder den Bestandteil eines Virus), umfließt sie es mit ihrer Zellmembran. Dabei entsteht ein Membranbläschen, ein Vesikel – eine Art intrazelluläre Tüte, die den Fremdstoff enthält und als Endosom bezeichnet wird. In der Zelle verlässt das fremde Protein die „Tüte“ und wird von Verdauungsenzymen zerlegt.

Dabei entstehen Bruchstücke, die die dendritische Zelle an ihre Oberfläche transportiert und dort den zytotoxischen T-Zellen unter die Nase reibt. Diese vermehren sich und machen Jagd auf all diejenigen Zellen im Körper, an denen sie dieselben Proteinbruchstücke riechen.

Das Vorzeigen der Bruchstücke an zytotoxische T-Zellen heißt Kreuzpräsentation.

Es ist ein extrem wichtiger Mechanismus, ohne den die Immunabwehr einen großen Teil ihrer Schlagkraft einbüßen würde. Ein Schlüsselschritt dieser Kreuzpräsentation war bislang ungeklärt: Wie gelangt das Fremdprotein aus der Tüte in das Zellinnere?

Molekulare Locher zerstören die intrazelluläre Tüte

Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Sven Burgdorf und Matthias Zehner haben diese Frage nun beantworten können. Schon lange wurde vermutet, dass ein Molekül namens Sec61 die Tüte mit dem verdächtigen Fund durchlöchert. Ein Beweis für diese These fehlte jedoch.

Sec61 entsteht in den dendritischen Zellen in einem zelleigenen Röhrensystem, das endoplasmatische Retikulum. „Es übernimmt dort lebenswichtige Aufgaben“, erklärt Prof. Burgdorf, der am LIMES-Institut der Universität Bonn arbeitet (das Akronym LIMES steht für „Life and Medical Sciences“). „Wir haben nun zusammen mit Partnern aus Braunschweig eine Möglichkeit gefunden, das Sec61 in diesem Röhrensystem festzuhalten, ohne seine Funktion zu beeinträchtigen.“

Durch diesen Trick konnte Sec61 nicht mehr zur Tüte mit dem verdächtigen Protein gelangen. Auf den ersten Blick verhielt sich die Zelle absolut normal. „Wir weisen aber nach, dass die Kreuzpräsentation vollständig unterbleibt, wenn wir Sec61 festhalten“, erklärt Prof. Burgdorf. Mit einer in Leiden entwickelten Mikroskopietechnik konnten die Forscher zudem zeigen, dass Sec61 im Normalfall tatsächlich zur Wand der Tüte wandert.

Impfstoffe funktionieren umso besser, je effektiver es ihnen gelingt, eine starke Kreuzpräsentation anzuregen.

Die Pharmaindustrie kennt inzwischen eine Reihe von Zusatzstoffen, so genannten Adjuvantien, mit denen sich die Kreuzpräsentation ankurbeln lässt. „Dennoch gelingt das nicht immer in ausreichendem Maße“, betont Prof. Burgdorf. „Wir hoffen, dass unsere Grundlagenarbeit langfristig neue Möglichkeiten aufzeigt, Impfungen gegen Viren oder Tumoren weiter zu verbessern.“




Matthias Zehner (rechts) und Prof. Dr. Sven Burgdorf vom LIMES-Institut der Universität Bonn bei der Auswertung der Zellexperimente.
Matthias Zehner (rechts) und Prof. Dr. Sven Burgdorf vom LIMES-Institut der Universität Bonn bei der Auswertung der Zellexperimente. (c) AG Burgdorf


Publikation: Matthias Zehner, Andrea L. Marschall, Erik Bos, Jan-Gero Schloetel, Christoph Kreer, Dagmar Fehrenschild, Andreas Limmer, Ferry Ossendorp, Thorsten Lang, Abraham J. Koster, Stefan Dübel und Sven Burgdorf: The Translocon Protein Sec61 Mediates Antigen Transport from Endosomes in the Cytosol for Cross-Presentation to CD8+ T Cells; Immunity; DOI: 10.1016/j.immuni.2015.04.008


Medizin am Abend DirektKontakt:

Prof. Dr. Sven Burgdorf
LIMES-Institut der Universität Bonn
Tel.: 0228/73-6 28 25
E-Mail: burgdorf@uni-bonn.de Johannes Seiler
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Diabetes Typ 2: Stürze und Knochenbrüche - Hausnotrufdienst - EinsatzPlanungen

Medizin am Abend Fazit: Diabetes Kongress in Berlin: Diabetes Typ 2 im Alter maßgeschneidert behandeln

In Deutschland leidet ein Viertel der über 75-Jährigen unter einem Diabetes mellitus, dies betrifft etwa drei Millionen Menschen in Deutschland. Biologisch ältere, multimorbide und in ihren Funktionen eingeschränkte Menschen mit Diabetes benötigen spezielle Vorgehensweisen bei Zielplanung, Allgemeinmaßnahmen und Pharmakotherapie.
 
Bei insulinpflichtigen älteren Menschen mit Diabetes kommen nicht selten Unterzuckerungen vor. Ursachen hierfür sind unter anderem ungeeignete oder fehlende Schulungsmaßnahmen oder Überforderung der Betroffenen. 

Unterzuckerungen sind gerade für Ältere besonders gefährlich: Einerseits führen Unterzuckerungen, besonders wenn sie ohne wesentliche Symptome und unerwartet auftreten, zur akuten Gefährdung, etwa durch Stürze mit Knochenbrüchen. Daher sind besonders ältere Breitensportler z.b. im Marathonlauf zu beobachten. 

Ein diesbezügliches Hausnotrufdienst wäre zu überlegen.

Andererseits sind sie auch häufig mit Herzrhythmusstörungen verbunden und können auf lange Sicht sogar die Entstehung einer Demenz fördern.

Daher zielt nach aktuellen Leitlinien eine optimale Diabetestherapie im Alter vor allem auf eine möglichst geringe Gefahr von Unterzuckerungen und altersgerechte Darreichungsformen der medikamentösen Behandlung ab.

Wichtig ist auch eine gute Verträglichkeit, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Mit angemessenen Schulungsmaßnahmen, individualisierten Therapiezielen und modernen Therapien lassen sich ältere Menschen mit Typ-2-Diabetes oft bis ins hohe Alter gut behandeln.

Bei der Therapie von Begleit- und Folgeerkrankungen ist besonders bei hochbetagten Menschen individuell vorzugehen.


Medizin am Abend DirektKontakt:

Diabetes Kongress 2015
Anne-Katrin Döbler/ Julia Hommrich/Lisa Ströhlein
50. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel: 0711 8931 423, Fax: 0711 8931-167
hommrich@medizinkommunikation.org

Weitere Informationen für die international beteiligten Medizin am Abend Leser:
http://www.diabeteskongress.de
http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

360° TOP- TV - Thema: Klinik- Krankenhauscheck - wie gut ist mein Krankenhaus? Ab 20. Mai 2015...!

Medizin am Abend Fazit:  SWR macht den Klinik-Check Südwest

Wie gut ist mein Krankenhaus?: Ergebnisse der datenjournalistischen Analyse in einem Themenschwerpunkt in den SWR-Programmen und unter SWR.de/klinikcheck am 21. Mai 2015

In welchen Regionen des Südwestens sind Patienten bei einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall gut aufgehoben? Wo gibt es möglicherweise überflüssige Operationen? Wer lebt in einer Gegend, in der bestmögliche Hilfe zu weit weg ist?

In dem Projekt "Klinik-Check Südwest" erhebt und analysiert der SWR seit 2014 zahlreiche Daten zur Krankenhausversorgung im Südwesten - es wurden u. a. Statistiken von über 15 Millionen Operationen und mehr als zehntausend Excel-Tabellen ausgewertet. 

Am Donnerstag, 21. Mai 2015 werden die Ergebnisse in Fernsehen, Hörfunk und Internet präsentiert.

Der Klinik-Check zeigt, in welchen Landkreisen und Städten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland Menschen im Notfall gut versorgt sind und wo es möglicherweise problematisch werden kann. Grundlage der Analyse sind u. a. Qualitätsberichte der Krankenhäuser, Erhebungen des Statistischen Bundesamtes sowie eine umfangreiche Befragung des SWR.

Wie gut ist mein Krankenhaus? - Reportagen, Hintergrundberichte und Analysen im SWR Fernsehen und in den Hörfunkwellen SWR1, SWR2, SWR3, SWR4 und SWRinfo sowie ein Online-Special unter SWR.de/klinikcheck informieren die Menschen über die Qualität der Krankenhausversorgung im Südwesten.

Im Internet werden ab 20. Mai Größe der Klinik, Fachrichtungen, Finanzen sowie die Notfallversorgung bei Herzinfarkt und Schlaganfall abgebildet.

Im SWR Fernsehen geht es am 21. Mai unter anderem in der "Landesschau Baden-Württemberg", in der "Landesschau Rheinland-Pfalz", in der "Landesschau aktuell Rheinland-Pfalz", in "Zur Sache Baden-Württemberg", in "Zur Sache Rheinland-Pfalz", in "Marktcheck" und "Odysso" um unterschiedliche Aspekte dieses Themas.

Für den Klinik-Check wurden 233 Krankenhäuser der Grundversorgung befragt, 132 in Baden-Württemberg, 81 in Rheinland-Pfalz, 20 im Saarland. 

Die Krankenhäuser haben mit einer Rücklaufquote von 88 Prozent geantwortet.

Neben einer Selbstdarstellung der Klinik wurden Daten zum Personal, zur medizinischen Versorgung und zur wirtschaftlichen Situation erhoben. Bei der Auswertung der Daten haben Statistiker der Universitätsklinik Heidelberg unterstützt.

"Klinik-Check Südwest - Wie gut ist mein Krankenhaus?" am 21. Mai 2015 im SWR Fernsehen, Hörfunk und im Internet unter SWR.de/klinikcheck.

Medizin am Abend DirektKontakt

Johanna Leinemann, Tel.: 07221 929-22285, johanna.leinemann@swr.de

Ursache für männliche Unfruchtbarkeit - Männliche Infertilität: TEX11-Gen

Medizin am Abend Fazit:  Internationales Team identifiziert Gen als eine Ursache für männliche Unfruchtbarkeit

 

 

http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1406192 Link zur Studie

Bei mindestens einem Drittel der ungewollt kinderlosen Paare in Deutschland liegt die Ursache beim Mann. Meist funktioniert seine Spermienbildung nicht richtig. Ein Team aus Forschern der Universität Münster hat nun gemeinsam mit Kollegen der Universität Pittsburgh (USA) und der Akademie der Wissenschaften in Poznan (Polen) einen Gendefekt als eine der Ursachen für diese Fehlfunktion identifiziert. 

Das deutsche Forscherteam: hinten (v.l.) Dr. Birgit Westernströer, Dr. Frank Tüttelmann und Dr. Albrecht Röpke, vorn: Prof. Sabine Kliesch und Prof. Stefan Schlatt
 Das deutsche Forscherteam: hinten (v.l.) Dr. Birgit Westernströer, Dr. Frank Tüttelmann und Dr. Albrecht Röpke, vorn: Prof. Sabine Kliesch und Prof. Stefan Schlatt Foto: M. Keß
 
Etwa jedes sechste Paar in Deutschland bleibt ungewollt kinderlos – und bei mindestens einem Drittel der Fälle liegt die Ursache beim Mann. Meist funktioniert seine Spermienbildung nicht richtig. Ein Team aus Forschern der Universität Münster hat nun gemeinsam mit Kollegen der Universität Pittsburgh (USA) und der Akademie der Wissenschaften in Poznan (Polen) einen Gendefekt als eine der Ursachen für diese Fehlfunktion identifiziert. Die sowohl für die Grundlagenforschung an männlicher Infertilität - so der Fachbegriff für Unfruchtbarkeit - als auch für die klinische Praxis wichtige Studie erschien jetzt im renommierten "New England Journal of Medicine".

Mutationen im sogenannten TEX11-Gen wurden von den Wissenschaftlern bei deutschen und ebenso bei amerikanischen Männern nachgewiesen, die ungewollt kinderlos sind. "Genauer gesagt liegt bei der Mehrzahl der untersuchten Männer eine Störung der Meiose, dem wichtigsten Vorgang der Keimzellbildung, vor", erläutert Priv.-Doz. Dr. Frank Tüttelmann, Mitarbeiter des münsterschen Instituts für Humangenetik und gemeinsam mit Dr. Alex Yatsenko aus Pittsburgh Leiter der Studie.

Im Hoden findet ein sogenannter --Meiosearrest-- statt, was bedeutet, dass die Spermienbildung bis zur Meiose richtig funktioniert, danach aber nicht weiter läuft. Verantwortlich dafür sind Mutationen des TEX11-Gens, die dazu führen, dass bei den betroffenen Männern die Samenflüssigkeit keine Spermien enthält und sie somit unfruchtbar sind.

Diese Mutationen konnte das Forscherteam, dem neben Tüttelmann und Dr. Albrecht Röpke aus der Humangenetik auch Prof. Stefan Schlatt, Prof. Sabine Kliesch und Dr. Birgit Westernströer vom Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CeRA) der Uni Münster angehörten, nun erstmals als Ursache für männliche Infertilität nachweisen.

Möglich wurde die Entdeckung dieser Genmutation durch die Anwendung neuester Technologie, nämlich der Array-CGH. "Dabei wurde das X-Chromosom hochauflösend analysiert und wir konnten kleine Stückverluste des TEX11-Gens bei zwei betroffenen Männern identifizieren", berichtet Prof. Stefan Schlatt. Auch bei weiteren unfruchtbaren Patienten ließen sich dann Punktmutationen mittels einer Sequenzuntersuchung im TEX11-Gen nachweisen. Dafür untersuchten die münsterschen Forscher 240 Patienten und ihre Kollegen vom Department of Obstetrics, Gynecology and Reproductive Sciences in Pittsburgh 49; anschließend wurden die Ergebnisse verglichen. "Bei gesunden Männern mit normaler Spermienzahl fanden wir keine Mutationen des TEX11-Gens", so Tüttelmann.

Dass die Ursache für ihre Unfruchtbarkeit so eindeutig geklärt werden konnte, verschafft den betroffenen Männern zumindest Klarheit - auch wenn es für sie derzeit noch keine Therapie gibt und die Paare nur auf künstliche Befruchtung setzen können.

Seit 2013 läuft das internationale Projekt, unter anderem gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG. Das Team ist trotz der nun veröffentlichten herausragenden Erkenntnisse noch nicht am Ende seiner gemeinsamen Forschungen angelangt:

"Ob unsere Ergebnisse durch eine etwaige Vererbbarkeit auch Bedeutung für die Nachkommen dieser Männer haben, wissen wir noch nicht“, schildert Tüttelmann die weiteren Pläne: "Das wollen wir noch genauer erforschen." Zunächst freuen sich die Wissenschaftler aber über die Würdigung ihrer Studie in einem der höchstangesehen medizinischen Journale überhaupt.

DOI: 10.1056/NEJMoa1406192

Medizin am Abend DirektKontakt:

Dr. Thomas Bauer
Medizinische Fakultät der Universität Münster/Referent für Forschung und Lehre
Telefon: 0251 83-58937
E-Mail: thbauer@uni-muenster.de
Dr. Christina Heimken Westfälische Wilhelms-Universität Münster


Weitere Informationen für die international Medizin am Abend Beteiligte:
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1406192 Link zur Studie

360° TOP-Thema: Blutstropfen-Tests im Hobbysport zur Dopingkontrolle z.b. Marathon

Medizin am Abend Fazit:  NADA sieht Einsatzmöglichkeiten des Blutstropfen-Tests im Hobbysport zur Dopingkontrolle,

 

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/048/1804898.pdf

 

Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) schätzt, dass bald auch Hobbysportler bei Radrennen, Triathlons und Marathons auf Dopingsubstanzen getestet werden.

Die Vorstandsvorsitzende der NADA, Andrea Gotzmann, sagte der ARD-Recherche-Redaktion Sport: "Wir wollen den dopingfreien Sport und das kann sich nicht nur auf die 7000 Spitzensportler im Test-Pool der NADA beschränken." Für den neuen Dopingtest sieht Gotzmann gewisse Einsatzmöglichkeiten auch im Breitensport, "einfach um mal ein deutliches Zeichen zu setzen und zu evaluieren, was läuft denn eigentlich tatsächlich im Sport".

Grundlage für die Ausweitung der Dopingkontrollen auf den Hobbysport ist der neue, sogenannte Blutstropfen-Test. Er eignet sich für die Einführung von Dopingkontrollen im Breitensport besonders gut, weil für die Analyse lediglich ein Tropfen Blut ausreicht.

Der Test ist kostengünstiger und einfacher durchzuführen als die bisherigen Urin- und Blutkontrollen. 

Nach Aussage der NADA-Chefin geht es jetzt darum, allgemeingültige Regeln zu formulieren, die dann anerkannt und von den Veranstaltern der Breitensport-Rennen auch umgesetzt werden. Denkbar wäre, den Teilnehmern die Zustimmung abzuverlangen, dass der Fall eines positiven Dopingbefundes Konsequenzen hätte, so die NADA-Vorstandsvorsitzende.

Ob man dann einem Freizeitsportler verbieten könne, weiterzulaufen oder weiter an anderen Veranstaltungen teilzunehmen, das seien Fragen, die geklärt werden müssten.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) begrüßt die Forschung nach Alternativen zur klassischen Urin- und Blutprobe, sagte Gotzmann.

Für den Einsatz des Blutstropfen-Tests müssten aber einige Punkte geklärt werden, wie beispielsweise Formalitäten der Probeabnahme. Sobald der Test von der WADA anerkannt ist, soll er im Spitzensport dann ergänzend eingesetzt werden, weil nicht die gesamte Bandbreite an Dopingsubstanzen mit dem Test nachgewiesen werden können.

Nach Recherchen der ARD-Recherche-Redaktion Sport könnte der neue Test dann auch bald bei Ausdauer-Rennen im Breitensport zum Einsatz kommen. Auf Anfrage denken tatsächlich mehrere Veranstalter darüber nach, anhand des neuen Verfahrens Dopingkontrollen einzuführen bzw. die Zahl der Tests zu erhöhen.

Der Chef von Ironman-Europa, Thomas Dieckhoff, sagte der ARD-Recherche-Redaktion Sport: "Sollte der Test zugelassen werden, werden wir umgehend die Einsatzmöglichkeiten bei Ironman-Rennen prüfen."

Andere Veranstalter von Rad-, Triathlon- und Marathon-Rennen in Deutschland, Österreich und der Schweiz äußern sich dagegen skeptisch. 

Sie sehen keine rechtliche Grundlage für Dopingtests bei Hobbysportlern, gerade, wenn sie keinem Verein oder Verband angehören. 

Auch die Kosten und der organisatorische Aufwand seien weiterhin zu groß. 

Außerdem müssten Dopingkontrollen von einer unabhängigen Institution durchgeführt werden, und nicht vom Veranstalter selbst, sonst wären sie nicht seriös, so die Argumentation.

Medizin am Abend DirektKontakt:

ARD-Recherche-Redaktion Sport"
Sebastian Krause, Sebastian.Krause@br.de

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Dopende Leistungssportler müssen künftig mit Haftstrafen rechnen. Das sieht der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf eines Anti-Doping-Gesetzes  vor, der am Freitag in erster Lesung durch den Bundestag beraten wird. Laut dem Entwurf wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft, wer „ein Dopingmittel oder eine Dopingmethode bei sich anwendet oder anwenden lässt“. Damit geht die Neuregelung über die bisherigen „strafbewehrten Verbotsnormen“ im Arzneimittelgesetz (AMG) hinaus, die den Handel mit Dopingmitteln im Blick haben, nicht aber das Selbstdoping. Erfasst werden sollen durch das Anti-Doping Gesetz „gezielt dopende Leistungssportlerinnen und Leistungssportler, die beabsichtigen, sich mit Doping Vorteile in Wettbewerben des organisierten Sports zu verschaffen“, erläutert die Bundesregierung. In der Begründung zu dem Gesetzentwurf heißt es: „Die Norm dient dem Schutz der Integrität des Sports. Sie stellt damit den Kern der Neuausrichtung in der strafrechtlichen Dopingbekämpfung dar.“

Gestärkt werden soll durch den Entwurf auch die Stellung der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada). So soll eine neue Ermächtigung zur Datenübermittlung von Gerichten und Staatsanwaltschaften an die Nada geschaffen werden. Ebenso wie Vorschriften für die Nada zur Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten. Laut Paragraf 8 des Anti-Doping-Gesetzes dürfen Gerichte und Staatsanwaltschaften der Nada „personenbezogene Daten aus Strafverfahren von Amts wegen übermitteln, soweit dies aus Sicht der übermittelnden Stelle für disziplinarrechtliche Maßnahmen im Rahmen des Dopingkontrollsystems der Nada erforderlich ist und ein schutzwürdiges Interesse der von der Übermittlung betroffenen Person nicht entgegensteht“.

Paragraf 9 sieht vor, dass die Nada berechtigt sein soll, personenbezogene Daten zu erheben, zu verarbeiten und zu nutzen, „soweit dies zur Durchführung ihres Dopingkontrollsystems erforderlich ist“. Zu diesen Daten gehören laut Gesetzentwurf auch Angaben zur Erreichbarkeit und zum Aufenthaltsort von Sportlern, die zu dem von der Nada vorab festgelegten Kreis von Sportlern gehören, die Trainingskontrollen unterzogen werden.

Nach Ansicht der Bundesregierung legitimiert der Entwurf auch die Sportsgerichtbarkeit, indem in Paragraf 11 die grundsätzliche Zulässigkeit von Schiedsvereinbarungen in den Verträgen zwischen Verbänden und Sportlern klargestellt werde. Konkret heißt es: „Sportverbände und Sportler können als Voraussetzung der Teilnahme von Sportlern an der organisierten Sportausübung Schiedsvereinbarungen über die Beilegung von Rechtstreitigkeiten mit Bezug auf diese Teilnahme schließen, wenn die Schiedsvereinbarungen die Sportverbände und Sportler in die nationalen oder internationalen Sportorganisationen einbinden und die organisierte Sportausübung insgesamt ermöglichen, fördern oder sichern.“ Die Schiedsgerichtsbarkeit, so schreibt die Regierung in der Begründung, sei als Streitbeilegungsmechanismus für die Teilnahme an der organisierten Sportausübung „erforderlich, gängige Praxis und hat sich grundsätzlich weltweit bewährt“.