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Therapie des Knochenmarkkrebses Multiples Myelom

Medizin am Abend Fazit: Therapie des Knochenmarkkrebses Multiples Myelom

Ärzte und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg veröffentlichen Ergebnisse aus einer Studie mit 504 Patienten in „Leukemia“ / Internationaler Experten-Workshop zum Multiplem Myelom am 24. und 25. April 2015 in der Medizinischer Universitätsklinik Heidelberg
 
Zur Behandlung von Patienten mit Multiplem Myelom, einer Krebserkrankung des Knochenmarks, die im weiteren Therapieverlauf noch eine Transplantation mit eigenen Stammzellen erhalten sollen, setzen Onkologen in Deutschland meistens eine von zwei bewährten Medikamentenkombinationen ein. Bislang werden diese als gleichwertig angesehen. Erstmals zeigte nun ein direkter Vergleich in einer großen, multizentrischen Studie unter Federführung des Universitätsklinikums Heidelberg: Die eine Wirkstoffkombination ist besonders in Bezug auf die Nebenwirkungen deutlich überlegen. Patienten, die diese Chemotherapie erhalten, leiden seltener unter Nervenschmerzen oder Blutgerinnungsveränderungen. Außerdem müssen sie während der Behandlung seltener stationär aufgenommen werden. An der Studie mit 504 Patienten, der bislang größten Studie dieser Art in Deutschland, beteiligten sich 31 gößtenteils universitäre Zentren und 75 niedergelassene Onkologen. Die Ergebnisse sind nun im Fachmagazin „Leukemia“ erschienen.

Beim Internationalen Myeloma Workshop am 24. und 25. April 2015 am Universitätsklinikum Heidelberg präsentieren die international führenden Myelom-Experten aus Europa und den USA weitere Forschungsergebnisse, den aktuellen Stand in Therapie und Diagnostik sowie neue Behandlungsmethoden und Medikamente. Veranstalter ist das Myelomzentrum der Medizinischen Universitätsklinik und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, Leiter Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt. Die Vortragssprache ist Englisch. Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.myelomaworkshop.de

Rund 5.800 Menschen erkranken in Deutschland jährlich neu am Multiplen Myelom, einer bislang meist unheilbaren Krebserkrankung des blutbildenden Knochenmarks. Eine Hochdosis-Chemotherapie gefolgt von einer Transplantation mit eigenen Stammzellen aus dem Knochenmark ist heute die wirksamste Behandlungsform für jüngere Patienten und bietet die Chance auf langfristige Krankheitskontrolle. Neue Medikamente in Kombination mit der Stammzelltransplantation haben den krankheitsfreien Zeitraum und das Gesamtüberleben bei Patienten im Alter bis zu 70 Jahren inzwischen auf über zehn Jahre verlängert.

Weniger Nebenwirkungen und Krankenhausaufenthalte

Um bei der Blutstammzelltransplantation vor der Entnahme der gesunden Stammzellen die Krebszellen möglichst weit zu reduzieren, werden Myelompatienten in der Regel mit drei bis vier Zyklen einer Kombinationschemotherapie behandelt. Hämatoonkologen stehen dazu mehrere bewährte Wirkstoffkombinationen zur Verfügung, die meist das Krebsmedikament Bortezomib enthalten. Bei diesen Kombinationen kommt in Deutschland zu Bortezomib noch Cortison sowie oft entweder das Medikament Cyclophosphamid oder Doxorubicin hinzu.

Der Anteil der Patienten, die sehr gut auf die Behandlung ansprechen, ist bei beiden Kombinations-Chemotherapien (Cyclophosphamid oder Doxorubicin) vergleichbar und liegt bei rund einem Drittel. Relevante Unterschiede zeigten sich jedoch bei der Anzahl an Patienten, die gar nicht auf die Behandlung ansprachen: Dies waren in der Cyclophosphamid-Gruppe nur ein Patient (0,4 Prozent), in der Doxorubicin-Gruppe 12 Patienten (4,8 Prozent). Auch bei den Nebenwirkungen zeigten sich deutliche Unterschiede: In der Cyclophosphamid-Gruppe musste sich nur etwa ein Viertel (24 Prozent) der Patienten wegen schwerer Nebenwirkungen wie Infektionen, oder Blutgerinnungsveränderungen stationär behandeln lassen, in der Doxorubicin-Gruppe waren es dagegen ein Drittel (32,7 Prozent).

 „Ausgehend von diesen eindeutigen Ergebnissen empfehlen wir, falls keine medizinischen Gründe dagegen sprechen, die Wirkstoffkombination mit Cyclophosphamid vorzuziehen“, sagt Erstautor Dr. Elias Mai vom Heidelberger Myelomzentrum. „Bei diesem Nebenwirkungsprofil sind sogar vier Zyklen Chemotherapie vor der Stammzellentnahme sinnvoll. Das kann den anschließenden Behandlungserfolg verbessern.“

Erfolgsrezept: Hohe Qualität in Therapie und Begleitforschung

Das Heidelberger Myelomzentrum der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) ist weltweit das drittgrößte Therapiezentrum dieser Art; hier werden mehr als 1.400 Patienten pro Jahr aus ganz Deutschland und dem Ausland untersucht und überwiegend in Studien behandelt. „Bei der Teilnahme an klinischen Studien profitieren die Patienten von einer sehr engmaschigen Betreuung sowie Therapien auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Ich empfehle daher, sich in Zentren oder bei Ärzten behandeln zu lassen, die Studien anbieten“, so Professor Dr. Hartmut Goldschmidt. Damit möglichst viele Patienten heimatnah in Studien behandelt werden können, haben sich deutschlandweit 40 Zentren für Stammzell-Transplantation, 100 weitere Kliniken sowie niedergelassene Onkologen zu einem Studien-Netzwerk, der „German Speaking Myeloma Multicenter Group (GMMG)“, zusammengeschlossen. Aktuelle Ergebnisse und neue Studien der GMMG werden ebenfalls beim Internationalen Myeloma Workshop vorgestellt.

Literatur: Mai, E.K., Bertsch, U., Dürig, J., Kunz, C., Haenel, M., Blau, I.W., Munder, M., Jauch, A., Schurich, B., Hielscher, T., Merz, M., Huegle-Doerr, B., Seckinger, A., Hose, D, Hillengass, J., Raab, M.S., Neben, K, Lindemann, H.W., Zeis, M., Gerecke, C., Schmidt-Wolf, I.G., Weisel, K., Scheid, C., Salwender, H., Goldschmidt H. Phase III trial of bortezomib, cyclophosphamide, dexamethasone (VCD) versus bortezomib, doxorubicin, dexamethasone (PAd) in newly-diagnosed myeloma. Leukemia. 2015 Mar 19. doi: 10.1038/leu.2015.80. [Epub ahead of print]

Medizin am Abend DirektKontakt

Dr. Annemarie Angerer
Sektion Multiples Myelom
Med. Klinik V
Universitätsklinikum Heidelberg und
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Tel.: 06221 56-5429
E-Mail: annemarie.angerer@med.uni-heidelberg.de 
Julia Bird Universitätsklinikum Heidelberg


Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

Weitere Informationen für Medizin am Abend Beteilige:
http://www.myelomaworkshop.de/index.html Weitere Informationen zum Myeloma Workshop und Programm

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Multiples-Myelom.131686.0.html Multiples Myelom, Klinik für Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie, Universitätsklinikum Heidelberg

Metastasen - Blutplättchenhemmung

Medizin am Abend Fazit: Wie entstehen Metastasen?

Sind Menschen an einem bösartigen Tumor erkrankt, können sich überall in ihrem Körper Metastasen bilden, die die Heilungschancen häufig erheblich verschlechtern. Wie die Absiedlungen der ursprünglichen Geschwulst genau entstehen, untersuchten Wissenschaftler des Instituts für Molekularbiologie und Dr. Alexander Carpinteiro, Oberarzt der Klinik für Hämatologie der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und berichten darüber im Fachmagazin Embo Molecular Medicine. 

Dr. Alexander Carpinteiro (Foto: UK Essen)
Dr. Alexander Carpinteiro (Foto: UK Essen)
 
Die Forscher analysierten in einer vorklinischen Studie, wie sich die Zellen des Primärtumors in anderen Geweben ansiedeln und eine Metastase bilden. „Wir konnten nachweisen, dass bei diesem Prozess die Blutplättchen eine sehr wichtige und bisher unbekannte Rolle spielen“, erklärt Dr. Alexander Carpinteiro.

Zirkulierende Tumorzellen sind demnach zunächst kaum in der Lage, Metastasen zu bilden. Sie verteilen sich über die Blutbahnen im Körper und interagieren dabei mit den Blutplättchen. Diese werden dadurch angeregt, ein bestimmtes Eiweiß – das Enzym Saure Sphingomyelinase – abzusondern. Das bewirkt wiederum auf der Membran der Tumorzellen die Bildung sogenannter Ceramid-Plattformen.

Darin können sich dann Eiweißmoleküle, sogenannte Integrine, einlagern, die dabei gleichzeitig aktiviert werden. Dr. Carpinteiro: „Erst wenn all dies geschehen ist, können sich die zirkulierenden Tumorzellen an spezialisierte, flache Zellen in den Innenseiten der Blutgefäße anheften, den sogenannten Endothelzellen, und in ein anderes Gewebe auswandern, um dort schließlich Metastasen zu bilden.“

Die Wissenschaftler hoffen, diesen Mechanismus möglicherweise therapeutisch nutzen zu können.

Denkbar wäre es, das Zusammenspiel von Tumorzellen und Blutplättchen medikamentös zu unterdrücken oder das Enzym Saure Sphingomyelinase zu hemmen, um die Metastasenbildung zu unterbinden.

Quelle: http://embomolmed.embopress.org/content/early/2015/04/07/emmm.201404571.long





Medizin am Abend DirektKontakt

Christine Harrell, Tel. 0201/723-1615, christine.harrell@uk-essen.de 

Beate Kostka M.A. Universität Duisburg-Essen

ZDF zeigte Politik-Thriller "Dengler: Jetzt 360° MFA danach - MEDIKAMENTENSTUDIEN

Medizin am Abend Fazit: Medikamentenstudien: Mit neuen statistischen Verfahren die optimale Dosis finden

Weniger als 0,02 Prozent der potenziellen Arzneistoffe bestehen die klinischen Tests und schaffen es bis zur Marktreife. Einige Kandidaten könnten jedoch zu Unrecht verworfen werden, vermutet RUB-Mathematiker Prof. Dr. Holger Dette. Er hat mit seinem Team eine neue Rechenmethode entwickelt, mit der sich die klinischen Tests zur Dosisfindung besser planen lassen. Das Wissenschaftsmagazin „RUBIN“ der Ruhr-Universität berichtet.
Wirkung, aber keine Nebenwirkungen




Wenige potenzielle Arzneistoffe schaffen es bis zur Marktreife. Mit neuen statistischen Verfahren für die Planung von Patientenstudien könnte die Zahl der Zulassungen steigen.


Arzneimittel müssen einen bestimmten medizinischen Effekt erzielen, aber dürfen gleichzeitig nicht zu starke Nebenwirkungen verursachen. Ziel der sogenannten Phase 2-Studien ist es, die minimal wirksame Dosis zu ermitteln, die diese Balance erlaubt. Phase 2 umfasst Tests mit ein paar Hundert Teilnehmern. Bislang werden sie in mehrere gleich große Gruppen eingeteilt. Der mögliche Dosisbereich, etwa 0 bis 150 Milligramm, wird ebenfalls gleichmäßig aufgeteilt, so dass jede Gruppe eine bestimmte Dosis verabreicht bekommt. Die erste Gruppe erhält zum Beispiel 0 mg Wirkstoff, die zweite Gruppe 30 mg, die dritte 60 mg usw. Dieses Verfahren ist aus Sicht der Statistiker aber suboptimal.

Methode muss noch in der Praxis ankommen

In Kooperation mit der Biostatistikabteilung von „Novartis“ haben Holger Dette und Doktorandin Kirsten Schorning ein Verfahren entwickelt, mit dem sie berechnen können, wie viele Patienten mit welcher Dosis getestet werden sollten, um die optimale Dosis einer Substanz zu bestimmen. „Es dauert aber, bis sich so eine Methode durchsetzt“, weiß Dette. „Denn es ist nicht leicht, die Klinikerinnen und Kliniker davon zu überzeugen, das Altbewährte aufzugeben.“ Schließlich entscheiden am Ende nicht sie, ob das Medikament auf den Markt kommt, sondern eine Behörde – in den USA die „Federal Drug Administration“, kurz FDA. „Wenn wir Glück haben, nimmt die FDA die Methode eines Tages in ihre Regeln auf“, sagt Holger Dette. Dann könnten Ärzte sie einsetzen, ohne Sorge zu haben, dass die Behörde ihre klinischen Tests nicht akzeptiert.

 


Prof. Dr. Holger Dette entwickelt mit Doktorandin Kirsten Schorning neue statistische Verfahren für Medikamentenstudien.


Ausführlicher Beitrag in „RUBIN“, dem Wissenschaftsmagazin der RUB

Ein ausführlicher Beitrag inklusive Bildmaterial findet sich im Onlinemagazin RUBIN, dem Wissenschaftsmagazin der RUB: http://rubin.rub.de/de/dosis.

Medizin am Abend DirektKontakt

Prof. Dr. Holger Dette, Lehrstuhl für Stochastik, Fakultät für Mathematik der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-28284, E-Mail: holger.dette@rub.de
Dr. Julia Weiler Ruhr-Universität Bochum


Lebensmittelvergiftungen und Bakteriengifte Bakterium Bacillus cereus

Medizin am Abend Fazit: Lebensmittelvergiftungen: 18 neue Varianten eines Bakteriengifts entdeckt

Das Bakterium Bacillus cereus ist ein Erreger, der eine Lebensmittelvergiftung hervorrufen kann. Dabei erweist sich der Keim als ausgesprochen vielseitig: Eine aktuelle Studie in Analytical and Bioanalytical Chemistry zeigt, dass der Erreger 19 verschiedene Varianten eines Giftes produziert, das beim Menschen zu Übelkeit und Erbrechen führt. Dies könnte erklären, warum manche Krankheitsfälle eher harmlos, andere aber sogar tödlich verlaufen können. 

Bakterien der Art Bacillus cereus unter dem Mikroskop. Die weißen Einschlüsse in den stäbchenförmigen Bakterien sind Sporen, die auch bei Hitze überleben.
Bakterien der Art Bacillus cereus unter dem Mikroskop. Die weißen Einschlüsse in den stäbchenförmigen Bakterien sind Sporen, die auch bei Hitze überleben.
H. Seiler / TUM
 
Europaweit steigt die Anzahl der durch Bacillus-Arten verursachten Lebensmittelvergiftungen. Die von B. cereus ausgelösten Infektionen sind zwar unangenehm, aber meist nicht lebensbedrohlich. Je nachdem, welches Toxin der Keim freisetzt, leiden die Patienten an Durchfall oder an Übelkeit und Erbrechen. Allerdings gibt es auch schwere, in sehr seltenen Fällen sogar tödliche Krankheitsverläufe.

Die Krankheitsform, die Übelkeit und Erbrechen auslöst, bezeichnet man als emetisch. Dafür verantwortlich ist das Gift Cereulid. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) und der Veterinärmedizinischen Universität Wien haben ein Nachweisverfahren für das Toxin entwickelt. Dabei konnten sie neben einem bereits bekannten Cereulid 18 weitere Varianten identifizieren.

Fertiggerichte erhöhen Risiko für Lebensmittelinfektionen

Erst kürzlich erkrankten in verschiedenen Kitas im Kreis Paderborn etwa 100 Kinder und Betreuer an einer B. cereus-Infektion*: Es stellte sich heraus, dass sie Milchreis vom gleichen Caterer verzehrt hatten. Tatsächlich steigt mit dem Konsum vorgefertigter Gerichte das Risiko einer Lebensmittelvergiftung.

Besonders vom B. cereus-Befall betroffen sind stärkehaltige Speisen wie Reis, Pasta und Kartoffeln.

„Dabei spielt oft fehlerhaftes Temperaturmanagement eine Rolle“, erläutert Prof. Thomas Hofmann vom Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und sensorische Analytik.

„Die Bakterien vermehren sich zum Beispiel in vorgekochten Lebensmitteln, die beim Aufwärmen nicht stark genug erhitzt bzw. davor nicht ausreichend gekühlt wurden.“

Außerdem kann B. cereus Sporen bilden, die auch bei starker Hitze überleben - und bei kühleren Temperaturen wieder funktionsfähige Bakterien hervorbringen. Häufig bilden diese dann Bakteriengifte, die wiederum hitzestabil sind – wie das Cereulid.

Toxin greift Zellmembran an

Das Toxin greift die Membran lebender Zellen an. Ihrem Aufbau nach ähneln Cereulide einer Zange, die ein Kalium-Ion umschließt. Die Kalium-Ionen ändern die elektrische Spannung an der Zellmembran, es kommt zur Schädigung der Membran bis hin zum Zelltod.

„Wie toxisch die einzelnen Cereulid-Formen wirken, hängt von ihrer chemischen Struktur ab: Je lipophiler, also fettliebender sie sind, umso besser können sie an die aus Fettsäuren bestehenden Membran andocken“, sagt Prof. Siegfried Scherer, der den Lehrstuhl für Mikrobielle Ökologie leitet.

Neues Nachweisverfahren wird erprobt

„Vor diesem Projekt gab es kein befriedigendes Nachweisverfahren für das Cereulid-Toxin in Lebensmitteln“, erklärt Hofmann „Mit unserem auf Massenspektrometrie basierenden Verfahren haben wir einen wichtigen Grundstein gelegt, das Bakteriengift zuverlässig nachzuweisen.“

Damit lässt sich künftig auch abschätzen, welches Risiko von kontaminierten Produkten ausgeht – und welche Bedeutung die verschiedenen Cereulid-Varianten dabei haben. Das neue Nachweisverfahren wird zur Zeit auf europäischer Ebene sowie zusammen mit der Food & Drug Administration (FDA) der USA evaluiert und auf den Einsatz vorbereitet.

*http://www.nw.de/lokal/kreis_paderborn/salzkotten/salzkotten/20412380_Milchreis-...

Publikation:
Chemodiversity of cereulide, the emetic toxin of Bacillus cereus; Sandra Marxen, Timo D. Stark, Elrike Frenzel, Andrea Rütschle, Genia Lücking, Gabriel Pürstinger, Elena E. Pohl, Siegried Scherer, Monika Ehling-Schulz, Thomas Hofmann; Analytical and Bioanalytical Chemistry; DOI: 10.1007/s00216-015-8511-y (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25665710)

Medizin am Abend DirektKontakt:


Technische Universität München
Prof. Dr. Thomas Hofmann
Lehrstuhl für 
Lebensmittelchemie und molekulare Sensorik
Tel.: +49 8161 71-2902
thomas.hofmann@tum.de
http://www.molekulare-sensorik.de/startseite.html

Prof. Dr. Siegfried Scherer
Lehrstuhl für Mikrobielle Ökologie
Tel.: +49 8161 71-3516
siegfried.scherer@wzw.tum.de
http://micbio.wzw.tum.de/index.php

Dr. Ulrich Marsch Technische Universität München
 

Einführung und Umsetzung eines neuen Pflegebegriffes: + 0,2 % Erhöhung der Beiträge


Medizin am Abend Fachlink:

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/045/1804573.pdf

Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff einschließlich eines neuen Begutachtungsverfahrens soll nach wie vor noch in dieser Wahlperiode umgesetzt werden. Zur Vorbereitung wurden im Frühjahr 2014 zwei Erprobungsstudien in Auftrag gegeben. In einem Fall liege ein Bericht im Entwurf vor. Die Arbeiten am datenreichen Bericht zum zweiten Modellprojekt hätten sich hingegen verzögert, schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke. Nach derzeitigem Stand könnten die endgültigen Ergebnisse der beiden Studien Ende April zur nächsten geplanten Sitzung des Begleitgremiums vorgelegt werden.

Das „Gemeinsame Begleitgremium für die beiden Modellprojekte zur Erprobung des Neuen Begutachtungsassessments NBA“ wurde beim GKV-Spitzenverband eingerichtet. In der Fachwelt sei unstreitig, dass es der Einführung eines neuen Pflegebegriffs bedürfe. Das Ziel sei die Gleichbehandlung von somatisch, kognitiv und psychisch bedingten Beeinträchtigungen bei Pflegebedürftigen, heißt es in der Antwort weiter.

Um die professionelle Pflege mit Fachkräften zu stärken, will die Regierung die Attraktivität der Ausbildung in der Altenpflege sowie des Berufsbildes insgesamt verbessern. Diesem Ziel diene die im Dezember 2012 von Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden, Träger-, Berufs- und Betroffenenverbänden beschlossene Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege.

Der im Januar 2015 veröffentlichte Zwischenbericht zeige bereits Erfolge. So seien die Ausbildungszahlen in der Altenpflege im Schuljahr 2013/2014 um rund 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Die Bundesregierung erkenne zugleich die Leistungen pflegender Angehöriger an und setze sich dafür ein, „dass sie mehr Beachtung und Unterstützung erhalten“.

Noch nicht geklärt sind die Auswirkungen des neuen Pflegebegriffs in den verschiedenen Sozialgesetzbüchern. Auf die Frage, inwieweit die Regierung das Ziel verfolge, den neuen Pflegebegriff „im SGB I und einheitlich in allen relevanten Sozialgesetzbüchern (SGB XII und SGB IX) sowie im angekündigten Bundesteilhabegesetz zu verankern“, heißt es in der Antwort, hierzu befinde sich die Regierung noch im Meinungsbildungsprozess. Dies gilt auch für die Frage, ob der neue Pflegebegriff im Rahmen der „Hilfe zur Pflege“ (SGB XII/Sozialhilfe) eingeführt wird.

Nach den Plänen der Bundesregierung soll es künftig statt drei Pflegestufen fünf Pflegegrade geben, um die Pflegebedürftigkeit genauer zuordnen zu können. 

Dabei wird nicht mehr zwischen körperlichen, geistigen und psychischen Beeinträchtigungen unterschieden. Vielmehr soll der Grad der Selbstständigkeit im Alltag entscheidend sein. 

Das soll Demenzkranken nachhaltig zugutekommen. Finanziert werden sollen die neuen Leistungen durch eine Anhebung der Pflegeversicherungsbeiträge um 0,2 Prozentpunkte.


Medizin am Abend DirektKontakt

Deutscher Bundestag
Parlamentskorrespondenz, PuK 2
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-35642, Fax +49 30 227-36001
E-Mail: vorzimmer.puk2@bundestag.de

Redaktionsmitglieder: Jörg Biallas (verantwortlich)
Alexander Heinrich, Claudia Heine, Michael Klein,
Claus Peter Kosfeld, Hans Krump, Hans-Jürgen Leersch,
Johanna Metz, Annette Sach, Helmut Stoltenberg,
Alexander Weinlein



Baden-Württemberg: Weniger Gefängnis-Suizide als im Bundesmittel

RNZ: Baden-Württemberg: Weniger Gefängnis-Suizide als im Bundesmittel

Durchschnittlich 0,74 Suizide auf 1000 Gefangene - Bundesschnitt bei 0,85
In den vergangenen Monaten häuften sich die Meldungen von Selbstmorden im baden-württembergischen Strafvollzug. Doch der Schein trügt: Statistisch steht der Südwesten im Ländervergleich unauffällig bis gut da, wie aus Zahlen hervorgeht, über die die Rhein-Neckar-Zeitung (Samstagsausgabe) aus Heidelberg berichtet.

Demnach wurden im Zeitraum 2010 bis 2014 insgesamt 26 Gefangenensuizide in den Haftanstalten Baden-Württembergs registriert sowie 116 "ernsthafte Suizidversuche". Bei einer durchschnittlichen Belegung von 7045 Personen kommen damit rechnerisch jährlich 0,74 Suizide auf 1000 Gefangene - bundesweit liegt dieser Wert deutlich höher bei 0,85, wie aus Zahlen hervorgeht, die die Rhein-Neckar-Zeitung bei den Landesjustizministerien abfragte.
Negativer Ausreißer in dieser Liste ist das kleine Saarland mit gut 800 Gefangenen. Hier gab es zehn Suizide in den vergangenen fünf Jahren: Das sind jährlich 2,43 Suizide pro 1000 Gefangene. Thüringen landet am anderen Ende der Skala mit einer Quote von 0,24. In absoluten Zahlen gab es im Vergleichszeitraum die meisten Suizide hinter Gittern in den großen Ländern Bayern (52) und Nordrhein-Westfalen (61). Mit Blick auf die Gefangenenzahl relativiert sich das jedoch: Die Quote liegt bei 0,87 (BY) bzw. 0,76 (NRW).

Der Heidelberger Rechtspsychologie-Professor Niels Habermann sagt zwar: "Man kann Suizide nicht gänzlich vermeiden". Allerdings fordert er in der Rhein-Neckar-Zeitung mehr Psychologen und Psychiater in den Gefängnissen, um Inhaftierte besser betreuen zu können. "Zum Weglaufen" sei die derzeitige Situation, so Habermann. Auch Südwest-Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) hatte gegenüber der RNZ schon Bedarf insbesondere an psychiatrischen Fachärzten angemeldet.

Medizin am Abend DirektKontakt


Rhein-Neckar-Zeitung Dr. Klaus Welzel Telefon: +49 (06221) 519-5011 

http://www.rhein-neckar-zeitung.de/

http://de-de.facebook.com/RheinNeckarZeitung

http://twitter.com/RNZonline
 

GenderMedizin: Arbeitszeiten für F R A U E N und ----m ä n n e r---

Medizin am Abend Fazit: Frauen arbeiten im Durchschnitt 23 Prozent kürzer als Männer


Wöchentlicher „Gender Time Gap“ konstant hoch

Frauen arbeiten im Durchschnitt 23 Prozent kürzer als Männer

Frauen arbeiten im Durchschnitt pro Woche neun Stunden kürzer als Männer in einem bezahlten Job (30,3 Stunden im Vergleich zu 39,6 Stunden). Dieser Arbeitszeitunterschied von insgesamt 23 Prozent in Deutschland ist zurückzuführen auf die ungleiche Verteilung von Frauen und Männern auf die einzelnen Arbeitszeitgruppen. Seit Anfang der 1990er Jahre ist der „Gender Time Gap“ bei der Erwerbsarbeit deutlich gewachsen: Während die durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeiten der Männer nur geringfügig (um 1,6 Stunden oder 4 Prozent) gesunken sind, haben die der Frauen kräftig abgenommen (-4,1 Stunden oder 12 Prozent). Wichtigster Grund dafür: Heute gehen deutlich mehr Frauen einer Erwerbstätigkeit nach, die meisten zusätzlichen Stellen waren allerdings Teilzeitjobs. In den letzten Jahren ist der Arbeitszeitunterschied relativ konstant auf diesem hohen Niveau geblieben. Das zeigt ein aktueller Report des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung.* Die WSI-Forscherinnen Dr. Christina Klenner und Sarah Lillemeier haben darin das neueste verfügbare Datenmaterial aus dem WSI-GenderDatenPortal gebündelt. Diese Online-Plattform liefert umfassende geschlechtsspezifische Informationen rund um Arbeitsleben, soziale Sicherung, Bildung und Gesundheit.**

Der Großteil der Männer (64 Prozent ) arbeitet in einer „Normalarbeitszeit“ zwischen 36 und 40 Stunden die Woche. Ein weiteres Fünftel arbeitet länger als 40 Stunden. Frauen hingegen verteilen sich wesentlich heterogener auf die einzelnen Arbeitszeitgruppen. Es gibt kaum eine Arbeitszeitdauer, die für Frauen als normal gelten kann. Nur vier von zehn Frauen arbeiten im Vollzeitbereich zwischen 36 und 40 Stunden die Woche, weitere sieben Prozent noch länger. Immer häufiger finden sich Frauen in den Arbeitszeitgruppen im Teilzeitbereich mit entsprechend geringeren Einkommenschancen. Insbesondere von Bedeutung sind die Gruppen zwischen 15 und 30 Arbeitsstunden die Woche (33 Prozent). Aber auch sehr kurze Arbeitszeiten unter 15 Stunden, die in der Regel kein existenzsicherndes Einkommen garantieren, haben nach der WSI-Analyse vor allem für Frauen an Bedeutung gewonnen (1991: 7 Prozent; 2013: 14 Prozent).

Besonders groß sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede, wenn Kinder im Haushalt leben. Teilzeit als Instrument zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie werde derzeit entsprechend der traditionellen Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern hauptsächlich von Frauen genutzt, so die WSI-Forscherinnen. Die Teilzeitquote von Müttern beträgt aktuell 70 Prozent. Damit fällt sie doppelt so hoch aus wie die Teilzeitquote der Frauen ohne Kinder. Der Vergleich von Männern und Vätern zeigt dagegen ein anderes Bild: Väter arbeiten seltener in Teilzeit (6 Prozent) als Männer ohne Kinder (10 Prozent).

Medizin am Abend DirektKontakt in der Hans-Böckler-Stiftung

Dr. Christina Klenner
WSI-Genderexpertin
Tel.: 0211-7778-231
E-Mail: Christina-Klenner@boeckler.de

Sarah Lillemeier
WSI
Tel.: 0211-7778-574
E-Mail: Sarah-Lillemeier@boeckler.de

Rainer Jung
Tel.: 0211-7778-150
E-Mail: Rainer-Jung@boeckler.de

Weitere Informationen für Medizin am Abend Beteiligte:
http://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_22_2015.pdf - *Christina Klenner, Sarah Lillemeier: Gender News: Große Unterschiede in den Arbeitszeiten von Frauen und Männern. WSI-Report 22, März 2015.

http://www.wsi.de/genderdatenportal - **Startseite des GenderDatenPortals

http://www.boeckler.de/wsi_51968.htm - Übersichtsseite Arbeitszeiten

GenderMedizin: Studie Blasenschwäche bei Männern

Medizin am Abend Fazit: Blasenschwäche gilt häufig als reine "Frauensache".

Doch tatsächlich hat auch einer von vier Männern irgendwann in seinem Leben Probleme mit der Blase. Manche sogar bereits schon mit 40. Die wenigsten Vertreter des starken Geschlechts wissen jedoch, dass Blasenschwäche weit verbreitet ist und es Schutzprodukte speziell für Männer gibt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine internationale Studie*, für die rund 3.000 Männer befragt wurden.

Studie: Blasenschwäche bei Männern weit verbreitet Einer von vier Männern über 40 hat irgendwann in seinem Leben Probleme mit der Blase. Doch die wenigsten machen sich Gedanken darüber, wie sie sich im Alltag schützen können.

Demnach haben bereits 35 Prozent aller Männer über 40 Erfahrungen mit ungewolltem Harnverlust gemacht. Weitere 9 Prozent haben zwar noch keine akuten Probleme, machen sich aber Sorgen, dass sie es bei plötzlichem Harndrang nicht mehr rechtzeitig zur Toilette schaffen. Somit sind in Deutschland rund 5,5 Millionen Männer von Blasenproblemen betroffen. Die sogenannte Dranginkontinenz ist in jedem Lebensalter die häufigste Form. Betroffene Männer spüren immer wieder einen plötzlichen und sehr starken Harndrang, obwohl die Blase noch gar nicht voll ist. Dieser überfallartige Druck kann sehr häufig auftreten - manchmal sogar mehrmals pro Stunde und auch in der Nacht. Oft führt er zu unfreiwilligen Harnverlust, ehe die Toilette erreicht und die Hose ausgezogen werden kann.

Etwas seltener kommt bei Männern die Belastungsinkontinenz vor. Durch körperliche Alltagsbelastungen wie Husten, Lachen, Niesen oder Treppensteigen können die Muskeln dem hohen Druck im Bauchinnenraum nicht mehr standhalten. Das kann zu unfreiwilligem Harnverlust führen, ohne dass vorher ein Gefühl von Harndrang besteht. An den Blasenproblemen ist in der Mehrzahl aller Fälle die Prostata schuld. Bei der Dranginkontinenz drückt meist eine gutartig vergrößerte Prostata auf die Blase. Wurde die Prostata operativ entfernt, kann dabei der Schließmuskel der Blase beschädigt worden sein, was zur Belastungsinkontinenz führt.

Männer greifen zu selbstgemachten Lösungen

"Je stärker der Harnverlust, desto eher wird er von Männern als Problem wahrgenommen", erklärt Katrin Royar, Communication Managerin bei TENA. Vor allem Männer mit Prostataproblemen oder neurologischen Erkrankungen sehen den Urinverlust als Problem an. Dennoch machen sich die wenigsten Männer Gedanken darüber, wie sie sich im Alltag schützen können. Lediglich 3 Prozent aller Männer mit Blasenproblemen verwenden spezielle Schutzprodukte, belegt die im Auftrag des Hygieneprodukteherstellers SCA erstellte Studie. Die überwiegende Mehrheit hat andere Strategien und Lösungen entwickelt, um den unfreiwilligen Harnverlust in den Griff zu bekommen.

So warten beispielsweise vier von zehn Männern (39 Prozent) das Nachtröpfeln ab, bevor sie sich die Hose hochziehen. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) behilft sich mit Taschentüchern oder zieht zwei Unterhosen übereinander an. Andere Männer bleiben einfach länger auf der Toilette sitzen (28 Prozent), besuchen das stille Örtchen häufiger (27 Prozent), wechseln öfter die Unterwäsche (23 Prozent) oder verwenden Hygieneprodukte für Frauen (2 Prozent). Einer von zehn Männern (9 Prozent) verzichtet sogar gleich ganz auf einen Schutz und macht sich damit das Leben unnötig schwer. Schutzprodukte, die speziell auf die männliche Anatomie zugeschnitten sind, werden demnach noch viel zu wenig genutzt. Rund die Hälfte aller Männer weiß noch nicht einmal, dass sie überhaupt existieren - und wie sehr sie ihnen das Leben erleichtern könnten.

"Männer haben im Gegensatz zu Frauen praktisch keinerlei Erfahrungen mit Hygieneprodukten", so Katrin Royar. Entsprechend ratlos seien sie, wenn sie bei sich die ersten Anzeichen einer Blasenschwäche feststellen. "Männer müssen deswegen zunächst einmal aufgeklärt werden, dass es spezielle Schutzprodukte für sie gibt", sagt die Expertin. Dies sei auch wichtig, da sich die meisten Männer Lösungen wünschen, die speziell für sie entwickelt wurden (84 Prozent). Auch mit einem weiteren Vorurteil räumt die Studie auf: Die meisten Männer wollen sich ihre Schutzprodukte selbst kaufen und nicht von der Partnerin beim Einkauf mitbringen lassen (84 Prozent).

Schutzprodukte für Männer

Diskrete und komfortable Schutzprodukte sorgen dafür, dass Männer mit Blasenproblemen ihr Leben unter voller Kontrolle haben können. Das TENA Men Sortiment ist speziell auf die männliche Anatomie zugeschnitten und bietet deshalb einen lang anhaltenden Schutz. TENA Men Einlagen und Pants gibt es in Drogerie- und Supermärkten sowie in der Apotheke oder im Sanitätsfachhandel. So kann das starke Geschlecht seinen Mann stehen und ein unbeschwertes Leben genießen. Weitere Informationen und kostenlose Proben können über die TENA Hotline 0180 6 / 121222** oder im Internet unter www.TENA-MEN.de angefordert werden.

* SCA Studie 2013. Online-Befragung von 2.751 Männern 40+ in Deutschland, England, Italien, Russland, den USA und Mexiko. ** Festnetz 0,06 EUR/Gespräch, Mobilfunk max. 0,42 EUR/Min.

Über TENA

Die Marke TENA ist im Inkontinenzmanagement weltweit führend. In über 100 Ländern werden innovative Produkte und individuelle Serviceleistungen angeboten. Unter der Marke TENA bietet SCA ein breites Sortiment an aufsaugenden Inkontinenzprodukten, die auf die individuellen Bedürfnisse von Männern und Frauen zugeschnitten sind - darunter Slipeinlagen, Einlagen für Tag und Nacht, Hygieneeinlagen für Männer, Schutzunterwäsche, Hautpflege- und Reinigungsprodukte sowie Schutzunterlagen. Der Vertrieb erfolgt über den Einzelhandel, Apotheken und Sanitätshäuser sowie im institutionellen Bereich. TENA Produkte verbessern den Alltag und bewahren die Würde von Menschen mit leichter, mittlerer oder schwerer Inkontinenz. Weitere Informationen unter www.TENA.de.

Über Svenska Cellulosa Aktiebolaget SCA

SCA ist ein global führendes Unternehmen für Hygiene- und Forstprodukte. Die Unternehmensgruppe entwickelt und produziert nachhaltige Körperpflege-, Hygienepapier- und Forstprodukte. Diese werden in rund 100 Ländern der Welt unter vielen starken Marken vertrieben, darunter auch die global führenden Marken TENA und Tork sowie regionale Marken wie Libero, Libresse, Lotus, Nosotras, Saba, Tempo und Vinda. Als größter privater Forsteigentümer Europas legt SCA sehr viel Wert auf nachhaltige Forstwirtschaft. Die Unternehmensgruppe hatte Ende 2014 etwa 44.000 Mitarbeiter weltweit. Der Umsatz im Jahr 2014 betrug 11,4 Mrd. Euro. SCA mit Hauptsitz in Stockholm, Schweden, wurde 1929 gegründet und ist im NASDAQ OMX Stockholm notiert. Weitere Informationen finden Sie unter www.sca.com.

In Deutschland ist SCA in den beiden Geschäftsbereichen Hygienepapier und Körperpflege tätig. Zu den bekanntesten Marken zählen TENA und Tork, die Hygienepapiere Tempo und Zewa, die Recyclingmarke DANKE und Demak'Up Abschminkprodukte. Neben den Verwaltungsstandorten in Mannheim und München-Ismaning gibt es die Produktionsstätten in Mainz-Kostheim, Mannheim, Neuss und Witzenhausen mit einer Belegschaft von insgesamt rund 3.500 Mitarbeitern. Mehr Informationen unter www.sca.de.

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360° TOP-Thema: Einladung zum Sex am Wochenende

Medizin am Abend Fazit: Neue Befunde aus der Sexualforschung - Männer und Frauen ähnlicher als gedacht

Männer und Frauen reagieren auf Einladung zu sexueller Begegnung in der Regel unterschiedlich, aber in subjektiv sicherer Umgebung erstaunlich ähnlich 
 
Frauen lassen sich nicht so schnell wie Männer auf ein sexuelles Abenteuer ein - dieser bekannte Sachverhalt gilt zwar nach wie vor, allerdings nicht in jedem Fall.

Wie Psychologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) herausgefunden haben, sind Männer auch heute noch viel eher bereit, der Einladung zu einer kurzen sexuellen Begegnung zu folgen, als Frauen. 

Es gibt jedoch Ausnahmen von der Regel, die offenbar stark mit dem subjektiven Sicherheitsgefühl in Zusammenhang stehen.

Schafft man nämlich eine Umgebung, in der sich Frauen sicher fühlen, stimmen sie einem unverbindlichen sexuellen Treffen fast genauso gerne zu wie das männliche Geschlecht.

Die Ergebnisse basieren auf einer zweigeteilten Studie mit insgesamt 327 Probanden.

Ende der 1980er Jahre wurde erstmals eine Feldstudie publiziert, die das Sexualverhalten von Studentinnen und Studenten auf einem US-Campus untersucht hatte und deren Ergebnisse großes Aufsehen erregten: Während Männer in zwei Drittel der Fälle sexuelle Einladungen von Frauen annahmen, lehnten Frauen entsprechende Vorschläge von Männern komplett ab.

Ging es nur um eine einfache Verabredung, zum Beispiel zum Kaffeetrinken, war die Zustimmung von Männern und Frauen annähernd gleich groß.

Seit dieser Veröffentlichung reißen die Diskussionen nicht ab, zumal weitere Studien trotz zunehmender Aids-Problematik den Befund bestätigten. Die Mainzer Psychologen vermuteten daher, dass in der Vergangenheit wichtige Einflussfaktoren übersehen wurden. Insbesondere, so die Hypothese, dürfte die subjektiv empfundene physische wie psychische Sicherheit eine entscheidende Rolle spielen.

Andreas Baranowski vom Psychologischen Institut der JGU hat vor diesem Hintergrund zwei Fragen untersucht: Macht es einen Unterschied, wenn die Aufforderung zu einer intimen Begegnung in einer anderen Umgebung erfolgt, wo der soziale Druck kleiner und ein solches Ansinnen nicht so ungewöhnlich ist?

Und kann das subjektiv empfundene Risiko, das für Männer generell geringer ist, so manipuliert werden, dass bekannte Geschlechterunterschiede verschwinden?

Mit einer Standardfrage „Hey, ich mache so etwas normalerweise nicht, aber hast Du Lust auf Sex mit mir?" gingen 14 Studierende der Psychologie über den Campus der Universität Mainz oder durch Clubs und Bars und sprachen insgesamt 127 Frauen und Männer darauf an, ob sie an einer sexuellen Begegnung interessiert wären. Mit einer Ausnahme haben sämtliche Frauen das Ansinnen abgelehnt, wogegen 50 Prozent der Männer in Clubs und 14 Prozent auf dem Campus der Einladung folgen wollten. Sind die Männer nicht in einer festen Beziehung, fällt ihre Zustimmung noch höher aus.

Die Kontrollfrage „Hey, ich mache so etwas normalerweise nicht, aber hättest du Lust, mit mir mal einen Kaffee trinken zu gehen?" wurde an insgesamt 140 Frauen und Männer in der gleichen Umgebung gerichtet und zeigte, wie erwartet, ebenfalls einen Geschlechterunterschied, aber bei Weitem nicht in demselben Ausmaß.

Eine deutliche Übereinstimmung zwischen den Geschlechtern ergab sich dagegen im zweiten Studienteil.

Den Testpersonen wurde hier eine ausgeklügelte Geschichte erzählt, sodass sie sicher sein konnten, im Falle einer Verabredung oder einer sexuellen Begegnung keinen psychischen oder körperlichen Gefahren ausgesetzt zu sein. Die Ergebnisse bei den 30 männlichen und 30 weiblichen Probanden sind bemerkenswert: 100 Prozent der Männer haben zugestimmt, sich zum Sex mit zumindest einer der Frauen, die sie auf einem Foto sehen konnten, zu treffen – die Zustimmungsrate bei den Frauen lag mit 97 Prozent nahezu genauso hoch.

„Wir haben unter den veränderten Bedingungen eine Annäherung zwischen den Geschlechtern erwartet, dass diese so stark ausfallen würde, damit haben wir nicht gerechnet. Die starke Ablehnung einer sexuellen Einladung bei Frauen verliert sich, wenn wir eine sichere Umgebung anbieten“, sagt Andreas Baranowski. Allerdings wendet Baranowski ein, dass in dieser Studie ausschließlich Singles getestet wurden, die gerade auf der Suche nach einem Partner waren. Baranowski vermutet, dass Geschlechterunterschiede stark durch das soziale, gesellschaftliche und kulturelle Umfeld geprägt sind und eben nicht nur biologisch bedingt. Sobald der soziale Druck entfällt, nehmen die Geschlechterunterschiede ab. „Männer wollen immer Sex und Frauen wollen nie Sex – so einfach kann man das nicht sagen. Die Strategien sind wesentlich flexibler als allgemein angenommen“, so Baranowski.

Während die Studie Faktoren wie die Einschätzung der sexuellen Fähigkeit des Gegenüber oder dessen Attraktivität einbezogen hat, bleiben auf dem Gebiet noch viele Fragen offen. Durch die relativ kleine Stichprobe und den engen Kreis – Studienteilnehmer waren ausnahmslos junge, weiße, heterosexuelle Europäer – blieben andere Faktoren wie sexuelle Orientierung, kulturelle und soziale Diversität und Sexualität im Alter unberücksichtigt – eine Aufgabe für weitere Studien.

Veröffentlichung:
Andreas M. Baranowski, Heiko Hecht
Gender Differences and Similarities in Receptivity to Sexual Invitations:
Effects of Location and Risk Perception
Archives of Sexual Behavior, 1. April 2015
DOI: 10.1007/s10508-015-0520-6

Medizin am Abend DirektKontakt

Dipl.-Psych. Andreas Baranowski
Abt. Allgemeine Experimentelle Psychologie
Psychologisches Institut
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-39278
Fax +49 6131 39-39268
E-Mail: baranowski@uni-mainz.de
https://www.blogs.uni-mainz.de/fb02-aep/baranowski-andreas/ 
Petra Giegerich Johannes Gutenberg-Universität Mainz


Kardiogenem Schock moderne Behandlungsmethoden

Medizin am Abend Fazit: Nach Reanimation zurück im Leben

MHH bietet bei kardiogenem Schock moderne Behandlungsmethoden / Patient berichtet 
 
Fast 300.000 Menschen erleiden allein in Deutschland jedes Jahr einen Herzinfarkt. Trotz immer besser werdender Versorgung überleben 60.000 der Betroffenen ihren Infarkt nicht. Viele von ihnen erleiden einen sogenannten kardiogenen Schock: Das Herz ist so geschwächt, dass es nicht mehr eine ausreichende Menge Blut in den Körper pumpen kann. Ein kardiogener Schock tritt oft ohne Vorzeichen innerhalb der ersten 48 Stunden nach einem Herzinfarkt auf. Für die Betroffenen ist es überlebenswichtig, dass sie in einer Klinik mit einem spezialisierten Reanimationszentrum behandelt oder schnellstmöglich dorthin verlegt werden.

Zwischen Leben und Tod

Uwe Bentlage war einer von ihnen. Im September 2012 war der Journalist in einer Klinik. Dort brach er auf dem Klinikflur bewusstlos zusammen. Die Ärzte diagnostizierten einen schweren Herzinfarkt. Uwe Bentlage schwebte zwischen Leben und Tod, musste 45 Minuten lang reanimiert werden. Mit einem kardiogenen Schock wurde der immer noch bewusstlose Patient in die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) verlegt. „Bei uns können derartige Herzerkrankungen – dank der engen Kooperation der kardiologischen, herzchirurgischen und anästhesiologischen Kliniken – exzellent behandelt werden“, erklärt Professor Dr. Johann Bauersachs, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie.



Professor Dr. Axel Haverich, Uwe Bentlage und Professor Dr. Johann Bauersachs (von links)
Professor Dr. Axel Haverich, Uwe Bentlage und Professor Dr. Johann Bauersachs (von links) „Foto: MHH/Tom Figiel“


Therapie mit Minipumpe, ECMO und Hypothermie

Die MHH-Kardiologen mussten bei dem Journalisten nach einem ST-Hebungsinfarkt mit Kammerflimmern mit Hilfe einer Koronarangiographie den Verschluss der rechten Herzkranzarterie wieder eröffnen und setzten einen Stent ein.

Doch das allein reichte nicht: Beide Herzkammern waren so extrem in ihrer Pumpleistung eingeschränkt, dass die Ärzte auf der Intensivstation zu einer Dreifachtherapie greifen mussten: Hypothermie, Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) und Miniaturpumpe zur Unterstützung der linken Herzkammer.


Bei reanimierten Patienten wird an der MHH als Standardtherapie eine Hypothermie eingeleitet. Dabei wird die Körpertemperatur gezielt auf 32 bis 34 Grad Celsius abgesenkt. Klinische Studien haben gezeigt, dass die Hypothermie die Überlebenschancen nach Reanimationen steigert. „Vor allem wird die durch Sauerstoffmangel während des Herzstillstands bedingte Hirnschädigung deutlich vermindert“, sagt Professor Dr. Andreas Schäfer, stellvertretender Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie und Leiter der kardiologischen Intensivstation.

Zudem setzen die Ärzte dem Patienten ein Herzunterstützungssystem ein.

„Mit unseren minimal-invasiven Methoden haben wir über die Leistenarterie eine Impella-Mikroaxialpumpe in die linke Herzkammer implantiert“, erläutert Professor Bauersachs. Sie übernimmt die Pumpfunktion des Herzmuskels und befördert das Blut in den Körper. Außerdem haben die Ärzte der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie den Patienten mit einer sogenannten ECMO versorgt, einer extrakorporalen Membranoxygenierung. 

Dem Patienten wird dabei aus einer großen Vene das sauerstoffarme Blut entnommen. Im ECMO-Gerät findet – ähnlich wie sonst in der Lunge – der Gasaustausch statt. Das sauerstoffreiche Blut wird dem Patienten in eine Arterie zurückgeführt. Die MHH ist bundesweit bekannt für die hohe Expertise, die sie beim Einsatz dieser Methode hat.

Das Herz erholte sich nach einer Woche

„Alle diese Maßnahmen haben das geschädigte Herz entlastet“, sagt Professor Bauersachs. „Nach einer Woche hatte sich der Herzmuskel so weit erholt, dass wir die Unterstützungssysteme schrittweise entfernen konnten.“ Der große Vorteil des Reanimationszentrums der MHH, die auch über eine „Acute and Advanced Heart Failure Unit“ verfügt, ist, dass für extreme Notfälle auch die Kompetenz der herzchirurgischen Klinik von Professor Dr. Axel Haverich jederzeit verfügbar ist. „Ob komplexe Bypass- oder Herzklappenoperationen oder das Einsetzen sogenannter Kunstherzen bis hin zur Herztransplantation stehen wir im Zusammenspiel mit den Kardiologen für unsere Patienten bereit“, sagt Professor Haverich, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie.

Etwas vom Glück zurückgeben

Uwe Bentlage hat von diesen zweieinhalb Wochen nichts mitbekommen. „Ich war die gesamte Zeit bewusstlos und bin erst in der anderen Klinik wieder aufgewacht“, wohin er nach seiner intensivmedizinischen Behandlung in der MHH wieder zurückverlegt worden war. In einer mehrmonatigen Rehabilitation fand der heute 54-Jährige wieder zurück ins Leben. „Ich musste sogar das Gehen wieder neu lernen.“ Vor seinem Infarkt hatte Bentlage das Regionalstudio eines Rundfunksenders in Hannover geleitet, nahm als Hobby an Schwimmwettkämpfen teil. Mittlerweile ist er berentet, arbeitet aber immer noch als freier Journalist. Beim jüngsten Belastungs-EKG bescheinigte ihm sein Kardiologe Top-Werte, Wettkampfschwimmen will er aber lieber nicht mehr. Mittlerweile unterstützt Uwe Bentlage das THW Wunstorf als aktiver Helfer. „Ich möchte gern etwas zurückgeben von dem Glück, das ich hatte.“ Sagt er und erinnert daran, dass man ihm eine Überlebenschance von 15 Prozent gegeben hatte. „Den 20. September feiere ich als meinen zweiten Geburtstag.“

Hannover Herz Messe informiert Experten

Der kardiogene Schock wird auch ein Thema bei der 3. Hannover Herz Messe sein, einer Fortbildungsveranstaltung für Ärzte am 8. und 9. Mai 2015 im Hannover Congress Centrum. Die Messe wird gemeinsam organisiert von den MHH-Kliniken der Professoren Bauersachs und Haverich und dem Bundesverband der Niedergelassenen Kardiologen, Landesverband Niedersachsen. Ein spezieller Fokus wird in diesem Jahr auf die Komorbidität von Lungenerkrankungen bei Herzpatienten gelegt. Zudem finden Patientenseminare zur Fallot’schen Tetralogie und zur peripartalen Kardiomyopathie statt.

Das aktuelle Programm und das Anmeldeformular finden Sie unter

www.hannover-herz-messe.de

Medizin am Abend DirektKontakt

Professor Dr. Johann Bauersachs
bauersachs.johann@mh-hannover.de
Telefon (0511) 532-3841,
Professor Dr. Axel Haverich,
haverich.axel@mh-hannover.de
Telefon (0511) 532-6580.  
Stefan Zorn Medizinische Hochschule Hannover