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FreeStyle Libre: Zuckererkrankung Typ 1 Typ 2

Die DAK-Gesundheit verbessert die Versorgung bei Diabetes-Patienten. Gemeinsam mit dem Gesundheitsunternehmen Abbott startet die Krankenkasse ein exklusives Projekt für ihre Versicherten mit einer schweren Zuckererkrankung. Ab Mitte des Jahres erhalten ausgewählte Patienten einen neuen High-Tech-Sensor. Das innovative Produkt mit dem Namen FreeStyle Libre ermöglicht Zuckermessen mit einem diskreten Scan und viel mehr Einblick in den Glukoseverlauf.

Die neue Zuckermessung soll Diabetikern, die Insulin benötigen, das Leben mit ihrer Krankheit deutlich vereinfachen. Ab Mitte des Jahres versorgt die DAK-Gesundheit zunächst eine limitierte Anzahl von Patienten aus ihren Gesundheitsprogrammen Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 mit dem neuen Sensor.

"Als innovative Versorgerkasse mit besonderem Qualitätsanspruch freuen wir uns, diese Medizin-Revolution zu unterstützen und unseren Versicherten das Messsystem so schnell wie möglich als freiwillige Leistung zur Verfügung zu stellen", sagt Thomas Bodmer, Mitglied des Vorstandes der DAK-Gesundheit.

Statt den Zuckerwert routinemäßig über das Blut zu bestimmen, erfolgen die Messungen in der Zwischenzellflüssigkeit des Unterhautgewebes.* Der Patient appliziert einen Sensor am Oberarm, der etwa so groß ist wie ein Zwei-Euro-Stück. Der Sensor trägt an der Unterseite einen feinen Faden, der fortlaufend die Zuckerkonzentration misst. Der Patient kann den Sensor jederzeit mit einem kleinen Lesegerät scannen. Es speichert die Glukosewerte von bis zu 90 Tagen sicher ab. Der Sensor selbst kann bis zu 14 Tage lang getragen werden, auch beim Sport und beim Baden. Bis zu einem Meter Tiefe ist er rund 30 Minuten wasserfest.

"FreeStyle Libre ist ein Meilenstein in der Diabetestherapie. Auf eine solche Alternative zur traditionellen Blutzuckermessung haben Menschen mit Diabetes und wir Ärzte lange gewartet", so Professor Morten Schütt, Bereichsleiter Diabetes und Stoffwechsel am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. "Das System erleichtert das Diabetesmanagement im Alltag erheblich und hat positive Auswirkungen auf die Lebensqualität, das Therapievertrauen sowie das soziale Umfeld."

Das FreeStyle Libre-System von Abbott ist seit November 2014 auf dem deutschen Markt. Abbott hat mit Patienten den Dialog gesucht, um ein Messsystem zu entwickeln, das den Bedürfnissen von Menschen mit Diabetes entspricht. Statt Momentaufnahmen zeigen die Lesegeräte Zuckerverläufe in Kurven-Diagrammen an, welche die Patienten auf einen Blick erfassen können. "Das FreeStyle Libre-Messsystem bedeutet mehr Freiheit für Menschen mit Diabetes", erklärt Dr. Ansgar Resch, General Manager von Abbott Diabetes Care Deutschland. "Sie bekommen mit dem neuen Flash-Glukose-Messsystem durch einen einfachen Scan wesentlich mehr Informationen als durch die herkömmliche Blutzuckermessung. Für Menschen mit Diabetes, die auf eine intensivierte Insulintherapie angewiesen sind, ergeben sich dadurch ganz neue Chancen im Umgang mit ihrer Erkrankung."

Bisher sind die Produktionskapazitäten bei Abbott noch beschränkt. Das Versorgungsprojekt startet deshalb mit einer limitierten Patientenzahl bei der DAK-Gesundheit. "Von den Patienten, die an unseren DAK-Gesundheitsprogrammen Diabetes mellitus Typ 1 und 2 teilnehmen, werden wir das Angebot zunächst denjenigen machen, die eine intensivierte Insulintherapie benötigen und am stärksten unter dem ständigen Zuckermessen leiden", betont Bodmer.

Angesprochen werden Menschen mit Diabetes, die sich im Rahmen einer intensivierten Insulintherapie täglich viele Male in den Finger stechen müssen und nach jahrzehntelanger Krankheit und tausendfachem Piks oft taube Fingerspitzen haben. Der neue Sensor soll ihnen helfen, ihre Glukosewerte schmerzfreier zu kontrollieren, um lebensbedrohliche Unterzuckerung zu vermeiden und das Risiko für Spätfolgen zu reduzieren. "Wir gehen davon aus, dass sich der Sensor in Zukunft auch in der Regelversorgung durchsetzen wird", prognostiziert Bodmer.

Abbott Diabetes Care ist ein führendes Unternehmen in der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung für Systeme zur Blutzucker- und Glukosekontrolle, die Diabetiker dabei unterstützen, besser mit ihrer Erkrankung zu leben.

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten gesetzlichen Kassen in Deutschland und versichert 6,2 Millionen Menschen.

* Eine zusätzliche Prüfung der Glukosewerte mittels eines Blutzucker-Messgeräts ist erforderlich bei sich schnell ändernden Glukosespiegeln, weil die Glukosewerte in der Gewebeflüssigkeit die Blutzuckerwerte eventuell nicht genau widerspiegeln, oder wenn das System eine Hypoglykämie oder eine anstehende Hypoglykämie anzeigt oder die Symptome nicht mit den Messwerten des Systems übereinstimmen. Das Setzen eines Sensors erfordert ein Einführen eines Sensorfilaments unter die Haut.

Suizid: Ben Wettervogel: (* 18. Dezember 1961 in Klein Reken[ alias Benedikt Ludger Vogel; † 2. Februar 2015 in Berlin) Diplom-Meteorologe, Hörfunk- und Fernsehmoderator sowie Redakteur beim ZDF


Medizin am Abend Fazit: Jeder fünfte Suizid steht in Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit - Zum Gedenken -

Hintergrund: http://www.tagesschau.de/inland/wettervogel-103.html

http://www.ksta.de/image/view/2005/0/16/13944292,10238856,dmData,mewetter+%25281105023518562%2529+%25281105023518562%2529.jpg

Jährlich nehmen sich rund 45'000 Menschen das Leben, weil sie keine Arbeit
haben oder jemand in ihrem Umfeld von Arbeitslosigkeit betroffen ist. Das
zeigt nun eine Studie der Universität Zürich mit Daten aus 63 Ländern. Sie
zeigt auch, dass die Zahl aller Suizide, die in der Finanzkrise im Jahr
2008 direkt oder indirekt mit der Arbeitslosenrate im Zusammenhang
standen, neunmal so hoch ist wie bislang angenommen.

Arbeitslosigkeit kann Menschen in den Suizid treiben. Dass die
existentielle Bedeutung von Arbeitslosigkeit für die Gesundheit gross ist
und der (drohende) Verlust einer Arbeitsstelle sowie lange
Arbeitslosigkeit eine ernste Situation für die Betroffenen und deren
Angehörige darstellt, haben zahlreiche Studien nachgewiesen. Die Debatte
über den traurigen Zusammenhang wurde durch die ökonomische Krise und die
nachfolgende Sparpolitik vieler Länder im Jahr 2008 neu entfacht. Während
viele Untersuchungen lediglich Krisenjahre und oft nur einzelne
geographische Regionen einbezogen, können jetzt Carlos Nordt, Ingeborg
Warnke, Erich Seifritz und Wolfram Kawohl von der Psychiatrischen
Universitätsklinik Zürich erstmals ein Bild über vier Weltregionen für die
Zeit von 2000 bis 2011 zeichnen. Mit folgendem Schluss: «Pro Jahr steht
weltweit etwa jeder fünfte Suizid direkt oder indirekt mit
Arbeitslosigkeit in Verbindung», sagt Erstautor Carlos Nordt. Die Studie
ist nun in der Zeitschrift «The Lancet Psychiatry» online publiziert.

Alle vier Weltregionen betroffen

Link der Zukunft 2014:
http://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/17/SchrAnfr/S17-15332.pdf

Fast eine Million Menschen sterben weltweit pro Jahr durch Suizid. Um
herauszufinden, wie viele der Suizide im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit
stehen, haben die UZH-Forschenden Daten von 63 Ländern der Jahre 2000 bis
2011 in ihre Studie einbezogen. Die Länder wurden in die vier Weltregionen
Nord- und Süd-Amerika, Nord- und West-Europa, Süd- und Ost-Europa sowie
Nicht-Amerika und Nicht-Europa eingeteilt. Nicht verfügbar waren Daten aus
China und Indien. «Trotz länderspezifischer Besonderheiten fanden wir in
allen vier Weltregionen einen ähnlich starken Zusammenhang zwischen
Arbeitslosen- und Suizidrate», fasst Soziologe Carlos Nordt zusammen.
Dieser Effekt unterscheide sich ausserdem weder nach Geschlecht noch nach
Altersgruppe.

Jeder fünfte Suizid pro Jahr konnte direkt oder indirekt mit
Arbeitslosigkeit in Verbindung gebracht werden. Und: «Nach dem Krisenjahr
2008 stieg die Zahl der Suizide kurzfristig um 5000 Fälle an», sagt Nordt.
Diese Zahl hatten bereits andere Studien festgestellt. Nicht bekannt aber
bisher war, dass in diesem Jahr gesamthaft rund 46’000 Suizide mit der
Arbeitslosenrate verbunden waren: «Damit war die Zahl der Suizide mit
diesem Hintergrund neunmal grösser als der bisher bekannte Anstieg»,
so Nordt.

Auf eine Krise wird bereits im Vorfeld reagiert

In Ländern mit allgemein tieferer Erwerbslosigkeit war der Zusammenhang
von Arbeitslosigkeit und Suizid stärker ausgeprägt. Deshalb sind gemäss
den Forschenden auch in Ländern mit tieferer Arbeitslosigkeit unbedingt
Investitionen in Programme erforderlich, die Personen in den Arbeitsmarkt
integrieren und ein gesundes Arbeitsklima fördern. Interessanterweise
zeigt die Studie zudem, dass der Anstieg der Suizidrate dem der
Arbeitslosenrate um etwa sechs Monate vorausging. Das heisst: «Die
Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wurde offensichtlich antizipiert und
bereits die Verunsicherung über die Entwicklung der ökonomischen Situation
scheint negative Konsequenzen zu haben», folgert Psychiater und
Seniorautor Wolfram Kawohl. So könne zunehmender Druck am Arbeitsplatz,
etwa durch Restrukturierungen, Suizide begünstigen.

«Es bedarf einer Schulung von Fachpersonal, etwa in den Personalabteilungen, damit dieses erhöhte Suizidrisiken bei betroffenen erwerbstätigen und nichterwerbstätigen Personen besser erkennt und beim Umgang mit der Problematik helfen kann», empfiehlt Kawohl.

Es ist bekannt, dass besonders vulnerable Personen ein höheres
Suizidrisiko haben; in diese Studie konnten jedoch solche Faktoren, wie
zum Beispiel psychische Störungen, aufgrund mangelnder Verfügbarkeit
spezifischer Daten nicht einbezogen werden.

Das soziale Umfeld ist betroffen

Wichtig zu erkennen ist gemäss Kawohl ebenfalls, dass sich die Probleme
wegen Arbeitslosigkeit nicht nur auf die Direktbetroffenen auswirken: Die
Resultate in Bezug auf Suizide und Arbeitslosigkeit zeigen etwa, dass auch
Personen über 65 Jahre betroffen sind – also Menschen, die oftmals nicht
mehr aktiv im Arbeitsmarkt stehen. Die UZH-Forschenden fordern deshalb
dazu auf, «bereits Befürchtungen in der Bevölkerung vor wirtschaftlichen
Veränderungen ernst zu nehmen und geeignete suizidpräventive Massnahmen zu
entwickeln und voranzutreiben», so Kawohl.

Literatur:
Carlos Nordt, Ingeborg Warnke, Erich Seifritz, Wolfram Kawohl. Modelling
suicide and unemployment: a longitudinal analysis covering 63 countries,
2000-2011. The Lancet Psychiatry. 11. Februar, 2015. Doi:
http://dx.doi.org/10.1016/S2215-0366(14)00118-7


Medizin am Abend DirektKontakt:

PD Dr. med. Wolfram Kawohl
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (KPPP)
Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
Tel. +41 44 296 74 61
E-Mail: wolfram.kawohl@puk.zh.ch

Dr. phil. Carlos Nordt
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (KPPP)
Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
Tel. +41 44 384 24 08
E-Mail: cnordt@bli.uzh.ch

Bettina Jakob
Universität Zürich
Tel. +41 44 634 44 39

Diabetes-Folgeschäden: Impotenz

Medizin am Abend Fazit: Diabetes mellitus ist die häufigste Ursache für Potenzstörungen –
jeder zweite männliche Diabetespatient leidet unter Erektionsproblemen.
Die beste Therapie, die Potenz zu erhalten und eine beginnende
Erektionsstörung zu stoppen, ist eine gute Blutzuckereinstellung. Darauf
weist die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hin. Wer erste Anzeichen
bemerkt, sollte daher seinen Lebensstil überprüfen und erwägen, eine
psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen.

Ein überhöhter Blutzuckerspiegel schädigt mit der Zeit die Blutgefäße. Die
Folgen davon sind Durchblutungsstörungen. Sie machen sich oft zuerst an
den Füßen bemerkbar, die sich taub anfühlen und unempfindlich gegenüber
Berührungen werden. „Danach stellen sich bei Männern häufig auch
Erektionsprobleme ein“, erläutert Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel,
Präsident der DDG. Bleibt eine ausreichende Erektion in rund 70 Prozent
der Versuche aus und halten die Probleme mindestens sechs Monate an,
sprechen Ärzte von einer „erektilen Dysfunktion“.

Doch so lange sollten Diabetespatienten keinesfalls warten, bis sie ihren
Arzt aufsuchen. „Denn die beste Therapie, die Potenz zu erhalten oder eine
beginnende Erektionsstörung nicht schlimmer werden zu lassen, ist eine
gute Blutzuckereinstellung“, sagt Siegel. Experten gehen heute davon aus,
dass eine schlechte Einstellung auch vorübergehend Erektionsprobleme
hervorrufen kann – Patienten können damit selbst aktiv zur Therapie
beitragen.

Wie die Blutzuckereinstellung verbessert werden kann, besprechen die
Patienten mit dem Diabetologen. Die DDG rät, zunächst den Lebensstil zu
überprüfen: Rauchen ist sehr abträglich, übermäßiger Alkoholkonsum
ebenfalls. Positiv auf den Blutzuckerspiegel wirken sich hingegen
Bewegung, gesunde Ernährung und Gewichtsreduktion aus. „Sehr effektiv kann
auch eine Beratung sein, wie der Patient die Blutzuckerkontrolle besser in
den Griff kriegt“, fügt Siegel hinzu. Darüber hinaus kann ein
Therapiewechsel helfen, die Werte zu normalisieren.

Bessern sich die Potenzprobleme dennoch nicht, stehen weitere Maßnahmen
zur Verfügung. Mit Abstand beliebtestes Hilfsmittel sind Tabletten, die
Phosphodiesterase-Hemmer. Sie entspannen die Penismuskulatur, so dass sich die Blutgefäße besser weiten und die Schwellkörper mit Blut füllen können.
Die gängigen Wirkstoffe Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil unterscheiden
sich dabei vor allem hinsichtlich Wirkungseintritt und Wirkdauer. „Ihre
Einnahme ist häufig trotz Herzerkrankung möglich“, erläutert Siegel.

Sind Tabletten für einen Patienten nicht geeignet, kommen die
Schwellkörperinjektionstherapie (SKAT) oder eine Vakuumpumpe in Frage. Bei der SKAT gibt sich der Mann vor dem Sex eine erektionsfördernde Spritze
ins Glied, die Vakuumpumpe saugt zusätzliches Blut in den Penis. Diese
Methoden sind heute aber weniger populär, weil sie oft als unpraktisch
empfunden werden. Die Implantation einer Penis-Prothese sollte nur als
letzte Maßnahme erwogen werden.

Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG):
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit über 8.900 Mitgliedern
eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in
Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in
Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und
entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung
der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als sechs Millionen Menschen in
Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch
umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.


Medizin am Abend DirektKontakt

DDG
Kerstin Ullrich und Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-641/552, Fax: 0711 8931-167

Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
Geschäftsstelle
Reinhardtstr. 31, 10117 Berlin
Tel.: 030 3116937-0
Fax: 030 3116937-20

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.ddg.info

GenderMedizin-Diagnostik: CT-Untersuchung - Erstgespräch

Medizin am Abend Fazit:
CT-Untersuchung macht so viel Angst wie geplante OP

Forscher raten Ärzten, mögliche Ängste im Vorgespräch anzusprechen
RUB-Studie: Je mehr Informationen desto weniger Befürchtungen

Moderne Computertomographen erzeugen die benötigten Bilder geräuschlos
binnen weniger Sekunden. Trotzdem ruft eine bevorstehende Untersuchung in
der Computertomographie bei vielen Patienten ebenso große Angst hervor wie
eine geplante Operation oder eine wesentlich länger dauernde und mit
starkem Lärm verbundene Untersuchung im Magnetresonanztomographen. Das hat eine Befragung von RUB-Forschern unter 852 Patientinnen und Patienten
ergeben. „Röntgenärzte sind sich dessen aber kaum bewusst“, erklärt
Studienleiter PD Dr. Christoph M. Heyer.

„Künftig sollten solche Ängste schon im Aufklärungsgespräch thematisiert
werden.“ Denn die Studie zeigt auch, dass je informierter die Patienten
sind, desto geringer ausgeprägt ihre Angst ist.

Radiologen sind sich der Ängste ihrer Patienten kaum bewusst

Bildgebende Verfahren haben einen hohen Stellenwert in der modernen
Medizin und sind essenzieller Bestandteil bei der diagnostischen Abklärung
vieler Erkrankungen. Während die Magnetresonanztomographie (MRT) wegen
ihrer langen Dauer, des damit verbundenen Lärms und der langen und engen
Röhre, in der man bewegungslos liegen muss, vielfach als unangenehm
empfunden wird, scheint die Computertomographie (CT) vergleichsweise wenig
beängstigend: Hier kreisen eine Röntgenröhre und ein Detektorsystem mit
hoher Geschwindigkeit um den Patienten, und in nur wenigen Sekunden
entstehen geräuschlos Schnittbilder des Körperinneren. „Daher nehmen
Radiologen die Anwendung der CT in der Regel nicht als potenziell
angstauslösend wahr“, erklärt Heyer. „Entsprechend ist das Phänomen ‚Angst
beim Patienten‘ beim Aufklärungsgespräch vor einer CT-Untersuchung
normalerweise kein Thema.“

Frauen haben mehr Angst, das Alter spielt keine Rolle

In der groß angelegten Studie am Institut für Diagnostische Radiologie,
Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin des
Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil wurden in
Kooperation mit der Abteilung für Medizinische Psychologie und
Medizinische Soziologie der RUB (Direktorin: Prof. Dr. Monika Hasenbring)
852 Patienten unmittelbar vor einer CT-Untersuchung anhand eines
standardisierten Fragebogens zum Thema „Angst“ befragt. Die Forscher
konnten zeigen, dass das durchschnittliche Angstniveau der Studiengruppe
dem vor einer MRT bzw. vor einer geplanten Operation entsprach.  

Dabei hatten Frauen wesentlich größere Angst als männliche Patienten, wohingegen das Patientenalter keinen Einfluss auf das Ausmaß der Angst hatte.

Angstfaktoren: Ergebnis, Kontrastmittel, Enge, Strahlung

Patienten, die erstmalig eine CT-Untersuchung erhielten, waren deutlich
ängstlicher als solche, die bereits mit der Methode vertraut waren. Zudem
zeigten Patienten, die sich gut informiert über die CT-Untersuchung
fühlten, signifikant weniger Angst als Patienten, die im Vorfeld weniger
Informationen erhalten hatten. Darüber hinaus war die Angst bei denjenigen
Patienten besonders groß, bei denen eine Tumorerkrankung bekannt war oder
bei denen eine Untersuchung des Kopfes bzw. des Körperstamms vorgesehen
war. Als weitere angstauslösende Faktoren identifizierten die Forscher die
Sorge um das Untersuchungsergebnis, die intravenöse Gabe von
Kontrastmittel, die Enge im Gerät, und die angewandte Röntgenstrahlung.
„Um die Akzeptanz der CT auf Seiten der Patienten zu verbessern, erscheint
es insbesondere bei Erstuntersuchungen sinnvoll, sich des Phänomens
bewusst zu werden und es schon im ärztlichen Aufklärungsgespräch
anzusprechen“, appelliert der Studienleiter an seine Fachkollegen.

Titelaufnahme

Heyer CM et al.: Anxiety of Patients Undergoing CT Imaging – An
Underestimated Problem? In: Academic Radiology, 2015 Jan;22(1):105-12.
doi: 10.1016/j.acra.2014.07.014,
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25239843

Medizin am Abend DirektKontakt

PD Dr. med. Christoph M. Heyer, Leitender Arzt, Institut für
Kinderradiologie am St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität
Bochum, Radiologische Praxis am JosefCarrée, Gudrunstraße 56, 44791
Bochum, Tel.: 0234/509-5260, Fax: 0234/509-5261, christoph.heyer@rub.de
Ruhr-Universität Bochum, Meike Drießen

Mammographie

Medizin am Abend Fazit: Mammographie-Screening in Deutschland: Neuer Evaluationsbericht der Kooperationsgemeinschaft Mammographie bestätigt den positiven Trend der Vorjahre des Programms.

Bei rund 17.000 Frauen wurde innerhalb eines Jahres
im Mammographie-Screening-Programm Brustkrebs entdeckt. Rund 12.000 der
aufgespürten Karzinome sind kleiner als 2 Zentimeter und haben die
Lymphknoten noch nicht befallen. Damit bietet sich für viele Screening-
Teilnehmerinnen die Chance auf eine weniger aggressive, erfolgreiche
Behandlung.

„Der Anteil kleiner und lymphknotenfreier Karzinome ist hoch. Wir gehen
davon aus, dass sich entsprechend die Anzahl der fortgeschrittenen Tumore
reduzieren wird“, betont Dr. Vanessa Kääb-Sanyal, kommissarische
Geschäftsstellenleiterin der Kooperationsgemeinschaft Mammographie.
„Unsere Daten zeigen auch, wie effektiv das Mammographie-Screening-
Programm in Deutschland arbeitet. Auf der einen Seite finden wir bei
durchschnittlich 6 von 1.000 untersuchten Frauen Brustkrebs mehrheitlich
in einem prognostisch günstigen Stadium, auf der anderen Seite können wir
die Belastung für gesunde Frauen möglichst gering halten.“

Von den 130.000 zur Abklärung einer Auffälligkeit einbestellten Frauen im
Jahr 2011 wird bei nur 34.000 Frauen eine Gewebeentnahme erforderlich. Die
Hälfte dieser Frauen erhält die Diagnose Brustkrebs, das sind 13 Prozent
aller Frauen, die zur Abklärung eingeladen wurden. „Im Gegensatz zu
anderen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen, die auch Fehlalarme, also
falsch-positive Befunde produzieren, haben wir für das Mammographie-
Screening verlässliche Zahlen, die regelmäßig in unseren Berichten
veröffentlicht werden“, betont Kääb-Sanyal.

Für eine hohe Transparenz in der Darstellung der Ergebnisse sorgt der
Evaluationsbericht 2011. Erstmals umfasst die Präsentation neben
prozentualen Angaben für die Leistungsparameter wie Einladungs- und
Teilnahmerate, Stadienverteilung der Karzinome und Wiedereinbestellungen
auch die Angabe in so genannten absoluten Zahlen. Ein Beispiel: Die
Teilnahmerate in 2011 betrug 56 %, das entspricht rund 2,7 Millionen
untersuchten Frauen.

Kääb-Sanyal: „Frauen sollten informiert sein über die Vor- und Nachteile,
die mit einer Teilnahme am Mammographie-Screening verbunden sein können.
Ein früh erkannter Brustkrebs bietet für die Frau die Chance auf eine
schonendere Therapie. Zudem kann sie ihr Risiko, an Brustkrebs zu sterben,
durch die Früherkennung im Screening senken.“ Das zeigen aktuelle
Auswertungen aus den schon länger laufenden Mammographie-Screening-
Programmen wie den Niederlanden1 und Kanada2. Diese Auswertungen
bestätigen die Ergebnisse aus großen Kontroll-Studien, die in mehreren
Ländern bereits vor der Einführung der Screening-Programme durchgeführt
wurden. Darauf stützte sich auch der einstimmige Bundestagsbeschluss 2002,
das Mammographie-Screening in Deutschland umzusetzen.

„Das Mammographie-Screening in Deutschland arbeitet erfolgreich“, betont
Kääb-Sanyal. Die Vorgaben der Europäischen Leitlinien zur
Qualitätssicherung zur Brustkrebsfrüherkennung werden mit sehr guten
Ergebnissen erfüllt. „Die konsequente Umsetzung der Qualitätssicherung
unter anderem mit Doppelbefundung, Fortbildungen für ÄrztInnen und
medizinisch-technische radiologische AssistentInnen, Überprüfungen der
fachlichen Qualifikation, der Mammographiegeräte sowie der Abläufe in den
Screening-Praxen zahlen sich aus für die Frauen, die sich für eine
Mammographieuntersuchung zur Brustkrebsfrüherkennung im Rahmen dieses
Programms entscheiden.“

Der Vergleich der Daten vor der Einführung des Screenings (2005) mit den
aktuellen Ergebnissen aus dem Programm zeigt ein klares Bild. Bis 2005
sind jährlich mehr als 4 Millionen Mammographien durchgeführt worden. Zu
dieser Zeit lag der Anteil der invasiven Karzinome (bösartige
Gewebeänderungen, die in das umgebende Gewebe hineinwachsen) unter 2
Zentimeter nur bei knapp 50 Prozent. Im Screening hingegen beträgt der
Anteil nun rund 81 Prozent. Ohne Lymphknotenbefall waren vor Einführung
des Programms lediglich 57 Prozent der Karzinome, heute sind es rund 79
Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil des Brustkrebses in einem „späten“,
prognostisch ungünstigen Stadium im Screening deutlich niedriger als vor
Screening-Beginn. Finden ÄrztInnen im Programm nur noch rund 23 Prozent
der invasiven Karzinome größer als 2 Zentimeter oder mit Lymphknotenbefall
vor, waren es 2005 noch rund 55 Prozent.

„Wir haben viel erreicht, einiges liegt noch vor uns“, sagt Kääb-Sanyal.
Bundesweit lassen sich zurzeit noch keine Aussagen darüber treffen, wie
hoch der Anteil der so genannten Intervallkarzinome ist, also derjenigen
Brustkrebsfälle, die nach einer Screening-Untersuchung mit einem
unauffälligem Ergebnis dann vor dem nächsten Screening-Termin festgestellt
werden. Die in ersten Auswertungen für Nordrhein-Westfalen und
Niedersachsen ermittelten Intervallkarzinomraten, liegen im
Referenzbereich der Europäischen Leitlinien und sind vergleichbar mit
Ergebnissen anderer Screening-Nationen.

Aktuell viel diskutiert wird über „Überdiagnosen“ beziehungsweise
„Übertherapien“. Dabei handelt es sich um Karzinome oder
Brustkrebsvorstufen, die behandelt werden, aber bis zum Todeszeitpunkt der
Frau mutmaßlich keine lebensbedrohliche Entwicklung genommen hätten. Doch
kann für die einzelne Frau medizinisch nicht vorhergesagt werden, wie sich
das Karzinom entwickeln wird. Die Schätzungen zur Häufigkeit von
Überdiagnosen variieren in der Wissenschaft, je nachdem, auf welche
Modellrechnungen sie beruhen. Für das deutsche Programm lassen die derzeit
verfügbaren Daten der epidemiologischen Krebsregister vermuten, dass der
Anteil der Überdiagnosen nicht im Bereich von 50 Prozent liegt, sondern
deutlich niedriger ist. Denn: Mit der Einführung des Programms steigt die
Anzahl registrierter Neuerkrankungen erheblich an: Durch das systematische
Screening werden zunächst viele bestehende Karzinome gefunden, die ohne
die Untersuchung im Programm zu diesem Zeitpunkt nicht entdeckt worden
wären. Doch mit der flächendeckenden Umsetzung des Programms seit 2009
zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Neuerkrankungsrate. Diejenigen
Karzinome, die ohne die Screening-Untersuchung erst später entdeckt worden
wären, treten nun nicht mehr auf. Für eine belastbare Schätzung von
Überdiagnosen muss allerdings die Entwicklung der nächsten Jahre
abgewartet werden.

Auch für die Aussage, in welchem Maß die Brustkrebssterblichkeit durch das
Mammographie-Screening in Deutschland gesenkt werden kann, müssen die
Ergebnisse abgewartet werden. Erst nach 10 bis 15 Jahren Laufzeit zeigen
sich solche Effekte eines Krebsfrüherkennungsprogramms. 2012 hat das
Bundesamt für Strahlenschutz ein entsprechendes Forschungsvorhaben in
Auftrag gegeben.

Quellen:
1 Health Council of the Netherlands. Population screening for breast
cancer:expectations and developments. The Hague: Health Council of the
Netherlands, 2014; publication no. 2014/01E.
2 Coldman A., Pan-Canadian Study of Mammography Screening and Mortality
from Breast Cancer. JNCI J Natl Cancer Inst (2014) 106 (11): dju261


Hintergrund:
Krebs in Deutschland | Brustkrebsneuerkrankungen
Jährlich erkrankten über 70.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs
(Robert Koch-Institut 2010); rund 17.500 Frauen sterben jedes Jahr daran.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Kooperationsgemeinschaft Mammographie:
Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie ist in gemeinsamer Trägerschaft
von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung (KBV) im August 2003 gegründet worden. Ihre Aufgabe ist
die Koordination, Qualitätssicherung und Evaluation des Mammographie-
Screening-Programms. Im Jahr 2005 gingen die ersten Screening-Einheiten an
den Start. Seit 2009 ist das Programm in Deutschland flächendeckend
umgesetzt.

Medizin am Abend DirektKontakt:

Kooperationsgemeinschaft Mammographie
Corinna Heinrich
Telefon: 030/319985130
E-Mail: cheinrich@koop-mammo.de

Weitere Informationen finden Sie unter
http://fachservice.mammo-programm.de
http://www.mammo-programm.de

Kosten - Kinder - Zeit - Vergiftungen - Arzneimittel

Medizin am Abend:
Kinder kosten vor allem Zeit:
Finanzieller Stress fällt für Eltern subjektiv kaum ins Gewicht

Kinder machen viel Freude, doch sie sind für ihre Eltern auch eine
erhebliche finanzielle Belastung. Staatliche Programme gleichen nur einen
Teil dieser Kosten aus. Subjektiv empfinden die meisten Eltern den
zusätzlichen finanziellen Druck jedoch als überraschend gering.

Stressfaktor Nummer eins ist vielmehr die zeitliche Belastung, die mit der
Kinderbetreuung verbunden ist. Das ist das Ergebnis einer aktuellen
Studie, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA)
veröffentlicht hat.

Die Studie wertet Befragungsdaten des deutschen Sozio-oekonomischen Panels
(SOEP) und des australischen HILDA-Datensatzes für die Jahre 2001 bis 2012
aus. „Obwohl wir für Deutschland und Australien sehr unterschiedliche
Daten heranziehen, sind die Ergebnisse in beiden Ländern erstaunlich
deckungsgleich“, sagt IZA-Preisträger Daniel S. Hamermesh, der die Studie
gemeinsam mit seinen australischen Kollegen Hielke Buddelmeyer und Mark
Wooden verfasst hat.

Demnach empfinden Eltern den zeitlichen Stress im Vergleich zur
finanziellen Belastung als weit gravierender. Diese Wahrnehmung geben
insbesondere Mütter zu Protokoll, denen in den ersten Lebensjahren des
Kindes zumeist die Hauptlast der Betreuung und der Vereinbarung von
Familie und Beruf zufällt. Aber auch die Mehrzahl der Väter sieht sich der
Untersuchung zufolge stärker zeitlich als finanziell unter Druck.

Dies kann als Teilerfolg verbreiteter finanzieller Förderprogramme für
Familien interpretiert werden, verdeutlicht aber erst recht den hohen
Stellenwert einer auf die Bedürfnisse der Familien zugeschnittenen
außerhäuslichen Kinderbetreuung und flexibler Arbeitszeitmodelle, mit
denen eine zeitliche Entlastung erreicht werden kann. Denn mit mehr Geld
ist es nicht getan: Die Studie ermittelt einen extrem hohen Wert, den eine
monetäre Unterstützung erreichen müsste, um den Zeitstress im subjektiven
Empfinden auszugleichen.

Neben der Familienpolitik sieht Hamermesh aber auch die Eltern selbst in
der Pflicht: „Im internationalen Vergleich steht Deutschland bei der
Familienförderung schon sehr gut da. Von einer ausgedehnten, bezahlten
Auszeit vom Job können Eltern in anderen Teilen der Welt nur träumen.
Allerdings mangelt es in vielen Familien nach wie vor an einer
ausgewogenen Aufgabenverteilung bei der Kinderbetreuung.“

Die Forscher untersuchen nicht allein Daten zu jungen Eltern, sondern
ermitteln auch, dass Eltern, deren Kinder bereits volljährig sind und
einen eigenen Haushalt gegründet haben, weiterhin eine zeitliche und
finanzielle Mehrbelastung verspüren. Das empfundene Stressniveau geht zwar
zurück, erreicht aber nicht den Wert vor der Geburt der Kinder, sondern
bleibt im Vergleich zu kinderlosen Paaren deutlich höher – auch wenn das
empfundene Familienglück und die damit einhergehende Lebenszufriedenheit
das subjektive Stressempfinden in aller Regel wieder ausgleichen.

Die englischsprachige Studie ist über die IZA-Homepage abrufbar:
Hielke Buddelmeyer, Daniel S. Hamermesh, Mark Wooden: The Stress Cost of
Children

IZA Discussion Paper No. 8793 - http://ftp.iza.org/dp8793.pdf


Medizin am Abend DirektKontakt


Mark Fallak
fallak@iza.org
(0228) 3894-223

Medikamente vor Kindern sichern / Kinder, die Arzneien und Haushaltschemikalien "genascht" haben, beschäftigen täglich den Giftnotruf

Mehr als jede dritte der knapp 36500 Anfragen im Jahr 2013 beim Giftinformationszentrum Nord in Göttingen betraf Kinder unter vier Jahren. Wie die "Apotheken Umschau" berichtet, hatten die Giftexperten mehr als 4900 Fälle registriert, in denen Babys und Kleinkinder Reinigungsmittel und andere Chemikalien verschluckt hatten.

Etwa 3400 Vergiftungen waren auf Arzneimittel zurückzuführen. 

Die Giftexperten mahnen deshalb, Arzneimittel und Chemikalien getrennt voneinander an einem kindersicheren Ort aufzubewahren.

Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 2/2015 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

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Karneval: Gefahr von Restalkohol

Karneval: Gefahr von Restalkohol wird stark unterschätzt / Pro Stunde werden nur 0,1 Promille abgebaut / Wundermittel gibt es nicht

Alkohol und Autofahren - dass das nicht zusammenpasst, wissen die meisten Menschen und weichen nach der Karnevalsfeier auf alternative Verkehrsmittel aus. Die Gefahr durch Restalkohol am darauf folgenden Morgen unterschätzen laut ADAC jedoch die meisten Autofahrer und setzen sich mit reinem Gewissen hinters Steuer. Aber: Wer einen Fahrfehler begeht, den Verkehr gefährdet oder gar einen Unfall verursacht, muss schon ab 0,3 Promille Blutalkohol mit einer Strafe und Führerscheinentzug rechnen. Übermüdung und der große Kater beeinflussen das Reaktionsvermögen zusätzlich negativ.

Je nach Konstitution, Größe und Gewicht vertragen Menschen Alkohol völlig unterschiedlich. Eine Beispielrechnung zeigt die Gefahr: Ein Mann mit 80 Kilo Gewicht trinkt von 20 Uhr bis ein Uhr morgens pro Stunde je einen halben Liter Bier und je einen Schnaps. Dann hat er rund 1,55 Promille im Blut. Würde er jetzt noch fahren, gäbe es eine Geld- oder Freiheitsstrafe, drei Punkte im Fahreignungsregister, mindestens sechs Monate Führerscheinentzug, und vor der Wiedererteilung des Führerscheins wird möglicherweise eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet. Auch beim Versicherungsschutz gibt es Probleme: Es droht ein Regress in der Kfz-Haftpflichtversicherung bis 5 000 Euro und eine vollständige bzw. teilweise Leistungskürzung in der Kaskoversicherung. Erst gegen 14 Uhr kann dieser Mann damit rechnen unter 0,3 Promille im Blut zu haben.

Solche Promilleberechnungen können aber immer nur einen Orientierungswert bieten, denn der menschliche Körper ist keine Maschine. Wie stark der Alkohol einen Menschen beeinflusst, hängt auch von der jeweiligen Tagesform ab, ob er beispielsweise etwas gegessen hat oder akut erkrankt ist.

Wundermittel oder Promille-Abbau-Beschleuniger gibt es nicht. Der Körper lässt sich nicht austricksen und baut pro Stunde nur etwa 0,1 Promille ab. Da helfen weder Schlaf, schwitzen, Kaffee trinken oder duschen.
Für Personen vor Vollendung des 21. Lebensjahres und ältere Fahranfänger in der Probezeit gilt nach wie vor null Promille. Für Radfahrer hat die Rechtsprechung die absolute Fahruntüchtigkeit auf 1,6 Promille festgelegt. Erreicht ein Fahrradfahrer diesen Wert, begeht er eine Straftat.

"Alkohol und Drogen" ist das Februar-Schwerpunktthema in der ADAC Verkehrssicherheitsaktion "2015 - ja sicher!", mit der der Automobil-Club in diesem Jahr die Verkehrssicherheit in Deutschland weiter verbessern will. Ziel der Initiative ist es, Verkehrsteilnehmer auf bislang wenig bekannte Risken hinzuweisen und zu verdeutlichen, dass jeder Einzelne mit kleinen Maßnahmen einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten kann.


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ADAC Katrin Müllenbach-Schlimme Tel.: +49 (0) 89/7676 2956 E-Mail: katrin.muellenbach-schlimme@adac.de

Suchtfamilie

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Jedes sechste Kind wächst in Suchtfamilie auf Schluss mit "Alkohol und Drogen" Björn Prüßner

Die Formulierung ist gängig, doch sie führt perfide in die Irre. "Alkohol und Drogen" unterstellt, dass der Griff zur Flasche nichts mit dem Joint zu tun hat. Dabei ist Alkohol eine Droge. Und die Wucht, mit der eine Alkoholerkrankung Betroffene und Angehörige, besonders Kinder, trifft, verdient Ehrlichkeit im öffentlichen Diskurs. Und es braucht Mut, dagegen anzugehen. Denselben, der Politiker bewog, Zigaretten so teuer zu machen, dass die Zahl der jungen Raucher sich seit 2001 halbiert hat. Es braucht Mut, Bierwerbung aus der Fußball-Berichterstattung zu verbannen. Und es braucht Mut, Kindern nicht nur in der Schule, sondern auch im Sportverein ein gesundes Verhältnis zu Alkohol - Schrägstrich Drogen - zu vermitteln. Wenn die Bundesregierung es nicht schafft, die Reduzierung des Alkoholkonsums in ihr Präventionsgesetz aufzunehmen, braucht es für den Schutz unserer Kinder nicht nur Mut, sondern einen Politikwechsel. Alkoholfrei, bitte. Danke.
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Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB)

Märkische Oderzeitung: Vorabmeldung - der Ruppiner Anzeiger berichtet

in seiner morgigen Ausgabe über die Veröffentlichung des Termins zur Immatrikulation der ersten Studenten an Brandenburgs erster medizinischer Fakultät in Neuruppin.

An der neu gegründeten Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) werden am 10. April die ersten Studenten immatrikuliert. Das berichtet der Ruppiner Anzeiger in seiner morgigen Ausgabe. Zu dem Festakt in der Pfarrkirche von Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) wird auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erwartet. 192 Frauen und Männer haben sich auf die Studienplätze beworben. 46 Personen wurden aus diesem Kreis ausgewählt. Sie werden in dieser Woche über ihre Zulassung benachrichtigt, sagte am Montag MHB-Dekan Prof. Dr. Dieter Nürnberg.

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Märkische Oderzeitung CvD Telefon: 0335/5530 563 cvd@moz.de

Facharztbericht an den Hausarzt

Der informierte Hausarzt / Wann der Facharzt dem hausärztlichen Kollegen einen Bericht schreiben muss

Geht ein Patient von sich aus zum Facharzt, hat er nicht immer Anspruch darauf, dass seinem Hausarzt ein Bericht geschickt wird. Dann sollte der Patient selbst sicherstellen, dass die notwendigen Informationen weitergeleitet werden, rät der Medizinrechtler Dr. Björn Schmitz-Luhn von der Universität Köln in der "Apotheken Umschau". Anders ist es, wenn der Patient vom Hausarzt an den Facharzt überwiesen wurde. "Dann wird dieser auf Veranlassung des Hausarztes tätig. Er ist dann auch verpflichtet, seine Ergebnisse an den Hausarzt zu übermitteln", so Schmitz-Luhn.


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