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Prof. Dr. Julia Weinmann-Menke: Die Heimdialyse: Peritonealdialyse - Heimhämodialyse zum Weihnachtsfest 2023

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: SKIP-SH-Projekt zur Stärkung der Peritonealdialyse

Bereits im Jahr 2021 hat die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) einen 10-Punkte-Plan zur Stärkung der Heimdialyse veröffentlicht. 

Das Modellprojekt SKIP-SH gestaltet diesen nun konkret aus. 

  • Durch verschiedene Maßnahmen soll die Peritonealdialyse in Schleswig-Holstein gestärkt werden. 

Das Projekt wird durch die DGfN unterstützt und soll perspektivisch deutschlandweit Schule machen.

  • Die Heimdialyse – darunter fallen die Peritonealdialyse und die Heimhämodialyse – ist in Deutschland nach wie vor unterrepräsentiert, gewinnt aber nicht zuletzt auch wegen der zunehmend kritischen Versorgungssituation in Deutschland an Bedeutung. 

Der Fachkräftemangel in der Nephrologie ist hoch. 

Er betrifft sowohl den pflegerischen als auch den ärztlichen Bereich, einige Dialysezentren mussten sogar schon schließen.

„Die Heimdialyse ist aber keinesfalls ein aus der Not geborenes ‚Lückenbüßerverfahren‘“, erklärt Prof. Dr. Julia Weinmann-Menke, von der DGfN. 

Im Gegenteil, die Dialyse zu Hause habe viele Vorteile. 

So könne der Körper häufiger als dreimal pro Woche, wie im Dialysezentrum üblich, entgiftet werden. 

  • Heimdialysepatientinnen und -patienten führen die Dialyse täglich durch, häufig in der Nacht, also quasi im Schlaf. 
  • Das bedeutet, dass die Konzentration von Giftstoffen im Blut nicht so hoch ansteigt wie bei größeren Intervallen und sich die Betroffen daher oft besser fühlen.

„Vielsagend ist, dass sich die Mehrheit der Nephrologinnen und Nephrologen, sollten sie selbst dialysepflichtig werden, für ein Heimverfahren entscheiden würden [1]. 

Das wäre nicht der Fall, wenn die Verfahren der Heimdialyse aus medizinischer Sicht zweitrangig wären.“ 

Hinzu kommen Vorteile im Hinblick auf die Lebensqualität: 

  • Insbesondere Peritonealdialysepatientinnen und -patienten haben mehr Freiheit, sie können auch reisen, sind nicht an feste Dialysezeiten gebunden und können daher auch oft noch ihren Beruf ausüben. 

„Vieles spricht also für die Stärkung der Heimdialyseverfahren“, so das Fazit der Expertin.

  • Der Anteil an Peritonealdialysepatientinnen und -patienten in Deutschland liegt zurzeit bei ca. 6 % [2], der von Heimhämodialysepatientinnen und -patienten liegt noch weit darunter. 

Bereits in unserem Nachbarland Dänemark sieht die Versorgungsrealität ganz anders aus, hier liegt der Anteil der Peritonealdialyse-Patientinnen und -Patienten über 20 %. 

Weltmeister in puncto Peritonealdialyse ist Hongkong mit einem Anteil von 68 % [3].

Die Gründe für die Verhaltenheit gegenüber der Heimdialyse in Deutschland sind vielfältig. 

Sie liegen u.a. in der aktuellen Versorgungsstruktur sowie in der Weiterbildung und Lehre. Konsequenterweise hatte die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie vor diesem Hintergrund einen 10-Punkte-Plan zur Stärkung der Heimdialyse vorgelegt [4], der in einem multimodalen Ansatz im Schulterschluss mit dem G-BA eine Kehrtwende erreichen will.  

Ein Projekt in Schleswig-Holstein füllt dieses Vorhaben nun mit Leben.

„Inspiriert durch den 10-Punkte-Plan der DGfN sowie die Versorgungsrealität im Flächenland Schleswig-Holstein haben wir ein Konzept zur flächendeckenden Stärkung der Peritonealdialyse (PD) in Schleswig-Holstein entwickelt“, erklärt Projektleiter PD Dr. Kevin Schulte.

Das Konzept basiert auf drei Säulen:

- Erstens sollen klinische Behandlungspfade etabliert und bestehende strukturelle Hürden abgebaut werden, um den Beginn der PD einfach und unkompliziert zu gestalten. 

Dafür wird eine Koordinierungsstelle bei Bedarf als Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bereitstehen.

- Zweitens sollen Lehre, Aus- und Weiterbildung in Sachen PD gestärkt werden. Die Mehrzahl der Nephrologinnen und Nephrologen wünscht sich eine höhere Gewichtung der PD in der Aus- und Weiterbildung. Konkret werden alle Studierenden der Humanmedizin in Schleswig-Holstein im Rahmen des Projekts Kontakt zur PD bekommen und das Verfahren an sich selbst (in virtueller Realität) durchführen. Alle Assistenzärztinnen und -ärzte in Weiterbildung durchlaufen zudem eine PD-Rotation.

- Die dritte Säule stellt die wissenschaftliche Begleitung von SKIP-SH dar. „Hierzu haben wir eine prospektive Registerstudie begonnen, in die alle Patientinnen und Patienten, die vor oder nach Beginn der Dialyse Kontakt zu unserer Koordinierungsstelle hatten, eingeschlossen werden. Letztlich möchten wir mit dieser Studie die Frage beantworten, ob sich durch das Projekt eine messbare Änderung der Dialyseversorgung in unserer Region einstellt“, erklärt Schulte. „Mit der Erfassung von klinischen Daten möchten wir darüber hinaus weitere versorgungswissenschaftliche und translationale Forschungsprojekte ermöglichen und so hoffentlich zur weiteren Verbreitung der PD beitragen.“

„Als medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft unterstützen wir das Projekt nicht nur, weil es Real Life-Daten zur Peritonealdialyse generieren wird, sondern auch, weil wir uns seit Jahren für die Stärkung dieses Verfahren einsetzen, das medizinisch mindestens gleichwertig ist, darüber hinaus perspektivisch auch die angespannte Personalsituation in den Dialysezentren entlasten könnte“, erklärt DGfN-Pressesprecherin Prof. Weinmann-Menke. Auch Prof. Dr. Roland Schmitt, seit Dezember neuer Direktor der Nephrologischen Klinik am UKSH, freut sich über die Förderung des Landes: 

„SKIP-SH passt hervorragend in unsere Strategie, die Nephrologie Kiel zu einem Schwerpunktzentrum für Peritonealdialyse in Deutschland zu entwickeln“. 

Das Projekt SKIP-SH ist am 01.09.2023 gestartet, zunächst ist eine Laufzeit von drei Jahren vorgesehen. 

Unterstützt wird das Projekt durch den Versorgungssicherungsfond des Landes Schleswig-Holstein, das Kuratorium der DGfN sowie Fresenius Medical Care,BaxterNovartis, Astra Zeneca, Astellas, RiePharm, MEDICE und Sandoz.

Referenzen
[1] http://www.maupd.uni-koeln.de/wp-content/uploads/2020/03/MAUPDErgebnisflyerDruck...
 

[2] https://www.g-ba.de/downloads/39-261-4568/2020-11-20_QSD-RL_IQTIG-Jahresbericht-...
 

[3] https://usrds-adr.niddk.nih.gov/2023/end-stage-renal-disease/11-international-co...
 

[4] https://www.dgfn.eu/pressemeldung/staerkung-der-heimdialyse-dgfn-legt-10-punkte-...

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Dr. Bettina Albers Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN)

DGfN

c/o albersconcept, Zöllnerstraße 23
99423 Weimar
Deutschland
Thüringen

E-Mail-Adresse: albers@albersconcept.de

Telefon: 03643 / 776423
E-Mail-Adresse: presse@dgfn.eu

 

 

 


Professor Dr. Jens Kroll: Ein Zuviel essenziellen Fettsäure......, Diabetiker und die Oxidationprodukte der Omega-6-Fettsäuren

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Omega-6-Fettsäuren und Herz-Kreislauferkrankungen

Neue Ursache von Nebenwirkungen entdeckt 

  • Wird tt-DDE nicht durch das Enzym ALDH9a1b abgebaut, erhöht sich seine Konzentration im Körper. Dies hemmt die Insulinwirkung und die Aufnahme von Glukose in die Zellen und kann zu einem erhöhten Blutzucker und zur Diabetischen Retinopathie führen. Wird tt-DDE nicht durch das Enzym ALDH9a1b abgebaut, erhöht sich seine Konzentration im Körper. 
  • Dies hemmt die Insulinwirkung und die Aufnahme von Glukose in die Zellen und kann zu einem erhöhten Blutzucker und zur Diabetischen Retinopathie führen. Jens Kroll

Welche Rolle spielen Omega-6-Fettsäuren bei Herz-Kreislauferkrankungen und beim Diabetes?  

Mannheimer Wissenschaftler haben zusammen mit Forschenden aus Heidelberg, Frankfurt und Hangzhou in China den Abbau von Omega-6-Fettsäuren untersucht und dabei neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie deren Oxidationsprodukte den Stoffwechsel beeinflussen. 

Unter der Leitung von Professor Dr. Jens Kroll vom European Center for Angioscience (ECAS) der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg kamen die Forschenden einem Abbauprodukt von Omega-6-Fettsäuren auf die Spur und entwickelten im Zebrafisch ein Modell, in dem sie die unerwünschten Effekte dieses Oxidationsprodukts mit der Bezeichnung tt-DDE (für trans,trans-2,4-Decadienal) untersuchen können.

Landläufig denkt man, Omega-Fettsäuren seien gesund, doch dieser gute Glauben wackelt.  

  • Epidemiologische Studien und ein so genannter Rote-Hand-Brief, in dem acht pharmazeutische Unternehmen über Risiken im Zusammenhang mit Omega-3-Fettsäuren informieren (Quelle: BfArM, 16.11.2023), weisen darauf hin, dass das Thema komplexer ist, als gedacht.
  • Omega-6-Fettsäuren gehören wie Omega-3-Fettsäuren zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. 
  • Und wie diese, haben sie verschiedene Funktionen im Körper und müssen dem Organismus über die Nahrung zugeführt werden. 

Welche Rolle Omega-6-Fettsäuren in Bezug auf Herz-Kreislauferkrankungen spielen, ist widersprüchlich. 

  • Einerseits senken Omega-6-Fettsäuren vermutlich das Risiko, an kardiovaskulären Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erkranken, indem sie den Fettspiegel und den Blutdruck positiv beeinflussen. 
  • Ein Zuviel dieser essenziellen Fettsäuren steht jedoch im Verdacht, über ihre entzündungsfördernde Wirkung frühe Stadien der Gefäßverkalkung zu induzieren und damit wiederum Herz-Kreislauferkrankungen zu begünstigen.


Die Arbeitsgruppe von Professor Kroll an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg nahm sich zusammen mit Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) sowie der Universität Frankfurt und der Zhejiang Universität Hangzhou, China, der Thematik von einer neuen Seite her an, indem sie das Oxidationsprodukt tt-DDE untersuchten, das auch in Dämpfen von Speiseöl reichlich vorhanden ist. 

Um zu verstehen, was erhöhte tt-DDE Spiegel bewirken können, mussten sie zunächst herausfinden, welches Enzym das tt-DDE abbaut. 

Sie entdeckten, dass die Aldehyd-Dehydrogenase 9a1b diese Aufgabe übernimmt: Schaltet man dieses Enzym aus, so steigen die tt-DDE Spiegel.

Mit diesen Informationen gelang es den Wissenschaftlern, im Zebrafisch ein Modell zu entwickeln, mit dem sich die Auswirkungen hoher tt-DDE Spiegel erforschen lassen. 

Sie stellten fest, dass mit einem erhöhten tt-DDE Spiegel eine Störung des Zuckerstoffwechsels einhergeht – vergleichbar mit einem milden Diabetes – sowie eine Störung der Funktion und Bildung von Blutgefäßen, wie sie ebenfalls für Diabetes typisch ist.

Auch dem Mechanismus kamen die Forscher auf die Spur: 

Sie konnten nachweisen, dass tt-DDE die Funktion des Insulinrezeptors hemmt, indem es an ihn bindet. 

  • Die blutzuckersenkende Wirkung des Insulin, das im gesunden Organismus unter anderem den Glukosetransport aus dem Blut in die Zelle aktiviert, kann sich damit nicht entfalten und ist vermutlich verantwortlich für die beobachtete Überzuckerung im Blut.


Professor Kroll sagt dazu: 

„Wir haben bei der Untersuchung eines Abbauprodukts von Omega-6-Fettsäuren eine neue Funktion der Aldehyd-Dehydrogenase 9a1b entdeckt. 

Da das Enzym den Spiegel an tt-DDE reguliert, ist es auch ein wichtiger Regulator des Glukosemetabolismus und könnte ein wichtiger Bestandteil bei der Entstehung der Diabeteserkrankung sein. 

  • Wir wollen nun zunächst erforschen, ob es eine Subgruppe von Diabetikern gibt, die aufgrund eines zu hohen tt-DDE-Spiegels Folgeschäden entwickeln – entweder, weil der tt-DDE Abbau zu gering oder die tt-DDE Anflutung durch Oxidation von Omega-6-Fettsäuren zu hoch ist.“

Daran schließt sich eine wichtige Frage an, der die Wissenschaftler ebenfalls nachgehen wollen: 

Gibt es Menschen mit einem milden Diabetes, der durch eine Störung der Aldehyd-Dehydrogenase 9a1 Funktion verursacht wird – und könnte die Aldehyd-Dehydrogenase 9a1 der Schlüssel zu einer neuen Therapie sein?

Der Arbeitsgruppe von Professor Kroll ist mit dieser Arbeit ein wichtiger Meilenstein im Verständnis, wie Oxidationsprodukte der Omega-6-Fettsäuren den Stoffwechsel beeinflussen, gelungen, der möglicherweise auch etwas Licht in die doch etwas komplexeren Wirkungen von Omega-Fettsäuren bringen wird. 

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Prof. Dr. Jens Kroll
Head Metabolism and Microvascular Dysfunction group
European Center for Angioscience (ECAS)
Dept. of Vascular Biology & Tumor Angiogenesis
Medical Faculty Mannheim
Heidelberg University
Ludolf-Krehl-Str. 13-17
68167 Mannheim
Germany
Email: jens.kroll@medma.uni-heidelberg.de

Dr. Eva Maria Wellnitz Universitätsmedizin Mannheim

http://www.umm.de

Theodor-Kutzer-Ufer 1-3

68167 Mannheim
Deutschland
Baden-Württemberg

Dr. Eva Maria Wellnitz

Telefon: 0621 / 383-71115
Fax: 0621 / 383-71103
E-Mail-Adresse: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de


Originalpublikation:

Xin Qian, Stephan Klatt, Katrin Bennewitz, David Philipp Wohlfart, Bowen Lou, Ye Meng, Michael Buettner, Gernot Poschet, Jakob Morgenstern, Thomas Fleming, Carsten Sticht, Ingrid Hausser, Ingrid Fleming, Julia Szendroedi, Peter Paul Nawroth, Jens Kroll.
Impaired Detoxification of Trans, Trans-2,4-Decadienal, an Oxidation Product from Omega-6 Fatty Acids, Alters Insulin Signaling, Gluconeogenesis and Promotes Microvascular Disease.
Adv. Sci. 2023, 2302325
https://doi.org/10.1002/advs.202302325


Prof. Dr. Peter Wedde: Antrag auf Übertragung des Bildungsurlaub auf 2024 - Recht auf BILDUNGSURLAUB Weiterbildung aktiv wahrnehmen!

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Bildungsurlaub – vor Jahresende noch mehr Anspruch für 2024 sichern

  • Arbeitsrechtler Prof. Dr. Peter Wedde wirbt in seinem Statement dafür, das Recht auf Weiterbildung aktiv wahrzunehmen
  • Wer gute Vorsätze für 2024 fasst, könnte in die eigene Weiterbildung investieren und einen Bildungsurlaub planen. 

Nach dem Hessischen Bildungsurlaubsgesetz (HBUG) haben Beschäftigte den Rechtsanspruch, sich fünf Tage pro Jahr unter Fortzahlung des Gehalts von der Arbeit freistellen zu lassen, um an Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen teilzunehmen. 

  • Vergleichbare Regelungen gibt es mit Ausnahme von Bayern und Sachsen in allen Bundesländern.

 Aber nur wenige nutzen dieses Recht. 

Professor Dr. Peter Wedde, emeritierter Professor für Arbeitsrecht und Recht der Informationsgesellschaft an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS): 

„Nach aktuellen Zahlen des Münchner ifo-Instituts machen in Hessen nur ca. 3,7 Prozent der berechtigten Beschäftigten Bildungsurlaub. 

Dieser Wert liegt nur knapp über dem Bundesdurchschnitt von 3,5 Prozent.“

Als Gründe für diese überraschend niedrige Zahl vermutet Wedde, dass viele Arbeitnehmer*innen gar nicht wissen, dass sie einen gesetzlichen Freistellungsanspruch haben oder aber, dass sie negative Reaktionen ihrer Arbeitgeber fürchten und aus Angst vor beruflichen Nachteilen verzichten. 

„Und natürlich spielt es auch eine Rolle, dass Beschäftigte die Kosten für den Bildungsurlaub selbst zahlen müssen“, so Wedde. 

Sein Tipp: 

Wer 2023 keinen Bildungsurlaub genommen hat, kann den Anspruch noch auf 2024 übertragen. 

Ein entsprechender Antrag muss schriftlich bis zum 31. Dezember gestellt werden, dann können Beschäftigte im Folgejahr einen zweiwöchigen Bildungsurlaub durchführen, wenn die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind.

  • Der gesetzlich garantierte Bildungsurlaub zielt auf die Verbesserung und Erweiterung der beruflichen Qualifikation von Beschäftigten und auf die Vermittlung von Kenntnissen über gesellschaftliche Zusammenhänge. 
  • Darüber hinaus kann Bildungsurlaub für Schulungen genutzt werden, die sich auf die Wahrnehmung von Ehrenämtern beziehen. 

Einen Anspruch auf Bildungsurlaub haben nach dem HBUG alle schwerpunktmäßig in Hessen beschäftigten Arbeitnehmer*innen, Auszubildenden, in Heimarbeit tätigen Personen sowie bestimmte arbeitnehmerähnliche Personen, die wirtschaftlich von ihren Auftraggebern abhängig sind. 

Voraussetzung ist, dass die entsprechenden Vertragsverhältnisse mindestens sechs Monate bestehen. Beamt*innen haben keinen Anspruch auf Bildungsurlaub.

  • Arbeitgeber sehen Bildungsurlaub oftmals als zusätzlichen Kostenfaktor, weil sie während der Teilnahme an Bildungsveranstaltungen das Gehalt weiterzahlen müssen. 

Dem gegenüber steht, dass Bildungsmaßnahmen auch für Arbeitgeber Vorteile haben, etwa die Verbesserung von beruflich benötigten Sprachkenntnissen der Mitarbeitenden. 

  • Prof. Wedde verweist bezüglich der Kosten darauf, dass sich zumindest kleinere Betriebe (mit in der Regel bis zu 20 Beschäftigten) per Antrag die Hälfte der Gehaltskosten erstatten lassen können.

Zum möglichen Arbeitgeber-Verdacht, dass bei manchen Angeboten der Freizeitwert im Vordergrund steht, merkt der Jurist an: „Natürlich gibt es Veranstaltungen an landschaftlich reizvollen Orten oder in interessanten Ländern. Aber Weiterbildung darf durchaus Spaß machen. Das gilt insbesondere für Sprachkurse, die im Ausland stattfinden.“ Die inhaltliche Qualität von Veranstaltungen wird laut Wedde dadurch sichergestellt, dass diese nach dem HBUG nur von staatlich anerkannten Trägern angeboten werden dürfen. 

Und diese müssen die einzelnen Veranstaltungen ebenfalls anerkennen lassen. Um diese Anerkennung zu erhalten, müssen den staatlichen Genehmigungsbehörden ausführliche Programme vorgelegt werden, die Zielgruppen, Lernziele, Lerninhalte sowie die Zeitplanung der Veranstaltung benennen.
Reine „Spaßveranstaltungen“ werden von den zuständigen staatlichen Stellen regelmäßig nicht als Bildungsurlaub anerkannt.“
Allen, gerade auch den besonders skeptischen Arbeitgebern rät Prof. Wedde, ihre Auffassung zum Bildungsurlaub zu überdenken: 

„Eine aktive Förderung der individuellen Weiterbildung von Beschäftigten erhöht die Bindung an die Betriebe. Bezogen auf Bildungsurlaub kann hierzu auch die finanzielle Unterstützung für die Teilnahme an Veranstaltungen gehören, die sich mit betrieblichen Themen befassen.“

Die formalen Voraussetzungen für die individuelle Beantragung von Bildungsurlaub sind überschaubar. 

Wichtig ist ein rechtzeitiger Antrag: 

Beschäftigte müssen ihren Arbeitgebern Freistellungswünsche für Bildungsurlaub mindestens sechs Wochen vor Beginn der geplanten Veranstaltung schriftlich mitteilen und eine Anmeldebestätigung, den Nachweils über die Anerkennung der Bildungsveranstaltung, das ausführliche Programm und einen Zeitplan beifügen. 

  • Liegen Arbeitgebern diese Unterlagen vor, können sie eine Freistellung nur verweigern, wenn der Abwesenheit von Beschäftigten dringende betriebliche Erfordernisse entgegenstehen. 

Dies können beispielsweise gerade erfolgte überraschende Kündigungen im Tätigkeitsbereich der Antragssteller*innen sein, die akut zu einem massiven Personalmangel führen.

Weiterhin können Arbeitgeber Freistellungen für Bildungsurlaub ablehnen, wenn im laufenden Kalenderjahr bereits mehr als ein Drittel der Belegschaft Bildungsurlaub genommen hat.

 „Angesichts der bundesweiten Teilnahmequote an Bildungsurlauben von
rund 3,5 Prozent ist dies wohl eher ein theoretischer Ablehnungsgrund“, merkt Wedde an.


Fazit: 

Wer Bildungsurlaub formal richtig beantragt, der kann ihn in der Regel auch wie geplant durchführen. 

Prof. Weddes Rat zum neuen Jahr: 

 „Beschäftigte sollten die für Bildungsurlaub zur Verfügung stehende Zeit nutzen, um ihre persönliche und berufliche Qualifikation zu verbessern und um neue Themen für sich zu erschließen.“

Prof. Dr. Peter Wedde, emeritierter Arbeitsrechtexperte der Frankfurt University of Applied Sciences.
Prof. Dr. Peter Wedde, emeritierter Arbeitsrechtexperte der Frankfurt University of Applied Sciences. Foto: privat

Zur Person:
Prof. Dr. Peter Wedde war bis zum Sommersemester 2021 Professor für Arbeitsrecht und Recht der Informationsgesellschaft an der Frankfurt UAS. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören das individuelle und kollektive Arbeitsrecht sowie Daten- und Beschäftigtendatenschutz. Er ist Herausgeber von juristischen Fachkommentaren zum gesamten Individualarbeitsrecht, zum Betriebsverfassungs- und zum Datenschutzrecht sowie Autor zahlreicher Buch- und Zeitschriftenbeiträge und Onlinepublikationen. Als Referent vertritt er seine Schwerpunktthemen regelmäßig auf Fachkonferenzen und in Praxisforen. 

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Claudia Staat Frankfurt University of Applied Sciences

Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften, 

Prof. Dr. Peter Wedde, Telefon: +49 171 3802499, 

E-Mail: wedde@fb2.fra-uas.de

Nibelungenplatz 1
60318 Frankfurt am Main
Deutschland
Hessen

E-Mail-Adresse: pressestelle@fra-uas.de

Claudia Staat
Telefon: 069 1533-3331
E-Mail-Adresse: staat@kom.fra-uas.de


Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte

https://arbeitswelt.hessen.de/bildungsurlaub 

(Weitere Informationen zum Tema Bildungsurlaub in Hessen)

https://www.frankfurt-university.de/fb2 

(Informationen zum Fachbereich Informatik und Ingenieurwissenschaften)

 

CAVE-TOP-Thema: Dr. Nicolas Fabian Graeb: Mangelernährung und Muskelabbau bei geriatrischen Patienten in Krankenhäusern

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Mangelernährung bei älteren Menschen besser erkennen

Dr. Nicolas Fabian Graeb hat in seinem Dissertationsprojekt ein hohes Risiko von Mangelernährung und Muskelabbau bei geriatrischen Patienten und Patientinnen ermittelt. 

  • Ernährungsstatus und -entwicklung werden dabei bislang in den Krankenhäusern kaum erfasst, so dass während und nach dem Klinikaufenthalt nicht adäquat interveniert bzw. wiederaufgebaut wird. 
  •  
  •  https://www.ph-gmuend.de/fileadmin/_processed_/f/1/csm_PH_Gmuend_Mangelernaehrung_6272183fdb.jpg

In mehreren Erhebungen wertete Graeb mit einem Forschungsteam zum einen Routinedaten aus der Altenpflege von Bewohnern und Bewohnerinnen mit mindestens dreitägigem Krankenhausaufenthalt aus. 

  • Es sollte so ermittelt werden, wie sich das Körpergewicht im Zusammenhang mit der akut-stationären Behandlung verändert. 
  • Zum anderen erhob das Forschungsteam auf mehreren Stationen in zwei Kliniken Daten zum Ernährungsmanagement, dem Ernährungszustand der älteren Patientinnen und Patienten, deren Essverhalten und erfolgten Ernährungstherapien. 
  • Zu guter Letzt maßen sie in einer kleinen Stichprobe auf denselben Stationen unter anderem die Körperzusammensetzung und den Muskelstatus zu Beginn des Klinikaufenthaltes und kurz vor Entlassung. 

Ziel war es herauszufinden, wie der Muskelstatus der geriatrischen Patientinnen und Patienten ist und ob weitere Muskelmasse im Verlauf verloren geht.

Es zeigte sich, dass bereits bei Aufnahme viele Personen ein Mangelernährungsrisiko aufweisen und der Anteil bis zur Entlassung weiter zunimmt, von 36,2 % auf 48,6 %. 

Häufig wird in einem relativ kurzen Zeitraum erheblich an Gewicht verloren, 21,9 % verlieren mindestens fünf Prozent ihres Körpergewichtes. 

Hiervon sind auch übergewichtige Patientinnen und Patienten betroffen. 

In der Folge erhöht sich das Mortalitätsrisiko. 

CAVE: Der schlechte Ernährungszustand wird aber nur selten erkannt. 

  • Gleichzeitig wird auch eine geringe Nahrungszufuhr in der Klinik selten bemerkt, entsprechende Interventionen finden kaum statt und erreichen auch nicht unbedingt die Betroffenen. 

Es zeigt sich in allen Datenanalysen ein Zusammenhang mit der Dauer des Klinikaufenthaltes. 

  • Anhand der Analyse der Körperzusammensetzung wird deutlich, dass fast zwei Drittel der Älteren bei Aufnahme ins Krankenhaus bereits einen kritisch reduzierten Muskelstatus aufweisen. 
  • Im Verlauf verliert fast die Hälfte der untersuchten Personen mindestens ein Kilogramm Muskelmasse, Frauen weisen dabei ein höheres Risiko auf.
  • Die Daten zeigen, dass selbst in den kurzen Zeiträumen der akut-klinischen Versorgung bei älteren Patientinnen und Patienten häufig ein erheblicher Gewichtsverlust eintritt. 
  • Gleichzeitig ist der Ernährungszustand auch schon bei Einweisung oftmals reduziert, was aber aufgrund der fehlenden oder nicht zuverlässig durchgeführten Mangelernährungsscreenings selten erkannt wird. 

So sind gezielte Interventionen kaum möglich und erfolgen eher zufällig bzw. vermutlich auch personenabhängig. 

Es ist daher erforderlich das Ernährungsmanagement in den Kliniken besser zu organisieren, angefangen beim Risikoscreening, über strukturierte Interventionskonzepte bis hin zum Entlassmanagement. 

Hierfür sind eine gute interprofessionelle Kooperation und eine allgemeine Sensibilisierung für die Problematik grundlegend. 

www.premioberlin.de

Eingeleitete Therapien müssen auch nach Entlassung fortgeführt werden, ein besonderes Augenmerk sollte hierbei auf den Wiederaufbau von Muskelmasse und Kraft gelegt werden, um bei den älteren Menschen Mobilität und damit Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten.  

Zudem sollte über alle Settings eine Mangelernährung möglichst früh erkannt und am besten weitestgehend vorgebeugt werden. 

Hierfür ist es erforderlich Probleme wie Kau- und Schluckschwierigkeiten, Vereinsamung, Medikamentennebenwirkungen und Appetitverlust aus anderen Gründen möglichst frühzeitig zu registrieren und entsprechend zu intervenieren. 

In den Einrichtungen, sowohl im Krankenhaus als auch der Langzeitpflege, müssen vor allem ein bedürfnisgerechtes Nahrungsangebot, eine bedarfsgerechte Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme und die interprofessionelle Kooperation zwischen Pflege, Medizin, Ernährungsberatung und Hilfskräften verstärkt in den Mittelpunkt gestellt werden. 

 https://www.ph-gmuend.de/fileadmin/_processed_/e/0/csm_PH_Gmuend_Graeb_a6141fe8d0.jpg

Nicolas Fabian Graeb mit den Gutachtern Prof. Dr. Reinhold Wolke (HS Esslingen) und Prof. Dr. Petra M. Lührmann sowie Dekan Prof. Dr. Thomas Weiß (rechts) nach der Verteidigung der Dissertation

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Professor Andreas Goette : Vorhofflimmern unter Hämodialyse bei Dialysepflichtigen Patienten (chronische Nierenerkrankungen)

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: 

Wissenschafts-initiierte Studien des Kompetenznetzes Vorhofflimmern e.V. (AFNET) liefern Ergebnisse für mehrere Empfehlungen in der Leitlinie 2023 zur Diagnose und Behandlung von Vorhofflimmern, die vom American College of Cardiology (ACC) und der American Heart Association (AHA) in Zusammenarbeit mit der Heart Rhythm Society (HRS) entwickelt wurde. 

 


Die aktuelle Leitlinie wurde kürzlich in Circulation (1) veröffentlicht.

In den letzten 20 Jahren führte AFNET eine Reihe von wissenschafts-initiierten Studien im Bereich Vorhofflimmern durch. 

Die Ergebnisse dieser Studien liefern nun Belege für mehrere Empfehlungen in der amerikanischen Leitlinie 2023 zur Diagnose und Behandlung von Vorhofflimmern.

  • Die zehn Take-Home-Botschaften betonen die Bedeutung einer frühzeitigen und kontinuierlichen Behandlung von Patient:innen mit Vorhofflimmern
  • Ein neues Behandlungsziel ist die Aufrechterhaltung des Sinusrhythmus und die Minimierung der Vorhofflimmerlast. 

Diese neue Empfehlung basiert auf den Ergebnissen der EAST – AFNET 4 Studie (2). Die aktuellen Leitlinien enthalten die folgende neue Empfehlung:  

„Bei Patient:innen mit neu diagnostiziertem Vorhofflimmern (<1 Jahr) kann die Rhythmuskontrolle nützlich sein, um Krankenhausaufenthalte, Schlaganfälle und Mortalität zu reduzieren.“ (Abschnitt 8.1 zur rhythmuserhaltenden Therapie). 

Dies bedeutet, dass ein früher Rhythmuserhalt bei allen Patient:innen in Betracht gezogen werden sollte, die die Aufnahmekriterien von EAST – AFNET 4 erfüllen. Mehrere Substudien von EAST – AFNET 4 haben die Empfehlungen zur rhythmuserhaltenden Behandlung bei Patient:innen mit Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz, bei asymptomatischen Patient:innen, und bei anderen Untergruppen beeinflusst.

  • Die Ergebnisse der AXADIA – AFNET 8 Studie (3) werden in einem Text zur Antikoagulation mit Apixaban bei Dialyse-pflichtigen Patient:innen mit Vorhofflimmern erwähnt. 

Die Autor:innen der Leitlinien erklärten: 

„Zwei kleine Studien (eine davon ist AXADIA – AFNET 8) mit Apixaban (Eliquis) im Vergleich zu Warfarin (Coumadin) bei Patient:innen mit Vorhofflimmern unter Hämodialyse konnten keine Unterschiede in den Sicherheits- oder Wirksamkeitsergebnissen zeigen, aber deutlich mehr Blutungen als Schlaganfälle.“ (Abschnitt 6.8.4. Chronische Nierenerkrankung).

Eine Empfehlung zur Antikoagulationstherapie vor und nach Katheterablation (Abschnitt 8.4.4.) wird durch die Ergebnisse der AXAFA – AFNET 5 Studie gestützt (4). Die neue Empfehlung lautet: „Bei Patient:innen, die ein DOAK (direktes orales Antikoagulans) einnehmen und sich einer Katheterablation von Vorhofflimmern unterziehen, 

CAVE: Sollte die Katheterablation entweder mit kontinuierlicher oder minimal unterbrochener oraler Antikoagulation durchgeführt werden.“

Die älteren AFNET Studien ANTIPAF – AFNET 2 (5) und Flec SL – AFNET 3 (6) wurden ebenfalls einbezogen. Die Leitlinien verweisen auf ANTIPAF – AFNET 2 (Abschnitt 8.3.4. Upstream-Therapie) und Flec SL – AFNET 3 (Abschnitt 8.2.2. Elektrische Kardioversion) in ihren Empfehlungen zur Verwendung von Sartanen und Natriumkanalblockern zur Vorbeugung von Vorhofflimmern und Vorhofflimmer-Rezidiven.

AFNET Vorstandsmitglied Professor Andreas Goette vom St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn kommt zu dem Schluss: „Insgesamt spiegeln diese neuen Leitlinien die wachsende Bedeutung der wissenschafts-initiierten AFNET Studien wider, die dabei helfen sollen, die beste Behandlung für Menschen mit Vorhofflimmern zu definieren.“

Professor Paulus Kirchhof vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf erklärt: „Als Vorsitzender des AFNET freue ich mich sehr, dass das AHA/ACC/HRS-Leitlinienschreibkomitee die Arbeit des AFNET anerkennt. Dies ist eine sehr willkommene Anerkennung des AFNET im Jahr seines 20jährigen Jubiläums. Wir sind allen Patient:innen und Partnern, die uns bei der Durchführung dieser Arbeit geholfen haben, zu Dank verpflichtet. Das motiviert uns enorm, unsere Arbeit fortzusetzen, um das Leben der Menschen mit Vorhofflimmern zu verbessern.“

Bei den AFNET Studien handelt es sich um wissenschafts-initiierte Studien mit AFNET als Sponsor. Sie werden vom AFNET, öffentlichen Partnern und Industriepartnern gemeinsam finanziert. EAST – AFNET 4 und AXAFA – AFNET 5 wurden teilweise vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) unterstützt. ANTIPAF – AFNET 2 und Flec SL – AFNET 3 wurden teilweise vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Literatur
(1) Joglar JA et al. 2023 ACC/AHA/ACCP/HRS Guideline for the Diagnosis and Management of Atrial Fibrillation: A Report of the American College of Cardiology/American Heart Association Joint Committee on Clinical Practice Guidelines. Circulation 30 Nov 2023. doi: 10.1161/CIR.0000000000001193
(2) Kirchhof P et al. Early rhythm control therapy in patients with atrial fibrillation. N Engl J Med. 2020; 383:1305-1316. doi: 10.1056/NEJMoa2019422
(3) Reinecke H et al. A Randomized Controlled Trial Comparing Apixaban with the Vitamin K Antagonist Phenprocoumon in Patients on Chronic Hemodialysis: The AXADIA-AFNET 8 Study. Circulation. 2023;147(4):296-309. doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.122.062779.
(4) Kirchhof P et al. Apixaban in patients at risk of stroke undergoing atrial fibrillation ablation. Eur Heart J. 2018;39(32):2942-2955. doi: 10.1093/eurheartj/ehy176
(5) Goette A et al. Angiotensin II-antagonist in paroxysmal atrial fibrillation (ANTIPAF) trial. Circ Arrhythm Electrophysiol. 2012;5(1):43-51. doi: 10.1161/CIRCEP.111.965178
(6) Kirchhof P et al. Short-term versus long-term antiarrhythmic drug treatment after cardioversion of atrial fibrillation (Flec-SL): a prospective, randomised, open-label, blinded endpoint assessment trial. Lancet. 2012;380(9838):238-46. doi: 10.1016/S0140-6736(12)60570-4.

Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET)
Das Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET) ist ein interdisziplinäres Forschungsnetz, in dem Wissenschaftler:innen und Ärzt:innen aus Kliniken und Praxen deutschlandweit zusammenarbeiten. Ziel des Netzwerks ist es, die Behandlung und Versorgung von Patient:innen mit Vorhofflimmern in Deutschland, Europa und weltweit durch koordinierte Forschung zu verbessern. Dazu führt das Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. wissenschaftsinitiierte, nicht-kommerzielle, klinische Studien (investigator initiated trials = IIT) und Register auf nationaler und internationaler Ebene sowie translationale Forschungsprojekte durch. Der Verein ist aus dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Kompetenznetz Vorhofflimmern hervorgegangen. Seit Januar 2015 werden einzelne Projekte und Infrastrukturen des AFNET vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) sowie einige Projekte aus EU-Forschungsmitteln gefördert. Das AFNET verfügt über langjährige Erfahrung in der Behandlung von Vorhofflimmern, unterstützt aber auch Forschungsarbeiten in anderen Bereichen, die für die kardiovaskuläre Versorgung relevant sind. Die Erkenntnisse aus der mittlerweile 20jährigen klinischen und translationalen Forschung des Forschungsnetzes haben das Leben von Patient:innen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbessert und Behandlungsleitlinien beeinflusst. 



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Originalpublikation:

Joglar JA et al. Circulation 30 Nov 2023. doi: 10.1161/CIR.0000000000001193


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