Pro Bono - CHEFÄRZTLICHE - OA- FACHÄRZTLICHE SPRECHSTUNDEN / VISITEN / UNTERSUCHER/KGP STUDIEN KOLLEG / Frühe Fallfindung - : Advence Care Planning // Patientenzentriert denken, organisieren und handeln Patienten + Mediziner + Medizinische Einsatz-Team (MET): Behandlungsvertrag mit Veränderbarkeit: "Fit for the Aged": Ändern–Verändern– Medizinisches Wissenziel 2026: Wissen teilen, Gesundheit stärken MaAB/DGK/NAKO/BAGPH/ASB/VDK/Ver.di/ www.KORRESPONDENTEN.com + www.DIPLO.NEWS
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Medizin am Abend Berlin Fazit: ILIGHTS: Studie bestätigt Einfluss von künstlichem Licht auf Wechselschichtarbeiter
- Schichtarbeit bringt die innere Uhr aus dem Takt und bedeutet Stress für den Körper.
Ursächlich dafür ist u. a. eine Störung des natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus mit langen Phasen künstlicher Lichtexposition.
Welchen Einfluss das auf Psyche und Physis hat, untersuchte Fraunhofer UMSICHT mittels eines experimentellen Lichtsystems im BMW-Group-Werk München.
Rund 6 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland im Schichtsystem – Tendenz steigend.
Das stresst den Körper.
- Die Folgen sind vielfältig und reichen von Schlafproblemen, Herz-, Kreislauf- bis zu Magen-Darm-Erkrankungen.
Meist leiden das Sozialleben und das psychische Wohlbefinden.
»Machen wir die Nacht zum Tag, gerät unsere innere Uhr aus dem Takt, denn unser natürlicher Schlaf-Wach-Rhythmus orientiert sich am Verlauf der Sonne«, wissen ILIGHTS-Gesamtprojektleiter Rasit Özgüc, Abteilung Photonik und Umwelt beim Fraunhofer UMSICHT, und Projektpartner Dr. Alfred Wiater, Schlafmediziner im Krankenhaus Porz am Rhein.
Der Fitnesstracker zeigt: Kaltweißes bis neutralweißes Licht in der Spätschicht wirkt sich positiv auf das Schlaf-Wach-Verhalten aus. BMW Group
Photorezeptor reagiert auch auf Kunstlicht
Aber nicht nur die Sonne allein übt Einfluss auf uns aus. Die Forschung zeigt, dass auch Kunstlicht – wie es z. B. in der Schichtarbeit vorkommt – eine nicht-visuelle Wirkung auf den Körper hat.
Im Jahr 2002 entdeckten Forschende neben den bereits bekannten Stäbchen und Zapfen einen dritten Photorezeptor: die intrinsisch photosensitiven retinalen Ganglienzellen. Ihre höchste Sensitivität liegt im blauen Bereich des Lichtspektrums.
Doch inwieweit und in welcher Form wirkt Kunstlicht auf Psyche und Physis?
Welche Beleuchtungsparameter sind für welchen Anwendungsbereich ideal?
Welches Licht steigert die Zufriedenheit von Mitarbeitern? Bei der Beantwortung dieser Fragen steht die Forschung noch am Anfang: Es fehlen Daten und experimentelle Methoden, um die komplexen Interaktionen zwischen Arbeitnehmer, Arbeitsaufgabe und Beleuchtungssituation unter Realbedingungen zu untersuchen.
Gezielte Auswahl von Lichtszenarien
Hier setzt das Projekt ILIGHTS an. In einem Studienzeitraum von 6 Monaten und einem Gesamtprojektzeitraum von 30 Monaten haben Forschende vom Fraunhofer UMSICHT und Schlafforscher des Krankenhaus Porz am Rhein den nicht-visuellen Nutzen von LED-Technologie mit dem Ziel untersucht, die Beleuchtungssituation für Arbeitnehmer mit Wechselschicht zu verbessern. Zu den untersuchten Parametern zählten u. a. das Schlafverhalten, die kognitive Leistungsfähigkeit sowie die Tagesschläfrigkeit. Im BMW Group Werk München wurde ein Produktionsabschnitt mit einem eigens entwickelten Lichtsystem ausgestattet. Das neuartige LED-Experimentalsystem des Fraunhofer UMSICHT ermöglicht unter anderem, die Beleuchtung dynamisch zu steuern. »Neben der Lichtintensität sind einzelne Wellenlängenbereiche des Vollspektrums präzise regulierbar«, erklärt Özgüc.
Schlafforscher des Krankenhaus Porz am Rhein untersuchten die schlafassoziierten Parameter der Schichtarbeiter im Werk. Sie haben die Auswirkungen von fünf Lichtphasen mit unterschiedlichen Einstellungen der Farbtemperatur, melanopischen und visuellen Beleuchtungsstärke berücksichtigt (melanopische Beleuchtungsstärke = mit einem biologischen Wirkungsspektrum Smel bewertete spektrale Beleuchtungsstärke mit einer maximalen Empfindlichkeit im blauen Bereich, bei einer Wellenlänge von λP=480 nm). Für die Erfassung des Schlaf-Wach-Verhaltens wurden insgesamt 83 BMW Mitarbeitende mit einem Fitnesstracker ausgestattet.
Wohlbefinden gesteigert
Die Auswertung der Zufriedenheit mit der mit dem Experimentalsystem nachgestellten bisherigen Beleuchtungssituation (Baseline) zeigte, dass diese bei den Teilnehmenden bei warmweißem und dynamischem Licht am geringsten war.
Das generelle Wohlbefinden fiel unter kaltweißem Licht mit hoher visueller und melanopischer Beleuchtungsstärke am positivsten aus.
Bei Konzentrationstest und Messung der Tagesschläfrigkeit mittels Pupillographen zeigten die Teilnehmenden in den Lichtphasen mit dynamischem und neutralweißem Licht bessere Ergebnisse als in der Ausgangssituation vor Lichtinstallation und bei warmweißem Licht.
»Der positive Effekt im Konzentrationstest kann jedoch auch nur ein Übungseffekt sein«, merkt Prof. Andrea Rodenbeck, Biologin und Schlafforscherin, an.
Hier bedarf es weiterer Tests.
Bei Betrachtung der Subgruppe von Teilnehmenden mit erhöhtem Wert auf der Epworth Sleepiness Scale – einem Fragebogen zur Erfassung von Tagesschläfrigkeit – zeigte sich eine klinisch bedeutsame Verbesserung der Tagesschläfrigkeit sowie eine subjektive Verbesserung des Allgemeinzustands.
Bei einer gezielten Betrachtung einiger Teilnehmenden mit einem geringeren Gesamtschlaf in Baseline verlängerte sich der Schlaf deutlich.
Positive Auswirkungen auf den Schlaf-Wach-Rhythmus
Produktionsmitarbeiter Karosseriemontage: an der Mütze ein neuentwickeltes Sensormodul zur Erfassung von Lichtkonsum, Umgebungstemperatur und Blaulichtanteil über den Schichtverlauf. BMW Group
- Wie von den Forschenden erwartet, zeigte die statistische Untersuchung der durch die Fitnesstracker erfassten Daten zum Schlaf-Wach-Verhalten keine signifikanten Veränderungen der Parameter in der Frühschicht.
- In der Spätschicht zeichnete sich jedoch der Trend ab, dass sich kaltweißes bis neutralweißes Licht positiv auf den Rhythmus auswirkt.
»Die einzelnen Lichtphasen dauerten durchschnittlich vier Wochen an.
Jetzt gilt es zu untersuchen, wie sich die Effekte in Langzeitstudien verhalten«, so Monika Owczarek, Psychologin und Teammitglied von Özgüc. Zudem müsse in Zukunft mittels einer »light history« auch der individuelle Lichtkonsum außerhalb der Arbeitsstätte berücksichtigt werden.
Gesamtlichtkonzept der Produktionsbereiche
Özgüc gibt einen Ausblick: »Bei der Abschlusspräsentation des Projekts waren sich alle einig. Sowohl Elisabeth Wolf, Abteilung Innovationen, Digitalisierung Netzwerkmanagement BMW Group, die die Teilprojektleitung für die BMW Group übernahm, als auch Gabriele Klyszcz, leitende Sicherheitsingenieurin der BMW Group, regten tiefergehende Studien an.« Dies sei auch sinnvoll, weil die Ergebnisse zwar signifikant sind, aber eine hohe Standardabweichung haben. Özgüc weiter: »Potenzial könnte ein biodynamisches Licht mit Einbeziehung von Lichtkomponenten aus den Lichtphasen mit neutral- und kaltweißem Licht bei moderater bis hoher melanopischer und visueller Beleuchtungsstärke haben. Gemeinsam mit dem Projektteam der BMW Group haben wir angeregt, die Ergebnisse in ein Gesamtlichtkonzept der Produktionsbereiche zu überführen und umzusetzen; idealerweise mit einer anschließenden Evaluierung mit höheren Fallzahlen und längerem Zeitraum als bei ILIGHTS.«
UMSICHT: zur Sache!
Mehr zu den Ergebnissen können Sie am 11. April 2019 im Rahmen des Workshops »Umsicht: zur Sache!« beim Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen erfahren. Das Thema: »Licht und Gesundheit«. Weitere Informationen zur Veranstaltung demnächst auf der Homepage von Fraunhofer UMSICHT.
Das Projekt
Das Verbundprojekt »ILIGHTS« lief von Mitte 2016 bis Ende 2018 und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderinitiative »Intelligente Beleuchtung« finanziell unterstützt (FKZ: 13N14043).
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ZNS - Rettungsstelle-KANZEL: Der Augeninnendruck: Glaukom-Patienten - Grüner Star
Medizin am Abend Berlin Fazit: Meditation: Eine neue Therapie zur Verringerung des Augeninnendrucks bei Glaukom
Eine neue Studie im Journal of Glaucoma zeigt, dass Achtsamkeitsmeditation den Augeninnendruck bei Patienten mit grünem Star erheblich senkt, stressbedingte Biomarker reduziert und die Lebensqualität deutlich verbessert
Hoffnung für Glaukom-Patienten:
In einer wegweisenden Studie im Journal of Glaucoma, Zeitschrift der World Glaucoma Association, wurde ein neues Verfahren zur Behandlung des Augenleidens „Glaukom“ vorgestellt.
Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom zeigten nach Teilnahme an einem dreiwöchigen Programm mit Achtsamkeitsmeditation signifikante Verbesserungen des Augeninnendrucks, Verringerung der Stresshormone und einen Anstieg der Lebensqualität im Vergleich zur Kontrollgruppe, die nicht teilnahm.
„Wir wissen, dass chronischer Stress zu einer Erhöhung des Blutdrucks führen kann (systemische Hypertonie), denken jedoch selten über seine bekannte Wirkung auf das Auge nach, wo Stress einen hohen Augeninnendruck (IOP) hervorruft.
Dies ist die erste Studie, die zeigt, dass ein Entspannungsprogramm mit Meditation den IOP bei Glaukompatienten senken und ihre Lebensqualität verbessern kann, indem Stresshormone wie Cortisol gesenkt werden.
Achtsamkeitsmeditation ist selbst für ältere und bettlägerige Patienten einfach durchzuführen“, sagte der Leiter der Studie, Dr. Tanuj Dada, vom Dr. Rajendra Prasad Center für Augenheilkunde des All India Institute of Medical Sciences in Neu Delhi, Indien.
Prof. Dr. Bernhard Sabel vom Institut für Medizinische Psychologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Koautor der Studie, fügte hinzu:
- „Die Studie legt nahe, dass psychischer Stress eine der Hauptursachen für erhöhten Augeninnendruck ist.
Die Anwendung dieser uralten Meditationstechnik zur Verringerung von Stress ist ein wirksames Mittel, um das Gesamtbefinden der Patienten, und nicht nur das Auge, mit einem ganzheitlichen Ansatz zu behandeln und das allgemeine Wohlbefinden der Patienten zu verbessern.“
Die Wissenschaftler teilten 90 Glaukom-Patienten zufällig einer von zwei Gruppen zu.
Eine Gruppe praktizierte jeden Morgen 60 Minuten mit einem ausgebildeten Yogalehrer für einen Zeitraum von drei Wochen ein Meditations- und Atemübungsprogramm, während die Teilnehmer weiterhin ihre Augentropfen nahmen.
Die zweite Gruppe nahm ebenfalls weiterhin Augentropfen ein, meditierte jedoch nicht.
Nach drei Wochen zeigten 75 Prozent der meditierenden Patienten eine signifikante Verringerung ihres Augeninnendrucks um ca. 25 Prozent; eine Verbesserung, die in der Kontrollgruppe nicht beobachtet wurde.
- Darüber hinaus konnten durch die Meditation Stress-Indikatoren wie:
- Cortisol-Spiegel (Stresshormon),
- oxidative Stressbiomarker,
- pro-inflammatorische Marker (Interleukine) reduziert werden.
- Des Weiteren konnte ein Anstieg von Entspannungsmarkern wie Beta-Endorphinen und neurotrophischen Faktoren im Gehirn nachgewiesen werden.
Das Glaukom ist die häufigste Erblindungsursache und betrifft fast 70 Millionen Menschen weltweit.
Die Senkung des Augeninnendrucks ist die einzige bewährte Therapie, die derzeit mit Augentropfen, Lasertherapie oder Operationen erreicht wird.
Diese Therapien sind teuer und können okulare und systemische Nebenwirkungen haben, welche die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Glaukom-Patienten beeinträchtigen. Ziel der hier vorgestellten traditionellen Behandlung ist es, den Augeninnendruck zu reduzieren, wodurch weitere Schäden am Sehnerv verhindert werden.
- Durch den Einsatz der Meditation sinkt der Bedarf an Medikamenten, wodurch Nebenwirkungen verringert und Kosten für den Patienten und das Gesundheitssystem gesenkt werden können.
Darüber hinaus reduziert Meditation die allgemeinen Stresshormone, was die Lebensqualität der Patienten insgesamt verbessert und dabei hilft, die durch den Sehverlust verursachte psychische Belastung erfolgreicher zu bewältigen.
„Unsere Ergebnisse eröffnen einen spannenden Ansatz, die Kraft des Gehirns zur Heilung von Leiden des menschlichen Körpers zu nutzen.
Ein Großteil der menschlichen Krankheiten beruht auch auf einer psychologisch/ psychosomatischen Komponente, und es ist die Psychologie des Patienten, auf die die Meditation abzielt.
Die Reduktion des Stresshormonspiegels kann sich auf viele Organe im Körper günstig auswirken, einschließlich der Augen.
Es sind nun weitere Untersuchungen erforderlich, um diese neue Perspektive zu erforschen und um zu ermitteln, ob durch Meditation auch das Fortschreiten des Sehverlusts zu reduzieren, zu stoppen oder vielleicht sogar eine Wiederherstellung des Sehvermögens zu erreichen ist“, erklärte Professor Sabel.
Obwohl Yoga und Meditation, Schlüsselelemente für eine ganzheitliche Gesundheit, in Indien seit mehr als 5000 Jahren praktiziert werden, sind sie modernen Ärzten kaum bekannt und werden derzeit nicht in der medizinischen Praxis verwendet.
Die meisten Menschen denken bei Yoga an körperliche Übungen.
- Tatsächlich wird der größte Nutzen für die Gesundheit durch Atemübungen und Meditation erreicht, Entspannungstechniken, die die Freisetzung von Stresshormonen reduzieren und so die Beziehung zwischen Körper und Geist harmonisieren.
Vor Beginn der Studie wurden bei allen Teilnehmern ähnliche Parameter gemessen. Nach dreiwöchiger Meditation konnte eine signifikante Senkung des Augeninnendrucks (IOP), des Cortisols und des oxidativen Stressniveaus in der Gruppe „Meditierende“ nachgewiesen werden, während die neurotrophen Faktoren im Gehirn und die Beta-Endorphine zunahmen, was zu einer Verbesserung der Lebensqualität führte. In der Gruppe der „Nicht-Meditierenden“ gab es dagegen keine Veränderungen. Grafik: Prof. Dr. Bernhard Sabel
Publikation:
"Mindfulness Meditation Reduces Intraocular Pressure, Lowers Stress Biomarkers and Modulates Gene Expression in Glaucoma: a randomized controlled trial" Tanuj Dada, Deepti Mittal, Kuldeep Mohanty, Muneeb A. Faiq, Muzaffer, Bhat, Raj K. Yadav, Ramanjit Sihota, Talvir Sidhu, Thirumurthy Velpandian, Mani Kalaivani, Ravindra M. Pandey, Ying Gao, Bernhard A. Sabel, Rima Dada, Journal of Glaucoma 27, 1061-1067, DOI: 10.1097 / IJG.00000000000010888, veröffentlicht von Wolters Kluwer Health, Inc.
Die Studie wurde am All India Institute of Medical Sciences in Neu-Delhi durchgeführt und vom indischen Ministerium für AYUSH finanziert.
DR. RAJENDRA PRASAD ZENTRUM FÜR AUGENHEILKUNDE (RPC)
Das Dr. Rajendra Prasad Zentrum für Augenheilkunde (RPC), All India Institute of Medical Sciences, Neu-Delhi, benannt nach dem ersten indischen Präsidenten, Dr. Rajendra Prasad, wurde am 10. März 1967 als nationales Kompetenzzentrum für Augenheilkunde gegründet, um modernste Patientenversorgung zu gewährleisten, die Personalressourcen für die medizinische Ausbildung zu erweitern und Forschungsarbeiten zu Problemen der Augenheilkunde von nationaler Bedeutung durchzuführen. Es ist derzeit mit über 250 Forschungspublikationen jährlich das führende ophthalmologische Zentrum Indiens für Ausbildung und Forschung und bietet der gesamten Gemeinschaft modernste klinische Versorgung zu stark subventionierten Preisen (für die Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze kostenlos). Das Zentrum versorgt jährlich 0,4 Millionen Patienten ambulant und 0,6 Millionen in spezialisierten Augenkliniken mit über 40.000 Augenoperationen. https://www.aiims.edu/de/departments-and-centers/specialtycenters.html
DAS INSTITUT FÜR MEDIZINISCHE PSYCHOLOGIE (IMP)
Das IMP ist eine Lehr- und Forschungseinrichtung der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard Sabel hat es sich in über 25 Jahren als weltweit anerkanntes Zentrum zur Behandlung von Sehbehinderungen durch die Plastizität des Gehirns mittels neuer Technologien zur Therapie von Glaukom, Schlaganfall und Sehnervschädigung etabliert. Das Institut arbeitet eng mit dem SAVIR-Centrum (www.savir-center.com) und internationalen Partnern zusammen und hat über 200 wissenschaftliche Publikationen zum Thema Erholung nach Schädigungen des Nervensystems vorgelegt (www.imp.ovgu.de).
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Prof. Bernhard Sabel, PhD, Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie der Universität Magdeburg, Mituntersuchungsleiter der Studie, Tel. + 49-391-672 1800 oder imp@med.ovgu.de
Kornelia Suske Universitätsklinikum Magdeburg
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systemische Hpertonie
Chronische Erkrankungen: Gewebevernarbung - Ablagerung Bindegewebe (Fibrose)
Medizin am Abend Berlin Fazit: Bindegewebe auf Abwegen - wenn die Organe vernarben
Die vermehrte Ablagerung von Bindegewebe ist ein Problem bei chronischen Erkrankungen vieler Organe wie der Lunge (Idiopathische Lungenfibrose), der Leber (Leberzirrhose), der Nieren (Nierenfibrose), des Darmes (Graft-versus-Host Krankheit) und der Haut (Systemische Sklerose).
- Bis zu 40 Prozent aller Todesfälle in Industrienationen werden durch die Ablagerung von Bindegewebe mit anschließender Gewebevernarbung verursacht.
Effektive Behandlungsmöglichkeiten stehen derzeit jedoch kaum zur Verfügung.
Medizin am Abend Berlin ZusatzFachHinweis: EntzündungsLaborWerte Pfade
Wissenschaftler aus der Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie (Direktor: Prof. Dr. Georg Schett) des Universitätsklinikums Erlangen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben jetzt ein molekulares Netzwerk entschlüsselt, das diese Prozesse kontrolliert und dadurch eine neue Möglichkeit für die Therapie von Organvernarbung darstellen könnte.
Die Ergebnisse zeigen, dass das Eiweiß PU.1 die krankhafte Ablagerung von Bindegewebe verursacht. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler jetzt im renommierten Fachmagazin Nature veröffentlicht.*
Bei Bindegewebserkrankungen – sogenannten „Fibrosen“ wie beispielsweise der Systemischen Sklerose – kommt es durch eine überschießende Aktivierung von Bindegewebszellen zu einer Verhärtung des Gewebes und zu einer Narbenbildung innerhalb des betroffenen Organs.
Diese Krankheiten können prinzipiell jedes Organsystem befallen und sehr häufig zur Störung der Organfunktion führen.
Bindegewebszellen spielen bei Gesunden eine Schlüsselrolle bei der normalen Wundheilung.
- Kann jedoch die Aktivierung von Bindegewebszellen nicht abgeschaltet werden, kommt es zu fibrotischen Erkrankungen, bei denen massenhaft Matrix im Gewebe abgelagert wird, was zu einer Vernarbung und Funktionsstörung der betroffenen Gewebe führt.
Warum diese Reparaturprozesse bei fibrotischen Erkrankungen ausarten, war jedoch bisher unklar.
Ein Wissenschaftlerteam um Dr. Andreas Ramming am Lehrstuhl für Innere Medizin III der FAU konnte nun einen molekularen Mechanismus entschlüsseln, der für die andauernde Aktivierung von Bindegewebszellen verantwortlich ist. In experimentellen Studien nahmen die Forscher das Eiweißmolekül PU.1 ins Visier.
- In der normalen Wundheilung wird die Bildung von PU.1 vom Körper gehemmt, damit am Ende des normalen Heilungsprozesses die Bindegewebszellen wieder in einen Ruhezustand zurückkehren können.
„Wir konnten nachweisen, dass PU.1 bei verschiedenen Bindegewebserkrankungen in der Haut, Lunge, Leber und der Niere aktiviert wird.
PU.1 bindet an die Erbsubstanz (DNA) in Bindegewebszellen und programmiert diese um, was zu einer anhaltenden Ablagerung von Gewebsbestandteilen führt“, erklärt Dr. Ramming.
PU.1 ist nicht der einzige Faktor, der an Fibrosen beteiligt ist, denn schon in der Vergangenheit wurden Faktoren identifiziert, die bei der Ablagerung von Narbengewebe beteiligt sind.
Was neu entdeckt wurde, ist, dass PU.1 eine zentrale Rolle in einem Netzwerk aus Faktoren übernimmt, die diesen Prozess steuern.
„PU.1 ist gleichsam der Dirigent in einem Orchester“, erklärt Ramming, „nimmt man ihn heraus, fällt das gesamte Konzert in sich zusammen".
Der Ansatz ließ sich therapeutisch bereits mit einem experimentellen Pharmakon realisieren.
Dies nährt die Hoffnung, dass bald klinische Studien zur Hemmung von PU.1 starten können, mit dem Ziel Fibrose besser zu behandeln.
Die Arbeiten wurden durch den Sonderforschungsbereich 1181 „Schaltstellen der Auflösung der Entzündungsreaktion“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.
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Dr. Susanne Langer
E-Mail-Adresse: susanne.langer@fau.de
Schlossplatz 4
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Originalpublikation:
http://dx.doi.org/10.1038/s41586-019-0896-x
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CAVE: Bauchspreicheldrüse: Mit und ohne Typ-1-Diabetes - Bitte sehr frühzeitige Laborerhebung/Laborwerte
Medizin am Abend Berlin Fazit: Wie Typ-1-Diabetes schrittweise die Insulinproduktion zerstört
Mit Hilfe der neuen bildgebenden Massenzytometrie untersuchten UZH-Forschende die Bauchspeicheldrüse von Organspendern mit und ohne Typ-1-Diabetes.
- Die Studie zeigt, dass die Insulin-produzierenden
Beta-Zellen am Anfang der Krankheit in veränderter Form teilweise noch
vorhanden sind.
- Lassen sich diese noch retten, könnte der Krankheitsverlauf verlangsamt oder gar gestoppt werden.
Die bildgebende Massenzytometrie leistet einen wertvollen Beitrag dazu , den Krankheitsverlauf von Typ-1-Diabetes besser zu verstehen. Bild: UZH
Medizin am Abend Berlin ZusatzFachHinweise: Laborerhebung
Die sogenannten Langerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüse spielen eine Schlüsselrolle für die Regulation des Zucker-Stoffwechsels.
- Die dort angesiedelten Beta-Zellen überwachen den Zuckergehalt im Blut und schütten bei Bedarf Insulin aus.
- Insulin wiederum fördert die Aufnahme von Zucker in den Zellen.
- Bei Typ-1-Diabetes werden diese Beta-Zellen in einer Autoimmunreaktion von körpereigenen weissen Blutkörperchen zerstört.
Bisher ist nur wenig darüber bekannt, was sich im Innern der Bauchspeicheldrüse abspielt, wenn sich eine Typ-1-Diabetes entwickelt - denn Biopsien und hochaufgelöste Abbildungen dieses Organs sind am lebenden Menschen nicht möglich.
"Vieles von dem, was wir über Typ-1-Diabetes im Menschen wissen, stammt deshalb von Bauchspeicheldrüsen von Organspendern und diese sind sehr selten", sagt Bernd Bodenmiller vom Institut für Quantitative Biomedizin der Universität Zürich. Deswegen streben die Forschenden an, so viele Erkenntnisse wie möglich aus jedem einzelnen Spenderorgan zu gewinnen.
Viele Informationen aus ein und derselben Gewebeprobe
Bodenmillers Team hat nun in Zusammenarbeit mit Forschungsgruppen aus Genf und den USA erstmals die bildgebende Massenzytometrie zur Untersuchung von gespendeten Bauchspeicheldrüsen eingesetzt: "Damit können wir gleichzeitig die Beta-Zellen, weitere Zelltypen der Langerhans-Inseln sowie eingedrungene Immunzellen visualisieren", erklärt Bodenmiller den Vorteil dieser Methode, an deren Entwicklung die Universität Zürich eine zentrale Rolle gespielt hat. "Solche Analysen waren mit traditionellen Ansätzen bisher nicht möglich."
Für die Studie analysierte der Erstautor Nicolas Damond vom Institut für Quantitative Biomedizin insgesamt zwölf Spenderorgane - vier von gesunden Menschen, vier von Patienten in Frühstadium von Typ-1-Diabetes und vier von Patienten in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit. Aus den Ergebnissen erstellte das Forscherteam von jeder Bauchspeicheldrüse eine Karte, die zeigt, wie die verschiedenen Zelltypen in den Langerhans-Inseln verteilt sind und in welchem Zustand sich die Beta-Zellen befinden.
Ansatzpunkt für eine Therapie im Frühstadium der Diabetes
Die Daten der verschiedenen Spenderorgane führte Damond dann in einer sogenannten Pseudo-Zeitachse zusammen. Damit konnte er rekonstruieren, wie sich das Gewebe der Bauchspeicheldrüse im Verlauf von Typ-1-Diabetes vom Beginn der Krankheit bis hin zum Endstadium verändert.
Ein Befund war hierbei besonders interessant:
Im Anfangsstadium sind in den Langerhans-Inseln noch überraschend viele Beta-Zellen zu finden.
- Diese sehen zwar anders aus als normal und produzieren weniger Insulin, sind aber möglicherweise noch vor einer vollständigen Zerstörung zu retten.
"Wenn es gelingen würde, den Autoimmun-Angriff in diesem frühen Stadium zu stoppen, könnten diese Zellen vielleicht ihre Funktion wiedergewinnen und bei der Regulation des Blutzuckerspiegels der Patienten helfen", so Damond.
Neue Erkenntnisse zur Autoimmunität
Mit der bildgebenden Massenzytometrie lokalisierte die Forschungsgruppe ebenfalls den speziellen Typ der weissen Blutkörperchen, der nach derzeitigem Wissensstand für die Zerstörung der Beta-Zellen verantwortlich ist.
Sie fanden diese Immunzellen hauptsächlich in der Bauchspeicheldrüse von Patienten im Anfangsstadium der Krankheit, vor allem in Langerhans-Inseln, die viele überlebende Beta-Zellen enthielten.
In Langerhans-Inseln, deren Beta-Zellen schon weitgehend zerstört waren, konnten sie dagegen viel weniger dieser weissen Blutkörperchen nachweisen.
Diese Resultate können dabei helfen, den Mechanismus der Autoimmunreaktion, zu dem es im Moment noch viele offene Fragen gibt, aufzuklären. Das hofft auch Bodenmiller: "Unsere Studie demonstriert, dass die bildgebende Massenzytometrie einen wertvollen Beitrag dazu leisten kann, den Krankheitsverlauf von Typ-1-Diabetes besser zu verstehen. Sie liefert damit eine Grundlage für die Planung weiterführender Experimente und die Entwicklung neuer Hypothesen."
Literatur:
Nicolas Damond, Stefanie Engler, Vito R.T. Zanotelli, Denis Schapiro, Clive H.
Wasserfall, Irina Kusmartseva, Harry S. Nick, Fabrizio Thorel, Pedro L. Herrera, Mark A. Atkinson, and Bernd Bodenmiller. A Map of Human Type 1 Diabetes Progression by Imaging Mass Cytometry. Cell Metabolism, 31. Januar 2019. Doi: https://doi.org/10.1016/j.cmet.2018.11.014
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Deine Grossmutter: Die Überlebenschancen Deiner Kinder......
Medizin am Abend Berlin Fazit: Unterstützung der Grossmutter war unverzichtbar
Die Grossmutter ist für viele Menschen eine wichtige Bezugsperson.
Zumindest in der vorindustriellen Bevölkerung Quebecs spielten Grossmütter eine noch tragendere Rolle:
Laut einer neuen Studie unter der Leitung von Sacha Engelhardt vom Institut für Ökologie und Evolution der Universität Bern verbesserte damals die Anwesenheit einer Grossmutter die Überlebenschancen ihrer Enkelkinder.
Dr. Sacha C. Engelhardt, Institut für Ökologie und Evolution (IEE). zvg
- Im Gegensatz zu den meisten Säugetieren leben Menschen nach dem Ende ihres Fortpflanzungsalters noch lange weiter.
Könnte es eine evolutionäre Erklärung für dieses Phänomen geben?
Laut einer Studie unter der Leitung von Dr. Sacha Engelhardt vom Institut für Ökologie und Evolution (IEE) der Universität Bern, die auf Daten zur Bevölkerung der kanadischen Provinz Quebec im 17. und 18. Jahrhundert basiert, ist es für Familien mit Kindern ein grosser Vorteil, die Grossmutter in der Nähe zu haben.
Die Forschenden haben herausgefunden, dass die Unterstützung durch die Grossmutter nicht nur die Überlebenschancen von Kindern bis zur Pubertät verbesserte, sondern auch die Zahl der Kleinkinder erhöhte, die Frauen haben können.
«Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass Grossmütter in der vorindustriellen Bevölkerung Quebecs eine unverzichtbare Rolle gespielt haben», erklärt Sacha Engelhardt. Das Ziel der Studie war es, die Entwicklung der Menopause und des postreproduktiven Lebens bei Frauen besser zu verstehen.
Die Studie entstand am Department of Biology der kanadischen Université de Sherbrooke, wo Sacha Engelhardt zur Zeit der Studie neben der Universität Bern arbeitete, und wurde in Zusammenarbeit mit der Bishop's University und der Université de Montréal (beide Kanada) durchgeführt. Sie wurde im Fachmagazin Current Biology publiziert.
Die Grossmutter-Hypothese
Grundidee des Forschungsvorhabens war es, die sogenannte «Grossmutter-Hypothese» zu überprüfen.
Diese besagt, dass postmenopausale Frauen ihre Nachkommen der übernächsten Generation unterstützen und so einen positiven Einfluss auf deren Überlebensrate haben.
«Diese Hypothese wurde bereits vielerorts getestet, in Europa, Afrika usw. Teils stellte sich die Annahme als plausibel heraus, teils nicht», sagt Fanie Pelletier, Professorin am Department of Biology an der Université de Sherbrooke und Ko-Autorin der Studie.
Der Ansatz des Forschungsteams, die Hypothese anhand der geografischen Entfernung zu überprüfen, ist jedoch neu.
Die Distanz ist entscheidend
Mit der geografischen Entfernung als Indikator versuchten die Forschenden, den Beitrag der Grossmütter zur Unterstützung ihrer Töchter zu ermitteln. Die Forschenden kamen zu folgendem Schluss:
Je weiter weg die Grossmutter lebt, desto wahrscheinlicher ist es, dass ihre Töchter eine tiefere Anzahl Kinder haben. «Pro 100 Kilometer Entfernung sind es 0,6 Kinder weniger pro Frau», sagt Engelhardt. «Das ist eine Menge. Pro 300 Kilometer sind es 1,5 Kinder weniger.»
«In unserer Studie hatten Frauen, deren Mütter noch am Leben waren, mehr Kinder, und mehr dieser Kinder erreichten das Alter von 15 Jahren», sagt Patrick Bergeron, Professor am Department of Biological Sciences der Bishop's University und ebenfalls Ko-Autor der Studie.
«Es ist interessant festzustellen, dass der Grossmuttereffekt mit zunehmender geografischer Entfernung zwischen Grossmutter und Tochter abnimmt, was darauf hindeutet, dass das Unterstützungspotenzial mit der geografischen Nähe zusammenhängt.»
Daten aus Quebec von 1608 bis 1799
Um die Studie durchzuführen, analysierte die Forschungsgruppe Informationen aus dem Registre de la population du Québec ancien. Dieses enthält demographische Daten der Bevölkerung von Quebec von 1608 bis 1799. In dieser Zeit wurden dort die ersten französischen Siedlungen gegründet. Insgesamt wurden 149 Gemeinden untersucht. «In Quebec haben wir sehr detaillierte Daten aus Zivilregistern, aber auch aus Kirchenbüchern», sagt Fanie Pelletier. «Es war uns so möglich, anhand der Wohngemeinden die Entfernung zwischen den Grossmüttern und den Familien zu ermitteln.» Insgesamt umfasste die Analyse 3’382 Großmütter, die 34’660 Kinder zur Welt brachten. Von diesen Kindern heirateten 7’164 Mädchen und hatten insgesamt 56’767 Kinder.
Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit Professor Alain Gagnon und Professorin Lisa Dillon von der Abteilung für Demographie an der Université de Montréal durchgeführt.
Publikationsdetails:
Sacha C. Engelhardt, Patrick Bergeron, Alain Gagnon, Lisa Dillon, and Fanie Pelletier: Using geographic distance as a potential proxy for help in the assessment of the grandmother hypothesis. Current Biology, 7. Februar 2019, doi: 10.1016/j.cub.2019.01.027.
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Originalpublikation:
Sacha C. Engelhardt, Patrick Bergeron, Alain Gagnon, Lisa Dillon, and Fanie Pelletier: Using geographic distance as a potential proxy for help in the assessment of the grandmother hypothesis. Current Biology, 7. Februar 2019, doi: 10.1016/j.cub.2019.01.027.
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Dein Hypthalamus: Bist Du hungrig? Bist Du satt?
Medizin am Abend Berlin Fazit: Fettleibigkeit durch Identitätskrise bei Sättigungsnerven
- Krankhafte Fettleibigkeit – das zeigt die Forschung der letzten zehn Jahre – entsteht vor allem im Gehirn.
Forscherinnen und Forscher des Helmholtz Zentrums München, Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung, haben dort nun einen molekularen Schalter entdeckt, der die Funktion von Sättigungsnerven und damit das Körpergewicht steuert.
Die Ergebnisse wurden im Fachjournal ‚Nature Metabolism‘ publiziert.
Die weltweite Adipositas-Epidemie hat einen Höchststand erreicht und betrifft heute nicht mehr nur Industrie- sondern auch die Entwicklungsländer.
Wissenschaftler versuchen daher mit Hochdruck, den Mechanismen hinter der Krankheit auf die Spur zu kommen, um therapeutische Eingriffsmöglichkeiten zu finden. Nun haben Forscher am Institut für Diabetes und Adipositas (IDO) des Helmholtz Zentrums München einen weiteren Schritt in diese Richtung gemacht.
Yin und Yang des Energiehaushalts
- „Ob wir hungrig sind oder uns satt fühlen, entscheidet sich maßgeblich im Gehirn – speziell im sogenannten Hypothalamus“ erklärt IDO-Wissenschaftler Dr. Alexandre Fisette, gemeinsam mit Dr. Carmelo Quarta Erstautor der besagten Studie.
„Hier kontrollieren vor allem zwei Gruppen von Nervenzellen über verschiedene Botenstoffe das Körpergewicht und den Energiehaushalt.
Wie Yin und Yang sorgen sie für ein sensibles Gleichgewicht.
“ Während die einen die Nahrungsaufnahme stimulieren (sogenannte Agrp-Neuronen), erzeugen die anderen (Pomc-Neuronen genannt) ein Sättigungsgefühl.
Gerät dieses Wechselspiel aber aus der Balance, kann daraus ein krankhaftes Übergewicht oder ein Typ-2-Diabetes entstehen.
„In der aktuellen Arbeit haben wir nun herausgefunden, dass ein Transkriptionsfaktor* namens Tbx3 hierbei eine Schlüsselrolle einnimmt“, beschreibt Carmelo Quarta die neuen Ergebnisse.
- „Konkret bedeutet das, dass ohne Tbx3 die Nervenzellen für das Sättigungsgefühl keine Botenstoffe produzieren können.“
Mit Hilfe eines breiten Methodenspektrums konnten die Wissenschaftler anschließend belegen, dass Tbx3 demnach für die Aufrechterhaltung des Energie- und Zuckerstoffwechsels eine entscheidende Rolle spielt – und damit das Körpergewicht steuert.
Ohne Tbx3 in die Identitätskrise
„Sowohl in einem präklinischen Modell als auch in Fruchtfliegen führt das Fehlen von Tbx3 zu einer Art Identitätskrise der Sättigungsnerven und in der Folge zu krankhaftem Übergewicht“, schildert Alexandre Fisette. Und auch beim Menschen scheinen die entsprechenden Signalwege vorhanden zu sein: „In ersten Versuchen mit menschlichen Nervenzellen konnten wir zeigen, dass diese ihrer Funktion nicht nachkommen können, wenn Tbx3 fehlt“, ergänzt Carmelo Quarta.
„Es wird bereits seit längerem berichtet, dass Menschen, denen das Tbx3 Gen fehlt, häufig an Übergewicht leiden“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Dr. h.c. Matthias H. Tschöp, heute wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München und Inhaber des Lehrstuhls für Stoffwechselerkrankungen an der Technischen Universität München.**
„Unsere Studie erklärt nun erstmals die zugrunde liegenden Mechanismen und weißt einmal mehr darauf hin, welch zentrale Rolle das Gehirn bei der Regulierung des Energiehaushalts spielt. Wir hoffen, dass Tbx3 möglicherweise als Ziel künftiger pharmakologischer Ansätze in Frage kommt.“
Weitere Informationen
* Transkriptionsfaktoren sind Proteine, die dafür sorgen, dass bestimmte Gene abgelesen werden oder eben nicht. Dafür beeinflussen (fördern oder behindern) sie in der Regel die Bindung der RNA-Polymerase an die DNA-Sequenz, die für das entsprechende Gen kodiert. Im konkreten Fall steht Tbx3 für T-box gene 3.
** Es wurde beschrieben, dass TBX3-Mutationen beim Menschen eine seltene genetische Erkrankung mit dem Namen Ulnar-Mammary-Syndrom verursachen. Diese Patienten weisen mehrere typische Symptome auf, darunter eine eingeschränkte Pubertät, einen Mangel an Wachstumshormonproduktion und vor allem Fettleibigkeit.
Hintergrund:
Die Arbeit entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Labor von Claudia Doege an der US-amerikanischen Columbia University in New York.
Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. www.helmholtz-muenchen.de
Das Institut für Diabetes und Adipositas (IDO) erforscht die Erkrankungsmechanismen des Metabolischen Syndroms mit systembiologischen und translationalen Ansätzen. Mittels zellulärer Systeme, genetisch modifizierter Mausmodelle und klinischer Interventionsstudien sollen neue Signalwege und Zielstrukturen entdeckt werden. Ziel ist die interdisziplinäre Entwicklung innovativer Therapieansätze zur personalisierten Prävention und Behandlung von Adipositas, Diabetes und deren Begleiterkrankungen. Das IDO ist Teil des Helmholtz Diabetes Center (HDC). www.helmholtz-muenchen.de/ido
Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 550 Professorinnen und Professoren, 41.000 Studierenden sowie 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine der forschungsstärksten Technischen Universitäten Europas. Ihre Schwerpunkte sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften und Medizin, verknüpft mit den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die TUM handelt als unternehmerische Universität, die Talente fördert und Mehrwert für die Gesellschaft schafft. Dabei profitiert sie von starken Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft. Weltweit ist sie mit dem Campus TUM Asia in Singapur sowie Verbindungsbüros in Brüssel, Kairo, Mumbai, Peking, San Francisco und São Paulo vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinder wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006 und 2012 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings gehört sie regelmäßig zu den besten Universitäten Deutschlands. www.tum.de
Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung e.V. ist eines der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Es bündelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Ziel des DZD ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen, maßgeschneiderten Prävention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten. Mitglieder des Verbunds sind das Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrücke, das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrum München an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und das Paul-Langerhans-Institut Dresden des Helmholtz Zentrum München am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, assoziierte Partner an den Universitäten in Heidelberg, Köln, Leipzig, Lübeck und München sowie weitere Projektpartner. www.dzd-ev.de
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Dr. Alexandre Fisette, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Institut für Diabetes und Adipositas, Ingolstädter Landstr. 1, 85764 Neuherberg - Tel. +49 89 3187 1652 - E-Mail: alexandre.fisette@helmholtz-muenchen.de
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Originalpublikation:
Quarta, C. & Fisette, A. et al. (2019): Functional identity of hypothalamic melanocortin neurons depends on Tbx3. Nature Metabolism, DOI: 10.1038/s42255-018-0028-1
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Droht eine Frühgeburt?
Medizin am Abend Berlin Fazit: B-Streptokokken-Test für Schwangere: Vorteil von universellem Screening weiter unklar
Für Vergleich mit bisheriger risikobasierter Strategie fehlen aussagekräftige Studien
- Streptokokken der serologischen Gruppe B sind weit verbreitete Bakterien, die aber meist unbemerkt bleiben.
Das gilt auch für die knapp 20% der Schwangeren, bei denen Scheide oder Anus besiedelt sind.
Ein Risiko sind die Bakterien aber für die Babys:
- Stecken sie sich bei der Geburt an, kann das im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung oder eine Hirnhautentzündung auslösen.
- Um dem vorzubeugen, bekommen Schwangere, bei denen bestimmte Risikofaktoren vorliegen, kurz vor der Geburt Antibiotika (Risiko-Strategie).
Allerdings ist auch ein Test auf dem Markt, den man allen Schwangeren anbieten könnte (Test-Strategie).
Damit könnte man auch diejenigen Schwangeren finden, die keinen Risikofaktor, aber dennoch B-Streptokokken aufweisen.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat deshalb untersucht, ob ein universelles Screening, also die Test-Strategie, gegenüber der bisherigen Risiko-Strategie für Neugeborene oder werdende Mütter Vorteile und damit einen Zusatznutzen bieten würde. Der jetzt vorliegende Abschlussbericht bestätigt die Ergebnisse des Vorberichts von 2018. Demnach kann diese Frage nicht beantwortet werden, weil es für den Vergleich keine aussagekräftigen Studien gibt. Dass es sie künftig geben wird, hält das Institut für unrealistisch. Denn die erforderlichen hohen Fallzahlen dürften kaum zu erreichen sein.
Bei bestimmten Risiken sind Antibiotika Standard
Etwa eines von 3000 Neugeborenen infiziert sich bei der Geburt mit B-Streptokokken, davon sterben 3,2% an den Folgen.
- Eine Antibiotika-Prophylaxe bekommen Schwangere beispielsweise dann, wenn Fieber vorliegt, wenn eine Frühgeburt droht, oder wenn sich der Geburtsvorgang stark verzögert.
Diese Risiko-Strategie kann bereits den größten Teil von Infektionen verhindern.
Alternativ könnte allen werdenden Müttern eine mikrobiologische Untersuchung in Form des B-Streptokokken-Tests angeboten werden (universelles Screening).
Allerdings ist der rund zehn bis 30 € teure Test keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen - es sei denn, es droht eine Frühgeburt.
Studienergebnisse nicht hinreichend belastbar
Wie bereits beim Vorbericht identifizierte das Institut keine Studie, die belastbare Ergebnisse hätte liefern können. Zwar gibt es eine große „Kohortenstudie“, die beide Strategien miteinander vergleicht (Schrag 2002) und auf die sich auch die Fachgesellschaft bezieht. Das Institut hält deren Ergebnisse jedoch weiterhin für nicht hinreichend sicher. Das liegt vor allem daran, dass sich die Teilnehmerinnen nicht nur in Hinblick auf den Test, sondern auch in anderen Merkmalen deutlich unterschieden, weshalb etwa eine niedrigere Komplikationsrate viele Gründe haben kann. Die Studie zeigte auch keine „dramatischen Effekte“, also keine sehr großen Unterschiede.
Studien zur „Screeningkette“ nicht realistisch
Das Institut zeigt sich im Abschlussbericht zudem skeptisch, ob jemals aussagekräftige Studien zur gesamten sogenannten Screeningkette gemacht werden können. Denn um eine ausreichende Ergebnissicherheit zu gewährleisten, müssten in solche Studien mehrere 100.000 Schwangere eingeschlossen werden. Die hohe Fallzahl ist notwendig, weil Infektionen und durch sie verursachte Komplikationen insgesamt selten auftreten. Unterschiede zwischen den Gruppen, etwa die Häufigkeit von Blutvergiftungen bei Neugeborenen, könnten bei kleineren Fallzahlen rein zufällig sein.
Für sinnvoll und machbar hält das IQWiG dagegen Studien, die untersuchen, durch welche Strategie sich der bisher häufige Einsatz von Antibiotika besser reduzieren lässt. Hier wären als weitere Präventions-Strategie auch Schnelltests unter der Geburt zu berücksichtigen, wie sie in den USA bereits zugelassen wurden.
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Untersucher-CAVE: Chronische Nierenerkrankung: Ohne Diabetes - Herz- und Nierenschutz
Medizin am Abend Berlin Fazit: Würzburg rekrutiert ersten Patienten für Studie zum Herz- und Nierenschutz
Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung dürfen hoffen.
- In der internationalen klinischen EMPA-Kidney Studie wird untersucht, ob der Wirkstoff Empagliflozin positive Auswirkungen auf die Niere hat, die Notwendigkeit einer Dialysebehandlung verringert und schlussendlich Leben rettet.
Das Studienteam am Uniklinikum Würzburg hat jetzt den ersten Patienten deutschlandweit und nach Oxford den zweiten weltweit eingeschlossen.
Die internationale Studie wird von der Universität Oxford in Kooperation mit der Universität Würzburg koordiniert.
Medizin am Abend Berlin ZusatzFachInfo: Jardiance
In Würzburg hat das Studienteam um Prof. Dr. Christoph Wanner (zweiter von rechts) den ersten Patienten bundesweit für die EMPA-Kidney Studie rekrutiert.
Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI)
- Insgesamt werden 5.000 Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung in den USA, Kanada, China, Japan, Malaysia, Großbritannien und Deutschland untersucht.
Die deutsche Studienzentrale ist in der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Uniklinikums Würzburg angesiedelt und wird vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg unterstützt.
In Deutschland nehmen 33 Zentren an der Studie teil, mit insgesamt 1.000 Patienten.
„Ich freue mich sehr, dass es jetzt auch praktisch losgeht“, sagt Professor Dr. Christoph Wanner, Leiter der Klinischen Prüfung.
„Wir haben mit der University of Oxford lange darauf hin gearbeitet, die EMPA-Kidney Studie auf den Weg zu bringen.
Gemeinsam untersuchen wir, ob die tägliche Einnahme einer Empagliflozin-Tablette eine Verschlechterung der Nierenerkrankung oder den Tod infolge einer Herzerkrankung bei Patienten mit einer Nierenerkrankung verhindern kann.
Dazu erhält die Hälfte der Studienteilnehmer eine Empagliflozin-Tablette, während die andere Hälfte ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff, ein so genanntes Placebo, erhält.“
In der großen klinischen EMPA-REG OUTCOME Studie, in der Patienten mit Herzerkrankung und Typ-2-Diabetes untersucht wurden, haben Würzburger Forscher bereits nachgewiesen, dass Empagliflozin nicht nur den Blutzucker senkt, sondern auch die Todesfälle infolge einer Herzerkrankung reduziert und positive Auswirkungen auf die Nieren hat.
Nun bauen neue klinische Studien wie EMPA-Kidney auf diese wichtigen Ergebnisse auf.
Sie sollen zeigen, ob das Diabetes-Medikament Empagliflozin auch bei Patienten ohne Diabetes einen Herz- und Nierenschutz aufweist.
In Deutschland nehmen insgesamt 33 Zentren an der EMPA-Kidney Studie teil.
Bis Ende 2019 sollen bundesweit insgesamt 1.000 Patienten rekrutiert werden.
Untersucher-CAVE:
In Würzburg wurden dafür gerade die ersten Study Nurses und Koordinatoren aus den teilnehmenden Prüfzentren geschult.Medizin am Abend Berlin ZusatzTermin: Einladung zur Fortbildung
Information über den Wirkstoff: Empagliflozin wurde ursprünglich zur Behandlung von hohen Blutzuckerwerten bei Diabetespatienten entwickelt.
- Es sorgt dafür, dass vermehrt Blutzucker - etwa 10 Teelöffel pro Tag - über den Urin ausgeschieden wird.
- Dies kann zu einer leichten Abnahme von Gewicht und Blutdruck führen.
- Und das wirkt sich wiederum positiv auf Herz und Nieren aus.
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Prof. Dr. Christoph Wanner, wanner_c@ukw.de
Dr. Susanne Brenner, brenner_s@ukw.de
Josef-Schneider-Str. 2 Haus D3
97080 Würzburg
Deutschland
Bayern
Susanne Just
Telefon: 0931/201-59447
Fax: 0931/201-60 59447
E-Mail-Adresse: just_s@ukw.de
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Experte für Bauchspeicheldrüsenkrebs: Prof. Dr. Markus W. Büchler
Medizin am Abend Berlin Fazit: Heidelberger Chirurg unter weltweit führenden Experten für Bauchspeicheldrüsenkrebs
Professor Dr. Markus Büchler unter den Top drei in internationalem Ranking des US-amerikanischen Internetportals „expertscape“ / Universitätsklinikum Heidelberg unter den besten 10 der „World's Top Institutions for Pancreatic Cancer“
Ein aktuell veröffentlichtes Ranking des US-amerikanischen Internetportals „expertscape“ listet Professor Dr. Markus W. Büchler, Geschäftsführender Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg und Leiter des Europäischen Pankreaszentrums, auf Platz drei der weltweit führenden Experten für Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Prof. Dr. Markus W. Büchler Universitätsklinikum Heidelberg
Als objektives Maß für die Expertise der „World's Top Experts in Pancreatic Cancer“ zieht expertscape laut eigenen Angaben die Anzahl und Art der veröffentlichten Beiträge in wissenschaftlichen Fachmagazinen heran. Der renommierte Chirurg Büchler war 2018 bereits in der Liste der "Highly Cited Researchers", der meistzitierten Forscherinnen und Forscher, der Online Literatur- und Zitationsdatenbank Web of Science vertreten. Anders als beim Ranking von expertscape kam es bei dieser Auswertung nicht auf die Anzahl der Veröffentlichungen, sondern auf die Zitierhäufigkeit – die Häufigkeit, in der eine Veröffentlichung in den Publikationen von Kollegen zitiert wird – an. Dies gilt als wichtiges Indiz für den wissenschaftlichen Einfluss eines Beitrags.
Das Ranking in den beiden unabhängigen Auswertungen belegt nicht nur die rege und erfolgreiche Forschungstätigkeit der Heidelberger Chirurgen unter Büchlers Leitung, sondern auch die hohe Qualität und klinische Relevanz ihrer Ergebnisse.
- In einer ebenfalls von expertscape ermittelten Rangliste der weltweit führenden Einrichtungen im Bereich Bauchspeicheldrüsenkrebs war das Universitätsklinikum Heidelberg unter den Top 10 vertreten.
Als weitere deutsche Kliniken finden sich unter den Top 10 die TU München und die Ludwig-Maximilians-Universität München, wo mit Professor Dr. Helmut Friess und Professor Dr. Jens Werner zwei ehemalige Mitarbeiter und Kooperationspartner Büchlers als Ärztliche Direktoren der Chirurgie tätig sind.
„Das aktuelle Ranking unterstreicht die hervorragende wissenschaftliche Stellung der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg im internationalen Vergleich“, freut sich Professor Büchler. „Es ist eine Anerkennung für die klinische und wissenschaftliche Leistung des gesamten Teams.“
Europäisches Pankreaszentrum Heidelberg zertifiziertes Exzellenzzentrum
Bei der Behandlung von Entzündungen und Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse nimmt das Europäische Pankreaszentrum an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg deutschlandweit eine Vorreiterrolle ein:
Das eingespielte Team von Spezialisten betreut jährlich rund 2.000 Patienten und führt mehr als 700 Operationen an der Bauchspeicheldrüse durch. An keiner anderen deutschen Klinik gibt es mehr Erfahrung auf diesem Gebiet. "Recht seltene Erkrankungen sehen wir häufiger, deshalb haben wir umfangreiche Erfahrungen damit“, erklärt Professor Büchler. „Das bringt auch eine große Expertise in chirurgischen Eingriffen mit sich, die andernorts nur selten durchgeführt werden.“ Seit 2012 ist die Klinik von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) zertifiziert als „Exzellenzzentrum für Chirurgische Erkrankungen des Pankreas“, in dem Patienten nach vorgeschriebenen hohen Qualitätsstandards interdisziplinär behandelt und versorgt werden. Die für diese Auszeichnung verpflichtenden Qualitätsprüfungen werden alle drei Jahre vorgenommen.
Darüber hinaus unterhält das Europäische Pankreaszentrum ein eigenes Labor, in dem rund 30 Wissenschaftler und Laboranten mögliche molekulare und genetische Ursachen für den Bauchspeicheldrüsenkrebs erforschen und an der Entwicklung neuer Behandlungsformen arbeiten.
Diese werden den Patienten im Rahmen klinischer Studien angeboten.
Dazu kooperieren die Experten mit Wissenschaftlern und Ärzten des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), der Universität Heidelberg sowie dem Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC).
Hilfe bei der Expertensuche
Expertscape erhebt den Anspruch, Rankings der weltweit führenden Mediziner und Einrichtungen in verschiedenen medizinischen Fachbereichen anhand rein objektiver Kriterien zu erstellen.
Ziel ist es – laut Angaben auf der Website – Ärzte mit dem größten Wissen in ihrem Spezialgebiet zu benennen und damit Nutzern des Portals die Suche nach Spezialisten bzw. spezialisierten Einrichtungen zu erleichtern.
Das Ranking stützt sich dabei nicht auf subjektive Bewertungen, sondern auf die Publikationsleistung der Mediziner, wobei z.B. die Art der Beiträge und die jeweiligen Journals, in denen veröffentlicht wurde, mit unterschiedlicher Wertigkeit in die Punktevergabe eingehen.
Die daraus resultierende Liste erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Die Nutzung der Website ist kostenlos.
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https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Chirurgische-Klinik.1010.0.html
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