Medizin am Abend Berlin Fazit: Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg startet mit innovativen Forschungsprojekten
Das Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg (KDK) ist eine
Kooperationsinitiative des Klinikums Karlsburg und des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung
und Technologie (INP), um innovative Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten auf dem
Gebiet von Diabetes und Wundheilung zu entwickeln.
Am Mittwoch, dem 21. November 2018, informierten Prof. Dr.
Klaus-Dieter Weltmann, Direktor und Vorstandsvorsitzender des INP
Greifswald, Prof. Dr. Wolfgang Motz, Direktor des Klinikums Karlsburg,
und Dr. Stefan Rudolph, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium
Mecklenburg-Vorpommern, in Karlsburg über die Umsetzung einer im Jahr
2013 entstandenen deutschlandweit einzigartigen Idee, die Expertenwissen
und Erfahrungswerte aus unterschiedlichen Forschungsbereichen zu einem
Projekt und somit praxisnaher Forschung und klinischer Behandlung unter
einem Dach vereint.
Das starke wissenschaftliche Fundament des Zentrums bilden die
disziplinübergreifenden Kompetenzen des Leibniz-Instituts und seiner
Partner, insbesondere bei der Entwicklung von
Plasmamedizin und
Hygieneverfahren sowie weltweit führender Anwendungen.
Das starke
medizinische Know-how bietet der Standort Karlsburg.
Das wegweisende
Konzept steht auf drei Säulen:
Forschung, Entwicklung und Transfer in
die industrielle und medizinische Praxis. Es stellt den Rahmen dar,
um
bahnbrechende Lösungen für die Therapie und Diagnostik der
Volkskrankheit Diabetes sowie weiterer Indikationen zu erarbeiten.
In
direkter Nachbarschaft findet künftig die klinische Behandlung der
Diabetespatienten sowie eine interdisziplinäre und praxisnahe Forschung
statt. Dadurch können Forschungsergebnisse im Zusammenspiel mit
Unternehmen aus der Medizinbranche deutlich schneller in die klinische
Anwendung übertragen werden, was den Patienten zugutekommt.
In Deutschland leiden derzeit acht Millionen Menschen an Diabetes
mellitus, betonte Prof. Dr. Wolfgang Kerner, Direktor der Klinik für
Diabetes und Stoffwechselkrankheiten in Karlsburg und Vorsitzender des
Präsidiums des KDK, bei der Vorstellung des Zentrums. Ziel ist es,
innovative Medizinprodukte und Verfahren zu entwickeln,
die
Diabetespatienten mit chronischen Wunden helfen.
Hierzu zählt der
diabetische Fußulkus, eine der schwerwiegendsten Komplikationen.
Die
charakteristischen chronischen Wunden, die meist von Infektionen
begleitet werden, führen
allein in Deutschland zu 45.000 Amputationen im
Jahr, was die Lebensqualität der Betroffenen dramatisch eingeschränkt
und mit hohen Kosten für das Gesundheitssystem verbunden ist. Die
Therapiemöglichkeiten sollen nunmehr durch die am INP Greifswald
entwickelten medizinischen Plasmageräte erweitert werden.
„Das
physikalische kalte Plasma hat eine desinfizierende und antibakterielle
Wirkung – auch bei multiresistenten Keimen - und befördert die
Wundheilung.
Das haben zahlreiche Studien und praktische Erfahrungen auf
dem Gebiet der Plasmamedizin ergeben. In einer weiteren großen
klinischen Studie soll dies wissenschaftlich detaillierter erhärtet
werden“, erklärte Prof. Weltmann. Klinikchef Prof. Motz fügte hinzu:
„Ich freue mich, dass es gelungen ist, die bürokratischen Hürden für
unsere gemeinsame Arbeit zu meistern. Der Diabetespatient wird in
Karlsburg künftig von Innovationen profitieren, die weltweit führend
sind.“
In den vergangenen Monaten wurde das Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg
mit Laboreinrichtungen und wissenschaftlichen Geräten ausgestattet. Die
Ausrüstung wurde vom Wirtschaftsministerium des Landes
Mecklenburg-Vorpommern und der EU mit rund 2,5 Millionen Euro gefördert.
Staatssekretär Dr. Stefan Rudolph sagte zum Forschungsstart: „Wir haben
das Wachstumspotential der Gesundheitswirtschaft in
Mecklenburg-Vorpommern bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Durch unser
Engagement hier in Karlsburg wird die Zusammenarbeit von Forschung,
Wirtschaft, Medizin und Ingenieurskunst potenziert werden. Ich erwarte
neue innovative Lösungen, Produkte und Dienstleistungen der
Gesundheitswirtschaft, die sowohl marktfähig sind als auch mehr
Wohlstand in unserem Land generieren. Nur das kann unser Anspruch sein.“
Vorgestellt wurden am Mittwoch weitere große Forschungsschwerpunkte.
Die
Greifswalder Firma OT aktiv GmbH sucht nach telemedizinischen
Lösungsansätzen, um dem
diabetischen Fußulkus vorzubeugen.
Der
Orthopädietechnik-Spezialist aus MV, der Diabetespatienten seit vielen
Jahren mit fachgerechtem Schuhwerk versorgt, hat es sich zum Ziel
gesetzt,
eine intelligente Einlegesohle zu entwickeln, die auf
Temperaturerhöhungen des menschlichen Fußes und damit Anzeichen von
entzündlichen Prozessen hinweist.
- Denn Diabetespatienten, die häufig
auch unter einer Neuropathie leiden, haben ein geringes Schmerzempfinden
und bemerken Druckläsionen oft viel zu spät, so dass sich Wunden
ausbilden können.
Das Projekt „Smart Shoe Insole“ umfasst den
Datentransfer zur telemedizinischen Therapiekontrolle, die
Visualisierung der Fußsohlentemperatur, ein Bewegungsmonotoring und eine
Alarmfunktion.
Alles darstellbar auf einer Smartphone-App.
Ein weiteres ambitioniertes Projekt wird im KDK gemeinsam mit dem
Schweriner Unternehmen human med GmbH entwickelt.
Fettstammzellen sollen
zur besseren Wundheilung eingesetzt werden.
Erste kleine Studien zum
Einsatz des körpereigenen Fettes sind vielversprechend.
Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com
Über Google: Medizin am Abend Berlin
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.
Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann
Direktor und Vorstandsvorsitzender des INP
Tel: +49 3834 554310
E-Mail: weltmann@inp-greifswald.de
Prof. Dr. med. Wolfgang Motz
Ärztlicher Direktor des Klinikums Karlsburg
Tel.: +49 038355 701283
E-Mail: prof.motz@drguth.de
Henning Kraudzun
Felix-Hausdorff-Straße 2
17489 Greifswald
Deutschland
Mecklenburg-Vorpommern
E-Mail-Adresse:
welcome@inp-greifswald.de
Dr. Hans Sawade
Stabsleitung
Telefon: +4938345543899
Fax: +493834554301
E-Mail-Adresse:
sawade@inp-greifswald.de