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360° Zum Nachdenken-Thema: Silvesterböller gegen 6 Monate Junge Biberin in Königs-Wusterhausen

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Junger Biber stirbt durch Böllerattacke: Tragische Folge eines zweifelhaften Freizeitspaßes

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink:  

Junge Biberin erleidet durch die Explosion eines Silvesterböllers einen Schock und ertrinkt. 

Toter Biber nach Böllerattacke Toter Biber nach Böllerattacke  Anett Harnisch
 
Am Montag (21.12.2015) erreichte das NABU-Wildtiertelefon die Nachricht über den Fund eines toten Bibers im Schlosspark Königs-Wusterhausen nahe Berlin-Schönefeld. Das Tier sei äußerlich unversehrt, berichteten die Finder, eine ortsansässige Jägerfamilie. Der tote Biber wurde im Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) untersucht. Neben routinemäßigen pathologischen Untersuchungen wurden auch die Trommelfelle des Bibers genauer untersucht, da die Finder mitgeteilt hatten, dass Kinder Silvesterböller zwischen die auf dem Wasser schwimmenden Stockenten warfen. „Der gefundene Biber ist ein etwa sechs Monate altes weibliches Jungtier. Es wies beidseits zerstörte, gerissene Trommelfelle auf. Leber und Gehirn zeigten eine schockbedingte Stauung der Blutgefäße. Die Todesursache ist Ertrinken, da sich in der Lunge und im Magen viel Wasser befanden“, berichtet Gudrun Wibbelt, Veterinär-Pathologin und Wissenschaftlerin am IZW.


Geplatztes Trommelfell der jungen Biberin aus Königs-Wusterhausen
 Geplatztes Trommelfell der jungen Biberin aus Königs-Wusterhausen  Gudrun Wibbelt/IZW

Aufgrund des pathologischen Befundes zeichnet sich für Gudrun Wibbelt ein klares Bild ab. „Das Jungtier muss einer enormen Druckwelle ausgesetzt worden sein. Diese führte zu einem Schock. Da sich die junge Biberin zur Zeit des Zwischenfalls im Wasser befand, ist sie ertrunken. Es ist hochwahrscheinlich, dass ein Silvesterböller die Druckwelle ausgelöst hat". Carmen Baden, Pressesprecherin des NABU-Berlin, ergänzt:

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: HeilbringerEinkünfte  

  • "Dieser Fall soll zum Nachdenken anregen, welche tragische Wirkung ein „lustiges Böllerwerfen“ haben kann – nicht nur auf Haustiere, sondern vor allem auch auf Wildtiere".

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Dr. Gudrun Wibbelt
Veterinär-Pathologien & Wissenschaftlerin
IZW
wibbelt@izw-berlin.de; 030 51 68 211

Steven Seet, IZW, 0177 857 26 73; seet@izw-berlin.de

Carmen Baden, NABU Berlin,  Presse@NABU-Berlin.de, 030 98 608 37 - 18

Arthroskopie bei chronischer Kniegelenk-Arthrose nicht mehr für Kassenpatienten

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Erstmalig tatsächliche Zwei-Klassen-Medizin in der operativen Orthopädie

Nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist die Arthroskopie bei einer chronischen Arthrose des Kniegelenkes (Gonarthrose) künftig keine Kassenleistung mehr.

  • Bisher konnten die Ärzte durch Gelenkspülung, Abtragung der Gelenkschleimhaut, Knorpelglättung oder Meniskusentfernung bei Tausenden Patienten jährlich große Schmerzen lindern und die Beweglichkeit des Kniegelenkes erhalten. 

Der Berufsverband für Arthroskopie bedauert dass nun dieser wichtige Behandlungsbaustein wohl nur noch Selbstzahlern und Privatpatienten vorbehalten bleibt.

  • In Deutschland leiden rund 17 Prozent der Männer und über 30 Prozent der Frauen im Laufe des Lebens unter einer Abnutzung des Kniegelenkes, die oft mit großen Schmerzen einhergeht. 

  • Im Anfangsstadium wird häufig mit Physiotherapien und Medikamentengaben versucht, die Symptome zu lindern. 

  • Reicht dies nicht mehr aus, waren bislang die Verfahren der Arthroskopie sehr gefragt. Bei der Gelenkspiegelung, konnten in einer Sitzung nicht nur die Gegebenheiten im Knie genauestens analysiert, sondern einige Schmerz-Verursacher auch sofort behoben werden. Erst wenn dies nicht mehr reichte, blieb nur noch eine größere Operation, zum Teil mit Komplett-Gelenkersatz. 

Der G-BA macht hiermit deutlich, dass Operationen in Deutschland zunehmend zur "Luxusmedizin" werden.

Dabei beruft er sich auf "hochwertige" Studien, die keine wissenschaftlichen Belege für den Nutzen der Arthroskopie zur Behandlung der Gonarthrose gefunden hätten.

Eine Bewertung des BVASK und vieler weiterer Wissenschaftler zeigte jedoch, dass die Studienlage mangelhaft war.

Ein Hauptbeispiel dafür ist eine amerikanische Studie, die nur an Männern (US-Soldaten/Veteranen) durchgeführt wurde.

Hier wurden nur etwa die Hälfte der möglichen Patienten eingeschlossen, keine Fehlstellungen beachtet, nicht zwischen primärer und sekundärer Arthrose unterschieden. Die Übertragbarkeit dieser Daten auf sämtliche Patienten mit Kniegelenkarthrose halten Mediziner für nicht möglich.

Dr. Ralf Müller-Rath, 1. Vorsitzender des BVASK: "Hiermit fehlt in Zukunft ein wichtiger Baustein zur Behandlung des chronischen Kniegelenkverschleißes.

Erstmalig wird eine tatsächliche 2-Klassen-Medizin in der operativen Orthopädie eingeführt.

Und das auf Antrag der Krankenkassen!

Wir hätten eine Entscheidung erwartet, wo sich Arzt und Patient gemeinsam unter Abwägung von Nutzen und Risiko auch für ein minimal-operatives Vorgehen entscheiden können, z.B. wenn konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind und der Patient noch keine Knie-Prothese wünscht." 


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Berufsverband für Arthroskopie (BVASK e.V.)

Breite Str. 96

41460 Neuss

TEL  +49 (0)2131 15 38 40

MAIL mail@bvask.de

Web www.bvask.org

Kathrin Reisinger

TEL 0177 600 5555 

Hyperbare Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom (DFS) (HBO)

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Vorbericht erschienen

Wunden schließen damit besser / Bei anderen Therapieaspekten aber keine Anhaltspunkte für Zusatznutzen / IQWiG bittet um Stellungnahmen 
 
Ob Menschen mit einem sogenannten diabetischen Fußsyndrom einen Vorteil davon haben, wenn sie zusätzlich zur konventionellen Behandlung eine Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) erhalten, ist derzeit Gegenstand einer Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Am 29. Dezember 2015 hat das IQWiG seine vorläufigen Ergebnisse publiziert. 

Medizin am Abend Berlin Fachlink


Demnach gibt es einen Beleg, dass Wunden mit einer HBO besser schließen. 

Für andere patientenrelevante Endpunkte zeigt sich jedoch kein Zusatznutzen: Entweder es fehlen Daten oder sie zeigen keine relevanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Bis zum 28. Januar 2016 nimmt das IQWiG Stellungnahmen zu diesem Vorbericht entgegen.

Diabetischer Fuß kann Amputation erfordern

Ist bei Menschen mit Diabetes mellitus der Blutzuckerspiegel über viele Jahre zu hoch, kann dies die Blutgefäße schädigen. Dadurch werden die Extemitäten, also Arme und Beine, nicht mehr ausreichend durchblutet und das Schmerzempfinden ist vermindert (Polyneuropathie).

  • Kleinere Wunden, die bei Menschen mit Diabetes ohnehin schlecht heilen, werden deshalb häufig erst spät bemerkt. Das gilt vor allem dann, wenn sie, wie an den Füßen schlecht sichtbar sind.

Kommt eine Infektion hinzu oder das Gewebe stirbt ab (Nekrose), kann es beim sogenannten diabetischen Fußsyndrom (DFS) im schlimmsten Fall sein, dass der Fuß ganz oder teilweise amputiert werden muss.

Zusätzlicher Sauerstoff soll Durchblutung des Gewebes verbessern

  • Eine HBO wird zusätzlich zur herkömmlichen Wundversorgung empfohlen, wenn alle Möglichkeiten, das Gewebe zu revaskularisieren, also wieder ausreichend mit Blut zu versorgen, gescheitert sind und eine Amputation droht.
  • Bei der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO) sitzen die Patientinnen oder Patienten in einer speziellen Kammer und atmen dort unter erhöhtem Luftdruck meist reinen Sauerstoff ein. Dies soll das Blut mit Sauerstoff anreichern und eine bessere Durchblutung auch des Wundgebiets fördern.

Ergebnissicherheit der meisten Studien gering

Insgesamt konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler acht randomisierte kontrollierte Studien in ihre Bewertung einbeziehen. Allerdings ist darunter nur eine Studie, die ein niedriges Verzerrungspotenzial hat und deren Ergebnisse deshalb mit größerer Sicherheit interpretiert werden können. Bei den übrigen blieb häufig unklar, wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den jeweiligen Gruppen zugeteilt wurden und die Studien waren meist nicht verblindet.

Studien schließen unterschiedliche Patienten ein

Hinzu kommt, dass die Studien sehr unterschiedliche Patientinnen und Patienten eingeschlossen hatten. Das betraf unter anderem die Schwere der Erkrankung. Aber auch in Hinblick auf den Auswertungszeitpunkt, gibt es zwischen den Studien zum Teil große Abweichungen. Dies könnten wesentliche Gründe dafür sein, dass die Ergebnisse der Studien bei einzelnen Therapieaspekten sehr heterogen waren – andere Ursachen lassen sich aber nicht ausschließen.

Wundverschluss: Beleg für Zusatznutzen

  • Mit ausreichender Sicherheit interpretierbar und – mit Ausnahme einer Studie – in die gleiche Richtung weisend sind die Ergebnisse zum Endpunkt Wundverschluss. Hier zeigt die Zusammenfassung der Daten einen deutlichen Vorteil der HBO gegenüber der Kontrollgruppe. Denn im HBO-Arm war die Chance auf einen Wundverschluss fast 3-mal so hoch wie im Vergleichsarm. Das IQWiG sieht deshalb hier einen Beleg für einen Zusatznutzen der HBO.

Entweder keine Daten oder keine relevanten Gruppenunterschiede

Dagegen gibt es für keinen der übrigen patientenrelevanten Endpunkte einen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen. Dafür gibt es zwei Gründe: Entweder die Studien enthielten keine Daten.

Das gilt für die Zielkriterien Schmerz, dem Auftreten von Herzkreislauferkrankungen sowie die Abhängigkeit von Fremdhilfe oder Pflegebedürftigkeit.

Oder die einbezogenen Studien enthielten zwar verwertbare Daten, diese zeigen aber keine relevanten Unterschiede zwischen der herkömmlichen Therapie und der ergänzenden HBO.

Das trifft zu auf die Zielkriterien Sterblichkeit, Amputation, gesundheitsbezogene Lebensqualität sowie Dauer des Klinikaufenthalts.

Kein Anhaltspunkt für größeren Schaden

Zugleich gibt es aber auch keinen Anhaltspunkt für einen größeren Schaden in Form von unerwünschten Wirkungen.

  • Insgesamt liegt die Rate von Nebenwirkungen (u. a. Platzen des Trommelfells) bei unter zwei Prozent, weshalb die Therapie als sicher gilt.

Zum Ablauf der Berichtserstellung

Den vorläufigen Berichtsplan für dieses Projekt hatte das IQWiG im Mai 2015 vorgelegt und um Stellungnahmen gebeten. Diese wurden zusammen mit einer Würdigung und dem überarbeiteten Berichtsplan im Juli 2015 publiziert. Stellungnahmen zu dem jetzt veröffentlichten Vorbericht werden nach Ablauf der Frist gesichtet. Sofern sie Fragen offen lassen, werden die Stellungnehmenden zu einer mündlichen Erörterung eingeladen.

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Hormonhaushalt der Frau ab dem 40. Lebensjahr

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Gewichtszunahme und Diabetes - so können die Wechseljahre den Körper belasten

  • Der Hormonhaushalt einer Frau stellt sich in den Wechseljahren komplett um. 
  • Hitzewallungen sind die bekanntesten Folgen des entstehenden Östrogenmangels. 

Was jedoch nur wenige Frauen wissen: Der veränderte Hormonspiegel kann auch für Gewichtszunahme, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit verantwortlich sein.

Schon ab dem 40. Lebensjahr nimmt eine Frau in der Regel schneller zu.

Denn mit dem Alter verbrennt der Körper immer weniger Kalorien und wandelt sie stattdessen verstärkt in Fettreserven um.

Doch in den Wechseljahren spüren die meisten Frauen diesen Prozess noch stärker. Denn durch den Mangel an Östrogen verändert sich die Figur vieler Frauen und sie nehmen an Gewicht zu - primär an den Hüften und am Gesäß. 

Das stört viele Frauen vor allem optisch. Es kann aber auch gesundheitliche Auswirkungen haben. Denn Fettablagerungen im Bauchraum können direkt in den Stoffwechsel eingreifen:

  • Östrogene steuern nicht nur die Einlagerung von Fettgewebe, sondern auch den Bedarf an Insulin, der im Körper für den Transport des Blutzuckers zu den Muskelzellen verantwortlich ist. Dort wird der Zucker in Energie umgewandelt. Ein hoher Körperfettanteil, wie er z.B. durch Östrogenmangel auftreten kann, macht die Zellen unempfindlicher gegenüber Insulin. Diabetes kann die Folge sein. 

Östrogene spielen auch eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel. 

  • Denn das Hormon sorgt für ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen dem "schlechten" LDL-Cholesterin und "guten" HDL-Cholesterin. 
  • Deshalb kann durch einen Östrogenmangel das Risiko für Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigen. 

Besonders in den Wechseljahren ist es daher wichtig, sich ausreichend zu bewegen und bewusst zu ernähren.

Bei Wechseljahresbeschwerden, die im Alltag belastend empfunden werden - z.B. starke Hitzewallungen - sollten Betroffene Rat bei ihrem Frauenarzt suchen. Eine Behandlungsmöglichkeit bietet die Hormonersatztherapie, indem sie fehlende Östrogene ausgleicht und dadurch deutliche Linderung verschaffen kann. Außerdem kann der Hormonersatz das Diabetesrisiko senken und zur Gewichtsstabilisierung beitragen.

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R.Busch@signumpr.de 

Michelin-Reifen-Baby-Syndroms

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Genetische Ursachen des „Michelin-Reifen-Baby-Syndroms“ gefunden

Wissenschaftler am Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien und an der Universitätsklinik in Löwen fanden die genetische Ursache einer seltenen Erbkrankheit, die als „Michelin-Reifen-Baby-Syndrom“ bekannt ist. Die Studie wird in der aktuellen Ausgabe des „American Journal of Human Genetics“ publiziert. 
 
Die Erkrankung mit dem etwas unglücklichen Namen wurde erstmals 1969 beschrieben.

Betroffene Kinder, die an der seltenen erblichen Störung leiden, haben zahlreiche, ringförmige Hautfalten, die an das Maskottchen der Reifenfirma Michelin erinnern. Weitere charakteristische Symptome sind ein auffällig flaches Gesicht und intellektuelle Beeinträchtigung.

Obwohl eine genetische Ursache für diese Krankheit bereits lange vermutet wurde, konnte sie bisher nicht gefunden werden.


Charakteristische Hautfalten beim "Michelin-Reifen-Baby-Syndrom"Charakteristische Hautfalten beim "Michelin-Reifen-Baby-Syndrom"  KU Leuven – Hilde Van Esch

IMP-Gruppenleiter Dr. David Keays und Prof. Hilde Van Esch von der Katholischen Universität Löwen fanden in einer gemeinsamen Studie die verantwortlichen Gene TUBB und MAPRE2, wie sie in der aktuellen Ausgabe des American Journal of Human Genetics berichten.

  • Die beiden Gene sind für die Produktion von Proteinen verantwortlich, die eine Art Gerüst im Inneren von Zellen aufbauen.
  • Dieses Mikrotubuli-Zytoskelett wird bei der Zellteilung, bei gerichteter Bewegung und beim Transport verschiedener Substanzen im Inneren der Zelle benötigt.
  • Das TUBB-Gen ist für die Produktion von Tubulin zuständig, dem Eiweißbaustein des Zellskeletts. 
  • Das Gen MAPRE2 spielt hingegen eine wichtige Rolle bei der Organisation der Einzelteile.

In Experimenten, die gemeinsam mit Prof. Nicholas Cowan von der New York University (NYU) durchgeführt wurden, konnten ein veränderter Aufbau und eine gestörte Dynamik des Zytoskeletts bei Patienten mit TUBB-Mutationen nachgewiesen werden.

„Wir wissen jetzt, welche Gene für die Krankheit verantwortlich sind“, sagt David Keays, „aber wie diese ungewöhnlichen Symptome zustande kommen, ist nach wie vor rätselhaft.“

Weitere Studien sollen darüber Aufschluss geben. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass dadurch sowohl die Diagnose als auch die Behandlung der Patienten mit dieser seltenen Krankheit verbessert werden können.

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Originalpublikation:

Isrie et al. „Mutations in Either TUBB or MAPRE2 Cause Circumferential Skin Creases Kunze Type“. American Journal of Human Genetics 97, 1–11, December 3, 2015.

Über das IMP:
Das IMP - Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie betreibt in Wien biomedizinische Grundlagenforschung. Hauptsponsor ist der internationale Unternehmensverband Boehringer Ingelheim. Mehr als 200 Forscherinnen und Forscher aus 35 Nationen widmen sich am IMP der Aufklärung grundlegender molekularer und zellulärer Vorgänge, um komplexe biologische Phänomene im Detail zu verstehen. Die bearbeiteten Themen umfassen die Gebiete der Zell- und Molekularbiologie, Neurobiologie, Krankheitsentstehung sowie Bioinformatik. Das IMP ist Gründungsmitglied des Vienna Biocenter.


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Dr. Heidemarie Hurtl
Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie
Communications
T +43-1-79730-3625
hurtl@imp.ac.at

Jahresbeginn geltende Gesetz zur Familienpflegezeit www.premioberlin.de

Saarbrücker Zeitung: Schwesig zieht positive Bilanz zu Familienpflegezeit - Bislang 6000 Nutzer - Neues Pflegetelefon angekündigt

Das seit Jahresbeginn geltende Gesetz zur Familienpflegezeit hat sich nach Einschätzung von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) gut bewährt.

Das gelte insbesondere für die bezahlte Auszeit von bis zu zehn Tagen, um im Notfall eine Pflege zum Beispiel für die Mutter zu organisieren, sagte Schwesig der "Saarbrücker Zeitung" (Montag-Ausgabe).

 "Seit Jahresbeginn haben nach unseren Schätzungen rund 6000 Personen diese Möglichkeit genutzt", so Schwesig.

Dafür seien zwei Millionen Euro aufgewendet worden. 
  • Auch von der Möglichkeit, für sechs Monate ganz aus dem Beruf auszusteigen oder bis zu 24 Monate verkürzt zu arbeiten, werde "in einem großem Umfang" Gebrauch gemacht. 
,Nach Schwesigs Angaben haben dafür bislang allerdings nur 313 Personen ein entsprechendes Darlehen in Anspruch genommen. "Aber das sagt gar nichts, denn die wenigsten beantragen ein Darlehen", erläuterte die Ministerin.

Zur weiteren Verbesserung der Unterstützung pflegender Angehöriger kündigte die Ministerien ein neues Pflegetelefon an.

"Angehörige, die selber pflegen, können sich ab 1. Januar telefonisch Rat holen, wenn sie in einer schwierigen Situation sind, wenn es wegen der Pflege Probleme in der Familie gibt, oder eine seelische Überlastung droht", sagte die SPD-Politikerin. 

Unter der Nummer 030 20179131 könnten sich Interessenten dann von Montag bis Donnerstag zwischen Neun und 18 Uhr informieren

"Auf Wunsch vertraulich und anonym", so Schwesig.


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Saarbrücker Zeitung

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Gliome: Entwicklung von Hirntumorarten

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Signalweg hemmt Entwicklung von Hirntumoren

Biomediziner der Universität Basel haben sich einen weitverbreiteten Signalweg genauer angesehen und festgestellt, dass er die Entwicklung gewisser Hirntumorarten unterdrückt. Die Resultate wurden in der Fachzeitschrift Cancer Cell veröffentlicht. 
 
  • Gliome sind die häufigste Art von Hirntumoren bei Erwachsenen, die Prognose für die Betroffenen ist meist sehr schlecht. 

Neue und effektivere Therapien sind dringend notwendig. Um diese zu entwickeln, ist es wichtig, die Biologie der Erstehung diese Tumore besser zu verstehen.

 Querschnitt eines durch Stammzellen entstandenen Mäuseghirntumors: die histologischen Merkmale des Tumors ähneln einem menschlichen Gehrintumor auffallend.
 Querschnitt eines durch Stammzellen entstandenen Mäuseghirntumors: die histologischen Merkmale des Tumors ähneln einem menschlichen Gehrintumor auffallend. Universität Basel, Claudio Giachino/Verdon Taylor

Stammzellen als mögliche Tumorursache

Bisher ist nicht klar, welche Zellen Gliome verursachen können wenn Gene mutiert sind. Forscher vermuten, dass Hirnstammzellen ein möglicher Ursprung von Hirntumoren sein könnten. Stammzellen des menschlichen Gehirns können neue Nervenzellen bilden; läuft in diesem Vorgang etwas schief und kommt es zu unkontrollierter Zellvermehrung oder gestörter Zelldifferenzierung, könnte das einen Hirntumor entstehen lassen.

Ein Forschungsteam um Prof. Verdon Taylor vom Departement Biomedizin der Universität Basel hat nun in einer Studie untersucht, ob der Mechanismus, welcher die Stammzellerhaltung im Gehirn regelt, möglicherweise von Krebszellen zur Bildung von Tumoren sozusagen missbraucht wird.

Medizin am Abend Berlin Zusatzfachlink: Kinderkrebsarten  


Aktiver Signalweg unterdrückt Tumorbildung

Die Forscher untersuchten den sogenannten Notch-Signalweg. Dieser ist zentral für die Stammzellenaktivität im Gehirn, und es wird vermutet, dass er – einmal aktiviert – zum Wachstum von Hirntumoren führen kann.

«Entgegen unserer Erwartungen haben wir aber festgestellt, dass das genaue Gegenteil der Fall ist: die Aktivierung dieses Signalweges unterdrückt die Entwicklung von bestimmten Hirntumorarten sogar», sagt Claudio Giachino, Erstautor der Studie. 

Umgekehrt liess die Stilllegung des Signalwegs gewisse Arten von Gliomen aggressiver werden und schneller wachsen.

Aufgrund dieser Eigenschaft könnte der Notch-Signalweg in Zukunft einerseits zum Ziel neuer Therapieansätze werden und andererseits als Diagnoseinstrument dienen, um verlässlichere Prognosen für Patienten zu erstellen.

«Unsere Resultate zeigen auch, dass grosse Unterschiede in den molekularen Signalwegen zwischen vordergründig ähnlichen Hirntumorarten bestehen. In Zukunft sollte die Art des Glioms viel genauer untersucht werden, bevor eine spezifische Therapie angewendet wird», so Taylor.

Originalbeitrag

Claudio Giachino, Jean-Louis Boulay, Robert Ivanek, Alvaro Alvarado, Cristobal Tostado, Sebastian Lugert, Jan Tchorz, Mustafa Coban, Luigi Mariani, Bernhard Bettler, Justin Lathia, Stephan Frank, Stefan Pfister, Marcel Kool, and Verdon Taylor
A Tumor Suppressor Function for Notch Signaling in Forebrain Tumor Subtypes
Cancer Cell (2015), doi: 10.1016/j.ccell.2015.10.008

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Prof. Dr. Verdon Taylor
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360° TOP-Bitte: Silvesterfeuerwerk: Nur aus bekannten Quellen kaufen

Medizin am Abend Berlin Fazit: 

TÜV Rheinland: Auf CE-Kennzeichnung und ID-Nummer achten / Gebrauchsanweisung genau befolgen / Vorsicht in Kombination mit Alkohol

An keinem anderen Tag im Jahr sind Feuerwehr und Rettungsdienste so häufig gefragt wie an Silvester. 

Oftmals ist die fahrlässige Verwendung von Feuerwerkskörpern die Ursache für Brände und Unfälle - zumeist in Kombination mit Alkohol. 

Durch den richtigen Umgang mit Feuerwerkskörpern lassen sich solche Gefahren jedoch leicht vermeiden. "Beim Feuerwerk ist es wichtig einen klaren Kopf zu haben und die Gebrauchsanweisung genau zu beachten", so Wolfram Stahl, Fachmann für Produktsicherheit bei TÜV Rheinland.

Nur getestetes Feuerwerk zulässig 

In Deutschland sind nur Feuerwerksprodukte zulässig, die von unabhängigen Prüfinstituten, wie TÜV Rheinland getestet wurden. Geprüfte Produkte kann man am CE-Zeichen in Kombination mit einer Kennnummer erkennen.

  • Die für den deutschen Handel freigegebenen Böller und Raketen verfügen zusätzlich über eine von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) verliehene Identifikationsnummer. 
  • "Feuerwerk, das mit F1 oder F2 gekennzeichnet ist, darf ab 12 beziehungsweise 18 Jahren verwendet werden. 
  • Mit F3 und F4 gekennzeichnete Produkte dürfen nur von Pyro-Profis erworben und gezündet werden, auch an Silvester", so Stahl. 
Kindern unter 12 Jahren ist der Gebrauch von Feuerwerkskörpern generell verboten. 
TÜV Rheinland empfiehlt, Feuerwerk nur aus sicheren Quellen zu beziehen, beispielsweise Supermärkte, Baumärkte und Warenhäuser. Auch wenn der Kauf von Böllern und Raketen bereits nach den Weihnachten möglich ist, tatsächlich erlaubt ist das Abbrennen trotzdem nur an Silvester und am Neujahrstag. 

Raketen nie aus der Hand zünden 

Wer keine Brände riskieren will, sollte die Gebrauchsanweisung des Herstellers genau beachten. 

Raketen sind nur im Freien und auch niemals aus der Hand heraus zu zünden. Um Brand- und Verletzungsrisiken zu vermeiden, sollte beim Abbrennen der Feuerwerkskörper stets ein ausreichender Sicherheitsabstand zu Personen, Autos und Bäumen eingehalten werden. 
  • Es empfiehlt sich auch, alle brennbaren Dinge von Balkonen und Terrassen zu entfernen und während des Feuerwerks Türen und Fenster geschlossen zu halten. 
Herumfliegenden Böller und Raketen könnten ansonsten ins Haus oder die Wohnung gelangen.

"Brand- und Verletzungsgefahren sind vermeidbar, wenn man sich an die Gebrauchsanweisung hält und nicht fahrlässig handelt", erklärt TÜV Rheinland-Experte Stahl.

"Unbedingt zu beachten ist, dass nicht explodierte Feuerwerkskörper auf keinen Fall ein zweites Mal angezündet werden dürfen." 
  • Vor Kirchen, Krankenhäusern, Kindern- oder Altersheimen ist das Zünden von Böllern und Raketen grundsätzlich untersagt. Gemeinden und Städte bieten auf ihrer Internetpräsenz Bekanntmachungen zu örtlichen Verboten an. 
Unfälle mit Feuerwerkskörpern passieren häufig in Kombination mit Alkohol - der nicht nur Jugendliche leichtsinnig macht. Verantwortungsvoll handelt, wer in seiner Umgebung alkoholisierten Personen das Zünden von Feuerwerksprodukten untersagt. 

Um Bränden und Verletzungen vorzubeugen, sind vor allem umsichtige Erwachsene gefragt. 

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Wolfram Stahl, Tel.: 030/7562-1201

Blut-Hirn-Schranke: Entstehung der Alzzheimer-Krankheit

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Neue Erkenntnisse über Funktion der Blut-Hirn-Schranke bei der Entstehung der Alzheimer Krankheit

Toxische Aβ-Peptide im Gehirn verringern kognitive Leistungskraft

Wissenschaftler des Instituts für Pathobiochemie der Universitätsmedizin Mainz haben neue Erkenntnisse über die Funktion der Blut-Hirn-Schranke bei der Entstehung der Alzheimer Krankheit gewonnen: Wenn die im Gehirn gebildeten Aβ-Peptide in Ermangelung eines geeigneten gerichteten Transports nicht aus dem Gehirn in die Blutbahn gelangen, dann aggregieren diese im Gehirn, werden toxisch und beeinträchtigen so die Lern- und Erinnerungsfähigkeit des Gehirns. Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Journal of Clinical Investigations“ veröffentlicht. 

 
Die häufigste altersabhängige neurodegenerative Erkrankung ist die Alzheimer-Krankheit.

Dabei sterben langsam fortschreitend Nervenzellen im Gehirn ab.  
 Ablagerungen des Amyloid-Beta-Proteins im Gehirn können markiert und mit einem Fluoreszenzmikroskop sichtbar gemacht werden.
Ablagerungen des Amyloid-Beta-Proteins im Gehirn können markiert und mit einem Fluoreszenzmikroskop sichtbar gemacht werden.

Etwa 70 Prozent aller weltweit 46 Millionen und deutschlandweit 1,6 Millionen Demenzerkrankungen werden durch die Alzheimer-Krankheit hervorgerufen.

Die Mehrzahl der Demenzkranken sind 60 Jahre und älter. Da weltweit immer mehr alte Menschen leben, wird die Zahl der Erkrankungen weiter steigen. Die Betroffenen leiden zunehmend unter kognitiven Einschränkungen, die über den altersgemäßen Abbau der mentalen Fähigkeiten hinausgehen. Bislang gibt es für diese fortschreitende Hirnerkrankung weder eine Heilung, noch ist die Entstehung der Erkrankung vollständig verstanden. Wissenschaftler des Instituts für Pathobiochemie der Universitätsmedizin Mainz haben nun neue Erkenntnisse über die molekulare und biochemische Funktion der Blut-Hirn-Schranke bei der Entstehung der Alzheimer Krankheit gewonnen:

  • Wenn die im Gehirn gebildeten Aβ-Peptide in Ermangelung eines geeigneten gerichteten Transports nicht aus dem Gehirn in die Blutbahn gelangen, dann aggregieren diese im Gehirn, werden toxisch und beeinträchtigen so die Lern- und Erinnerungsfähigkeit des Gehirns. 
Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Journal of Clinical Investigations“ veröffentlicht.

Für die Alzheimer-Krankheit sind bisher nur symptomatische Therapieansätze verfügbar.

Sie können das Fortschreiten der Erkrankung geringfügig verzögern, aber nicht den degenerativen Verlauf der Erkrankung beeinflussen.

Die Forschung am Institut für Pathobiochemie der Universitätsmedizin Mainz soll dazu beitragen, neue Strategien zur Früherkennung und Prävention der Alzheimer Erkrankung zu entwickeln. Ihr Ansatzpunkt ist die sogenannte „Amyloidhypothese".

  • Grundlage dessen ist die Erkenntnis, dass lösliche Eiweißfragmente, sogenannte Aβ-Peptide, im Gehirn eine wichtige Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten der Alzheimer Krankheit spielen.

Die Alzheimer-Krankheit zeichnet sich histopathologisch durch die Ablagerung von Amyloidpeptiden (Aβ) in unlöslichen Aggregaten (Plaques) im Hirngewebe der Patienten aus.

Aβ-Peptide werden durch Spaltung eines zelleigenen Proteins, des Amyloid-Vorläuferproteins (APP), gebildet. 

Hierbei werden durch Enzyme Peptide unterschiedlicher Länge erzeugt.

  • Laut der Amyloidhypothese ist eine Anhäufung der längeren Aβ42-Peptide im Gehirn ursächlich für den bei der Alzheimer Erkrankung beobachteten Verlust von Nervenzellen.

Bei der Frage, ob, in welcher Menge, wie und warum sich die längeren Peptide im Gehirn ansammeln, rückt die Blut-Hirn-Schranke in den wissenschaftlichen Fokus. 


Die Blut-Hirn-Schranke ist eine physiologische Barriere zwischen dem Blutkreislauf und dem Zentralnervensystem. 

Sie hat eine wesentliche Funktion bei der Aufrechterhaltung der Homöostase im Gehirn. 

  • Insbesondere dient sie dem Schutz des Gehirns, indem sie als natürliche Barriere den freien Übertritt von Substanzen in das Gehirn bzw. aus dem Gehirn in die Peripherie reguliert und das unkontrollierte Eindringen potentiell schädlicher Stoffe verhindert.

Aβ-Peptide können über die Blut-Hirn-Schranke entsorgt werden, diese Entsorgung nimmt aber mit fortschreitendem Alter ab. 

Wissenschaftler der Arbeitsgruppe „Molekulare Neurodegeneration" am Institut für Pathobiochemie der Universitätsmedizin Mainz haben sich unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Claus Pietrzik in einem aktuellen Forschungsprojekt der Frage gewidmet, was passiert, wenn der Abtransport aus dem Gehirn in die Blutbahn gestört ist. 

Dazu entwickelten sie ein neues Tiermodell, das über eine spezifische Inaktivierung eines Transporters (LRP1) in den Endothelzellen der Blut-Hirn-Schranke verfügt. 

Mit Hilfe dieses Modellsystems, bei dem die im Gehirn gebildeten Aβ-Peptide nicht mehr im ausreichenden Maße in die Blutbahn gelangen, konnten die Forscher beobachten, dass sich der Anteil von löslichen – und damit giftigen – Aβ-Peptiden im Gehirn erhöhte. 

Zudem stellten sie fest, dass sich die Zunahme an toxischen Aβ-Peptiden im Gehirn negativ auf die kognitiven Leistungen wie beispielsweise die Lern- und Erinnerungsfähigkeit des Tiermodells auswirkte.

Diese Ergebnisse wurden von Steffen Storck aus dem Labor von Professor Pietrzik in einer Veröffentlichung des „Journal of Clinical Investigantions“ vorgestellt. Sie geben wichtige Hinweise auf die Bedeutung der Blut-Hirn-Schranke in der Pathologie der Alzheimer-Krankheit.

Originalpublikation: Storck SE, Meister S, Nahrath J, Meißner JN, Schubert N, Di Spiezio A, Baches S, Vandenbroucke RE, Bouter Y, Prikulis I, Korth C, Weggen S, Heimann A, Schwaninger M, Bayer TA, Pietrzik CU. 2015: Endothelial LRP1 transports amyloid-β1-42 across the blood-brain barrier. J Clin Invest. 2015 Nov 30. pii: 81108. doi: 10.1172/JCI81108. [Epub ahead of print]

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Steffen Storck, Institut für Pathobiochemie
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Duesbergweg 6, 55128 Mainz,
Telefon 06131 39-26692
Fax 06131 3926488
E-Mail: storck@uni-mainz.de

Prof. Dr. Claus Pietrzik, Institut für Pathobiochemie
Molekulare Neurodegeneration
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Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
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Weihnachten 2015: Verlust des Partners macht antriebslos und depressiv

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Stresshormon unterdrückt Wirkung von Oxytocin

Wissenschaftler der Universität Regensburg konnten zeigen, dass Antriebslosigkeit und Depression nach Verlust des Partners durch eine erhöhte Aktivität des Stresshormons CRF ausgelöst wird. 

Dadurch werden die positiven emotionalen Wirkungen des „Kuschelhormons“ Oxytocin unterdrückt. 
 
Enge soziale Bindungen wirken sich positiv auf unsere physische und psychische Gesundheit aus. Dies wird u.a. durch das „Kuschelhormon“ Oxytocin vermittelt.

  • Andererseits kann der plötzliche Verlust eines Menschen zur Antriebslosigkeit bis hin zur Depression führen. 

Nun gelang PD Dr. Oliver Bosch und Prof. Dr. Inga Neumann vom Lehrstuhl für Tierphysiologie und Neurobiologie der Universität Regensburg gemeinsam mit Kollegen von der Emory University in Atlanta (USA) der Nachweis, dass der Verlust des Partners die Aktivität des Oxytocin-Systems fast völlig unterbindet.

Dafür ist das Stresshormon CRF verantwortlich, das durch die Trennung im Gehirn hoch aktiviert wird und so den „Trennungsschmerz“ mit all den negativen Empfindungen verursacht.

Die Studien wurden an monogamen Präriewühlmaus-Männchen durchgeführt, die zu den 5 % der Säugetiere mit lebenslanger Partnerschaft gehören. Wie viele andere soziale Verhaltensweisen wird auch Paarbindung und „Treue“ durch den Botenstoff Oxytocin vermittelt. Durch die abrupte Trennung vom Weibchen wird bei den verlassenen Männchen das CRF-System im Gehirn hoch aktiv. CRF wiederum hat verschiedene negative Effekte auf das Oxytocin-System: Es hemmt nicht nur die Produktion und Ausschüttung von Oxytocin aus den Nervenzellen, sondern verringert auch die Anzahl an Oxytocin-Bindungsstellen.

„Wir können erstmals zeigen, dass der Verlust des Partners zur Unterdrückung des für die Partnerschaft so wichtigen Oxytocin-Systems führt, direkt verursacht durch die erhöhte Aktivität von CRF, das auch in depressiven Patienten eine Rolle spielt.“, erklärt Bosch.

Darüber hinaus gelang es dem Forscherteam durch die gezielte Verabreichung von Oxytocin, dass die „depressiven“ und passive Männchen wieder aktiver werden.

„Diese Studie ist ein Bestätigung dafür“, so Neumann, „dass im Gehirn eine fein-abgestimmte Balance zwischen dem Oxytocin-System und anderen Botenstoffen wie den Stresshormonen herrscht. 

  • Störungen dieser Balance können schwerwiegende emotionale Auswirkungen haben.“ Nach der biologischen Bedeutung gefragt, ergänzt Bosch, dass die negativen emotionalen Konsequenzen einer Trennung die Rückkehr zum Partner veranlassen könnten, was wiederum ein Garant für die Aufrechterhaltung der Partnerschaft wäre.

Die Studie von Bosch, Neumann und ihren US-Kollegen wurde online in der Zeitschrift Psychoneuroendocrinology veröffentlicht (DOI: 10.1016/j.psyneuen.2015.11.011).



PD Dr. Oliver Bosch und Prof. Dr. Inga Neumann




PD Dr. Oliver Bosch und Prof. Dr. Inga Neumann Foto: Stefan Buchhauser –

Der Originalartikel im Internet unter:

http://www.psyneuen-journal.com/article/S0306-4530(15)30011-1/abstract

 
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