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360°TOP-TagesThema: Kinder mit Störungen des Zuckerhaushaltes Diabetes Typ 1

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Rätselhafter Anstieg: Immer mehr Kinder erkranken an Diabetes mellitus Typ 1

360 zuckerkranke Kinder – vom Säugling bis zum jungen Erwachsenen – werden gegenwärtig in der Kinderklinik am Universitätsklinikum Leipzig betreut. „Als ich 1998 nach Leipzig kam, waren es 160. Daran ist schon zu sehen, dass es immer mehr Kinder gibt, die an einer Störung des Zuckerhaushaltes leiden“, sagt Klinikdirektor Prof. Dr. Wieland Kiess mit Blick auf den Welt-Diabetes-Tag am 14. November. 
 
Prof. Kiess hat als Beleg für den erstaunlichen Anstieg nicht nur die Zahl der praktischen Fälle, sondern auch eine jüngst veröffentlichte Studie, an der Ärzte und Wissenschaftler aus Dresden Karlsburg, Düsseldorf, Tübingen und natürlich Leipzig beteiligt waren.

Diese zeigt beim Vergleich der Jahreszeiträume 1999 bis 2003 mit denen von 2004 bis 2008:

  • Die Rate der an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankten Kinder im Alter bis zu 14 Jahren stieg um 18 Prozent und erreicht in Deutschland nunmehr eine Häufigkeit von 148 auf 100 000 Kindern. Damit gehört Deutschland weltweit zu den Ländern, in denen Kinder am häufigsten von Diabetes Typ 1 betroffen sind.

„An Diabetes mellitus Typ 1 können schon Neugeborene erkranken“, so Prof. Kiess. „Es gibt wenige Zentren, die auf die Behandlung der ganz Kleinen spezialisiert sind – wir gehören dazu. Während Diabetes mellitus Typ 2 eher bei alten Menschen auftritt, die viel Gewicht mit sich herumschleppen, schlägt der Typ 1 unabhängig von Alter und Gewicht zu. 

Es ist eine Autoimmunerkrankung, deren Auslöser unbekannt ist.“

Wie der Leipziger Klinikdirektor erläutert, fällt bei den an Diabetes mellitus Typ 1 Erkrankten auf, dass sie bestimmte genetische Risiken haben und dazu öfters mit einem speziellen Virus zu kämpfen hatten:

dem Coxsackie-B-Virus, der verschiedene, relativ harmlose Krankheiten auslösen kann. 

Daraus wird geschlussfolgert, dass dieses Virus an der Auslösung von Diabetes mellitus Typ 1 beteiligt ist. „Das menschliche Immunsystem wehrt sich gegen Coxsackie-B und schießt sozusagen völlig übers Ziel hinaus, indem es auch gegen die eigene Bauchspeicheldrüse vorgeht“, so Prof. Kiess. „Wir stehen heute vor dem Dilemma, dass wir erstens nicht wissen, warum die Zahl der Erkrankungen steigt. Zweitens können wir den Ausbruch der Krankheit nicht verhindern und drittens können wir sie auch nicht heilen. Nach so vielen schlechten, aber ehrlichen Nachrichten deshalb eine rundum gute: Heute muss in der 1. Welt keiner mehr an der Zuckerkrankheit sterben.  

Wir haben Technologien, die die Gabe von Insulin-Ersatz sehr vereinfacht haben. Moderne Blutzucker-Messgeräte, Medikamente, Insulin-Spritzen und –Pumpen erleichtern die Diabetes-Therapie erheblich.“

Dennoch macht der Leipziger Kinderarzt darauf aufmerksam, dass Diabetes mellitus Typ 1 nicht nur das Leben des erkrankten Kindes, sondern der ganzen Familie verändert: 

„Meine Kinder habe ich am Morgen gefragt, ob sie gut geschlafen haben. Die erste Frage an Kinder mit Diabetes ist morgens: Wie ist dein Blutzuckerspiegel? Die Krankheit bestimmt dann den Rhythmus des Lebens – für immer. 

Sehr hilfreich für erkrankte Kinder wie deren Eltern ist es deshalb, dass wir nicht nur erfahrene Mitarbeiter in unserer Stoffwechsel-Ambulanz haben, sondern auch einen Elternverein für Kinder mit Diabetes, in dem sich Betroffene gegenseitig zur Seite stehen. Zudem bieten wir Feriencamps für zuckerkranke Kinder, damit sie in fröhlicher, erholsamer Atmosphäre lernen, ihren Lebensalltag zu meistern.“

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Liebigstr. 20a, 04103 Leipzig
Medizinisches Versorgungszentrum, Diabetesambulanz
Termine nach Vereinbarung unter Tel. 0341/9712320
Sandra Hasse Universitätsklinikum Leipzig

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.uniklinikum-leipzig.de

360° TOP-Hinweis: Koloskopie für die Vorsorge unerlässlich - Blutprobe ab 50 Jahre jährlich bitte

Medizin am Abend Berlin Fazit:    Gesunde Ernährung kann Darmkrebs nicht sicher vermeiden

Der Verzehr von rotem Fleisch und Wurstwaren ist nur eines von fünf bekannten Lebensstilrisiken für den Darmkrebs. Viele Tumore sind genetisch bedingt und deshalb auch bei einer gesunden Ernährung nicht sicher vermeidbar. Die beste Vorsorge bleibt, nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), die regelmäßige Darmspiegelung. Im Rahmen der Vorsorge-Koloskopie finden Ärzte bei 31 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen Polypen, zeigt eine kürzlich im Fachmagazin „Gastroenterology“ erschienene Studie. 
 
Noch während der Untersuchung können die Mediziner diese aus der Darmwand entfernen und damit die Entstehung von Krebs verhindern. Mit der Darmkrebsvorsorge lässt sich das individuelle Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, um bis zu 80 Prozent senken, betont die DGVS.

  • Mehr als 62 000 Menschen erkranken in Deutschland an Darmkrebs und fast die Hälfte stirbt daran. 

Ein ungesunder Lebensstil gilt als wichtiger Auslöser. Neben den jetzt von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als krebserregend eingestuftem roten Fleisch und Wurstwaren gehören auch übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel zu den anerkannten Risikofaktoren. „Aber selbst das Meiden aller fünf bekannten Risiken kann das Darmkrebsrisiko allenfalls um ein Viertel senken“, erklärt DGVS-Mediensprecher Professor Dr. med. Christian Trautwein, Direktor der Medizinischen Klinik III am Universitätsklinikum Aachen.

  • Denn viele Ernährungs- und Umweltrisiken sind noch nicht bekannt. Zudem haben etwa ein Viertel aller Darmkrebspatienten ein erhöhtes Risiko aufgrund ihrer Erbanlagen.

Darmkrebs ist eine Folge von Mutationen in den Darmzellen. 

Zunächst entwickeln sich Darmpolypen, aus denen dann über mehrere Jahre ein Darmkrebs entstehen kann. Diese lange Entwicklungszeit bietet gute Chancen, den Krebs in einem früheren Stadium zu entdecken oder durch die Entfernung der Polypen gänzlich zu vermeiden. 

Wichtig ist deshalb die Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge, betont die DGVS. 

  • Alle Krankenversicherten können ab dem 50. Lebensjahr jährlich kostenlos Stuhlproben auf Blutspuren untersuchen lassen, die von vielen Tumoren freigesetzt werden. 
  • Ab dem 55. Lebensjahr besteht Anspruch auf eine Darmspiegelung, die aufgrund der langsamen Darmkrebsentwicklung nur alle zehn Jahre wiederholt werden muss.
  • Menschen mit einem sehr hohen Darmkrebsrisiko sollten jedoch bereits mit Anfang 40 mit dem Screening beginnen.

„Die Detektionsrate beim Darmkrebsscreening ist in den letzten Jahren gestiegen“, berichtet Trautwein. Der Experte sieht darin in erster Linie ein Zeichen für die hohe Qualität der Darmspiegelung. „Können und Technik haben sich in den vergangen Jahren kontinuierlich verbessert.“

Die DGVS ruft die Bevölkerung regelmäßig zur Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge auf. Die Teilnahmeraten seien aber noch immer viel zu gering, bedauern die Gastroenterologen. 

Seit der Einführung der Vorsorge-Koloskopie im Jahr 2002 hat nur jeder fünfte Erwachsene über 55 Jahre die Chance zur Darmkrebsvorsorge ergriffen.

Dennoch verzeichnet das Robert Koch-Institut einen leichten Rückgang der Darmkrebserkrankungen und der Darmkrebstodesfälle. „Würden mehr Menschen teilnehmen, ließe sich Darmkrebs in noch größerem Maßstab verhindern“, ist sich Trautwein sicher.

Literatur:

Trends in Adenoma Detection Rates During the First 10 Years of the German Screening Colonoscopy Program.
Brenner H, Altenhofen L, Kretschmann J, Rösch T, Pox C, Stock C, Hoffmeister M.
Gastroenterology. 2015 Aug;149(2):356-66

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie mehr als 5.000 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie unter einem Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane – zum Wohle des Patienten.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

DGVS
 Anna Julia Voormann
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70451 Stuttgart
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Fax: 0711 8931-167
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http://www.dgvs.de

Deine Bluthochdrucktherapie: 120 mmHG? 140mmHG?,

Medizin am Abend Berlin Fazit:   SPRINT-Studie wandelt Bluthochdrucktherapie

Die neuen Daten der amerikanischen SPRINT-Studie zeigen, dass es sinnvoll ist, den Blutdruck von Hochdruckkranken stärker zu senken, als bisher empfohlen. 

Die bedeutsame Bluthochdruckstudie liefert damit neue Informationen über den vom Patienten zu erreichenden Zielblutdruck. In einer aktuellen Stellungnahme spricht die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® - Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention angesichts der Studienergebnisse von einem Paradigmenwechsel in der Therapie für Patienten mit einem bestimmten Krankheitsbild. Die SPRINT (Systolic Blood Pressure Intervention Trial)-Studie wurde im September frühzeitig beendet. 
 
In der Studie waren Patienten mit erhöhtem Herz-Kreislaufrisiko per Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt worden. Insbesondere Patienten mit bestehender Herzkreislauferkrankung, eingeschränkter Nierenfunktion und über 75-Jährige wurden in der Studie berücksichtigt.

In der einen Gruppe folgte die Therapie dem bisherigem Standard:  
der Blutdruck wurde medikamentös auf einen Wert von unter 140 mmHg gesenkt.

  • In der anderen Gruppe wurde der Blutdruck der Patienten in engmaschiger Kontrolle auf 120 mmHg gesenkt.
„Wir haben uns den Studienaufbau und die Daten genau angesehen“, sagt Professor Dr. med. Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga. „Die Ergebnisse werden Eingang in die weltweiten und deutschen Leitlinien finden und diese maßgeblich verändern.“
  • Wird der Blutdruck bei den Herz-Kreislauf-Patienten auf 120 mmHg statt auf unter 140 mmHg gesenkt, erleiden diese seltener schwere Herz-Kreislaufereignisse. Zudem sterben sie seltener frühzeitig – in der Studie waren es 25 Prozent weniger als in der Vergleichsgruppe mit einem Zielblutdruck von unter 140 mmHg. Die Ergebnisse fielen schon vor geplantem Studienende so eindeutig aus, dass die Forscher die Studie frühzeitig beendeten.
Professor Hausberg erläutert: „Die Ergebnisse der SPRINT-Studie lassen sich nicht auf alle Hochdruckkranken übertragen.“
  • Sie gelten für Patienten mit einem hohen Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, die nicht unter Diabetes leiden oder bereits einen Schlaganfall erlitten haben. 
  • Darüber hinaus birgt der Zielblutdruck 120 auch Risiken, etwa ein mögliches Nierenversagen: 
„Bei einer intensiven Blutdrucksenkung bei diesen Patienten müssen mögliche Nebenwirkungen besonders beachtet werden“, betont der Experte. In der SPRINT-Studie nahmen die Teilnehmer eine Medikamenten-Kombination aus bis zu drei verschiedenen Blutdrucksenkern ein. Die Forscher überwachten deshalb die Patienten intensiv, um mögliche Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. 
  • „Die erforderliche engmaschige Kontrolle wird zukünftig eine große Herausforderung für alle sein – für uns Hypertensiologen, aber auch das Gesundheitssystem.“
Generell trägt ein gesunder Lebensstil zur Herz-Kreislauf-Gesundheit bei. Dazu gehört der Tabakverzicht, eine bevorzugt mediterrane, kochsalzarme Ernährung, regelmäßig Bewegung und das Anstreben von Normalgewicht. Wer sich daran hält, erhält seine Gesundheit und benötigt als Bluthochdruckpatient später und weniger blutdrucksenkende Medikamente.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen der SPRINT-Studie und ihre Einschätzung durch die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® finden Interessierte auch in der Stellungnahme der DHL ® unter http://www.hochdruckliga.de/stellungnahme/items/stellungnahme-zu-den-ergebnissen...

Über die Deutsche Hochdruckliga DHL®- Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention
Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® bündelt die Expertise zur arteriellen Hypertonie in Deutschland. Gegründet 1974, engagiert sie sich seitdem für eine bessere Versorgung von Menschen mit Bluthochdruck. Weltweit bleibt Bluthochdruck die größte Gefahr für die Gesundheit. Deshalb verfolgt die DHL® das Ziel „30-50-80“: Jeder Mensch ab 30 Jahren sollte seinen Blutdruck kennen. Ab 50 sollte der Blutdruck bei jedem kontrolliert und gut eingestellt sein. Menschen mit 80 sollten nicht an Folgeschäden des Bluthochdrucks wie Schlaganfall oder Herzinfarkt leiden.


 Medizin am Abend Berlin DirektKontakt 

Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®
Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention
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Tel.: 0711 8931-457
Fax: 0711 8931-167
wetzstein@medizinkommunikation.org
Stephanie Priester Deutsche Hochdruckliga


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http://www.hypertonie2015.de

360°TOP-Thema: Flüchtlinge: Tuberkulose-Medikamente - Doppelresitenzen

Medizin am Aben Berlin DirektKontakt  Erste Resistenzen gegen eine neue Generation von Tuberkulose-Medikamenten nachgewiesen

Die beiden Antibiotika Bedaquilin und Delamanid gehören zu einer neuen Generation von hochwirksamen Tuberkulose-Medikamenten. Sie werden bislang nur als letztes verfügbares Mittel bei multiresistenter Tuberkulose eingesetzt. 

Nun weisen Wissenschaftler des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) und der Universität Zürich Resistenzen gegen diese beiden Antibiotika nach. Die Behandlung einer multiresistenten Tuberkulose wird damit zu einer grossen Herausforderung, warnen die Forschenden in der renommierten Fachzeitschrift New England Journal of Medicine. 
 
Die Zulassungsbehörden in den USA und Europa bewilligten erst kürzlich die neuen Antibiotika Bedaquilin und Delamanid zur Behandlung einer multiresistenten Tuberkulose. Doch nun zeigen Forschende des Schweizerischen Tropen-und Public Health-Instituts (Swiss TPH) und der Universität Zürich in einer Fallstudie bereits eine Doppelresistenz gegen diese zwei Wirkstoffe.

Dramatische Krankengeschichte eines Flüchtlings in der Schweiz 

2010 wird bei einem aus dem Tibet in die Schweiz eingewanderten Mann eine multiresistente TB diagnostiziert.

Eine Therapie mit vier verschiedenen Antibiotika verläuft erfolglos. Erst der neue Wirkstoff Bedaquilin führt zu einem befriedigenden Behandlungsergebnis. 2013 wird der Patient für vollständig genesen erklärt und aus dem Spital entlassen.

Doch nur fünf Monate später wird er mit einem Rückfall wieder eingeliefert.

Nach wirkungsloser Behandlung mit sieben unterschiedlichen Antibiotika wird der Patient schliesslich auch mit dem neuen Antibiotika Delamanid behandelt. Doch auch gegen dieses Antibiotikum entwickeln die TB-Erreger innerhalb weniger Wochen Resistenzen. Der Patient überlebt nur Dank einer operativen Teilentfernung seiner Lungenflügel.

Rasante Verbreitung der multiresistenten Tuberkulose

Wissenschaftler am Swiss TPH haben mittels Genomanalysen die Erregerbakterien des Patienten über den ganzen Behandlungszeitraum von über 3 Jahren analysiert. Diese Untersuchung zeigt mit welcher Geschwindigkeit TB-Bakterien auch gegen die neuen Antibiotika Resistenzen entwickeln können. Um dies zu verhindern wäre wahrscheinlich eine gleichzeitige Kombinationstherapie unterschiedlicher Antibiotika notwendig.

«Die Behandlung wäre wohl erfolgreicher verlaufen, hätte man die beiden neuen Antibiotika zusammen verabreicht», sagt Sebastien Gagneux vom Swiss TPH und Mitautor der Studie. Gemeinsam hätten die Antibiotika nicht nur alle Bakterien beseitigt, sondern die Resistenzbildung erschwert. Allerdings gibt es bislang keine Studien darüber, wie die beiden neuen Medikamente zusammen wirken und welche Nebenwirkungen dabei auftreten können.

Vernachlässigte Tuberkuloseforschung

Das Problem liegt nicht nur in der raschen Resistenz-Entwicklung der Bakterien. Über Jahrzehnte floss wenig Geld in die Erforschung neuer Wirkstoffe. Die Tuberkulose wurde in erster Linie als Krankheit von Entwicklungsländern verstanden. Doch dem ist längst nicht mehr so.  

In vielen Ländern Osteuropas verbreiten sich multiresistente TB-Stämme und treten auch in der Schweiz immer häufiger auf. «Dass eine multiresistente TB selbst in der Schweiz kaum heilbar ist, bereitet mir Sorgen», sagt Sébastien Gagneux.

Tuberkulose bleibt eine globale Bedrohung. Die Krankheit ist hoch ansteckend und überträgt sich von Mensch zu Mensch auf dem Luftweg. Multi-Resistenzen gegen gängige TB-Medikamente steigen insbesondere in Osteuropa, Asien und Teilen Afrikas dramatisch an. Neuartige Medikamente und Impfstoffe sind dringend notwendig, um diese Infektionskrankheit zu bekämpfen.

Studie

Acquired Resistance to Bedaquiline and Delamanid in Therapy for Tuberculosis.
Guido V. Bloemberg, Peter M. Keller, David Stucki, Andrej Trauner, Sonia Borrell, Tsogyal Latshang, Mireia Coscolla, Thomas Rothe, Rico Hömke, Claudia Ritter, Julia Feldmann, Bettina Schulthess, Sebastien Gagneux, and Erik C. Böttger, N Engl J Med. 373: 20, 2015. DOI: 10.1056/NEJMc1506878


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

Dr. Christian Heuss,
Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut, Swiss TPH
Tel +41 61 284 86 83
christian.heuss@unibas.ch

Sebastien Gagneux
Head of Tuberculosis Research
Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut
sebastien.gagneux@unibas.ch

Über das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH)
Das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) ist die grösste Institution der Schweiz im Bereich Public- und Global-Health. Durch Forschung, Lehre und Umsetzungsprogramme trägt das Swiss TPH zur Verbesserung der Gesundheit weltweit bei. Ein spezieller Fokus der Aktivitäten liegt in einkommensschwachen Ländern. Zu den Kernthemen gehören Infektionskrankheiten der Armut (Malaria, Tuberkulose, Wurmerkrankungen), Gesundheitssysteme und ihre Entwicklung, sowie die Auswirkungen von Umweltfaktoren auf die Gesundheit. Das Swiss TPH ist eine öffentlich-rechtliche Institution assoziiert mit der Universität Basel.

Ihre Typische Allergiker-Karriere? Der atopische Marsch.....!

Medizin am Abend Berlin Fazit:    Neurodermitis-Gene beeinflussen auch andere Allergien

Die typische Allergiker-Karriere beginnt im frühen Kindesalter mit der Haut: 

Auf Neurodermitis folgen Nahrungsmittelallergien, Asthma und später dann Heuschnupfen. 

Eine Gruppe von Forscherinnen und Forschern aus Berlin um die Wissenschaftler Dr. Ingo Marenholz und Prof. Young-Ae Lee vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) hat zusammen mit vielen internationalen Kollegen sieben genetische Risikoregionen für so eine Allergie-Entwicklung identifiziert. 

Der Krankheitsverlauf wird „atopischer Marsch“ genannt. Zwei der sieben Genregionen waren bislang unbekannt und betreffen spezifisch den Zusammenhang zwischen Neurodermitis und Asthma. 
 
Der Studie zufolge sind es insbesondere jene Genregionen, die bei Neurodermitis eine Rolle spielen, die dann das Risiko erhöhen, an weiteren Allergien zu erkranken. Die Studie umfasste nahezu 20.000 Menschen und erscheint im Fachjournal Nature Communications.

Für ihre Meta-Analyse untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Fälle, in denen auf frühkindliche Neurodermitis Asthma folgte. Insgesamt nahmen sie 12 Studien unter die Lupe mit 2.428 Krankheitsfällen und 17.034 gesunden Personen. Alle diese Studien waren genomweite Assoziationsstudien (GWAS) und enthielten Millionen von vererbbaren bzw. ererbten genetischen Varianten, so genannten Single Nucleotide Polymorphisms (SNPs).

Es handelt sich um die erste GWAS des atopischen Marsches.

Erstmals wurde gezeigt, dass es spezifische Genregionen gibt, die das Risiko für diesen ungünstigen Krankheitsverlauf beeinflussen.

„Aus ärztlicher Sicht besonders interessant ist die prominente Rolle der Ekzemgene bei der späteren Asthmaentwicklung“, sagt Young-Ae Lee. 

Die Kinderärztin leitet am MDC eine Forschungsgruppe und ist zugleich Leiterin der Hochschulambulanz für Pädiatrische Allergologie und Neurodermitis am Campus Berlin-Buch.

  •  „Diese Entdeckung legt nahe, dass die Prävention oder die konsequente Behandlung der frühkindlichen Neurodermitis möglicherweise das Fortschreiten des atopischen Marsches hin zum Asthma unterbrechen kann“, sagt die Wissenschaftlerin.

Quelle: Ingo Marenholz et al.: “Meta-analysis identifies seven susceptibility loci involved in the atopic march“ (NATURE COMMUNICATIONS; DOI: 10.1038/ncomms9804)


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:

Josef Zens
 +49-30-9406-2118
presse@mdc-berlin.de
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft


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http://Link zur Originalstudie:

http://www.nature.com/ncomms/2015/151106/ncomms9804/full/ncomms9804.html

Kennen Sie Ihren Fuchsbandwurm und Hundebandwurm schon? Ihr Risiko für Leib und Leber

Medizin am Abend Berlin Fazit:    Ulmer Uniklinik bei der Behandlung führend

Rund 70 Prozent der Füchse in Ulm und Umgebung tragen den Erreger der Fuchsbandwurmerkrankung in sich. Und zunehmend sind auch Städter von der potentiell tödlichen Krankheit, die die Leber zerstört, betroffen. Ein interdisziplinäres Expertenteam an der Universitätsklinik Ulm behandelt die deutschlandweit meisten Fälle von Fuchsbandwurmerkrankungen. Zudem kommen wichtige Forschungsergebnisse aus Ulm. Auch dadurch haben die meisten Betroffenen heute eine normale Lebenserwartung. 
 Rund ein Drittel der Patienten mit Fuchsbandwurmerkrankungen kann durch eine Operation geheilt werden. Im Bild: Befallene Leber
Rund ein Drittel der Patienten mit Fuchsbandwurmerkrankungen kann durch eine Operation geheilt werden. Im Bild: Befallene Leber Foto: Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
 
  • Wer Waldpilze sammelt oder mit Haustieren kuschelt, kann für das bloße Auge unsichtbare Fuchsbandwurmeier aufnehmen. 

Ulm und Umgebung gelten als „Epizentrum“ der beim Menschen eigentlich seltenen Parasitenerkrankung: Bis zu 70 Prozent der Füchse rund um die Schwäbische Alb tragen den Erreger in sich. Ein interdisziplinäres Expertenteam an der Universitätsklinik Ulm behandelt die deutschlandweit meisten Fälle von Fuchsbandwurmerkrankungen – im Fachjargon „alveoläre Echinokokkose der Leber“ genannt. „Durch gemeinsame Anstrengungen kann auch für Betroffene mit weit fortgeschrittener Infektion eine gute Lebensqualität erreicht werden“, sagt Professorin Doris Henne-Bruns, Ärztliche Direktorin der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie.

  • Bis vor einigen Jahren wurde die Infektion, die durch das Larvenstadium des Fuchsbandwurms ausgelöst wird, hauptsächlich bei Landwirten oder Jägern diagnostiziert. 
  • Doch zunehmend sind auch Städter betroffen: Als Kulturfolger passt sich der Fuchs dem Stadtleben an und hinterlässt seinen Kot, der Bandwurmeier enthalten kann und oft monatelang ansteckend bleibt, in Sandkästen oder auf Gemüsebeeten. 

Einmal vom Menschen – zum Beispiel durch unzureichend gewaschene Nahrung – aufgenommen, wandern die Eier vermutlich über den Zwölffingerdarm in die Leber. Der genaue Übertragungsweg ist aber noch nicht eindeutig geklärt und ob eine Person erkrankt, scheint auch genetisch bedingt zu sein. Im Falle einer Ansteckung breitet sich die potentiell tödliche Krankheit zunächst schleichend aus:

Unbehandelt wird die Leber zerstört – in seltenen Fällen sind auch Lunge und Gehirn betroffen. „Oft wird die Diagnose erst nach Jahren gestellt.

Patienten klagen teilweise über Oberbauchschmerzen, Gelbsucht oder bei ärztlichen Untersuchungen wird eine Raumforderung in der Leber festgestellt“, weiß Dr. Andreas Hillenbrand, Oberarzt in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Viele Personen mit Verdacht auf alveoläre Echinokokkose stellen sich in der Sektion Infektiologie und Klinischen Immunologie bei der Internistin Dr. Beate Grüner vor. Bei 30 von ihnen wurde im vergangenen Jahr tatsächlich die Parasitose diagnostiziert.

„Ich kann meine Patienten mit der Aussage beruhigen, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht an einer Fuchsbandwurmerkrankung sterben werden“, so Grüner.


Bei der Diagnose und Beurteilung des Organbefalls spielen bildgebende Verfahren, besonders die Sonographie, eine entscheidende Rolle. Zur Bestätigung der Primärdiagnose wird dann zusätzlich im Blut der Patienten nach Antikörpern gesucht.

„Allerdings stellt ein positiver Bluttest ohne Leberveränderungen keine Erkrankung dar“, betonen die Ärzte des Kompetenzzentrums, das in den 1990-er Jahren an der Ulmer Uniklinik als Echinokokkose-Spezialambulanz gegründet wurde.

Heute behandelt das interdisziplinäre Team aus Internisten, Chirurgen, Radiologen, Nuklearmedizinern, Mikrobiologen und Pathologen rund 400 Patienten, für die individuelle Therapien festgelegt werden. „In einem Drittel der Fälle können wir den befallenen Teil der Leber chirurgisch entfernen und die Krankheit so heilen“, erklärt Doris Henne-Bruns.

Die Operation am weichen und stark durchbluteten Organ erfordert allerdings viel Routine, weshalb Patienten aus ganz Deutschland zu der Ärztlichen Direktorin nach Ulm kommen. Bei den meisten Erkrankten ist die Leber schon so stark befallen, dass eine OP nicht mehr möglich ist. Medikamente können ihnen trotzdem zu einer normalen Lebenserwartung verhelfen.

In jedem Fall ist die Nachsorge besonders wichtig:

Mithilfe bildgebender Verfahren muss sichergestellt werden, dass die Krankheit nicht wieder aufflammt.

Eventuell nehmen Betroffene jahrelang Arzneimittel ein. Übrigens sind Echinokokkosen seit 2001 nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig – die meisten Erkrankungen werden in Bayern und Baden-Württemberg registriert.

Um den Therapieerfolg weiter zu verbessern, geht die Ärztegruppe an der Ulmer Uniklinik verschiedenen Forschungsfragen nach. Die Mitglieder untersuchen beispielsweise, welcher Sicherheitsabstand bei einer Operation zum befallenen Gewebe nötig ist und ermitteln die Rezidivrate bei Fuchsbandwurmerkrankungen abhängig von der Behandlung.

Der Internist Dr. Wolfgang Kratzer, Leiter des interdisziplinären Ultraschallzentrums, und sein Stellvertreter, der Radiologe Dr. Tilman Gräter, haben zudem eine Ultraschall- und eine CT-Klassifikation der Leberveränderungen entwickelt. In Zukunft wollen die Wissenschaftler erforschen, ob es Zusammenhänge zwischen Befallsmustern in der Bildgebung und dem klinischen Verlauf der Erkrankung gibt. Ein weiteres besonders wichtiges Ergebnis für die Diagnostik und Therapie: Eine immunhistochemische Methode, die der Ulmer Pathologe Professor Thomas Barth entwickelt hat, ermöglicht die Unterscheidung von Fuchs- und Hundebandwurmerkrankungen.

Schon jetzt verfügt das interdisziplinäre Ärzteteam an der Universitätsklinik über eine der größten Datenbanken zu Fuchsbandwurmerkrankungen europaweit, die noch weiter ausgebaut werden soll. In Kooperation mit dem Robert Koch-Institut erarbeiten die Spezialisten der Ulmer Uniklinik – darunter auch der Epidemiologe Julian Schmidberger – aktuell ein nationales Echinokokkose-Register.

Die Mediziner wollen Naturfreunde und Hobbygärtner jedoch nicht verunsichern:

Die alveoläre Echinokokkose der Leber ist eine seltene Erkrankung und zur Infektion muss es erst gar nicht kommen:

„Generell sollte man bodennahes Obst und Gemüse vor dem Verzehr waschen. Neben der Beachtung gängiger Hygieneregeln ist es sinnvoll, Hunde und Katzen alle drei Monate zu entwurmen.“

  • Mit einem gängigen Vorurteil können sie zudem aufräumen: Waldbeeren sind keineswegs besonders stark mit Bandwurmeiern belastet. 
  •  Spezialisten für die alveoläre Echinokokkose an der Ulmer Universitätsklinik

Spezialisten für die alveoläre Echinokokkose an der Ulmer Universitätsklinik  Foto: Eberhardt/Uni Ulm





Medizin am Abend Berlin Fazit

Sekretariat der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie:
0731/500-53501
christiane.brehm@uniklinik-ulm.de
Annika Bingmann Universität Ulm

Wer ist eigentlich Ihr Fortpflanzungspartner - Favorit am 11.11.2015 (Karnevalstart)

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Gleich und gleich gesellt sich gern: Bienen bevorzugen Partner mit demselben „Dialekt“

Bei der roten Mauerbiene suchen sich die Weibchen ihre Fortpflanzungspartner aus. Bislang dachte man, dass sie sich für Männchen entscheiden, deren Geruch und 'Fitness' sie attraktiv finden. Ulmer Biologen haben nun herausgefunden, dass Weibchen vor allem Männchen bevorzugen, die aus dem gleichen Land stammen. Mithilfe einer neuartigen Untersuchungsmethode konnten die Forscher zeigen, dass Vibrationen, die von den Männchen beim Balzverhalten erzeugt werden, Hinweise auf ihre regionale Herkunft liefern. Dies wirft ein völlig neues Licht darauf, welche Informationen Bienen austauschen, wenn sie miteinander kommunizieren. 

Bienen bei der Paarung während des Experiments. Auf dem Rücken des Männchens ist der Magnet zu erkennen
Bienen bei der Paarung während des Experiments. Auf dem Rücken des Männchens ist der Magnet zu erkennen
Foto: Taina Conrad / Uni Ulm
  •  Warum „fliegt“ ein einheimisches Weibchen der roten Mauerbiene nicht auf Männchen aus England oder Dänemark? 
Bislang nahmen Forscher an, dass Bienen sich hauptsächlich anhand chemischer Duftstoffe für oder gegen einen Fortpflanzungspartner entscheiden. Die Ulmer Biologen Dr. Taina Conrad und Professor Manfred Ayasse haben nun herausgefunden, dass auch Balz-Vibrationsmuster auf die Partnerwahl Einfluss nehmen. Diese unterscheiden sich offenbar von Region zu Region und galten bisher vor allem als Hinweis auf die physische „Fitness“ einer Biene. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten die Wissenschaftler jetzt online in der renommierten Fachzeitschrift Current Biology.

Deutsche Weibchen der roten Mauerbiene, einer in Europa weit verbreiteten Wildbienenart, verschmähen englische Männchen. Schuld ist nicht nur die für Bienen kaum überwindbare Distanz zwischen den Ländern.

Es sind vielmehr unterschiedliche Vibrationsmuster, die von den Männchen während des Balztanzes erzeugt werden. Dies fanden die Ulmer Biologen Dr. Taina Conrad und Professor Manfred Ayasse vom Institut für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik der Uni Ulm heraus. Als ersten Schritt führten die Wissenschaftler Paarungsversuche zwischen Bienen aus Deutschland, England und Dänemark im Labor durch. Aus früheren Studien wussten die Biologen bereits, dass bei den roten Mauerbienen das Weibchen entscheidet, mit wem es sich paart und es dafür besonders starke und gut riechende Männchen bevorzugt. Die neue Untersuchung zeigte nun zudem, dass die weiblichen Bienen sich vor allem für Paarungspartner aus dem eigenen Land entscheiden. Fast nie waren Paarungsversuche zwischen zum Beispiel englischen und deutschen Tieren erfolgreich.

Doch woher wissen die Bienenweibchen, woher ihr Auserwählter stammt? Die Ulmer Forscher vermuteten, dass dafür die Vibrationssignale der Männchen verantwortlich sein könnten: „Möglicherweise sind die Muster von Region zu Region unterschiedlich, vergleichbar mit Dialekten einer Sprache.“

  • Vielen Insekten dienen Vibrationen als wichtiges Medium für die Kommunikation untereinander, insbesondere beim Balzverhalten. Vibrationen, die von den Bienenmännchen mit ihren Flugmuskeln erzeugt werden, sind für Weibchen über den direkten Körperkontakt spürbar. 

  • Dauer der Vibrationen und Verzicht auf lange Pausen signalisieren hierbei, dass ein Männchen besonders ‚fit‘ ist und einen guten Fortpflanzungspartner abgibt. 

„Wir waren sehr überrascht, dass Bienen die Vibrationssignale nicht nur als Hinweis auf die ‚Fitness‘ des Männchens nutzen, sondern offenbar auch als Information, woher es stammt”, sagt Conrad. „Wir haben nicht erwartet, eine derart komplexe Information in den Signalen enkodiert zu finden.“ Um ihre Vermutung zu überprüfen, führten die Forscher die Bienen in einem zweiten Schritt hinters Licht:

Auf dem Rücken der Männchen befestigten sie jeweils einen kleinen Magneten, der mithilfe eines elektromagnetischen Feldes aus einer Spule zum Schwingen gebracht wurde. Dadurch vibrierte das Männchen jetzt im vorab aufgezeichneten Rhythmus eines seiner europäischen Artgenossen. Es nahm also einen fremden „Dialekt“ an. Der individuelle Duft und Verhalten des Männchens wurden nicht beeinflusst.

„Glücklicherweise setzten die Männchen während des Experiments die eigenen Vibrationen aus”, sagt Professor Ayasse. „Dadurch waren die vom Magneten erzeugten Schwingungen tatsächlich identisch mit den aufgezeichneten.“

Dieser Effekt war sogar so stark, dass deutsche Bienenweibchen nun auch englische Männchen zur Paarung zuließen und englische Weibchen deutsche Männchen, wenn diese im eigenen „Dialekt“ vibrierten. Dies wirft ein völlig neues Licht darauf, wie Bienen miteinander kommunizieren und zeigt: Vibrationen enthalten mehr Informationen als bisher angenommen. Kommende Studien sollen Aufschluss unter anderem darüber geben, welche Elemente der Vibrationsmuster die regionale Herkunft verraten.

Bienen bei der Paarung in natürlicher Umgebung
Bienen bei der Paarung in natürlicher Umgebung  Foto: Taina Conrad / Uni Ulm


Literaturhinweis:
Conrad and Ayasse, The Role of Vibrations in Population Divergence in the Red Mason Bee, Osmia bicornis, Current Biology (2015)

http://www.cell.com/current-biology/abstract/S0960-9822%2815%2901075-1

Hintergrundinformation:
Die rote Mauerbiene (Osmia bicornis) ist eine in Europa weit verbreitete Wildbienenart. Sie fliegt sehr früh im Jahr und bestäubt äußerst effizient Blüten wie die der Äpfel vom Bodensee: Eigenschaften, die besonders Obstbauern an dem Insekt schätzen. Zunehmend werden Exemplare der Bienenart deshalb für die kommerzielle Bestäubung von Obstbäumen genutzt. Damit einher geht der Handel mit Bienenkokons, die europaweit verschickt werden. Ein Aufeinandertreffen zwischen deutschen, englischen und anderen europäischen Subgattungen der roten Mauerbiene ist damit nicht mehr ausgeschlossen.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt 

Dr. Taina Conrad, taina.conrad@uni-ulm.de
Prof. Dr. Manfred Ayasse
Tel. 0731/50-22663
manfred.ayasse@uni-ulm.de
Marieke Behnel Universität Ulm

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.cell.com/current-biology/abstract/S0960-9822%2815%2901075-1

Ihr Typ 1 Diabetes im Frühstadium behandeln

Medizin am Abend Berlin Fazit:    Zum Weltdiabetestag: Fr1da-Folgeprojekt

Weltweit großes Aufsehen erregte die Pilotstudie Fr1da zur Früherkennung von Typ 1 Diabetes. Jetzt soll es für Kinder mit einem frühen Stadium eine neue Behandlungsmöglichkeit geben, um das Auftreten der klinisch-symptomatischen Erkrankung zu verhindern. Ähnlich einer Desensibilisierung soll in der Fr1da-Insulin-Interventions-Studie durch eine orale Einnahme von Insulin die Entwicklung einer schützenden, regulativen Immunantwort gefördert werden. Das Angebot des Instituts für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München, richtet sich an Kinder, bei denen mehrere spezifische Inselautoantikörper im Blut nachgewiesen wurden.

 Neu ist: Die Teilnahme setzt keine genetische Vorbelastung voraus. 

Wird ein Frühstadium des Diabetes Typ 1 diagnostiziert, kann möglicherweise eine Desensibilisierung mit Insulinpulver helfen.
Wird ein Frühstadium des Diabetes Typ 1 diagnostiziert, kann möglicherweise eine Desensibilisierung mit Insulinpulver helfen. Institut für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München
 
Deutschland gehört zu den europäischen Ländern mit den höchsten Erkrankungszahlen für Typ 1 Diabetes: 

Derzeit erkranken etwa vier von 1000 Personen oder 0,4 Prozent. Das bestätigen nun auch die ersten Ergebnisse der bayernweiten Fr1da-Studie: Typ 1 Diabetes im Frühstadium wurde bisher bei 87 Kindern beziehungsweise 0,37 Prozent der bisherigen Studienteilnehmer diagnostiziert. Die Fr1da-Studie wurde durch das Institut für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München, mit der Bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml als Schirmherrin zu Beginn dieses Jahres initiiert. Bisher nahmen bereits rund 25.000 Kinder teil. Jede zweite Kinderarztpraxis in Bayern bietet den Bluttest an.

Behandlung des Typ 1 Diabetes im Frühstadium
  • Durch den Nachweis mehrerer Inselautoantikörper lässt sich Typ 1 Diabetes erkennen, lange bevor erste Symptome auftreten. In diesem Frühstadium der Erkrankung lässt sich der Autoimmunprozess möglicherweise noch stoppen: Durch orale Gabe von Insulinpulver soll die Entwicklung einer schützenden regulativen Immunantwort – ähnlich der Desensibilisierung bei einer Allergiebehandlung – gefördert werden. 
Das mit der Nahrung aufgenommene Insulin hat, im Gegensatz zu gespritztem Insulin, keinerlei Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. 

Stattdessen soll es das Immunsystem trainieren, eine Toleranz gegen das körpereigene Hormon Insulin zu entwickeln. „Bei gesunden Kindern mit einem hohen genetischen Erkrankungsrisiko für Typ 1 Diabetes gab es in der Pre-POINT-Studie Anzeichen dafür, dass eine Behandlung mit oralem Insulin eine regulative Immunantwort hervorrufen könnte“, so Prof. Anette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung. „Ob sich dieser positive Effekt auch bei Kindern im Frühstadium der Erkrankung auslösen lässt, soll die neue Fr1da-Insulin-Interventions-Studie prüfen.“

Erste bevölkerungsweite Typ 1 Diabetes-Präventionsstudie

Die neue Interventionsstudie richtet sich an Kinder im Alter zwischen zwei und zwölf Jahren, bei denen bereits mehrere Diabetes-Autoantikörper im Blut nachweisbar sind und bei denen daher ein Frühstadium des Typ 1 Diabetes vorliegt. 
Eine Teilnahme – und das ist neu – setzt weder voraus, dass bereits ein Familienmitglied an Typ 1 Diabetes erkrankt ist, noch dass bestimmte genetische Faktoren vorliegen. 
Bislang konnten am Institut für Diabetesforschung nämlich nur Kinder und Erwachsene präventiv behandelt werden, die Verwandte mit Typ 1 Diabetes haben. Ziegler sieht in dem neuen Design der Fr1da-Insulin-Interventions-Studie eine Errungenschaft: „Wir sind sehr froh, dass wir denjenigen Kindern, bei denen der Typ 1 Diabetes in einem frühen asymptomatischen Stadium diagnostiziert wurde, nun auch eine präventive Behandlungsoption anbieten können.

Damit birgt die Früherkennung die Chance, einen Schritt weiter auf dem Weg zur Heilung des Typ 1 Diabetes zu gehen“.



Medizin am Abend Berlin DirektKontakt 

Anmeldung und Informationen:
Institut für Diabetesforschung
Helmholtz Zentrum München
Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler
Tel.: 0800 – 4 64 88 35 (kostenfrei)
E-Mail: diabetes.frueherkennung@helmholtz-muenchen.de
Claudia Pecher Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München


Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.typ1diabetes-verhindern.de

http://www.fr1da-studie.de

Ihre Atemtherapie bei systolischer Herzinsuffizienz?

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Atemtherapie kann die Prognose bei systolischer Herzinsuffizienz verschlechtern

Atemstörungen im Schlaf belasten die Prognose bei Herzschwäche. Kommen die Störungen häufig vor, können sie hohen Blutdruck, Herzrhythmusstörungen und Minderdurchblutung des Herzmuskels hervorrufen und das schwache Herz weiter belasten. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) untersuchte, ob die maschinell assistierte Atemhilfe mittels sogenannter adaptiver Servo-Ventilation (ASV) bei Patienten, die an Herzinsuffizienz und zentraler Schlafapnoe leiden, geholfen werden kann. 

Leider nicht, wie sie im renommierten New England Journal of Medicine publizieren.

In klinischen Studien kann das Ausmaß der Schlafapnoe bei Herzschwäche mit Geräten, wie diesem in Langzeit gemessen werden. In klinischen Studien kann das Ausmaß der Schlafapnoe bei Herzschwäche mit Geräten, wie diesem in Langzeit gemessen werden. DZHI

  • Herzschwäche ist eine häufige Erkrankung meist älterer Patienten, die mit Folge- und Begleiterkrankungen einhergeht. 

Nicht selten besteht gleichzeitig eine Schlafapnoe, also schlafbezogene Atemaussetzer, die in zwei Formen auftreten können, der zentralen und der obstruktiven Form. Bei der zentralen Schlafapnoe kommt es während der Schlafphase häufig zur sogenannten Cheyne-Stokes Atmung, die durch verminderte Atemtiefe (Hypopnoe) und Atemstillstände (Apnoe) gekennzeichnet ist.

  • Infolge dieser Abnormität verringert sich der Sauerstoffgehalt im Blut und Herzrhythmusstörungen, hoher Blutdruck und Minderdurchblutung des Herzmuskels können die Folge sein.Treten diese Vorgänge häufig auf, sind sie für Herzschwäche prognostisch ungünstig.

Eine Behandlung, die Apnoe und Hypopnoe wirksam beseitigt, ist die sogenannte adaptive Servo-Ventilationstherapie (ASV-Therapie). 

Dabei trägt der Patient nachts eine bequeme Atemmaske, die über ein rechnergestütztes Gerät die Atemtätigkeit überwacht, unterstützt und anpasst. Die Idee war daher, dass durch solch eine Behandlung die Prognose der Herzschwäche verbessern würde.

Völlig unerwartet ergab die internationale randomisierte SERVE-HF jedoch, dass die ASV-Therapie keine positive Wirkung auf das Krankheitsgeschehen hat. Die Würzburger Kardiologin Christiane Angermann (DZHI) erklärt: „Wir haben untersucht, wie sich die regelmäßige nächtliche Behandlung mit ASV-Therapie auf den kombinierten Endpunkt aus Tod jeder Ursache, lebensrettender kardiovaskulärer Maßnahmen (z.B. Häufigkeit von ICD-Schocks) oder aber ungeplante Hospitalisierung wegen verschlechterter Herzinsuffizienz auswirkte. Dabei fanden wir keinen Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Im Gegenteil traten aber der Tod aus jeder und speziell aus kardi-ovaskulärer Ursache bei unseren Patienten mit einer Herzpumpleistung von 45 Prozent oder weniger, signifikant häufiger auf, wenn sie mit ASV-Therapie behandelt wurden.

Unsere Studie hat also genau das Gegenteil von dem belegt, was wir vor Studienbeginn dachten: Nämlich dass die ASV-Therapie bei Herzschwäche mit eingeschränkter Pumpfunktion und zentraler Schlafapnoe die Prognose bessert.“

  • Die Mediziner empfehlen daher, die ASV-Therapie weiter nur im Rahmen klinischer Studien anzuwenden. Bei Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz sollte sich nicht eingesetzt werden, wenn die Pumpleistung der linken Herzkammer nur 45% oder weniger beträgt.

Das überraschende Ergebnis wirft weitere Fragen auf. Christiane Angermann: „Wir wollen jetzt verstehen, was durch die Behandlung im Körper passiert. So könnten wir wertvolle Hinweise für die Entwicklung erfolgreicherer Therapieformen für beide Erkrankungen, also Herzschwäche wie auch Atemstörung, bekommen.“ Die Wissenschaftler stehen vor vielen Fragen:

Ist es der zugefügte Atemdruck, der negative Auswirkungen auf Herzfunktion und Regulationsmechanismen im Kreislauf hat?

Und gilt das für alle Patientengruppen in gleicher Weise? Oder verhält es sich vielleicht sogar so, dass die Cheyne-Stokes Atmung kompensierende Effekte hat und damit eine Form der Anpassung an die Herzschwäche und einen körpereigenen Schutzmechanismus darstellt, der durch die Behandlung weggenommen wird?

„Es gibt noch viel zu tun“, sagt die Wissenschaftlerin. „Wir beginnen erst langsam die Herzschwäche, die leider viele Organe und Körperfunktionen in Mitleidenschaft zieht, zu verstehen.“


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E-Mail-Adresse: just_s@ukw.de 
Sabine Kluge Universitätsklinikum Würzburg


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http://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMe1510397

Antidepressiva und/oder Psychotherapie?

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Meta-Studie zeigt: Antidepressiva sind wirksamer als Psychotherapie

Viele an Depression erkrankte Menschen fragen sich, ob Antidepressiva und/oder Psychotherapie die richtige Behandlung für sie sind. Um herauszufinden, ob eines der beiden Behandlungsverfahren größere Vorteile bietet, werteten nun Prof. Pim Cuijpers (Department of Clinical Psychology, VU University Amsterdam) und Prof. Dr. Ulrich Hegerl (Vorstandsvorsitzender Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Leipzig) 35 Studien zu diesem Thema aus den Jahren 1966 bis 2014 aus. 

Fazit dieser Meta-Studie: Antidepressiva zeigen einen kleinen, aber statistisch signifikanten Vorteil gegenüber der Psychotherapie.

Methodische Defizite in bisherigen Studien

Die Meta-Studie berücksichtigt erstmals methodische Probleme, die zu einer Unterschätzung der Wirksamkeit von Antidepressiva und einer Überschätzung der Wirksamkeit der Psychotherapie führen (Adli, Hegerl 2014).

So wird die Wirksamkeit von Antidepressiva meist im Vergleich mit einem Placebo (Scheinmedikament) untersucht. Die Studienteilnehmer werden zufällig einer der beiden Behandlungen zugewiesen und wissen dann nicht, ob sie ein Antidepressivum oder nur ein Placebo erhalten. Bei Studien zur Wirksamkeit einer Psychotherapie wissen die Patienten dagegen genau, ob sie eine als wirksam angesehene Behandlung erhalten oder nur in der Kontrollgruppe sind. Als Kontrollbedingung werden z.B. Selbsthilfeansätze, Wartegruppen oder Entspannungsübungen verwendet. Dies führt dazu, dass die Patienten in der Psychotherapiebedingung guten Grund zur Hoffnung haben. Patienten, die feststellen, dass sie nur in der Kontrollgruppe sind, werden mit Frustration und verstärkter Hoffnungslosigkeit reagieren. Dies führt dazu, dass die Psychotherapie in derartigen Studien besonders gut abschneidet.
Die Meta-Studie hat nun Studien betrachtet, in denen die Patienten zufällig entweder einer Behandlung mit Psychotherapie oder mit Antidepressiva zugeordnet wurden. In diesen Studien konnten sich auch die Patienten mit Antidepressiva darauf verlassen, jeweils eine als wirksam angesehene Behandlung zu erhalten, da Studien mit Placebo-Kontrollen nicht berücksichtigt wurden. Beide Behandlungswege wurden damit unter den gleichen Rahmenbedingungen untersucht. Im Ergebnis waren Antidepressiva wirksamer als die Psychotherapie.

Schweregrad, Versorgungslage und persönliche Präferenzen bestimmen Behandlungsmethode

„Die Ergebnisse der Studie stellen nicht die Wirksamkeit der Psychotherapie in Frage, sollten jedoch bei der Entscheidung für eine Behandlungsform berücksichtigt werden“, schätzt Prof. Ulrich Hegerl die Ergebnisse der Studie ein. Bei der Auswahl der richtigen Behandlung muss zudem die Schwere der Depression, persönliche Präferenzen für die eine oder andere Behandlung, Verfügbarkeit von Therapieplätzen, Nebenwirkungen beider Therapieformen und die individuelle psychosoziale Situation berücksichtigt werden. Bei einigen Erkrankten ist auch eine Kombination von Pharmako- und Psychotherapie die optimale Behandlung.

Über die Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Ziel der 2008 gegründeten Stiftung Deutsche Depressionshilfe ist es, einen wesentlichen Beitrag zur besseren Versorgung depressiv erkrankter Menschen und zur Reduktion der Zahl der Suizide in Deutschland zu leisten. Neben Forschungsaktivitäten bietet die Stiftung Betroffenen und Angehörigen vielfältige Informations- und Hilfsangebote wie ein Diskussionsforum Depression (www.deutsche-depressionshilfe.de/forum) und das deutschlandweite Info-Telefon Depression (0800 33 44 5 33). Unter dem Dach der Stiftung Deutsche Depressionshilfe koordiniert das Deutsche Bündnis gegen Depression zahlreiche lokale Aktivitäten. In 75 Städten und Kommunen haben sich Bündnisse gebildet, die auf lokaler Ebene Aufklärung über die Erkrankung leisten.

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PD Dr. Christine Rummel-Kluge
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Heike Friedewald
Telefon: 0341972486

http://www.deutsche-depressionshilfe.de/stiftung/forschungszentrum.php