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Ärztehaus als Modellprojekt - Stadt Büsum stellt Hausärzte ein

Medizin am Abend Ausgangspunkt:

http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Buesum-beschliesst-einmaliges-Praxis-Modell,aerztehaus100.html

Weser-Kurier: Zum Büsumer Ärztehaus als Modellprojekt schreibt Martin Wein:

 Kommunale Daseinsvorsorge war eine der großen Innovationen des 19. Jahrhunderts in den rasch wachsenden Städten. Im 21. Jahrhundert wird es nun zur Aufgabe der schrumpfenden Landgemeinden und kleinen Städte, ihren Bürgern ein Mindestmaß an Versorgung zu garantieren. Damit fallen ihnen teils Aufgaben zu, die bislang privatwirtschaftlich oder staatlich organisiert waren. Das Büsumer Ärztehaus ist ein Testballon für Deutschlands Randlagen. In der etablierten Ärzteschaft bestehen allerdings Bedenken, das System der freien Praxen infrage zu stellen. Wen wundert's, ein Hausarzt verdient nur knapp 2000 Euro weniger als die Bundeskanzlerin. Wenn andererseits jüngere Mediziner das finanzielle Risiko und die zeitliche Belastung einer eigenen Praxis scheuen, könnte das Büsumer Modell rasch Schule machen. Es ist der Not geschuldet, dass sich die Gemeinde und die Kassenärztliche Vereinigung über Besitzstandsdenken und Standesdünkel einmütig hinwegsetzen. Man würde den Gesundheitspolitikern im Bund ähnlich viel Kreativität und Durchhaltevermögen wünschen, um das Gesundheitswesen endlich umfassend zu reformieren. Der Ärztemangel an Schleswig-Holsteins Westküste ist nur der Vorbote künftiger Herausforderungen infolge des demografischen Wandels.

Medizin am Abend DirektKontakt

Weser-Kurier Produzierender Chefredakteur Telefon: +49(0)421 3671 3200 chefredaktion@Weser-Kurier.de

Albiglutid bei Typ-2-Diabetes

Weniger symptomatische Hypoglykämien bei Kombination mit Metformin / Kein
Zusatznutzen für andere Indikationen

Albiglutid (Handelsname Eperzan) ist seit März 2014 für Erwachsene
zugelassen, die an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt sind und bei denen
Ernährungsumstellung und Bewegung einen erhöhten Blutzuckerspiegel nicht
ausreichend senken. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im
Gesundheitswesen (IQWiG) hat in einer Dossierbewertung überprüft, ob der
Wirkstoff bei diesen Patientengruppen gegenüber den zweckmäßigen
Vergleichstherapien einen Zusatznutzen bietet.

Demnach gibt es einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen für
Albiglutid plus Metformin im Vergleich zu Metformin plus
Sulfonylharnstoff, da Unterzuckerungen seltener auftreten.

GenderMedizin: Rauchfrei ins Jahr 2015 starten


Medizin am Abend Fazit:
Angebote der BZgA helfen, um erfolgreich mit dem Rauchen aufzuhören  

Nichtrauchen ist in! Immer weniger Menschen in Deutschland rauchen. Der Anteil rauchender Jugendlicher hat sich nach Studien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in den Jahren 2001 bis 2012 mehr als halbiert. Auch in der Gesamtbevölkerung wird weniger geraucht.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag der Anteil der Raucherinnen und Raucher im Jahr 1999 in Deutschland noch bei 28 Prozent, aktuell bei 25 Prozent. Trotz rückläufiger Zahlen ist Rauchen in Industriestaaten wie

Deutschland nach wie vor die Hauptursache für vorzeitige Sterblichkeit.

Studienergebnissen zufolge verlieren Männer, die pro Tag über zehn Zigaretten rauchen, im statistischen Durchschnitt etwa 9 Lebensjahre, 
bei Frauen sind es ca. 7 Jahre. 

Die verkürzte Lebenserwartung von Raucherinnen und Rauchern ist vor allem auf das deutlich erhöhte Risiko für Krebs-, Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen zurückzuführen.

"Ein konsequenter Rauchstopp senkt das Risiko für diese Erkrankungen und bringt zusätzliche Lebensjahre" erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. "Bereits in den ersten drei Monaten nach dem Rauchstopp verbessert sich die Lungenfunktion. Das macht sich im Alltag bemerkbar, zum Beispiel beim Treppensteigen oder beim Sport - und sollte ein Ansporn dafür sein, auch langfristig rauchfrei zu bleiben."

Für Menschen, die sich Unterstützung beim Rauchstopp wünschen, gibt es qualitätsgesicherte Angebote, wie die BZgA-Telefonberatung zur Rauchentwöhnung oder das von der BZgA und dem Münchener Institut für Therapieforschung (IFT) entwickelte "Rauchfrei-Programm".

Angebote der BZgA zum Thema Rauchstopp:

- Telefonische Beratung unter der Rufnummer 01805/31 31 31 (14 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk max. 42 Cent/Min.)

- Gruppenkurs "Rauchfrei Programm". Informationen zum Kursangebot, zu Anbietern vor Ort und den Möglichkeiten der Kostenerstattung gibt es unter: http://www.rauchfrei-programm.de

- Online-Ausstiegsprogramm mit Informationen, Tipps und täglicher E-Mail: http://www.rauchfrei-info.de

- Online-Mentorenprogramm "Rauchfrei-Lotsen": erfolgreiche Ex-Raucherinnen und Ex-Raucher, unterstützen und beraten im Internetforum andere Menschen in der Phase ihrer Tabakentwöhnung:
http://www.rauchfrei-info.de/community/ueberblick-der-rauchfrei-lotsen

- START-Paket zum Nichtrauchen mit Broschüre "Ja, ich werde rauchfrei", einem "Kalender für die ersten 100 Tage", einem Stressball und anderen hilfreichen Materialien.

Medizin am Abend DirektKontakt

Kostenlose Bestellung über: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln, Online-Bestellsystem:
www.bzga.de/infomaterialien
www.bzga.de/infomaterialien/foerderung-des-nichtrauchens/erwachsene/?idx=1179  www.bzga.de/infomaterialien/foerderung-des-nichtrauchens/erwachsene/?idx=1179
Fax: 0221/8992257, E-Mail: order@bzga.de

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Dr. Marita Völker-Albert
Postfach 91 01 52
51071 Köln
Telefon: 0221 8992-0 / Durchwahl: -280
Fax: 0221 8992-300 / - 201
E-Mail: marita.voelker-albert@bzga.de
Internet: http://www.bzga.de

TV-Hinweis: Dokumentation "Crystal Meth: Die Horror-Droge".

Crystal Meth gilt als die gefährlichste Droge der Welt - sie macht sofort süchtig, macht krank, tötet. Wie eine Welle überflutet das synthetische Rauschgift das Land. Längst ist Crystal Meth von der Party- zur Alltagsdroge aufgestiegen.

Zu den Konsumenten zählen Politiker, Eltern, Berufstätige, Studenten und Schüler.

 
ZDFinfo sendet am Dienstag, 6. Januar 2015, 9.45 Uhr, in Erstausstrahlung die Dokumentation "Crystal Meth: Die Horror-Droge". 

Neue Statistiken zeigen: Crystal-Meth-Konsumenten werden immer jünger, vor allem immer mehr junge Mädchen nehmen Crystal.

Die Droge erreicht mittlerweile eine noch größere Zielgruppe als Cannabis oder Heroin. Davon wegzukommen schaffen nur wenige. Die Rückfallquote liegt bei 90 Prozent. Die Dokumentation bietet eine aktuelle Bestandsaufnahme in Deutschland, schaut aber auch in die USA.

Dort begann der Kampf gegen Crystal schon vor über zehn Jahren - mit Erfolg, berichtet Bryan Lockerby vom Justizministerium Montana.

 

In dem US-Bundesstaat gelang es durch ein außergewöhnliches Projekt, den rasanten Anstieg der Konsumentenzahlen zu stoppen.

Medizin am Abend DirektKontakt

http://info.zdf.de
Telefon: +49-6131-70-12121

Chronischer Nierenschwäche


Sucroferric Oxyhydroxid (Handelsname Velphoro) ist seit August 2014 für
Erwachsene mit chronischer Nierenschwäche zugelassen, die eine Hämodialyse
oder Peritonealdialyse erhalten.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat in einer Dossierbewertung überprüft, ob der Wirkstoff den Patientinnen und
Patienten in diesen Fällen einen Zusatznutzen gegenüber den zweckmäßigen
Vergleichstherapien bietet. Demnach ist ein Zusatznutzen nicht belegt,
weil keine geeigneten Daten vorliegen.

G-BA legt zweckmäßige Vergleichstherapie fest

Kann die Niere den Salz-, Wasser- und Säure-Basen-Haushalt nicht mehr
regulieren, reichert sich im Blut u. a. Phosphat an (Hyperphosphatämie).

Phosphatbinder sollen helfen, das mit der Nahrung aufgenommene Phosphat
vor Eintritt in den Blutkreislauf zu binden und Folgen wie etwa Herz-
Kreislauf-Erkrankungen zu vermindern.

Medizin am Abend empfiehlt jetzt den Link:

http://www.praxisvita.de/kaelte-risiko-fuer-herzkranke

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) unterscheidet bei der zweckmäßigen
Vergleichstherapie zwischen Patienten mit und ohne Kontraindikation
gegenüber kalziumhaltigen Phosphatbindern: Kommen kalziumhaltige
Phosphatbinder nicht infrage, soll Sucroferric Oxyhydroxid mit Sevelamer
oder Lanthankarbonat verglichen werden. Liegt keine Kontraindikation vor,
stehen ebenfalls diese beiden Wirkstoffe, aber auch kalziumhaltige
Phosphatbinder als Vergleichstherapie zur Verfügung.

Wirkstoff wurde in Studien über- oder unterdosiert

In einer der beiden vorgelegten Studien (PA-CL-03A) wurde die zweckmäßige
Vergleichstherapie (Sevelamer) nicht zulassungskonform angewendet und bei
mehr als der Hälfte der Patientinnen und Patienten (ungefähr 64 %) die
Startdosis überschritten. Außerdem war weder bei der Behandlung mit
Sevelamer noch bei der mit Sucroferric Oxyhydroxid eine
patientenindividuelle Dosisanpassung möglich, wie es die Zulassung
vorsieht. Und es war nicht sichergestellt, dass bei Bedarf zusätzlich
Kalziumergänzungsmittel, Vitamin D3-Derivate oder deren Analoga gegeben
wurden, um renale Knochenerkrankungen zu vermeiden. So sieht es der
multiple Therapieansatz aber vor, der laut Zulassung mit dem Einsatz von
Sucroferric Oxyhydroxid verbunden sein soll.

In der zweiten Studie (PA-CL-05A/05B) war die Startdosierung beider
Wirkstoffe nicht zulassungskonform. Das führte zu einer Unterdosierung bei
allen Patienten im Sucroferric- Oxyhydroxid-Arm und zu einer Überdosierung
bei rund der Hälfte der Patientinnen und Patienten (ungefähr 51 %) im
Sevelamerarm.

Somit ist keine der vorgelegten Studien für die Bewertung des Zusatznutzens von Sucroferric Oxyhydroxid gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie geeignet.

G-BA beschließt über Ausmaß des Zusatznutzens

Die Dossierbewertung ist Teil des Gesamtverfahrens zur frühen
Nutzenbewertung gemäß Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG), das der G-BA leitet. Nach der Publikation von Herstellerdossier und
Dossierbewertung führt der G-BA ein Stellungnahmeverfahren durch, das
ergänzende Informationen liefern und in der Folge zu einer veränderten
Nutzenbewertung führen kann. Der G-BA trifft einen Beschluss über das
Ausmaß des Zusatznutzens, der die frühe Nutzenbewertung abschließt.

Einen Überblick über die Ergebnisse der Nutzenbewertung des IQWiG gibt
folgende Kurzfassung. Auf der vom IQWiG herausgegebenen Website
gesundheitsinformation.de finden Sie zudem eine allgemeinverständliche
Kurzinformation.

Auf der Website des G-BA sind sowohl allgemeine Informationen zur
Nutzenbewertung nach §35a SGB V als auch zur Bewertung von Sucroferric
Oxyhydroxid zu finden.

Medizin am Abend DirektKontakt

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG),
Dr. Anna-Sabine Ernst, 02.01.2015 12:28
+49 (0)221 - 35685-0

Weitere Informationen finden Sie unter

https://www.iqwig.de/download/A14-37_Sucroferric-Oxyhydroxid_Kurzfassung_Nutzenbewertung-35a-SGB-V.pdf
 Kurzfassung der Nutzenbewertung

Charité Ebola-Behandlungsteams

Heute ist ein Mitglied des südkoreanischen Behandlungsteams, das in Sierra Leone im Einsatz gegen Ebola war, auf der Sonderisolierstation der Charité − Universitätsmedizin Berlin eingeliefert worden. Nach unmittelbarem Kontakt mit einem an Ebola Erkrankten besteht die Möglichkeit, dass sich die Person mit dem Virus angesteckt hat. Bislang zeigt sie keine Erkrankungserscheinungen und ist demzufolge nicht ansteckend.

Die Zusage zur Aufnahme erfolgte nach Absprache mit der Charité und mit dem Einverständnis der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales als oberster Landesgesundheitsbehörde. Heute ist die zu untersuchende Person mit einem Spezialflugzeug auf dem Flughafen Tegel gelandet und wurde dann von der Berliner Feuerwehr in einem Spezialtransportfahrzeug in die Charité gefahren. Seitdem wird sie auf der Station für hochinfektiöse Erkrankungen versorgt.

„Das ärztliche und pflegerische Personal unserer Sonderisolierstation ist speziell für die Versorgung von Menschen mit hochinfektiösen Krankheiten geschult“, betont Prof. Dr. Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité. „Falls die Untersuchungen einen positiven Ebola-Befund ergeben sollten, ist unser Anspruch die bestmögliche Behandlung des infizierten Menschen unter allerhöchsten Sicherheitsansprüchen.“

„Berlin ist für solche Szenarien gut vorbereitet und aufgestellt. Das zahlt sich heute aus. Die Zusammenarbeit aller Partner hat sowohl in der Vorbereitung als auch im konkreten Ablauf heute reibungslos funktioniert. Dafür möchte ich allen Beteiligten danken“, sagt Mario Czaja, Senator für Gesundheit und Soziales.

Alle Berliner Gesundheitsämter handeln nach dem Infektionsschutzgesetz und dem Berliner Seuchenalarmplan. In letzterem ist das konkrete Vorgehen für alle Akteure festgeschrieben. Damit ist ein einheitliches Handeln nach den geltenden Qualitätsstandards sichergestellt.


Medizin am Abend DirektKontakt


Constance Frey, Telefon: (030) 9028-1135
 

BERLINER MORGENPOST: Die fast vergessene Katastrophe/ Ein Leitartikel von Joachim Fahrun

Der Kampf gegen Ebola gehört zwar nicht unbedingt wieder in die Schlagzeilen, aber nach oben auf die globale Agenda. Vor wenigen Wochen erst klagten Hilfsorganisationen, dass sie aus den reichen Ländern keine ausreichende Unterstützung für die Arbeit in klimatisch und hygienisch schwieriger Umgebung erhalten. Grundsätzlich muss die Staatengemeinschaft klären, wie sie mit Krankheiten umgeht, deren Bekämpfung den Pharmaunternehmen keine Gewinne versprechen. Das Ebola-Virus ist seit 1976 bekannt. Wirksame Medikamente oder Impfstoffe gibt es nicht. So zynisch das klingt: Diese werden wohl nur ernsthaft erforscht, wenn die Seuche den wohlhabenden Teil der Welt bedroht.

Der ganze Leitartikel im Internet: www.morgenpost.de/135977807

Diabetiker mit Einstichstelle

Medizin am Abend Fazit:
Schonend piksen

Diabetiker, die Insulin spritzen, sollten die Einstichstelle regelmäßig wechseln.

Wiederholtes Stechen in dieselbe Stelle führt zu Gewebsverhärtungen, die die Aufnahme des Insulins behindern, erklärt das Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber".

 Wort und Bild - Diabetes Ratgeber


Einer Studie mit 430 Teilnehmern zufolge sind solche Verhärtungen ein häufiger Grund für unerklärliche Unterzuckerungen und Zuckerschwankungen. Auch sollte die Pen-Nadel möglichst nach jedem Benutzen gewechselt werden. Nach mehr als fünfmaligem Gebrauch steigt das Risiko für Gewebsverletzungen, die zu Verhärtungen führen, stark an.

Weitere Informationen über www.diabetes-ratgeber.net

TV-Hinweis zum Thema Frühgeburten

Donnerstag, 8. Januar 2015, 20.15 Uhr und 21.00 Uhr, 3sat Erstausstrahlungen

Die 3sat-Wissenschaftsdokumentation "Früher Kampf ins Leben" von Antje Christ begleitet extreme Frühgeburten in Deutschland, Österreich und Japan und benennt die medizinischen und ethischen Gründe für die unterschiedlichen Herangehensweisen in den unterschiedlichen Ländern.

In Deutschland sind sieben von 100 Neugeborenen Frühgeburten. Und es werden mehr, denn die Risikofaktoren nehmen zu: Immer mehr Frauen entscheiden sich erst spät für Kinder, und die Zahl der künstlichen Befruchtungen steigt. Dabei kommt es nicht nur häufiger zu Mehrlingsgeburten - eine künstliche Befruchtung verdoppelt auch das Risiko auf eine Fehl- und Frühgeburt. Besonders schwer ist der Start ins Leben für die "extremen Frühchen": Kinder, die nicht älter als 26 Wochen sind.

Forschung und klinische Medizin tasten sich näher an den Menschen im Grenzbereich zwischen Zeugung und Reife heran, immer jüngere Frühchen können behandelt werden. Angela Kribs, Neonatologin an der Universitätsklinik Köln, wo man sich auf sehr extreme Frühchen spezialisiert hat: "Je mehr wir über die Entwicklung dieser kleinsten Kinder wissen, umso mehr lernen wir, und umso mehr profitieren die etwas älteren Kinder davon bei unserer medizinischen Behandlung." Ihr Kollege von der Universität Maastricht, Hendrik Niemarkt, wo man zurückhaltender mit der Therapie Frühgeborener umgeht, meint: "Man lernt, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt, sondern, dass es eine ethische Frage ist." Die Frühchenbehandlung bleibt ein heikles Thema in Europa, die Ärzte sind sich nicht einig, ab wann es sinnvoll ist, Leben um jeden Preis zu erhalten.

Im Rahmen von "Wissenschaft am Donnerstag" diskutiert im Anschluss um 21.00 Uhr Gert Scobel mit seinen Gästen über das Thema "Baby nach Plan":

Google und Facebook wollen bis zu 20.000 Dollar für das Einfrieren von Eizellen ihrer Mitarbeiterinnen ausgeben.

Den Frauen soll damit geholfen werden, sich zunächst ihrer Karriere zu widmen und ihre Schwangerschaft auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. In den USA stößt dieses Angebot auf großes Interesse. Wie sieht es aber in Deutschland aus? Werden zukünftig auch deutsche Arbeitgeber Social Freezing für ihre Mitarbeiter finanzieren? Und werden die eingefrorenen Eizellen später nach Kriterien zunehmender Perfektionierung des Menschen ausgewählt werden?

Über die moderne Reproduktionsmedizin diskutiert Gert Scobel zusammen mit seinen Gästen: Professor Uta Meier-Gräwe, Universität Gießen, Professor Andreas Bernard, Universität Lüneburg, sowie Professor Jan-Steffen Krüssel, Frauenklinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Medizin am Abend DirektKontakt
Pepe Bernhard +49 (0) 6131 - 701 6261 bernhard.p@3sat.de

Behandlung der Augen Makula-Degeneration

Medizin am Abend Fazit:

Kassen zahlen, Kliniken klagen / Krankenhäuser fühlen sich bei der Erstattung teurer Augenmedikamente benachteiligt

Neue Medikamente haben die Behandlung der Makula-Degeneration möglich gemacht. Diese Augenerkrankung führt unbehandelt häufig zur Erblindung. Die sehr teuren Arzneimittel sind aber erst seit Oktober als Regel-Kassenleistung zugelassen. Rund 1000 Euro kostet eine Injektion, die manchmal monatlich nötig ist. Krankenhäuser, in denen bisher rund 9000 Patienten behandelt wurden, sind nicht automatisch in diese Kostenerstattung einbezogen. Professor Frank G. Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik in Bonn, bezeichnet die dadurch entstandene Situation in der "Apotheken Umschau" als "chaotisch". "Bleibt es dabei, droht ein dramatischer Versorgungsengpass", warnt er. Viele Augenarztpraxen seien chronisch überlaufen und könnten die zusätzlichen Patienten nicht bewältigen. Die Kassen sehen das Szenario nicht so dramatisch. Krankenhausärzte könnten sich bei Versorgungsengpässen ermächtigen lassen, die Leistung anzubieten und bekämen sie dann auch erstattet.

Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 1/2015 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Medizin am Abend DirektKontakt 

Ruth Pirhalla
Tel. 089 / 744 33 123
Fax 089 / 744 33 459
www.apotheken-umschau.de

 

Muskelbildung für 2015

Medizin am Abend Fazit:
Muskelbildung – auf die richtigen Verbindungen kommt es an

Unser Körper besitzt verschiedene Arten von Muskeln. Während der
Herzmuskel Blut durch die Gefäße pumpt, können wir mit Hilfe der
Skelettmuskeln Gewichte stemmen oder einen Marathon laufen. Durch einen
speziell angepassten Bauplan sind die einzelnen Muskeln optimal für ihre
jeweilige Funktion gerüstet.

Diese Anpassungen kommen durch verschiedene Varianten der Protein-Bausteine zustande, die die kontraktilen Muskelmaschinen bilden:

die Sarkomere.

Forscher am Max-Planck-Institut für
Biochemie haben nun anhand von Flugmuskeln der Taufliege Drosophila ein
wichtiges Prinzip entdeckt, das erklärt, wie die unterschiedlichen
Proteinvarianten in den entsprechenden Muskeln produziert werden.

Jeder Muskel besteht aus Hunderten von kontraktilen Minimaschinen, den
sogenannten Sarkomeren. Je nach Art und Eigenschaft des Muskels
unterscheiden sich diese Maschinen in ihrem molekularen Aufbau. Diese
verschiedenen Varianten der Sarkomere wirken sich auf die
Kontraktionsgeschwindigkeit oder die Kraft der Muskeln aus. Die
Flugmuskeln der Taufliege Drosophila etwa müssen extrem schnell
kontrahieren (200 Mal pro Sekunde), um ihnen das Fliegen zu ermöglichen.
Wissenschaftler um Frank Schnorrer haben dieses Fliegenmodell untersucht,
um zu klären, wie die unterschiedlichen Kompositionen der Sarkomere
zustande kommen.

„Wir konnten zunächst zeigen, dass in der schnellen Flugmuskulatur mehr
als 700 Proteine in einer anderen Variante vorlagen als in der langsamen
Beinmuskulatur“, berichtet Maria Spletter, die Erstautorin der Studie.
„Die verschiedenen Proteinvarianten bilden also Sarkomere mit
unterschiedlichen mechanischen Eigenschaften.“ Was den Wissenschaftlern
besonders auffiel: oft gingen die unterschiedlichen Proteinvarianten auf
das gleiche Gen zurück. Die Gene beinhalten die Baupläne für Proteine.
Vereinfacht gesagt, wurde also der Bauplan für das spätere Protein
unterschiedlich interpretiert. Dies geschah durch einen Mechanismus, den
Forscher als „alternatives Splicing“ bezeichnen: Gene bestehen aus
mehreren kleinen Einheiten, den Exons, die von der Zelle abgeschrieben,
zusammengeklebt und dann in ein Protein übersetzt werden. Alternatives
Splicing bezeichnet das unterschiedliche Zusammenkleben von mehreren Exons
und führt so zu verschiedenen Proteinvariationen des gleichen Gens.

Bis zum Zerreißen gespannt

Doch woher weiß der Flugmuskel, welche Varianten der Proteine er nun
benötigt? In weiteren Untersuchungen identifizierten die Wissenschaftler
ein Protein mit dem Namen „Arrest“, was die richtigen Exons erkennt und
aneinanderklebt. „Wenn die Funktion von Arrest gestört ist“, so Spletter,
„werden im Flugmuskel die falschen Exon-Kombinationen zusammengeführt und
so Proteinvarianten gebildet, die sonst nur in Beinmuskeln vorkommen.“ Die
Folgen sind dramatisch: die Fliegen können nicht mehr fliegen und
schlimmer noch, ihre Flugmuskeln werden durch eine zu starke Kontraktion
sogar in Stücke gerissen.

Und auch für uns Menschen könnten diese Ergebnisse von Bedeutung sein.

„Arrest-verwandte Proteine kommen auch in den Muskeln von Säugetieren vor,
daher könnte dieser Mechanismus auch beim Menschen eine Rolle spielen“
schlägt Schnorrer die Brücke. Die Entdeckung des neuen Mechanismus‘ wirft
also weitere Fragen auf, denen sich die Forscher in Zukunft widmen werden.

Sie wollen klären, wie alternatives Splicing bei Sarkomer-Proteinen zu
einem gesunden oder kranken Muskel führt. [HS]


Originalpublikation:
M. Spletter, C. Barz, A. Yeroslaviz, C. Schönbauer, I. Ferreira, M. Sarov,
D. Gerlach, A. Stark, B. Habermann and F. Schnorrer: The RNA binding
protein Arrest (Bruno) regulates alternative splicing to enable myofibril
maturation in Drosophila flight muscle. EMBO Reports, December 22, 2014.
DOI: 10.15252/embr.201439791


Medizin am Abend DirektKontakt

Dr. Frank Schnorrer
Muskeldynamik
Max-Planck-Institut für Biochemie
Am Klopferspitz 18
82152 Martinsried
E-Mail: schnorrer@biochem.mpg.de
www.biochem.mpg.de/schnorrer

Anja Konschak
Max-Planck-Institut für Biochemie
Am Klopferspitz 18
82152 Martinsried
Tel. +49 89 8578-2824
E-Mail: konschak@biochem.mpg.de