Die Säuglingssterblichkeit in NRW ist zu hoch. Mit 4,1 Babys von 1000
Neugeborenen, die ihren ersten Geburtstag nicht erleben, liegt das Land
noch über dem Durchschnitt der OECD-Industriestaaten. Angesichts der
Vielstimmigkeit der Fachleute, was die Ursachen betrifft, bedarf es
dringend einer seriösen, empirischen Studie,
die offenlegt, warum in NRW mehr Neugeborene sterben müssen als
anderswo. Bis die Lage klar ist, muss schon etwas geschehen: Schwangere
mit schwierigem sozialem Umfeld benötigen besondere Angebote und auch
längere Begleitung, wenn sie mit ihren Kindern aus den Krankenhäusern
entlassen sind. Bei der Versorgung von Frühgeborenen bedarf es dringend
einer vorgeschriebenen Mindestzahl an Fällen, die Kliniken pro Jahr
versorgen, um überhaupt die Berechtigung zu behalten, diese sensiblen
Fälle zu übernehmen. Es ist ein Skandal, dass Fachleute längst erkannt
haben, dass die Mindestmenge bei 30 Fällen pro Jahr liegen sollte, dies
sich bislang aber rechtlich nicht durchsetzen lässt. Ein wichtiger Grund
für den Widerstand der Kliniken dagegen: Für die Behandlung eines
Frühchens gibt es eine hohe Fallpauschale.
Pro Bono - CHEFÄRZTLICHE - OA- FACHÄRZTLICHE SPRECHSTUNDEN / VISITEN / UNTERSUCHER/KGP STUDIEN KOLLEG / Frühe Fallfindung - : Advence Care Planning // Patientenzentriert denken, organisieren und handeln Patienten + Mediziner + Medizinische Einsatz-Team (MET): Behandlungsvertrag mit Veränderbarkeit: "Fit for the Aged": Ändern–Verändern– Medizinisches Wissenziel 2026: Wissen teilen, Gesundheit stärken MaAB/DGK/NAKO/BAGPH/ASB/VDK/Ver.di/ www.KORRESPONDENTEN.com + www.DIPLO.NEWS
PICS Ambulanz
BG Klinken - Post-COVID-Programm
medpoint - Fortbildungskalendar
Was hab ich?
SCD Deutschland
discharge
Anamnese- und Untersuchungsbogen
Diagnostische Pfade
Das Blutdruckmessgerät und http://www.bundespolizei.de
Am
01.12.14 gegen 6 Uhr sorgte das im Handgepäck verstaute
Blutdruckmessgerät eines Reisenden an der zentralen
Luftsicherheitskontrollstelle im Flugsteig A des Frankfurter Flughafens
für kurzfristige Aufregung unter den Reisenden.
Wegen seiner Bauart und Lage im Handgepäck musste richtigerweise zunächst angenommen werden, dass es sich um einen Sprengsatz handeln könnte, was eine sofortige Absperrung zu Folge hatte.
Die umgehend alarmierten Entschärfer der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt/Main konnten jedoch rasch Entwarnung geben, so dass die Bundespolizei die Absperrung bereits nach 6 Minuten wieder aufheben konnte.
Wegen seiner Bauart und Lage im Handgepäck musste richtigerweise zunächst angenommen werden, dass es sich um einen Sprengsatz handeln könnte, was eine sofortige Absperrung zu Folge hatte.
Die umgehend alarmierten Entschärfer der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt/Main konnten jedoch rasch Entwarnung geben, so dass die Bundespolizei die Absperrung bereits nach 6 Minuten wieder aufheben konnte.
Soziologen: Burnout als Symptom einer übertriebenen Wettbewerbsmentalität ernst nehmen
Wachsende Anforderungen, Wettbewerbsdruck ohne Feierabend und ein hoher
Anspruch an die eigene Arbeit – wo diese Faktoren zusammenkommen, steigt
das Burnout-Risiko. Soziologen sehen das Leiden als Symptom einer
entgrenzten Arbeits- und Wirtschaftsweise.
Begonnen hat es in der alternativen Nische. Als der amerikanische
Psychoanalytiker Herbert Freudenberger 1974 erstmals Fälle von Burnout
beschrieb, waren seine Patienten Sozialarbeiter und Lehrer, die wie er in
Spanish Harlem arbeiteten: hoch motiviert, politisch engagiert – und nach
Jahren frustriert durch die Erfahrung, dass sie trotz eines Einsatzes weit
jenseits normaler Arbeitszeiten im damaligen New Yorker Problemviertel
nicht wirklich etwas ändern konnten – eben „ausgebrannt“.
Die besondere Kombination aus hoher eigener Identifikation und
systematischer Überforderung von Beschäftigten sei ein Schlüssel, um zu
verstehen, warum sich Burnout stark ausgebreitet hat, schreiben Prof. Dr.
Sighard Neckel und Greta Wagner. Natürlich gab es immer schon harte Arbeit
und Stress. Trotzdem sei Burnout keineswegs nur eine Modediagnose, betonen
der Frankfurter Soziologie-Professor und seine Mitarbeiterin. Erschienen
ist ihr Aufsatz in den WSI-Mitteilungen, der Fachzeitschrift des
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B
öckler-Stiftung. Burnout spiegele vielmehr gewichtige Veränderungen in
Arbeitswelt und kapitalistischem Wirtschaftsmodell wider: „Unrealistische
Erwartungen an die Belastbarkeit von Mitarbeitern entstammen längst nicht
mehr dem Idealismus alternativer Milieus der 1970er-Jahre, sondern sind in
einer ökonomischen Kultur zur Regel geworden, die um jeden Preis auf
permanente Leistungssteigerung setzt.“
Zwei wesentliche Trends greifen nach Analyse der Wissenschaftler
ineinander:
Eine Selbstverantwortungs- und Wettbewerbslogik, die das Berufsleben
prägt, aber längst auch in den privaten Bereich hineinreicht – von der
Konkurrenz zwischen betrieblichen Profit-Centern über die Sorge um den
Schulerfolg der Kinder bis hin zur Castingshow im Fernsehen. Neckel und
Wagner sehen einen Zusammenhang zur „Ausbreitung des Neoliberalismus in
den 1990er-Jahren“. In deren Folge sei „es zu einer zeitlichen und
sachlichen Entgrenzung von Wettbewerben“ gekommen, „sodass Wettbewerbe
zunehmend die Sozialordnung als Ganzes bestimmten“.
Einerseits seien zuvor weitgehend nach anderen Logiken organisierte
Bereiche wie Hochschulen oder öffentliche Verwaltung in den Wettbewerb
einbezogen worden, so die Forscher. Zum anderen verkürzten sich für sehr
viele Erwerbstätige die Abstände, in denen „der erreichte Status wieder
zur Disposition gestellt und ,performativ‘ neu erkämpft werden“ musste.
Begünstigt wurde das durch Fortschritte in der Informationstechnik.
Leistungsfähige Computer bildeten eine zentrale Voraussetzung für
engmaschige Leistungs- und Erfolgskontrollen. Mobilgeräte eröffneten die
Möglichkeit, Beschäftigte dauernd zu erreichen. Hinzu kamen
Deregulierungen auf dem Arbeitsmarkt. Sie erleichterten beispielsweise die
Einrichtung befristeter Jobs, die der Analyse von Neckel und Wagner
zufolge „den Leistungsdruck auf die Mitarbeiter erhöhen und sie zwingen,
ihren Wert für die Organisation immer wieder von Neuem beweisen zu
müssen“.
Als zweiten, „subjektiven“ Faktor der Entgrenzung identifizieren die
Soziologen den Wunsch vieler Menschen, „dass die Arbeit mehr sein möge als
bloßer Lebensunterhalt“. Der Anspruch, sich im Beruf selbst zu
verwirklichen, habe sich seit Freudenbergers Zeiten stark ausgebreitet und
werde auch dort gepflegt, wo das früher nicht üblich war. Was aus Sicht
des einzelnen Arbeitnehmers grundsätzlich nachvollziehbar und sinnvoll
sei, könne jedoch „zum Köder“ werden. Nämlich dann, wenn Unternehmen mit
praktisch grenzenlosem Einsatz kalkulieren – nach Ansicht der Forscher
sind beispielsweise kräftige langfristige Zuwächse bei atypischen oder
überlangen Arbeitszeiten ein Indiz dafür. Besonders problematisch sei es,
wenn Beschäftigte keine echten Möglichkeiten hätten, ihre
Arbeitsgestaltung mitzubestimmen. Neckel und Wagner resümieren typische
psychologische Fallbeschreibungen zum Burnout: „Die Identifikation mit der
Arbeit trieb die späteren Burnout-Patienten, je unzulänglicher die
Arbeitsbedingungen waren, in immer größeres Engagement, was schließlich
zum Erschöpfungszusammenbruch führte“.
Dass Burnout in den Medien prominent behandelt wird, halten die Soziologen
für durchaus positiv. Das Syndrom sei zu einem griffigen Symbol geworden,
über das „der Wandel der Arbeitswelt und die daraus entstehenden
psychischen Kosten, welche die Arbeitssoziologie teilweise bereits seit
Jahrzehnten beschrieben hatte“, nun verstärkt Thema in breiteren
gesellschaftlichen Debatten würden. Statt aus Überforderung resultierende
psychische Erkrankungen als individuelle Probleme abzutun, gerieten die
Schattenseiten einer übersteigerten Wettbewerbsgesellschaft in den Blick,
die die Arbeitskraft verschleiße. Nicht selten bereits in Vorauswahlen
oder Antragsprozessen für Projekte, die am Ende nie umgesetzt werden. Die
öffentliche Kritik könnte helfen, die Wirtschaft auf einen stärker
nachhaltigen Entwicklungspfad zu bringen, hoffen Neckel und Wagner. In
manchen Unternehmen seien schon Anzeichen dafür zu beobachten.
Anspruch an die eigene Arbeit – wo diese Faktoren zusammenkommen, steigt
das Burnout-Risiko. Soziologen sehen das Leiden als Symptom einer
entgrenzten Arbeits- und Wirtschaftsweise.
Begonnen hat es in der alternativen Nische. Als der amerikanische
Psychoanalytiker Herbert Freudenberger 1974 erstmals Fälle von Burnout
beschrieb, waren seine Patienten Sozialarbeiter und Lehrer, die wie er in
Spanish Harlem arbeiteten: hoch motiviert, politisch engagiert – und nach
Jahren frustriert durch die Erfahrung, dass sie trotz eines Einsatzes weit
jenseits normaler Arbeitszeiten im damaligen New Yorker Problemviertel
nicht wirklich etwas ändern konnten – eben „ausgebrannt“.
Die besondere Kombination aus hoher eigener Identifikation und
systematischer Überforderung von Beschäftigten sei ein Schlüssel, um zu
verstehen, warum sich Burnout stark ausgebreitet hat, schreiben Prof. Dr.
Sighard Neckel und Greta Wagner. Natürlich gab es immer schon harte Arbeit
und Stress. Trotzdem sei Burnout keineswegs nur eine Modediagnose, betonen
der Frankfurter Soziologie-Professor und seine Mitarbeiterin. Erschienen
ist ihr Aufsatz in den WSI-Mitteilungen, der Fachzeitschrift des
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B
öckler-Stiftung. Burnout spiegele vielmehr gewichtige Veränderungen in
Arbeitswelt und kapitalistischem Wirtschaftsmodell wider: „Unrealistische
Erwartungen an die Belastbarkeit von Mitarbeitern entstammen längst nicht
mehr dem Idealismus alternativer Milieus der 1970er-Jahre, sondern sind in
einer ökonomischen Kultur zur Regel geworden, die um jeden Preis auf
permanente Leistungssteigerung setzt.“
Zwei wesentliche Trends greifen nach Analyse der Wissenschaftler
ineinander:
Eine Selbstverantwortungs- und Wettbewerbslogik, die das Berufsleben
prägt, aber längst auch in den privaten Bereich hineinreicht – von der
Konkurrenz zwischen betrieblichen Profit-Centern über die Sorge um den
Schulerfolg der Kinder bis hin zur Castingshow im Fernsehen. Neckel und
Wagner sehen einen Zusammenhang zur „Ausbreitung des Neoliberalismus in
den 1990er-Jahren“. In deren Folge sei „es zu einer zeitlichen und
sachlichen Entgrenzung von Wettbewerben“ gekommen, „sodass Wettbewerbe
zunehmend die Sozialordnung als Ganzes bestimmten“.
Einerseits seien zuvor weitgehend nach anderen Logiken organisierte
Bereiche wie Hochschulen oder öffentliche Verwaltung in den Wettbewerb
einbezogen worden, so die Forscher. Zum anderen verkürzten sich für sehr
viele Erwerbstätige die Abstände, in denen „der erreichte Status wieder
zur Disposition gestellt und ,performativ‘ neu erkämpft werden“ musste.
Begünstigt wurde das durch Fortschritte in der Informationstechnik.
Leistungsfähige Computer bildeten eine zentrale Voraussetzung für
engmaschige Leistungs- und Erfolgskontrollen. Mobilgeräte eröffneten die
Möglichkeit, Beschäftigte dauernd zu erreichen. Hinzu kamen
Deregulierungen auf dem Arbeitsmarkt. Sie erleichterten beispielsweise die
Einrichtung befristeter Jobs, die der Analyse von Neckel und Wagner
zufolge „den Leistungsdruck auf die Mitarbeiter erhöhen und sie zwingen,
ihren Wert für die Organisation immer wieder von Neuem beweisen zu
müssen“.
Als zweiten, „subjektiven“ Faktor der Entgrenzung identifizieren die
Soziologen den Wunsch vieler Menschen, „dass die Arbeit mehr sein möge als
bloßer Lebensunterhalt“. Der Anspruch, sich im Beruf selbst zu
verwirklichen, habe sich seit Freudenbergers Zeiten stark ausgebreitet und
werde auch dort gepflegt, wo das früher nicht üblich war. Was aus Sicht
des einzelnen Arbeitnehmers grundsätzlich nachvollziehbar und sinnvoll
sei, könne jedoch „zum Köder“ werden. Nämlich dann, wenn Unternehmen mit
praktisch grenzenlosem Einsatz kalkulieren – nach Ansicht der Forscher
sind beispielsweise kräftige langfristige Zuwächse bei atypischen oder
überlangen Arbeitszeiten ein Indiz dafür. Besonders problematisch sei es,
wenn Beschäftigte keine echten Möglichkeiten hätten, ihre
Arbeitsgestaltung mitzubestimmen. Neckel und Wagner resümieren typische
psychologische Fallbeschreibungen zum Burnout: „Die Identifikation mit der
Arbeit trieb die späteren Burnout-Patienten, je unzulänglicher die
Arbeitsbedingungen waren, in immer größeres Engagement, was schließlich
zum Erschöpfungszusammenbruch führte“.
Dass Burnout in den Medien prominent behandelt wird, halten die Soziologen
für durchaus positiv. Das Syndrom sei zu einem griffigen Symbol geworden,
über das „der Wandel der Arbeitswelt und die daraus entstehenden
psychischen Kosten, welche die Arbeitssoziologie teilweise bereits seit
Jahrzehnten beschrieben hatte“, nun verstärkt Thema in breiteren
gesellschaftlichen Debatten würden. Statt aus Überforderung resultierende
psychische Erkrankungen als individuelle Probleme abzutun, gerieten die
Schattenseiten einer übersteigerten Wettbewerbsgesellschaft in den Blick,
die die Arbeitskraft verschleiße. Nicht selten bereits in Vorauswahlen
oder Antragsprozessen für Projekte, die am Ende nie umgesetzt werden. Die
öffentliche Kritik könnte helfen, die Wirtschaft auf einen stärker
nachhaltigen Entwicklungspfad zu bringen, hoffen Neckel und Wagner. In
manchen Unternehmen seien schon Anzeichen dafür zu beobachten.
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften www.bbaw.de
Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften hat fünf
Mitglieder dazu gewählt. Zum Mitglied kann berufen werden, wer sich durch
herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet hat.
Wolfgang Knöbl
Soziologie, Sozialwissenschaftliche Klasse, Jg. 1963
Wolfgang Knöbl gehört zu den führenden Soziologen Deutschlands auf dem
Gebiet der historischen Makrosoziologie. Sein vornehmliches Interesse gilt
der historisch-soziologischen Untersuchung von Modernisierungsprozessen
und der Erforschung des Phänomens der Gewalt in modernen Gesellschaften.
Er ist einer der wenigen Soziologen in Deutschland, für die der
Gesellschaftsvergleich systematischer Ausgangspunkt seiner Forschungen
ist. Seit 2002 hat er eine Professur für Soziologie an der Georg-August-
Universität Göttingen inne.
Kai A. Konrad
Ökonomie, Sozialwissenschaftliche Klasse, Jg. 1961
Kai A. Konrads wissenschaftliche Schwerpunkte liegen in der
volkwirtschaftlichen und finanzwissenschaftlichen Grundlagenforschung zu
Fragen nach dem Ursprung, der Funktionsweise und der Finanzierung von
Staaten und anderen Gemeinwesen. Er ist seit 2011 Direktor am Max-Planck-
Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen in München, seit 1999
ist er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der
Finanzen, von 2011 bis 2014 Vorsitzender dieses Gremiums.
Stefan Mundlos
Medizin, Biowissenschaftlich-medizinische Klasse, Jg. 1958
Stefan Mundlos ist ein international anerkannter Experte für erblich
bedingte Skelettfehlbildungen – ein Gebiet, das er seit beinahe 20 Jahren
klinisch, genetisch und zellbiologisch bearbeitet. Es gelang ihm, die
Ursache verschiedener Fehlbildungen zu identifizieren und damit u.a. den
Mechanismus sogenannter homöotischer Veränderungen – wie z. B. die
Umwandlung von Armen in Beine – aufzuklären. Er ist Ordinarius für
Medizinische Genetik und Humangenetik an der Charité Berlin und Leiter der
Forschungsgruppe „Development and Disease“ am Max-Planck-Institut für
molekulare Genetik in Berlin.
Felix Otto
Mathematik, Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse, Jg. 1966
Felix Ottos Forschungsschwerpunkt ist die Analysis. Da er darüber hinaus
wie nur wenige Analytiker auch die Modellierung und die numerische
Behandlung beherrscht, ist er in der Lage, schwierige komplexe Probleme
aus den Naturwissenschaften als Ganzes in den Blick zu nehmen, die
mathematische Struktur hinter scheinbar unterschiedliche Problemen zu
entdecken und neue, tiefgreifende mathematische Methoden zu deren Lösung
zu entwickeln. Auf diese Weise ist Felix Otto bereits in frühen Arbeiten
mit dem nach ihm benannten Otto-Kalkül eine bedeutende Entdeckung
gelungen, mit der sich u. a. viele fundamentale Ungleichungen der Analysis
in sehr einfacher Weise verstehen lassen. Felix Otto ist Direktor am Max-
Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig.
Markus Rapp
Atmosphärenphysik, Technikwissenschaftliche Klasse, Jg. 1970
Markus Rapp forscht auf dem Gebiet der thermischen und dynamischen
Struktur der Atmosphäre und der atmosphärischen Aerosolphysik. Er befasst
sich mit Streuprozessen elektromagnetischer Wellen, mit der Entwicklung
von in-situ-Messtechniken zum Einsatz auf Höhenforschungsraketen sowie mit
der Anwendung von Radar- und Lidar- Technik für die Fernerkundung der
mittleren Atmosphäre. Markus Rapp ist Direktor des Instituts für Physik
der Atmosphäre am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in We
ßling-Oberpfaffenhofen sowie Professor und Lehrstuhlinhaber für das Fach
Atmosphärenphysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Medizin am Abend DirektKontakt
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Gisela Lerch
Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Tel. 030/20370-657
Fax: 030/20370-366
E-Mail: lerch@bbaw.de
www.bbaw.de
Mitglieder dazu gewählt. Zum Mitglied kann berufen werden, wer sich durch
herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet hat.
Wolfgang Knöbl
Soziologie, Sozialwissenschaftliche Klasse, Jg. 1963
Wolfgang Knöbl gehört zu den führenden Soziologen Deutschlands auf dem
Gebiet der historischen Makrosoziologie. Sein vornehmliches Interesse gilt
der historisch-soziologischen Untersuchung von Modernisierungsprozessen
und der Erforschung des Phänomens der Gewalt in modernen Gesellschaften.
Er ist einer der wenigen Soziologen in Deutschland, für die der
Gesellschaftsvergleich systematischer Ausgangspunkt seiner Forschungen
ist. Seit 2002 hat er eine Professur für Soziologie an der Georg-August-
Universität Göttingen inne.
Kai A. Konrad
Ökonomie, Sozialwissenschaftliche Klasse, Jg. 1961
Kai A. Konrads wissenschaftliche Schwerpunkte liegen in der
volkwirtschaftlichen und finanzwissenschaftlichen Grundlagenforschung zu
Fragen nach dem Ursprung, der Funktionsweise und der Finanzierung von
Staaten und anderen Gemeinwesen. Er ist seit 2011 Direktor am Max-Planck-
Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen in München, seit 1999
ist er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der
Finanzen, von 2011 bis 2014 Vorsitzender dieses Gremiums.
Stefan Mundlos
Medizin, Biowissenschaftlich-medizinische Klasse, Jg. 1958
Stefan Mundlos ist ein international anerkannter Experte für erblich
bedingte Skelettfehlbildungen – ein Gebiet, das er seit beinahe 20 Jahren
klinisch, genetisch und zellbiologisch bearbeitet. Es gelang ihm, die
Ursache verschiedener Fehlbildungen zu identifizieren und damit u.a. den
Mechanismus sogenannter homöotischer Veränderungen – wie z. B. die
Umwandlung von Armen in Beine – aufzuklären. Er ist Ordinarius für
Medizinische Genetik und Humangenetik an der Charité Berlin und Leiter der
Forschungsgruppe „Development and Disease“ am Max-Planck-Institut für
molekulare Genetik in Berlin.
Felix Otto
Mathematik, Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse, Jg. 1966
Felix Ottos Forschungsschwerpunkt ist die Analysis. Da er darüber hinaus
wie nur wenige Analytiker auch die Modellierung und die numerische
Behandlung beherrscht, ist er in der Lage, schwierige komplexe Probleme
aus den Naturwissenschaften als Ganzes in den Blick zu nehmen, die
mathematische Struktur hinter scheinbar unterschiedliche Problemen zu
entdecken und neue, tiefgreifende mathematische Methoden zu deren Lösung
zu entwickeln. Auf diese Weise ist Felix Otto bereits in frühen Arbeiten
mit dem nach ihm benannten Otto-Kalkül eine bedeutende Entdeckung
gelungen, mit der sich u. a. viele fundamentale Ungleichungen der Analysis
in sehr einfacher Weise verstehen lassen. Felix Otto ist Direktor am Max-
Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig.
Markus Rapp
Atmosphärenphysik, Technikwissenschaftliche Klasse, Jg. 1970
Markus Rapp forscht auf dem Gebiet der thermischen und dynamischen
Struktur der Atmosphäre und der atmosphärischen Aerosolphysik. Er befasst
sich mit Streuprozessen elektromagnetischer Wellen, mit der Entwicklung
von in-situ-Messtechniken zum Einsatz auf Höhenforschungsraketen sowie mit
der Anwendung von Radar- und Lidar- Technik für die Fernerkundung der
mittleren Atmosphäre. Markus Rapp ist Direktor des Instituts für Physik
der Atmosphäre am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in We
ßling-Oberpfaffenhofen sowie Professor und Lehrstuhlinhaber für das Fach
Atmosphärenphysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Medizin am Abend DirektKontakt
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Gisela Lerch
Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Tel. 030/20370-657
Fax: 030/20370-366
E-Mail: lerch@bbaw.de
www.bbaw.de
Jugendliche zeigen häufig Symptome von Depersonalisation
Viele Kinder und Jugendliche leiden unter einer eingeschränkten
psychischen Gesundheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative
Befragung, die die Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz unter 3.809 Schülern im Alter
von 12 bis 18 Jahren in Rheinland-Pfalz durchgeführt hat. Rund 32 Prozent
der Schüler wiesen ein erhebliches Ausmaß an psychischer Belastung auf. 12
Prozent der befragten Schüler waren durch Symptome von Depersonalisation
belastet. Sie berichteten über unangenehme Erfahrungen, sich von sich
selbst und der Umwelt abgetrennt zu empfinden oder sich selbst und die
Umwelt als unwirklich zu erleben.
Die Studienergebnisse wurden jüngst in der Fachzeitschrift „Social
Psychiatry and Psychiatric Epidemiology“ publiziert.
„… seine Stimme klang wie die eines Fremden“ – so lässt der japanische
Erfolgsautor Haruki Murakmi in seinem Roman „Die Pilgerjahre des farblosen
Herrn Tazaki” seine Hauptfigur dessen Unwirklichkeitsgefühle beschreiben.
Der Protagonist fühlt sich verändert, fremd, empfindet sich als unwirklich
und beobachtet als Zuschauer sein Handeln und Tun. Er leidet unter
Depersonalisation. Der Verlust bzw. die Veränderung des ursprünglichen,
natürlichen Persönlichkeitsgefühls und ein Gefühl von Unwirklichkeit sind
jedoch für viele Menschen keine Fiktion, sondern im schlimmsten Fall
alltägliche Realität.
In der Phase des Heranwachsens von Jugendlichen, der sogenannten
Adoleszenz, sind Symptome von Depersonalisation nicht selten. In der
Befragung gaben insgesamt 47 Prozent der befragten Schüler an, zumindest
an einzelnen Tagen in den letzten zwei Wochen durch solche Symptome
belastet gewesen zu sein. Dass 12 Prozent der Schüler stark belastende
Symptome von Depersonalisation bekundeten, überraschte die Mainzer
Forscher jedoch. Damit wies die Schülergruppe deutlich häufiger starke
Symptome von Depersonalisation auf als die Allgemeinbevölkerung, in der
dies nur mit einer Häufigkeit von ein bis zwei Prozent vorkommt. Von einer
sehr hohen allgemeinen psychischen Belastung berichteten darüber hinaus
rund 32 Prozent der 12- bis 18-jährigen Schüler in Rheinland-Pfalz. Das
Ausmaß an psychischer Belastung entspricht jener von Jugendlichen, die
sich wegen seelischer Erkrankungen in stationärer Behandlung befinden.
Bei genauerer Untersuchung der betroffenen Befragten stellte sich heraus,
dass Schüler, die Nikotin und Cannabis konsumierten häufig unter
Depersonalisation litten. Ganz besonders eng, so PD Dr. Matthias Michal,
stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische
Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz, hing starke
Depersonalisation zusammen mit sozialen Ängsten, männlichem Geschlecht,
geringerer Schulqualifikation, stark verminderter Selbstwirksamkeit und
schlechteren Fertigkeiten, Probleme konstruktiv zu lösen.
Obgleich Depersonalisation kein neues und kein seltenes Phänomen ist, gibt
es wenig Forschung dazu. Angesichts der Häufigkeit klinisch relevanter
Depersonalisation sehen die Mainzer Forscher jedoch noch viel
Forschungsbedarf. „Zum einen sind Längsschnittuntersuchungen wichtig, um
zu überprüfen, wie sich die Depersonalisation im Verlauf entwickelt. Zum
anderen bedarf es auch vermehrt klinischer Studien, um Betroffenen besser
helfen zu können“, so PD Dr. Matthias Michal.
Weitere Informationen zur Publikation:
Prevalence and correlates of depersonalization in students aged 12-18
years in Germany. Michal M, Duven E, Giralt S, Dreier M, Müller KW, Adler
J, Beutel ME, Wölfling K.
Soc Psychiatry Psychiatr Epidemiol. 2014 Sep 9.
http://link.springer.com/article/10.1007/s00127-014-0957-2
Medizin am Abend DirektKontakt
PD Dr. Matthias Michal,
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie,
Universitätsmedizin Mainz, Tel: 06131 / 17-3567, Fax: 06131 / 17-5563,
E-Mail: matthias.michal@unimedizin-mainz.de
psychischen Gesundheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative
Befragung, die die Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz unter 3.809 Schülern im Alter
von 12 bis 18 Jahren in Rheinland-Pfalz durchgeführt hat. Rund 32 Prozent
der Schüler wiesen ein erhebliches Ausmaß an psychischer Belastung auf. 12
Prozent der befragten Schüler waren durch Symptome von Depersonalisation
belastet. Sie berichteten über unangenehme Erfahrungen, sich von sich
selbst und der Umwelt abgetrennt zu empfinden oder sich selbst und die
Umwelt als unwirklich zu erleben.
Die Studienergebnisse wurden jüngst in der Fachzeitschrift „Social
Psychiatry and Psychiatric Epidemiology“ publiziert.
„… seine Stimme klang wie die eines Fremden“ – so lässt der japanische
Erfolgsautor Haruki Murakmi in seinem Roman „Die Pilgerjahre des farblosen
Herrn Tazaki” seine Hauptfigur dessen Unwirklichkeitsgefühle beschreiben.
Der Protagonist fühlt sich verändert, fremd, empfindet sich als unwirklich
und beobachtet als Zuschauer sein Handeln und Tun. Er leidet unter
Depersonalisation. Der Verlust bzw. die Veränderung des ursprünglichen,
natürlichen Persönlichkeitsgefühls und ein Gefühl von Unwirklichkeit sind
jedoch für viele Menschen keine Fiktion, sondern im schlimmsten Fall
alltägliche Realität.
In der Phase des Heranwachsens von Jugendlichen, der sogenannten
Adoleszenz, sind Symptome von Depersonalisation nicht selten. In der
Befragung gaben insgesamt 47 Prozent der befragten Schüler an, zumindest
an einzelnen Tagen in den letzten zwei Wochen durch solche Symptome
belastet gewesen zu sein. Dass 12 Prozent der Schüler stark belastende
Symptome von Depersonalisation bekundeten, überraschte die Mainzer
Forscher jedoch. Damit wies die Schülergruppe deutlich häufiger starke
Symptome von Depersonalisation auf als die Allgemeinbevölkerung, in der
dies nur mit einer Häufigkeit von ein bis zwei Prozent vorkommt. Von einer
sehr hohen allgemeinen psychischen Belastung berichteten darüber hinaus
rund 32 Prozent der 12- bis 18-jährigen Schüler in Rheinland-Pfalz. Das
Ausmaß an psychischer Belastung entspricht jener von Jugendlichen, die
sich wegen seelischer Erkrankungen in stationärer Behandlung befinden.
Bei genauerer Untersuchung der betroffenen Befragten stellte sich heraus,
dass Schüler, die Nikotin und Cannabis konsumierten häufig unter
Depersonalisation litten. Ganz besonders eng, so PD Dr. Matthias Michal,
stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische
Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz, hing starke
Depersonalisation zusammen mit sozialen Ängsten, männlichem Geschlecht,
geringerer Schulqualifikation, stark verminderter Selbstwirksamkeit und
schlechteren Fertigkeiten, Probleme konstruktiv zu lösen.
Obgleich Depersonalisation kein neues und kein seltenes Phänomen ist, gibt
es wenig Forschung dazu. Angesichts der Häufigkeit klinisch relevanter
Depersonalisation sehen die Mainzer Forscher jedoch noch viel
Forschungsbedarf. „Zum einen sind Längsschnittuntersuchungen wichtig, um
zu überprüfen, wie sich die Depersonalisation im Verlauf entwickelt. Zum
anderen bedarf es auch vermehrt klinischer Studien, um Betroffenen besser
helfen zu können“, so PD Dr. Matthias Michal.
Weitere Informationen zur Publikation:
Prevalence and correlates of depersonalization in students aged 12-18
years in Germany. Michal M, Duven E, Giralt S, Dreier M, Müller KW, Adler
J, Beutel ME, Wölfling K.
Soc Psychiatry Psychiatr Epidemiol. 2014 Sep 9.
http://link.springer.com/article/10.1007/s00127-014-0957-2
Medizin am Abend DirektKontakt
PD Dr. Matthias Michal,
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie,
Universitätsmedizin Mainz, Tel: 06131 / 17-3567, Fax: 06131 / 17-5563,
E-Mail: matthias.michal@unimedizin-mainz.de
Ab 1. Januar 2017: Pflegebedürftigkeitsbegriff
Ab 1. Januar 2017 soll es einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff
geben. Das machte Ingrid Fischbach (CDU), Parlamentarische
Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, am Montag vor dem
Petitionsausschuss deutlich. Mit Beginn des Jahres 2015 würden die
parlamentarischen Vorbereitungen für den zweiten Teil des
Pflegestärkungsgesetzes beginnen, sagte die Staatssekretärin während
einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses, bei der eine Petition mit
der Forderung nach einer Reform der Pflegeversicherung auf der Grundlage
eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, „der den Hilfebedarf eines
Menschen ganzheitlich, also unter Einbeziehung von seelischen, geistigen
und körperlichen Einschränkungen, beurteilt“, beraten wurde.
Der Petent Jens Kaffenberger, Bundesgeschäftsführer beim Sozialverband VdK Deutschland, begründete sein Anliegen damit, dass derzeit Menschen mit Demenz in der Pflegeversicherung benachteiligt würden. „Noch immer werden geistige und psychische Beeinträchtigungen weniger berücksichtigt als körperliche Ursachen von Pflegebedürftigkeit“, sagte er. In der vergangenen Legislaturperiode seien „als Übergangsregelung“ die Leistungen für Demenzkranke zwar etwas verbessert worden. „Eine echte Gleichstellung von Menschen mit Demenz steht aber noch aus“, urteilte Kaffenberger während der Sitzung.
Aus Sicht des Petenten ist es auch nicht nachvollziehbar, warum dies erst ab 2017 passieren soll. „Seit 2008 liegen einführungsreife Vorschläge auf dem Tisch“, sagte Kaffenberger, selbst in der Zeit von 2006 bis 2009 Mitglied des Expertenbeirats zur Überprüfung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs. Diese Vorschläge hätten von der aktuellen Bundesregierung „sofort nach Regierungsbildung“ umgesetzt werden können, urteilte er.
Dass dies nicht geschehen sei, begründete Gesundheits-Staatssekretärin Fischbach mit dem Bedarf nach weiteren Gutachten. „Die Daten von 2008 sind ja nun nicht gerade aktuell“, sagte sie. Die Bundesregierung habe bei den Gutachten Druck gemacht, so dass diese Anfang 2015 vorliegen würden. „Der 1. Januar 2017 ist der Beginn des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes“, stellte sie nochmals klar. Das habe im Übrigen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) schon mehrfach öffentlich gesagt.
Fischbach machte zudem deutlich, dass es durch die Besserstellung von dementen und kognitiv eingeschränkten Patienten „keine Einsparungen von Leistungen“ auf anderen Ebenen geben werde. Bei den Kosten gehe die Bundesregierung von einer Erhöhung der Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,2 Prozentpunkte aus.
Der Petent Jens Kaffenberger, Bundesgeschäftsführer beim Sozialverband VdK Deutschland, begründete sein Anliegen damit, dass derzeit Menschen mit Demenz in der Pflegeversicherung benachteiligt würden. „Noch immer werden geistige und psychische Beeinträchtigungen weniger berücksichtigt als körperliche Ursachen von Pflegebedürftigkeit“, sagte er. In der vergangenen Legislaturperiode seien „als Übergangsregelung“ die Leistungen für Demenzkranke zwar etwas verbessert worden. „Eine echte Gleichstellung von Menschen mit Demenz steht aber noch aus“, urteilte Kaffenberger während der Sitzung.
Aus Sicht des Petenten ist es auch nicht nachvollziehbar, warum dies erst ab 2017 passieren soll. „Seit 2008 liegen einführungsreife Vorschläge auf dem Tisch“, sagte Kaffenberger, selbst in der Zeit von 2006 bis 2009 Mitglied des Expertenbeirats zur Überprüfung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs. Diese Vorschläge hätten von der aktuellen Bundesregierung „sofort nach Regierungsbildung“ umgesetzt werden können, urteilte er.
Dass dies nicht geschehen sei, begründete Gesundheits-Staatssekretärin Fischbach mit dem Bedarf nach weiteren Gutachten. „Die Daten von 2008 sind ja nun nicht gerade aktuell“, sagte sie. Die Bundesregierung habe bei den Gutachten Druck gemacht, so dass diese Anfang 2015 vorliegen würden. „Der 1. Januar 2017 ist der Beginn des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes“, stellte sie nochmals klar. Das habe im Übrigen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) schon mehrfach öffentlich gesagt.
Fischbach machte zudem deutlich, dass es durch die Besserstellung von dementen und kognitiv eingeschränkten Patienten „keine Einsparungen von Leistungen“ auf anderen Ebenen geben werde. Bei den Kosten gehe die Bundesregierung von einer Erhöhung der Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,2 Prozentpunkte aus.
Gendermedizin: Feierabend - Me Time
Das Nationalheiligtum der Deutschen - ihr Feierabend. Im Durchschnitt
haben wir über drei Stunden freie Zeit am Abend und die wollen wir in
vollen Zügen genießen.
Doch die Freitz macht Lust auf mehr: 51 Prozent der Deutschen wünschen sich noch mehr Me-Time am Abend, 23 Prozent wünschen sich mehr Zeit für bewussten Genuss. Das ergab die repräsentative Lidl-Feierabendstudie*. Doch blicken wir einmal über den Couchtisch hinaus: Im internationalen Vergleich stehen wir recht königlich da!
Schon das Wort Feierabend verschafft uns international ein Alleinstellungsmerkmal.
Die Engländer haben ihn nicht, die Franzosen auch nicht: Der Feierabend fehlt in ihrem Wortschatz. Die Polen und Slowaken haben ihren Feierabend aus dem Deutschen abgeleitet und sprechen von "fajrant" bzw. "fajront". Die Japaner rufen sich "o-sakini" zu, was so viel bedeutet wie "Sorry, ich gehe vor euch!". Die Zurückbleibenden rufen daraufhin "o-tsukaresama", sprich "Du musst müde sein!". Soweit lassen es aber die wenigsten Japaner kommen, denn früher gehen ist nicht gern gesehen und so siedeln die meisten lieber geschlossen vom Büro in die Karaokebar über.
Laut OECD läuten die Deutschen ihren Feierabend grundsätzlich früher ein als viele andere Nationen. Auf unserem Arbeitsstundenkonto stehen pro Jahr 1.393 Stunden. Die Franzosen bringen es auf 1.479 Stunden, die Engländer auf 1.654 Stunden. Noch länger als die Japaner (mit 1.745 Arbeitsstunden pro Jahr) arbeiten Italiener (1.752), Amerikaner (1.790) und Griechen (2.034) auf ihren Feierabend hin.
Und wie verbringen wir unseren Feierabend?
Während Japaner gern zu einem Glas Sake ihr Gesangstalent unter Beweis stellen, ist für Engländer das Pub die Feierabend-Location. Bei Ale, Porter oder auch mal einem Glas Wein wird mit den Kollegen auf das gemeinsame Tagewerk angestoßen.
Couchtisch statt Stammtisch heißt es hingegen in Deutschland: Nur drei Prozent der Befragten gehen nach der Arbeit mit Kollegen noch etwas trinken, mehr als die Hälfte (56 Prozent) dagegen verbringt den Abend daheim. Das klingt ungesellig, ist es aber nicht. Denn für 52 Prozent der Deutschen ist eine gemütliche Runde mit Freunden oder der Familie der beste Grund eine gute Flasche Wein zu öffnen.
Für 50 Prozent der Männer wird der Abend dabei erst mit dem richtigen Rotwein rund, während 63 Prozent der Frauen den spritzigen Charakter von Weißwein schätzen. Doch egal, ob Rot oder Weiß: Im Savoir-vivre macht den Deutschen keiner so leicht etwas vor. Sie sind schließlich echte Feierabendkönige und -königinnen und können sich jetzt auf die Deluxe-Wochen ab Montag, den 8.12., freuen: Denn dann erweitern ausgewählte französische Weine das Lidl-Weinsortiment.
* Die forsa-Studie "So schaltet Deutschland ab" wurde im Juli 2014 im Auftrag von Lidl durchgeführt. Dabei wurden 1.010 Deutsche im Alter von 18 bis 49 Jahren im Rahmen des repräsentativen forsa.omninet-Panels (In-Home-Befragung am PC oder TV) befragt. Die abgefragten Themen der Studie sind das Freizeit-, Medien- und Genussverhalten der Deutschen während des Feierabends.
Medizin am Abend DirektKontakt
Die Studienergebnisse erhalten Sie auf Anfrage gern als PDF unter caf@fischerappelt.de
Quelle Arbeitszeiten: http://www.zeit.de/karriere/2014-05/arbeitszeit-oecd-infografik
Doch die Freitz macht Lust auf mehr: 51 Prozent der Deutschen wünschen sich noch mehr Me-Time am Abend, 23 Prozent wünschen sich mehr Zeit für bewussten Genuss. Das ergab die repräsentative Lidl-Feierabendstudie*. Doch blicken wir einmal über den Couchtisch hinaus: Im internationalen Vergleich stehen wir recht königlich da!
Schon das Wort Feierabend verschafft uns international ein Alleinstellungsmerkmal.
Die Engländer haben ihn nicht, die Franzosen auch nicht: Der Feierabend fehlt in ihrem Wortschatz. Die Polen und Slowaken haben ihren Feierabend aus dem Deutschen abgeleitet und sprechen von "fajrant" bzw. "fajront". Die Japaner rufen sich "o-sakini" zu, was so viel bedeutet wie "Sorry, ich gehe vor euch!". Die Zurückbleibenden rufen daraufhin "o-tsukaresama", sprich "Du musst müde sein!". Soweit lassen es aber die wenigsten Japaner kommen, denn früher gehen ist nicht gern gesehen und so siedeln die meisten lieber geschlossen vom Büro in die Karaokebar über.
Laut OECD läuten die Deutschen ihren Feierabend grundsätzlich früher ein als viele andere Nationen. Auf unserem Arbeitsstundenkonto stehen pro Jahr 1.393 Stunden. Die Franzosen bringen es auf 1.479 Stunden, die Engländer auf 1.654 Stunden. Noch länger als die Japaner (mit 1.745 Arbeitsstunden pro Jahr) arbeiten Italiener (1.752), Amerikaner (1.790) und Griechen (2.034) auf ihren Feierabend hin.
Und wie verbringen wir unseren Feierabend?
Während Japaner gern zu einem Glas Sake ihr Gesangstalent unter Beweis stellen, ist für Engländer das Pub die Feierabend-Location. Bei Ale, Porter oder auch mal einem Glas Wein wird mit den Kollegen auf das gemeinsame Tagewerk angestoßen.
Couchtisch statt Stammtisch heißt es hingegen in Deutschland: Nur drei Prozent der Befragten gehen nach der Arbeit mit Kollegen noch etwas trinken, mehr als die Hälfte (56 Prozent) dagegen verbringt den Abend daheim. Das klingt ungesellig, ist es aber nicht. Denn für 52 Prozent der Deutschen ist eine gemütliche Runde mit Freunden oder der Familie der beste Grund eine gute Flasche Wein zu öffnen.
Für 50 Prozent der Männer wird der Abend dabei erst mit dem richtigen Rotwein rund, während 63 Prozent der Frauen den spritzigen Charakter von Weißwein schätzen. Doch egal, ob Rot oder Weiß: Im Savoir-vivre macht den Deutschen keiner so leicht etwas vor. Sie sind schließlich echte Feierabendkönige und -königinnen und können sich jetzt auf die Deluxe-Wochen ab Montag, den 8.12., freuen: Denn dann erweitern ausgewählte französische Weine das Lidl-Weinsortiment.
* Die forsa-Studie "So schaltet Deutschland ab" wurde im Juli 2014 im Auftrag von Lidl durchgeführt. Dabei wurden 1.010 Deutsche im Alter von 18 bis 49 Jahren im Rahmen des repräsentativen forsa.omninet-Panels (In-Home-Befragung am PC oder TV) befragt. Die abgefragten Themen der Studie sind das Freizeit-, Medien- und Genussverhalten der Deutschen während des Feierabends.
Medizin am Abend DirektKontakt
Die Studienergebnisse erhalten Sie auf Anfrage gern als PDF unter caf@fischerappelt.de
Quelle Arbeitszeiten: http://www.zeit.de/karriere/2014-05/arbeitszeit-oecd-infografik
Lidl
Das Handelsunternehmen Lidl gehört zu den führenden Unternehmenim Lebensmittel-Einzelhandel in Deutschland. Mittlerweile ist das Unternehmen in ganz Europa aktiv. In Deutschland sorgen 38 rechtlich selbstständige Regionalgesellschaften mit rund 3.300 Filialen und über 70.000 Mitarbeitern für die Zufriedenheit der Kunden.
Lidl Deutschland: Telefon: 0 71 32/30 60 90
360° MFA - TOP: Magersucht Anorexia nervosa
Medizin am Abend Fazit:
Dresdner Studie birgt Hoffnung für Patienten mit Magersucht
Ein Forscherteam um Stefan Ehrlich, Professor für Angewandte
Entwicklungsneurowissenschaften an der Klinik für Kinder- und
Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Universitätsklinikums Carl
Gustav Carus Dresden an der TU Dresden, untersuchte die Auswirkungen der
schweren Essstörung Anorexia nervosa – gemeinhin als Magersucht bezeichnet
– auf bestimmte Hirnstrukturen. In der jetzt im hochangesehenen Fachblatt
„Biological Psychiatry“ veröffentlichten Studie präsentieren die
Wissenschaftler ihre Ergebnisse, die sie mittels einer in diesem
Zusammenhang weltweit erstmals eingesetzten Methode mit mehr als 100.000
über die gesamte Hirnoberfläche verteilten Messpunkten ermittelten.
In der Publikation (http://dx.doi.org/10.1016/j.biopsych.2014.09.005)
berichten die Dresdner Forsicher, dass sich die im akuten Stadium einer
Magersucht auftretende starke Verringerung der Dicke der Hirnrinde,
genauer der grauen Substanz, bei vollständiger Therapie der Essstörung
meist komplett wiederherstellt.
Bisherige Studien betrachteten die Veränderungen des Volumens oder der
Dichte der grauen Substanz des Hirns betroffener Patienten, ohne den
genauen Bereich eingrenzen zu können. Die jetzt durch die Dresdner
Wissenschaftler an einer großen Stichprobe von Patientinnen mit Anorexia
nervosa weltweit erstmals eingesetzte Messung der Dicke der Hirnrinde an
über 100.000 verschiedenen Punkten unter Einsatz eines hochauflösenden
Magnetresonanztomographen (MRT) kann die Schrumpfung der grauen Substanz in der Hirnrinde sub-millimeter-genau erfassen. Gefunden wurde eine
drastisch verringerte Dicke der Hirnrinde in fast allen Bereichen des
Großhirns. Auch in der Tiefe des Gehirns sind die Volumen der grauen
Substanz verringert. „Das Ausmaß der Veränderungen am Hirn, also die
Verringerung der Dicke der grauen Substanz infolge einer akuten
Magersucht, ist den bei einer Alzheimer-Erkrankung beobachtbaren
Abbauprozessen sehr ähnlich“, beschreibt Prof. Stefan Ehrlich die Folgen
der Essstörung.
Die Messungen bei den Studienteilnehmern erfolgten zum Zeitpunkt der
Aufnahme am Dresdner Universitätsklinikum und im Schnitt 12 Monate nach
einer erfolgreich abgeschlossenen Therapie mit vollständiger Herstellung
des Normalgewichts, normalem Essverhalten und mit einer normalen
Menstruation. Etwa 50 Prozent der behandelten Patienten können langfristig
diese Kriterien erreichen – es ist für die Betroffenen ein extrem harter
Weg bis zu einer völligen und dauerhaften Wiederherstellung.
„In unserer Stichprobe konnten wir bei den erfolgreich therapierten
Patienten eine vollständige Wiederherstellung der Schichtdicke der grauen
Substanz beobachten“, erläutert Prof. Ehrlich das für die Betroffenen
hoffnungsvolle Ergebnis. Doch die Magersucht verändert neben den
Hirnstrukturen noch etliche weitere Bereiche und Prozesse mit oft
schwierigen langfristigen Folgen, die nicht umkehrbar sind. Dazu gehört
beispielsweise die verstärkte Osteoporose, also der Abbau an
Knochensubstanz.
FOCUS-Ranking TOP-Mediziner 2014
Im renommierten Ranking der Zeitschrift FOCUS wurde Prof. Stefan Ehrlich
auf Basis einer unabhängigen Datenerhebung als Top-Mediziner im Bereich
Essstörungen in die Ärzteliste 2014 aufgenommen. In die Bewertung gingen
unter anderem große Umfragen in Zusammenarbeit mit medizinischen
Fachgesellschaften, wissenschaftliche Publikationen sowie Empfehlungen von
Patientenverbänden, Selbsthilfegruppen, Klinikchefs, Oberärzten und
niedergelassenen Medizinern ein.
Die Behandlung von Essstörungen bildet einen Schwerpunkt der Klinik und
Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie des
Universitätsklinikums Dresden. Patienten aus ganz Deutschland kommen wegen
dieser Expertise an die Dresdner Klinik. Zu den Angeboten gehören am
„Zentrum für Essstörungen“ eine Spezialambulanz und eine Spezialstation
für Essstörungen sowie eine Familientagesklinik, an der eine
Multifamilientherapie angeboten wird.
Publikation:
Joseph A. King, Daniel Geisler, Franziska Ritschel, Ilka Schober, Maria
Seidel, Benjamin Roschinski, Laura Soltwedel, Johannes Zwipp, Gerit Pfuhl,
PhD, Michael Marxen, PhD, Veit Roessner, MD, Stefan Ehrlich, MD: Global
Cortical Thinning in Acute Anorexia Nervosa Normalizes Following Long-Term
Weight Restoration; in: Biological Psychiatry,
http://dx.doi.org/10.1016/j.biopsych.2014.09.005
Medizin am Abend DirektKontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
Prof. Stefan Ehrlich
Tel. +49 (0)351 458-2244
Fax +49 (0)351 458-5754
E-Mail: stefan.ehrlich@uniklinikum-dresden.de
Dresdner Studie birgt Hoffnung für Patienten mit Magersucht
Ein Forscherteam um Stefan Ehrlich, Professor für Angewandte
Entwicklungsneurowissenschaften an der Klinik für Kinder- und
Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Universitätsklinikums Carl
Gustav Carus Dresden an der TU Dresden, untersuchte die Auswirkungen der
schweren Essstörung Anorexia nervosa – gemeinhin als Magersucht bezeichnet
– auf bestimmte Hirnstrukturen. In der jetzt im hochangesehenen Fachblatt
„Biological Psychiatry“ veröffentlichten Studie präsentieren die
Wissenschaftler ihre Ergebnisse, die sie mittels einer in diesem
Zusammenhang weltweit erstmals eingesetzten Methode mit mehr als 100.000
über die gesamte Hirnoberfläche verteilten Messpunkten ermittelten.
In der Publikation (http://dx.doi.org/10.1016/j.biopsych.2014.09.005)
berichten die Dresdner Forsicher, dass sich die im akuten Stadium einer
Magersucht auftretende starke Verringerung der Dicke der Hirnrinde,
genauer der grauen Substanz, bei vollständiger Therapie der Essstörung
meist komplett wiederherstellt.
Bisherige Studien betrachteten die Veränderungen des Volumens oder der
Dichte der grauen Substanz des Hirns betroffener Patienten, ohne den
genauen Bereich eingrenzen zu können. Die jetzt durch die Dresdner
Wissenschaftler an einer großen Stichprobe von Patientinnen mit Anorexia
nervosa weltweit erstmals eingesetzte Messung der Dicke der Hirnrinde an
über 100.000 verschiedenen Punkten unter Einsatz eines hochauflösenden
Magnetresonanztomographen (MRT) kann die Schrumpfung der grauen Substanz in der Hirnrinde sub-millimeter-genau erfassen. Gefunden wurde eine
drastisch verringerte Dicke der Hirnrinde in fast allen Bereichen des
Großhirns. Auch in der Tiefe des Gehirns sind die Volumen der grauen
Substanz verringert. „Das Ausmaß der Veränderungen am Hirn, also die
Verringerung der Dicke der grauen Substanz infolge einer akuten
Magersucht, ist den bei einer Alzheimer-Erkrankung beobachtbaren
Abbauprozessen sehr ähnlich“, beschreibt Prof. Stefan Ehrlich die Folgen
der Essstörung.
Die Messungen bei den Studienteilnehmern erfolgten zum Zeitpunkt der
Aufnahme am Dresdner Universitätsklinikum und im Schnitt 12 Monate nach
einer erfolgreich abgeschlossenen Therapie mit vollständiger Herstellung
des Normalgewichts, normalem Essverhalten und mit einer normalen
Menstruation. Etwa 50 Prozent der behandelten Patienten können langfristig
diese Kriterien erreichen – es ist für die Betroffenen ein extrem harter
Weg bis zu einer völligen und dauerhaften Wiederherstellung.
„In unserer Stichprobe konnten wir bei den erfolgreich therapierten
Patienten eine vollständige Wiederherstellung der Schichtdicke der grauen
Substanz beobachten“, erläutert Prof. Ehrlich das für die Betroffenen
hoffnungsvolle Ergebnis. Doch die Magersucht verändert neben den
Hirnstrukturen noch etliche weitere Bereiche und Prozesse mit oft
schwierigen langfristigen Folgen, die nicht umkehrbar sind. Dazu gehört
beispielsweise die verstärkte Osteoporose, also der Abbau an
Knochensubstanz.
FOCUS-Ranking TOP-Mediziner 2014
Im renommierten Ranking der Zeitschrift FOCUS wurde Prof. Stefan Ehrlich
auf Basis einer unabhängigen Datenerhebung als Top-Mediziner im Bereich
Essstörungen in die Ärzteliste 2014 aufgenommen. In die Bewertung gingen
unter anderem große Umfragen in Zusammenarbeit mit medizinischen
Fachgesellschaften, wissenschaftliche Publikationen sowie Empfehlungen von
Patientenverbänden, Selbsthilfegruppen, Klinikchefs, Oberärzten und
niedergelassenen Medizinern ein.
Die Behandlung von Essstörungen bildet einen Schwerpunkt der Klinik und
Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie des
Universitätsklinikums Dresden. Patienten aus ganz Deutschland kommen wegen
dieser Expertise an die Dresdner Klinik. Zu den Angeboten gehören am
„Zentrum für Essstörungen“ eine Spezialambulanz und eine Spezialstation
für Essstörungen sowie eine Familientagesklinik, an der eine
Multifamilientherapie angeboten wird.
Publikation:
Joseph A. King, Daniel Geisler, Franziska Ritschel, Ilka Schober, Maria
Seidel, Benjamin Roschinski, Laura Soltwedel, Johannes Zwipp, Gerit Pfuhl,
PhD, Michael Marxen, PhD, Veit Roessner, MD, Stefan Ehrlich, MD: Global
Cortical Thinning in Acute Anorexia Nervosa Normalizes Following Long-Term
Weight Restoration; in: Biological Psychiatry,
http://dx.doi.org/10.1016/j.biopsych.2014.09.005
Medizin am Abend DirektKontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
Prof. Stefan Ehrlich
Tel. +49 (0)351 458-2244
Fax +49 (0)351 458-5754
E-Mail: stefan.ehrlich@uniklinikum-dresden.de
90% Nettolohn: Familienpflegezeit
Der Familienausschuss hat das von Bundesfamilienministerin Manuela
Schwesig (SPD) vorgelegte Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie,
Pflege und Beruf 18/3214
in geänderter Fassung gebilligt. Für den Gesetzentwurf in der
Ausschussfassung stimmten die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD. Die
Oppositionsfraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen stimmten
dagegen. Mit dem Gesetz, über das Bundestag am Donnerstag abschließend
beraten wird, werden die derzeitigen Gesetze zur Familienpflegezeit und
zur Pflegezeit novelliert.
Durch das Gesetz wird ab kommendem Jahr ein Rechtsanspruch auf eine bis zu 24-monatige Familienpflegezeit eingeführt. In dieser Zeit können Beschäftigte ihre Arbeitszeit auf bis zu 15 Wochenstunden reduzieren, um einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen zu betreuen. Um den Verdienstausfall zu kompensieren, soll ein zinsloses Darlehen durch den Staat gezahlt werden. Der Rechtsanspruch auf die Familienpflegezeit soll jedoch nur für Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 25 Beschäftigte gelten. Im ursprünglichen Gesetzentwurf hatte der Rechtsanspruch bereits ab einer Betriebsgröße von 15 Beschäftigten gegolten. Der Ausschuss veränderte die Gesetzesvorlage durch einen entsprechenden Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen. Die Unionsfraktion begrüßte dies ausdrücklich, um kleine und mittlere Betriebe zu entlasten. Linke und Grüne kritisierten diese Änderung scharf. Dadurch würden zu viele Menschen vom Rechtsanspruch ausgeschlossen. Das Gesetz habe vorher schon kaum Verbesserungen gebracht, jetzt werde gänzlich im Sinne der Wirtschaftsfreundlichkeit konterkariert. Die SPD-Fraktion hielt dieser Kritik entgegen, dass trotz der Änderung noch immer 70 Prozent der Arbeitnehmer in den Genuss des Rechtsanspruches kämen.
Zudem wird mit dem Gesetz eine Lohnersatzleistung in Höhe von 90 Prozent des Nettogehaltes eingeführt. Sie wird an Beschäftigte gezahlt, wenn diese eine zehntägige Berufsauszeit nehmen, um die Pflege eines nahen Angehörigen zu organisieren.
Mit der Gesetzesnovelle soll zudem der Kreis der „nahen Angehörigen“ erweitert werden. Neben Eltern, Großeltern, Kindern, Geschwistern und Ehepartnern sollen dazu in Zukunft Stiefeltern, lebenspartnerschaftliche Gemeinschaften sowie Schwägerinnen und Schwager zählen.
Durch das Gesetz wird ab kommendem Jahr ein Rechtsanspruch auf eine bis zu 24-monatige Familienpflegezeit eingeführt. In dieser Zeit können Beschäftigte ihre Arbeitszeit auf bis zu 15 Wochenstunden reduzieren, um einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen zu betreuen. Um den Verdienstausfall zu kompensieren, soll ein zinsloses Darlehen durch den Staat gezahlt werden. Der Rechtsanspruch auf die Familienpflegezeit soll jedoch nur für Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 25 Beschäftigte gelten. Im ursprünglichen Gesetzentwurf hatte der Rechtsanspruch bereits ab einer Betriebsgröße von 15 Beschäftigten gegolten. Der Ausschuss veränderte die Gesetzesvorlage durch einen entsprechenden Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen. Die Unionsfraktion begrüßte dies ausdrücklich, um kleine und mittlere Betriebe zu entlasten. Linke und Grüne kritisierten diese Änderung scharf. Dadurch würden zu viele Menschen vom Rechtsanspruch ausgeschlossen. Das Gesetz habe vorher schon kaum Verbesserungen gebracht, jetzt werde gänzlich im Sinne der Wirtschaftsfreundlichkeit konterkariert. Die SPD-Fraktion hielt dieser Kritik entgegen, dass trotz der Änderung noch immer 70 Prozent der Arbeitnehmer in den Genuss des Rechtsanspruches kämen.
Zudem wird mit dem Gesetz eine Lohnersatzleistung in Höhe von 90 Prozent des Nettogehaltes eingeführt. Sie wird an Beschäftigte gezahlt, wenn diese eine zehntägige Berufsauszeit nehmen, um die Pflege eines nahen Angehörigen zu organisieren.
Mit der Gesetzesnovelle soll zudem der Kreis der „nahen Angehörigen“ erweitert werden. Neben Eltern, Großeltern, Kindern, Geschwistern und Ehepartnern sollen dazu in Zukunft Stiefeltern, lebenspartnerschaftliche Gemeinschaften sowie Schwägerinnen und Schwager zählen.
Gendermedizin: Syphilis in Deutschland
Medizin am Abend Fazit:
Syphilis in Deutschland auf dem Vormarsch. Warnung vor dem
„Chamäleon der Medizin“
Nachdem Syphilis-Infektionen in Deutschland zuletzt nur noch
vereinzelt auftraten, nimmt ihre Zahl seit Anfang des Jahrzehnts wieder
zu. Waren es 2009 noch rund 3000 gemeldete Fälle, verzeichnete das Robert
Koch-Institut 2013 bereits mehr als 5000 Meldungen der
Geschlechtskrankheit. Eine Syphilis-Infektion verläuft oft unbemerkt.
Häufig erkennen Betroffene und auch Ärzte sie erst viele Jahre nach der
Ansteckung. Angesichts der steigenden Zahlen rät die DGIM zu erhöhter
Aufmerksamkeit für das Krankheitsbild. Denn Syphilis kann tödlich enden.
Doch bei früher Diagnose lässt sie sich wirksam behandeln, ohne bereits
schwere bleibende Schäden verursacht zu haben.
Die Übertragung von Syphilis erfolgt meist durch ungeschützten
Geschlechtsverkehr. Während die Infektionsrate bei Frauen seit Jahren
gleichbleibend niedrig ist, steigt die Anzahl der an Syphilis erkrankten
Männer derzeit an. An der Eintrittsstelle des Erregers bildet sich nach
neun bis neunzig Tagen zunächst ein schmerzloses Geschwür, der sogenannte
„harte Schanker“. Er heilt auch unbehandelt innerhalb von zwei Wochen von
selbst ab. „Der Primäraffekt der Syphilis bleibt häufig unbemerkt“, sagt
Professor Dr. med. Dr. h.c. Ulrich Fölsch, Generalsekretär der DGIM aus
Kiel. Nur ein Drittel der Syphilisfälle werde im ersten Stadium entdeckt.
Etwa sieben bis acht Wochen später haben sich die Syphiliserreger,
spiralförmige Bakterien namens Treponema pallidum, im Körper ausgebreitet.
Auf der Haut bildet sich Ausschlag, häufig am Rumpf, Handflächen und
Fußsohlen. Eine Syphilis kann in diesem Stadium ohne Behandlung von selbst
ausheilen. „Bei gesunden Menschen gelingt es dem Immunsystem in etwa
dreißig Prozent der Fälle, die Erreger vollständig zu beseitigen“, erklärt
Professor Fölsch. Wenn die körpereigene Abwehr geschwächt ist,
beispielsweise durch eine gleichzeitige HIV-Infektion, schreitet die
Erkrankung dagegen meist fort. Es vergehen Jahre bis Jahrzehnte, bis sie
in ihr drittes Stadium eintritt. Auf der Haut erscheinen dann Knoten oder
Flecken, später bilden sich Geschwüre. Die richtige Diagnose bringt häufig
erst die Analyse einer Hautprobe. „Denn Syphilis kann die Gestalt vieler
Erkrankungen annehmen. Früher wurde sie deshalb auch als Chamäleon der
Medizin bezeichnet“, erzählt Professor Fölsch. Spätsyphilis beschränkt
sich dann nicht mehr auf die Haut. Sie schädigt auch die Blutgefäße
schwer: „Ein durch die Infektion ausgelöstes Aneurysma etwa kann jederzeit
platzen und einen plötzlichen Tod herbeiführen“, so Professor Fölsch. Auch
Schäden an Herzklappen und Gehirn kommen vor.
Noch im Spätstadium beseitigt eine zweiwöchige Penicillinbehandlung die
Bakterien, im Frühstadium wird die Infektion durch eine einmalige
intramuskuläre Injektion geheilt. „Einmal aufgetretene Schäden an den
Blutgefäßen oder im Nervensystem bleiben aber bestehen. Deshalb ist es
wichtig, dass die Erkrankung frühzeitig erkannt wird“, warnt Professor
Fölsch. Menschen, die erste Anzeichen einer Syphilis-Infektion an sich
beobachten, sollten einen Arzt aufsuchen. Und auch Ärzte sollten
angesichts der vermehrten Verbreitung der Infektion erste Symptome ernst
nehmen. Ist die Diagnose gestellt, sei Syphilis gut behandelbar.
Literatur:
C. Schummer, S. Schliemann, V. Fünfstück, P. Elsner: Hautmanifestation bei
Spätsyphilis. Dtsch med Wochenschr 2014; 139(38): 1883-1886
Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart, DOI: 10.1055/s-0034-1387213
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