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PD Dr. rer. nat. Bernd Stratmann: Der herzkranke Hyperglykämie - Diabetiker: Der Diabetes und die Herzinsuffizienz - Die diabetische Kardiomyopathie

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Süße Herzen sterben langsam

Forschungsergebnisse zur Herzinsuffizienz bei Diabetes zeigen: 

  • Endgültiger Zelltod durch anhaltende Glukoseakkumulation nicht zu verhindern 

Diabetes triggert Herzinsuffizienz Diabetes triggert Herzinsuffizienz K. Hertrampf Stiftung DHD

  • Hohe Zuckerwerte schädigen Herz und Gefäße, das ist wissenschaftlich belegt. 
  • Doch warum Diabetes die Entstehung der Herzinsuffizienz triggert und welche Mechanismen genau dahinterstecken, daran wird intensiv geforscht. 

Etwas Licht ins Dunkel könnte eine aktuell in Diabetes, Obesity and Metabolism publizierte Untersuchung mit Beteiligung der Stiftung DHD (Der herzkranke Diabetiker) bringen. 

  • In ihr wurde untersucht, was auf zellulärer Ebene passiert und zur Pathogenese der diabetischen Kardiomyopathie beiträgt. 

„Glukoseüberladung bremst den Stoffwechsel aus und führt zum Energiedefizit. 

  • Glukose wird nicht verstoffwechselt, sondern akkumuliert“, erklärt Studien-Erstautor PD Dr. rer. nat. Bernd Stratmann aus Bad Oeynhausen. 

Der Tricarbonsäurezyklus ist Drehscheibe biochemischer Reaktionen im Stoffwechsel. 

  • Beim Abbau von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten entsteht Acetyl-Coenzym A als nutzbare Energiequelle für Organismen. 

Komme es wie bei Diabetes durch reaktive Glukosemetabolite (z.B. Methylglyoxal) und Glykierungsprodukte (z.B. AGEs: advanced glycation endproducts) zum vermehrten Einstrom von Glukose in die Zelle, sei der Metabolismus dauerhaft gestört, so Stratmann. 

  • Eine normale Herzfunktion setzt einen intakten kardialen Stoffwechsel voraus. 
  • Sind die energieliefernden Prozesse verlangsamt, fehlt dem Myokard essentieller Brennstoff zur Muskelarbeit. 

„Schon zu Beginn der diabetischen Kardiomyopathie gibt es aufgrund der Hyperglykämie komplexe Veränderungen in den Spiegeln struktureller zellbezogener Proteine, auch in Zellen, die noch insulinsensitiv sind“, sagt Stratmann. 

Ob es therapeutische Möglichkeiten gebe, den massiven chronischen Einstrom von Glukose auf zellulärer und struktureller Ebene zu überwinden, sei noch nicht geklärt. 

  • In jedem Fall ist die Progression der Herzinsuffizienz bei Diabetes ein schleichender Prozess. 

„Das süße Herz stirbt langsam, Symptome treten meist erst im fortgeschrittenen Stadium auf“, betont Prof. Dr. med. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe von der Stiftung DHD, Düsseldorf. 

Das sei einer der Gründe, warum Herzinsuffizienz bei Diabetes oft übersehen und nicht rechtzeitig behandelt werde. 

„Ungünstig für die Prognose von Betroffenen“, so der Stiftungsvorsitzende. 

Bei Diabetes sei die Überlebenswahrscheinlichkeit per se geringer. 

„Die Ergebnisse der aktuellen Forschungsarbeit weisen darauf hin, dass der endgültige Zelltod aufgrund der Zellstörung durch anhaltende Glukoseakkumulation nicht verhindert wird.“ 

Kompensatorische Reparaturreaktionen würden zwar angeschaltet, aber nicht durchgreifen, ergänzt Tschöpe.

Über die Stiftung DHD (Der herzkranke Diabetiker)
1999 als eigenständige Themenstiftung unter dem Dach der Deutschen Diabetes Stiftung gegründet, ist es Auftrag der Stiftung DHD, zum Krankheitsverständnis beizutragen, die Bevölkerung über das Risiko für Herz- und Gefäßkomplikationen aufzuklären und den Dialog zwischen behandelnden Ärzten über Fachgrenzen hinaus zu fördern. 

Die Stiftung DHD dient dem gemeinnützigen Zweck und ist ehrenamtlich tätig. Ziel ist es auch, die Versorgung von Menschen mit Diabetes, die am Herzen und an den Gefäßen erkrankt sind, zu verbessern. 

Im November 2023 wurde die DHD-Geschäftsstelle von Bad Oeynhausen nach Düsseldorf verlegt. 

Aktueller Standort ist das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ), das sich bundesweit als Referenzzentrum zum Krankheitsbild Diabetes mellitus versteht. 

Das DDZ leitet federführend die multizentrisch aufgebaute Deutsche Diabetes-Studie, gehört der „Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz“ (WGL) an und ist Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD e. V.). 

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PD Dr. rer. nat. Bernd Stratmann
bernd.stratmann@ruhr-uni-bochum.de

Katrin Hertrampf Der herzkranke Diabetiker - Stiftung in der Deutschen Diabetes-Stiftung

Georgstr. 11
32545 Bad Oeynhausen
Deutschland
Nordrhein-Westfalen

Telefon: 05731/ 973771
Fax: 05731/ 971967
E-Mail-Adresse: info@stiftung-dhd.de
Originalpublikation:

Stratmann B, Eggers B, Mattern Y, Silva de Carvalho T, Marcus-Alic K, Tschoepe D. Maladaptive response following glucose overload in GLUT4-overexpressing H9C2 cardiomyoblasts. Diabetes Obes Metab. 2024, doi10.1111/dom.15553.


Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte

https://dom-pubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/dom.15553

 

Der Hormonhaushalt der Nebenniere: Chemische Substanzen im Kunststoffzeitaltzer

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Wie das Kunststoffzeitalter unsere Hormone beeinträchtigt

Bruno-Allolio-Nebennierenpreis 2024 für Lydia Kürzinger und Benedikt Pötzl

Ein Team der Endokrinologie am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) hat den Einfluss der chemischen Substanzen Bisphenol A, F und S auf die Hormonsynthese und den Hormonhaushalt der Nebenniere untersucht und warnt vor potentiellen Folgen für unsere Gesundheit. 

Schematischer Überblick über Veränderungen in der Steroidsynthese der Nebennierenzellen in Anwesenheit von Bisphenol A, F und S. Erstellt mit biorender.com. Schematischer Überblick über Veränderungen in der Steroidsynthese der Nebennierenzellen in Anwesenheit von Bisphenol A, F und S. Erstellt mit biorender.com. UKW

  • Ob Trinkflaschen, Konservendosen, Bratpfannen, Kassenbons, Textilien, Wasserleitungen, Brandschutzmittel oder mit Pestiziden belastete Lebensmittel – wir alle kommen im heutigen Kunststoffzeitalter mit chemischen Substanzen in Verbindung. 

Viele dieser synthetischen Stoffe bringen jedoch nicht nur Vorteile mit sich, sondern bergen auch zahlreiche Risiken für die Umwelt und für unsere Gesundheit. 

Im Verbund von Mikro- und Nanoplastikpartikeln werden die Schadstoffe weltweit verteilt und tauchen in verschiedensten Ökosystemen und Nahrungsketten auf. Die genauen Folgen und Auswirkungen einer chronischen Exposition auf die menschliche Gesundheit sind schwer abschätzbar.

Endokrine Disruptoren können Gesundheit beeinträchtigen

  • In der gegenwärtigen Forschung werden die Schadstoffe, die wir durch die Nahrung, Luft oder Hautkontakt aufnehmen, als „endokrine Disruptoren“ bezeichnet. 

Denn sie stehen im Verdacht, Hormonkreisläufe zu stören oder zu beeinträchtigen und somit Einfluss auf Wachstum und Entwicklung, Stoffwechsel, Fortpflanzung, Stimmung und Verhalten zu haben.
Die Folgen sind unter anderem Unfruchtbarkeit, Adipositas oder Diabetes.
Lydia Kürzinger und Benedikt Pötzl vom Würzburger Lehrstuhl Endokrinologie und Diabetologie haben sich die Auswirkungen von Bisphenolen auf die Hormonsynthese der Nebenniere genauer angeschaut. 

Bisphenole sind eine Gruppe chemischer Substanzen, die in vielen Kunststoffen als Weichmacher oder Stabilisatoren verwendet werden. Die Assistenzärztin und der Doktorand konnten in aufwendigen Zellkulturexperimenten zum ersten Mal den Einfluss von Bisphenol A (BPA), F (BPF) und S (BPS) auf die Sekretion 15 verschiedener Nebennierenhormone nachweisen.

Bisphenole hemmen Cortisol, Aldosteron und DHEA

Bei der Exposition mit BPA, BPF und BPS beobachteten die beiden Forschenden signifikante Veränderungen in der Freisetzung essentieller Hormone, wobei einzelne Hormone hoch- und andere herunterreguliert wurden. 

„Es ist daher davon auszugehen, dass die getesteten Bisphenole auf sehr komplexe Weise mit der Steroidsynthese der Nebennierenzellen interagieren, was dazu führt, dass die Ausschüttung klinisch relevanter Hormone wie Cortisol, Aldosteron und Dehydroepiandrosteron, kurz DHEA, gehemmt wird“, berichtet Benedikt Pötzl.

„Die betroffenen Steroidhormone sind in verschiedene Systemen des menschlichen Organismus involviert, zum Beispiel Stressantwort, Blutdruckkontrolle, sexuelle Differenzierung und Pubertät“, fährt Lydia Kürzinger fort und resümiert. 

„Unsere Arbeit legt nahe, dass Bisphenole, die sich mittlerweile in nahezu allen untersuchten menschlichen Proben nachweisen lassen, den präzise regulierten Hormonhaushalt der Nebenniere beeinträchtigen.“

Bruno-Allolio-Nebennierenpreis 2024 für Lydia Kürzinger und Benedikt Pötzl

Für ihre Arbeit "Disruptive effects of plasticizers bisphenol A, F, and S on steroidogenesis of adrenocortical cells”, die von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) im Rahmen des Sonderforschungsbereichs/Transregio zur Nebenniere (SFB/TRR 205) und durch ein Stipendium der Graduate School of Life Sciences (GSLS) gefördert wurde, haben Lydia Kürzinger und Benedikt Pötzl beim 67. Deutschen Kongress für Endokrinologie (DGE) in Rostock den mit 8.000 Euro dotierten Bruno-Allolio-Nebennierenpreis der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie 2024 erhalten.

„Die Thematik der endokrinen Disruptoren stellt angesichts der Unmengen an Plastik und Kunststoffen, die jedes Jahr produziert und nahezu unreguliert in die Umwelt gelangen, ein sehr relevantes und alarmierendes Problem unserer Zeit dar, welches die planetare Gesundheit bedroht. Und die Brisanz nimmt zu, da die planetaren Belastungsgrenzen zur Einbringung neuartiger Substanzen bei Weitem überschritten sind“, kommentiert Privatdozent Dr. Ulrich Dischinger. Der Oberarzt und Leiter des endokrinologischen Routinelabors am UKW hat das Forschungsprojekt initiiert hat und als Mentor betreut.

Regulatorische Maßnahmen im Sinne des Verbraucher- und Umweltschutzes

Die Forschenden hoffen, dass sie mit dieser Arbeit und weiteren Studien zu endokrinen Disruptoren und deren Risiken zu einer Vertiefung der wissenschaftlichen Evidenz über Risiken unserer kunststoffgeprägten Zeit beitragen und politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern wertvolle Informationen für regulatorische Maßnahmen liefern können, im Sinne des Verbraucher- und Umweltschutzes.

Im Falle einzelner Substanzen wurden zwar dank langjähriger wissenschaftlicher Forschung inzwischen zumindest in der EU, sowie den USA, weitgehende Regulationen erreicht, doch der Status quo in der Verwendung neuer synthetischer Stoffe durch die Industrie sei weiterhin mangelhaft, denn die komplexen Interaktionen zwischen potenziell endokrin disruptiven Substanzen und Organismen müssen oft nicht ausreichend getestet werden. Besorgniserregend sei auch der gegenwärtige Trend, dass alternative Substanzen durch geringe chemisch-strukturelle Variation entwickelt und eingesetzt werden, obwohl deren potentiell schädlicher Einfluss oft mit der Ursprungssubstanz vergleichbar sei.

Neben Benedikt Pötzl und Lydia Kürzinger haben Sabine Kendl, Hanna Urlaub, Antonia Dohles, Max Kurlbaum sowie Martin Fassnacht und Ulrich Dischinger am Projekt mitgewirkt. 

Benedikt Pötzl präsentierte beim Deutschen Kongress für Endokrinologie die Untersuchungen zu den Auswirkungen von BPA, BPF und BPS auf die Steroidogenese in Nebennieren, für die er gemeinsam mit Lydia Kürzinger den Bruno-Allolio-Nebennierenpreis erhielt.

Benedikt Pötzl präsentierte beim Deutschen Kongress für Endokrinologie die Untersuchungen zu den Auswirkungen von BPA, BPF und BPS auf die Steroidogenese in Nebennieren, für die er gemeinsam mit Lydia Kürzinger den Bruno-Allolio-Nebennierenpreis erhielt. EndoScience

Wie das Kunststoffzeitalter unsere Hormone beeinträchtigt

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Prof. Andreas Birkenfeld: Die Gewichtsabnahme: Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) und das Protein Kallistatin im Glukosestoffwechsel

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Kallistatin trägt zu den positiven Effekten einer Gewichtsabnahme auf den Stoffwechsel bei

  • Nach einer Gewichtsabnahme bilden Menschen mit Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) vermehrt das Protein Kallistatin* im Unterhautfettgewebe (subkutanes weißes Fettgewebe). 

Das konnten Forscherinnen und Forscher des DZD in einer aktuellen Studie zeigen. 

Zudem verbessert Kallistatin den Stoffwechsel und könnte in Zukunft neue Therapiemöglichkeiten für Menschen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes eröffnen. 

Die Ergebnisse wurden jetzt in ‚Molecular Metabolism‘ veröffentlicht. 

Das Protein Kallistatin wird verstärkt nach einer Gewichtsreduktion gebildet. In Mäusen verbessert es die Insulinsensitivität der Leber.  © IDM, support@biorender.com. Das Protein Kallistatin wird verstärkt nach einer Gewichtsreduktion gebildet. In Mäusen verbessert es die Insulinsensitivität der Leber. © IDM, support@biorender.com.

Immer mehr Menschen erkranken an Typ-2-Diabetes und an Adipositas. 

Dabei handelt es sich um sehr komplexe und vielschichtige Erkrankungen. 

Um sie nachhaltig behandeln zu können, sind neue Ansätze in der Therapie gefragt. Klinische Studien am Menschen zeigten, dass stark mehrgewichtige Menschen weniger Kallistatin bilden. 

Kallistatin ist ein Protein, das verschiedene Wirkungen im Körper hat. 

Unter anderem ist es an der Heilung von Entzündungen und Wunden beteiligt.  

Welche Rolle Kallistatin im Glukosestoffwechsel spielt und ob es sich als therapeutisches Ziel eignen könnte, untersuchten jetzt Forschende des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD), des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) von Helmholtz Munich an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Nephrologie des Universitätsklinikums Tübingen.

  • Nach Gewichtsabnahme wird mehr Kallistatin gebildet

Dazu bestimmten sie bei 47 übergewichtigen bis fettleibigen Personen die Kallistatinbildung im subkutanen weißen Fettgewebe vor und nach einer Gewichtsreduktion. Das Ergebnis: Nach einer Gewichtsabnahme wird mehr Kallistatin gebildet.

  • Kallistatin verbessert die Insulinempfindlichkeit der Leber


Zusätzlich untersuchten die Forschenden die Wirkung des Proteins im Tiermodell. Dabei stellten sie fest, dass menschliches Kallistatin die Insulinsensitivität in der Leber von Mäusen verbesserte, die durch eine Diät fettleibig geworden waren.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Kallistatin ein interessantes, aber auch herausforderndes therapeutisches Ziel für Menschen mit Adipositas und Insulinresistenz sein könnte“, sagt die Erstautorin Leontine Sandforth. 

„Da Kallistatin in der Leber Insulin-sensibilisierende Effekte hat, sollte es als potenzielles leberspezifisches Ziel untersucht werden, um die vorteilhaften Effekte eines Gewichtsverlusts nachzuahmen und möglicherweise Typ-2-Diabetes und Adipositas zu behandeln“, ergänzt Letztautor Prof. Andreas Birkenfeld.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

  • Kallistatin wird im menschlichen subkutanen weißen Fettgewebe gebildet.
  • Die Kallistatin-mRNA-Expression bei Menschen mit Übergewicht und Adipositas nimmt nach einem Gewichtsverlust im subkutanen Fettgewebe zu.

Bei diätinduzierten fettleibigen Mäusen verbessert menschliches Kallistatin die Insulinsensitivität der Leber.

Kallistatin kann zu den positiven metabolischen Auswirkungen der Gewichtsabnahme beitragen.

*Kallistatin (KST)
Kallistatin ist ein zirkulierendes, breit wirkendes humanes Protein. 

Es spielt zum Beispiel bei der Heilung von Verletzungen oder der Vorbeugung von Krankheiten eine Rolle. 

Bei Fettleibigkeit wurden in klinischen Studien niedrigere KST-Spiegel festgestellt. 

Die genaue Funktion dieses Proteins im Zusammenhang mit der Regulation des Blutzuckers und des Energiestoffwechsels bei Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes ist jedoch noch nicht vollständig verstanden. Forschende arbeiten daran, diese Zusammenhänge besser zu entschlüsseln, um neue Ansätze für die Behandlung von Stoffwechselstörungen zu finden.

Über die Forschenden:
Leontine Sandforth
Die Forscherin und Ärztin in Weiterbildung arbeitet beim DZD-Partner Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) von Helmholtz Munich an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und in der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Nephrologie des Universitätsklinikums Tübingen.

Prof. Dr. med. Andreas Birkenfeld
Der Sprecher des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) leitet den DZD-Standort in Tübingen, das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) von Helmholtz Munich an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Er ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Diabetologie, Endokrinologie und Nephrologie des Universitätsklinikum Tübingen.

Helmholtz Munich ist ein biomedizinisches Spitzenforschungszentrum. Seine Mission ist, bahnbrechende Lösungen für eine gesündere Gesellschaft in einer sich schnell verändernden Welt zu entwickeln. Interdisziplinäre Forschungsteams fokussieren umweltbedingte Krankheiten, insbesondere die Therapie und die Prävention von Diabetes, Adipositas, Allergien und chronischen Lungenerkrankungen. Mittels künstlicher Intelligenz und Bioengineering transferieren die Forschenden ihre Erkenntnisse schneller zu den Patient:innen. Helmholtz Munich zählt mehr als 2.500 Mitarbeitende und hat seinen Sitz in München/Neuherberg. Es ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, mit mehr als 43.000 Mitarbeitenden und 18 Forschungszentren die größte Wissenschaftsorganisation in Deutschland. Mehr über Helmholtz Munich (Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt GmbH): www.helmholtz-munich.de

Das 1805 gegründete Universitätsklinikum Tübingen gehört zu den führenden Zentren der deutschen Hochschulmedizin. Als eines der 33 Universitätsklinika in Deutschland trägt es zum erfolgreichen Verbund von Hochleistungsmedizin, Forschung und Lehre bei. Weit über 400 000 stationäre und ambulante Patienten aus aller Welt profitieren jährlich von dieser Verbindung aus Wissenschaft und Praxis. Die Kliniken, Institute und Zentren vereinen alle Spezialisten unter einem Dach. Die Experten arbeiten fachübergreifend zusammen und bieten jedem Patienten die optimale Behandlung ausgerichtet an den neuesten Forschungsergebnissen. Das Universitätsklinikum Tübingen forscht für bessere Diagnosen, Therapien und Heilungschancen, viele neue Behandlungsmethoden werden hier klinisch erprobt und angewandt. Neben der Diabetologie sind die Neurowissenschaften, Onkologie, Immunologie, Infektionsforschung und Vaskuläre Medizin Forschungsschwerpunkte in Tübingen. Der Lehrstuhl für Diabetologie /Endokrinologie war in den letzten 25 Jahren Zentrum interdisziplinärer Forschung insbesondere unter Beteiligung der Chirurgie, Radiologie und Labormedizin. Diese ausgezeichnete Entdeckung der Prädiabetes-Subtypen war nur durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit hat die Entdeckung der Prädiabetes Subtypen am Universitätsklinikum ermöglicht. Das Universitätsklinikum ist in vier der sechs von der Bundesregierung initiierten Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung verlässlicher Partner. www.medizin.uni-tuebingen.de

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) e.V. ist eines der acht Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Es bündelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Ziel des DZD ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen, maßgeschneiderten Prävention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten. Mitglieder des Verbunds sind Helmholtz Munich – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrücke, das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen von Helmholtz Munich an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und das Paul-Langerhans-Institut Dresden von Helmholtz Munich am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, assoziierte Partner an den Universitäten in Heidelberg, Köln, Leipzig, Lübeck und München sowie weitere Projektpartner. www.dzd-ev.de 

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Prof. Dr. med. Andreas Birkenfeld
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Birgit Niesing Deutsches Zentrum für Diabetesforschung

Ingolstädter Landstraße 1
85764 Neuherberg
Deutschland
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Dr. Astrid Glaser
Telefon: 089-3187-1619
Fax: 089-3187-191619
E-Mail-Adresse: glaser@dzd-ev.de

Birgit Niesing
Telefon: 089 31873971
E-Mail-Adresse: niesing@dzd-ev.de


Originalpublikation:

Leontine Sandforth… Andreas L. Birkenfeld: Role of human Kallistatin in glucose and energy homeostasis in mice, Molecular Metabolism,Volume 82, 2024. DOI: doi.org/10.1016/j.molmet.2024.101905.

 

CAVE: Pregabalin und Gabapentin - höhere Kontrolle gewährleisten und den Missbrauch erschweren...

 


Pregabalin und Gabapentin in Kombination mit anderen Drogen – ein potenziell tödlicher Cocktail

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Die Suchtgefahr von Pregabalin ist bekannt. Aufgrund der entspannenden und euphorisierenden Wirkung wird Pregabalin (sowie auch Gabapentin) zunehmend als Droge missbraucht. 

Unheilvoll wird die Einnahme zusammen mit anderen Drogen, die Zahl der Pregabalin- und Gabapentin-assoziierten Todesfälle hat lt. einer aktuellen UK-Auswertung zugenommen und ein entsprechender Anstieg ist auch in Deutschland zu vermuten. 

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) warnt vor dem missbräuchlichen Medikamentenkonsum und diskutiert eine BtM-Pflicht für die Substanzen.


Pregabalin ist ein Medikament, das häufig zur Behandlung der Epilepsie eingesetzt wird und dort zur Standardtherapie gehört. Auch bei schweren Angststörungen und neuropathischen Schmerzen kommt es häufig zum Einsatz. Das Medikament ist per se nicht gefährlich, kann aber zu einer Abhängigkeit führen, da es entspannend und euphorisierend wirkt. Daher wird es zunehmend auch als Droge missbraucht und dann in hohen, die normale Dosierung übersteigenden Mengen eingenommen.

Besonders problematisch wird die Substanz in Kombination mit Drogen wie Opioiden und Benzodiazepinen und/oder Alkohol. „Daraus kann schnell ein tödlicher Cocktail entstehen“, mahnt DGN-Generalsekretär Prof. Dr. Peter Berlit. „Der Mischkonsum kann den Effekt der Drogen verstärken, außerdem auch zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen, mitunter auch zu Ateminsuffizienz und Tod. Leider ist davon auszugehen, dass diese Fälle zunehmen.“ Von Missbrauch betroffen ist auch ein weiteres Medikament, Gabapentin, das ebenfalls zur Schmerztherapie und Therapie epileptischer Anfälle eingesetzt wird. Da es anders verstoffwechselt wird, galt es als sicherer und wurde oftmals als Alternative zu Pregabalin verschrieben. Allerdings wird es von drogenabhängigen Menschen intravenös oder rektal verwendet, was Rauschzustand und Toxizität deutlich erhöht.

Eine behördliche Auswertung der Todesdaten aus Großbritannien [1] zeigte, dass im Jahr 2022 insgesamt 552 Todesfälle auf den Konsum von Gabapentin oder Pregabalin in Kombination mit anderen Drogen zurückgeführt werden konnten, 2018 waren es nur 272 gewesen. Eine aktuelle Arbeit aus Nordirland [2] berichtet, dass Pregabalin-assoziierte Todesfälle vor allem bei Männern im Alter zwischen 30 und 40 Jahren beobachtet werden, aber die Fallzahl auch bei Frauen ansteigt. Bei 80 % der Betroffenen war ein vorhergehender Drogenkonsum bekannt. Eine weitere Erkenntnis aus dieser Studie: Die letale Dosis scheint geringer zu sein, als bislang angenommen wurde.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hat bereits 2020 in ihrem Informationsblatt „Arzneiverordnung in der Praxis“ vor der Gefahr der Pregabalin-Abhängigkeit gewarnt und berichtete über einen 6 %igen Anstieg der Verordnungszahlen im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr. Wie die Kassenärztliche Vereinigung Bremen bekannt gab [4], hat die Anzahl der Verordnungen in den letzten Jahren stark zugenommen, laut Arzneiverordnungsreport 2020 von 37 Mio. DDD in 2008 vs. 117 Mio. DDD in 2019. Die Ärzteschaft wurde über die Gefahren informiert und aufgefordert, bei Verschreibung genau zu prüfen, ob eine Abhängigkeit bzw. Koabhängigkeit von anderen Substanzen vorliegt, und die Patientinnen und Patienten über die Gefahren aufzuklären. Inzwischen sind entsprechende Warnhinweise auch in der Fachinformation nachzulesen.

„Neurologinnen und Neurologen nehmen diese Verantwortung ernst, dennoch können sie einen Missbrauch nicht immer ausschließen“, erklärt Prof. Berlit. 

Pregabalin und Gabapentin seien unverzichtbare Medikamente bei der Behandlung neurologischer Krankheiten, für die bei vielen Indikationen keine anderen wirksamen Therapiealternativen zur Verfügung stünden. Ein Verbot der Medikamente ist daher aus Sicht der neurologischen Fachgesellschaft keine Option. 

„Es müssen Auflagen für die Verordnung wie eine BtM-Pflicht diskutiert werden, so dass eine höhere Kontrolle gewährleistet ist und der Missbrauch erschwert wird“, erklärt Prof. Berlit.

[1] Death registrations related to Gabapentin or Pregabalin, England and Wales: 2018 and 2022. Publiziert am 24.01.2024 https://www.ons.gov.uk/peoplepopulationandcommunity/birthsdeathsandmarriages/dea...
[2] Huddleston WR, Robert Lyness J, Quinn A. Review of the demographic factors and toxicology related to deaths due to pregabalin in Northern Ireland. J Forensic Leg Med. 2024 Jan;101:102635. doi: 10.1016/j.jflm.2023.102635. Epub 2023 Dec 9. PMID: 38100952.
[3] Köberle U, Stammschulte T, Acquarone D, Bonnet U. Abhängigkeitspotenzial von Pregabalin. Arzneiverordnung in der Praxis 2020; 47 (1-2): 62-65; https://www.akdae.de/fileadmin/user_upload/akdae/Arzneimitteltherapie/AVP/Artike...
[4] https://www.kvhb.de/praxen/nachrichten/detail/warnhinweis-zur-verordnung-von-pre...




 

Dr. Marie-Luise Polk: Die Allergien - u.a. Pferde- und Hundehaarallergiker und die Hyposensibilisiertung - Einladung in das Studienzentrum

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Frühling ist Pollenzeit – warum es nicht immer eine Allergie ist

Universitäts AllergieCentrum Dresden (UAC) setzt auf interdisziplinäre Fallkonferenzen. // Allergien und Allergiesymptome beschäftigen die Medizinerinnen und Mediziner ganzjährig.

  • Jeder fünfte Mensch in Deutschland ist für Pollen, Insektengift, Milben oder bestimmte Lebensmittel sensibilisiert. 

Nicht jeder oder jede davon leidet deshalb an einer Allergie, entwickelt also Symptome aufgrund der Sensibilisierung. 

Dennoch steigt die Anzahl der Menschen, die diese beschreiben: 

  • Nasenatmungsbehinderungen, Niesen, Juckreiz, Ausschlag, Hautverfärbungen oder Pusteln bis zu Atemnot. 
  • Wenn der Leidensdruck mittelmäßig oder groß ausgeprägt oder die Symptome lebensbedrohlich sind, raten Ärztinnen und Ärzte zu einer Therapie. 

Das Universitäts AllergieCentrum Dresden (UAC) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden setzt bei besonders komplexen Fällen auf interdisziplinäre Fallkonferenzen. Die Patientinnen und Patienten werden ganzheitlich betrachtet – Medizinerinnen und Mediziner aus der Dermatologie, der HNO-Heilkunde, der Kinder- und Jugendmedizin und der Pneumologie besprechen die individuellen Fälle und beraten das richtige Vorgehen. „Das Universitäts AllergieCentrum Dresden reiht sich in den Kanon unserer Zentren ein und steht für einen ganzheitlichen Ansatz. Dies zeichnet die Arbeit der Hochschulmedizin Dresden aus und macht uns erfolgreich – im Sinne der betroffenen Patientinnen und Patienten“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Dresden.

Die Hasel ist die erste, dann kommen die Erle und Birke, gefolgt von den Gräsern und später den Kräutern – Allergiker spüren den Wechsel der Jahreszeiten schon sehr früh im Jahr. 

Wenn die Pollen fliegen, kämpfen Betroffene mit den körperlichen Reaktionen. 

Die Milbe beschäftigt Allergologen ganzjährig. 

Und auch Unverträglichkeiten und Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel und Inhaltsstoffe sind Dauerthema in den Praxen. Im Universitäts AllergieCentrum Dresden (UAC) am Universitätsklinikum Dresden stellen sich jährlich über 14.000 Patientinnen und Patienten vor. 

Je nach Symptomatik werden sie in den Spezialsprechstunden der Kinderklinik, der Dermatologie, der HNO oder auch der Pulmologie behandelt. Warum eine Allergie entsteht, darüber gibt es viele Hypothesen. 

Die erbliche Komponente spielt eine Rolle, ebenso wie genetische Veränderungen oder die Tatsache, wie viele Kinder gemeinsam in einem Haushalt aufwachsen. 

Genau zuordnen lässt sich ein Grund in den wenigsten Fällen.

Bis zu 25 Prozent der Menschen in Deutschland sind für eine bestimmte Substanz sensibilisiert. 

Das bedeutet nicht automatisch, dass daraus auch eine Allergie entsteht. 

Von Allergien spricht die Medizin erst, wenn es zu Symptomen bei Allergenkontakt kommt

Aber auch hier steigt die Anzahl der Betroffenen. 

„Der Fokus der Bevölkerung ist heute geschärfter bei dem Thema. 

Die Menschen nehmen Reaktionen des Körpers sensibler wahr“, sagt Dr. Marie-Luise Polk, Fachärztin und Leiterin im Funktionsbereich Allergologie in der HNO. 

Dann geht es darum, den Menschen Lebensqualität zurückzugeben und Ängste zu nehmen. 

Die sogenannte Hyposensibilisierung ist der einzige kausale Therapieansatz. 

„Wir sprechen bewusst nicht von Desensibilisierung, es geht vielmehr um Toleranz. 

Wir bieten dem Körper wiederholt ein Allergen an und helfen Ihm somit eine Toleranz zu entwickeln. 

So schalten wir den überschießenden „Kampfmodus“ aus, den der Körper wählt, wenn er in Kontakt mit den Substanzen kommt“, sagt Dr. Marie-Luise Polk.

Dr. Marie-Luise Polk ist Fachärztin und Leiterin im Funktionsbereich Allergologie in der HNO am Uniklinikum Dresden.
Dr. Marie-Luise Polk ist Fachärztin und Leiterin im Funktionsbereich Allergologie in der HNO am Uniklinikum Dresden.

Bisherige Therapien funktionieren über verschiedene Wege: 

  • Zum einen werden subkutan– über eine Spritze – die Allergene in den Körper gebracht – zum Beispiel bei Insektenallergien, bei denen die Behandlung der Allergie besonders wichtig ist.
  • Ebenso gibt es die Hyposensibilisierung in Form von Tabletten und Tropfen zur sublingualen Anwendung 

Dabei funktioniert dieses „Ausschalten“ der überschießenden Symptome leider nicht bei allen Allergien gleich gut. 

Für Pferde und Hundehaarallergiker gibt es zum Beispiel kaum Präparate zur Hyposensibilisierung. 

Hier können Medikamente nur gegen die Symptome eingenommen werden.

Betroffene können sich Im Internet zu den Spezialsprechstunden informieren: 

www.uniklinikum-dresden.de/uac

Hier gibt es auch Informationen zu aktuellen Studien und Forschungsvorhaben. 

Aktuell werden für Studien Patientinnen und Patienten mit Gräser-, Birkenpollen- und Hausstaubmilbenallergie gesucht. 

Das Studienzentrum ist unter +49 351 458-13506 oder HNO-Studienzentrum@uniklinikum-dresden.de erreichbar. 

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Annechristin Bonß, Pressestelle
Tel.: +49 351 458 4162
E-Mail: pressestelle@uniklinikum-dresden.de

Nora Domschke Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Fetscherstraße 74
01307 Dresden
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Telefon: 0351 / 458-4162
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Prof. Thea Koch: CAVE: Comprehensive Sepsis Center - Verdachtsdiagnose Sepsis - Therapie bei Sepsis - Blutbahninfektionen

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Daten belegen höhere Sterblichkeit bei Covid-Sepsis

Seit über fünf Jahren arbeiten im Comprehensive Sepsis Center das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und die Klinik Bavaria Kreischa zusammen. 

Das Ziel: 

  • Die Überlebensrate von Sepsis-Patientinnen und -Patienten erhöhen und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. 

Deshalb arbeiten auf beiden Seiten unterschiedliche Fachbereiche eng zusammen und tauschen sich institutionsübergreifend aus. 

Daten zu den Patientinnen und Patienten helfen zudem, Risikofaktoren zu identifizieren und Abläufe zu verbessern.

„Nach fünf Jahren können wir stolz sagen, dass sich auch diese Zusammenarbeit auszahlt. 

Der Austausch zwischen Intensivmedizin, Rehaeinrichtung und hausärztlicher Versorgung sowie die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen in unsere Therapieentscheidungen ein“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Dresden.

  •  „Wichtig ist, dass der Verdachtsdiagnose Sepsis nachgegangen wird, beziehungsweise diese bei der Diagnose in Betracht kommt. 

Je früher die Therapie bei einer Sepsis beginnt, desto besser sind die Aussichten für die Betroffenen“, sagt Prof. Thea Koch, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie des Uniklinikums. 

„Auch nach schweren Verläufen wird durch die angepasste Rehabilitation eine zufriedenstellende Lebensqualität erreicht“ ergänzt Dr. Ulf Bodechtel, Chefarzt Klinik Bavaria Kreischa. 

Auf dem Dresdner Sepsis Symposium am 22. März 2024 wurden die aktuellen Ergebnisse vorgestellt und mit Fachexpertinnen und -experten diskutiert.

Das Comprehensive Sepsis Center setzt neue Maßstäbe bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit einer schweren, sich über die Blutbahn ausbreitenden Infektion. 

Dafür haben Spezialistinnen und Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen einen Behandlungspfad entwickelt, der alle Versorgungsphasen umfasst – von der intensivmedizinischen Akutbehandlung über die verschiedenen Phasen der Rehabilitation bis zur ambulanten Nachsorge. Von dieser Form einer koordinierten Patientenversorgung, die telemedizinisch unterstützt wird, profitieren die Betroffenen und deren Angehörigen. Die Initiatorinnen und Initiatoren des Zentrums wollen damit eine verkürzte Aufenthaltsdauer in Akut- und Rehaklinik ebenso wie eine Reduktion der stationären Wiederaufnahmen erreichen. Fünf Jahre nach der Gründung belegen nun Zahlen den Erfolg. Über 600 Patientinnen und Patienten wurden in der begleitenden Beobachtungsstudie aufgenommen. 

Ein Ergebnis: „Wer nach dem Aufenthalt auf der ITS in eine Rehaeinrichtung wechselte, erlebte eine bessere Regeneration, hatte bessere kognitive Fähigkeiten und eine höhere Lebensqualität“, sagt Prof. Thea Koch, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie.

Ein anderes Ergebnis resultiert aus den knapp drei Jahren der Corona-Pandemie. Von den 600 beobachteten Patientinnen und Patienten waren 122 schwer an Covid mit begleitender Sepsis erkrankt. 

Die Betroffenen erlitten einen septischen Schock, überschießende Entzündungsreaktionen und schließlich ein Multi-Organversagen. Therapien mit Lungenersatzverfahren oder künstlicher Beatmung haben hier kaum geholfen – sie unterstützten den Körper beim Kampf gegen das Virus und seine Symptome, ohne jedoch die Entzündung zu bekämpfen. Zwei Drittel der Covid-Patientinnen und Patienten haben die Covid-Sepsis nicht überlebt. Zum Vergleich: Bei einer nicht durch Covid ausgelösten Sepsis liegt die Sterblichkeit bei ca. 23 Prozent. „Diese Zahlen belegen erneut, dass es richtig war, für die Impfung zu werben. Nur diese gewährt einen zuverlässigen Schutz vor einer schweren Infektion, die dann auch zu einer Sepsis führen kann“, sagt Prof. Michael Albrecht.

Bei einer Sepsis wehrt sich das Immunsystem so heftig gegen eine sich über die Blutbahn ausbreitende Infektion, dass es zu massiven Schäden am körpereigenen Gewebe kommt. Sie entsteht, wenn die körpereigenen Abwehrkräfte nicht mehr in der Lage sind, die Ausbreitung einer lokalen Infektion zu verhindern, und die Erreger in den Blutkreislauf eindringen. Der Körper reagiert mit einer Aktivierung der Abwehrsysteme, insbesondere des Immun- und Gerinnungssystems. Dadurch werden jedoch nicht nur die Erreger, sondern auch die körpereigenen Organe wie Lunge, Herz und Niere geschädigt. Es kommt zum Multi-Organversagen und zum septischen Schock. Gängige Therapien sehen die Gabe von Antibiotika vor. Eine stationäre Behandlung, mitunter auf der Intensivstation, ist in vielen Fällen notwendig. Unbehandelt ist eine Sepsis immer tödlich. Allein in Deutschland erleiden jährlich 230.000 Menschen eine Sepsis – mit steigender Tendenz bei Schweregrad und Gesamtanzahl. 85.000 versterben daran – alle sechs Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an einer Sepsis.

Das Problem:  

Oftmals ist es für Patientinnen und Patienten, aber auch die behandelnden Ärztinnen und Ärzte nicht sofort ersichtlich, dass es sich um eine Sepsis handelt. 

Symptome sind ein starkes Krankheitsgefühl, Schmerzen, feucht-kalte, bläulich-fleckige Haut, schneller Herzschlag, akute Verwirrtheit, Benommenheit, Wesensveränderung, Kurzatmigkeit oder Atemnot sowie ein niedriger Blutdruck.
„Wir plädieren dafür und sensibilisieren, dass Ärztinnen und Ärzte, aber auch Betroffene das Krankheitsbild Sepsis schneller in Betracht ziehen und auf die Symptome achten.
Gerade jüngere Menschen unterschätzen die Symptome mitunter und glauben, dies geht schnell vorbei.
Ein Irrglaube mit mitunter schweren Folgen“, sagt Prof. Thea Koch.
In den vergangenen fünf Jahren haben die Mitglieder im Comprehensive Sepsis Center die Behandlung von Sepsis-Patientinnen und -Patienten verzahnt und abgestimmt. 

Wer eine schwere Form der Erkrankung übersteht, muss oftmals lange in einer Rehaeinrichtung den Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben lernen. 

„Bei unserem Anliegen, den Behandlungsverlauf gemeinsam – also fach- und leistungssektorenübergreifend – zu planen, stehen der Sepsis-Betroffene und seine Angehörigen im Mittelpunkt. 

Sie profitieren unmittelbar von dem damit verbundenen fachlichen Austausch der beiden Träger des Sepsis Zentrums.“ Betont Rudolf Presl, Geschäftsführer der Klinik Bavaria Kreischa. 

„Mit diesem Vorgehen steigen die Chancen, dass mehr Betroffene eine Sepsis überleben und ihr Weg zurück in das aktive Leben erfolgreich verläuft“, ergänzt Dr. Ulf Bodechtel, Chefarzt an der Klinik Bavaria Kreischa. 

Die Arbeit des Comprehensive Sepsis Center wird weiterhin wissenschaftlich begleitet und laufend weiterentwickelt. 

Die Klinik Bavaria und das Uniklinikum Dresden als Initiatoren tragen in der Pilotphase die zusätzlichen Kosten für das Zentrum. Ziel ist die Aufnahme in den Krankenhausplan des Freistaats. 

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Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie
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Klinik Bavaria Kreischa
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Prof. Maik Gollasch: Chronische Nierenerkrankungen (CKD) und Gebrechlichkeiten und Stürze: Einladung zur Studie ab 65 Jahre

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Studienzentrum MV-Fit/SHIP-AGE am Kreiskrankenhaus Wolgast eröffnet

  • Wie bleiben wir lange gesund und welche Rolle spielt dabei die Niere?

 In dieser Woche wurde am Kreiskrankenhaus Wolgast das Untersuchungszentrum für die neue Gesundheitsstudie MV-Fit/SHIP-AGE der Universitätsmedizin Greifswald eröffnet. 

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung fand eine Ausstellung mit dem preisgekrönten Fotografen Karsten Thormaehlen statt, der 50 Arbeiten aus seiner Serie „Young at Heart“ mit jung gebliebenen Seniorinnen und Senioren zeigte. 

Zu den Gästen zählte auch der Direktor des DLR-Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin Köln, Prof. Jens Jordan. 

Wollen jetzt durchstarten – das Studienteam MV-Fit (nicht vollständig) mit Studienleiter Prof. Maik Gollasch (mi.). Wollen jetzt durchstarten – das Studienteam MV-Fit (nicht vollständig) mit Studienleiter Prof. Maik Gollasch (mi.). Foto: UMG/Annina Rehbein  Heike Kynast (v.li. Studienschwester), Dr. Julia Rüdebusch (Projektkoordinatorin), Prof. Maik Gollasch (Studienleiter), Sophie Oldag (Leitende Studienschwester) und Oberarzt Dr. Marwan Mannaa.

MV-Fit (Mecklenburg-Vorpommern Frailty Interventional Trial) ist eine großangelegte Gesundheitsstudie, die sich intensiv mit dem Thema „Gesundes Altern“ auseinandersetzt. 

Die Studie wird von Prof. Maik Gollasch, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin D (Geriatrie) an der Universitätsmedizin Greifswald, geleitet und in Höhe von 2,6 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.  

Eigens für die Studie wurde im Kreiskrankenhaus Wolgast ein modernes Geriatrisches Untersuchungszentrum eingerichtet. 

Die künstlerische Ausgestaltung lag in den Händen des „Jahrhundertfotografen“ Karsten Thormaehlen, der sich mit seinen beeindruckenden Porträts von über 100-jährigen weltweit einen Namen gemacht hat.

„Mit der Studie MV-Fit starten wir heute nicht nur ein weiteres ambitioniertes und innovatives Forschungsvorhaben. Zugleich knüpfen wir an unsere langjährige erfolgreiche Bevölkerungsmedizin an, mit der wir neue Maßstäbe für eine bessere Prävention und Krankenversorgung setzen konnten“, betonte der Wissenschaftliche Vorstand der Unimedizin Greifswald, Prof. Karlhans Endlich. 

Insbesondere von der Einbeziehung der in unserem Bundesland in der Bevölkerung weit verbreiteten eingeschränkten Nierenfunktion und der Folgen erhoffen wir uns wichtige neue Erkenntnisse.“

  • Chronische Nierenerkrankungen (CKD) sind ein entscheidender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit bei älteren Menschen. 
  • Mecklenburg-Vorpommern hat laut der Greifswalder SHIP-Studie (Study of Health in Pomerania) bei eingeschränkten Nierenfunktionen die höchste Verbreitung in Deutschland und Europa. 
  • Mit der MV-Fit-Studie in einer Laufzeit von zunächst drei Jahren sollen wissenschaftliche Erfahrungen gewonnen werden, um Nierenkrankheiten und Gebrechlichkeit zukünftig möglichst frühzeitig zu erkennen und Stürze zu vermeiden. 

Ziel ist ein gesundes Altern mit einem möglichst langen eigenständigen und selbstbestimmten Leben.

Mehrere Untersuchungswellen geplant

„In unserer Studie MV-Fit analysieren und bewerten wir den Gesundheitszustand von Frauen und Männern ab 65 Jahren im Sinne eines gesundes Alterns“, erläuterte Studienleiter Prof. Maik Gollasch. 

„Die Analyse und Bewertung dient der Vermeidung von Gebrechlichkeit (Frailty) und Stürzen im Alter.  

Wir wollen dabei schwerpunktmäßig die Auswirkungen einer eingeschränkten Nierenfunktion auf die Gebrechlichkeit bei älteren Menschen untersuchen und können dafür auch den umfangreichen Datenschatz der langjährigen SHIP-Studie nutzen.“

  • In der Studie erhalten alle Teilnehmenden eine sehr umfangreiche geriatrische Untersuchung, die Messungen des Blutdrucks und Kreislaufs, der körperlichen Aktivität, der Nierenfunktion, Knochendichte, Muskelmasse und Fettverteilung. 

„Aus den Ergebnissen leiten wir persönliche Empfehlungen wie beispielsweise therapeutische Trainingsprogramme, altersgerechte Ernährung und Medikamentenverträglichkeit ab und stellen diese den Probanden zur Verfügung“, so der Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie und Nephrologie. 

Die Untersuchungen sollen regelmäßig über drei Jahre wiederholt werden, um mittel- und langfristige Veränderungen im Gesundheitszustand älterer Menschen erforschen zu können.
Einzigartige Komplexität der Untersuchungen

Bei den etwa vier- bis sechsstündigen Untersuchungen mit Pausen kommen eine Vielzahl neuster Messmethoden zum Einsatz. 

So erfolgt die Sturzrisikoeinschätzung durch einen elektronischen Ganganalysenteppich, der mit 30.000 Sensoren ausgestattet ist. 

Die Knochendichtemessung (DXA) wird mit einem digitalen Röntgenverfahren mit minimaler Strahlendosis erfasst. 

Mittels bioelektrischer Impedanzanalyse kann die Körperzusammensetzung bestimmt werden.

Die Finapres-Methode gilt als Goldstandardverfahren der unblutigen ganzheitlichen Kreislaufmessung. 

Die Pulswellenanalyse gibt Aufschluss über die Funktionsweise des Gefäßsystems und der Kreislaufsituation.

Eine umfassende Nierenfunktionsuntersuchung dient der genauen Bestimmung der Leistungsfähigkeit des Hochleistungsorgans. 

Zum Untersuchungsprogramm gehören ferner medizinische Basismessungen, ein Interview und drei Fragebögen zum Allgemeinbefinden, zum Schlafverhalten und zur Beweglichkeit.
 

„Das Untersuchungsprogramm bietet eine einzigartige Komplexität an Informationsgewinnung“, unterstrich Prof. Maik Gollasch, „die uns weitreichende Erkenntnisse ermöglichen kann.“ Zum Team gehören zwei Fachärzte, eine Studienkoordinatorin sowie vier Studienschwestern.

Kooperation mit der Raumfahrtmedizin

Die Sprungkraft der Beine wird direkt mittels einer speziellen Sprungkraftplatte gemessen. Diese Methode wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln entwickelt, um die Sprungkraft von Astronautinnen und Astronauten vor und nach Flügen in das Weltall zu beurteilen. Die Sprungkraft wird vollautomatisch bestimmt, auch wenn ein sichtbares Abheben nicht möglich ist.
„Am DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin forschen wir, um Menschen im Weltraum, in der Luftfahrt und auf der Erde gesund und leistungsfähig zu erhalten. Dabei gibt es viele Berührungspunkte zwischen Raumfahrtmedizin und Altersmedizin“, hob der Direktor Prof. Jens Jordan hervor. „Die extremen Umweltbedingungen im Weltraum wie Schwerelosigkeit, Strahlenbelastung und Isolation bewirken körperliche Abbauprozesse, die einer Alterung im Zeitraffer gleichen. Dem wollen wir effektiv entgegenwirken, um sichere astronautische Raumfahrt zu ermöglichen, aber auch Menschen in höherem Lebensalter gesund zu erhalten. Umgekehrt können wir in der Luft- und Raumfahrtmedizin viel von älteren Menschen lernen. Die Kooperation mit MV-Fit bietet dafür fantastische Möglichkeiten.“

Jung im Herzen - Wertschätzung durch individuelle Gestaltung

Das Studienzentrum, das aus mehreren speziellen Untersuchungsräumen besteht, wurde mit großformatigen Fototapeten des Künstlers Karsten Thormaehlen ausgestaltet. Es zeigt die aktiven Protagonisten des Fotografen und auch 20 Hundertjährige, die er in vielen Ländern für die Ewigkeit eingefangen hat.

Der Rheinland-Pfälzer war weltweit für Konzerne und ihre Werbekampagnen unterwegs, bevor er sich international einen Namen als „Jahrhundertfotograf“ gemacht hat. Seit vielen Jahren befasst sich der 58-Jährige mit demografischen und soziokulturellen Auswirkungen alternder Gesellschaften und sucht dabei insbesondere den Kontakt und Austausch mit hochbetagten, aber junggebliebenen Seniorinnen und Senioren. Vor allem die Lebenserfahrung, das Authentische, die innere Ruhe und die strahlenden Augen seiner bevorzugten Zielgruppe haben es dem Fotografen angetan.
 

Im Foyer des Kreiskrankenhauses Wolgast werden zudem anlässlich der Eröffnung des neuen Studienzentrums 50 Werke aus seiner jüngsten Fotoserie „Young at Heart“ gezeigt.

„Mich hat das Anliegen der Studienteams gereizt, durch eine individuelle Gestaltung den Probanden eine besondere Wertschätzung entgegenzubringen“, sagte Karsten Thormaehlen. 

„Diese Menschen sind in unseren Augen weitaus mehr als nur Gegenstand der Untersuchungen. Es geht darum, die fortgeschrittene Lebensphase ins positive Licht zu rücken und die berechtigten Bedürfnisse der älteren Generation stärker wahrzunehmen.“

Diesem Ansatz schloss sich Prof. Maik Gollasch an, der auch seit 2019 das Altersmedizinische Zentrum am Kreiskrankenhaus Wolgast leitet. „Neben den personalisierten Ansätzen für die einzelnen Probanden geht es bei unserer Studie vor allem darum, die Gesundheitsversorgung älterer Menschen nachhaltig zu verbessern.“

Teilnahme an der Studie MV-Fit


Frauen und Männer ab 65 Jahren, die gern an der Studie teilnehmen möchten, können sich bei dem Probandenmanagement melden: 

telefonisch unter 03834–86 19 577 oder per Mail an kontakt-mvfit@med.uni-greifswald.de

Den teilnehmenden Probanden kann bei Bedarf ein Fahrdienst für die Hin- und Rückfahrt bereitgestellt werden. 

Für die Teilnahme erhalten die insgesamt 820 Probanden eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 50 Euro.

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Prof. Dr. Maik Gollasch
Telefon: 03836/257 594
Maik.Gollasch@med.uni-greifswald.de
 
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Mecklenburg-Vorpommern  

Constanze Steinke Universität Greifswald

Jan Meßerschmidt
Telefon: (03834) 420 1150
Fax: (03834) 420 1151
E-Mail-Adresse: jan.messerschmidt@uni-greifswald.de

DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin
http://www.dlr.de/me

Karsten Thormaehlen
http://www.karstenthormaehlen.com

 Universitätsmedizin Greifswald
 Christian Arns
T +49 3834 86 52 88
E christian.arns@med.uni-greifswald.de
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Kreiskrankenhaus Wolgast gGmbH
Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Greifswald
Geschäftsführer: Toralf Giebe/Carsten Köhler
Ärztliche Direktorin: Dr. Maria Zach
Pflegedirektor: Holger Miltzow
Chausseestraße 46, 17438 Wolgast
T +49 3836 257-200
E sekretariat@kreiskrankenhaus-wolgast.de
http://www.kreiskrankenhaus-wolgast.de
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https://www.togas.lu.lv/: Prof. Dr. med. Jochen Weigt: Magenspiegelung und Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge und Risikobetrachtung zum Magenkarzinom

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Europaweite Studie zur Früherkennung von Magenkrebs gestartet

Pilotstudie in Magdeburg evaluiert Screening-Methode für die Prävention von Magenkrebs

Mit jährlich rund 136.000 neuen Diagnosen und etwa 97.000 Todesfällen in Europa ist Magenkrebs die vierthäufigste Krebserkrankung weltweit. Obwohl die rechtzeitige Entdeckung entscheidend für die Überlebenschancen und erfolgreiche Behandlung ist, gibt es in Europa keine wirksame Screening-Methode zur Prävention von Magenkrebs. Das Europäische Konsortium TOGAS will das ändern und hat mehrere Präventionsstudien zur Evaluierung eines Magenkrebsfrüherkennungs-Programms in der EU gestartet. In einem Teilprojekt untersuchen Forschende der Universitätsmedizin Magdeburg zusammen mit mehreren anderen europäischen Partnern die Etablierung einer Magenspiegelung als geeignetes Instrument zusätzlich zur Darmkrebsvorsorge bei Patientinnen und Patienten, die bereits eine Darmspiegelung erhalten. Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) kann helfen, Frühstadien, aber auch Vorläuferläsionen und Risikofaktoren eines Magenkarzinoms zu identifizieren.

Prof. Dr. med. Jochen Weigt ist Leiter der Pilotstudie und stellvertretender Klinikdirektor an der Universitätsklinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie in Magdeburg. Er betont: „Leider werden die meisten Magenkrebserkrankungen erst in späteren Stadien aufgedeckt, wenn die Symptome bereits vorhanden sind.“ In diesen Fällen, so der Gastroenterologe weiter, sei eine Heilung weniger wahrscheinlich. Daher könne sich die Teilnahme an der Magenkrebsvorsorge, auch wenn noch keine Symptome auftreten, als wichtig erweisen. „Wir erwarten durch die Implementierung dieser Vorsorgemaßnahme nicht nur die Früherkennung von Magenkarzinomen zu verbessern, sondern auch wertvolle Erkenntnisse für die Entwicklung optimaler Screening-Strategien in der EU zu gewinnen“, erklärt Weigt.

Daher besteht das allgemeine Ziel von TOGAS darin, das fehlende evidenzbasierte Wissen bereitzustellen, das für die Konzeption, Planung und Umsetzung einer angemessenen Magenkrebsvorsorge in der EU genutzt werden kann. Die Herausforderungen der Studie liegen in der Vielfalt der diversen Bevölkerungsgruppen, unterschiedlichen Altersstrukturen und verschiedenen Gesundheitssystemen innerhalb Europas.

Über TOGAS

Die TOGAS-Initiative (Towards Gastric Cancer Screening Implementation in the European Union) besteht aus 50 EU-Partnern und wird von der Universität Lettland in Riga koordiniert. Das Konsortium setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz mit drei klaren Zielen. Erstens erfolgt eine umfassende Bewertung des Status und der Bedürfnisse der Mitgliedstaaten in der Magenkrebsprävention, einschließlich Informationen über bestehende Screening-Initiativen. Zweitens wird die Eignung und Wirksamkeit verschiedener Methoden der Magenkrebsvorsorge für den Einsatz in der EU bewertet. Drittens steht die Sicherstellung der Nachhaltigkeit der Ergebnisse durch eine effektive Verbreitungsstrategie und Koordinierung im Fokus, unter Berücksichtigung der europäischen Leitlinien und Qualitätssicherungssysteme.

Das Projekt wird durch die Europäische Union in dem Programm „EU4Health“ mit 12 Millionen Euro (ca. 560.000 Euro für den Standort Magdeburg) gefördert.

Weitere Informationen unter https://www.togas.lu.lv/

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Prof. Dr. med. Jochen Weigt, Universitätsklinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, 0391/67 13122, jochen.weigt@med.ovgu.de