Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

Streuende Tumorzellen -Metastasen

Medizin am Abend Berlin - MaAB- Fazit: Metastasen: Kleine Verwandlung – großer Effekt

  • Meist sterben Krebspatienten nicht an ihrem ursprünglichen Tumor in einem bestimmten Organ. 
  • Zur tödlichen Bedrohung erwächst der Tumor erst, wenn einzelne Tumorzellen sich aus dem Ersttumor lösen, durch den Körper wandern und sich beispielsweise in Leber, Lungen, Knochen oder Gehirn ansiedeln und das dortige Gewebe durch die Bildung von Metastasen zerstören. 

Bei einem Metastasierungsprozess verwandeln sich manche Zellen des Ersttumors in ganz bestimmter Weise.

Ein deutsch-chinesisches Forscher-Team um Prof. Olivier Gires von der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde des Klinikums der LMU München hat die Studie jetzt im Fachblatt Science Advances veröffentlicht. 

Tumorzellen aus den Primärtumoren disseminieren über die Blutbahn und das Knochenmark, um letale Lungenmetastasen zu bilden.
Tumorzellen aus den Primärtumoren disseminieren über die Blutbahn und das Knochenmark, um letale Lungenmetastasen zu bilden.
 
Um langfristig Therapien gegen die Metastasierung zu entwickeln, muss die Medizin verstehen, wie der verhängnisvolle Prozess genau vonstattengeht.

Noch aber gibt es einige Rätsel zu lösen.

  • Zum Beispiel ist nicht vollständig geklärt, wie die Beschaffenheit und der Typ von Krebszellen die Streuung in den Körper beeinflusst. 

Die bösartigen Zellen der meisten Ersttumoren sind „epithelialen Ursprungs“: Sie vermehren sich stark, und sie bilden Kontakt mit ihren Nachbarn, um im Verband zu wachsen.

Die Fragen

Können diese epithelialen Tumorzellen in andere Gewebe des Körpers eindringen? Oder müssen sie erst die sogenannte epitheliale-mesenchymale Transition (EMT) durchmachen?

  • Mesenchymale Zellen brechen ihre Zell-zu-Zell-Kontakte auf und lösen sich eher aus einem Verband. 
  • Dann verschaffen sie sich Zugang zu einem Gefäß und wandern durch das Blut, verlassen den Kreislauf wieder und besiedeln ein anderes Gewebe im Körper.

Die Münchner Forscher haben zunächst Brustkrebszellen bestimmter Mäuse in tumorfreie Mäuse verpflanzt. Sie haben die entstehenden Tumore analysiert und aus Blut und Knochenmark wieder potenzielle Krebszellen isoliert. Dabei, so Olivier Gires, „haben wir gezeigt, dass diese Zellen aus Blut und Knochenmark wirklich aus dem Ersttumor stammen.“

Die weiteren Ergebnisse

Doch diese streuenden Tumorzellen variierten in ihrem Typ sehr stark:

Einige blieben mehr epithelial und bildeten entsprechend viele Kontakte zu anderen Zellen aus und vermehrten sich.

Aber sie hatten auch klassische Eigenschaften mesenchymaler Zellen in geringem Umfang gewonnen.

Andere der isolierten Tumorzellen hatten hingegen eine starke oder komplette EMT durchgemacht.

Letztere waren kaum in der Lage, Metastasen in der Lunge zu bilden und wenn, dann nur sehr spät. 

Anders als die mehr-epithelial leicht mesenchymalen Zellen.

„Diese epithelialen Tumorzellen mit einem leicht mesenchymalen Drift besiedelten die Lungen sehr stark“, sagt Gires.

In Kooperation mit Prof. Hongxia Wang von der Universität Shanghai haben die Münchner Forscher, zu denen auch Privat-Dozent Sebastian Kobold von der Abteilung für Klinische Pharmakologie am Klinikum der LMU gehört, die Ergebnisse für Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs bestätigt.

„Wir konnten zudem zeigen, dass die Expression des epithelialen Oberflächenproteins EpCAM auf Tumorzellen im Blut und im Knochenmark der Patientinnen ein Maß für eine geringe EMT und für die Metastasenbildung und das Überleben darstellt“, erklärt Gires.

Und der klinische Nutzen?

Der direkte Benefit für die Patienten ist noch begrenzt, da es sich um Grundlagenforschung handelt.

Eine potenzielle Anwendung in der Zukunft könnte laut Gires sein:

Wenn man aus dem Blut von Brustkrebspatientinnen EpCAM-positive Zellen isoliert und die molekularen Eigenschaften dieser Zellen untersucht, also zum Beispiel die Expression des therapeutisch relevanten Oberflächenmolekül HER2, kann man nach den Erkenntnissen unserer Studie zumindest davon ausgehen, dass man mit der angestrebten Therapie höchstwahrscheinlich auch die metastatischen Zellen trifft.

„Um dies zum Nutzen der Patientinnen einsetzen zu können, sagt der Münchner Molekularbiologe, „sind selbstverständlich klinische Studien notwendig, die die beschriebenen Optionen stützen.“

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com












Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Prof. Olivier Gires
HNO-Forschung
Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
LMU Klinikum
Campus Großhadern
Marchioninistr. 15
D-81377 München
Tel.: +49-89-4400-73895
Fax.: +49-89-4400-76896
Email: olivier.gires@med.uni-muenchen.de

Pettenkoferstraße 8a
80336 München
Deutschland
Bayern


Philipp Kressirer
Telefon: 089 / 4400 - 58070
Fax: 089 / 4400 - 58072
E-Mail-Adresse: philipp.kressirer@med.uni-muenchen.de

Originalpublikation:
https://advances.sciencemag.org/content/5/6/eaav4275

Einladung zur Studie: Die Emotionale Entwicklung von Kindern

Medizin am Abend Berlin - MaAB - Fazit: Wie erkennen Kinder Emotionen anderer? 

Psychologinnen suchen Fünf- bis Achtjährige für Studie

Spiegelt sich im Gesicht des Gegenübers Freude, Ärger, Angst oder Überraschung? 

Wie erkennen Kinder Emotionen anderer? 

Entwicklungspsychologinnen der Universität des Saarlandes aus der Arbeitsgruppe von Professor Gisa Aschersleben erforschen die emotionale Entwicklung von Kindern. 

  • Für eine Studie sucht die Forscherin Corina Möller fünf- bis achtjährige Jungen und Mädchen mit deutscher Muttersprache. 
  • Die Psychologin testet derzeit ein neues Verfahren, mit dem kindliches Emotionswissen erfasst werden kann: 

Hierzu untersucht sie mit ihrem Verfahren eine große Zahl von Kindern, um Aussagen etwa über typische Altersverläufe treffen zu können. 
 
Emotionen anderer bewusst wahrzunehmen, sie zu erkennen und richtig zu deuten, ist für den Menschen von zentraler Bedeutung. 

  • Diese Fähigkeit beeinflusst sein Denken und Handeln, ist entscheidend dafür, wie er mit anderen umgeht und zurechtkommt. 

Psychologinnen der Universität des Saarlandes erforschen die emotionale Entwicklung im Kindesalter. 

Das Wissen hierüber kann etwa dabei helfen, Kinder wenn nötig zu unterstützen, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen.

Die Forscherinnen testen dabei ein neues Verfahren, das auf spielerische Art und Weise dabei helfen soll, im Einzelfall zu beurteilen, wie ein Kind Emotionen anderer wahrnimmt.

Sie suchen jetzt möglichst viele Kinder, die das Verfahren durchlaufen – besser gesagt, es durchspielen:

Dabei wird dem teilnehmenden Kind am Tablet eine Geschichte gezeigt, in der verschiedene Situationen bei den Protagonisten unterschiedliche Gefühle hervorrufen.

Das Kind soll einen von vier Gesichtsausdrücken auswählen, der nach seiner Meinung am besten zu der jeweiligen Situation passt. 

Neben dem Verfahren zur Untersuchung der Emotionswahrnehmung soll das Kind in anderen kleinen Aufgaben so schnell wie möglich bestimmte Blumen in einer Reihe von verschiedenen Blumen finden oder ein Bewegungsspiel mitspielen.

Die Einzelstudie dauert etwa 45 Minuten, im Anschluss erhält das Kind zur Belohnung eine kleine Überraschung.

Die Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

Bei Bedarf können die Eltern die ganze Zeit über im selben Raum bleiben.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com















Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Michaela Sprau
Laborkoordinatorin, Campus Saarbrücken
Gebäude A1 3, Raum 2.19
Tel: +49 (0) 681 302-3877
 E-Mail: kinderprojekt@uni-saarland.de

Gerhild Sieber Universität des Saarlandes
Telefon: 0681/302-4582
Fax: 0681/302-2609


CAVE: Untersucher: Herzfehlerbedingte Beeinrächtigung: Neuro-Kognitive Entwicklung

Medizin am Abend Berlin - MaAB- Fazit: Herzkinder sind gut in der Schule: Überdurchschnittlich viele machen ihr Abitur

Lassen sich Schule und Abi auch mit einem angeborenen Herzfehler meistern? 

Eine Studie des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler kommt zu ermutigenden Ergebnissen. 

Sie sprechen für die gezielte Förderung des Nachwuchses. 

Kinder mit Schultüte bei der Einschulung.
Kinder mit Schultüte bei der Einschulung.
Nationales Register für Angeborene Herzfehler/fotolia.com/contrastwerkstatt
 
  • Mit knapp über 83 Prozent besucht die große Mehrheit der Kinder mit angeborenen Herzfehlern eine normale Grundschule. 

Dabei starten mehr als 73 Prozent mit sechs Jahren oder jünger in ihr erstes Schuljahr.

Und die Herzkinder bewältigen ihre Schullaufbahn gut.

Unabhängig vom Schweregrad ihrer Grunderkrankung erreichen rund 46 Prozent die für das Studium an einer Universität erforderliche Hochschulreife.

Das gelingt im Bundesdurchschnitt rund 32 Prozent aller Schülerinnen und Schüler.

Unterschieden nach schweren, mittelschweren und leichten angeborenen Herzfehlern sind es bei schweren Herzfehlern noch immer 35 Prozent der Patienten, die erfolgreich ihr Abitur ablegen, 47 Prozent bewältigen das mit einer mittelschweren angeborenen Herzfehlbildung und stolze 57 Prozent mit einer leichten Variante.

Das ist das Ergebnis einer jüngsten breit angelegten Studie, bei der die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler die Antworten von 2.600 Registerteilnehmern und ihren Eltern auf eine umfassende, jeweils altersgerecht gestaltete Online-Umfrage auswerteten.

Kein Zeichen von schulischer Überforderung

„Für die Betroffenen und ihre Eltern sind diese Ergebnisse eine große Ermutigung“, sagt die Ärztin Constanze Pfitzer, Stipendiatin im „Clinician Scientist Program“ des Berlin Institute for Health (BIH) der Charité.

Die aktuellen Umfrageergebnisse deuteten auch darauf hin, dass selbst Entwicklungsbeeinträchtigungen, die im Zusammenhang mit angeborenen Herzfehlern und erforderlichen Korrekturoperationen in jüngeren Studien nachgewiesen werden konnten, einer Schulkarriere nicht zwangsläufig im Wege stehen, so die Medizinerin.

Zwar wiederholten Patienten, insbesondere mit schweren angeborenen Herzfehlern, häufiger ein Schuljahr als ihre gesunden Altersgenossen.

Sie absolvierten im Vergleich zu Kindern mit leichteren Herzfehlbildungen tendenziell auch seltener eine gymnasiale Schullaufbahn.

 Dies sei jedoch in vielen Fällen eher den erkrankungsbedingten Abwesenheiten etwa durch Klinikaufenthalte geschuldet und nicht zwingend ein Zeichen von schulischer Überforderung.

Bewusster Umgang mit der Erkrankung wirkt sich positiv aus


Die überdurchschnittlich hohe Anzahl der erfolgreichen Abiturienten unter den Patienten lasse vermuten, dass die Auseinandersetzung mit der ernsten angeborenen Grunderkrankung schon im frühen Kindesalter zu einem bewussteren Umgang mit dem eigenen Körper und den eigenen Fähigkeiten führt.

„Das wirkt sich positiv auf die schulische Entwicklung und Leistungsfähigkeit der Patienten aus.

Wer körperlich eingeschränkt ist, lenkt seine Interessen außerdem eher auf intellektuelle Aktivitäten und engagiert sich entsprechend stärker auf diesem Gebiet“, führt Constanze Pfitzer aus.  

Dabei dürfe nicht unterschätzt werden, welchen Beitrag die erkrankungsbedingt intensivere Form der Zuwendung durch Eltern, Geschwister und das soziale Umfeld leistet.

  • Zudem erhielt ein erheblicher Anteil der Studienteilnehmer Förderunterricht während der Schullaufbahn. 
  • Die Wissenschaftlerin hält es jedoch für dringend notwendig, diese Zusammenhänge sowie herzfehlerbedingte Beeinträchtigungen der neuro-kognitiven Entwicklung noch genauer zu erforschen.

Klarer Bildungserfolg

Etwas Wasser schüttet auch Co-Autor Paul Helm in den Wein: „Ein Vergleich mit dem Bundesdurchschnitt kann aufgrund der vollkommen verschiedenen Ansätze der statistischen Erfassung und unserer Studie nur grobe Anhaltspunkte liefern“, erklärt der Psychologe. An der Online-Umfrage hatten sich deutlich mehr Mädchen und Frauen beteiligt. Ihr Anteil unter den Studienteilnehmern aus dem Nationalen Register für angeborene Herzfehler lag bei 59 Prozent. Bei den Eltern beantworteten zu 80 Prozent die Mütter den Fragebogen. „Das ist an sich nichts Neues. Hier spielt die klassische Rollenverteilung mit hinein, nach der sich noch immer überwiegend Frauen um die Erziehung der Kinder und um Gesundheitsfragen kümmern. Die stärkere Beteiligung weiblicher Studienteilnehmer hat einen leicht verzerrenden Effekt“, so der Wissenschaftler am Kompetenznetz Angeborene Herzfehler. Dabei spiegele sich durchaus wider, was die Statistiken des Statistischen Bundesamtes belegen. „Mädchen erzielen bessere schulische Ergebnisse als gleichaltrige Jungen. Und die Bereitschaft, an einer solchen Studie teilzunehmen, ist bei Patienten mit höheren Schulabschlüssen sicher ausgeprägter.“ Am Bildungserfolg der Herzkinder sei aber grundsätzlich nicht zu rütteln, sind sich die Studienautoren einig.

Das sagt das Statistische Bundesamt:


„Insgesamt hatten in Deutschland 2017 rund 32 % der Personen, die 15 Jahre und älter waren, die Fachhochschul- oder Hochschulreife. Weitere 23 % besaßen einen mittleren Abschluss und 30 % einen Hauptschulabschluss als höchsten allgemeinen Schulabschluss.“

Quellen:
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/B...

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2019/02/PD19_055_213.html


Originalpublikation:
Publiziert wurde die Studie im Januar 2019 in der Fachzeitschrift Early Human Developement unter dem Titel: "Educational achievement of children with congenital heart disease: Promising results from a survey by the German National Register of Congenital Heart Defects“.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30448707

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com













Über Google: Medizin am Abend Berlin
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Deutschland
Berlin


Karin Lange
Telefon: 030 4593 7277
E-Mail-Adresse: k.lange@kompetenznetz-ahf.de

NAKO-UntersucherTEAM: Volkskrankheiten - Bitte an den Folgeuntersuchungen teilnehmen

Medizin am Abend Berlin - MaAB - Fazit: Größte Gesundheitsstudie Deutschlands erreicht wichtiges Etappenziel: 200.000 Menschen nehmen an NAKO teil

Basisuntersuchungen der NAKO Gesundheitsstudie sind abgeschlossen 
 
Mit einem Festakt auf dem Gelände der Berliner Charité beging die größte Langzeit-Bevölkerungsstudie Deutschlands letzte Woche den Abschluss ihrer ersten großen Etappe:

Die Untersuchung von 200.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen.

Wie entstehen Erkrankungen?

Was beeinflusst ihren Verlauf?

Diesen und weiteren Fragen gehen die Forschenden nach.  

Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung von Volkskrankheiten sollen so in Deutschland verbessert werden.

„Wir wollen Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser verstehen, um sie wirkungsvoller bekämpfen zu können. Die Studienergebnisse dieser größten deutschen Gesundheitsstudie werden uns helfen, Volkskrankheiten früher zu erkennen, sie besser zu behandeln und ihnen wirksamer vorzubeugen. Wir könnten beispielsweise erfahren, wie unsere Umwelt und unsere Lebensweise bestimmte Krankheiten beeinflusst. Von dem Datenschatz dieser Gesundheitsstudie werden noch viele Generationen profitieren. Sie wird der Gesundheit vieler Bürgerinnen und Bürgern nutzen. Ich danke den vielen Forschenden, aber auch den Bürgerinnen und Bürgern, die dieses Ziel durch ihre Teilnahme an der NAKO Gesundheitsstudie unterstützen“, sagt Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung.

Die 200.000 teilnehmenden Frauen und Männer werden in den kommenden Jahren wiederholt medizinisch untersucht und zu ihren Lebensumständen befragt. Dadurch schafft die NAKO Gesundheitsstudie eine wertvolle Basis für neue Erkenntnisse: Forscherinnen und Forscher werden mithilfe der Studienergebnisse neue und bessere Angriffspunkte für die Bekämpfung von Volkskrankheiten identifizieren können – für schnellere Diagnosen, für zielgenauere Therapien und für eine wirkungsvolle Vorbeugung der Entstehung dieser Krankheiten. Das Bundesforschungsministerium, 13 Bundesländer und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren finanzieren die NAKO Gesundheitsstudie von 2013 bis 2023 mit insgesamt bis zu 256 Millionen Euro.

„Bund und Länder investieren mit der Förderung der NAKO Gesundheitsstudie gemeinsam in unsere Zukunft. Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland arbeiten eng zusammen, damit diese interdisziplinäre Studie ein Erfolg wird. Sie ist in ihrer Größe, thematischen Breite und Detailtiefe einzigartig“, betont Dr. Eva-Maria Stange, Staatsministerin für Wissenschaft in Sachsen.

Eine wichtige Ressource für die Forschung


Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der NAKO Gesundheitsstudie werden die 200.000 Teilnehmenden in den kommenden 20 bis 30 Jahren wiederholt umfassend untersuchen. 

Deutschlandweit messen sie an 18 Studienzentren beispielweise den Blutdruck, überprüfen die Lungenfunktion und führen Ultraschalluntersuchungen durch. 

Ein großer Teil der Teilnehmenden erhält zusätzlich sogar eine Ganzkörper-Magnetresonanztomographie (MRT)-Untersuchung. 

Zudem sammeln die Forscherinnen und Forscher Bioproben, wie etwa Blut und Urin, und befragen die Teilnehmenden ausführlich zu ihren Lebensumständen, zur Lebensweise und zum Gesundheitsverhalten.

„Dadurch schaffen wir einen Datenschatz, wie es ihn bislang noch nicht gab“, betont Prof. Anette Peters, Vorstandsvorsitzende des NAKO e.V. vom Helmholtz Zentrum München. „Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist es, diesen Datenschatz so aufzubereiten, dass er zukünftig von möglichst vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern genutzt werden kann. Eine zweite wichtige Zukunftsaufgabe ist, die gesammelten Biomaterialien optimal zu nutzen, um das Zusammenspiel der Gene, der Umwelt und des Lebensstils besser zu verstehen. Dafür verwenden wir moderne Laborverfahren und müssen die zum Teil hochkomplexen Informationen mit modernen wissenschaftlichen Methoden in gut auswertbare Daten überführen “, sagt Peters.


„Mit der NAKO hat die Gesundheitsforschung in Deutschland eine einzigartige Grundlage für die präventive Medizin geschaffen, um Herausforderungen der Zukunft anzugehen“, sagt Otmar D. Wiestler, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft.

„Die breit angelegte Gesundheitsstudie wird entscheidend dazu beitragen, die Entstehung von Krankheiten besser zu verstehen sowie Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung zu optimieren. Sie ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass sich ein langfristig angelegtes Projekt mit starken universitären und außeruniversitären Partnern sowie mit einer besonders gründlichen Aufbauphase zum Wohle der Menschen auszahlt.“

Der Langzeitcharakter der Studie ist von zentraler Bedeutung für den Erfolg des Projektes.

Deshalb ist es so wichtig, dass die teilnehmenden Männer und Frauen der Einladung zur Folgeuntersuchung folgen. 

Diese ist im Herbst 2018 erfolgreich angelaufen.
 
Weitere Informationen zur NAKO Gesundheitsstudie sind unter http://www.nako.de zu finden.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com











Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Friedrich-Ebert-Allee 38
53113 Bonn
Deutschland
Nordrhein-Westfalen


Rebekka Kötting
Telefon: 0228 / 5402-132
Fax: 0228 / 5402-150


Dr. Angela Degand
Telefon: 0228-5402-144
Fax: 0228-5402-150
E-Mail-Adresse: degand@gwk-bonn.de


Schädel-Hirn-Trauma: Mikrostrukturen im Gehirn und das Neurofeddback

Medizin am Abend Berlin - MaAB- Fazit: Studie am Dresdner Uniklinikum: Schädel-Hirn-Trauma – bleibt´s beim kurzen Schrecken?

Am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden haben sich die Kliniken für Kinderchirurgie, für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie die Abteilung für Neuropädiatrie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin zusammengeschlossen, um im Rahmen eines neuen Kooperationsprojektes Bedarf und Wirksamkeit eines Nachsorgeprogramms für Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma zu ermitteln. 

Der Fokus des Projektes und der damit verbundenen wissenschaftlichen Untersuchungen liegt auf Kindern und Jugendlichen, die aufgrund eines Schädel-Hirn-Trauma stationär im Universitätsklinikum behandelt wurden. 
 
Wenn noch Monate nach dem Klinikaufenthalt Probleme bei verschiedenen Denkvorgängen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder Handlungsplanung feststellbar sind, haben im Rahmen des Projekts Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 15 Jahren die Chance, diese Probleme mit der Methode des Neurofeedbacks zu therapieren.

Vor allem Jungs lieben es, ihre Limits auszutesten – beispielsweise auf dem Skateboard oder dem Fahrrad kann es dabei schon einmal zum Crash kommen, der in der Notaufnahme eines Krankenhauses endet.

Die Klinik für Kinderchirurgie zählte allein im Jahr 2018 rund 10.000 Kinder und Jugendliche, die nach Unfällen aller Art eingeliefert wurden. Neben Knochenbrüchen, Platz- und Risswunden diagnostizieren die Chirurgen gemeinsam mit ihren Kollegen der Anästhesie und Neuropädiatrie in 554 Fällen auch ein Schädel-Hirn-Trauma – Grund genug, den Patienten zur Beobachtung ins Uniklinikum aufzunehmen.

Während sich nach der Entlassung auch die Eltern freuen, dass Wunden und Brüche in der Regel schnell verheilen, beobachten sie in einigen Fällen – Experten schätzen bei etwa 20 Prozent der Patienten – Veränderungen im Verhalten und der geistigen Leistungsfähigkeit ihrer Kinder.

Früher so aufmerksame Schüler schaffen es auch Monate nach dem Unfall plötzlich nicht mehr, sich eine Schulstunde lang zu konzentrieren, sie sind häufiger müde oder haben wiederkehrende Kopfschmerzen.

Klar zu diagnostizierende Schädigungen des Gehirns, die zum Beispiel auf einem MRT-Bild erkennbar sind, haben diese Patienten in der Regel nicht.

Und doch kann es sein, dass das Schädel-Hirn-Trauma Mikrostrukturen im Gehirn in Mitleidenschaft gezogen hat – etwa lange Nervenfasern, die Areale des Gehirns verbinden.

  • Auch die Weiße Substanz, die einzelne Hirnregionen voneinander isoliert, kann durch den Unfall oder Sturz Schaden genommen haben und zu Problemen in den Denkvorgängen führen. 

Das neue Kooperationsprojekt hat zum Ziel, für solche psychologischen Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas ein gezieltes ambulantes Versorgungsangebot für betroffene Patienten zu schaffen.
  • Glücklicherweise hat das Gehirn genügend Kapazitäten, um diese von kleinen Läsionen verursachten Defizite durch ein gezieltes Training auszugleichen. 

Das Projekt will dazu das Neurofeedback als neuen Therapieansatz für Kinder und Jugendliche nach einem Schädel-Hirn-Trauma nutzen. Ein weiteres Ziel des fachübergreifenden Projektes ist es daher, die Wirksamkeit dieser Methode für betroffene Patienten zu optimieren und entsprechende individuelle Behandlungsoptionen in der Nachsorge zu schaffen. Dazu können sich die Eltern bereits bei der Entlassung aus dem Krankenhaus entscheiden, ob Sie grundsätzlich an einer Teilnahme an dem Projekt interessiert sind. Drei Monate später werden sie dann von dem Forscherteam erstmals kontaktiert und gefragt, ob sie seit dem Schädel-Hirn-Trauma Probleme in der Aufmerksamkeit oder anderen Denkvorgängen ihrer Kinder beobachtet haben. Falls dies der Fall ist, erhalten die Kinder und Jugendlichen einen Diagnostiktermin im Uniklinikum. In diesem Rahmen werden Aufmerksamkeit, Gedächtnis und das allgemeine geistige Leistungsvermögen getestet, über Fragebögen die Symptome erfasst und die Gehirnaktivität mittels EEG gemessen. Dazu müssen die Probanden Aufmerksamkeitsaufgaben am PC erledigen. Sollten sich bei diesen Untersuchungen die geschilderten Probleme bestätigen und die Teilnahme sinnvoll und notwendig erscheinen, kann die Aufnahme in die Neurofeedbackbehandlung erfolgen.

Was ist eigentlich Neurofeedback?

Traditionell ist Neurofeedback an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie ein Angebot für Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen wie zum Beispiel ADHS. Ziel des Neurofeedbacks ist es, die mit Aufmerksamkeit verbundene Gehirnaktivität zu erhöhen. Dafür wird die mit fünf Elektroden gemessene Gehirnaktivität in ein einfaches Computerspiel – etwa ein Autorennen – umgewandelt. Mit einem höheren Konzentrationslevel geht eine Erhöhung der Gehirnaktivität einher – dadurch lässt sich beim Neurofeedback das Autorennen steuern. Durch ein intensives Training besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich auch generell Fortschritte beim Leistungsvermögen erreichen lassen. Der Patient kann so lernen, seine Konzentration bewusster zu steuern. Der Therapeut erarbeitet mit dem Patienten Konzentrationsstrategien, die auch im Alltag nutzbar sind. Das Training wird durch psychotherapeutische Elemente unterstützt. Um eine bedeutsame Verringerung der Aufmerksamkeitsprobleme in verschiedenen Bereichen zu erreichen, findet das Neurofeedback acht Wochen lang je zweimal wöchentlich statt. Neben einer psychischen Erkrankung oder einem Unfall können auch verschiedenen körperliche Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen zu Aufmerksamkeitsproblemen führen. Auch in diesem Fall kann nach erfolgter Diagnostik eine Neurofeedbackbehandlung passend sein.

Die Leiter des neuen Kooperationsprojektes streben mit dieser Initiative an, die längerfristige klinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Schädel-Hirn-Trauma zu verbessern und auszuweiten.

Damit soll ein entscheidender Beitrag zur Patientenversorgung und auch zum wissenschaftlichen Kenntnisstand zu Spätfolgen eines Schädel-Hirn-Traumas geleistet werden.

Kontakt für Patienten
 
Betroffene, die an einer Teilnahme interessiert sind, wenden sich bitte an: 

Univer-sitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie Telefon: 
0351 - 4 58 7168
E-Mail: KJPForschung@uniklinikum-dresden.de

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.de










Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
Direktor: Prof. Dr. med. Veit Rößner
Telefon: 0351 458 22 44
KJPChefsekretariat@uniklinikum-dresden.de

Fetscherstraße 74
01307 Dresden
Deutschland
Sachsen


Holger Ostermeyer
Telefon: 0351 / 458-4162
Fax: 0351 / 458-884162
Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin  Beteiligte
http://www.uniklinikum-dresden.de/kjp

CAVE: Kreislauflabor - EKG - Akuten Herzinfarkt https://compass-mi.com/

Medizin am Abend Berlin - MaAB - Fazit: UKE: Personalisierter Algorithmus hilft Herzinfarkt schneller und sicherer zu erkennen

  • Herzforscher des UKE entwickeln einen Risiko-Kalkulator für Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt

Patienten mit Verdacht auf akuten Herzinfarkt können auf eine schnellere und sicherere Diagnose hoffen: 


Dank eines neuen auch online verfügbaren Risiko-Kalkulators „Compass MI“ können Kardiologen, Neurologen, Nephrologen, Gastrologen, Urologen und andere medizinische/pflegerische Ausrichtungen nun früher und sicherer als bislang abschätzen, ob tatsächlich ein Infarkt vorliegt. 

Entwickelt wurde die Diagnosehilfe von einem internationalen Wissenschaftlerteam unter Federführung der Medizinerinnen und Mediziner des Universitären Herz- und Gefäßzentrums des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). 

v.l. Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Ärztlicher Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums und Studienleiter Dr. Johannes Neumann, Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie.
v.l. Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Ärztlicher Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums und Studienleiter Dr. Johannes Neumann, Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie. UKE
 
Grundlage der Diagnosehilfe sind moderne Tests, die auch sehr geringe Troponin-Konzentrationen feststellen können.

Troponin ist ein Proteinkomplex, der nur im Herzmuskel vorkommt und bei Schädigungen der Muskelzellen ins Blut gelangt.

  • „Mithilfe der gemessenen Troponin-Werte und der genauen Zeit zwischen den Messungen kann man nun unter Berücksichtigung der Art des verwendeten Bluttests ausrechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der betreffende Patient einen akuten Herzinfarkt hat. 

Das ist ein Novum“, erklärt Dr. Johannes Neumann, Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie des Universitären Herz- und Gefäßzentrums.

Entscheidend für die Infarktdiagnose sei nicht mehr ein fester Grenzwert der Troponin-Konzentration im Blut, sondern das Ansteigen der Troponin-Werte während des Messzeitraums.

„Wir haben das in den medizinischen Leitlinien niedergeschriebene Konzept zur Diagnose eines akuten Herzinfarkts aufgebrochen“, sagt Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Ärztlicher Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums.

Für die klinische Praxis bedeutet das: 

Wenn bei Verdacht auf einen akuten Herzinfarkt das EKG (Elektrokardiogramm) keine eindeutigen Zeichen für einen Infarkt liefert, können Ärzte dennoch innerhalb von rund einer Stunde zu einer gesicherten Diagnose kommen, um dann die notwendigen Therapiemaßnahmen einzuleiten. 

  • Bislang konnte es passieren, dass solche Patienten bis zu zwölf Stunden warten mussten, bis die Ärzte einen Infarkt sicher diagnostizieren oder ausschließen konnten.

Weltweite Studie mit 22.000 Patienten führt zu Neudefinierung

Das neue Konzept haben die Hamburger Herzforscherinnen und Herzforscher gemeinsam mit internationalen Kollegen in der aktuellen Ausgabe der renommierten medizinischen Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

Es ist das Ergebnis der Datenauswertung von mehr als 22.000 Patienten aus weltweit 13 Ländern. Bei allen Patientinnen und Patienten, die mit Verdacht auf einen Herzinfarkt in eine Notaufnahme kamen, maßen die Ärzte unmittelbar bei der Eingangsuntersuchung und bis zu dreieinhalb Stunden später jeweils mithilfe hochsensitiver Bluttests die Konzentration von Troponin I oder Troponin T.

 
„Wir haben hier in Hamburg den Algorithmus entwickelt.

Dazu haben wir die weltweiten Daten harmonisiert und dann als gemeinsamen Datensatz für die Analyse verwendet“, erklärt Dr. Neumann, der auch einer der beiden Erstautoren der Veröffentlichung ist.

Lediglich 15 Prozent der Studienpatienten hatten tatsächlich einen Herzinfarkt.

Geringe Ausgangskonzentrationen an Troponin und ein geringer Konzentrationsanstieg waren mit einer geringen Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt verknüpft. 

  • Diese Patienten hatten zudem ein geringes Risiko für weitere Herz-Kreislauf-Komplikationen in den kommenden 30 Tagen. 
  • Mit einer Ausgangskonzentration an Troponin I von unter 6 Nanogramm pro Liter (<6 ng/L) und einem nur geringen Anstieg (<4 ng/L) innerhalb von 45 bis 120 Minuten gehörte insgesamt mehr als die Hälfte aller Patienten (57%) zu dieser Niedrig-Risiko-Gruppe.

Im ersten Schritt lieferte die Studie den Wissenschaftlern wertvolle Daten zur Erstellung des Algorithmus, um im zweiten Schritt daraus einen Risiko-Kalkulator zu entwickeln, der künftig den Ärztinnen und Ärzten bei der Entscheidung zu weiteren therapeutischen Maßnahmen die Richtung weist.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com


















Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Prof. Dr. Stefan Blankenberg
Klinik und Poliklinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie
Universitäres Herz- und Gefäßzentrum Hamburg
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Telefon: 040 7410-53972
s.blankenberg@uke.de

Saskia Lemm Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Martinistr. 52
20246 Hamburg
Deutschland
Hamburg
Telefon: (040) 7410-56061



Originalpublikation:
Literatur:
Neumann J.T., Twerenbold R. et al. Application of High-Sensitivity Troponin in Suspected Myocardial Infarction. Doi: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1803377

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://Weitere Informationen zum Risikokalkulator „MI-Compass“ unter:
https://compass-mi.com



Typologie von Schichtarbetisbiografien - Gesundheitsverhalten?

Medizin am Abend Berlin - MaAB- Fazit: Prekäre Arbeitsfähigkeit? Neue Studie zur Schichtarbeit

Schichtarbeit ist weit verbreitet, beeinträchtigt jedoch häufig das soziale Leben und die Gesundheit der Beschäftigten. 

  • Unternehmen stehen vor der Frage, wie sie die Arbeitsfähigkeit ihrer älter werdenden Mitarbeiter fördern und angesichts knapper Fachkräfte einen leistungsfähigen Schichtbetrieb sichern können. 

Und die Probleme der Schichtarbeit in unterschiedlichen Branchen, sie macht überdies deutlich, dass ein langfristiger und gesunder Verbleib in Schichtarbeit neben den betrieblichen Bedingungen auch von den jeweiligen biografischen Konstellationen der Beschäftigten abhängig ist. 
 
Immer mehr Menschen arbeiten im Schicht- und Nachtdienst.

Die gesundheitlichen Belastungen der Schichtarbeit sind in vielen arbeitsmedizinischen Studien beschrieben worden. 

  • Darüber hinaus wird der Alltag der Beschäftigten durch den Schichtplan strukturiert, mit Folgen für das soziale und familiäre Leben. 
  • Unternehmen wiederum stehen vor der Frage, wie sie die Arbeitsfähigkeit ihrer Schichtarbeitenden langfristig erhalten und auch mit älter werdenden Belegschaften einen leistungsfähigen Schichtbetrieb organisieren können. 

Der Praxis der Schichtarbeit in verschiedenen Branchen und den damit verbundenen Herausforderungen geht eine aktuelle Studie des Instituts für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) in Saarbrücken nach, die im Rahmen der bundesweiten Initiative Neue Qualität der Arbeit gefördert wurde.

Fallstudien aus der Stahlerzeugung und der verarbeitenden Industrie, aus dem Gesundheitswesen und der Energieerzeugung verdeutlichen, dass Schichtarbeit nicht gleich Schichtarbeit ist und dass sich die Arbeitsbiografien von Schichtbeschäftigten unterschiedlich entwickeln. 

  • Manche können gesund und zufrieden bis zum Renteneintritt im Schichtbetrieb verbleiben, andere leiden unter Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit und ihrer Lebensqualität. 
  • Eine Typologie von Schichtarbeitsbiografien zeigt die Faktoren, die zu einem gelingenden Verbleib oder zu einem Ausstieg aus der Schichtarbeit führen. 

Da die betrieblichen Optionen für gesundheitsbedingte Schichtbefreiungen an Grenzen stoßen, suchen die Unternehmen nach innovativen Konzepten, wie sie die Arbeitsfähigkeit und Motivation ihrer Beschäftigten im Schichtbetrieb langfristig erhalten können.

Originalpublikation:
Volker Hielscher, Elena Kreutzer, Ingrid Matthäi (2019): Schichtarbeit unter Veränderungsdruck. Praxiserfahrungen – Herausforderungen – Zielkonflikte. Edition sigma in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden Baden. ISBN 978-3-8487-5913-2

Medizin am Abend Berlin DirktKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com












Über Google:: Medizin am Abend Berlin
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Dr. Volker Hielscher
Dr. Elena Kreutzer
Dr. Ingrid Matthäi



Trillerweg 68
66117 Saarbrücken
Deutschland
Saarland


Andreas Preuth
Telefon: 0681 - 954 24 22
Fax: 0681 - 954 24 27
E-Mail-Adresse: preuth@iso-institut.de


Dr. Volker Hielscher
E-Mail-Adresse: hielscher@iso-institut.de

CAVE: Untersucher-Kreislauflabor. Bradykarde + tachykarde Rhythmusstörungen

Medizin am Abend Berlin - MaAB - Fazit: Dramatische Versorgungslücke bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen und Synkope

• Jeder zweite Mensch erleidet im Laufe seines Lebens eine Synkope, also eine kurze Ohnmacht, deren Ursache nicht selten Herzrhythmusstörungen sind.
• Europäische Leitlinien empfehlen zur sicheren und raschen Diagnostik implantierbare Ereignisrekorder.
• Diese Ereignisrekorder können derzeit bei gesetzlich versicherten Patienten nicht leitliniengerecht angewendet werden, da sie nicht erstattet werden.
Bei etwa einem Drittel aller Schlaganfälle wird zunächst keine Grunderkrankung festgestellt. 


Auch hier können implantierbare Ereignisrekorder bei der Suche helfen, damit rasch eine wirksame Therapie eingeleitet werden kann. 
 
Synkopen sind ein häufig auftretendes Problem.

In dem meisten Fällen handelt es sich um sogenannte Reflexsynkopen oder vasovagale Synkopen, die meistharmlos sind.

„Davon abzugrenzen – und das macht die Diagnostik kompliziert – sind Synkopen, die durch kardiale Erkrankungen entstehen, allen voran durch bradykarde oder tachykarde Rhythmusstörungen“, sagt Prof. Dr. Wolfgang von Scheidt, der federführende Autor des deutschen Kommentars zu der europäischen Leitlinie Diagnostik und Management von Synkopen.

  • „Die Ursachen können für den Patienten lebensgefährlich sein. 
  • Die Synkope von heute kann der plötzliche Herztod von morgen sein.“
  • Ereignisrekoder sind für eine effektive Diagnostik von Synkopen unerlässlich

Patienten, bei denen die Ursache für ihre wiederkehrenden Ohnmachten in einer Störung des Herzrhythmus vermutet wird, erhalten ein Langzeit-EKG, um die Rhythmusstörung identifizieren und wirkungsvoll behandeln zu können. 

  • Da ein Langzeit-EKG aber nur bei 4 % der Patienten ein Ergebnis erfasst, empfiehlt die Leitlinie, es nur bei Patienten anzuwenden, die häufiger als einmal pro Woche eine Synkope erleiden. 

Dies ist allerdings nur bei dem geringsten Teil der Betroffenen der Fall.

  • Das international etablierte diagnostische Verfahren zum Nachweis der bei Synkopen zugrundeliegenden Rhythmusstörungen ist der implantierbare Ereignisrekorder. 

Es handelt sich hierbei um einen kleinen Chip, der innerhalb weniger Minuten unter die Haut implantiert werden kann und über drei Jahre hinweg den Herzrhythmus aufzeichnet.

„Sollte also Wochen oder Monate nach der Implantation die nächste Ohnmacht auftreten, kann der Ereignisrekorder ausgelesen werden und offenbart den Herzrhythmus zum Zeitpunkt der Synkope“, erklärt von Scheidt.

Ereignisrekorder finden Vorhofflimmern deutlich öfter

Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet des Ereignisrekorders ist der kryptogene Schlaganfall. 

Bei rund einem Drittel der Schlaganfall-Patienten wird keine Grundkrankheit entdeckt, die erklären könnte, warum es zum Schlaganfall gekommen ist. In diesen Fällen spricht man von kryptogenen Schlaganfällen.

Schon 2014 zeigte eine große Studie, dass bei einem weitaus größeren Teil der Patienten mit kryptogenem Schlaganfall ein gelegentliches anfallsartiges Vorhofflimmern (paroxsysmales Vorhofflimmern) auftritt, als man zuvor angenommen hatte.

  • Während die herkömmlichen Diagnoseverfahren EKG und Langzeit-EKG innerhalb von 12 Monaten nur bei 2 % der Patienten Vorhofflimmer-Episoden aufdecken konnten, wurden mit dem implantierten Ereignisrekorder im gleichen Zeitraum bei 12,4 % der Patienten Vorhofflimmern mit einer Länge von mehr als 30 Sekunden gefunden. 

Bei der Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern kommt es zu schnellen, chaotischen Kontraktionen der Vorhöfe des Herzens, wodurch sich die Strömung des Blutes im Herzen verändert.

Es können sich Gerinnsel bilden, die in das Gehirn geschwemmt werden und dort einen Schlaganfall verursachen.

  • Eine frühzeitige Erkennung von Vorhofflimmern mit Ereignisrekordern erlaubt das rechtzeitige Einleiten einer Antikoagulantientherapie und so das Verhindern von Schlaganfällen.

Mangelnde Vergütung von Implantation und Nachsorge führt zu Unterversorgung


Obwohl der klinische Nutzen der Detektion von selten und unregelmäßig auftretenden Herzrhythmusstörungen mit implantierten Ereignisrekordern durch zahlreiche Studien und Metaanalysen belegt ist, besteht in Deutschland bezüglich der Versorgung mit den Rekordern eine von ärztlicher und Patientenseite unerträgliche Situation, wie die DGK in einer Stellungnahme (https://doi.org/10.1007/s12181-018-0297-7) erörtert. 

„Leider wird die Implantation eines Ereignisrekorders bisher von den Krankenkassen als letzter Schritt in der Diagnostik angesehen, obwohl man schon sehr schnell an dem Scheideweg in der Diagnostik angekommen ist, in der er gewinnbringend eingesetzt werden kann“, stellt von Scheidt hinsichtlich der Abklärung von Synkopen fest.


  •  „In der Realität muss, damit die Implantation vergütet wird, eine lange Diagnostikkaskade vorweggehen, die bei weiten Teilen dieser Patienten unnötig ist, beispielsweise neurologische Untersuchungen. 

Eine ambulante Implantation wird derzeit sogar überhaupt nicht vergütet, obwohl der Eingriff ambulant sehr gut und gefahrlos durchgeführt werden kann.

“ Er resümiert: 

„Die Vorgaben der Krankenkassen widersprechen der Leitlinienempfehlung.“ Prof. Dr. Thomas Deneke, Sprecher der Arbeitsgruppe Rhythmologie der DGK, bestätigt: 

„Es wird in der Synkopendiagnostik sehr viel Geld für Maßnahmen ausgegeben, die unnütz sind. Dieses Geld sollte man eher in die Versorgung mit Ereignisrekordern stecken.“

Doch nicht nur die Vergütung der Implantation ist unzureichend. 

„Die Nachsorge können wir derzeit überhaupt nicht abrechnen“, so Deneke. 

„Die Ereignisrekorder müssen idealerweise telemedizinisch nachgesorgt werden. Ich sehe mir im Schnitt am Tag 200-300 zum Teil auch fehldetektierte Episoden von etwa 50 Patienten an, nach dem Wochenende auch mal von 150 Patienten.“ 

Die mangelnde Vergütungssituation sowohl von Implantation als auch von Nachbetreuung führt allerdings häufig dazu, dass die Ereignisrekorder gar nicht erst eingesetzt werden können.

Durch die genannten Sachverhalte besteht in Deutschland eine Unterversorgung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen und Synkopen, wie es in der Stellungnahme der DGK heißt. 

Eine leitliniengerechte Diagnosestellung und Initiierung von zum Teil lebenswichtigen Therapien ist daher in vielen Fällen nicht möglich und erhöht das Risiko der Patienten, Folgeerkrankungen zu erleiden oder zu versterben. 

„Die Implantation und Nachsorge von Ereignisrekordern muss dringend vergütet werden, sowohl stationär als auch ambulant. Und zwar möglichst unkompliziert“, fordert Deneke. 

Von Scheidt fügt hinzu: 

„Die Krankenkassen müssen ihre Haltung zu implantierbaren Ereignisrekordern unserer Meinung nach dringend überdenken!“

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com





















Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
Prof. Dr. Michael Böhm (Homburg/Saar)
Kerstin Kacmaz
Tel.: 0211 600 692 43
Melissa Wilke, Tel.: 0211 600 692 13
presse@dgk.org



Grafenberger Allee 100
40237 Düsseldorf
Deutschland
Nordrhein-Westfalen


Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 10.000 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien. Weitere Informationen unter www.dgk.org

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligter
http://www.leitlinien.dgk.org

SuperCAVE: Vermehrtes viszerales Fett? Hormon Östradiol - Östrogene

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Sexualhormon Östradiol schützt weibliches Gehirn in der Lebensmitte

  • Wie wirken sich Sexualhormone und Körpergewicht auf das emotionale und kognitive Wohlbefinden aus? 

Die Forscherinnen Julia Sacher und Rachel Zsido fanden mit ihrem Team heraus, dass das Hormon Östradiol eine entscheidende Rolle dabei spielt, vor allem in der Lebensmitte Netzwerke im weiblichen Gehirn strukturell intakt und das Gedächtnis gesund zu erhalten. 

Sie analysierten dafür Daten von 974 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus einer großen bevölkerungsbasierten Studie des Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationskrankheiten (LIFE).

Erhöhtes Organfett (Scan unten) beschleunigt die Alterung von Gehirnnetzwerken. Östradiol (Oe) scheint das Gehirn von Frauen während der Lebensmitte vor strukturellen Schäden (rechts oben).
Erhöhtes Organfett (Scan unten) beschleunigt die Alterung von Gehirnnetzwerken. 
Östradiol (Oe) scheint das Gehirn von Frauen während der Lebensmitte vor strukturellen Schäden (rechts oben). MPI CBS
 
  • Aktuelle Forschung deutet darauf hin, dass vermehrtes viszerales Fett - das ist Körperfett, das eine Reihe wichtiger innerer Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse und Darm umgibt - das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen im späteren Lebensalter birgt. 

"Unser Ziel war es, zu untersuchen, ob überschüssiges Organfett mit einer Verringerung der strukturellen Netzwerke sowie der Speicherleistung unseres Gehirns über die gesamte Lebensdauer verbunden ist.

Wir wollten auch herausfinden, ob dieses Wechselspiel durch Östradiol beeinflusst werden kann.", sagt Studienautorin Rachel Zsido.

Östradiol ist ein aus Cholesterin bestehendes Hormon und das stärkste der drei natürlich produzierten Östrogene. 
  • Es ist das wichtigste Hormon im weiblichen Körper und hat viele erstaunliche Funktionen - vor allem aber trägt es entscheidend zur Erhaltung des weiblichen Fortpflanzungssystems bei. 
  • Auch Männer produzieren Östradiol, allerdings in viel geringeren Mengen. 
  • Bei beiden Geschlechtern wird Östradiol zusätzlich durch Fettgewebe, das Gehirn und in den Wänden der Blutgefäße produziert. 

Außerdem wirkt es gefäßerweiternd und antioxidativ. 

So kann Östradiol helfen, die Myelinarchitektur zu erhalten – und damit die Membran, die unsere Nerven schützt.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Hormon-Labor  

Obwohl viszerales Fett und Östradiol offenbar gegensätzliche Rollen im Zusammenhang mit dem gesunden Alterungsprozess des Gehirns spielen, blieb bisher unklar, wie und zu welchem Zeitpunkt sie die Gehirnstruktur wechselseitig beeinflussen.

Um dieses Rätsel zu lösen, haben Zsido und ihre Kollegen einen großen Datensatz gesunder Erwachsener im Alter zwischen 20 und 80 Jahren, 501 Männer und 473 Frauen, aus der LIFE-Studie genauer untersucht.

"Wir schauten uns die Gehirnstruktur und das Körperfett der Probanden auf Bildern an, die aus dem Magnetresonanztomographen stammten, sowie die Gedächtnisleistung und den Östradiolspiegel im Blut.

  • Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass vermehrtes Organfett den negativen Einfluss des Alterns auf Hirnnetzwerke bei Männern und Frauen verstärkt. 
  • Wir haben außerdem festgestellt, dass Männer dieses Organfett früher ansetzen, während Frauen vor allem in der Lebensmitte davon betroffen sind.", erklärt die Wissenschaftlerin.

Hormone stärker berücksichtigen bei Risikoerkennung für Demenz oder Depression
 
"Durch die Abnahme von Östradiol in dieser mittleren Lebensphase wird der normale Alterungsprozess beschleunigt.

Es scheint aber so, als würde Östradiol das Gehirn von Frauen während der Lebensmitte vor strukturellen Schäden an der Grauen Substanz schützen", ergänzt Julia Sacher, die mit ihrer Forschungsgruppe untersucht, wie sich hormonelle Veränderungen auf Stimmung, emotionales Wohlbefinden und Kognition auswirken. 

"Wir haben uns eine Untergruppe von Frauen im Alter von 35 bis 55 Jahren genauer angesehen und festgestellt, dass ein niedriger Östradiolwert mit einer schwächeren Gedächtnisleistung während der Mitte des Lebens einhergeht.

  • Das ist auch der Altersbereich, in dem der Übergang in die Menopause stattfindet, die anfangs durch abrupte Östradiolschwankungen und schlussendlich durch den Stopp der Fortpflanzungsphase gekennzeichnet ist. 
  • Unserer Meinung nach bietet die Phase vor der Menopause daher ein wichtiges Zeitfenster, um eine beschleunigte Alterung des Gehirns und damit die Entwicklung neurodegenerativer Krankheiten wie Demenz oder Depression bei Frauen zu verhindern".

Eine zweite gemeinsame Studie unter der Leitung von Julia Sacher und Steffi Riedel-Heller vom Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) zeigte zudem eine entscheidende Interaktion zwischen ungünstigen Stoffwechselzuständen und einem anderen wichtigen Sexualhormon, dem Testosteron. 

  • Das Team fand heraus, dass erhöhte Testosteronwerte und Veränderungen im Körpergewicht die Anfälligkeit für Depressionen bei Frauen vor und nach dem Übergang in die Menopause unterschiedlich beeinflussen. 

„Zusammen betonen die Ergebnisse aus beiden Studien die Notwendigkeit, geschlechtsspezifische Unterschiede und Sexualhormone noch mehr zu berücksichtigen, wenn wir das Risiko für neurodegenerative Krankheiten untersuchen.“, fasst Julia Sacher zusammen.

Wichtig sei dies insbesondere in der Lebensmitte, da diese Übergangsphase für Frauen eine besondere Chance zur Prävention biete.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com










Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

PD Dr. Julia Sacher
Minerva-Forschungsgruppenleiterin, Gleichstellungsbeauftragte
Telefon: +49 341 9940-2409
E-Mail: sacher@cbs.mpg.de

Rachel Zsido
Doktorandin, Doktorandenvertreterin
E-Mail: zsido@cbs.mpg.de

Stephanstraße 1a
04103 Leipzig
Postfach 500355
04303 Leipzig
Deutschland
Sachsen


Bettina Hennebach
Telefon: 0341 9940-148
E-Mail-Adresse: hennebach@cbs.mpg.de

Originalpublikation:
JAMA Network Open (2019): "Association of estradiol and visceral fat with structural brain networks and cognitive health: A lifespan approach"

Doi:10.1001/jamanetworkopen.2019.6126

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen

Die fußballspezifische taktische Leistungsfähigkeit von Frauen und Männern in Europa?

Medizin am Abend Berlin - MaAB - Fazit: Frauen vs. Männer – Taktische Leistungsfähigkeit im Fußball

UEFA fördert Studie zu geschlechtsspezifischen Unterschieden im europäischen Fußball. 

Erstmals kommen Positionsdaten zum Einsatz. 
 Wissenschaftler*innen der Deutschen Sporthochschule Köln vergleichen die fußballspezifische taktische Leistungsfähigkeit von Frauen und Männern in Europa mit Hilfe von Positionsdaten.
Wissenschaftler*innen der Deutschen Sporthochschule Köln vergleichen die fußballspezifische taktische Leistungsfähigkeit von Frauen und Männern in Europa mit Hilfe von Positionsdaten.
Foto: DSHS


Im modernen Fußball ist Taktik in allen Altersbereichen und Leistungsniveaus relevant; im Trainingsprozess wurde ihr lange wenig Aufmerksamkeit gewidmet.

Deshalb bietet die taktische Leistungsfähigkeit heute riesige Potenziale.

In einem neuen Projekt vergleichen Wissenschaftler*innen der Deutschen Sporthochschule Köln die fußballspezifische taktische Leistungsfähigkeit von Frauen und Männern in Europa mit Hilfe von Positionsdaten. Gefördert wird die Studie durch die Union Europäischer Fußballverbände (UEFA).

Mit einem provokanten Werbespot haben die deutschen Fußballerinnen im Vorfeld der Fußball-WM der Frauen humorvoll mit einem Klischee gespielt, dem wohl viele schon einmal begegnet sind:

Frauen- und Männerfußballspiele unterscheiden sich. 

Im Spot heißt es über Frauenfußball:

 „Wie Amateurfußball, nur in Zeitlupe“.

  • Doch wo liegen objektive Unterschiede zwischen dem Spielverhalten von Frauen und Männern und wie stellen sich diese Unterschiede im europaweiten Vergleich dar?

Professor Daniel Memmert, Leiter der Studie:

„Wir suchen Gemeinsamkeiten und Unterschiede im taktischen Verhalten von Frauen- und Männer-Nationalmannschaften und wollen einen Vergleich zwischen verschiedenen Ländern in Europa ziehen. 

Um einen geschlechtsspezifischen Bias bei der Bewertung zu vermeiden, setzen wir auf Positionsdaten statt der sonst üblichen Videodaten.“

Als objektive Analysewerkzeuge kommen neu entwickelte Key Performance Indizes und sportinformatische Analyseverfahren zum Einsatz, die auf künstlichen neuronale Netzen basieren.

Das Projekt des Instituts für Trainingswissenschaft und Sportinformatik wurde von der UEFA als eines von nur sechs Projekten ausgewählt (Bewilligungsquote: 10%), dem eine Förderung zukommt.

Die Erkenntnisse sollen objektive Rückschlüsse auf die Ausbildung von Spieler*innen in verschiedenen Kulturen ermöglichen, zur Weiterentwicklung und Professionalisierung des Frauenfußballs im Bereich Taktik beitragen und eine Unterstützung dazu leisten, die öffentliche Wahrnehmung und die Attraktivität des Frauenfußballs auf Basis objektiver Bewertungskriterien zu fördern.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com


















Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Univ.-Prof. Dr. Daniel Memmert
Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik
d.memmert@dshs-koeln.de

Sabine Maas Deutsche Sporthochschule Köln

Am Sportpark Müngersdorf 6
50933 Köln
Postfach
50927 Köln
Deutschland
Nordrhein-Westfalen

Telefon: 0221 / 4982-3850
Fax: 0221 / 4982-8400
Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://www.dshs-koeln.de/visitenkarte/person/univ-prof-dr-daniel-memmert/