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Adipositastherapie: Reduzierung Körpergewicht und Blutdruck: Metabolisch-Vaskuläre

Medizin am Abend Berlin Fazit: Weniger ist manchmal mehr – neue Substanz reduziert das Körpergewicht

In einer weltweiten Studie haben Forscherinnen und Forscher erstmals die Wirksamkeit von Semaglutid wissenschaftlich untersucht. 

  • Mit diesem Medikament lässt sich künftig nicht nur das Gewicht reduzieren, sondern auch der Blutdruck verbessern. 

Die neuen in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichten Erkenntnisse bedeuten einen großen Fortschritt in der Adipositastherapie. 

Mitautor ist Prof. Andreas Birkenfeld, Leiter des Studienzentrums Metabolisch-Vaskuläre Medizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus. 

Prof. Andreas Birkenfeld, Leiter des Studienzentrums Metabolisch-Vaskuläre Medizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus.
Prof. Andreas Birkenfeld, Leiter des Studienzentrums Metabolisch-Vaskuläre Medizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus. Foto: Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden / Stephan Wiegand
 
„Diäten und Magenverkleinerungen sind sicherlich wichtig und auch so etwas wie der Königsweg, wenn es darum geht, das Gewicht zu reduzieren.

 Allerdings sind heute auch andere wirksame Methoden gefragt, um einer drohenden Diabetesepidemie etwas entgegenzusetzen“, sagt Prof. Andreas Birkenfeld, Stoffwechselexperte der Medizinischen Klinik III am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der TU Dresden und Leiter des neu gegründeten Universitätsstudienzentrums für Stoffwechselerkrankungen.

In einer weltweiten Phase-2-Studie (erstmalige Wirksamkeitserprobung am Patienten) mit mehr als 900 Patienten wurde nun erstmals die Wirksamkeit und die Sicherheit von Semaglutid in der Therapie der Adipositas untersucht. Das Medikament ist eine neue Substanz. Sie gehört in die Klasse der Glucagon-like Peptid-1 (GLP-1)-Analoga.

  • Die Wirkungsweise ist ähnlich der körpereigenen Darmhormone, die das Sättigungsgefühl erzeugen. 

Semaglutid soll einmal wöchentlich verabreicht werden.

Das Studienteam um Prof. Andreas Birkenfeld fand heraus, dass alle Semaglutid-Dosen im Vergleich zu Placebo deutlich das Körpergewicht reduzieren.

In der höchsten Dosierung konnte eine Gewichtsabnahme von bis zu 17 Prozent des Ausgangskörpergewichts beobachtet werden.

Damit war es möglich, einen Patienten, der zuvor einen BMI von 35 kg/m2 und formal eine Adipositas Grad 2, also eine mittelschwere Adipositas aufwies, auf einen BMI von 29 kg/m2 zurückzuführen.

Kurzum: 

er schaffte den Schritt von formal fettleibig zu übergewichtig. 

  • Zeitgleich wurden der Blutzucker, der Blutdruck, und die Blutfette deutlich gesenkt. 

Prof. Andreas Birkenfeld bewertet die Reaktion positiv:

„Der Patient hat nicht nur abgenommen, sondern Semaglutid gut vertragen, die Nebenwirkungen entsprachen denen anderer bekannter GLP-1 Analoga und sind nicht als kritisch einzustufen.“

Diese Wirkung von Semaglutid auf das Körpergewicht läutet jetzt eine neue Ära der pharmakologischen Adipositastherapie ein.

Es wird erstmals eine Gewichtsreduktion erreicht, die sonst meist nur mit einer chirurgischen Therapie möglich war.

Nachdem Semaglutid in der Typ-2-Diabetestherapie zugelassen wurde, ist absehbar, dass es auch bei Adipositaspatienten zum Einsatz kommt.

Denn es wurde bei Patienten mit Typ 2 Diabetes bereits bewiesen:

Semaglutid bewirkt nicht nur eine Gewichtsreduktion, sondern reduziert auch das Auftreten kardiovaskulärer Erkrankungen. 

Die Ergebnisse der Adipositastherapie wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlicht.

Momentan ist Semaglutid ist noch nicht für die Adipositastherapie zugelassen.

Weniger ist manchmal mehr – neue Substanz reduziert das Körpergewicht


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Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Medizinische Klinik III
Prof. Dr. med. Andreas Birkenfeld
Leiter Studienzentrum Metabolisch-Vaskuläre Medizin, Fiedlerstraße 34, 01307 Dresden
Tel.: 0351 4583651
E-Mail: andreas.birkenfeld@uniklinikum-dresden.de

Stephan Wiegand, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden
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Originalpublikation:
THE LANCET. 2018 Aug 25;392(10148):637-649
doi: 10.1016/S0140-6736(18)31773-2
PMID: 30122305

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CAVE: Rettungsstelle-KANZEL: Multitasking von kognitiven + motorischen Prozessen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Multitasking: Eine Herausforderung für Körper und Geist

Prof. Dr. Christine Stelzel von der IPU Berlin wird zur Projektleiterin im zweiten Teil des interdisziplinären Projekts „Effects of Modality Mappings within working memory on Postural control“ (MoMaP) im Rahmen eines Schwerpunktprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zum Thema „Multitasking“. 

Der zweite Teil des Forschungsprojekts startet im Oktober 2018 und vereint in bisher einzigartiger Weise die Untersuchung von kognitiven und motorischen Prozessen bei Multitasking-Anforderungen. 

MoMaP ist eins von über 20 Forschungsprojekten zum Thema Multitasking, die von der DFG über einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren gefördert werden. 
 
Die Psycholog_innen Prof. Dr. Christine Stelzel (IPU Berlin) und Prof. Dr. Stephan Heinzel (FU Berlin) kooperieren dabei mit dem Trainings- und Bewegungswissenschaftler Prof. Dr. Urs Granacher und dem Sozial- und Präventionsmediziner Prof. Dr. Michael A. Rapp (beide Universität Potsdam). MoMaP ist eins von über 20 Forschungsprojekten zum Thema Multitasking, die von der DFG über einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren gefördert werden.

Die innovative Kombination der verschiedenen beteiligten Forschungsdisziplinen bei MoMaP erlaubt es, die Interaktion zwischen Hirnprozessen zu untersuchen, die einerseits Bewegungsabläufe betreffen sowie andererseits Denken, Aufmerksamkeit und Konzentration. 

  • Der Fokus liegt auf der Frage danach, wie sich die verschiedenen Vorgänge im Gehirn bedingen oder blockieren. 

„In der Straßenbahn stehen und gleichzeitig mit dem Handy telefonieren ist für ältere Menschen oft eine schwierige Aufgabe“, erklärt Projektleiterin Stelzel.

Beim Anfahren der Bahn kann es dann zum Gleichgewichtsverlust kommen.

Statistiken zeigen, dass die Sturzhäufigkeit mit steigendem Alter immer weiter zunimmt. 

  • Während im jungen Alter Bewegung einen positiven Effekt auf die Denkfähigkeit haben kann, führt die Doppelbelastung, das sogenannte Dualtasking, im Alter häufig zu Problemen. 

Im ersten Teilprojekt wurde daher untersucht, inwiefern sich solche Belastungen durch gezieltes Training verbessern lassen.

Im zweiten Teil des Projekts sollen nun die Wirkungsmechanismen untersucht werden, die bedingen, dass älteren Menschen Multitasking schwerer fällt als jüngeren.

Durch ein breites methodisches Spektrum, wie die Verwendung der funktionellen Magnetresonanztomographie sowie der Elektroencephalographie soll insbesondere das Verständnis für die zugrundeliegenden neuronalen Mechanismen altersbedingter Schwierigkeiten im kognitiv-motorischen Multitasking erweitert werden.

Dabei soll die Untersuchung der Effekte von kognitiver vs. physischer Ermüdung Rückschlüsse auf die gegenseitige Abhängigkeit beider Bereiche erlauben.

„Wir verfolgen dabei die Hypothese, dass der Frontalkortex bei älteren Menschen stärker an Bewegungsaufgaben beteiligt ist“, so Stelzel. 
Dieses Hirnareal ist normalerweise für sogenannte exekutive kognitive Fähigkeiten zuständig, also Denken, Handeln, Entscheiden. 
  • Bei jüngeren Menschen laufen motorische Prozesse eher automatisch oder auf subkortikaler Ebene ab. 
  • Im Alter würde dann als Folge natürlicher Abbauprozesse das Frontalhirn dazu geschaltet. 
  • Dies könnte eine gegenseitige Störung motorischer und kognitiver Prozesse bedingen.

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https://www.spp1772.uni-freiburg.de/projects/modality-mappings

https://de.wikipedia.org/wiki/DFG_Priority_Program_SPP_1772_zu_menschlichem_Mult...

 

Bayerische Patienten, Hessische Patienten: Real-Time-Response-Messung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Hessisches TV-Duell per App bewerten - Universität Koblenz-Landau sucht Studienteilnehmer

Am 17. Oktober trifft der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier im TV-Duell auf seinen Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel von der SPD. Wie der politische Schlagabtausch im Vorfeld der Landtagswahlen vom Fernsehpublikum aufgenommen wird, können Zuschauer in Echtzeit bewerten: 

Mit einer App, die an der Universität Koblenz-Landau entwickelt wurde. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Konflikte und Gemeinsamkeiten 
 
Mimik, Gestik und das gesprochene Wort: 

Wenn Politiker vor wichtigen Wahlen im Fernsehen um Wählerstimmen kämpfen, schauen die Zuschauer gerne hin. 

Aber was genau sehen sie da eigentlich?

Wie Wähler die Kandidaten eines TV-Duells wahrnehmen und bewerten, ist Forschungsfeld von Professor Dr. Jürgen Maier von der Abteilung Politikwissenschaft der Universität Koblenz-Landau.

Wie schon frühere Landtags- und auch Bundestagswahlen untersucht er auch die anstehende TV-Diskussion zwischen Volker Bouffier und Thorsten Schäfer-Gümbel mit einer App.

Sie heißt „real smart“ und erfasst die Bewertungen während des Duells sekundengenau. 

  • Die Universität lädt Wahlberechtigte ein, das TV-Duell am kommenden Mittwoch, 17. Oktober, zu sehen und ihre Eindrücke mit der App zurückzumelden. 
  • Alle Antworten und Bewertungen der App-Befragung werden anonymisiert ausgewertet.

„Kandidaten versprechen sich von ihrer Teilnahme an einer solchen Debatte entscheidende Impulse für ihren Wahlkampf.

Mit der Erhebung können wir ermitteln, wie gut oder schlecht ihre Aussagen zu einem bestimmten Thema beim Publikum angekommen sind“, erklärt Maier. 

Das als Real-Time-Response-Messung bekannte Verfahren wurde schon in den 1930er-Jahren zur Bewertung von Radiosendungen verwendet.

Seit den 1990er-Jahren wird es zunehmend dazu eingesetzt, Fernsehdebatten zu untersuchen.

Im Jahr 2002 wurden solche Echtzeitmessungen erstmals bei einer deutschen Debatte verwendet.

Damals haben Forscher das Aufeinandertreffen von Gerhard Schröder und Edmund Stoiber untersucht.

  • Die App kann im Google Playstore und im App Store von Apple kostenfrei heruntergeladen werden und ist mit Hilfe eines Android Smartphone, eines iPhones oder eines Tablets, das über ein Android- oder ein iOS-Betriebssystem verfügt, leicht zu bedienen.

Die Debatte wird am 17. Oktober um 20.15 Uhr im Hessischen Rundfunk (HR) ausgestrahlt.

Weitere Informationen auf der Projektwebseite unter

http://www.rtr.uni-landau.de

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Prof. Dr. Jürgen Maier
Universität Koblenz-Landau, CampusLandau
Abteilung Politikwissenschaft
E-Mail: maierj@uni-landau.de

Bernd Hegen Universität Koblenz-Landau

Rhabanusstraße 3
55118 Mainz
Deutschland
Rheinland-Pfalz


Telefon: 06131/37460-34
Fax: 06131/37460-40
E-Mail-Adresse: hegen@uni-koblenz-landau.de

 

Unterschiedliche Verläufe von Asthma-Erkrankungen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Was ist Asthma – und wenn ja wie viele?

In einer großen Langzeituntersuchung studieren Wissenschaftler und Ärzte des Deutschen Zentrums für Lungenforschung die unterschiedlichen Verläufe von Asthma-Erkrankungen vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter. 

In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins BMC Pulmonary Medicine stellen sie das Studienprotokoll vor. 

 Unterschiedliche Krankheitsverläufe beim Asthma mit zwei Zeitfenstern, die im Zentrum der ALLIANCE-Forschung liegen. (Abbildung[M]: Fuchs et al., 2018)

 Unterschiedliche Krankheitsverläufe beim Asthma mit zwei Zeitfenstern, die im Zentrum der ALLIANCE-Forschung liegen. (Abbildung[M]: Fuchs et al., 2018)
Fuchs et al., 2018


Was ist Asthma – und wenn ja wie viele?

Frei nach einem populären Buchtitel könnte man auch die Fragestellung der All Age Asthma Cohort (ALLIANCE) definieren.

Denn tatsächlich kennen Mediziner nicht nur ein Asthma, sondern eine Vielzahl typischer Krankheitsverläufe (siehe Abbildung). 

Bei gut einem Viertel aller Kinder tritt mindestens einmal in der frühen Kindheit Giemen auf. Dabei handelt es sich um ein typisches Geräusch beim Ausatmen, das durch verengte Atemwege hervorgerufen wird. Gleichwohl es Anzeichen für ein späteres Asthma sein kann, behalten nur 3-5% aller Kinder, die Giemen oder andere frühe Symptome zeigen, ihr Asthma bis zum Erwachsenenalter.

  • In anderen Fällen tritt Asthma überhaupt erst im Erwachsenenalter auf, dann aber oft in schwerer Form.

Um vorhersagen zu können, wie eine Erkrankung verläuft und wie sie behandelt werden sollte, hat das DZL bereits in der ersten Förderperiode die ALLIANCE-Kohorte ins Leben gerufen. Sie umfasst mittlerweile mehr als 600 Patienten im Alter zwischen sechs Monaten und 75 Jahren sowie fast 200 gesunde Personen. Alle Teilnehmer kommen in der Regel jährlich in die jeweiligen Studienzentren. Im Rahmen des Untersuchungsprogramms misst das ALLIANCE-Studienteam Lungenfunktion und Atemwegsentzündung der Probanden und prüft, inwieweit sie gegen bestimmte Allergene sensibilisiert sind.

Biomaterialien wie Blut, Nasenabstriche, Sputum und Ausatemluft werden gesammelt und analysiert.

Strukturierte Fragebogen-Interviews und Daten aus den Patientenakten dokumentieren Symptome, Krankheitsverlauf, Lebensumstände und Umweltfaktoren. Um die Ergebnisse bei Kindern und Erwachsenen direkt vergleichen zu können, ist das Spektrum der Untersuchungen zwar so ähnlich wie möglich gestaltet, allerdings sind manche Tests nicht in gleicher Art oder gleichem Umfang bei den Kindern möglich.

Mithilfe einer ganzen Reihe tiefgehender molekularbiologischer Analysemethoden (‚Deep Phenotyping‘) sollen Mechanismen der verschiedenen Verläufe aufgeklärt werden. Daten- und Biobanken der ALLIANCE-Kohorte umfassen mittlerweile Hunderttausende an Datenpunkten und Patientenproben. Ihre Analyse hat bereits begonnen. „Krankhafte Veränderungen der Atemwege lassen sich zurzeit nur spät oder zu spät feststellen“, so Dr. Thomas Bahmer von der LungenClinic Grosshansdorf. „Daher suchen wir Substanzen im Blut und in der Ausatemluft, die schon frühzeitig Auskunft über ein mögliches Risiko oder einen bestimmten Krankheitsverlauf geben.

Außerdem haben die Wissenschaftler eine neue Technik zur Messung von Entzündungsbotenstoffen in der Nasenschleimhaut entwickelt. „Wenn uns die Schleimhaut der Nase, also die oberen Atemwege, etwas über die – für die Diagnostik nur schlecht erreichbaren – unteren Atemwege sagen könnte, hätten wir eine bessere und einfachere Untersuchungsmethode zur Verfügung“, so Dr. Oliver Fuchs, der als pädiatrischer Allergologe am Inselspital Bern und der Kinderklinik des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Lübeck arbeitet. „Besonders bei kleinen Kindern könnte diese harmlose und einfache Technik in der Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen."

ALLIANCE ist eines der großen klinischen Flaggschiffprojekte des DZL. Beteiligt sind die Standorte ARCN (Kiel/Lübeck/Borstel/Großhansdorf), BREATH (Hannover), UGMLC (Gießen/Marburg/Bad Nauheim) und CPC-M (München) sowie die Uniklinik Köln als DZL-externer Partner. Im pädiatrischen Teil arbeiten das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Campus Lübeck), die Medizinische Hochschule Hannover, das Universitätsklinikum Gießen-Marburg, das Klinikum der Universität München und die Uniklinik Köln zusammen. Erwachsene Patienten nehmen an der LungenClinic Grosshansdorf und am Forschungszentrum Borstel teil.

Das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL):
Das im Jahr 2011 gegründete Deutsche Zentrum für Lungenforschung ist ein Zusammenschluss aus 28 führenden universitären und außeruniversitären Einrichtungen, die sich der Erforschung von Atemwegserkrankungen widmen. Es ist eines der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung (DZG). Ziel des DZL ist es, neue Ansätze für Prävention, Diagnose und Therapie von weit verbreiteten Lungenerkrankungen zu entwickeln und zügig in die praktische Anwendung zu überführen.

Im Fokus stehen:  

Asthma und Allergien, Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Mukoviszidose, Diffuse Parenchymatöse (Interstitielle) Lungenerkrankungen, Lungenentzündung und Akutes Lungenversagen, Lungenhochdruck, Lungenkrebs sowie Lungenerkrankungen im Endstadium.

Standorte sind Borstel/Lübeck/Kiel/Großhansdorf, Gießen/Marburg/Bad Nauheim, Hannover, Heidelberg und München.


https://www.dzl.de

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Dr. Jörn Bullwinkel, Standortkoordinator Airway Research Center North (ARCN), Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL)
Tel.: +49 4102/601-2410

Alina Zidaric Deutsches Zentrum für Lungenforschung e.V.

Aulweg 130
35392 Gießen
Deutschland
Hessen
E-Mail-Adresse: contact@dzl.de

 Telefon: 0641 99 46721
E-Mail-Adresse: a.zidaric@dzl.de


Dr. Christian Kalberlah
Geschäftsführer
Telefon:
E-Mail-Adresse: c.kalberlah@dzl.de


Originalpublikation:
https://bmcpulmmed.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12890-018-0705-6
Fuchs O*, Bahmer T*, Weckmann M, Dittrich AM, Schaub B, Rösler B, Happle C, Brinkmann F, Ricklefs I, König IR, Watz H, Rabe KF**, Kopp MV**, Hansen G**, von Mutius E** (2018) The all age asthma cohort (ALLIANCE) - from early beginnings to chronic disease: a longitudinal cohort study. BMC Pulm Med 18: 140 (*,** geteilte Autorschaft)

 

CAVE: Entzündungshemmende Eigenschaft des HDL

Medizin am Abend Berlin Fazit: Gutes Cholesterin reaktivieren

Das „gute“ Cholesterin im Blut (High Density Lipoprotein, HDL) wirkt entzündungshemmend, allerdings geht diese Eigenschaft bei koronarer Herzerkrankung verloren. 

Woran das liegt, haben nun Pathophysiologen der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) zusammen mit Forscherkollegen aus Düsseldorf und Hamburg herausgefunden.  
  • „Der Grund dafür ist, dass die im HDL enthaltene chemische Verbindung Sphingosin-1-phosphat (S1P) verloren geht“, erläutert Prof. Dr. Bodo Levkau am Institut für Pathophysiologie am Universitätsklinikum Essen. 
  • Denn als sein Team S1P verabreichte, reaktivierte sich die entzündungshemmende Eigenschaft des HDL in Gefäßmuskelzellen.

Prof. Levkau: „Dass wir dies zeigen konnten, ist ein ganz entscheidender Schritt.“

Bislang war nämlich nicht bekannt, warum das „gute Cholesterin“ entzündungshemmend wirkt. 

Der entdeckte Zusammenhang mit S1P ermöglicht neue Therapieansätze für Patienten mit koronarer Herzkrankheit.


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Prof. Bodo Levkau
Institut für Pathophysiologie
Tel. 0201/723-4414
bodo.levkau@uk-essen.de

Milena Hänisch, Medizinische Fakultät
Tel. 0201/723- 6274
milena.haenisch@uk-essen.de

Beate Kostka M.A.Universität Duisburg-Essen
Forsthausweg 2
47057 Duisburg
Deutschland
Nordrhein-Westfalen
E-Mail-Adresse: presse@uni-due.de

Telefon: 0203 / 379-2430
Fax: 0203 / 379-2428
E-Mail-Adresse: beate.kostka@uni-due.de

Universität Duisburg-Essen



Medizin am Abend Berlin: Interdiziplinäres Fortbildungsteam: VOR ORT

Chronischer Stress: Neurovaskuläre Kopplung: HRF - Blutflussregulation des Gehirn

Medizin am Abend Berlin Fazit: Stress beeinflusst Regulation des Blutflusses im Gehirn

Verschiedene Studien mit bildgebenden Verfahren deuten auf einen Zusammenhang zwischen chronischem Stress und Veränderungen in den Hirnregionen hin, die Stressreaktionen koordinieren. 

  • Während akute Stressreaktionen der Anpassung des Organismus daran dienen, kann chronischer Stress zu psychiatrischen Erkrankungen führen. 

Um herauszufinden, was das Gleichgewicht stört, haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie das Zusammenwirken zwischen akutem Stress und dem Prozess, der den Blutfluss zu bestimmten Gehirnbereichen reguliert, untersucht. 


  • Diese sogenannte neurovaskuläre Kopplung ist auf den Stoffwechselbedarf, der durch die neuronale Aktivität erzeugt wird, genau abgestimmt. 

Die Forscher fanden ein Indiz für Veränderungen der Regulation des Blutflusses als Reaktion auf akuten Stress. 

Dies könnte einen bisher nicht beschriebenen Mechanismus darstellen, der zu individuellen Unterschieden in der Stressantwort beiträgt.

Möglicherweise lässt sich damit das individuelle Risiko für stressbedingte psychiatrische Erkrankungen besser bestimmen. 

Die Ergebnisse der Studie wurden nun in der Fachzeitschrift PNAS vorgestellt.

59 Studienteilnehmer absolvierten hierfür einen standardisierten Test, der psychosozialen Stress hervorruft. Erstautor Immanuel Elbau, Letztautor Philipp Sämann und Kollegen untersuchten dabei mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) Veränderungen in der Blutflussregulation der Gehirne ihrer Probanden.

Es zeigte sich, dass sich die hämodynamische Antwort (engl. HRF) in verschiedenen Hirnregionen veränderte, unter anderem im Hippocampus und präfrontalen Kortex.

  • Diese Veränderungen erfolgten innerhalb weniger Minuten; mit ihrer Hilfe ließ sich die spätere Ausschüttung von Stresshormonen vorhersagen.

Weitere Analysen ließen erkennen, dass genetische Unterschiede bei der Expression von KCNJ2, einem menschlichen Analog eines Gens, das die neurovaskuläre Kopplung unter Stress bei Ratten reguliert, mit HRF-Veränderungen zusammenhängen. 

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass akuter Stress zu einer schnellen, grundsätzlichen Funktionsanpassung des Gehirns führt. 

Möglicherweise beeinflussen individuelle Unterschiede auf dieser Ebene auch das Risiko, unter chronischem Stress Fehlanpassungen und letztlich psychische Symptome zu entwickeln", fasst Sämann zusammen.

Originalpublikation:
The brain’s hemodynamic response function rapidly changes under acute psychosocial stress in association with genetic and endocrine stress response markers.
Immanuel G. Elbau, Benedikt Brücklmeier, Manfred Uhr, Janine Arloth, Darina Czamara, Victor I. Spoormaker, Michael Czisch, Klaas Enno Stephan, Elisabeth B. Binder, and Philipp G. Sämann.
PNAS
https://doi.org/10.1073/pnas.1804340115

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Anke Schlee Max-Planck-Institut für Psychiatrie

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80804 München
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Anke Schlee

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E-Mail-Adresse: anke_schlee@psych.mpg.de

Ambulante/Stationäre Patienten: Unverständlichkeit der Wahlprogramme 2018

Medizin am Abend Berlin Fazit: Bayerische Landtagswahl 2018: Einige Wahlprogramme sind nur schwer verständlich

Verständlichkeits-Check der Universität Hohenheim: Analyse zur bayerischen Landtagswahl / Wahlprogramm der CSU schneidet sprachlich am besten ab 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Fehler und Risikomanagement  
 
Komplizierte Fremdwörter, „Denglish“ und Monster-Sätze:

Kurz vor der Landtagswahl 2018 in Bayern haben Kommunikationswissenschaftler der Universität Hohenheim in Stuttgart die Wahlprogramme der Parteien auf ihre formale Verständlichkeit hin untersucht.

 Ihr Ergebnis: Einige Programme sind sprachlich nur schwer verständlich. 


Nicht alle Wahlprogramme zur bayerischen Landtagswahl sind gut verständlich.
Nicht alle Wahlprogramme zur bayerischen Landtagswahl sind gut verständlich.
Bildquelle: Universität Hohenheim


„Wie schon bei der bayerischen Landtagswahl 2013 und bei der Europawahl 2014 hat die CSU auch zur Landtagswahl 2018 das sprachlich mit Abstand verständlichste Wahlprogramm vorgelegt“, sagt Prof. Dr. Frank Brettschneider, Kommunikationsexperte an der Universität Hohenheim und Leiter der Studie.

„Ein Wert von 12,8 Punkten auf dem Hohenheimer Verständlichkeitsindex kann sich sehen lassen.

  • Bei den anderen Parteien ist hingegen noch viel Luft nach oben. 

Schlusslicht ist die AfD mit 6,2 Punkten.“

Anhand des Hohenheimer Verständlichkeitsindex und mit Hilfe der Verständlichkeitssoftware „TextLab“ können die Wissenschaftler die Gründe für die Unverständlichkeit der Wahlprogramme benennen:

komplizierte und unverständliche Fach- und Fremdwörter, Anglizismen, „Denglish“ und Satz-Monster mit mehr als 20 Wörtern, also Bandwurmsätze und Schachtelsätze. 

Die Probleme der Wahlprogramme haben Prof. Dr. Brettschneider und Claudia Thoms, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Kommunikationstheorie an der Universität Hohenheim, in Zahlen ausgedrückt. Der Hohenheimer Verständlichkeitsindex reicht von 0 (völlig unverständlich) bis 20 (sehr verständlich). Er wird von der Software „TextLab“ berechnet.

Analysiert wurden CSU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und die AfD.

Berücksichtigt wurden die Parteien, die entweder im Deutschen Bundestag oder in mindestens drei Landtagen vertreten sind. Das langfristige Forschungsprojekt ist eine Kooperation mit der Agentur H & H CommunicationLab aus Ulm.

Fremdwörter, Anglizismen und Satz-Monster

Verstehen alle Wählerinnen und Wähler den Inhalt, wenn die Grünen von „Haltungskennzeichnung“ reden? Oder die CSU von „Smart- und Bürgerbussen“, die AfD von „Vergemeinschaftung“, die Linke von „Selbstvertretungsorganisationen“, die SPD von „energetischer Sanierung“, die FDP von „Bildungskette“ und „Sachaufwandsträger“? Solche Fachbegriffe sind für die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler genauso unverständlich wie die zahlreichen Anglizismen: „Smart Grids“ (Grüne), „Fast Lanes“ (CSU), „Share Deals“ (Linke), „Learning Management Systeme“ (FDP), „Gender Mainstreaming“ (AfD), „Gender Budgeting“ oder „Teamteaching“ (SPD).

Darüber hinaus erhöhen lange, zusammengesetzte Wörter nicht gerade die Lesbarkeit der Wahlprogramme: „Allgemeinverbindlichkeitserklärung“ (Linke), „Abschiebehafteinrichtung“ (CSU), „Finanzkraftstrukturausgleich“ (AfD).

In allen Wahlprogrammen finden sich Verstöße gegen Verständlichkeits-Regeln. „Neben den Fremdwörtern, Anglizismen und Fachbegriffen sind es auch die Bandwurmsätze, die die Wahlprogramme so unverständlich machen“, sagt Prof. Dr. Brettschneider. „Wir haben in allen Wahlprogrammen solche Satz-Ungetüme mit teilweise mehr als 40 Wörtern gefunden.“

Bayern im Ländervergleich auf Platz 2

  • Im Schnitt zeigt sich: Die aktuellen Wahlprogramme aus Bayern sind im Vergleich etwas verständlicher als die Wahlprogramme in anderen Bundesländern. 
  • Mit einem Durchschnitt von 9,0 liegen die bayerischen Wahlprogramme auf Platz 2.
  • Die Landtagswahl mit den im Schnitt formal verständlichsten Programmen fand 2016 in Mecklenburg-Vorpommern statt (9,1 Punkte). 
  • Die formal unverständlichsten Programme fanden sich 2014 bei der Landtagswahl in Sachsen (6,7 Punkte).

Fordernde Wortwahl bei allen Parteien

Bei den Begriffen, die häufig in den Wahlprogrammen genannt werden, ähneln sich die meisten Wahlprogramme, erklärt Claudia Thoms. „Begriffe wie ‚Menschen‘ und ‚Bayern‘ sind besonders häufig zu finden. In den Wahlprogrammen der AfD, der Linken und der FDP wird zudem der Parteiname besonders häufig genannt.“

  • Alle Parteien wollen „mehr“. 
  • FDP und AfD „fordern“ relativ häufig, 
  • während Grüne „schaffen“ und „fördern“ wollen. 
  • Die CSU möchte häufig „stärken“, „schaffen“ und „unterstützen“.

Claudia Thoms stellt fest: „Eine Betrachtung der für die Wahlprogramme typischen Adjektive deutet auf die klassischen Themenschwerpunkte der Parteien hin. Während Grüne, Linke und SPD etwas häufiger sozial-, arbeits- und umweltbezogene Adjektive verwenden, stechen bei der AfD solche Adjektive heraus, die einen Bezug zum Thema Kriminalität haben. Die CSU ist sprachlich vor allem ‚visionär‘, bei der FDP finden sich häufig Bezüge zu ‚liberal‘“.

Unverständliche Wahlprogramme – eine verschenkte Kommunikationschance


Mit der formalen Unverständlichkeit verschenken die Parteien eine Kommunikationschance bei den Bürgerinnen und Bürgern, stellt Prof. Dr. Brettschneider fest.

„Obwohl nur sehr wenige Menschen die Wahlprogramme komplett und intensiv durchlesen, sollen Wahlprogramme eigentlich dazu dienen, Wählerinnen und Wähler zu gewinnen oder zu halten.“ Aus den Programmen leiten sich außerdem andere Kommunikationsmittel ab, die für eine Wahl wichtig sind: Wahlplakate, Homepage und Broschüren. „Selbst wenn die Wähler nicht das gesamte Programm lesen, so schauen sich einige von ihnen doch zumindest die Passagen an, die sich auf Themen beziehen, die ihnen wichtig sind“, sagt Prof. Dr. Brettschneider.

Neben der Funktion, Wählerinnen und Wähler zu halten oder neue zu gewinnen, sind die Programme auch innerhalb der Partei von Bedeutung, betont der Kommunikationsexperte. „Während der Arbeit am Programm klären die Mitglieder innerparteiliche Positionen und bündeln verschiedene Interessen. Der Parteiführung dient das Programm nach der Wahl als Grundlage für Koalitionsverhandlungen oder für die Arbeit in der Opposition. Entgegen landläufigen Behauptungen halten sich Parteien nach den Wahlen auch häufig an ihre Programm-Aussagen.“

Wahlprogramme aus Sicht von Parteimitgliedern

Wie Parteimitglieder Wahlprogramme wahrnehmen, ist bislang kaum erforscht. Bei einer Online-Umfrage der Universität Hohenheim im Jahr 2010 gaben 828 Parteimitglieder an, vor allem die Kurzversion des Wahlprogramms für ein wichtiges Wahlwerbemittel zu halten. Es sei nützlicher, besser gestaltet, überzeugender, interessanter und verständlicher als die Langfassung.

Lediglich die Mitglieder der Grünen stufen die Langversion als sehr wichtig ein.

„Fast 50 Prozent der befragten Parteimitglieder gaben an, die Kurzversion ihres Wahlprogramms vollständig gelesen zu haben“, so Prof. Dr. Brettschneider. „Von der Langversion behaupten das nur 16 Prozent.“

Parteiübergreifend werden die Kurzfassungen als ein wirksames Wahlwerbemittel gesehen: Sie erfüllen aus Sicht der Parteimitglieder am stärksten die Funktion, die Wähler von der Wahl der jeweiligen Partei zu überzeugen. Diese Funktion wird den Langfassungen am wenigsten zugesprochen. „Die Langfassungen dagegen gelten unter den Mitgliedern als Instrument, um dem Wahlkampf eine Richtung zu geben und um in eventuellen Koalitionsverhandlungen eine Richtlinie zu haben“, erklärt Prof. Dr. Brettschneider. „Eine Funktion, die wiederum den Kurzfassungen am wenigsten zugesprochen wird. Es gibt also eine klare Arbeitsteilung zwischen den Lang- und den Kurzfassungen.“

Prof. Dr. Brettschneider betont jedoch: „Die von uns gemessene formale Verständlichkeit ist natürlich nicht das einzige Kriterium, von dem die Güte eines Wahlprogramms abhängt. Deutlich wichtiger ist der Inhalt. Unfug wird nicht dadurch richtig, dass er formal verständlich formuliert ist. Und unverständliche Formulierungen bedeuten nicht, dass der Inhalt falsch ist. Formale Unverständlichkeit stellt aber eine Hürde für das Verständnis der Inhalte dar“.

HINTERGRUND: Der Hohenheimer Wahlprogramm-Check

Die Wahlprogramme sind ein Kommunikationsmittel der Parteien, um die eigenen Positionen darzulegen. Seit 2009 untersucht das Fachgebiet für Kommunikationswissenschaft, insbesondere Kommunikationstheorie, an der Universität Hohenheim im „Wahlprogramm-Check“ in Kooperation mit der Ulmer Agentur für Verständlichkeitsmessung H&H CommunicationLab u.a. folgende Fragen:

Kommunizieren die Parteien in ihren Wahlprogrammen so verständlich, dass die Wahlberechtigten sie verstehen können? 

Welche Verständlichkeits-Hürden finden sich in den Wahlprogrammen? Und welche Begriffe dominieren in den Programmen?

Möglich werden diese Analysen durch die von H&H Communication Lab GmbH und von der Universität Hohenheim entwickelte Verständlichkeitssoftware „TextLab“. Diese Software berechnet verschiedene Lesbarkeitsformeln sowie Textfaktoren, die für die Verständlichkeit relevant sind (z.B. Satzlängen, Wortlängen, Schachtelsätze und den Anteil abstrakter Wörter).

Aus diesen Werten setzt sich der „Hohenheimer Verständlichkeitsindex“ zusammen, der die Verständlichkeit der Programme und Texte auf einer Skala von 0 (unverständlich) bis 20 (sehr verständlich) abbildet.

  • Zum Vergleich: Doktorarbeiten in Politikwissenschaft haben eine durchschnittliche Verständlichkeit von 4,3 Punkten. 
Hörfunk-Nachrichten kommen im Schnitt auf 16,4 Punkte, Politik-Beiträge überregionaler Zeitungen wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Welt, der Süddeutschen Zeitung oder der taz auf Werte zwischen 11 und 14.

Bayerische Landtagswahl 2018: Einige Wahlprogramme sind nur schwer verständlich


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Studie im Detail"

Harnwegsinfektion: Fähigkeit zur Persistenz

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wie Bakterien eine Behandlung mit Antibiotika im Schlaf aussitzen

Wissenschaftler der Universität Tübingen untersuchen die Grundlagen eines Therapieversagens, das nicht auf Resistenzen beruht 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Ärzte im öffentlichen Dienst  
 
  • Gegen Antibiotika können krankheitserregende Bakterien Resistenzen entwickeln, diese werden dann für die Behandlung einer Infektion unwirksam. 

Daneben gibt es einen anderen Mechanismus, mit dem manche Bakterien der tödlichen Wirkung von Antibiotika entgehen:

Einige Zellen einer Population igeln sich ein und warten ab, bis keine Gifte mehr vorhanden sind.

Dann nehmen sie ihre Lebensfunktionen wieder voll auf. So können zum Beispiel manche Harnwegsinfektionen nach scheinbar erfolgreich abgeschlossener Antibiotikabehandlung wieder aufflammen.

Solche Überdauerungsformen, die zum Beispiel bei bestimmten Escherichia coli-Bakterien auftreten, haben Maja Semanjski, Katrin Bratl und Andreas Kiessling unter der Leitung von Professor Boris Maček vom Proteom Centrum der Universität Tübingen in Zusammenarbeit mit Elsa Germain und Professor Kenn Gerdes von der Universität Kopenhagen untersucht. Varianten eines Enzyms gaben ihnen Hinweise, welche Prozesse die Bildung von Dauerstadien einleiten. Diese Ergebnisse liefern mögliche Ansatzpunkte, um Wirkstoffe gegen die gefährlichen Schläferzellen zu entwickeln. Die Studie wird in der Fachzeitschrift Science Signaling veröffentlicht.

Von Resistenz sprechen Wissenschaftler, wenn Bakterien gegen einen Wirkstoff unempfindlich sind.

Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Bakterien eindringende Antibiotika erfolgreich wieder aus ihrer Zelle ausschleusen können, wenn sie diese mithilfe eines Enzyms abbauen und dadurch unwirksam machen oder wenn sie einen durch Antibiotika blockierten Stoffwechselweg durch einen alternativen Weg ersetzen.

„Antibiotika richten sich in der Regel gegen Wachstumsprozesse der Bakterien“, erklärt Kenn Gerdes. Die Dauerstadien seien nicht resistent, sondern nur vorübergehend tolerant gegenüber den Antibiotika, indem sie ihr Wachstum einstellen. „Genetisch haben sie die gleiche Ausstattung wie die anderen Bakterien in der Population.“ Welche Zellen einer Kolonie in einen Überdauerungszustand eintreten, unterliegt keinen erkennbaren Regeln. „Es passiert selten und betrifft nur jede zehntausendste bis millionste Zelle. Das erschwert die Untersuchung“, sagt der Wissenschaftler.

Der Ausbildung der Dauerstadien auf der Spur


Das Ausbilden der Dauerstadien wird auch als Fähigkeit zur Persistenz bezeichnet. Nähere Hinweise lieferten vor einigen Jahren Bakterien, die aus Patienten mit durch Escherichia coli verursachten Harnwegsinfektionen isoliert werden konnten. Durch Mutationen, das sind Genveränderungen, wie-sen sie eine bis zu tausendfach verstärkte Persistenz auf, ohne dass die Resistenz gegenüber Antibiotika gesteigert war.

Ähnliche Funde machten Forscher bei Mukoviszidose-Patienten, die mit dem entzündungserregenden Bakterium Pseudomonas aeruginosa infiziert waren. Mutiert war ein En-zym, das die Ausbildung von Dauerstadien einleiten kann, die HipA-Kinase (high persister gene A).

In der aktuellen Studie verglich das Forscherteam Escherichia coli-Bakterien mit der normalen HipA-Kinase mit solchen, deren Enzym die Mutationen aufwies.

Dazu führten sie Proteomanalysen durch, bei denen jeweils der gesamte Proteinbestand der Bakterienzellen erhoben wird.

„Wir konnten feststellen, dass die normale und die mutierte HipA-Kinase ein unterschiedliches Repertoire von bakteriellen Proteinen mit Phosphat modifiziert“, sagt Boris Maček. 

Eine Vermutung sei gewesen, dass die HipA-Kinase das Wachstum der Bakterienzellen hemmt und so die Ausbildung der Dauerstadien einleitet. „Der Zusammenhang ist jedoch komplizierter“, so der Wissenschaftler. „Nach unseren Untersuchungen sind die Wachstumshemmung und die Persistenz Folge zweier verschiedener Prozesse, denn die mutierte HipA-Kinase hemmt das Wachstum der Bakterienzellen deutlich weniger stark als die normale, aber erhöht die Persistenz um ein Vielfaches.“ Diese Ergebnisse liefern den Wissenschaftlern Hinweise, in welche Prozesse neue Wirkstoffe gegen die gefährlichen Persistenzen eingreifen müssten.

Wie Bakterien eine Behandlung mit Antibiotika im Schlaf aussitzen



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Dr. Karl Guido Rijkhoek Eberhard Karls Universität Tübingen

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Originalpublikation:
Maja Semanjski, Elsa Germain, Katrin Bratl, Andreas Kiessling, Kenn Gerdes and Boris Macek: The kinases HipA and HipA7 phosphorylate different substrate pools in Escherichia coli to promote multidrug tolerance. Science Signaling, 11, eaat5750 (2018). DOI 10.1126/scisignal.aat5750

CAVE: Wissen spart Zeit: Künstliche oder tierische Herzklappen

Medizin am Abend Berlin Fazit: DGFG veröffentlicht neuen Film zur Herzklappenspende

Film: Gewebenetzwerk Herzklappenspende

500 Patienten warten Schätzungen zu Folge jedes Jahr auf eine Herzklappe aus der Gewebespende. 

„Nicht einmal die Hälfte dieser Patienten kann mit einem passenden Transplantat versorgt werden. 

Das muss sich ändern“, sagt Dr. Thomas Horn, Referatsleiter in der Abteilung Gesundheit und Prävention des Niedersächsischen Sozialministeriums. 

Als Ersatz implantieren Ärzte künstliche oder tierische Herzklappen – mit begrenzter Haltbarkeit und einer hohen Abstoßungsgefahr. 

Kommt es zur weiteren OP am offenen Herzen, steht das Leben des Patienten erneut auf dem Spiel. 

Transplantatempfänger Dane Lees blickt wieder positiv in die Zukunft.
Transplantatempfänger Dane Lees blickt wieder positiv in die Zukunft.
Foto: DGFG

 
Einen Grund für diesen Versorgungsengpass sieht die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) in der großen Unwissenheit über die Gewebespende und die verpasste Entscheidungsfindung der Spender zu Lebzeiten.

Gemäß der Devise “Wissen spart Zeit“ klärt die DGFG in ihrem siebenminütigen Film über die Herzklappenspende nach Herz-Kreislauf-Stillstand auf und rückt zwei Empfänger einer zellfreien Spenderherzklappe und ihre ganz unterschiedlichen Geschichten in den Fokus.

Den Film finden Sie auf: Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Herzklappenspende

Zellfreie Spenderherzklappen schenken jungen Patienten Hoffnung

  • Der Bedarf an menschlichen Herzklappen aus der Gewebespende ist weit höher als ihr Angebot. 

Schon seit einigen Jahren werden Patienten mit einer Herzklappeninsuffizienz Alternativen zu den sogenannten Homografts, den menschlichen Spenderherzklappen, implantiert – mit deutlichen Nachteilen für junge Patienten:

  • Tierische und mechanische Herzklappen haben eine sehr begrenzte Haltbarkeit und sind mit einer lebenslangen blutverdünnenden Medikation verbunden. 

„Jede Nachoperation am offenen Herzen birgt für den Patienten ein hohes Risiko und verringert die Lebenserwartung. Dass diese Therapieoptionen gerade jungen Patienten wenig Hoffnung auf ein langes und vor allem komplikationsfreies Leben schenken, liegt auf der Hand“, erklärt Prof. Dr. med. Samir Sarikouch, Oberarzt der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). In den klinischen Studien ESPOIR und ARISE wurde der Einsatz zellfreier Spenderherzklappen getestet.

Diese speziell aufbereiteten Herzklappen werden über ein besonderes Verfahren von Spenderzellen gereinigt.

Die Ergebnisse beider Studien sind vielversprechend.

Das Transplantat wird nach wenigen Monaten patienteneigen. Die Wahrscheinlichkeit einer Abstoßungsreaktion geht gen Null. 

Frauen können dank der zellfreien Herzklappe Kinder bekommen, da hierbei keine Medikamenteneinnahme erforderlich ist.  

Das Besondere für Kinder mit einem Herzklappenfehler ist, dass die zellfreien Spenderherzklappen sogar mitwachsen und Nachoperationen dadurch erspart bleiben.

  • Gewebespende nach Herz-Kreislauf-Stillstand wichtige Alternative zur Organspende

Herzklappen stammten bisher überwiegend aus der Organspende.

233 Organspender spendeten im vergangenen Jahr ihr Gewebe wie die Augenhornhaut, Sehnen, Bänder, Knochen oder Haut. 

84 von ihnen spendeten dabei auch ihre Herzklappen, da ihr Herz nicht mehr für eine Organtransplantation in Frage kam.

„Aufgrund der begrenzten Zahl an Organspendern sind wir heute stärker denn je auf die Spende dieser Gewebe von Herz-Kreislauf-Verstorbenen angewiesen“, betont DGFG-Geschäftsführer Martin Börgel.

Eine Gewebespende kann auch noch nach Herz-Kreislauf-Stillstand durchgeführt werden, denn Gewebe werden im Unterschied zu Organen nicht durchblutet. 

Die Hirntoddiagnostik spielt daher keine Rolle.

  • Das Zeitfenster einer solchen Herzklappenspende bei Herz-Kreislauf-Verstorbenen ist jedoch begrenzt. 

 „36 Stunden nach Todeseintritt müssen die Herzklappen entnommen worden sein“, erklärt Börgel. 

„In dieser Zeit erfolgt die komplette Spenderdiagnostik, die Aufklärung der Angehörigen und im Falle einer Zustimmung die entsprechende logistische und personelle Organisation sowohl der Entnahme als auch des späteren Versands der Spende in die Gewebebank.“

Erfahren Angehörige von dieser Möglichkeit der Gewebespende zum ersten Mal und wissen nicht um den Willen des Verstorbenen Bescheid, möchten sie in dieser recht kurzen Bedenkzeit oft keine Entscheidung treffen.

„Das Wissen um die Gewebespende schenkt uns Zeit für die Organisation der Entnahme und schafft Klarheit für die Angehörigen“, sagt Börgel.

Gewebespende in Leipzig – Transplantation in Hannover

Der Film zeigt, wie Gewebespende im Netzwerk der DGFG funktioniert:

Koordinatorin Christine Riege vom Standort am Universitätsklinikum Leipzig ist eine von insgesamt 46 Koordinatorinnen und Koordinatoren, die bundesweit für die Gewebespende im Einsatz sind. 

Im Film erklärt sie den Ablauf und die Voraussetzungen einer Spende kardiovaskulärer Gewebe. 

Ebenfalls im Film zu sehen ist Koordinator Matthias Polzin vom Standort am Universitätsklinikum Dresden. Im Falle einer Spende führen sie in der Region Ost unter Verantwortung eines Arztes der DGFG und zusammen mit einem Arzt der jeweiligen Klinik die Entnahme der kardiovaskulären Gewebe durch. Die DGFG verfügt über eine bundesweite Erlaubnis zur Entnahme dieser Gewebe über ein sogenanntes Mobiles Team. Die Verteilung der Gewebe übernimmt anschließend die zentrale Vermittlungsstelle der DGFG in Hannover. So können Transplantationszentren aus ganz Deutschland, wie z. B. die MHH, ihre Patienten dort für ein Herzklappentransplantat anmelden und auf die Warteliste setzen.

Zur DGFG

Die DGFG ist eine unabhängige, gemeinnützige Gesellschaft, die seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland fördert. Auf der Basis des Gewebegesetzes von 2007 sind alle Tätigkeiten und Ablaufprozesse der Gewebespende gesetzlich geregelt. Für alle Gewebezubereitungen gilt das Handelsverbot. Die DGFG vermittelt ihre Transplantate über eine zentrale Vermittlungsstelle mit einer bundesweiten Warteliste.

  • Allein 2017 konnte die DGFG über 4.700 Gewebepräparate zur Transplantation vermitteln. 
  • Jede medizinische Einrichtung in Deutschland kann Gewebe von der DGFG beziehen. 

Gesellschafter sind das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, das Universitätsklinikum Leipzig, die Medizinische Hochschule Hannover, die Universitätsmedizin Rostock sowie das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg.

Aufklärungsfilme zur Augenhornhaut- und Gelenkspende sind bereits erschienen und zu sehen im YouTube-Channel der DGFG.

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Kristin Becke Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation gGmbH (DGFG)

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