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Bauchspeicheldrüsenkrebs - Einladung zur Tumormarker-Studie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Asklepios Klinikum Harburg startet neue Studie zu Tumormarkern beim Bauchspeicheldrüsenkrebs

Das interdisziplinäre Pankreaszentrum am Asklepios Klinikum Harburg – Mitglied im Asklepios Tumorzentrum Hamburg - nimmt seit kurzem an einer Tumormarker-Studie zur Früherkennung des Pankreaskarzinoms (Bauchspeicheldrüsenkrebs) teil. 

Die deutschlandweite Studie mit dem Namen „META-PAC“ untersucht die Wertigkeit des neuen Tumormarkers „MxP®PancreasScores“, der in Voruntersuchungen vielversprechende Ergebnisse zeigte. Die Studie wird vom Gesundheitsministerium gefördert (BMBF). 

Dazu werden noch Patienten gesucht. 

Warum ist diese Studie so wichtig?

Pro Jahr erkranken in Deutschland ca. 17.000 Menschen an einem Pankreaskarzinom.

Diese Krebserkrankung zählt zu den bösartigsten überhaupt. Nur jeder zehnte bis zwölfte Patient überlebt die Zeitpanne von 5 Jahren nach Diagnosestellung. Das Problem ist, dass die Erkrankung oft zu spät erkannt wird. Bei über der Hälfte der Patienten wird der Krebs erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Trotz moderner Therapien ist in solch einem Stadium meistens keine Heilung mehr möglich. Würde man das Pankreaskarzinom viel früher entdecken, könnte man die Heilungschancen für alle Patienten wesentlich verbessern.

Wie funktioniert der neue Tumormarker?


Der neue Tumormarker „MxP®PancreasScore“ kann in einer gewöhnlichen Blutprobe bestimmt werden.

Der Tumormarker basiert auf speziellen Stoffwechselprodukten im Blut, die bei Patienten mit einem Pankreaskarzinom in einer anderen Zusammensetzung auftreten als bei Patienten ohne diese Erkrankung. 

In den bisherigen Studien lieferte dieser Tumormarker vielversprechende Ergebnisse.

  • Insbesondere konnte eine Unterscheidung zwischen Pankreaskarzinom und chronischer Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) vorgenommen werden, wozu die bisherigen Tumormarker nicht in der Lage waren.

Wer kann an der Studie teilnehmen?
Teilnehmen können Patienten, bei denen der Verdacht auf einen Tumor in der Bauchspeicheldrüse besteht. Dabei ist es egal, ob es sich um einen bösartigen Tumor (Pankreaskarzinom), einen gutartigen Tumor, einer Zyste oder eine chronische Entzündung handelt.

Im Rahmen der Pankreassprechstunde erfolgt in der Studienambulanz durch Chefarzt PD Dr. Chromik die Aufnahme der Patienten in die Studie. Neben der Blutabnahme für die Studie wird hier eine genaue Anamnese, körperliche Untersuchung und Sichtung der bisherigen Befunde im Hinblick auf die mögliche Bauchspeicheldrüsenerkrankung vorgenommen. Wenn erforderlich, werden weitere Untersuchungen zur Vervollständigung veranlasst. Das Studienprotokoll sieht vor, dass dieses Vorgehen nach 3, 6, 12, 18, 24 und 36 Monaten wiederholt wird. Das bedeutet, dass der Patient über diesen Zeitraum kontinuierlich über die Studienambulanz bzw. Pankreassprechstunde angebunden bleibt.

Was habe ich als Patient davon?
Die Ergebnisse der Blutuntersuchung bleiben sowohl dem Studienarzt als auch dem Patienten verborgen, dies entspricht dem wissenschaftlichen Prinzip der sog. „Verblindung“, die bei derartigen Studien Anwendung findet, um Ergebnisse und Studienablauf nicht zu beeinflussen. Das bedeutet, der Patient zieht aus der Blutabnahme im Hinblick auf den neuen Tumormarker keinen direkten Nutzen. Allerdings sichert die langfristige Anbindung mit wiederholten ambulanten Vorstellungen über 36 Monate eine kontinuierliche hoch qualitative Betreuung und ggf. Behandlung.

Wo kann ich mich melden?
Besteht bei Ihnen der Verdacht auf einen Bauchspeicheldrüsentumor (bösartig, gutartig, zystisch oder entzündlich), können Sie über unsere Pankreassprechstunde kurzfristig einen Vorstellungstermin bei PD Dr. Chromik unter der Nummer: 040/181886-2534 vereinbaren. 

Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Homepage 

www.pankreaszentrum-harburg.de

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Asklepios Klinikum Harburg
Stefanie Pohl
Eißendorfer Pferdeweg 52
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PD Dr. Chromik 040-1818862534

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Einladung zur PIC - Studie: CIPN - Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie: Hände und Füße

Medizin am Abend Berlin Fazit: Prävention der Chemotherapie-induzierten Polyneuropathie: Gesunde Teilnehmer gesucht

Die Chemotherapie als wichtige Säule der Krebsbehandlung führt häufig zu unerwünschten Nebenwirkungen. 

  • Eine davon ist die Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie, eine Sensibilitätsstörung der Hände und Füße. 

Sie wirkt sich massiv auf die Aktivität im Alltag aus und vermindert damit die Lebensqualität der Betroffenen. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Tuberkulose  
 
Bisherige Studien zeigen, dass körperliches Training bestehende Symptome lindern kann.

Nun soll in einer neuen Studie untersucht werden, ob Bewegung auch zur Prävention geeignet ist.

Für eine bessere Interpretation der Ergebnisse mit Patienten unter Chemotherapie suchen die Wissenschaftler des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg noch gesunde Teilnehmer.

Das NCT Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Deutschen Krebshilfe.

  • Ursache der Chemotherapie-induzierten Polyneuropathie (CIPN) ist eine durch die Chemotherapie herbeigeführte Nervenschädigung, die für Sensibilitätsstörungen in Händen und Füßen verantwortlich ist. 

  • Dabei reichen die Symptome teilweise bis hin zu Stand- und Gangunsicherheiten, was die Alltagsaktivitäten der Krebspatienten massiv einschränkt und in ihrer Lebensqualität beschneidet. 

Bisherige Studien zeigen, dass bereits auftretende Symptome durch gezielte Bewegungsübungen verringert werden können.

  • Darüber hinaus wurde der präventive Effekt von Bewegung auf die Entstehung der diabetischen Polyneuropathie nachgewiesen. 

Diese Ergebnisse sollen nun auch auf den onkologischen Bereich übertragen werden.

Dazu untersuchen Ärzte und Sportwissenschaftler mit der sogenannten PIC-Studie (Prävention Chemotherapie-bedingter Polyneuropathie durch körperliches Training) die Wirksamkeit körperlicher Aktivität gegen CIPN und die Auswirkungen des Trainings auf die Gleichgewichtsfähigkeit des Patienten.

„Wir hoffen, das Auftreten Chemotherapie-induzierter Polyneuropathie zukünftig durch körperliche Aktivität zu verringern.

Idealerweise sorgt gezielte Bewegung ebenso für eine höhere Lebensqualität des Patienten und eine Verbesserung des Krankheitsverlaufs“, erklärt Studienleiter Joachim Wiskemann.

Teilnahmebedingungen

Es werden gesunde Männer und Frauen zwischen 33 und 76 Jahren gesucht, die bereit sind, an einer einfachen Gleichgewichtsuntersuchung am NCT Heidelberg teilzunehmen. Hierzu ist es nicht notwendig, sportlich aktiv zu sein. Der zeitliche Aufwand beträgt 15-20 Minuten, wobei kein Umkleiden nötig ist.

Die nächste Erhebungsphase ist vom 3. bis zum 14. September 2018 angesetzt. Unter allen Teilnehmern werden nach Abschluss der Studie zwei Kinogutscheine verlost.

Anmeldung zur Studie


Bei Interesse kontaktieren Sie die Koordinatorin der Studie unter Angabe von Geschlecht Alter, Größe, Gewicht und wenn möglich Telefonnummer per Mail (jana.mueller@nct-heidelberg.de), telefonisch (06221 56 35149) oder persönlich.

https://www.nct-heidelberg.de/fileadmin/media/news/Meldungen/Bilder/NCT_180122_9069.jpg Copyright: NCT Heidelberg / Philip Benjamin

Weitere Informationen
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Dr. Friederike Fellenberg
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 460
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 56-5930
Fax: +49 6221 56-5350
E-Mail: friederike.fellenberg@nct-heidelberg.de
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Dr. Sibylle Kohlstädt
Kommunikation und Marketing
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 42-2843
Fax: +49 6221 42-2968
E-Mail: s.kohlstaedt@dkfz.de
www.dkfz.de

Doris Rübsam-Brodkorb
Universitätsklinikum
und Medizinische Fakultät Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 67269120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 56-5052
Fax: +49 6221 56-4544
E-Mail: doris.ruebsam-brodkorb@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg, der Medizinischen Fakultät Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist es, vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung möglichst schnell in die Klinik zu übertragen und damit den Patienten zugutekommen zu lassen. Dies gilt sowohl für die Diagnose als auch die Behandlung, in der Nachsorge oder der Prävention. Die Tumorambulanz ist das Herzstück des NCT. Hier profitieren die Patienten von einem individuellen Therapieplan, den fachübergreifende Expertenrunden, die sogenannten Tumorboards, zeitnah erstellen. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet den Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT ist somit eine richtungsweisende Plattform zur Übertragung neuer Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik. Das NCT kooperiert mit Selbsthilfegruppen und unterstützt diese in ihrer Arbeit. In Dresden wird seit 2015 ein Partnerstandort des NCT Heidelberg aufgebaut.

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden.
Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Universitätsklinikum Heidelberg
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit fast 2.000 Betten werden jährlich rund 65.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Heidelberg das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg etabliert, das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.700 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

DSPN - Distale sensorische Polyneuropathie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Füße kribbeln, brennen, sind taub: Neue Biomarker der Entzündung als Risikofaktoren für Neuropathie

Die Polyneuropathie gehört zu den häufigsten Komplikationen bei Menschen mit Diabetes. 

  • Sie kann aber auch bei bestimmten Risikofaktoren oder Erkrankungen bereits vor der Manifestation eines Diabetes auftreten. 

Erste Symptome sind häufig Missempfindungen in den Füßen. 

Obwohl eine Polyneuropathie bei etwa 30% der Menschen mit Diabetes vorliegt, bleibt sie häufig undiagnostiziert. 

Wissenschaftler aus dem Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) in Düsseldorf konnten in Kooperation mit Kolleginnen aus dem HelmholtzZentrum München (HMGU), beide Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD), nun erstmals zeigen, dass sechs Biomarker der Entzündung das Risiko für eine Polyneuropathie anzeigen. 
 
Obwohl viele Patienten an Polyneuropathie leiden, weiß man derzeit relativ wenig über ihre Entstehung, was auch die therapeutischen Möglichkeiten begrenzt.

Bislang ist bekannt, dass Entzündungsprozesse zu anderen diabetischen Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall beitragen. 

Ziel dieser neuen Studie war daher die umfangreiche Analyse von Biomarkern, die Entzündungsprozesse als Risikofaktor für die sogenannte distale sensorische Polyneuropathie charakterisieren. Dabei wurden sowohl Menschen mit Typ-2-Diabetes als auch Menschen in der älteren Allgemeinbevölkerung untersucht. Die Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Diabetes veröffentlicht.

  • „In unserer Studie haben wir neue Biomarker identifiziert, die das Risiko für die Entstehung einer Polyneuropathie anzeigen. 

Erstmals konnten wir auch Hinweise darauf finden, dass neben dem angeborenen Immunsystem das adaptive Immunsystem an der Entwicklung der Krankheit beteiligt sein könnte“, erläutert Prof. Dr. Christian Herder, Leiter der Studie am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ). „Diese Befunde könnten neue therapeutische Perspektiven eröffnen. Das Ziel könnte dabei sein, das Immunsystem entsprechend zu beeinflussen und damit letztlich die Entstehung beziehungsweise das Fortschreiten der Neuropathie zu verhindern“, ergänzt der Neurodiabetologe Prof. Dr. Dan Ziegler, Stellvertretender Direktor des Instituts für Klinische Diabetologie am DDZ.

Studie – Ablauf und Design
Die Studie umfasste 513 Männer und Frauen der bevölkerungsbasierten KORA (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg) F4/FF4-Kohorte im Alter von 62 bis 81 Jahren, die zu Studienbeginn keine distale sensorische Polyneuropathie hatten. Von diesen Personen entwickelten während der 6,5-jährigen Nachbeobachtungszeit 127 Personen eine DSPN.

Der Serumspiegel von insgesamt 71 Biomarkern der Entzündung wurde unter Verwendung der neuen Proximity-Extension-Assay-Technologie gemessen.

Der Serumspiegel von 26 dieser 71 Biomarkern war bei Personen, die während der Studie eine Polyneuropathie entwickelten, höher als bei den Personen, die keine Polyneuropathie aufwiesen. Nach statistischer Korrektur für multiples Testen blieben höhere Konzentrationen von sechs Biomarkern mit dem DSPN-Risiko verbunden.

Drei dieser Proteine (MCP-3/CCL7, MIG/CXCL9, IP-10/CXCL10) waren Chemokine, während die anderen drei (DNER, CD40, TNFRSF9) lösliche Formen von Transmembranrezeptoren waren.

  • Die Chemokine zeigten neurotoxische Wirkungen in einem Zellkultur-Modell, was für ihre Beteiligung an der Entstehung der Neuropathie spricht. 

Wenn die Daten für diese sechs Biomarker zu einem klinischen Risikomodell hinzugefügt wurden, verbesserte sich die Vorhersagegüte des Modells signifikant.

Weiterführende Pathway-Analysen wiesen darauf hin, dass wahrscheinlich verschiedene Zelltypen von angeborener und adaptiver Immunität an der Entwicklung von DSPN beteiligt sind.

Insgesamt konnte diese Studie daher neuartige Assoziationen zwischen Biomarkern der Entzündungen und dem Polyneuropathie-Risiko zeigen und Hinweise darauf liefern, die auf ein komplexes Zusammenspiel von angeborener und adaptiver Immunität in der Entstehung dieser Komplikation hinweisen.

Fazit
Mit dieser Studie verbessert sich das Verständnis für die Rolle von Entzündungsprozessen in der Entstehung der distalen sensorischen Polyneuropathie, sowohl bei älteren Personen ohne als auch mit Typ-2-Diabetes erheblich. 

Die Hauptbefunde müssen nun in anderen Kohorten repliziert werden.

Dabei sind neben den biochemischen Untersuchungen auch Untersuchungen von Immunzellen wichtig. Langfristig soll mit diesen Arbeiten geklärt werden, ob und wie eine Modulation von Entzündungsprozessen die Optionen hinsichtlich Prävention und Therapie der distalen sensorischen Polyneuropathie ergänzen kann.

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Prof. Christian Herder
Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ)
Auf’m Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf
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Christina Becker Deutsches Diabetes-Zentrum

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Deutschland
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Telefon: 0211/ 3382 450
E-Mail-Adresse: christina.becker@ddz.uni-duesseldorf.de


Originalpublikation:
Herder C, Kannenberg J, Carstensen-Kirberg M, Strom A, Bönhof G, Rathmann W, Huth C, Koenig W, Heier M, Krumsiek J, Peters A, Meisinger C, Roden M, Thorand B, Ziegler D. A Systemic Inflammatory Signature Reflecting Crosstalk Between Innate and Adaptiv Immunity Is Associated With Incident Polyneuropathy: KORA F4/FF4 Study. Diabetes. 2018 Aug 16. db180060. DOI: 10.2337/db18-0060. [Epub ahead of print]

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Hochschul-Rheumaambulanz: Funtionstraining - weniger Herzinfarkte

Medizin am Abend Berlin Fazit: Rheumatoide Arthritis: SMS halten Rheumapatienten in Bewegung

Menschen mit rheumatischen Erkrankungen haben laut einer dänischen Studie ein erhöhtes Herzinfarktrisiko, wenn sie sich zu wenig bewegen. 

Ein in Dänemark entwickeltes Programm zeigt, dass die Betroffenen nach einem Motivationstraining und durch regelmäßige Kurznachrichten über das Smartphone weniger Zeit im Sitzen verbringen. 

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hält das Programm für vorbildlich, denn Bewegung kann wesentlich dazu beitragen, dass das Herzinfarktrisiko bei Menschen mit Rheuma sinkt und erkrankte Gelenke beweglich bleiben. 

  • Die DGRh empfiehlt Patienten sich ausreichend zu bewegen – in welchem Maße könne mit dem behandelnden Rheumatologen besprochen werden. 
 
Studien zeigen, dass Menschen mit entzündlichem Gelenkrheuma – in Deutschland sind dies eine halbe Million Menschen – die meiste Zeit des Tages im Sitzen verbringen.

„Die Morgensteifigkeit und die wechselnden Schmerzen in den Gelenken haben die meisten Patienten mit rheumatoider Arthritis mit der Zeit demotiviert, sich bewegen zu wollen“, sagt Professor Dr. med. Hanns-Martin Lorenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.
Auch wenn die Beschwerden heute mit Medikamenten gut kontrolliert werden können, seien viele Patienten der Ansicht, dass sie ihre Gelenke schonen sollten, erläutert der Rheumatologe vom Universitätsklinikum Heidelberg. 

Viele Patienten würden daher neun von zehn Tagesstunden im Sitzen verbringen.

Der Experte warnt vor den Folgen.

„Patienten mit rheumatoider Arthritis haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, so Professor Lorenz.

Die Gefahr, im mittleren Lebensalter einen Herzinfarkt zu erleiden, war laut einer dänischen Studie vor allem für jüngere Frauen deutlich erhöht. 

Rheumatologen am Rigshospitalet Glostrup bei Kopenhagen haben deshalb eine Schulung entwickelt, die Rheuma-Patienten veranlassen soll, sich häufiger aus ihren Stühlen und Sesseln zu erheben.

Im Motivationstraining geschulte Krankenpflegerinnen berieten die Patienten dazu in drei Gesprächen. Zunächst machten Trainerinnen die Patienten auf die Risiken des Bewegungsmangels aufmerksam. Den meisten Betroffenen waren diese Gefahren nicht bewusst. Anschließend loteten die Pflegerinnen zusammen mit jedem einzelnen Patienten aus, welche Möglichkeiten der persönliche Alltag für mehr Bewegung bietet. Dies konnten zunächst Kleinigkeiten, wie der Verzicht auf die Fernbedienung beim Fernsehen, sein. Die Krankenschwestern überlegten mit den Patienten zudem, welche Tätigkeiten, die sie im Sitzen verrichten, auch im Stehen möglich sind. Das Ziel war, die sitzenden Tätigkeiten insgesamt durch regelmäßige Steh- und Gehpausen zu verkürzen.

In einer Studie, die das Team in der Fachzeitschrift Annals of the Rheumatic Diseases (2017; 76: 1603-1606) veröffentlichte, konnte die Sitzdauer der geschulten Patienten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe um mehr als zwei Stunden am Tag verkürzt werden. Zum Erfolg der Interventionen könnten nach Einschätzung von Professor Lorenz auch die SMS-Kurznachrichten beigetragen haben, die die Patienten unter der Woche einmal täglich daran erinnerten, wie wichtig die Bewegung für sie ist.

Die körperliche Bewegung leistete in der Studie – anders als die Betroffenen vermuteten – auch einen wichtigen Beitrag zur Behandlung. Professor Lorenz erläutert: „Schmerzen und Abgeschlagenheit besserten sich in der Interventionsgruppe stärker, ebenso die Lebensqualität und die körperlichen Funktionen.“

Bundesweit haben von Rheuma Betroffene die Möglichkeit, in den Gruppen der Deutschen Rheuma-Liga etwas für ihre Bewegung zu tun. Der Selbsthilfeverband hat dafür zusammen mit Physiotherapeuten ein spezielles Bewegungstraining entwickelt: das so genannte Funktionstraining. Es wird seit vielen Jahren erfolgreich angeboten.

Die speziellen Übungen dienen dazu, die kranken Gelenke in Bewegung zu halten, die Bewegung selbst zu verbessern und die Patienten bei der Krankheitsbewältigung zu unterstützen. Funktionstraining wird von Physiotherapeuten angeleitet und findet als Warmwasser- oder Trockengymnastik statt. 

 Die Deutsche Rheuma-Liga organisiert das Funktionstraining jeweils vor Ort.

Es ist eine gesetzlich anerkannte ergänzende Leistung zur Rehabilitation rheumakranker Menschen und wird bei medizinischer Notwendigkeit durch Krankenkasse oder Rentenversicherung – bei Verordnung durch eine Rehabilitationseinrichtung – erstattet.

Literatur:
Thomsen T et al. The efficacy of motivational counselling and SMS reminders on daily sitting time in patients with rheumatoid arthritis: a randomized controlled trial. Annals of Rheumatic Diseases 2017; 76: 1603-1606

Lindhardsen J et al.The risk of myocardial infarction in rheumatoid arthritis and diabetes mellitus: a Danish nationwide cohort study. Annals of Rheumatic Diseases 2011; 70: 929-34

Über die DGRh
Die DGRh ist mit mehr als 1.400 Mitgliedern die größte medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft in Deutschland im Bereich der Rheumatologie. Sie repräsentiert hierzulande seit 90 Jahren die rheumatologische Wissenschaft und Forschung und deren Entwicklung. Als gemeinnütziger Verein arbeitet die DGRh unabhängig und ohne Verfolgung wirtschaftlicher Ziele zum Nutzen der Allgemeinheit.

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CAVE: hyperglykämisches Gedächtnis - Arteriosklerotische Herzerkrankungen bei Diabetikern

Medizin am Abend Berlin Fazit: Auf dem Weg zu einem individualisierten Therapiekonzept für Diabetes-Patienten mit Atherosklerose

Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) identifizieren einen neuen Weg, arteriosklerotische Herzerkrankungen bei Diabetikern zu vermindern/bekämpfen/verringern 

https://idw-online.de/de/newsimage?id=305172&size=screen

Auf dem Weg zu einem individualisierten Therapiekonzept für Diabetes-Patienten mit Atherosklerose Abbildung: Diabetes mellitus (DM) und die damit verbundene Hyperglykämie verursachen in Makrophagen eine Erhöhung des Redoxproteins p66Shc und der reaktiven Sauerstoffspezies (ROS), was zu instabilen Plaques führt, die Diabetiker zu Myokardinfarkten prädisponieren. Dieser Effekt wird durch die zytoprotektive Wirkung des Gerinnungsprotease aktivierten Proteins C (aPC) aufgehoben. Der die Myokardinfarktsymptome widerspiegelnde Rumpf des Patienten auf der Abbildung entstammt: https://smart.servier.com 

  • Die Hauptursache für die erhöhte Sterblichkeit bei Diabetespatienten ist die Atherosklerose und damit verbundene Komplikationen wie Myokardinfarkt, Schlaganfall und periphere arterielle Verschlusskrankheit. 

Während der aggressivere Krankheitsverlauf der Atherosklerose bei diabetischen Patienten wohlbekannt ist, bleiben die zugrundeliegenden Mechanismen unklar.

Daher fehlen spezifische Ansätze zur Therapie der Atherosklerose bei diabetischen Patienten.


  • Ein Kennzeichen der Diabetes-assoziierten Atherosklerose ist eine Verschlimmerung der Gefäßverengung trotz deutlicher Verbesserung des Blutzuckerspiegels. 

Dieses Phänomen, welches als hyperglykämisches Gedächtnis bezeichnet wird, ist für Patienten und Ärzte gleichermaßen enttäuschend.

Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Dr. Berend Isermann und Dr. Khurrum Shahzad vom Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie der OVGU und des Magdeburger Gesundheitscampus Immunologie, Infektiologie und Inflammation (GC-I³) haben nun einen neuen Mechanismus aufgeklärt, der dem hyperglykämischen Gedächtnis zugrunde liegt.

Sie stellten fest, dass Makrophagen (Entzündungszellen), die sich in den atherosklerotischen Plaques anreichern, vermehrt das Redox-Protein p66Shc exprimieren, und daher auch vermehrt reaktive Sauerstoffspezies (ROS, oxidativer Stress) bei Diabetes mellitus erzeugt werden. 

  • ROS verändert die Protein- und damit die Zellfunktion. 

Wichtig ist, dass dieses Protein spezifisch nur in den Makrophagen von diabetischen Mäusen oder Diabetes-Patienten exprimiert wird. Die Expression von p66Shc und damit die Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies blieb trotz Normalisierung der Blutglukosespiegel hoch.

  • Damit konnten die Wissenschaftler erstmals ein Protein nachweisen, dass das hyperglykämische Gedächtnis verursacht.

Aber die Wissenschaftler identifizierten nicht nur diesen neuen Mechanismus, sondern konnten auch neue therapeutische Ansätze aufzeigen.

So konnten sie zeigen, dass die Gerinnungsprotease aktiviertes Protein C die Diabetes-spezifischen Veränderungen aufhebt. 

Dies stellt sicher, dass der neu identifizierte Mechanismus therapeutisch nutzbar ist.

"Die Herausforderung ist nun, diese Ergebnisse in größeren klinischen Studien zu bestätigen", sagt Prof. Isermann. Dr. Shahzad fügt hinzu:

"Parallel werden wir Untersuchungen durchführen, um diesen Mechanismus therapeutisch zu nutzen".

 Die Forscher hoffen, dass diese Erkenntnisse zu einem individualisierten Therapiekonzept für diabetische Patienten mit Atherosklerose führen.

Originalpublikation:
doi:10.1038/s42003-018-0108-5
https://www.nature.com/articles/s42003-018-0108-5

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Kornelia Suske Universitätsklinikum Magdeburg


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Blutdruck und Pulsrate: Bitte Blutentnahme/Labortest mit Phosphat und Vitamin D

Medizin am Abend Berlin Fazit: Erhöhte Phosphatzufuhr steigert den Blutdruck bei gesunden Erwachsenen
Wird mehr Phosphat über die Nahrung aufgenommen, steigen Blutdruck und Pulsrate auch bei gesunden jungen Erwachsenen an. 

Das zeigt eine Studie unter Leitung der Universität Basel, die das «Journal of the American Society of Nephrology» veröffentlicht hat. 
 
  • Sie machen den Schmelzkäse streichfähig, halten Kaffeepulver rieselfähig und unterstützen die Konservierung in vielen Fleischprodukten: 
  • Phosphate kommen in industriell hergestellten Lebensmitteln häufig als Zusatzstoff zum Einsatz.

Zwar enthalten auch natürliche Lebensmittel Phosphate, aber die heutigen Essgewohnheiten führen dazu, dass wir immer mehr davon zu uns nehmen.

Über den Verzehr von verarbeiteten Lebensmitteln hat die Aufnahme der Salze in den letzten Jahren deutlich zugenommen, sodass sie heute in vielen Fällen über der in den USA empfohlene empfohlenen Tagesdosis von 700 mg liegt.

Risiko auch für Gesunde

  • Da ein hoher Phosphatspiegel beispielsweise zu Ablagerungen in Blutgefässen führt, wird für Menschen mit chronischen Nierenproblemen seit Langem eine phosphatarme Ernährung empfohlen.

Mit einer erhöhten Phosphataufnahme über die Nahrung steigt aber auch bei gesunden Menschen die Wahrscheinlichkeit, eine Gefässverkalkung oder eine Herz-Kreislauf- Erkrankung zu entwickeln oder gar daran zu sterben.

Darauf weisen epidemiologische Studien hin, die den Zusammenhang zwischen potenziellen Risikofaktoren und bestimmten Erkrankungen untersuchen.

Physiologische Studie mit jungen Erwachsenen

Ein Forscherteam um Professor Reto Krapf von der Universität Basel hat nun diesen statistischen Zusammenhang erstmals in einer qualitativen Studie mit 20 gesunden Versuchspersonen überprüft.

Die Hälfte der Probandinnen und Probanden erhielt während elf Wochen zu ihrer normalen Nahrung eine zusätzliche Dosis Natriumphosphat in Tablettenform. 

Dadurch erhöhte sich der Phosphatgehalt in ihrem Blut auf ein überdurchschnittliches, wenn auch in der Bevölkerung weit verbreitetes Niveau.

Die zweite Gruppe nahm ein Mittel ein, das Phosphat bindet und die Aufnahme in den Körper hemmt. Zusätzlich erhielten sie Kochsalz, um sie in Bezug auf die Gabe von Natrium der ersten Gruppe gleichzustellen.

Effekt auf Blutdruck und Pulsrate

Nach 6 Wochen untersuchten die Ärzte, wie sich die unterschiedliche Diät auf verschiedene Indikatoren der Herz-Kreislauf-Funktion wie Blutdruck und Puls auswirkt.  

Ein Vergleich der beiden Gruppen zeigte, dass die erhöhte Phosphataufnahme den systolischen und diastolischen Blutdruck bei jungen, gesunden Erwachsenen deutlich steigert – und zwar um 4,1 bzw. 3,2 Millimeter-Quecksilbersäule. 

Gleichzeitig nahm die Pulsrate im Mittel um 4 Schläge pro Minute zu.
  • Als Ursache vermuten die Forscher, dass die erhöhte Phosphatzufuhr bzw. ein erhöhter Serum-Phosphatspiegel auf das sympathische Nervensystem einwirkt, welches Herztätigkeit und Blutdruck beeinflusst. 

Der Effekt war jedoch reversibel: 

Zwei Monate nach Abschluss der Studie hatten sich die Werte bei den Probanden wieder normalisiert.


Vitamin D ohne Effekt

In einer zweiten Phase untersuchte die Studie, wie sich die zusätzliche Gabe von Vitamin D auswirkt.

Obwohl das Vitamin die Aufnahme von Phosphaten im Darm steigert, liess sich bei beiden Gruppen kein Einfluss auf die kardiovaskulären Werte feststellen.

«Unsere Ergebnisse liefern eine wichtige Erklärung für den Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Phosphat über die Nahrung und der erhöhten kardiovaskulären Morbidität und Mortalität in der Allgemeinbevölkerung», so Studienleiter Reto Krapf.

 «Diese Schlussfolgerungen sind für die öffentliche Gesundheit von Bedeutung und sollten durch grössere Studien in verschiedenen Bevölkerungsgruppen weiter untersucht werden.»

Unterstützt wurde die vorliegende Studie durch den Nationalen Forschungsschwerpunkt «Nieren – Kontrolle der Homöostase durch die Nieren» (NCCR Kidney).

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Prof. em. Dr. Reto Krapf
Universität Basel, Departement Klinische Forschung
Tel. +41 79 818 75 44
E-Mail: reto.krapf@unibas.ch

Iris Mickein Universität Basel
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Iris Mickein
Telefon: +41 (0)61 207 24 25
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E-Mail-Adresse: iris.mickein@unibas.ch
 

Originalpublikation:
Jaber Mohammad, Roberto Scanni, Lukas Bestmann, Henry N. Hulter, and Reto Krapf
A Controlled Increase in Dietary Phosphate Elevates BP in Healthy Human Subjects
Journal of the American Society of Nephrology (2018), doi: 10.1681/ASN.2017121254

 

Herzrhythmusstörungen, einem Herzinfarkt oder einem plötzlichen Herztod

Medizin am Abend Berlin Fazit: Koronare Herzkrankheit: Operation oft bessere Behandlungsvariante

Bypass-OP oder Herzkatheter-Stent? 

Beim weltgrößten Kardiologenkongress in München wurden jetzt neue Leitlinien in Bezug auf diese Entscheidung veröffentlicht. 

Der ärztliche Direktor des Deutschen Herzzentrums Berlin, Prof. Dr. Volkmar Falk, gehört zu den Autoren. 
 
Die Blutgefäße, die den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen, werden Herzkranzarterien oder auch Koronararterien genannt.

Eine koronare Herzkrankheit (KHK) liegt vor, wenn diese Arterien durch Kalkablagerungen oder Entzündungen verengt werden. 


Prof. Dr. Volkmar Falk (rechts) und Prof. Miguel Sousa-Uva aus Portugal, Vorsitzender der EACTS-Arbeitsgruppe für die Leitlinien
Prof. Dr. Volkmar Falk (rechts) und Prof. Miguel Sousa-Uva aus Portugal, Vorsitzender der EACTS-Arbeitsgruppe für die Leitlinien DHZB

  • Erste Symptome treten meist auf, wenn die Herzkranzgefäße um mehr als die Hälfte verengt sind und der Herzmuskel dadurch nicht mehr genügend Sauerstoff bekommt.
  • Hierzu zählen vor allem der Brustschmerz, aber auch Atembeschwerden, die häufig zunächst bei Belastung auftreten. 
  • Mit zunehmendem Fortschreiten der Erkrankung und insbesondere, wenn die Herzkranzarterien fast verschlossen sind, kann es mit zunehmender Wahrscheinlichkeit zu Herzrhythmusstörungen, einem Herzinfarkt oder einem plötzlichen Herztod kommen. 
  • Ein Herzinfarkt führt durch die Schädigung des Herzens oft auch zu einer dauerhaften Herzschwäche (Herzinsuffizienz).

Hinter dem Fachbegriff „Myokardrevaskularisation“ verbirgt sich die Möglichkeit, den durch verengte oder verstopfte Koronargefäße gestörten Blutfluss zum Herzen wieder zu verbessern. 

Grundsätzlich kann dies auf zwei Arten geschehen:

• Bei einer Bypass-Operation werden die Brustwandarterien auf die betroffenen Herzkranzarterien „umgeleitet“ oder ein aus dem Arm oder dem Bein des Patienten entnommenes Gefäßstück wird zwischen Hauptschlagader betroffener Kranzarterie eingesetzt.

• Bei einer „perkutanen koronaren Intervention (PCI)“ wird ein dünner Schlauch (Katheter) über eine Punktion in der Leiste oder am Handgelenk durch die Blutgefäße bis in die Herzkranzgefäße vorgeschoben.
An der verengten Stelle wird dann ein röhrenförmiges Drahtgeflecht – der sogenannte Stent – eingesetzt, um sie möglichst dauerhaft offen zu halten.

Auf dem Jahreskongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) haben die ESC und die Europäische Vereinigung für Herz-Thorax-Chirurgie (EACTS) jetzt neue gemeinsame Leitlinien dazu vorgelegt, welches der beiden Verfahren für welche Patienten empfohlen wird.

„Die Leitlinien wurden unter Berücksichtigung und nach sorgfältiger Abwägung der aktuellsten Studiendaten formuliert“, sagt Prof. Dr. Volkmar Falk, Facharzt für Herzchirurgie und ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums Berlin, „sie sollen Ärzten und Patienten als wissenschaftlich fundierte Grundlage bei der gemeinsamen bestmöglichen Entscheidung über die Art der Revaskularisation dienen.“

Prof. Falk gehört zum internationalen und fachübergreifenden Autorenteam der Leitlinien, die nicht nur von Ärzten, sondern auch von Behörden und Krankenversicherern als Standard für die Behandlung von Koronararterienerkrankungen herangezogen werden.

Wesentliche Punkte der neuen Leitlinien: 



• Bei Patienten mit einfacherer Erkrankung, bei denen nur ein oder zwei der drei Hauptäste betroffen sind oder das Ausmaß der Verkalkungen und Engstellen in allen drei Gefäßen gering ist, bieten die Bypassoperation und die PCI ähnliche langfristige Erfolge.

• Beim akuten schweren Herzinfarkt kommt aufgrund der sehr schnellen Verfügbarkeit meistens die PCI zum Einsatz.

• Bei Patienten mit komplexen Erkrankungen wird dagegen zur Bypass-OP geraten. 
„Eine ‚komplexe Erkrankung‘ liegt vereinfacht gesehen dann vor, wenn das Ausmaß der Verkalkung in allen drei Herzkranzgefäßen sehr hoch ist“, erläutert Prof. Falk, „hier zeigen uns die vorliegenden Studien, dass die Bypass-Operation langfristig einen Überlebensvorteil bietet."

• Auch Patienten mit Diabetes haben bessere langfristige Ergebnisse mit einer Bypassoperation, dies auch bereits bei weniger komplexen Erkrankungen.

• Unabhängig von der Methode sollten bei Vorliegen einer stabilen koronaren Herzkrankheit (Beschwerden treten regelmäßig, aber nur unter Belastung auf) und Befall mehrerer Gefäße alle schweren Engstellen behandelt werden können. 


„Bei Patienten mit chronischer Koronararterienerkrankung und einer komplexen Koronaranatomie sollte stets ein interdisziplinäres Team aus Kardiologen, Herzchirurgen und Anästhesisten gemeinsam mit dem Patienten über die beste Art der Behandlung entscheiden“, so Prof. Falk, „in jedem Fall sollte der Patient laienverständlich, unvoreingenommen und ausführlich über Risiken und Vorteile der einzelnen Verfahren aufgeklärt werden“.

Auch das Recht der Patienten auf Informationen über die Erfahrung von Arzt und Krankenhaus wurde in den Leitlinien festgehalten.

Die Leitlinien sind im „European Heart Journal“ veröffentlicht und können auch auf der ESC-Website abgerufen werden: https://www.escardio.org/Guidelines/Clinical-Practice-Guidelines

Koronare Herzkrankheit: Operation oft bessere Behandlungsvariante


Originalpublikation:
https://www.escardio.org/Guidelines/Clinical-Practice-Guidelines

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Diabetespatienten: Blutdruck-, Blutfett-, Blutzucker- und Nierenwerte im Zielbereich

Medizin am Abend Berlin Fazit: Neue Studie zu Diabetes Typ 2: Gute Blutwerte senken Risiko für frühen Tod und Herzinfarkt

Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Herzkreislauferkrankungen sowie einen frühzeitigen Tod im Vergleich zur Gesamtbevölkerung. 

Nun zeigt eine Kohortenstudie aus Daten des Diabetesregisters in Schweden: 

  • Halten Diabetespatienten Blutdruck-, Blutfett-, Blutzucker- und Nierenwerte im Zielbereich und verzichten auf das Rauchen, liegt ihre Lebenserwartung auf nahezu demselben Niveau wie bei Menschen ohne Diabetes. Auch das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall ist dann ähnlich. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) rät daher Menschen mit Typ-2-Diabetes, ihre Gesundheit und Lebenserwartung durch einen bewussten Lebensstil positiv zu beeinflussen.  
Diabetes Typ 2 kann zu vielen Begleit- und Folgeerkrankungen führen und in Folge das Sterberisiko erhöhen.

Beispielsweise erleiden Betroffene etwa bis zu vier Mal häufiger Herzkreislauferkrankungen. „Diabetes Typ 2 bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass man einen frühen Tod stirbt und mit etlichen Folgeerkrankungen zu kämpfen hat“, betont DDG Präsident Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland. „Diese repräsentative Studie aus Schweden zeigt sehr deutlich, dass man mit einer chronischen Erkrankung gut und lange leben kann, wenn man sie im Griff hat und sich ihren Anforderungen stellt.

Hier sollten Ärzte und Patienten die Therapieziele streng verfolgen. 

  • Aber auch die Rahmenbedingungen, wie ein gesundes Lebensumfeld, sollten persönlich wie auch gesellschaftlich geschaffen werden.

Ziel der Kohortenstudie - die im New England Journal of Medicine erschienen ist - war es, einen Weg zu finden, das erhöhte Risiko für Menschen mit Diabetes Typ 2 für Herzkreislauferkrankungen und frühen Tod zu reduzieren oder gar zu beseitigen. Hierzu werteten die Autoren die Daten von 271.174 Menschen mit Typ-2-Diabetes aus dem Schwedischen Nationalen Diabetes Register über mehr als fünf Jahre aus und verglichen sie mit einer Kontrollgruppe von 1.355.870 Patienten ohne Diabetes. In ihrer Untersuchung fokussierten sie die fünf klassischen Risikofaktoren, die bei Typ-2-Diabetes bekanntermaßen zu kardiovaskulären Risiken und einem frühzeitigen Tod führen: erhöhte Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerte sowie schlechte Nierenwerte und Rauchen. Sie kamen zu der Erkenntnis, dass Menschen mit Diabetes Typ 2, die alle Werte im Zielbereich hielten, ein nahezu identisches Sterberisiko und ein etwa gleiches kardiovaskuläres Risiko aufwiesen wie die Kontrollgruppe. „Mit jedem weiteren von den fünf untersuchten Werten, der sich im Zielbereich befand, reduzierte sich das Risiko für schweren Folgeerkrankungen und frühzeitigen Tod“, erklärt Müller-Wieland die Studienergebnisse. „Interessant ist, dass ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel der höchste Risikofaktor für Schlaganfall und Herzinfarkt war“, kommentiert Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Past-Präsident und Presse-Sprecher der DDG.

„Diese Studie zeigt einmal mehr, dass ein gesunder Lebensstil ausschlaggebend für die erfolgreiche Behandlung des Typ-2-Diabetes ist“, so Frau Professor Dr. med. Monika Kellerer, Vize-Präsidentin der DDG. 

Um bei Patienten die fünf Werte konstant im Zielbereich zu halten, sind nicht nur Schulungen und die Compliance der Betroffenen wichtig.

Untersuchungen offenbaren, dass der Appell an den Einzelnen nicht ausreicht.

„Wir brauchen ein gesellschaftliches Umdenken, dass es diesen Betroffenen durch ein insgesamt gesünderes Umfeld erleichtert, ihre Therapieziele zu verwirklichen.

Darüber hinaus muss unbedingt durch bevölkerungsweite Maßnahmen verhindert werden, dass immer mehr Menschen an Diabetes Typ 2 erkranken“, fordert Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der DDG.

Hier hält die DDG gesundheitsfördernde Steueranpassungen, also eine erhöhte Steuer auf hochkalorische Produkte bei gleichzeitiger Steuerentlastung gesunder Lebensmittel, für die effektivste Maßnahme.

Zudem sollte ein Verbot von Lebensmittelwerbung, die sich an Kinder richtet, verbindliche Standards für die Verpflegung in Kitas und Schulen sowie eine tägliche verpflichtende Stunde Schulsport/-Bewegung etabliert werden.

Die Studie zeigt auch, welchen Nutzen ein nationales Diabetesregister hat, das die DDG auch für Deutschland fordert.

Quellenangabe:
Rawshani A et al., Risk Factors, Mortality, and Cardiovascular Outcomes in Patients with Type 2 Diabetes, N Engl J Med 2018;379:633-44. DOI: 10.1056/NEJMoa1800256
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1800256

Neue Studie zu Diabetes Typ 2: Gute Blutwerte senken Risiko für frühen Tod und Herzinfarkt


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Kerstin Ullrich Deutsche Diabetes Gesellschaft
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Originalpublikation:
www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1800256

Herzinfarkt oder Hirnschlag: Blutdruck und kardiovaskuläre Ereignisse

Medizin am Abend Berlin Fazit: Ist Salz besser als sein Ruf?

Ein höherer Salzkonsum führt noch nicht automatisch zu einem Herzinfarkt oder Hirnschlag. 

Eine Vergleichsstudie mit 18 Ländern belegt, dass Salz zwar den Blutdruck erhöht, nicht aber zwingend das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. 

Die Kardiologie am Inselspital hat die Ergebnisse für «The Lancet» eingeordnet.  Bis zu einem gewissen Grad korreliert der tägliche Salzkonsum positiv mit der Lebenserwartung
Bis zu einem gewissen Grad korreliert der tägliche Salzkonsum positiv mit der Lebenserwartung Abb. Messerli et al, The Lancet, Volume 392, ISSUE 10146, zvg.


  • Wer viel Salz isst, erhöht früher oder später seinen Blutdruck. 

Das ist seit mehr als einem Jahrhundert bekannt und durch zahlreiche wissenschafliche Publikationen untermauert.

Ärztinnen und Ärzte warnen daher vor einem exzessiven Salzkonsum und die Weltgesundheitsorganisation, European Society of Cardiology and American Heart Association empfehlen eine drastische Reduktion der Salzzufuhr für die Gesamtbevölkerung.

Dass dadurch das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse automatisch gesenkt wird, konnte aber bislang keine Studie belegen.

Nun untersuchte eine internationale Vergleichsstudie mit 18 Ländern und 94 378 Personen über acht Jahre, inwiefern die tägliche Salzzufuhr tatsächlich zu mehr Herzinfarkten, Hirnschlägen oder Gesamtsterblichkeit führt. Die Relevanz der Ergebnisse ordnete Prof. Dr. Franz Messerli, Kardiologe am Inselspital, für die Fachzeitschrift «The Lancet» am 9. August 2018 ein.


Salz ist nicht zwingend gesundheitsschädlich
Salz ist nicht zwingend gesundheitsschädlich  Inselspital, Universitätsspital Bern


Hirn eher gefährdet als Herz

Die Forschenden der McMaster University in Kanada fanden in ihrem Vergleich zwar eine lineare Beeinflussung von Salzkonsum und Bluthochdruck (+2.8 mmHg Zunahme pro Gramm Salz/Tag); diese betraf aber eher Personen, die bereits mehr als fünf Gramm Salz pro Tag zu sich nahmen.

Ein sehr hoher Salzkonsum führte zu einem grösseren Schlaganfallrisiko, was hauptsächlich in China der Fall war, wo der durchschnittlich Konsum bei fast 14 g pro Tag liegt.

Überraschend war jedoch die Beobachtung einer negative Korrelation zwischen Salzkonsum und Herzinfarkt wie auch zwischen Salzkonsum und Gesamtmortalität:

Je mehr Salz, desto geringer das Risiko. 

Bei zu tiefem Salzkonsum stieg das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall wiederum geringfügig an. 
  • Franz Messerli vermutet daher, dass nicht alle Organe gleich empfindlich auf Salz reagieren bzw. dass Salz möglicherweise sogar einen kardioprotektiven Effekt ausüben könnte.
Um dies noch besser beurteilen zu können, analysierten Messerli und seine Kollegen zudem den Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Lebenserwartung in 182 Ländern. Es zeigte sich, dass Salzkonsum, ausser wenn exzessiv, positiv mit der Lebenserwartung verbunden war (je geringer der Konsum desto kürzer die Lebenserwartung und umgekehrt) – Salz also an sich nicht unbedingt gesundheitsschädlich scheint.  

Andererseits war die Lebenserwartung bei tiefem Salzkonsum, wie er teilweise in den Empfehlungen definiert ist, deutlich vermindert.

Mehr Obst und Gemüse statt weniger Salz

Die Studie erforschte zudem die Korrelation zwischen Kaliumgehalt der Nahrung und Herzinfarkt, Schlaganfall und Gesamtmortalität.

Unabhängig vom Salzkonsum senkte Kalium alle drei Risiken. 

Das bedeutet:

Auch Patienten mit einem hohen Salzkonsum können mit zusätzlichem Kalium ihr Risiko vermindern.

Kalium kommt hauptsächlich in Früchten, Nüssen und Gemüse vor.

Schlussfolgerungen aus der Studie

1. Eine kaliumreiche Diät (Früchte und Gemüse) vermindert das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall und Gesamtmortalität.

2. Ein zu hoher Salzkonsum erhöht das Risiko von Schlaganfall aber nicht von Herzinfarkt und Gesamtmortalität.


3. Ein zu niedriger Salzkonsum kann das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall und Gesamtmortalität geringfügig erhöhen und möglicherweise die Lebenserwartung vermindern.


Studie: DOI: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(18)31376-X

Editorial: https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(18)31724-0/fullt...

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Originalpublikation:
https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(18)31376-X/fullt...

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Langzeitfolge von Herzschrittmachern: Besser mit His-Bündes-Schrittmacher

Medizin am Abend Berlin Fazit: Risiko für Herzschwäche effektiv verringern: 

Neuer Schrittmacher stimuliert natürlichen Herzschlag

Eine nachlassende Pumpleistung des Herzens, die Herzinsuffizienz oder Herzschwäche, ist eine häufig beobachtete Langzeitfolge bei Patienten mit Herzschrittmachern. 

Kürzlich haben Kardiologen der Klinik für Innere Medizin II erstmalig bei Patient*innen des Ulmer Universitätsklinikums einen innovativen Herzschrittmacher implantiert, der das herzeigene Reiz-Leitungssystem stimuliert und so physiologische, d.h. natürliche Herzschläge auslöst. 

Das Risiko, eine Herzschwäche zu entwickeln, wird dadurch deutlich reduziert. 
  • Die Klinik gehört bundesweit zu den ersten Herzzentren, die diese neue Therapieform, den His-Bündel-Schrittmacher, bereits in der regulären Patientenversorgung etabliert haben. 

Dr. med. Tillman Dahme
Dr. med. Tillman Dahme Foto: Universitätsklinikum Ulm

Risiko für Herzschwäche effektiv verringern: Neuer Schrittmacher stimuliert natürlichen Herzschlag 

  • Herzschwäche führt bei vielen Betroffenen zu vorzeitiger Erschöpfung, einer verminderten Leistungsfähigkeit, Müdigkeit, aber auch zu Atemnot oder Wassereinlagerungen in der Lunge oder den Beinen. 

Je nach Schweregrad wird die Lebensqualität dadurch merklich beeinträchtigt.

„Mithilfe des innovativen His-Bündel-Herzschrittmachers lässt die Pumpleistung des Herzens – anders als bei normalen Herzschrittmachern – nicht nach einiger Zeit nach“, berichten Dr. Tillman Dahme, Leiter der Elektrophysiologie, und Dr. Carlo Bothner, Bereichsfacharzt Elektrophysiologie und Spezialist für Herzschrittmacher-Implantationen.

Dr. med. Carlo Bothner
Dr. med. Carlo Bothner Foto: Universitätsklinikum Ulm 

  •  „Die Gefahr, dass die Patienten aufgrund einer Schrittmacher-bedingten Herzschwäche ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen, ist also äußerst gering. 
  • Auch zeichnet sich im Langzeitverlauf im Trend eine geringere Sterblichkeit ab.“
Der His-Bündel-Schrittmacher bedeute weltweit einen Umbruch in der Herzschrittmachertherapie, so die beiden Mediziner.

Die Innovation: Er stimuliert das herzeigene Reiz-Leitungssystem, wodurch eine physiologische, also natürliche Aktivierung der Herzkammern ausgelöst wird. Der Reiz trifft wie ein echtes Signal gleichzeitig in beiden Herzkammern ein. Herkömmliche Schrittmacher hingegen werden an der Spitze der rechten Herzkammer befestigt. Geben sie nun einen elektrischen Impuls ab, breitet sich dieser „unnatürlich“ von der rechten in die linke Herzkammer aus. Diese elektrische sowie mechanische Asynchronie der Herzkammern kann langfristig zu Herzschwäche führen.

Das Innovative am His-Bündel-Schrittmacher ist gleichzeitig auch das Herausfordernde.

Denn die Kardiologen müssen die Schrittmachersonde direkt im His-Bündel befestigen.

Dieses Geflecht aus spezialisierten Herzmuskelzellen ist nach dem deutschen Internisten und Kardiologen Wilhelm His (1863-1934) benannt.

„Das His-Bündel ist eine nur wenige Millimeter kleine Struktur in der Herzscheidewand zwischen den Vorhöfen und Kammern. Es exakt zu lokalisieren, erfordert komplexe technische Voraussetzungen“, so Dahme. 

 „Am Universitätsklinikum verfügen wir jedoch zum Glück über spezielle Hybrid-OP-Säle, die mit Elektrophysiologie-Laboren ausgestattet sind.

Da das His-Bündel ein unverkennbares elektrisches Signal aussendet, wissen wir genau, wenn der Katheter es erreicht hat und können die Sonde punktgenau platzieren.“

„Seit 60 Jahren werden Herzschrittmacher in der Patientenversorgung eingesetzt“, erläutert Professor Dr. Wolfgang Rottbauer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II.

  • „Doch abgesehen von Weiterentwicklungen hinsichtlich einer längeren Batterielebensdauer oder einer immer weiteren Verkleinerung der Schrittmachergehäuse ist der His-Bündel-Schrittmacher seit Jahrzehnten der erste fundamentale Fortschritt, der die Nachteile der konventionellen Schrittmacher aufzuheben verspricht. 

Wir freuen uns daher, unseren Patientinnen und Patienten diese substanziell verbesserte Therapieoption anbieten zu können, auch wenn sie höchste Herausforderungen an Operateur und OP-Saal stellen.“

In der Klinik für Innere Medizin II sind seit Mitte Juli bereits zahlreiche sogenannte His-Bündel-Schrittmacher implantiert worden.

Die Therapie gehört mittlerweile zum standardmäßig angebotenen Behandlungsspektrum der Klinik und kann bei Patienten, bei denen der Einsatz medizinisch indiziert ist, durchgeführt werden.

Neben konventionellen und den neuen His-Bündel-Schrittmachern führt die Klinik auch die Implantation miniaturisierter, sondenloser Herzschrittmacher, die direkt im Herzen platziert werden, durch. 

Mit dem His-Bündel-Schrittmacher wurde das Spektrum an innovativen Schrittmachertechniken am Universitätsklinikum Ulm nun um einen zusätzlichen Bereich erweitert.

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Dr. med. Carlo Bothner, Bereichsfacharzt Elektrophysiologie
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