Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

Nierentransplantation und Abstoßreaktion

Medizin am Abend Berlin Fazit: Organabstoßung langfristig verhindert

Biologen der Universität Konstanz unterdrücken durch Hemmung von Immunproteasomen eine chronische Abstoßung von Nierentransplantaten 
 
Der Konstanzer Immunologe Prof. Dr. Marcus Groettrup hat mit seiner Arbeitsgruppe einen Weg entwickelt, um bei Ratten nach einer Nierentransplantation die Abstoßungsreaktionen der Empfänger zu verhindern, und im Immunsystem der Organempfänger die Bildung von Antikörpern gegen das transplantierte Organ zu unterdrücken.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Infektionen - Leitlinien 

 Prof. Dr. Marcus Groettrup und Dr. Jun Li
Prof. Dr. Marcus Groettrup und Dr. Jun Li

Die entscheidende Rolle spielt dabei die Hemmung des Immunproteasoms, wodurch die Produktion der Antikörper unterdrückt wird.

Die Ergebnisse der Forschergruppe wurden nun im renommierten Fachjournal „Kidney International“ mit dem Titel: „Immunoproteasome inhibition prevents chronic antibody-mediated allograft rejection in renal transplantation" veröffentlicht.

Im Verlauf von zehn Jahren nach einer Nierentransplantation werden circa die Hälfte der Trans-plantatnieren durch Antikörper wieder abgestoßen.

  • Gegen diese chronische Abstoßung gibt es bisher kaum eine wirksame medikamentöse Abwehr. 
Nicht-selektive Proteasomhemmer können zwar die durch Antikörper verursachte Abstoßung von Transplantaten unterdrücken, sind aber aufgrund starker negativer Nebeneffekte nur bedingt einsetzbar. 

Immunproteasomhemmer haben sich hingegen bei vorklinischen Modellen von Autoimmunerkrankungen als effektiv erwiesen und wurden über Wochen hinweg ohne offensichtlich erkennbare Nebenwirkungen verabreicht. 

In einem Rattenmodell haben die Wissenschaftler um Marcus Groettrup gezeigt, dass durch die Hemmung des Immunproteasoms die aktivierten Plasmazellen, die die Antikörper gegen die Transplantatniere produzieren, abgetötet werden.

Die selektive Immunproteasomhemmung durch den Hemmer ONX 0914 reduzierte die Anzahl von B- und Plasmazellen und unterdrückte die Produktion der dem Spender eigenen Antikörper.

Die Transplantationen wurden von einem jungen urologischen Chirurgen vom Cancer Institute Chongqing in China, Dr. Jun Li, durchgeführt, der im Rahmen eines Stipendiums des Chinese Scholarship Council an der Universität Konstanz arbeitet und inter-nationaler Experte für Mikrochirurgie ist.

„Die Ergebnisse sind ein voller Erfolg.

Wir können die Abstoßung komplett bei allen Tieren verhindern und sehen, dass die Antikörper, die gegen das Transplantatorgan gebildet werden, praktisch kaum mehr vorhanden sind.

Die Entzündungsparamter in der transplantierten Niere sind deutlich zurückgegangen und die Nierenfunktion der Empfänger ist exzellent“, resümiert Marcus Groettrup und erläutert, dass diese Ergebnisse darauf schließen lassen, dass Immunproteasomhemmung ein vielversprechender Therapieansatz bei der Behandlung chronischer, durch Antikörper verursachter Abstoßung sein kann.

Groettrups Strukturmodell des Immunproteasoms gilt als grundlegend für die Entwicklung von Wirkstoffen gegen Autoimmunerkrankungen wie Diabetes, rheumatoide Arthritis und Multiple Sklerose. Bereits Anfang der 2000er-Jahre gelang es Groettrup, das Immunproteasom als Regulator für genau jene Botenstoffe auszumachen, die autoimmune Erkrankungen verursachen. Eine pharmazeutische Entwicklung von Hemmstoffen, die gezielt das Immunproteasom ausschalten, würde eine Bekämpfung von Autoimmunerkrankungen und Organspendenempfängern erlauben, ohne zugleich das gesamte Immunsystem des Körpers zu schwächen.

Originalveröffentlichung:
Li, J., Basler, M., Alvarez, G., Brunner, T., Kirk, C. J., and Groettrup, M. Immunoproteasome inhibition prevents chronic antibody-mediated allograft rejection in renal transplantation. Kidney Int. in the press

DOI: 10.1016/j.kint.2017.09.023

Faktenübersicht:

• Li, J., Basler, M., Alvarez, G., Brunner, T., Kirk, C. J., and Groettrup, M. Immunopro-teasome inhibition prevents chronic antibody-mediated allograft rejection in renal trans-plantation. Kidney Int. in the press

• Hemmung der Immunoproteasomen Untereinheit LMP7 (β5i) durch den Hemmer ONX 0914 tötet die aktivierten Plasmazellen ab, die die Antikörper gegen die Transplantatniere produzieren.

Die Infiltration durch T-Zellen, B-Zellen und Makrophagen wie auch durch Interferon-γ, In-terleukin-17 und Immunglobulin G sowie die Ablagerung von Komplementfaktoren war bei Nierenallotransplantaten derjenigen Empfänger reduziert, die mit ONX 0914 behandelt worden waren. Die chronische Nephropathie wurde verbessert und die Funktion des Nie-renallotransplantats erhalten, was das langfristige Überleben der Empfänger sicherte.

• Gefördert durch: Else Kröner-Fresenius-Stiftung (www.ekfs.de)

• Forschungspartner: Kezar Life Sciences (www.kezarlifesciences.com)
Biotechnologie Institut Thurgau an der Universität Konstanz (www.bitg.ch).

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com














Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Universität Konstanz
Telefon: + 49 7531 88-3603
E-Mail: kum@uni-konstanz.de

Universitätsstraße 10
78464 Konstanz
Deutschland
Baden-Württemberg
E-Mail-Adresse: kum@uni-konstanz.de

Julia Wandt
Telefon: 07531 / 88 - 5340, - 3603 (Sekretariat)
Fax: 07531 / 88 - 3766
E-Mail-Adresse: kum@uni-konstanz.de
 

SSRI-Medikamente: Antidepressiva, Serotonin, Kalzium, Clozapin

Medizin am Abend Berlin Fazit: Bislang unbekannter Wirkmechanismus von Antidepressiva entdeckt

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg haben einen zweiten Mechanismus entdeckt, über den gängige Antidepressiva wirken und das Gehirn stress-resistenter machen 
 
Wie gängige Antidepressiva wirken, glaubte man seit 60 Jahren zu wissen.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Clozapine 


Nun haben Forscherinnen und Forscher des Universitätsklinikums Freiburg bei Mäusen einen zweiten, völlig unabhängigen Wirkmechanismus entdeckt.

Bislang war nur bekannt, dass die Antidepressiva den Abbau des Nerven-Botenstoffs Serotonin verlangsamen. 
  • Ein zu geringer Serotoninspiegel gilt seit langem als Hauptursache für Depression. 
  • Die Wissenschaftler zeigten nun, dass Antidepressiva zusätzlich den Kalziumtransport in Nervenzellen des Gehirns blockieren.
  • Dadurch können die Zellen leichter neue Verknüpfungen zu anderen Nervenzellen bilden. 
  • Diese Vernetzbarkeit ist elementar, um sich an neue Reize und Stress anpassen zu können. 
  • Bei Depressionen ist diese Fähigkeit vermindert, wie sich in den letzten Jahren herausgestellt hat. 
Die neuen, am 19. Oktober 2017 im Fachjournal Biological Psychiatry veröffentlichten Erkenntnisse könnten helfen, neue Therapieansätze zu entwickeln.

In Deutschland leiden mehr als vier Millionen Menschen an einer Depression. Jeder Zehnte durchlebt einmal im Leben eine schwere depressive Episode. „Fast alle Medikamente gegen Depressionen, die in den letzten Jahrzehnten auf den Markt kamen, waren lediglich geringfügige Abwandlungen der ursprünglichen Substanzen. Unsere Erkenntnisse können helfen, Medikamente zu entwickeln, die ganz gezielt den neu entdeckten Wirkmechanismus angreifen.

Das könnte Menschen helfen, bei denen bisherige Medikamente nicht oder kaum gewirkt haben“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Claus Normann, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg.

Wirkung auch ohne eigentlichen Wirkort

Seit den 1960er Jahren ist bekannt, dass im Gehirn depressiver Menschen zu wenig von dem Botenstoff Serotonin gebildet wird.

Darum hemmen fast alle Antidepressiva dessen Recycling-Prozess, um so die Menge des verfügbaren Serotonins zu erhöhen.  

Die Medikamente werden als selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, kurz SSRI, bezeichnet.

Die Forscher des Universitätsklinikums Freiburg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Universität Basel hatten aber bereits aus Vorstudien den Verdacht, dass dies nicht der einzige Wirkmechanimus ist.

Darum untersuchten sie in einem Tiermodell Mäuse, die keinen Serotonin-Aufnahmemechanismus besaßen. 

 Sie hätten eigentlich nicht auf die SSRI-Gabe reagieren dürfen.

„Zu unserer großen Überraschung zeigte sich auch bei Tieren ohne Serotonin-Transporter ein antidepressiver Effekt“, sagt Prof. Normann.

Medikament erleichtert Anpassung und Lernen
Die Freiburger Forscher zeigten, dass die Antidepressiva in einen zentralen Lern- und Anpassungsmechanismus des Gehirns eingreifen, der als synaptische Plastizität bezeichnet wird.
Um neue Reize zu verarbeiten und sich an Stress anzupassen, müssen neue Nervenverknüpfungen im Gehirn gebildet werden.
Bei Depressiven ist diese Fähigkeit schwächer als bei gesunden.
  • „Wir haben entdeckt, dass die SSRI-Medikamente diesen Anpassungsprozess normalisieren, indem sie die Kalziumkanäle der Nervenzellen blockieren.  

Das verhindert eine stressbedingte Depression und hilft Tieren, die bereits depressionsähnliche Symptome zeigen“, sagt Prof. Normann. „Unsere Studie zeigt deutlich, dass diese Blockade ein wesentlicher Wirkmechanismus von Antidepressiva ist.“

Auftreten und Behandlung von Depressionen

Eine Depression kann in jedem Alter auftreten, erstmalig am häufigsten zwischen 20 und 30 Jahren.

Die Betroffenen fühlen sich niedergeschlagen, antriebs- und interesselos. Sie schlafen meist schlecht, ermüden schnell und sind oft unfähig, Gefühle zu empfinden. Schwer betroffene Patienten können suizidgefährdet sein. 

Die Behandlung erfolgt gemäß Leitlinien psychotherapeutisch, bei einer schweren depressiven Episode zusätzlich medikamentös.

  • Insbesondere aufgrund eines häufigen Auftretens von Todesgedanken ist rasche professionelle Hilfe notwendig. 

Als Auslöser der Erkrankung wird eine Kombination erblicher, lebensgeschichtlicher und aktueller Belastungsfaktoren wie Stress angenommen.

Originaltitel der Arbeit: Antidepressants rescue stress-induced disruption of synaptic plasticity via serotonin transporter-independent inhibition of L-type calcium channels

DOI: 10.1016/j.biopsych.2017.10.008

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29174591 Link zur Studie

https://www.uniklinik-freiburg.de/psych/forschung-research/research-groups/rg-no... 


Forschungsgruppe Prof. Normann "Mechanisms of Depression"



Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com













Über Google: Medizin am Abend Berlin
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Prof. Dr. Claus Normann
Geschäftsführender Oberarzt
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-66340
claus.normann@uniklinik-freiburg.de

Johannes Faber
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-84610
johannes.faber@uniklinik-freiburg.de

Benjamin Waschow Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: (0761) 270 - 19090
Fax: (0761) 270 - 19030
E-Mail-Adresse: benjamin.waschow@uniklinik-freiburg.de










Information zu Clozapin: Britische Arzneimittelbehörde erinnert an den Einfluss von Clozapin auf die Darmperistaltik bis hin zum Risiko von Darmverschluss, Koprostase und paralytischem Ileus

Das Antipsychotikum Clozapin wird angewandt zur Behandlung von Patienten mit therapierefraktärer Schizophrenie sowie bei Schizophrenie, die wegen schwerer neurologischer Nebenwirkungen nicht mit anderen Antipsychotika behandelt werden kann (1). Es hat einen langjährig etablierten, relevanten Stellenwert in der psychiatrischen Pharmakotherapie. Vergleichende Metaanalysen und Kohortenstudien zeigen konsistent eine über alle anderen Antipsychotika herausgehobene antipsychotische Wirkung (2) und einen einzigartigen mortalitätsreduzierenden Effekt (3). Clozapin ist darüber hinaus indiziert zur Behandlung von Psychosen bei Patienten mit M. Parkinson (1).

Die antipsychotische Wirkung wird vermittelt durch Hemmung des Dopamin-D4-Rezeptors. Neben der Beeinflussung weiterer Transmittersysteme besitzt Clozapin auch eine anticholinerge Aktivität. Vermutlich dadurch bedingt kann es in unterschiedlicher Ausprägung die Darmperistaltik beeinträchtigen: Gemäß Fachinformation tritt Obstipation sehr häufig (≥ 1 von 10 Patienten) auf. Darmverschluss, Koprostase und paralytischer Ileus werden als sehr seltene (< 1 von 10.000 Patienten) Nebenwirkungen genannt. Diese sind jedoch wegen ihres Schweregrades klinisch relevant.

Die Britische Arzneimittelbehörde (MHRA) erinnert an das potenziell lebensbedrohliche Risiko dieser Nebenwirkungen: 

Clozapin ist bei paralytischem Ileus kontraindiziert. 

Besondere Vorsicht ist angeraten, wenn gleichzeitig weitere Arzneimittel mit dem Risiko der Auslösung einer Obstipation angewendet werden (insbesondere Arzneimittel mit anticholinergen Eigenschaften wie verschiedene Antipsychotika, Antidepressiva oder Antiparkinsonmittel) oder wenn Patienten Dickdarmerkrankungen oder Operationen am Unterbauch in der Vorgeschichte aufweisen sowie bei Patienten ab 60 Jahren.

  • Patienten sollten über das Risiko aufgeklärt und aufgefordert werden, entsprechende Beschwerden unverzüglich anzusprechen. Eine Obstipation unter Clozapin sollte aktiv behandelt werden.

▶ Information des MRHA vom 26.10.2017
Literatur
  1. Mylan Healthcare GmbH: Fachinformation "Leponex® 25 mg/ 100 mg Tabletten". Stand: August 2017.
  2. Leucht S, Cipriani A, Spineli L et al.: Comparative efficacy and tolerability of 15 antipsychotic drugs in schizophrenia: a multiple-treatments meta-analysis. Lancet 2013; 382: 951-962.
  3. Tiihonen J, Lonnqvist J, Wahlbeck K et al.: 11-year follow-up of mortality in patients with schizophrenia: a population-based cohort study (FIN11 study). Lancet 2009; 374: 620-627.
Bitte teilen Sie der AkdÄ alle beobachteten Nebenwirkungen und Medikationsfehler
(auch Verdachtsfälle) mit. Die Formulare finden Sie auf der Webseite der AkdÄ.

Geriatrie-CAVE-LaborKontrolle: Vitamin D, Folsäure, Vitamin B12, Eisen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Vitamin-Mangel im Alter

Jeder zweite über 65 hat zu wenig Vitamin D im Blut. 

Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung im Rahmen der Augsburger Bevölkerungsstudie KORA-Age. 

Außerdem habe jeder vierte eine Vitamin B12 Unterversorgung, berichten die Autorinnen und Autoren des Helmholtz Zentrums München im Fachmagazin ‚Nutrients‘. 
 
Die Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg (KORA) untersucht seit über 30 Jahren die Gesundheit tausender Bürger aus dem Raum Augsburg. Ziel ist es, die Auswirkungen von Umweltfaktoren, Verhalten und Genen auf die Gesundheit zu verstehen. „In diesem Zusammenhang interessierte uns auch die Versorgungslage von älteren Menschen mit Mikronährstoffen wie Vitaminen“, erklärt Studienleiterin PD Dr. Barbara Thorand vom Institut für Epidemiologie (EPI) am Helmholtz Zentrum München. „Dazu ist die Studienlage in Deutschland bisher relativ dünn.“

Entsprechend untersuchten die Wissenschaftler Blutproben von insgesamt 1079 KORA-Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter zwischen 65 und 93*.  

Bei Ihrer Analyse konzentrierten sie sich auf die Mengen von Vitamin D, Folsäure, Vitamin B12 sowie Eisen.

„Die Ergebnisse sind durchaus klar“, erklärt Erstautorin Romy Conzade.

  • „52 Prozent der Probanden lagen unterhalb des Grenzwertes für Vitamin D von 50 nmol/L und sind somit suboptimal versorgt.“ 
  • Und auch für die anderen Parameter stellten die Wissenschaftler zum Teil eine nennenswerte Unterversorgung fest: 
  • So lagen die Vitamin B12-Werte von 27 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter dem Soll, bei elf Prozent war der Eisenwert zu niedrig und knapp neun Prozent hatten zu wenig Folsäure im Blut.

EPI-Direktorin Prof. Dr. Annette Peters ordnet die Daten ein: „Die aktuelle Studie kann mithilfe von Blutanalysen das kritische Ergebnis der letzten Nationalen Verzehrstudie II bestätigen**, die zu einer ungenügenden Mikronährstoffaufnahme über die Nahrung kam.

Das ist insbesondere mit Blick auf unsere alternde Gesellschaft ein hochrelevantes Thema.“

Nahrungsergänzungsmittel als Ausweg?

Gemeinsamkeiten der meisten Menschen mit einer Unterversorgung waren ein sehr hohes Alter, wenig Bewegung und Gebrechlichkeit. 
In diesen Gruppen sollte daher gezielt auf eine mögliche Unterversorgung mit Mikronährstoffen geachtet werden, erklären die Forscher.

„Zudem zeigt unsere Studie, dass die regelmäßige Einnahme von Vitaminpräparaten mit einer besseren Versorgung mit den entsprechenden Vitaminen einhergeht“, so Barbara Thorand.

„Die Einnahme von Vitaminpräparaten ist jedoch kein Allheilmittel und gerade ältere Menschen sollten besonders auf eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung achten.“***

Als weitere Zielsetzung sollten dementsprechend die biologischen Stoffwechselwege zwischen Supplementeinnahme, Mikronährstoffspiegel und Krankheitszustand weiter untersucht werden, so die Autoren.
 
Weitere Informationen

* Die Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg (KORA) untersucht seit 30 Jahren die Gesundheit tausender Bürger aus dem Raum Augsburg. Ziel ist es, die Auswirkungen von Umweltfaktoren, Verhalten und Genen auf die Gesundheit zu verstehen. Kernthemen der KORA-Studien sind Fragen zu Entstehung und Verlauf von chronischen Erkrankungen, insbesondere Herzinfarkt und Diabetes mellitus. Hierzu werden Risikofaktoren aus dem Bereich des Gesundheitsverhaltens (u.a. Rauchen, Ernährung, Bewegung), der Umweltfaktoren (u.a. Luftverschmutzung, Lärm) und der Genetik erforscht. Aus Sicht der Versorgungsforschung werden Fragen der Inanspruchnahme und Kosten der Gesundheitsversorgung untersucht.

Die KORA-Age Studie hat das Ziel, Faktoren für ein gesundes und zufriedenes Altern zu identifizieren und die aktive Teilnahme älterer Menschen am gesellschaftlichen Leben zu unterstützen. Mit den Ergebnissen kann ein wichtiger Beitrag zur epidemiologischen Forschung und Gesundheitsförderung im Alter geleistet werden. http://www.helmholtz-muenchen.de/kora

** Max Rubner-Institut: Nationale Verzehrsstudie II, Ergebnisbericht Teil 2 (2008). Die Bundesweite Befragung zur Ernährung von Jugendlichen und Erwachsenen. https://www.mri.bund.de/fileadmin/MRI/Institute/EV/NVSII_Abschlussbericht_Teil_2...

*** Aktuelle Ergebnisse des Forschungsteams um Prof. Dr. Philippe Autier zeigten z.B., dass eine Substitution mit Vitamin D auf nicht-skelettale Erkrankungen keinen Effekt hat. Eine Reduzierung der Gesamtmortalität durch die Vitamin D Einnahme ist allenfalls bei älteren Menschen in Heimen oder Krankenhäusern zu beobachten. Quelle: Autier, P. et al. (2017): Effect of vitamin D supplementation on non-skeletal disorders: a systematic review of meta-analyses and randomised trials. The Lancet Diabetes & Endocrinology , Volume 5 , Issue 12 , 986 - 1004

Hintergrund:
Dass die Einnahme von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten kein Allheilmittel zu sein scheint berichtete das Team um Barbara Thorand 2013: Damals stellten die Forscher fest, dass ältere Menschen dadurch zu viel Magnesium und Vitamin E zu sich nehmen. https://www.helmholtz-muenchen.de/presse-medien/pressemitteilungen/alle-pressemi...

Die Erstautorin Romy Conzade ist Teilnehmerin der Helmholtz Graduate School Environmental Health, kurz HELENA. https://www.helmholtz-helena.de/

Original-Publikation:
Conzade, R. et al. (2017): Prevalence and Predictors of Subclinical Micronutrient Deficiency in German Older Adults: Results from the Population-Based KORA-Age Study. Nutrients, DOI: 10.3390/nu9121276 http://www.mdpi.com/2072-6643/9/12/1276

Verwandte Artikel:
Ältere Menschen nehmen häufig Supplemente zur Nahrungsergänzung ein
https://www.helmholtz-muenchen.de/aktuelles/uebersicht/pressemitteilungnews/arti...
Wie Gewichtsveränderungen den menschlichen Stoffwechsel beeinflussen
https://www.helmholtz-muenchen.de/aktuelles/uebersicht/pressemitteilungnews/arti...
Typ-1-Diabetes: Vitamin D-Mangel tritt bereits in frühem Stadium auf
https://www.helmholtz-muenchen.de/aktuelles/uebersicht/pressemitteilungnews/arti...

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. http://www.helmholtz-muenchen.de

Das Institut für Epidemiologie (EPI) erforscht die Zusammenhänge von Umwelt, Lebensstil und Genetik bei der Entstehung von Diabetes, Erkrankungen des Herzens und der Erhaltung der Gesundheit im Alter. Die Forschung stützt sich auf die einzigartigen bevölkerungsbasierten KORA-Ressourcen (Kohorte, Herzinfarktregister, Aerosol-Messstation). Folgestudien innerhalb der Kohorte ermöglichen die Untersuchung von Frühformen und Komplikationen ausgewählter chronischer Erkrankungen und deren Verbreitung in der Bevölkerung. http://www.helmholtz-muenchen.de/epi

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com

















Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

PD Dr. Barbara Thorand, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Institut für Epidemiologie II, Ingolstädter Landstr. 1, 85764 Neuherberg - Tel. +49 89 3187 4480 - E-Mail: thorand@helmholtz-muenchen.de

Sonja Opitz Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
Abteilungsleiterin
Telefon: 08931872986
Fax: 08931873324
E-Mail-Adresse: sonja.opitz@helmholtz-muenchen.de
Ingolstädter Landstr.1
85764 Neuherberg
Deutschland
Bayern 
 

Blut im Urin: Blasenspülung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Mehr Patientensicherheit bei Blut im Urin

Entwicklung eines drahtlosen Sensorsystems für Blasenspülungen soll Patientenversorgung nachhaltig verbessern / Idee und klinische Begleitung des Projekts am Universitätsklinikum Freiburg 
 
  • Blut im Urin kann viele Ursachen haben und zu Komplikationen wie Blutgerinnseln mit Verstopfung des Blasenausganges sowie starken Schmerzen führen. 

Nach urologischen Operationen treten meistens leichte Blutungen auf, daher sind kontinuierliche Blasenspülungen über Katheter sehr wichtig.

Seit November 2017 beteiligen sich Mediziner der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg an dem Projekt „VisIMon“, in dem ein neues Sensorsystem zur Kontrolle und Steuerung von Blasenspülungen entwickelt werden soll.

Das intelligente Monitoringsystem soll den Blutgehalt der Spülflüssigkeit in Echtzeit messen und damit die Qualität der postoperativen Patientenüberwachung verbessern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das Vorhaben mit etwa 1,8 Millionen Euro. Davon gehen rund 255.000 Euro nach Freiburg, wo auch die Idee für das neue Verfahren entstanden ist.

„Blut im Urin nach einer Operation betrifft viele unserer Patientinnen und Patienten und verunsichert die Betroffenen oft stark. Wir hoffen, mit dem Projekt einen wichtigen Beitrag zur alltäglichen Patientenversorgung in der Urologie zu leisten“, sagt der medizinische Leiter des Projekts Prof. Dr. Arkadiusz Miernik, Leiter der Sektion für Urotechnologie der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Freiburg. Geleitet wird das Projekt „Vernetztes, intelligentes und interaktives System zur kontinuierlichen, perioperativen Überwachung und Steuerung einer Irrigationsvorrichtung sowie zum funktionellen Monitoring des unteren Harntraktes“ (VisIMon) durch das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI).

Das geplante System soll bei der Harnblasenspülung per Sensor Zufluss und Abfluss des Spülkatheters überwachen. 
  • So können der Blutgehalt im Urin und der Blasenfüllstand optimal kontrolliert werden. 
Ärzte und Pflegekräfte können alle wichtigen Daten per Tablet abrufen.

Das Verfahren soll vor allem bei Patienten, die am Harntrakt operiert worden sind, angewendet werden.

Darüber hinaus kann es zum Beispiel bei Menschen eingesetzt werden, die aufgrund von Harnwegsinfekten oder bestimmten Medikamenten Blasenblutungen entwickelt haben. 

Das Sensorsystem soll durch automatisierte Messungen dabei unterstützen, noch besser auf Patientenbedürfnisse einzugehen und gleichzeitig das Pflegepersonal vor Ort zu entlasten.

„Um die Praxistauglichkeit des Systems zu gewährleisten, planen wir eine ausgiebige Testung sowohl im Labor als auch im simulierten klinischen Einsatz.

Wir hoffen so die Qualität von Blasenspülungen nachhaltig zu verbessern“, sagt Dr. Dominik Schöb.

Er betreut das Projekt „VisIMON“ in Freiburg zusammen mit Franz Dreßler, beide Assistenzärzte an der Klinik für Urologie sowie wissenschaftliche Mitarbeiter der Sektion für Urotechnologie am Universitätsklinikum Freiburg.

Die Freiburger Urologen stellen den anderen Projektpartnern die notwendige klinische Expertise zur Verfügung, damit das geplante System in seinen Spezifikationen speziell auf den klinischen Alltag zugeschnitten werden kann.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com















Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Prof. Dr. Dr. med. univ. Arkadiusz Miernik, FEBU
Sektionsleiter Urotechnologie
Klinik für Urologie
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-25821
arkadiusz.miernik@uniklinik-freiburg.de

Benjamin Waschow Universitätsklinikum Freiburg

Hugstetter Straße 49
79106 Freiburg
Deutschland
Baden-Württemberg

Telefon: (0761) 270 - 19090
Fax: (0761) 270 - 19030
E-Mail-Adresse: benjamin.waschow@uniklinik-freiburg.de


Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://www.uniklinik-freiburg.de/urologie/urotechnologie.html

Sektion für Urotechnologie, Klinik für Urologie, Universitätsklinikum Freiburg

Nachsorgeprogramm für junge Krebspatientinnen und -patienten

Medizin am Abend Berlin Fazit: UKE leitet Projekt mit 14 Kliniken: Bundesweites Programm für junge Krebspatienten startet heute

Unter dem Motto „Aktiv sein. Leben planen.“ startete vor einigen Tagen ein bundesweites Nachsorgeprogramm für junge Krebspatientinnen und -patienten. 

Unter Federführung des Universitären Cancer Center Hamburg des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) beteiligen sich 14 deutschen Kliniken an dem Projekt. 

Im Fokus stehen dabei die Vermeidung von therapiebedingten Langzeitfolgen und Risiken für Krebs-Neuerkrankungen. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzThema: Reha- und Vorsorge-Einrichtungen 
 
CARE for CAYA heißt das Programm, wobei die Abkürzung CAYA für children (Kinder), adolescents (Heranwachsende) und young adults (junge Erwachsene) steht. 

Es konzentriert sich insbesondere auf junge Menschen, die sich im Übergang zum Erwachsenwerden befinden. 
„Bisherige Erkenntnisse zeigen, dass Jugendliche und junge Erwachsene nach einer überstandenen Krebserkrankung eine andere Ansprache und Motivation benötigen als Kinder oder Erwachsene“, sagt Priv.-Doz. Dr. Alexander Stein, stellvertretender Direktor des Universitären Cancer Center Hamburg (UCCH), der das Programm am UKE koordiniert. 
„Neben den notwendigen medizinischen Nachsorge- und Früherkennungsuntersuchungen sind frühzeitige präventive Maßnahmen wichtig, um unsere jungen Patienten bei einer aktiven Lebensplanung zu unterstützen.“

CARE for CAYA setzt genau hier an: 

Ein Team aus Ärzten, Ernährungswissenschaftlern, Sporttherapeuten und Psychologen berät die Teilnehmenden in Lebensstil-Fragen.

In der Ernährungsberatung finden praktische Einheiten wie Kochkurse oder ein Einkaufstraining statt; darüber hinaus erhalten sie konkrete Handlungsempfehlungen für ihren Alltag und werden zu ihrer persönlichen Belastungssituation befragt.

CARE for CAYA wird im Rahmen des Innovationsfonds vom Gemeinsamen Bundesausschuss mit 3,1 Millionen Euro gefördert.

Weitere Informationen sowie eine Liste aller beteiligten Kliniken im Internet unter www.careforcaya.de

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com









Über Google: Medizin am Abend Berlin  
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.



Avin Hell
Hubertus Wald Tumorzentrum – Universitäres Cancer Center Hamburg (UCCH)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Martinistr. 52
20246 Hamburg
Telefon: 040 7410-57835
a.hell@uke.de

Saskia Lemm Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Martinistr. 52
20246 Hamburg
Deutschland
Hamburg


Saskia Lemm
Telefon: (040) 7410 56061
E-Mail-Adresse: s.lemm@uke.de

Notaufnahme - Zentrale Rettungsstelle // Sicheres Silvester – Verwenden Sie nur geprüftes Feuerwerk

Medizin am Abend Berlin Fazit: DIVI widerspricht KV-Studie: „Für Ärzte in den Notaufnahmen ist Zi-Paper ein Schlag ins Gesicht“

Das  veröffentlichte Papier des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zur Situation in den Kliniknotaufnahmen löst unter Fachleuten starken Widerspruch aus. 

„Das Papier bildet die Realität in den Notaufnahmen nicht ab“, kritisiert Professor André Gries, Ärztlicher Leiter der zentralen Notaufnahme am Uniklinikum Leipzig. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Diagnosedaten im Krankenhaus  

Medizin am Abend Berlin ZusatzThema: Cannabis - Werbung  

„Dafür ist die verwendete Methodik völlig unzureichend“, warnt der Experte von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). 

Prof. Dr. André Gries
Prof. Dr. André Gries 

Medizin am Abend Berlin ZusatzThema: Umfrage  

 
„Notaufnahmen leisten unverzichtbare Arbeit zum Wohl der Patienten. 

Die Qualität geht regelmäßig über das hinaus, was die Notfallversorgung der niedergelassenen Ärzte leisten kann“, betont Professor Stefan Schwab, Präsident der DIVI.

In dem Papier behaupten die Zi-Autoren, dass in den Notaufnahmen an deutschen Krankenhäusern im Schnitt nur 1,7 Patienten pro Stunde behandelt würden – ein im internationalen Vergleich niedriger Wert.

Sie werteten dafür allerdings nur jene Fälle aus, die die Krankenhäuser als ambulante Fälle bei den Kassenärztlichen Vereinigungen abgerechnet haben.

„Eine wissenschaftlich belastbare Studie ist das nicht“, erklärt Gries. 
  • Patienten, die privat versichert oder Selbstzahler sind, fließen hier ebenso wenig ein wie jene, deren Notfallbehandlung die Berufsgenossenschaften tragen, beispielsweise nach einem Arbeitsunfall.  
  • „Außerdem kann ein Krankenhaus für jeden gesetzlich Versicherten nur einmal pro Quartal die Notfallpauschale abrechnen, selbst wenn er in dieser Zeit mehrfach die Notaufnahme aufsuchen muss“, erläutert der Experte. 
  • In dem Papier gar nicht berücksichtigt sind die behandelten und dann stationär aufgenommenen Fälle der Notaufnahme. „So entsteht in dem Zi-Papier ein völlig verzerrtes Bild von der Auslastung der Notaufnahmen.“

Notaufnahmen behandeln teils mehr als 30 schwer kranke und verletzte Patienten

Die im Auftrag der Kassenärzte erstellte Auswertung zählt zudem nur die Neuaufnahmen. 

„Diese Betrachtung spiegelt jedoch nicht den Aufwand wider, den ein Patient benötigt“, so Gries.

Viele Patienten müssen aufwendig diagnostiziert und behandelt werden und verlassen die Notaufnahme erst Stunden nach ihrer Aufnahme. 

„In unserer Notaufnahme zählen wir bis zu 9,5 Neuaufnahmen pro Stunde“, erläutert Gries, „zusammen mit den Patienten, die bereits da sind, bedeutet das, dass wir mitunter mehr als 30 teils schwer kranke Patienten parallel betreuen.“ 

Der Experte schlussfolgert: „Der Artikel verhöhnt das Personal in den Notaufnahmen, das oft am Limit arbeitet, um die vielen Patienten bestmöglich zu betreuen.“ Für viele Ärzte sei das Zi-Paper wie ein Schlag ins Gesicht.


Kritik übt der Fachmann auch an dem Vergleich mit der Situation in anderen Ländern. „Die Zahlen des Zi sind nicht mit Statistiken aus den USA oder Großbritannien vergleichbar“, so Gries. Dort existieren Register, die alle Patienten direkt bei der Ankunft in der Notaufnahme zählen, während sie in Deutschland nachträglich aus dafür nicht geschaffenen Abrechnungsstatistiken ermittelt würden. „Die DIVI fordert deshalb schon länger die verpflichtende Erfassung belastbarer Kennzahlen in den Notaufnahmen“, betont Gries. Hinzu komme, dass die Notfallversorgung in diesen Ländern anders strukturiert und organisiert sei als in Deutschland.

So zählt die Notaufnahmestatistik in Großbritannien auch Besuche in sogenannten „walk-in centres“, Akutpraxen an Krankenhäusern, die kleinere Notfälle wie Insektenstiche, Heuschnupfenanfälle und Durchfälle versorgen.

Notaufnahmen fangen die unzureichende ambulante Versorgung auf

In Deutschland hingegen werden die Notaufnahmen häufig auch in Anspruch genommen, weil die Notfallversorgung durch die Kassenärzte nicht ausreicht.

„Wir wissen aus zahlreichen Studien, dass in den Notaufnahmen Patienten ambulant behandelt werden, die von niedergelassenen Kollegen zugewiesen werden, weil deren Abklärungsmöglichkeiten nicht ausreichen“, sagt Gries. 

Neben zahlreichen schwer kranken oder verletzten Patienten, die mit dem Rettungs- und Notarztdienst kommen, benötigen ungefähr 70 Prozent der ambulanten Patienten in einer Notaufnahme tatsächlich die apparative und diagnostische Ausstattung des Krankenhauses. 

„Wir sehen, dass die sogenannte ambulante Notfallversorgung durch die Kassenärzte nicht ausreichend sichergestellt wird. Außerhalb der Sprechstundenzeiten sind die Notdienste der Kassenärztlichen Vereinigungen nicht ausreichend. Und selbst innerhalb der Sprechstundenzeiten kommen zahlreiche Patienten ambulant in die Notaufnahmen.“

In ihrer Auswertung kommen die Zi-Autoren zu dem Schluss, dass Patienten, die in selten besuchten Notaufnahmen behandelt werden, ein größeres Risiko haben, bald zu sterben, als nach einer Behandlung in gut ausgelasteten Einrichtungen. „Das ist aber schon lange bekannt“, betont Gries. „Deshalb arbeitet der Gemeinsame Bundesausschuss aktuell an einer Neustrukturierung der Krankenhauslandschaft.“ Diskutiert werden dabei auch Vorgaben für die Kliniknotfallversorgung, beispielsweise die Abstufung nach Krankenhäusern, die leichte, mittlere und schwere Notfälle versorgen können. Die Idee: die Etablierung eines zentralen Notfallzentrums pro Krankenhaus statt vieler Einzelnotaufnahmen. „Diesen Ansatz unterstützen wir Notfallmediziner“, sagt der DIVI-Fachmann.

DIVI fordert bundesweite Einführung der Zusatzweiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin

Dabei müsse jedoch darauf geachtet werden, dass erfahrene Notfallmediziner solche Notfallzentren besetzen.

  • In Deutschland werden häufig Ärzte aus anderen Abteilungen in die Notaufnahmen abgeordnet. 

„Das übersehen die Autoren des Zi-Papiers, wenn sie die Situation beispielsweise mit den USA vergleichen.

Dort und in vielen anderen Ländern arbeiten in den Notaufnahmen Fachärzte für Notfallmedizin, in Deutschland ist eine entsprechende Zusatzqualifikation bisher nicht umfassend umgesetzt.“

Deswegen fordert die DIVI insbesondere für das Leitungspersonal der Notaufnahmen seit Jahren die bundesweite Einführung der Zusatzweiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin. „Das Konzept steht, der Antrag liegt den Landesärztekammern vor, wir hoffen auf eine baldige Umsetzung“, so Gries.


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com









Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Volker Parvu
Geschäftsführer der DIVI

info@divi.de
Tel +49 (0)30 40 0 056 07

presse@divi.de
Tel +49 (0)89 230 69 60 21

www.divi.de/presse

Torben Brinkema Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V.
Luisenstr. 45
10117 Berlin
Deutschland
Berlin

Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI)

Die 1977 gegründete Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI) ist ein weltweit einzigartiger Zusammenschluss von mehr als 2.000 Anästhesisten, Neurologen, Chirurgen, Internisten, Kinder- und Jugendmedizinern sowie Fachkrankenpflegern und entsprechenden Fachgesellschaften.
Ihre fächer- und berufsübergreifende Zusammenarbeit und ihr Wissensaustausch machen im Alltag den Erfolg der Intensiv- und Notfallmedizin aus. Insgesamt bündelt die DIVI das Engagement von mehr als 30 Fachgesellschaften und persönlichen Mitgliedern.





Medizin am Abend Berlin ZusatzThema: Sicheres Silvester – Verwenden Sie nur geprüftes Feuerwerk

 www.bam.de/silvester

Am letzten Tag des Jahres werden wieder Millionen von Feuerwerkskörpern gezündet. 

Bei nicht ordnungsgemäßer Verwendung, können diese zu Personen- und Sachschäden führen.

Funktion eines unsachgemäß angezündeten und nicht-zugelassenen Blitzknallkörpers in einer künstlichen Hand. (Foto: BAM)
 Funktion eines unsachgemäß angezündeten und nicht-zugelassenen Blitzknallkörpers in einer künstlichen Hand. (Foto: BAM) Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
 
Bevor Raketen, Knallkörper oder Verbundfeuerwerke auf den europäischen und damit auch deutschen Markt dürfen, müssen sie auf ihre Sicherheit hin geprüft werden. Geprüftes Feuerwerk ist mit einer Registriernummer und dem CE-Zeichen in Verbindung mit der Kennnummer der Prüfstelle gekennzeichnet. Prüfende Stellen sind neutrale, unabhängige Organisationen, die der EU-Kommission von den jeweiligen Mitgliedstaaten benannt werden. Derzeit gibt es neben der BAM 12 benannte Stellen in Europa die Feuerwerk gemäß der Richtlinie pyrotechnische Gegenstände [2013/29/EU] prüfen.

Neben den EU-Regeln gibt es länderspezifische Regelungen für die Verwendung von Feuerwerk.  

Beispielsweise dürfen in Deutschland Feuerwerksprodukte der Kategorie F2, zu denen auch Silvesterraketen, Feuerwerksbatterien, Knaller oder auch Fontänen zählen, nur von Personen über 18 Jahren gekauft und verwendet werden.

  • Außerdem dürfen Raketen der Kategorie F2 mit mehr als 20 g Knallsatz nur von Personen mit einer speziellen Erlaubnis oder einem Befähigungsschein erworben und gezündet werden.

„Wir raten Verbrauchern, nur geprüfte Feuerwerkskörper zu kaufen und vor dem Gebrauch die Gebrauchsanleitung gründlich zu lesen“, sagt Dr. Christian Lohrer, Pyrotechnikexperte bei der BAM.  

„Insbesondere sollte man darauf achten, die empfohlenen Sicherheitsabstände einzuhalten und Knaller nicht aus der Hand zünden.“

Neben den zugelassenen Feuerwerksartikeln gelangen jedoch nach wie vor auch illegale Pyrotechnikartikel nach Deutschland. 

Vor dem Gebrauch dieses oftmals gefährlichen Feuerwerks warnt die BAM ausdrücklich. 

„Illegale Knallkörper enthalten oft eine Mischung explosionsgefährlicher Substanzen, deren Auswirkungen unberechenbar sind“, so Heidrun Fink, Prüfleiterin bei der BAM im Bereich Explosivstoffe. 

„Sie können schwere Verletzungen oder auch die Abtrennung von Gliedmaßen verursachen.“

Die BAM rät Verbrauchern beim Kauf von Feuerwerk darauf zu achten, dass die Registriernummer und das CE-Zeichen in Verbindung mit der Kennnummer der Prüfstelle sowie eine deutsche Gebrauchsanleitung vorliegen.

Informationen, Fotos und Video auf www.bam.de 

Mehr Informationen zum Thema Feuerwerk und deren sichere Handhabung finden Sie auf unserer Website  

www.bam.de/silvester


Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
Venio Quinque, M.A., LL.M./LL.B.
T: + 49 30 8104-1002
presse@bam.de
www.bam.de



Unter den Eichen 87
12205 Berlin
Deutschland
Berlin
E-Mail-Adresse: info@bam.de

M.A., LL.M./LL.B. Venio Quinque
Telefon: + 49 30 8104-1002
Fax: + 49 30 8104-71002
E-Mail-Adresse: venio.quinque@bam.de


Dr. Ulrike Rockland
Telefon: 030 / 8104 - 1002
Fax: 030 / 8104 - 2 - 1002
E-Mail-Adresse: presse@bam.de

Über die BAM
Die BAM gewährleistet Sicherheit in Technik und Chemie.
Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
Die BAM forscht, prüft und berät zum Schutz von Mensch, Umwelt und Sachgütern. Im Fokus aller Tätigkeiten in der Materialwissenschaft, der Werkstofftechnik und der Chemie steht dabei die technische Sicherheit von Produkten und Prozessen. Dazu werden Substanzen, Werkstoffe, Bauteile, Komponenten und Anlagen sowie natürliche und technische Systeme von volkswirtschaftlicher Dimension und gesellschaftlicher Relevanz erforscht und auf sicheren Umgang oder Betrieb geprüft und bewertet. Die BAM entwickelt und validiert Analyseverfahren und Bewertungsmethoden, Modelle und erforderliche Standards und erbringt wissenschaftsbasierte Dienstleistungen für die deutsche Wirtschaft im europäischen und internationalen Rahmen.

Sicherheit macht Märkte.
Die BAM setzt und vertritt für Deutschland und seine globalen Märkte hohe Standards für Sicherheit in Technik und Chemie zur Weiterentwicklung der erfolgreichen deutschen Qualitätskultur „Made in Germany“.




Died Migräne - Die Sehstörungen - Migräne-Aura

Medizin am Abend Berlin Fazit: Hirnaktivitäten bei durch Migräne ausgelösten Sehstörungen

Migräne ist eine häufige an den Kräften zehrende Erkrankung, die von wiederkehrenden heftigen Kopfschmerzepisoden geprägt ist. 

Etwa 10 Prozent der Gesamtbevölkerung leidet an Migräneattacken und ein Drittel davon erlebt dabei die sogenannte Migräne-Aura. 
 
Diese äußert sich beispielsweise durch Sehstörungen, die unterschiedlicher Natur sein können – von der Wahrnehmung von flimmernden Blitzen bis hin zu Gesichtsfeldausfällen. 

Die der Aura zugrundeliegenden Mechanismen sind aktuell nicht gut verstanden.

Da die Kernspintomographie (MRT) nicht nur die Beurteilung der Hirnanatomie, sondern auch der Hirnaktivität erlaubt, könnte diese Methode einen Zugang zu den neuronalen Mechanismen der visuellen Symptomen darstellen.

Aufgrund der unvorhersehbaren kurzlebigen Natur der Aura, ist es allerdings offenkundig sehr schwierig, systematische Studien bei Patienten während einer Aura durchzuführen.

Tatsächlich gab es bisher nur eine Untersuchung, in der die Aura in einem Patienten mit Hilfe von MRT-Scans detailliert wurde. Diese berichtete Signaländerungen im Gehirn, die in Übereinstimmung mit Aura-Eigenschaften waren. Dies wurde allerdings bislang weder wiederholt noch bestätigt. Daher gibt es viele unbeantwortete Fragen über die Pathophysiologie der Aura und ihrer Beziehung zur Migräne.

In einer internationalen Kooperation, deren Ergebnisse nun in einem der führenden neurowissenschaftlichen Journals, Annals of Neurology, publiziert wurden, haben Wissenschaftler des Dänischen Kopfschmerzzentrums, der Neurologie der Universität Kopenhagen und der Universitätsaugenklinik Magdeburg herausgefunden, dass verschiedene Aura-Symptome unterschiedliche Funktionsveränderungen im Gehirn widerspiegeln.

Mit funktioneller Kernspinresonanztomographie (fMRI) untersuchten sie fünf Patienten während Aura-Attacken.

Die Aura wurde dabei ausgelöst durch Inhalation von Luft mit reduziertem Sauerstoff, von atmosphärischer Luft oder durch Sport kombiniert mit Lichtstimulation. 

Sobald die Patienten das Auftreten und Fortschreiten von Sehstörungen berichteten, wurden sie sofort im Kernspintomographen untersucht. Dort wurden die Antworten der Sehrinde des Gehirns auf bewegte Schachbrettmuster gemessen.

Es zeigte sich, dass Patienten mit visuellen Aura-Symptomen wie Gesichtsfeldausfällen, erniedrigte Antworten der Sehrinde hatten, während Patienten, die beispielsweise Lichtblitze und Flimmern wahrnahmen, vergrößerte Antworten hatten. 
Betrafen die visuellen Symptome beide Gesichtsfeldhälften, so wurden die Änderungen der Aktivität der Sehrinde auch in beiden Hirnhälften beobachtet. 
Somit zeigten die Arbeitsgruppen dieses Kooperationsprojektes, dass unterschiedliche Aura-Symptome mit unterschiedlichen Antworten der Sehrinde zusammenhängen. 

Diese Studie stellt damit einen wichtigen Schritt zu einem besseren Verständnis der Migräne-Aura dar, mit mögli
chen Konsequenzen für eine effektive Behandlung.

Originalpublikation:
Heterogenous migraine aura symptoms correlate with visual cortex fMRI responses. Annals of Neurology (2017) 82:925-939 (DOI:10.1002/ana.25096)

Link: http://dx.doi.org/10.1002/ana.25096

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com
















Über Google: Medizin am Abend Berlin
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Prof. Dr. rer. nat. Michael Hoffmann
Sektion für klinische und experimentelle Sinnesphysiologie
Universitätsaugenklinik Magdeburg
Otto-von-Guericke-Universität
Tel. 49 (0)391 67 13585
E-Mail: michael.hoffmann@med.ovgu.de
http://www.med.uni-magdeburg.de/fme/kauge/vpl/vpl_hoffmann.html

Kornelia Suske Universitätsklinikum Magdeburg
Leipziger Straße 44
39120 Magdeburg
Deutschland
Sachsen-Anhalt

Telefon: 0391/67 15162
Fax: 0391/67 15159
E-Mail-Adresse: kornelia.suske@med.ovgu.de http://www.med.uni-magdeburg.de

 

Studienleiter Professor Ulf Landmesser von der Charité – Universitätsmedizin Berlin

Medizin am Abend Berlin Fazit: DZHK-Studie zur Schlaganfall-Prävention bei Hochrisiko-Patienten

Im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) startet die weltweit größte klinische Studie zur bestmöglichen Therapie bei Patienten mit Vorhofflimmern, die ein hohes Risiko für einen Schlaganfall und ein erhöhtes Blutungsrisiko haben. 

Dafür vergleicht die Studie CLOSURE-AF den Katheter-basierten Verschluss des linken Vorhofohres mit einer medikamentösen Blutgerinnungshemmung. 

Medizin am Abend BerlinZusatzFachLink: In medizinischen Notfällen übersetzen 

Weitere Informationen zur CLOSURE-AF-Studie sowie eine Übersicht aller teilnehmenden Studienzentren und Ansprechpartner finden Sie unter: https://closure-af.dzhk.de/


Studienleiter Professor Dr. med. Ulf Landmesser
Studienleiter Professor Dr. med. Ulf Landmesser Foto: Charité – Universitätsmedizin Berlin
 
  • Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. 
  • Sie betrifft vor allem ältere Menschen und ist die häufigste Ursache für einen Schlaganfall. 

Denn wenn die Vorhöfe flimmern, besteht die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden.

Über 90 Prozent der Blutgerinnsel entstehen im linken Herzohr, einer Ausstülpung am linken Vorhof des menschlichen Herzens. 

Von dort können die Gerinnsel in die Blutgefäße des Gehirns gelangen und einen Schlaganfall auslösen.

Patienten mit Vorhofflimmern erhalten deshalb Blutgerinnungshemmer, die das Risiko für einen Schlaganfall um 70 Prozent reduzieren. 

Dabei handelt es sich entweder um Vitamin-K-Antagonisten oder neue nicht-Vitamin-K-abhängige orale Antikoagulantien (NOAC). Beide Arzneimittelgruppen gehen jedoch mit einem erhöhten Risiko für schwere Blutungen einher. 20 bis 25 Prozent der Patienten mit Vorhofflimmern können NOACs deshalb nicht einnehmen.

Schlaganfallgefahr abschirmen

Als Alternative zu den Blutgerinnungshemmern wurde daher ein Verfahren entwickelt, bei dem das linke Vorhofohr mit einer Art Mini-Schirm verschlossen wird, sodass von dort aus keine Blutgerinnsel mehr in das Gehirn oder den Körper gelangen können.  

Medizin am Abend Berlin ZusatzThema: Rückschlagventile bei Infusionen  

Der Verschluss wird mithilfe eines Katheters platziert.

Die Patienten müssen nach dem Eingriff nur noch so lange Blutverdünner einnehmen, bis der Verschluss eingeheilt ist.

Aktuelle wissenschaftliche Daten aus zwei kleineren Studien zeigen, dass Schlaganfälle mit einem Verschluss des linken Herzohres wirksam verhindert werden können. Es fehlen jedoch fundierte Daten zum Nutzen dieser Methode bei Hochrisiko-Patienten mit einem hohen Blutungsrisiko und einem hohen Schlaganfallrisiko. „Gerade für diese Patientengruppe ist dieses Verfahren eine wichtige Alternative“, verdeutlicht Studienleiter Professor Ulf Landmesser von der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Denn bei einigen von ihnen ist das Blutungsrisiko so hoch, dass sie gar keine Blutgerinnungshemmer mehr einnehmen können. 

Die DZHK-Studie CLOSURE-AF vergleicht deshalb den Nutzen des Verschlusses des linken Herzohrs mit der jeweils bestmöglichen medikamentösen Therapie bei dieser Hochrisikogruppe.

CLOSURE-AF ist die weltweit größte Studie zu dieser Fragestellung, über 1.500 Patienten sollen in die Studie eingeschlossen werden, 17 DZHK-Zentren und 45 weitere Zentren in Deutschland beteiligen sich daran. Das Kompetenznetz Vorhofflimmern e. V. übernimmt das regulatorische Projektmanagement der Studie.

Beginnend ab dem ersten Quartal 2018 werden Patienten in einem Zeitraum von drei Jahren für die Studie rekrutiert, deren Gesamtlaufzeit voraussichtlich fünf Jahre betragen wird. 

Die Ergebnisse der CLOSURE-AF-Studie werden in die Leitlinien zur Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern und einem hohen Schlaganfall- und Blutungsrisiko einfließen.

Studientitel: Left atrial appendage closure in patients with atrial fibrillation at high risk of stroke and bleeding compared to medical therapy: a prospective randomized clinical trial (CLOSURE-AF)

Studienleiter: Professor Dr. med. Ulf Landmesser, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Direktor der Medizinischen Klinik für Kardiologie, Campus Benjamin Franklin, Ärztliche Centrumsleitung CC11 Herz-, Kreislauf- und Gefäßmedizin 


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com







































Über Google: Medizin am Abend Berlin
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.


Projektkoordinator: Dr. med. Johannes Jakob Hartung, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik für Kardiologie, Campus Benjamin Franklin, Klinisches Studienzentrum, closure-af@dzhk.de

Kontakt: Christine Vollgraf, , Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Tel.: 030 3465 529 02, presse@dzhk.de




Prof. Dr. Landmesser
Prof. Dr. Landmesser

Leiter der Klinischen Prüfung

Direktor der Medizinischen Klinik für KardiologieÄrztliche Leitung CharitéCentrum für Herz-, Kreislauf- und GefässmedizinCharité - Universitätsmedizin BerlinCampus Benjamin FranklinHindenburgdamm 30, 12203 BerlinE-Mail: ulf.landmesser(at)charite.deTelefon: +49 30 450 513 702Fax: +49 30 450 513 999


PD Dr. Eitel
PD Dr. Eitel

Co-Leiter der Klinischen Prüfung

Medizinische Klinik II, Universitäres Herzzentrum Lübeck
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck
E-Mail: ingo.eitel(at)uksh.de


PD Dr. Boldt
PD Dr. Boldt

Co-Leiter der Klinischen Prüfung

Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie Charité - Universitätsmedizin BerlinCampus Virchow KlinikumAugustenburger Platz 1, 13353 BerlinE-Mail: leif-hendrik.boldt(at)charite.de


Dr. Hartung
Dr. Hartung

Projektkoordinator



http://www.simparteam.de - Die Kreissal-Ambulanz: Schütteltrauma - bei Säuglingen und Kleinkindern

Medizin am Abend Berlin Fazit: Gefahr für Babys durch Schütteln wird unterschätzt - Neues „Bündnis gegen Schütteltrauma”

Wenn Eltern für einen kurzen Moment die Kontrolle verlieren und ihr schreiendes Baby schütteln, können sie ihm schwere Schäden zufügen, die zu körperlicher und geistiger Behinderung führen können. 

  • Zehn bis 30 Prozent der Kinder sterben sogar an den Folgen eines Schütteltraumas. 

Wie hoch der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung zum Schütteltrauma ist, zeigt eine aktuelle Repräsentativbefragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH). 

Das NZFH hat es sich zusammen mit dem „Bündnis gegen Schütteltrauma” zur Aufgabe gemacht, über die Folgen des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern aufzuklären – im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ). 
 
Wenn Eltern für einen kurzen Moment die Kontrolle verlieren und ihr schreiendes Baby schütteln, können sie ihm schwere Schäden zufügen, die zu körperlicher und geistiger Behinderung führen können. Zehn bis 30 Prozent der Kinder sterben sogar an den Folgen eines Schütteltraumas.

Wie hoch der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung zum Schütteltrauma ist, zeigt eine aktuelle Repräsentativbefragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH).  

Nur 79 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass man Babys niemals schütteln darf. 

24 Prozent der Befragten meinen irrtümlicherweise, dass Schütteln einem Baby nicht schade.

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen hat es sich zusammen mit dem „Bündnis gegen Schütteltrauma” zur Aufgabe gemacht, über die Folgen des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern aufzuklären – im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ).

„Leider kommt es immer wieder vor, dass Babys durch Schütteln schwer verletzt werden, manche sogar sterben.

Deshalb ist Aufklärung für Eltern notwendig. Sie müssen wissen, wo sie Hilfe bekommen, wenn sie sich überfordert fühlen“, erklärte Dr. Katarina Barley, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Eltern dürfen in schwierigen Situationen nicht alleine gelassen werden. Deshalb ist die Arbeit des „Bündnis gegen Schütteltrauma“ so wichtig. Ich danke allen Bündnispartnerinnen und -partnern für ihr Engagement.“

  • Das Wissen über frühkindliche Schreiphasen, die als Hauptauslöser für das Schütteln von Säuglingen gelten, ist in der Bevölkerung gering. 

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dem Träger des NZFH, berichtet:

„Zwei Drittel der Befragten ist nicht darüber informiert, dass es intensive Schreiphasen im Säuglingsalter geben kann.

18 Prozent der Befragten glauben sogar, dass Babys manchmal nur schreien, um zu ärgern.

Deshalb ist es wichtig, dass Eltern von Babys, die viel schreien, gut informiert sind und wissen, wo sie rechtzeitig Unterstützung finden können.“

23 Verbände, Vereine und Institutionen aus dem Gesundheitswesen, dem Kinderschutz und der Kinder- und Jugendhilfe haben sich dem „Bündnis gegen Schütteltrauma“ angeschlossen.

Durch neue Informationsmaterialien werden den Eltern Wege aufgezeigt, wie sie mit der Situation besser umgehen können.

Wichtige Anlaufstellen für Eltern, deren Baby viel schreit, sind die niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzte, Frühe Hilfen in den Kommunen sowie (Familien-)Hebammen.

Aber auch Wohlfahrtsverbände, Vereine und Kinderkliniken bieten spezielle Beratungsangebote für Säuglinge mit Regulationsproblemen.

Neue Informationsangebote:

Den Flyer und einen Aufklärungsfilm zum Schütteltrauma sowie Adressen von Beratungsstellen finden Sie unter: http://www.elternsein.info

Für die Repräsentativbefragung „Bekanntheit und Wissen zu Schütteltrauma und Babyschreien in Deutschland 2017“ wurden 1.009 Personen im Alter zwischen 16 und 49 Jahren im Mai 2017 befragt.

Ein Info-Blatt mit ausgewählten Ergebnissen und Hintergrundinformationen zum Schütteltrauma finden Sie hier:

http://www.fruehehilfen.de/presse-buendnis-gegen-schuetteltrauma oder

http://www.bzga.de/presse/daten-und-fakten/nationales-zentrum-fruehe-hilfen

Das Plakat gibt es auch zum Herunterladen unter:
http://www.bzga.de/presse/pressemotive/nationales-zentrum-fruehe-hilfen

„Bündnis gegen Schütteltrauma“
Folgende Verbände, Vereine und Institutionen sind Mitglieder im „Bündnis gegen Schütteltrauma“:

• Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ
• Berufsverband der Frauenärzte e. V.
• Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V.
• Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e. V.
• Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren e. V.
• Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e. V.
• Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V.
• Deutsche Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin e. V.
• Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V.
• Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e. V.
• Deutsche Liga für das Kind e. V.
• Deutscher Hebammenverband e. V.
• Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e. V.
• Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.
• Deutsches Rotes Kreuz e. V.
• Diakonisches Werk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern – Landesverband der Inneren Mission e. V.
• Frauenhauskoordinierung e. V.
• Georg-August-Universität Göttingen, Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
• Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit e. V.
• Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit Brandenburg
• Stiftung SeeYou Familienorientierte Nachsorge Hamburg
• Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e. V.
• Universitätsklinikum Heidelberg, Institut für Psychosoziale
Prävention

Träger des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut
e. V. Das NZFH wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Es unterstützt seit 2007 die Fachpraxis dabei, familiäre Belastungen und Ressourcen früher zu erkennen, bedarfsgerechte Angebote bereitzustellen und die Vernetzung der unterschiedlichen Berufsgruppen zu fördern.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com









Über Google: Medizin am Abend Berlin
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Dr. Marita Völker-Albert Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Maarweg 149-161
50825 Köln
Deutschland
Nordrhein-Westfalen
E-Mail-Adresse: marita.voelker-albert@bzga.de


Telefon: 0221-8992280
Fax: 0221-8992201
E-Mail-Adresse: marita.voelker-albert@bzga.de

 


Angst vor Zahnbehandlungen auf dem Zahnarztstuhl?

Wissenschaftler des Uniklinikums Jena wiesen jetzt nach, das Maßnahmen wie Ablenkung, Entspannung und vor allem Hypnose gegen Angst vor Zahnbehandlungen helfen.
 Wissenschaftler des Uniklinikums Jena wiesen jetzt nach, das Maßnahmen wie Ablenkung, Entspannung und vor allem Hypnose gegen Angst vor Zahnbehandlungen helfen. Foto: M. Szabó/ UKJ

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com















Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

PD Dr. Jenny Rosendahl
Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Jena
Tel. 03641/ 935482
E-Mail: Jenny.Rosendahl@med.uni-jena.de 

Bachstraße 18
07743 Jena
Deutschland
Thüringen

Dr. Uta von der Gönna
Telefon: 03641/ 93 42 93
Fax: 03641/ 93 30 13
E-Mail-Adresse: pr-dekanat@med.uni-jena.de