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Therapie des Schwindels ist eine interdisziplinäre Herausforderung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Schwindel im Alter: Therapieerfolg dank sorgfältiger Anamnese

Mehr als jeder zehnte Patient sucht innerhalb eines Jahres einen Hausarzt aufgrund von Schwindelgefühlen auf. 

Bei den über 70-Jährigen klagt jeder dritte darüber und sogar jeder zweite Patient der über 80-Jährigen. 

Schwindel beeinträchtigt vor allem ältere Menschen in ihrer Lebensqualität und kann zu sozialem Rückzug führen. 

Auf der 88. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO KHC) diskutieren Experten die Bedeutung der ausführlichen Anamnese bei Schwindelgefühlen, für die im Arbeitsalltag oft zu wenig Zeit bleibt. Denn richtig diagnostiziert, lassen sie sich meist gut therapieren.  
Schwindelgefühle entstehen dann, wenn die an unserem Gleichgewichtssystem beteiligten Sinnesorgane – das Gleichgewichtsorgan des Ohres und die zuständigen Nervenbahnen im Gehirn, die Augen, sowie die Stellungsfühler der Muskulatur, Sehnen und Gelenke – widersprüchliche Informationen an das Gehirn senden. 
„Unsere Balance hängt also stark vom Funktionieren verschiedener Körpersysteme ab“, erklärt Privatdozent Dr. med. Stefan Volkenstein, Oberarzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde an der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie an der Ruhr-Universität Bochum im Vorfeld der 88. Jahrestagung der DGHNO KHC. „Schwindel ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom ganz unterschiedlicher Erkrankungen. Diese beeinträchtigen die Körpersysteme, die für unser Gleichgewicht verantwortlich sind.

Zu den Ursachen zählen beispielsweise Erkrankungen im Innenohr, dem Sitz des Gleichgewichtsorgans, Störungen des Gleichgewichtszentrums im Gehirn, psychische Leiden, aber beispielsweise auch Abnutzungserscheinungen der Halswirbelsäule im Alter.

Diese wirken sich auf die Gefäße und Nervenbahnen aus, die für das Gleichgewicht eine Rolle spielen. „Die Therapie des Schwindels ist daher eine interdisziplinäre Herausforderung“, erklärt der Experte. „Die Krankheitsbilder fallen hauptsächlich in den Bereich der HNO-Heilkunde, Neurologie und der Inneren sowie Allgemeinmedizin.“ So vielfältig wie die Ursachen, sind auch die Formen und die Dauer der Schwindelgefühle.
  • Häufig werden Schwindelgefühle und Gangunsicherheit bei älteren Patienten aber als hinzunehmende Begleiterscheinung des Alters abgetan. 
Eine große Kohorten-Studie in Deutschland hat Schwindel kürzlich als einen der Faktoren identifiziert, der die Lebensqualität älterer Menschen stark beeinträchtigt und sie beispielsweise davon abhält, an sozialen Aktivitäten teilzunehmen.

„Schwindelgefühle müssen auch deshalb unbedingt ernst genommen und richtig diagnostiziert werden“, so der Experte. 
  • Zu den häufigsten Ursachen für Schwindel bei älteren Patienten gehören sensorische Defizite, wie beispielsweise ruckelndes Sehen bei der sogenannte bilateralen Vestibulopathie, einer beidseitigen Schädigung des Gleichgewichtsorgans, zudem zentraler Schwindel und gutartiger Lagerungsschwindel. 
  • Bei zentralem Schwindel liegt der Ursprung für die Störung des Gleichgewichtssinns im Gehirn – Tumoren des Hirnstamms oder Multiple Sklerose können beispielsweise der Grund sein. 
  • Die Ursache des sogenannten gutartigen Lagerungsschwindels liegt an fehlplatzierten Kristallen im Innenohr und tritt bei Veränderungen der Kopflage auf.

„Der Schlüssel zur richtigen Diagnose muss bei allen Patienten mit Schwindelsymptomen eine ausführliche Anamnese des Patienten durch den Arzt, sein“, betont Priv.-Doz. Dr. Volkenstein.

In diesem Gespräch werden Art, Dauer und Auftreten der Symptomatik systematisch erfasst, ebenso bestehende Erkrankungen des Patienten und mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten. 
  • Der Arzt erhebt dann eine klinische Verdachtsdiagnose, die in vielen Fällen vor allem durch HNO-ärztliche und neurologische Untersuchungsmethoden und bildgebende Verfahren abgesichert wird. 
„Richtig diagnostizierte Schwindelsyndrome haben eine gute Prognose und können häufig mit Medikamenten oder auch einem Schwindeltraining zur Sturzprophylaxe behandelt werden.“

Auf der Konferenz am 23. Mai anlässlich der 88. Jahresversammlung der DGHNO KHC spricht der Experte Priv.-Doz. Dr. Volkenstein über die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit für eine optimale Versorgung älterer Menschen, die unter Schwindel leiden und auch über operative Therapieverfahren.

Diese kommen selten zum Einsatz, stellen aber für betroffene Patienten oft die einzig verbleibende Option dar, wenn alternative Therapieverfahren ausgeschöpft sind.

Die Altersmedizin in der HNO-Heilkunde steht auch im Fokus der dieser Jahresversammlung der Fachgesellschaft neben den Kernthemen Schwindel (bei Patienten aller Altersgruppen) und Hören einschließlich Tinnitus.

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Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde,
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Alkoholspiegel: Das Risiko für Herzrhythmusstörungen - Holiday Heart Syndrome"

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wiesn-Studie: Alkoholkonsum beeinflusst das Auftreten von Herzrhythmusstörungen

An Besuchern des Münchner Oktoberfests konnten Forscher des Klinikums der Universität München und des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislaufforschung e.V. (DZHK) zeigen, dass mit höherem Alkoholspiegel das Risiko für Herzrhythmusstörungen ansteigt. 

Die Studie, die ganz aktuell in der Zeitschrift European Heart Journal veröffentlicht wurde, untersucht erstmals einen Zusammenhang zwischen akutem Alkoholkonsum und Herzrhythmusstörungen prospektiv, d.h. während bzw. unmittelbar nach dem Alkoholkonsum, an einer großen Anzahl von Probanden.  
  • Die Ergebnisse sind deshalb von besonderer Bedeutung, da Mediziner seit langem vermuten, dass durch Alkohol ausgelöste Herzrhythmusstörungen unter Umständen zu Vorhofflimmern führen können. 
Besteht Vorhofflimmern über einen längeren Zeitraum, können Schlaganfälle oder eine Herzschwäche die Folge sein. 

Dieser vermutete Zusammenhang zwischen dem Genuss großer Alkoholmengen über einen kurzen Zeitraum und dem Auftreten von Herzrhythmusstörungen bei sonst eigentlich Herzgesunden wird als "Holiday Heart Syndrome" bezeichnet, wurde jedoch bislang nur in kleinen Studien und nicht prospektiv nachgewiesen.

Unter der Führung der Wissenschaftler PD Dr. med. Stefan Brunner und PD Dr. med. Moritz Sinner, beide aus der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Klinikums der Universität München, konnten im Jahr 2015 an allen 16 Festtagen auf dem Münchener Oktoberfest 3028 freiwillige Teilnehmer untersucht werden. Dabei hatten die Teilnehmer unterschiedliche Mengen an Alkohol konsumiert. Die Alkoholspiegel reichten dementsprechend von 0 bis 3,0 Promille (0-3,0 g/kg), der laut Studienprotokoll für die Teilnahme maximal erlaubten Alkoholmenge.

Das Alter der Teilnehmer lag im Mittel bei 35 Jahren, 30 Prozent der Teilnehmer waren Frauen. Die Forscher registrierten Elektrokardiogramme (EKGs) mit einem tragbaren, Smartphone-basierten System, um den Herzrhythmus zu analysieren. Der Alkoholspiegel wurde mit einem Atemalkoholmessgerät erfasst.

Bei der Durchführung des Projektes wurden die Autoren durch die Stiftung für Biomedizinische Alkoholforschung, das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislaufforschung e.V. (DZHK) und die Europäische Kommission unterstützt.

Die Häufigkeit der Herzrhythmusstörungen in der Allgemeinbevölkerung liegt bei ca. 1 bis 4 Prozent. 

In ihrer Studie fanden die Forscher Herzrhythmusstörungen bei 30,5 Prozent der Teilnehmer.

In 25,9 Prozent der Fälle lag dabei eine sogenannte Sinustachykardie vor, bei der das Herz schneller als normal schlägt. 
  • Die Atemalkoholkonzentration war dabei signifikant mit einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen in Verbindung zu bringen: pro zusätzlichem Gramm pro Kilogramm Alkohol erhöhte sich das Risiko für Herzrhythmusstörungen um 75 Prozent.
  • Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und beschleunigter Herzfrequenz auch in anderer Studie belegt:
Die Forscher untersuchten zusätzlich den Einfluss von gewohnheitsmäßigem, chronischen Alkoholkonsum bei 4131 Teilnehmern der sogenannten KORA S4 Studie (Kooperative Gesundheitsforschung im Raum Augsburg), einer Untersuchung in der Allgemeinbevölkerung. "Diese Teilnehmer entsprechen der typischen Allgemeinbevölkerung. Die Allermeisten waren bei der Untersuchung gesund und allenfalls wenige waren schwere Trinker. Für diese Studie quantifizierten wir die mittlere konsumierte Alkoholmenge in Gramm pro Tag", erklärt Dr. Sinner.

In der KORA Studie wiesen nur 2,7 Prozent der Teilnehmer Herzrhythmusstörungen auf, wobei 0,4 Prozent eine Sinustachykardie hatten. Es bestand dennoch auch hier eine geringe, jedoch signifikante Assoziation zwischen der täglichen Alkoholmenge und Sinustachykardie. Die Wahrscheinlichkeit hierfür erhöhte sich um drei Prozent pro zusätzlichem Gramm Alkohol pro Tag. "Wir bestätigten den Zusammenhang zwischen Sinustachykardie und chronischem Alkoholkonsum in der KORA Studie. Zwar war der Effekt deutlich schwächer verglichen mit dem Einfluss von akutem Alkoholkonsum, dennoch konnten wir unsere Hauptergebnisse auf dem Oktoberfest bestätigen", ergänzt Dr. Sinner.

"Der Ausgangspunkt unserer Untersuchungen waren die nicht ausreichend schlüssigen Berichte über das ‚Holiday Heart Syndrom‘, das durch akuten Alkoholkonsum ausgelöste Vorhofflimmern. In unserer Studie konnten wir zwar nicht unmittelbar nachweisen, dass es aufgrund von akutem Alkoholkonsum sofort zu Vorhofflimmern kommt. Jedoch fanden wir eine sehr starke und robuste Assoziation mit zwischen Alkohol und Herzrhythmusstörungen, die als Vorstufe von Vorhofflimmern angesehen werden können", geben die Autoren an.

Insbesondere zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Veränderungen in den atemabhängigen Schwankungen der Herzrate, der sogenannten respiratorischen Sinusarrhythmie. 
  • Die respiratorische Sinusarrhythmie spiegelt ein Ungleichgewicht in der autonomen Nervenversorgung des Herzens wider – also im unbewussten Kontrollsystem, welches die Körperfunktionen wie Herzschlag oder Atmung kontrolliert. 
 "Es ist bekannt, dass Vorhofflimmern auftreten kann, wenn Patienten eine durch ein autonomes Ungleichgewicht ausgelöste Sinustachykardie entwickeln", sagt Dr. Sinner.
 „Unsere Studie konnte das ‚Holiday Heart Syndrom‘ nicht prospektiv beweisen, aber sie wird Klinikern und Wissenschaftlern helfen, die Veränderungen im Kreislauf besser einzuordnen.

Außerdem haben wir die Voraussetzungen für weitere Forschung auf diesem Gebiet geschaffen. Hierzu sind bereits mehrere Nachfolgestudien in Arbeit.“ "Insbesondere sollen so die autonome Imbalance durch akute Alkoholexposition besser quantifiziert und herausgefunden werden, ob Vorhofflimmern und andere längerdauernde Herzrhythmusstörungen im Verlauf nach akutem Alkoholkonsum auftreten", fügt Dr. Brunner hinzu.

Die Forscher hegen den Verdacht, dass die auf dem Oktoberfest erfassten Herzrhythmusstörungen oftmals nur zeitlich begrenzt waren und diese zu einem Ende kamen, wenn die Teilnehmer wieder nüchtern wurden. 

Sicher ist dies jedoch nicht, da die EKGs nur einmalig registriert wurden. 

Sollten Teilnehmer bereits eine zugrundeliegende Herzerkrankung aufweisen, könnte die durch den Alkohol ausgelöste Herzrhythmusstörung auch fortdauern. 

"Um diese Fragen endgültig beantworten zu können, werden wir weitere Forschungsergebnisse mit längerer Erfassung des EKGs nach Alkoholkonsum benötigen", fassen die Autoren zusammen.

Originalpublikation:

Alcohol consumption, sinus tachycardia, and cardiac arrhythmias at the Munich Octoberfest: results from the Munich Beer Related Electrocardiogram Workup Study, by Stefan Brunner et al. European Heart Journal
doi: 10.1093/eurheartj/ehx156

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PD Dr. med. Moritz Sinner, MPH
Medizinische Klinik und Poliklinik I
Klinikum der Universität München (LMU)
Campus Großhadern
Tel: 089/4400-76159
E-Mail: Moritz.Sinner@med.uni-muenchen.de

PD Dr. med. Stefan Brunner
Medizinische Klinik und Poliklinik I
Klinikum der Universität München (LMU)
Campus Innenstadt
Tel: 089/4400-52305
E-Mail: Stefan.Brunner@med.uni-muenchen.de
Philipp Kressirer Klinikum der Universität München

Pettenkoferstraße 8a
80336 München
Deutschland
Bayern 


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Mütter - Babypause

Medizin am Abend Berlin Fazit: Studie zu den Auswirkungen der Ganztagsschule: 

  • Mütter arbeiten nicht länger

Seit 14 Jahren wird das Angebot an Ganztagsschulen ausgebaut. 

Vor allem Westdeutschland hatte großen Nachholbedarf, mittlerweile wird hier knapp jeder dritte Grundschüler bis in den Nachmittag betreut. 

Folglich könnten eigentlich mehr Mütter berufstätig sein. 

Sie sind es nicht, zeigt eine Untersuchung* der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Marie Paul von der Universität Duisburg-Essen (UDE) und Fabian Dehos vom RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. 
 https://www.uni-due.de/imperia/md/images/samples/2011/bilderpressemitteilungen/paul_marie_2011b.jpg
 *Paul, Marie ; Dehos, Fabian: The Effects of After-school Programs on Maternal Employment, Ruhr Economic Paper Nr. 686, 4/2017.
  • Die schlechten Noten beim Pisa-Test hatten es ins Rollen gebracht: Die rot-grüne Bundesregierung investierte ab 2003 massiv in Ganztagsplätze. Sie fehlten vor allem im Westen, wo bis heute auch weniger Mütter Vollzeit arbeiten.
  • Statistisch gesehen sind mittlerweile zwar mehr Mütter berufstätig (durchschnittlich 25 Stunden). 
  • „Doch wir zeigen in unserer Studie, dass das nicht auf den Ausbau von Ganztagsgrundschulen zurückgeht“, betont Professorin Paul. 
Sie und ihr Kollege haben hierfür Daten des Sozioökonomischen Panels und des Mikrozensus verwertet. „Wer seine Kinder nachmittags in der Schule versorgt weiß, sucht sich nicht deswegen einen Job oder stockt seine Stunden auf. Außerdem sind viele Frauen nicht zwingend auf die Ganztagsschule angewiesen, obwohl sie arbeiten. Sie würden die Betreuung auch so irgendwie organisiert bekommen.“

Ganz anders sieht es beim Ausbau von Kitaplätzen aus, sagen die Autoren.

  • Er hat tatsächlich mehr Mütter nach der Babypause in den Job zurückgebracht. 

Begehrt sind die Ganztagsschulen in jedem Fall.

„Denn es gibt eine umfangreiche Betreuung für relativ wenig Geld; Eltern haben durch sie mehr Freiraum, und Beruf und Familie lassen sich vermutlich stressfreier vereinbaren“, so Paul.

Fazit der Studie: Ganztagsgrundschulen sind beliebt. Aber sie sorgen nicht dafür, dass mehr Frauen voll erwerbstätig sind. 

So wie Marie Paul, die ebenfalls Mutter ist.

Die 38-jährige Juniorprofessorin und ihr Mann arbeiten Vollzeit, während die beiden Söhne (vier Jahre und acht Monate) in der Kita oder zu Hause bei der Kinderfrau bleiben.

*Paul, Marie ; Dehos, Fabian: The Effects of After-school Programs on Maternal Employment, Ruhr Economic Paper Nr. 686, 4/2017.
http://www.rwi-essen.de/publikationen/ruhr-economic-papers/851/

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Prof. Dr. Marie Paul
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Tel. 0203/379-4788
marie.paul@uni-due.de


Forsthausweg 2
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Nordrhein-Westfalen

Zum 01. Mai 2017: Feierabend - Einladung zur Studie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Feierabend-Studie: Teilnehmer gesucht

Psychologinnen der Universität in Landau suchen Berufstätige für die Teilnahme an einer Studie zum Thema "Erholung am Feierabend. 
 
An der Universität Koblenz-Landau wird ab Ende April unter Berufstätigen eine Studie zum Feierabend durchgeführt. Dabei geht es um die Frage, wie Arbeitnehmer sich während des Feierabends erholen.

Für die Studie werden berufstätige Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachInfo: Kinder + Eltern 

Die Online-Studie erstreckt sich über einen Zeitraum von zwei Arbeitswochen (zehn Tage).

In dieser Zeit erhalten die Teilnehmer dreimal täglich per SMS oder E-Mail einen Link zu einer Mini-Befragung.

Das Ausfüllen der Befragungen dauert lediglich drei bis fünf Minuten und ist gut in den Alltag integrierbar.

In den Mini-Befragungen sollen die Teilnehmer Fragen zu ihrem Arbeitstag und ihrem Feierabend beantworten.

Die Studie wird von den Psychologinnen Dr. Dorota Reis, Charlotte Arndt und Dunja Höneß geleitet.

Nähere Informationen zur Studie, zum Datenschutz sowie das Anmeldeformular gibt es online unter

http://www.forschung-landau.de

Unter den Teilnehmern werden Gutscheine in unterschiedlicher Höhe verlost.

  • Auf Wunsch erhalten die Teilnehmer eine individuelle Rückmeldung der eigenen Ergebnisse. 

Bei Rückfragen steht Dr. Dorota Reis per E-Mail unter reis@uni-landau.de zur Verfügung. 

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Bernd Hegen Universität Koblenz-Landau
Rhabanusstraße 3
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Telefon: 06131/37460-34
Fax: 06131/37460-40
E-Mail-Adresse: hegen@uni-koblenz-landau.de


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Kinder in den Kindergarten

Medizin am Abend Berlin Fazit: Gebührenfreie Kita: Was kostet das die öffentliche Hand? DJI/TU Dortmund geben Schätzung ab

In der politischen Öffentlichkeit wird derzeit die Abschaffung der Kita-Gebühren diskutiert. 

Nach aktuellen Berechnungen wurden 2015 von den Eltern schätzungsweise 3,8 Milliarden EUR für die Nutzung von Kitas und Kindertagespflege ausgegeben. 

Zusätzlich wenden die Bundesländer für Beitragsbefreiungen mehr als 550 Millionen EUR im Jahr auf. 

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Berechnung, die vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund erstellt wurde. 

„Bei dem Thema Befreiung von Kita-Gebühren ist es wichtig, auch über eine seriöse Datengrundlage zu verfügen, damit eine realistische Folgenabschätzung möglich wird“, so der Direktor des Deutschen Jugendinstituts, Prof. Dr. Thomas Rauschenbach.  
  • In Deutschland existieren keine einheitlichen Kriterien und Verfahren bei der Erhebung der Kita-Gebühren. 
Dies bedeutet, dass Länder, Kommunen, Städte und einzelne Kitas – je nach landesrechtlicher Regelung – festlegen, wie hoch der Elternbeitrag für die Nutzung einer Kita ist. 

  • In Düsseldorf können Eltern von Kindern zwischen drei Jahren bis zum Schuleintritt beispielsweise ihre Kinder umsonst in die Kita schicken; in anderen Bundesländern wie Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sind Kinder ab einem bestimmten Alter oder Betreuungsumfang von Gebühren befreit.

Die geschätzte Gesamtsumme von über 4,4 Mrd. Euro, die von Eltern und Ländern 2015 insgesamt gezahlt wurde, setzt sich zusammen aus:
• 1,36 Mrd. Euro Elternbeiträgen bei öffentlichen Trägern;
• 2,47 Mrd. Euro Elternbeiträgen bei freien Trägern und
• 0,55 Mrd. Euro Landeszuschüssen.

„Ich gehe davon aus, dass die Elternbeiträge in der Summe seit 2015 weiter gestiegen sind, inzwischen also schon höher liegen als wir das mit amtlichen Daten abbilden können“, vermutet Prof. Dr. Thomas Rauschenbach. 

So seien in einigen Ländern und Kommunen die Kita-Gebühren erhöht worden. 
  • Außerdem sei die Zahl der betreuten Kinder durch die Bevölkerungsentwicklung, insbesondere auch durch den Geburtenanstieg und die Zuwanderung von geflüchteten Kindern, wieder gestiegen. 
Hinzu komme, dass immer mehr Eltern von unter Dreijährigen ihre Kinder in einer Kita betreuen lassen möchten – Tendenz steigend. 2016 wünschten sich schon 46 Prozent der Eltern einen Platz für ihre Kleinkinder.

Literatur
Christiane Meiner-Teubner (2017): Gebührenfreie Kita – was kostet das? Eine Abschätzung zur Höhe der gezahlten Elternbeiträge. Dortmund/München

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Christiane Meiner-Teubner
Technische Universität Dortmund
Forschungsverbund DJI/TU Dortmund
Tel. 0231 755-8188
christiane.meiner@tu-dortmund.de

Dr. Felicitas von Aretin
Deutsches Jugendinstitut
Abteilungsleitung
Medien und Kommunikation
Tel. 089 62306-258
aretin@dji.de

Susanne John Deutsches Jugendinstitut e.V.

Nockherstraße 2
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Brustkrebsüberlebende: Einladung zur Studie Achtsamkeit "Hier und Jetzt"

Medizin am Abend Berlin Fazit: Achtsamkeit hilft nach Brustkrebs – Studienteilnehmer gesucht

Im Rahmen einer Studie an der Universität Greifswald soll untersucht werden, wie sich Achtsamkeit auf Wohlbefinden und geistige Leistungsfähigkeit nach einer Brustkrebserkrankung auswirkt. 

Für diese Studie werden betroffene Frauen gesucht. 

Sie werden dabei vom kostenlosen Achtsamkeitstraining in der Gruppe profitieren. 
 
Etwa jede achte Frau in Deutschland erkrankt in ihrem Leben an Brustkrebs.
  • Jahre nach der einschneidenden Diagnose und Behandlung von Brustkrebs leiden viele Betroffene unter belastenden Symptomen wie einer andauernden Erschöpfung (Fatigue), depressiver Stimmung und Ängsten. 
  • Zusätzlich berichten Brustkrebsüberlebende, sich schlechter auf Aufgaben konzentrieren zu können und auch das Gedächtnis bereite häufig Probleme.

Hier kann das Üben von Achtsamkeit helfen. 

In der Achtsamkeit geht es darum, den Moment bewusst wahrzunehmen und sich auf das „Hier und Jetzt“ einzulassen. 

Dies kann in einfachen Übungen in der Gruppe erlernt werden. 

Heute werden Achtsamkeitskurse bei verschiedensten Zielgruppen, wie beispielsweise Führungskräften, Eltern oder Schmerzpatienten immer beliebter. 

Am Zentrum für Psychologische Psychotherapie (ZPP) https://psychologie.uni-greifswald.de/43051/lehrstuehle-ii/klinische-und-physiol... der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald wird Achtsamkeit bereits sehr erfolgreich in der Gruppenbehandlung von Psychotherapiepatienten angewandt. 

Die Patienten erlernen hier zum Beispiel einen neuen Umgang mit belastenden Gefühlen und schwierigen Situationen.

Im Rahmen einer Studie sollen nun auch Brustkrebsüberlebende vom Achtsamkeitstraining in der Gruppe profitieren können! 

  • Um herauszufinden, welche Veränderungen Achtsamkeit hier bewirken kann, werden vor und nach dem Training belastende Symptome und die geistige Leistungsfähigkeit mit verschiedenen Verfahren (unter anderem Fragebogen und Hirnstrombild) gemessen. 

Für das – für Studienteilnehmerinnen kostenlose – Gruppentraining werden noch interessierte Frauen nach Brustkrebs (zwei bis fünf Jahre nach Primärbehandlung) gesucht.

Wer an der Studie zum Achtsamkeitstraining teilnehmen möchte, meldet sich bitte per E-Mail (janine.wirkner@uni-greifswald.de) oder telefonisch im ZPP (Sekretariat Frau Glawe, 03834 420 3738), um weitere Informationen zu erhalten.


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Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald
Dr. Janine Wirkner, Dipl.-Psych., PP (VT)
Institut für Psychologie
Lehrstuhl für Physiologische und Klinische Psychologie/Psychotherapie
Franz-Mehring-Straße 47
17489 Greifswald
Telefon 03834 420 3791
janine.wirkner@uni-greifswald.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.psychologie.uni-greifswald.de/43051/lehrstuehle-ii/klinische-und-phys... - Zentrum für Psychologische Psychotherapie (ZPP)

http://www.psychologie.uni-greifswald.de/ - Institut für Psychologie

Theranostik:Diagnose und Behandlung von Prostatakrebs / PSMA

Medizin am Abend Berlin Fazit: Krebserkrankungen – Neue Hoffnung durch nuklearmedizinische Diagnose- und Therapieverfahren

In den vergangenen Jahren konnten beträchtliche Fortschritte sowohl in der präzisen Diagnose wie auch der erfolgreichen Behandlung von Krebserkrankungen verzeichnet werden. 

Die modernen Untersuchungstechniken sowie innovative, zielgerichtete Therapien in der Nuklearmedizin spielen bei diesen Fortschritten eine entscheidende Rolle. Besonders die deutsche Nuklearmedizin nimmt hier weltweit eine führende Stellung ein. 
 
Um etwa Krebszellen sichtbar machen zu können, werden dem Patienten geeignete, radioaktiv markierte Substanzen – so genannte Radiopharmaka – verabreicht. 

Sie bestehen aus einem radioaktiven Teilchen (dem Radioisotop), welches an einen geeigneten Wirkstoff gekoppelt ist.

  • Letzterer bindet im Körper an einen bestimmten Zelltyp und sorgt so dafür, dass das Radioisotop gezielt zu den krankhaft veränderten Zellen gelangt. 

So kommt es zu einer starken Anreicherung beispielsweise im Tumor bei gleichzeitig geringer Aufnahme innerhalb der gesunden Organe. 

  • Über die schwache radioaktive Strahlung der Tumorzellen wird die Verteilung der Substanzen und somit die der Krebszellen mittels der Positronenemissionstomographie (PET) oder der Single-Photon-Emission-Computer-Tomographie (SPECT) bildhaft dargestellt. 

Die Nuklearmedizin nutzt hierbei also gezielt diejenigen Eigenschaften der Krebszellen aus, die sie von den gesunden Körperzellen unterscheidet, so dass ein genauer Nachweis der Erkrankung ermöglicht wird.

Durch diese gezielte Diagnostik kann die Ausbreitung von Krebs genauer dargestellt und auch ein Rückfall der Erkrankung frühzeitig erkannt werden.


Damit ist es zudem möglich, sehr schnell zu einer Therapieentscheidung zu gelangen, die auf den einzelnen Patienten individuell abgestimmt ist.

  • Ähnliche Radiopharmaka, wie diejenigen, die zur Erkennung einer Krebserkrankung verwendet werden, können auch zu einer Therapie der Erkrankung genutzt werden. 

Dies geschieht, indem ein anderes, therapeutisch wirkendes, radioaktives Teilchen an die Tumorzellen gekoppelt wird, was eine gezielte „innere Bestrahlung“ der Krebszellen ermöglicht und sie auf diese Weise zerstört.

  • So lassen sich auch kleinste und weit verstreute Tumore effektiv und gleichzeitig schonend behandeln. 

Dieses Prinzip der Diagnostik und Therapie mittels einer ähnlichen Substanz, die an die gleiche Zielstruktur bindet, wird auch „Theranostik“ genannt.

Ein Paradebeispiel der Theranostik ist die Diagnose und Behandlung von Prostatakrebs: 

Ein neuartiges nuklearmedizinisches Untersuchungs- und Therapieverfahren hat unter Experten weltweit Aufmerksamkeit erregt.

Für das Verfahren wurde der Wirkstoff DKFZ-PSMA-11 entwickelt, der sich speziell mit Prostatakrebszellen verbindet und zudem mit verschiedenen radioaktiven Substanzen markieren lässt. 

Mit diesem Wirkstoff kann das prostataspezifische Membran-Antigen (PSMA) dargestellt werden.

Bei PSMA handelt es sich um einen Eiweißkörper, der auf der Zelloberfläche von Prostatakarzinomzellen verstärkt zu finden ist, im übrigen Körper hingegen kaum vorkommt. 

Durch Bindung eines schwach radioaktiven Isotops an diesen Wirkstoff besteht nun die Möglichkeit, mittels einer nuklearmedizinischen PET/CT-Untersuchung gezielt Prostatatumore im Detail sichtbar zu machen, so dass frühzeitig Erkenntnisse über die Ausdehnung der Tumorerkrankung gewonnen werden können.

Von besonderer Bedeutung für die Fachwelt und die betroffenen Patienten ist die Nachricht, dass mit diesem erst seit kurzem zur Verfügung stehenden Verfahren nun auch eine sehr wirksame Therapie zur Behandlung speziell von fortgeschrittenem Prostatakrebs zur Verfügung steht: 

Wird der ähnliche Wirkstoff DKFZ-PSMA-617 mit einem stark strahlenden therapeutischen Radionuklid markiert, können Krebszellen zerstört werden
  • Die Krebszellen, die das Zielmolekül PSMA tragen, nehmen das Radiopharmakon auf, welches dann gezielt diese Zellen zerstört. 
Das übrige Gewebe wird hierbei weitgehend verschont. 
Diese Therapie dient nicht nur der Linderung von Symptomen, sondern auch der Verlangsamung bzw. dem Aufhalten des Tumorwachstums sowie der Zurückdrängung des Tumors.
Die Therapie kann nicht nur die Lebensqualität dieser schwer kranken Patienten verbessern, sondern möglicherweise auch zur Verlängerung der Lebenszeit des Patienten beitragen.

Das Prinzip der Theranostik ist aber auch auf andere Krebserkrankungen anwendbar.


Hierzu gehören beispielsweise die Neuroendokrinen Tumore (NET), bei denen Theranostik seit vielen Jahren zur Anwendung kommt.

Hierbei handelt es sich um eine Krebsart, die sich im Darm, in der Bauchspeicheldrüse und auch in der Lunge bilden kann.

Die Tumore stammen von einer bestimmten Zellpopulation ab, die mit einer großen Menge sogenannter Somatostatin-Rezeptoren ausgestattet sind.

NET können überall im Körper mit Hilfe von Radiopharmaka nachgewiesen werden, die sich mit hoher Genauigkeit an diese Rezeptoren binden und sie durch nuklearmedizinische bildgebende Verfahren sichtbar machen.  

Es kann somit nicht nur die Ausdehnung der Erkrankung erfasst, sondern zudem auch eine hoch wirksame, lebensverlängernde Therapie mit einem therapeutischen Radiopharmakon eingeleitet sowie deren Verlauf kontrolliert werden.
 
Weitere theranostische Verfahren, von denen Patienten mit anderen Krebsarten profitieren werden, sind in Entwicklung.  

Sehr vielversprechende Erfolge konnten beispielsweise bereits bei Diagnostik und Therapie von Patienten mit multiplem Myelom, einer Blutkrebsart, erzielt werden.

Die Theranostik bildet ein Schwerpunktthema auf der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Nuklearmedizin. Die Tagung findet vom 26. bis 29. April 2017 in Dresden statt. Die Kombination aus Kongress – für den national und international renommierte Referenten gewonnen werden konnten – und einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie der in Deutschland größten, branchenspezifischen Industrieausstellung bietet eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit zählt die NuklearMedizin 2017 zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler und medizinisch-technisches Personal – erwartet.

Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2017 stehen auf der Kongresshomepage http://www.nuklearmedizin2017.eu zur Verfügung.
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Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551 / 48857-402, info@nuklearmedizin.de
http://www.nuklearmedizin.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.nuklearmedizin2017.eu - Kongresshomepage der NuklearMedizin 2017

http://www.nuklearmedizin.de - Homepage der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. (DGN)

Antidepressivum und deren Behandlungserfolge

Medizin am Abend Berlin Fazit: Bessere Vorhersage für Wirksamkeit von Paroxetin

Forscher identifizieren Signalwege in Nervenzellen des Gehirns, die für das Ansprechen auf eine Behandlung mit dem Antidepressivum entscheidend sind 
 
  • Ein Drittel aller Patienten mit einer Depression spricht nicht auf das erste Medikament an, das ihnen verordnet wird. 

Bisher bleibt dem behandelnden Arzt nichts anderes übrig, als verschiedene Präparate auszuprobieren. 

In einer Studie haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München jetzt eine Biosignatur aus Proteinen und Stoffwechselprodukten identifiziert, die es möglich macht vorherzusagen, welche Patienten auf die Behandlung mit dem Antidepressivum Paroxetin ansprechen. Die Studie markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer personalisierten Medizin in der Psychiatrie.

Patienten reagieren ganz unterschiedlich auf Antidepressiva.

Bei ungefähr einem Drittel zeigt das erste verordnete Antidepressivum keine Wirkung. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Wirksamkeit grundsätzlich erst nach vier bis sechs Wochen kontinuierlicher Einnahme herausstellt.

  • Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass Patienten sich einigen Behandlungszyklen mit unterschiedlichen Antidepressiva unterziehen müssen, bevor ein passendes Medikament in der geeigneten Dosierung gefunden ist

Abgesehen von den damit verbundenen Kosten führt dies zu langwierigem Leiden sowie zu einem erhöhten Selbstmordrisiko.

Biosignaturen, mit deren Hilfe sich der Behandlungserfolg für jeden einzelnen Patienten genau vorhersagen ließe, böten eine überzeugende Alternative zur gängigen Praxis des Ausprobierens von Medikamenten. Mit ihrer Hilfe könnte ein Psychiater voraussagen, ob ein Patient zu Beginn oder in einer frühen Behandlungsphase positiv auf ein Antidepressivum reagieren wird.

Wissenschaftler unter der Leitung von Chris Turck vom Münchner Max-Planck-Institut für Psychiatrie haben in Zusammenarbeit mit Marianne Müller von der Universität Mainz an Mäusen molekulare Signalwege beschrieben, die für das Ansprechen bzw. Nichtansprechen auf das Antidepressivum Paroxetin charakteristisch sind. In der aktuellen Studie haben die Wissenschaftler ein Profil von Proteinen und Stoffwechselprodukten in einer Region des Gehirns erstellt, dem Hippocampus. Sie haben herausgefunden, dass zwischen Glutamat- und Ubiquitin-Proteasom-Signalwegen und der Reaktion auf Antidepressiva ein direkter Zusammenhang besteht.

Glutamat ist einer der wichtigsten Neurotransmitter und spielt eine zentrale Rolle bei verschiedenen Hirnfunktionen. 

Ubiquitinierung dient der Qualitätssicherung und ist unverzichtbar bei der Entfernung beschädigter Proteine.

In einem nächsten Schritt untersuchten die Forscher, ob sie mit Hilfe dieser Signalwege herausfinden können, welche Patienten auf eine Behandlung ansprechen würden.

Sie nahmen Blutproben von Patienten mit Depression und entdeckten, dass sie anhand der Signalwegprofile Patienten, die auf ein Antidepressivum ansprechen würden, bereits vor Behandlungsbeginn von denen unterscheiden konnten, bei denen dies nicht der Fall sein würde.

„Biosignaturen zur Prognose des Behandlungserfolges von Antidepressiva werden die langwierigen Leidenswege von Patienten verkürzen, indem sie im Voraus abklären, welches das vielversprechendste Antidepressivum ist.

Dies ist ein wichtiger Schritt für die personalisierte Medizin im Bereich Psychiatrie“, so die Schlussfolgerung von Dongik Park vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie und Erstautor des Artikels.

„Biosignaturen werden zur Entwicklung von Medikamenten beitragen, indem sie neue Ansatzpunkte für neue Wirkstoffe liefern.

Darüber hinaus werden sie helfen, neuartige Antidepressiva für Patienten zu finden, die an behandlungsresistenter Depression leiden.“

Originalpublikation:
Dongik Park, Carine Dournes, Inge Sillaber, Marcus Ising, John M. Asara, Christian Webhofer, Michaela D. Filiou, Marianne B. Müller and Christoph W. Turck
Delineation of molecular pathway activities of the chronic antidepressant treatment response suggests important roles for glutamatergic and ubiquitin proteasome systems.
Translational Psychiatry (2017) 7, e1078; Published online 4 April 2017

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Muskelzellen und Makrophagen im Herzen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell 
 
  • Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der Wundheilung. 

Vor wenigen Jahren wurde gezeigt, dass Makrophagen in großer Zahl im Herzen angesiedelt sind.

Hier tragen sie entscheidend zur Heilung nach einer Herzschädigung bei. 

Weitere nicht-immunologische Funktionen, wie sie für Makrophagen in einigen anderen Organen gezeigt wurden, konnten bisher nicht nachgewiesen werden.

In einer am 20. April 2017 im Fachmagazin Cell erschienenen Studie zeigen Forscherinnen und Forscher der Harvard Medical School, Boston, USA, gemeinsam mit Forschern des Universitäts-Herzzentrums Freiburg · Bad Krozingen (UHZ) erstmals, dass die im Herzen vorhandenen Immunzellen elektrisch leitende Kanäle zu Zellen im Reizleitungssystem bilden und aktiv an der Erregungsleitung beteiligt sind. 

Die UHZ-Forscher konnten dabei durch mathematische Modelle und Computersimulationen die Experimentaldaten absichern und somit die elektrophysiologische Bedeutung von Herz-Makrophagen bestätigen.

  • Speziell zeigten sie, dass Makrophagen den elektrischen Ruhezustand von Reizleitungszellen beeinflussen und ihre Rückkehr in diesen Ruhezustand nach einem Herzschlag beschleunigen.

Makrophagen sind dafür bekannt, dass sie als Reaktion auf Gewebeschädigungen ihre Umgebung aktiv verändern können. 

„Ein völlig neuer Befund ist, dass dies im Herzen elektrische Wechselwirkungen mit Muskelzellen einbeziehen kann“, erklärt Studienleiter Prof. Matthias Nahrendorf PhD, Professor der Harvard University Boston. Prof. Dr. Peter Kohl, Direktor des Instituts für Experimentelle Kardiovaskuläre Medizin des UHZ ergänzt: 

„Diese Arbeit erweitert den Kreis der Zellen, die an der Herzerregung unmittelbar beteiligt sein können – bislang waren nur Muskelzellen und seit kurzem Bindegewebszellen im Gespräch.“

 Ein besseres Verständnis, wie Makrophagen an der normalen Erregungsleitung beteiligt sind, sowie deren Rolle bei Herzrhythmus-Störungen, kann zu neuen Erkenntnissen und Therapieansätzen führen, die auf der gezielten Veränderung von Makrophagen basieren.

Original-Titel der Publikation: Macrophages Facilitate Electrical Conduction in the Heart

DOI: 10.1016/j.cell.2017.03.050

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Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://dx.doi.org/10.1016/j.cell.2017.03.050 Link zur Publikation

http://www.eurekalert.org/pub_releases/2017-04/cp-mce041317.php Link zur Pressemitteilung von Cell (Englisch)

HEUTE: FC Bayern München und Borussia Dortmund

Medizin am Abend Berlin Fazit: Sehen Fußballfans rivalisierender Mannschaften dasselbe Fußballspiel mit anderen Augen?

Wenn sich am 26. April der FC Bayern München und Borussia Dortmund gegenüberstehen, schauen sich viele Fußball-Begeisterte das Halbfinal-Spiel um den DFB-Pokal gemeinsam an. 
  • Die Erfahrungen zeigen, dass die Erinnerungen der Fans nach einem solchen Spiel zugunsten ihrer eigenen Mannschaft verzerrt sind. 
Wann setzt diese Verzerrung ein? 

Sehen Fans rivalisierender Mannschaften bereits das Spiel anders oder kommt es erst später bei der Rückerinnerung zu dieser Verzerrung? 

Eine Antwort darauf haben Forscher an der Universität Tübingen, PD Dr. Markus Huff, und am Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM), Prof. Dr. Stephan Schwan, mit Hilfe einer eigens entwickelten Methode gefunden. 
 Fußballstudie während der Live-Übertragung
Fußballstudie während der Live-Übertragung
 
Bisher zeigte die Forschung, dass Fans nach dem Spiel eine verzerrte Erinnerung zugunsten ihrer eigenen Mannschaft haben. Unbeantwortet blieb die Frage: Sehen Fans bereits das Spiel anders? Dazu hat die Arbeitsgruppe um Markus Huff in Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Stephan Schwan das Champions-League Finale zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München zum Anlass genommen, den Wahrnehmungsprozess von Fußballfans während des Spiels zu untersuchen.

 „Das Finale der Champions-League war eine einmalige Gelegenheit, diese Prozesse zu untersuchen. In einem internationalen Finale standen sich zwei deutsche Mannschaften gegenüber.

Die Begegnungen dieser beiden Rivalen sind immer hoch emotional, was sich in der Berichterstattung im Vorfeld wiederspiegelte“, so Markus Huff.

Die Live-Übertragung des Finales sahen 58 Fußballfans – 33 Dortmund- und 25 Bayern-Fans – mit dem Ziel, den gesamten Wahrnehmungsprozess zu untersuchen. Während bei allen Fans im Anschluss an das Spiel das Gedächtnis getestet wurde, konnten bei 21 Fans die Augenbewegungen während des Spiels aufgezeichnet werden, um der Hypothese nachzugehen, ob sich die fanbasierte Verzerrung sehr früh, d. h. bereits bei der Betrachtung des Spiels abzeichnet.


Die Ergebnisse dieser groß angelegten Studie sind eindeutig: 
Die Wahrnehmungsprozesse glichen sich während des Spiels – die Blickbewegungen waren bei beiden Fangruppen identisch.
Dagegen war die Erinnerung der Fans tatsächlich zugunsten ihrer Mannschaft verzerrt, da sie angeblich mehr Spielanteile hatte, das gegnerische Team hatte scheinbar weniger.
Das Vorgehen in dieser Studie unterscheidet sich grundlegend von bisherigen Forschungsansätzen, die psychologische Prozesse fast ausschließlich im Labor erforschen. 
„Dies ist die erste Studie, die die Wahrnehmung und das Gedächtnis von echten Fans während einer Live-Übertragung mit eigens für dieses Experiment entwickelten Methoden untersuchte“, so Markus Huff.

Die Studie ermöglichte somit zum einen, dass der Rezeptionsprozess unmittelbar, also unabhängig zum Beispiel von späterer Berichterstattung, erfasst werden konnte. 

Zum anderen konnten in dieser Studie Blickbewegungs- und Gedächtnisprozesse gemeinsam betrachtet werden, um verlässliche Aussagen über den gesamten Prozess der menschlichen Informationsverarbeitung machen zu können. 

Damit zeigt die Studie, dass die menschliche Wahrnehmung verlässlicher ist als vermutet: 
  • Selbst leidenschaftlich wahrgenommene Abläufe, die in der Erinnerung verzerrt werden, werden dennoch neutral wahrgenommen.
Die Ergebnisse der Studie wurden aktuell in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

Publikation
Huff, M., Papenmeier, F., Maurer, A. E., Meitz, T. G. K, Garsoffky, B., & Schwan, S. (2017). Fandom biases retrospective judgments not perception. Scientific Reports, 7:43083. doi: 10.1038/srep43083

Das Leibniz-Institut für Wissensmedien
Das Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen erforscht, wie digitale Technologien eingesetzt werden können, um Wissensprozesse zu verbessern. Die psychologische Grundlagenforschung der rund 110 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist auf Praxisfelder wie Schule und Hochschule, auf Wissensarbeit mit digitalen Medien, wissensbezogene Internetnutzung und Wissensvermittlung in Museen ausgerichtet. Von 2009 bis 2016 unterhielt das IWM gemeinsam mit der Universität Tübingen Deutschlands ersten Leibniz-WissenschaftsCampus (WCT) zum Thema „Bildung in Informationsumwelten“, der ab 2017 als Nachfolgeprojekt unter dem Titel „Kognitive Schnittstellen“ weitergeführt wird.

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PD Dr. Markus Huff, Universität Tübingen, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Allgemeine Psychologie, Telefon +49 7071 29-75612, markus.huff@uni-tuebingen.de
Prof. Dr. Stephan Schwan, Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM), Arbeitsgruppe Realitätsnahe Darstellungen, Telefon ++49 7071 979-228, s.schwan@iwm-tuebingen.de

 
Leibniz-Institut für Wissensmedien
Dr. Evamarie Blattner
Leibniz-Institut für Wissensmedien
Schleichstraße 6
72076 Tübingen,
Tel. 07071/ 979-222
E-Mail: presse@iwm-tuebingen.de

Die Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 91 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen u. a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.600 Personen, darunter 9.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,7 Milliarden Euro.