Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

GenderMedizin: Menopause und die psychische Gesundheit der Frau (u.a Depression)

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Menopause führt nicht zu Depressionen

Obwohl einige US-Studien in den letzten Jahren die Menopause für die Entstehung von Depressionen verantwortlich machten, war der Zusammenhang nie ganz geklärt. 

Nun zeigt eine Studie von Forschenden der PUK und der ZHAW: 
  • Die Menopause hat keinen direkten Einfluss auf die psychische Gesundheit von Frauen.  
Die hormonellen Veränderungen der Wechseljahre können bei Frauen zu verschiedenen physischen und psychischen Veränderungen führen.

  • Oft wird die Menopause auch in Zusammenhang mit psychischen Problemen gebracht, allen voran mit Depressionen. 

Die Mehrheit der wissenschaftlichen Studien konnte dies zwar nicht belegen.

Allerdings erschienen in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren einige aufsehenerregende Studien aus den USA, die einen direkten Zusammenhang zwischen der Menopause und Depressionen hergestellt haben.

Die Forschenden Wulf Rössler und Jules Angst von der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich und Michael P. Hengartner von der ZHAW sind dieser Thematik nachgegangen und haben die Daten aus einer Langzeitstudie untersucht. Dazu wurden 168 Frauen vom 20. bis zum 50. Lebensjahr im Zeitraum von 1979 bis 2008 wiederholt zu psychischen Problemen befragt. ZHAW-Forscher Michael P. Hengartner zieht folgendes Fazit:

«Wir fanden bei Frauen in den Wechseljahren im Vergleich zur Zeit vor der Menopause kein erhöhtes Risiko für Depressionen oder andere psychische Störungen».

Menopause hat keinen Einfluss auf psychische Gesundheit


Gemäss der Studie traten psychische Probleme wie Angststörungen oder Depressionen in der Zeit während oder nach der Menopause nicht häufiger auf als in der Zeit vor der Menopause.

«Dies bedeutet, dass die Menopause die psychische Gesundheit nicht direkt beeinflusst», sagt Hengartner.

  • Hingegen entdeckten die Forschenden, dass im Alter zwischen 41 und 50 Jahren gewisse Persönlichkeitseigenschaften sowie familiär, beruflich oder finanziell verursachter Stress psychische Störungen bewirken können. 
  • Diese treten jedoch unabhängig von der Menopause auf und betreffen somit Frauen vor und nach der Menopause gleich häufig. Zudem spielen vorgängige psychische Probleme bei der Entstehung von Depressionen in dieser Altersspanne eine grosse Rolle.

Mängel in US-Studien
Die Forschenden vermuteten, dass die Zusammenhänge von Menopause und Depressionen in den US-Studien aufgrund methodischer Mängel hergestellt wurden. Denn oftmals wurde ein statistisch unzulässiges Verfahren angewendet, welches als Dichotomisierung bezeichnet wird. Dabei wird eine künstliche Zweiteilung dimensionaler Masse vorgenommen und durch einen willkürlich gesetzten Grenzwert eine Gruppe in depressiv und die andere in nicht-depressiv eingeteilt. Gemäss der statistischen Literatur führt diese problematische Vereinfachung zu schweren Verzerrungen und falschen Zusammenhängen.

Die Forschenden untersuchten deshalb, ob die Dichotomisierung in ihrer Studie zu ähnlichen Befunden wie in den amerikanischen Ergebnissen führt. Und tatsächlich: Je nachdem, welcher Wert als Grenze gesetzt wurde, stellten die Forschenden einen vermeintlichen Zusammenhang zwischen Menopause und Depressionen fest. «Dieser irrtümliche Zusammenhang entstand also aufgrund methodischer Mängel», sagt ZHAW-Forscher Hengartner. «Dies könnte erklären, warum diverse amerikanische Studien fälschlicherweise einen Zusammenhang hergestellt haben».

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com






 

Über Google: Medizin am Abend Berlin  


Corporate Communications
Gertrudstrasse 15, Postfach
8401 Winterthur
Schweiz

Zürich
E-Mail-Adresse: medien@zhaw.ch
Claudia Gähwiler ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/wps.20319/abstract

Ernte-Prophet: Heute ist Dein Siebenschläfer (Glis glis - Tag) -

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Wenn der Siebenschläfer den Sommer verpennt

Deutsche Wildtier Stiftung erklärt, was die Bucheckern-Ernte mit dem Langschläfer zu tun hat 
 
Gebannt blickt Deutschland auf das Wetter des heutigen  Montag, denn der 27. Juni ist der „Siebenschläfer-Tag“.

  • Und nach einer alten Bauernregel entscheidet sich heute, wie das Sommerwetter in den nächsten sieben Wochen wird. 

Meteorologen zucken über diese Prophezeiungs-Praxis mit den Schultern - und auch dem Siebenschläfer (Glis glis) ist die Regel völlig egal:

Er interessiert sich fast ausschließlich für Bucheckern. 

Ist die Ernte gut, verlässt er seine Schlafhöhle, schlägt sich den Bauch voll und zeugt Nachwuchs. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Mindestlohn für Langzeitarbeitslose  

Ist die Ernte schlecht, legt er sich gleich wieder hin. 

Ökologe Franz Hölzl vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde in Wien: „Wenn Siebenschläfer sich nicht sattfressen und fortpflanzen können, sind sie elf lange Monate inaktiv.“

Damit ist der Siebenschläfer einer der größten „Schlafmützen“ im Tierreich überhaupt.
  • Das nachtaktive, knapp hundert Gramm leichte Tier mit dem buschigen Schwanz, den großen dunklen Augen und den rundlichen Ohren ist also kein Wetter-, sondern eher ein Ernte-Prophet. 
  • Die säuerlich schmeckenden Bucheckern sind das Hauptnahrungsmittel der kleinen Bilche. 
Die kantigen Nüsse wachsen und reifen in einem verholzten Fruchtbecher heran.

Im Spätsommer platzen sie auf und setzen die Nüsse frei. 

„Die jungen Siebenschläfer brauchen diese fettreichen Samen“, sagt Peer Cyriacks, Biologe der Deutschen Wildtier Stiftung.

Der Nachwuchs wird Ende Juli bis August geboren und hat etwa acht Wochen Zeit, um sich genügend Fett für den Winter anzufressen.

„Dann geht es schon wieder ab in den langen, langen Winterschlaf.“

Das große Geheimnis: Niemand weiß schon jetzt, wie die Bucheckern-Ernte 2016 ausfällt – nur der kleine Langschläfer ahnt es.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com

 
 
 
Über Google: Medizin am Abend Berlin 
Eva Goris
Christoph-Probst-Weg 4
20251 Hamburg,
Telefon 040 9707869-13, Fax 040 9707869-19,
http://E.Goris@DeutscheWildtierStiftung.de
www.DeutscheWildtierStiftung.de

 institution logo

HIV-Neuansteckungen - hochsensitive Methode namens APTIMA ermöglicht Nachweis bei RNA-Kopien

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Studie ermöglicht erstmals Analyse der frühesten Phase einer HIV-Infektion

Die ersten Tage nach einer HIV-Infektion sind maßgeblich, denn durch die hohe Viruslast in dieser Phase ist die Gefahr einer Ansteckung für Sexualpartner extrem groß und außerdem werden in diesem Zeitraum die Weichen für den weiteren Verlauf der HIV-Infektion gestellt. 

DZIF-Wissenschaftler aus der Abteilung Infektionserkrankungen und Tropenmedizin der Universität München (LMU) und aus der Afrikanischen Partnerinstitution des DZIF in Tansania waren an einer prospektiven, multinationalen Studie beteiligt, die virologische und immunologische Veränderungen durch HIV untersucht hat – noch bevor klinische Symptome oder kommerzielle Tests auf eine HIV-Infektion hinweisen konnten.  

 RV 217-Studienorte in Afrika und Asien
RV 217-Studienorte in Afrika und Asien (c) M. Robb
 
Mehr als 2.000 Personen mit hohem Risiko einer HIV-Infektion wurden in Tansania, Kenia, Uganda und Thailand über mehrere Jahre zweimal wöchentlich auf eine neue HIV-Infektion untersucht. 
  • Eine spezielle, hochsensitive Methode namens APTIMA ermöglicht, HIV-Neuansteckungen schon bei sehr geringen Konzentrationen von circa 20 HIV-Ribonukleinsäure(RNA-)-Kopien pro Milliliter Plasma nachzuweisen.  
Insgesamt wurden durch diese Nachweismethode 112 Personen nur wenige Tage nach der Infektion mit dem HI-Virus identifiziert.

Die Studienergebnisse zu 50 Patienten dieser Kohorte wurden nun im New England Journal beschrieben. Bei diesen HIV-Infektionen im extrem frühen Stadium waren durchschnittlich fünf Tage vom letzten negativen bis zum ersten positiven Bluttest vergangen.

  • Eine Analyse derart früher Zeitpunkte nach der Ansteckung ist bislang einzigartig, da frühere Studien nur Patienten einschlossen, die bereits Symptome aufwiesen oder sich schon mehrere Wochen zuvor angesteckt hatten.

Langjährige internationale Kooperationen zahlen sich aus

„Die Durchführung dieser Studie war eine große Herausforderung“, sagt Dr. Inge Kroidl, klinische Forschungs-Koordinatorin der „RV 217“ genannten Studie in Tansania. „Wir hatten enorme Zweifel, ob diejenigen Studienteilnehmer, die sehr mobilen und teilweise stigmatisierten Hochrisikogruppen angehörten, wohl bereit dazu wären, an einer derart komplexen Studie teilzunehmen“. Die langjährige Kooperation des Münchener Tropeninstitutes unter Leitung von Prof. Michael Hoelscher mit dem Mbeya Medical Research Center in Süd-Tansania hatte in vorangegangen Studien die Basis für eine derartige Untersuchung gelegt. Auch in den drei weiteren Ländern bestanden langjährige Forschungserfahrungen des Studienleiters Dr. Merlin Robb, Walter Reed Army Institute of Research.

Akute Phase der HIV-Infektion gibt Aufschluss über die Immunabwehr

Informationen zur frühen Phase der HIV-Infektionen, die durch die aktuelle Studie gesammelt werden, dienen einem besseren Verständnis der Immunabwehr und sollen zu Optimierungen der Impfstrategien führen. Details über den Verlauf der HIV-Viruslast sowie zur Reaktion der Immunabwehr in der Akutphase der Infektion konnten die Wissenschaftler in der RV 217-Studie sammeln. So konnte erstmalig der Zeitraum zwischen Infektion und dem Höchstwert der Viruslast genauer beschrieben werden, in dem es zur Ausbreitung von Zelltypen kommt, die entscheidend für den weiteren Verlauf der HIV-Infektion sind2. Die Zeit vom ersten Nachweis der HIV-RNA bis zum Peak der Viruslast betrug im Mittel 13 Tage. Zwischen Maximalwert und dem Tiefstwert der Viruslast, dem sogenannten Set-Point, wurden wiederum 31 Tage gemessen.

  • Der weitere Krankheitsverlauf des HIV-infizierten Patienten wird vom Set-Point bestimmt, denn die Höhe der Viruslast bleibt nach Erreichen des Set-Points für eine lange Zeit gleich. 
  • Die Höhe der Viruslast zu diesem Zeitpunkt entscheidet über einen raschen oder eher langsamen Verlauf der HIV-Infektion. 
  • Der Set-Point wird in den ersten Tagen der HIV-Infektion definiert, und der Verlauf der chronischen HIV-Erkrankung über die nächsten Jahre wird in diesen ersten Tagen determiniert. Informationen über Interaktionen zwischen dem Immunsystem und dem Virus, die die Höhe des Set-Points beeinflussen könnten, sind daher von außerordentlicher Relevanz.

Ziel ist die Heilung von HIV

Die RV 217-Studie wurde 2009 begonnen und rekrutiert weiterhin Teilnehmer. Circa die Hälfte der neuinfizierten HIV-Patienten wurde während der akuten Phase antiretroviral behandelt. Der Vergleich von den früh behandelten Patienten mit den oben genannten 50 Patienten, die sich neu angesteckt hatten, erlaubt Schlüsse über mögliche Effekte dieser Therapie. In Zusatzstudien (RV 398 u.a.) werden innovative Therapiekonzepte z. B. mit monoklonalen Antikörpern getestet. „Langfristiges Ziel dieser Untersuchungen, die wir innerhalb des DZIF auch im Rahmen einer deutschen Kohorte verfolgen, ist es, Strategien zur Eliminierung der HI-Viren im Körper zu erreichen und durch eine frühe HIV-Therapie eine langfristige Remission, möglicherweise auch Heilung, der HIV-Infektion zu erreichen“, sagt Dr. Arne Kroidl, verantwortlich für die klinische HIV-Forschung an der DZIF International Clinical Trials Unit des Tropeninstitutes München.

Publikationen

1 Robb ML, Eller LA, Kibuuka H, et al.: Prospective Study of Acute HIV-1 Infection in Adults in East Africa and Thailand. N Engl J Med 2016;374:2120-30.
doi: 10.1056/NEJMoa1508952.

2 Eller MA, Goonetilleke N, Tassaneetrithep B, et al.: Expansion of Inefficient HIV-Specific CD8 T Cells during Acute Infection. J Virol 2016;90:4005-16.
doi: 10.1128/JVI.02785-15

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com





 


 


Über Google: Medizin am Abend Berlin 

Dr. Arne Kroidl
DZIF-Schwerpunkt „HIV”
Ludwig-Maximilians-Universität München
T +49 89 2180 17616
E akroidl@lrz.uni-muenchen.de

Janna Schmidt und Karola Neubert
DZIF
T +49 531 6181 1154/1170
E presse@dzif.de

 institution logo

Heringe, Matjes: Parasiten, Salmonellen, Listerien...

Lebensmittel im Blickpunkt: Holländisch oder nordisch – die Unterschiede beim Matjes

Lebensmittelüberwachung kontrolliert regelmäßig Heringe auf Rückstände und Parasiten 
 
Mai, Juni und Juli sind Matjeszeit.  
  • Nur Heringe, die im Frühjahr gefangen und vorher noch nicht gelaicht haben, erreichen einen Fettgehalt von mindestens 12 Prozent im essbaren Teil und können so zu Matjes verarbeitet werden. 
Hauptfanggebiete für Matjes, die auf den deutschen Markt kommen, sind der Nordostatlantik und die westliche Ostsee. 

Ein „holländischer Matjes“ muss nicht vor den Niederlanden gefangen worden sein. 

Die Handelsbezeichnung weist nämlich nicht auf die Herkunft, sondern auf die Herstellungsweise hin.

  • Als Matjesheringe dürfen nach den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuches gesalzene Fische bezeichnet werden, die aus frischen oder tiefgefrorenen Heringen hergestellt werden, deren Fettgehalt im essbaren Anteil mindestens 12 Prozent beträgt. 

Im Handel wird sowohl „echter“ oder „holländischer“ als auch „nordischer“ Matjes angeboten.

  • Beim „echten“ oder „holländischen“ Matjes werden alle Eingeweide bis auf die Bauchspeicheldrüse entfernt. 
  • Die natürliche Reifung erfolgt durch körpereigene Enzyme und die Zugabe von Salz und führt so zu einem charakteristischen Aroma sowie einer zarten Konsistenz. 

Darüber hinaus werden „holländische“ Matjes in der Regel als Doppelfilets an einer Schwanzflosse angeboten.

Bei Matjes „nordischer Art“ erfolgt eine Schnellreifung unter Zusatz von Salz, technologischen Enzymen und zum Teil auch Farb- und Konservierungsstoffen.

Dieses Produkt wird in der Regel zu günstigeren Preisen angeboten als der naturgereifte Matjes und ist bei Kühlung länger haltbar.

Verbraucher können „nordischen“ Matjes daran erkennen, dass er eine durchgängig rosa oder violette Färbung aufweist und die Struktur des Fischmuskelfleisches fester ist.

Die Identität und Herkunft des Matjes können Verbraucher sowohl bei vorverpackter Ware als auch bei Abgabe loser Ware über den Ladentisch einfach nachvollziehen. 

Frischer Fisch muss unter anderem mit der Handelsbezeichnung der Art, dem wissenschaftlichen Namen, der Produktionsmethode, dem Fanggebiet und der Fanggerätekategorie gekennzeichnet sein.

Maßnahmen gegen Parasiten

  • Fisch, der roh weiterverarbeitet wird, ist immer besonders anfällig für mikrobielle Belastungen. 
Daher schreibt die EU-Hygieneverordnung detaillierte Anforderungen an die Herstellung sowie die Weiterverarbeitung von Heringen vor, die roh oder fast roh verzehrt werden. So müssen Heringe vor der Weiterverarbeitung zum Schutz vor Parasiten, wie etwa Fadenwürmer (Nematoden), die auch den Menschen befallen können, über einen Zeitraum von mindestens 24 Stunden bei einer Temperatur von unter -20 °C eingefroren werden. Die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer kontrollieren regelmäßig Matjesheringe auf das Vorkommen sowohl von Parasiten als auch von Keimen wie Salmonellen oder Listerien.

Auch die Belastung mit chemischen Kontaminanten wie Dioxine/PCB, Perfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), Bromierte Flammschutzmittel oder Schwermetalle wird regelmäßig untersucht – so im Rahmen des bundesweiten Programms Monitoring, das vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) koordiniert und veröffentlicht wird.

Im aktuellen Monitoringjahr 2016 ist Hering wieder Bestandteil des Warenkorbs. Die Ergebnisse der bisherigen Monitoring-Untersuchungen zeigen, dass die untersuchten Heringe, die für den deutschen Markt in der Regel aus Fanggebieten des Nordostatlantiks sowie der westlichen Ostsee stammen, grundsätzlich nur gering mit Kontaminanten belastet sind.

Hintergrundinformation
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ist eine eigenständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Das BVL ist für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln und gentechnisch veränderten Organismen in Deutschland zuständig. Im Bereich der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit übernimmt es umfassende Managementaufgaben und koordiniert auf verschiedenen Ebenen die Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Bundesländern und der Europäischen Union. In der Rubrik „Lebensmittel im Blickpunkt“ stellt das BVL regelmäßig Informationen zu bestimmten Lebensmitteln zusammen.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com








Über Google: Medizin am Abend Berlin 


Nina Banspach Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)




Mauerstraße 39-42
10117 Berlin
Deutschland
Berlin


Nina Banspach
E-Mail-Adresse: pressestelle@bvl.bund.de

 
 institution logo

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.bvl.bund.de/monitoring Monitoring-Berichte des BVL

Die Grillsaison - und Deine Stuhlprobe: Salmonellen- und Campylobacter Fälle

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Vorsicht in der Grillsaison

Studie weist Zusammenhang zwischen Temperaturanstieg und Magen-Darm-Erkrankungen nach. 
 
  • Wenn im Frühjahr die Temperaturen steigen, nehmen auch Magen-Darm-Infektionen zu – ein Zusammenhang, der für Deutschland bislang nicht wissenschaftlich belegt war. 

Forscher aus dem Institut für Lebensmittequalität und -sicherheit der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) untersuchten zusammen mit Wissenschaftlern aus der amtlichen Lebensmittelüberwachung das Auftreten verschiedener Erreger im Jahresverlauf in Abhängigkeit von der Temperatur und veröffentlichten ihre Ergebnisse jetzt im Fachmagazin Scientific Reports.

  • Salmonellen und Campylobacter gehören weltweit zu den häufigsten Erregern bakterieller Durchfallerkrankungen. 
In Europa wurden im Jahr 2013 215.000 Campylobacter- und 85.000 Salmonellen-Fälle bekannt.

Beide Infektionen sind meldepflichtig – Ärzte müssen die Fälle an das zuständige Gesundheitsamt berichten.

Das Robert Koch-Institut in Berlin fasst die gemeldeten Fälle zusammen. Für ihre Studie nutzten die TiHo-Wissenschaftler diese Daten und setzten sie in Beziehung zu den Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes. Sie konzentrierten sich dabei exemplarisch auf Krankheitsfälle, die von 2001 bis 2004 für die Städte München und Berlin sowie für drei ausgewählte ländliche Gebiete in Nordschwaben gemeldet wurden. Insgesamt betrug die Studienperiode 212 Wochen.

Die statistischen Berechnungen zeigten, dass mit einer steigenden Temperatur die Salmonellen- und Campylobacter-Fälle mit einer etwa fünfwöchigen Verzögerung zunahmen. 

„Aus früheren Studien war bereits bekannt, dass die Erkrankungen vermehrt vom Frühjahr bis zum Herbst auftreten – ein Bezug zur Temperatur wurde aber noch nie hergestellt“, erklärt Professor Dr. Günter Klein, Leiter des Instituts für Lebensmittelqualität und -sicherheit.

Die fünfwöchige Verzögerung ist nur ein ungefährer Wert, weil die Infektionen in der Regel mit einer Verzögerung gemeldet werden. Außerdem sind der Infektionszeitpunkt und die Inkubationsdauer der gemeldeten Fälle nicht bekannt. Leider werden – trotz der Meldepflicht – nicht alle Salmonellen- und Campylobacter-Infektionen erfasst: 

  • Die meisten Betroffenen gehen mit einer Durchfallerkrankung nicht zum Arzt. Außerdem werden in vielen Fällen keine Stuhlproben genommen, sodass der Erreger gar nicht bestimmt wird.

Salmonellen und Campylobacter können über Lebensmittel tierischen Ursprungs wie Eier, Milch oder Fleisch übertragen werden. 

Der Anstieg von Salmonellenerkrankungen im Sommer wird häufig mit dem Beginn der Grillsaison erklärt.

  • Um Magen-Darm-Erkrankungen vorzubeugen, ist es wichtig das Fleisch gut durchzugaren. Außerdem ist es wichtig, Lebensmittel tierischen Ursprungs kühl aufzubewahren. Werden Fleisch, Eier oder Milchprodukte nicht richtig gelagert, können sich die Salmonellen auf den Produkten gut vermehren.

Bei Campylobactern ist die richtige Lagerung nicht so entscheidend, da die Bakterien sich nach dem heutigen Wissenssstand nicht auf Lebensmitteln vermehren können. 

Da die Bakterien von Frühling bis Herbst vermehrt in Tierhaltungen – vor allem in Geflügel – zu finden sind, vermuten die Forscher hier einen Zusammenhang zu den Campylobacter-Erkrankungen beim Menschen.

Günter Klein sagt: „Der Zusammenhang zwischen diesen Lebensmittelinfektionen und der Temperatur kann genutzt werden, um die Lebensmittelsicherheit zu erhöhen. 

Zum Beispiel durch eine aufmerksamere Überwachung in solchen Zeiten.“

Die Originalpublikation

Association between the ambient temperature and the occurrence of human Salmonella and Campylobacter infections
Josef Yun, Matthias Greiner, Christiane Höller, Ute Messelhäusser, Albert Rampp, Günter Klein
Scientific Reports, DOI:10.1038/srep28442

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com







 


 
Über Google: Medizin am Abend Berlin

Professor Dr. Günter Klein
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Lebensmittelqualität und -sicherheit
Tel.: +49 511 856-7256
guenter.klein@tiho-hannover.de
Sonja von BrethorstStiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

 institution logo

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.nature.com/articles/srep28442

360° TOP-Thema: Takotsubo-Kardiomyopathie - Stress-Kardiomyopathie oder „Broken Heart-Syndrom

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Takotsubo-Kardiomyopathie: Wenn Stress das Herz aus dem Takt bringt

Atemnot, Brustenge und Schmerzen im Oberkörper: 

Die Symptome der Takotsubo-Kardiomyopathie, auch Stress-Kardiomyopathie oder „Broken Heart-Syndrom“ genannt, gleichen denen eines Herzinfarkts. 

Am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden untersucht das Autonome und Neuroendokrinologische Funktionslabor der Klinik für Neurologie in Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie und dem Herzzentrum Dresden jene Risikofaktoren, die das Entstehen der Erkrankung begünstigen. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema Link: Pulsoxymetrie-Screening 

Denn anders als beim Herzinfarkt sind nicht verstopfte Arterien für die Beschwerden verantwortlich, sondern ein Überschuss an Stresshormonen, sogenannten Katecholaminen. 
 Bei der Takotsubo-Kardiomyopathie erweitert sich die linke Herzkammer ballonartig und es treten herzinfarktähnliche Beschwerden auf.
Bei der Takotsubo-Kardiomyopathie erweitert sich die linke Herzkammer ballonartig und es treten herzinfarktähnliche Beschwerden auf. Uniklinikum Dresden
 
  • In vielen Fällen lässt sich dieser erhöhte Anteil auf eine emotionale oder physische Ausnahmesituation zurückführen, die unmittelbar vor der Takotsubo-Kardiomyopathie aufgetreten ist. 

Um herauszufinden, warum einzelne Patienten so intensiv auf Stresssituationen reagieren, werden im Rahmen einer Studie jetzt Vergleichsdaten gesunder Frauen im Alter von 65 bis 80 Jahren sowie gesunder Männer zwischen 35 und 50 Jahren erhoben. 

Interessierte erhalten neben einer Aufwandsentschädigung auch ihre im Rahmen der Studie erhobenen Gesundheitsdaten.

Die Takotsubo-Kardiomyopathie wurde erstmals 1990 von japanischen Wissenschaftlern beschrieben. Trotz intensiver Forschungsbemühungen um ein besseres Verständnis der Erkrankung, ist bisher wenig über die Ursachen bekannt. 

Die Patienten leiden unter vielfältigen Bewegungsstörungen des Herzmuskels und einer eingeschränkten Pumpfunktion der linken Herzkammer.

Im Herzecho der Betroffenen zeigt sich ein charakteristisches Bild mit einer teilweise ballonartigen Aufweitung der linken Herzkammer ähnlich der japanischen Tintenfischfalle „Takotsubo“, nach der das Krankheitsbild heute benannt ist.

Ein Großteil der Patienten, von denen etwa 80 Prozent Frauen sind, übersteht das sogenannte „Broken-Heart-Syndrom“ zunächst ohne größere gesundheitliche Schäden. „Doch Langzeitbeobachtungen zeigen, dass Frauen und Männer, die an einer Takotsubo-Kardiomyopathie leiden, anfälliger für Folgeerkrankungen des Gehirns und des Herzens sind“, betont Dr. Manja Reimann vom Autonomen und Neuroendokrinologischen Funktionslabor am Uniklinikum Dresden.  

„Obwohl sich die Herzfunktion bei den meisten Patienten innerhalb von Tagen normalisiert, entwickelt etwa jeder fünfte Patient während der ersten Tage nach dem Anfall ernste Komplikationen wie etwa einen Anriss der Herzkammer, Bildung von Blutgerinnseln oder lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen.

In seltenen Fällen kann die Erkrankung deshalb sogar zum Tod führen“, weiß Dr. Manja Reimann.

Obwohl Wissenschaftler nur ansatzweise verstehen, wie die Erkrankung entsteht, vermuten die Fachleute, dass das autonome Nervensystem eine Schlüsselrolle in der Krankheitsentstehung spielt, da dieses für die Ausschüttung von Stresshormonen - sogenannten Katecholaminen – verantwortlich ist.
  •  Katecholamine sind unter anderem an der Regulation von Herzfunktion und Blutdruck insbesondere unter Stressbedingungen beteiligt. 
Doch bisher ist unklar, warum es zu einer massiven Anreicherung der Stresshormone im Herzen der Betroffenen kommt. Diese Frage sollen die Forschungen von Dr. Manja Reimann und ihren Kollegen beantworten.

Die Dresdner Wissenschaftler vermuten, dass Patienten mit Takotsubo-Kardiomyopathie eine erworbene neurobiologische Empfindsamkeit gegenüber Stressreizen aufweisen, die vergleichbar mit denen von Patienten mit Panikstörungen ist.

  • In Analogie zur Takotsubo-Kardiomyopathie werden während einer Panikattacke massiv Stresshormone freigesetzt, vermutlich als Folge einer über Jahre entwickelten Überforderung der körpereigenen Stresssysteme.

Um genauere Erkenntnisse über die Verbindung zwischen Panikstörungen und Herzerkrankungen zu gewinnen, werden neben Patienten mit Takotsubo-Kardiomyopathie auch gesunde Probanden und Patienten mit Panikstörung, die nicht unter chronischen Krankheiten leiden, in die Studie miteinbezogen. 

„Um die körperlichen und mentalen Reaktionen auf Stress zu untersuchen, durchlaufen die Teilnehmer an zwei Untersuchungsterminen verschiedene Stresstests. 
  • Ein Teil der in dieser Studie angewandten Untersuchungsmethoden wird routinemäßig eingesetzt, um in der Klinik für Neurologie Schwindel, unklare Bewusstlosigkeit und Herzstolpern abzuklären. 
Damit stellen die Methoden eine sinnvolle diagnostische Ergänzung zur Abklärung somatischer Beschwerden bei Angstzuständen dar“, erklärt Dr. Manja Reimann. 

Die erhobenen Daten zur Stressreaktion der gesunden Kontrollgruppe vergleichen die Wissenschaftler anschließend mit jener Reaktion der Stress-Kardiomyopathie-Patienten und mit jenen, die unter Panikstörungen leiden. 

  • Die Teilnahme an der Studie wird mit einer Aufwandsentschädigung von 150 Euro vergütet. Bereits 2017 soll sie erste Ergebnisse zur „Takotsubo-Kardiomyopathie“ liefern.

Kontakt für Studienteilnehmer

.Interessierte können sich unter Telefon 0351 / 458 -3859 sowie E Mail anf@uniklinikum-dresden.de für die Studie anmelden

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com




 









Über Google: Medizin am Abend Berlin

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Autonomes und Neuroendokrinologisches Funktionslabor (ANF-Labor) Dresden
Dr. Manja Reimann
Tel. 0351/ 458 38 62
E-Mail: manja.reimann@uniklinikum-dresden.de
Holger Ostermeyer Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

 institution logo

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.uniklinikum-dresden.de/neu

360° TOP-Thema: Fuchsbandwurm - alveoläre Echinokokkose - Serum-Antikörper-Test und Ultraschall

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Fuchsbandwurm-Infektion mit Ultraschall frühzeitig erkennen

  • Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm ist eine unter Umständen lebensbedrohliche Erkrankung. 
Wer direkten Kontakt mit einem infizierten Tier hat, oder bei Wald- oder Gartenarbeit mit dessen Kot in Berührung kommt, kann die Eier des Parasiten aufnehmen und sich so infizieren. 

Damit Ärzte die seltene „alveoläre Echinokokkose“ richtig erkennen, haben Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) nun eine Ultraschall-Klassifikation für die Leber entwickelt, der ersten Station des Parasiten im menschlichen Körper. 
 
  • In Deutschland gilt die Schwäbische Alb als Hochburg des Fuchsbandwurms. 

Hier tragen bis zu 70 Prozent der Füchse den Parasiten in sich. Aber auch in Bayern ist der Erreger verbreitet und selbst im nördlichen Hamburg wiesen Amtstierärzte kürzlich bei zwei Füchsen den Parasiten „Echinococcus multilocularis“ nach.

Doch obwohl der Fuchsbestand – und mit ihm die Verbreitung des Fuchsbandwurms – zunimmt, sind Infektionen beim Menschen selten: 25 bis 40 Neuerkrankungen registrieren die Behörden jährlich. „Selbst wenn wir davon ausgehen, dass nur etwa jede dritte Infektion gemeldet wird, ist die Zahl insgesamt sehr niedrig“, sagt Professor Dr. med. Wolfgang Kratzer, Leiter des Sonografiezentrums an der Klinik für Innere Medizin I der Universität Ulm und ergänzt: „Nur wenige Menschen kommen überhaupt mit dem Erreger in Kontakt und von diesen erkrankt auch nicht jeder“.

  • Finden die Eier des Fuchsbandwurms jedoch ihren Weg in den Körper, kann die alveoläre Echinokokkose einen schweren Verlauf nehmen: 
  • Nachdem sie zunächst in die Leber gelangen, befallen die Larven im Laufe der Jahre auch andere Organe, wie Gehirn, Herz oder Lunge. 

Ihre bläschenartigen Zysten zerstören dort Gewebe. Unbehandelt sterben etwa 95 Prozent der Erkrankten. "Die frühe Diagnose ist deshalb so wichtig“, betont Kratzer. Genau diese ist allerdings schwierig: erst nach fünf bis 15 Jahren entwickeln die Patienten Symptome wie Bauchschmerzen oder Gelbsucht und gehen damit zum Arzt.

„Mit einem Serum-Antikörper-Test und einer Ultraschalluntersuchung der Leber ließe sich die Echinokokkose schon deutlich früher nachweisen“, erklärt Kratzer.

„Da die Krankheit so selten ist, machen Früherkennungsuntersuchungen aber allenfalls Sinn, wenn – wie etwa bei Jägern – ein konkretes Risiko besteht.“

Der Ulmer Arzt setzt sich dafür ein, das Wissen über die Diagnostik der Echinokokkose zu verbreiten: 

„Ärzte, die die Leber mittels Ultraschall untersuchen, sollten wissen, wie die typischen Schäden aussehen.

Das erhöht die Chancen, dass die Erkrankung als Zufallsbefund zu Tage tritt“, so der DEGUM-Experte. Eine neue Klassifikation, die Kratzer gemeinsam mit Kollegen entwickelt hat, kann dazu beitragen, dass auch weniger erfahrene Mediziner die Auffälligkeiten richtig erkennen. Anhand der Ultraschallaufnahmen von insgesamt 185 Fuchsbandwurm-Patienten hatte das Team die Erscheinungsbilder der Leberläsionen in fünf Gruppen eingeteilt.  

„Bei 70 Prozent zeigt sich der ‚Hagelschauer-‘ oder ‚Pseudozysitische Typ‘“ so Kratzer. Seltener sind die drei anderen Varianten.

Um die Krankheit zu behandeln, entfernen Chirurgen zunächst die Infektionsherde – wenn möglich komplett.

Außerdem verordnen die Ärzte Wirkstoffe, die den Stoffwechsel der Parasiten stören.

  • Wer vorbeugen will, sollte Hund und Katze regelmäßig entwurmen und sich nach dem Kontakt mit den Tieren die Hände waschen. 

Dies ist auch nach Erdarbeiten im Wald, Garten oder Feld ratsam.

Die Gefahr, die von gesammelten Waldbeeren ausgeht, ist indes eher gering.

„Die meisten unserer Patienten sind Hundehalter oder Landwirte“, berichtet Kratzer.

Wer ganz sicher gehen will, sollte gesammelte Waldbeeren gut waschen oder Marmelade daraus kochen:

bei 60 Grad Celsius sterben die Eier des Fuchsbandwurms ab.

Literatur:
Kratzer W. et al.: Proposal of an ultrasonographic classification for hepatic alveolar echinococcosis: Echinococcosis multilocularis Ulm classification-ultrasound
World J Gastroenterol 2015 November 21;21(43): 12392-12402

Über die DEGUM
Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint rund 10 000 Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten, Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin. Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. DEGUM zertifizierte Ärzte finden Patienten im Internet unter: http://www.degum.de.


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com







 

Über Google: Medizin am Abend Berlin 


Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin
Anna Julia Voormann
Irina Lorenz-Meyer
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: +49 711 8931 -642
Telefax: +49 711 8931 -167
lorenz-meyer@medizinkommunikation.org


Krankhafte Müdigkeit: Gleichstromstimulation

Medizin am Abend Berlin Fazit: Stromtherapie vertreibt Müdigkeit

Schwache Elektrostimulation des Gehirns reduziert das Schlafbedürfnis / Therapieansatz bei krankhafter Müdigkeit aufgrund von Hirnschädigungen vielversprechend / Erster Patient erfolgreich behandelt 

Über je zwei Elektroden auf der Stirn und am Hinterkopf wird schwacher Gleichstrom durchs Gehirn geleitet. Lediglich das An- und Abschalten des Stroms ist als leichtes Kribbeln spürbar.Über je zwei Elektroden auf der Stirn und am Hinterkopf wird schwacher Gleichstrom durchs Gehirn geleitet. Lediglich das An- und Abschalten des Stroms ist als leichtes Kribbeln spürbar.
Universitätsklinikum Freiburg

  • Eine leichte Elektrostimulation des Gehirns verringert das Schlafbedürfnis und steigert die Wachheit. 

Das haben jetzt Forscherinnen und Forscher des Universitätsklinikums Freiburg nachgewiesen. Sie führten bei gesunden Probanden vor der Nachtruhe eine transkranielle Gleichstromstimulation durch, bei der ein sehr schwacher Strom durch den Schädel geleitet wird. Im Schnitt benötigten die Probanden dadurch 25 Minuten weniger Schlaf pro Nacht als ohne Stimulation.

  • Die nicht-invasive Methode könnte sich gut für Patienten eignen, deren Schlafbedürfnis nach einem Schlaganfall oder einer anderen Hirnschädigung stark erhöht ist. 

Einen ersten Patienten haben die Ärzte bereits erfolgreich behandelt. Neben der klinischen Anwendung gibt die Studie überraschende Hinweise über das Zusammenspiel unterschiedlicher Hirnareale auf den Schlafprozess. Die Freiburger Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse am 1. Juni 2016 online im Fachmagazin Neuropsychopharmacology der Nature-Gruppe.

Mögliche Therapie bei extremem Tagschlafbedürfnis

„Bei den Probanden hat die Gleichstromstimulation das Schlafbedürfnis deutlich verringert, ohne dass negative Effekte auf Konzentration, Wachheit und Gedächtnisbildung aufgetreten sind“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Christoph Nissen, Ärztlicher Leiter des Schlaflabors an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg.

  • Grundlage dafür, dass Menschen sich wach und ausgeschlafen fühlen, ist eine ausgewogene hohe Aktivierbarkeit des Gehirns. Diese wird durch sogenannte Arousalprozesse im Gehirn gesteuert und lässt sich mit einem Elektroenzephalogramm messen.
  • Bei Patienten mit Parkinson, chronischer Depression und Hirnschädigungen, etwa nach einem Schlaganfall, sind diese Arousalprozesse oft verringert, was ein extrem großes Schlafbedürfnis zur Folge haben kann. 

Bei vielen Patienten führen die gängigen Therapieverfahren, wie Aktivierungsprogramme und Medikamente, nicht zu einer ausreichenden Besserung. „Für diese Patienten könnte die Elektrostimulation in Zukunft eine wirksame und gut verträgliche Behandlungsart sein“, sagt Prof. Nissen. Eine entsprechende Therapie ließe sich sogar zuhause durchführen. Die Ergebnisse der experimentellen Studie müssen vor einer breiteren klinischen Anwendung noch weiter auf Wirksamkeit und Sicherheit des Verfahrens untersucht werden.

Einblicke in die Steuerung grundlegender Schlafprozesse

Neben der direkten klinischen Anwendung gibt die Studie auch wichtige Hinweise auf die Steuerung von Schlafprozessen im Allgemeinen. Bislang lagen nur tierexperimentelle Daten vor, dass lokale Aktivitätsänderungen der Großhirnrinde die Schlafdauer beeinflussen. Die Freiburger Forscher fanden nun heraus, dass eine Veränderung in der Aktivität der Großhirnrinde auch beim Menschen den Schlafprozess verändern kann. „Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass es einen Informationsweg aus der Großhirnrinde in tiefer liegende Bereiche des Gehirns gibt, die den Schlaf steuern“, sagt Prof. Nissen.

Für ihre Studie untersuchten die Ärzte und Wissenschaftler um Prof. Nissen 19 Probandinnen und Probanden in jeweils fünf Nächten im Schlaflabor. Die Probanden erhielten vor dem Schlafengehen entweder eine Scheinstimulation oder eine zweimal 13 Minuten dauernde Elektrostimulation mit einer Stromstärke von zwei Milliampere. Bei der transkraniellen Gleichstromstimulation wird ein sehr schwacher, gleichmäßiger Stromfluss durch das Gehirn geleitet. Dafür werden an Stirn und Hinterkopf der Probanden je zwei Elektroden platziert. Die Stimulation selbst ist nicht spürbar, lediglich das An- und Ausschalten des Stroms wird leicht wahrgenommen.

Die Stimulation führte im Schnitt zu einer Verringerung der Gesamt-Schlafdauer um 25 Minuten (Schlafdauer nach Stimulation: 387 Minuten; ohne Stimulation: 412 Minuten). Weder in psychologischen Tests noch in ihrer Selbsteinschätzung zeigten die Probanden einen Unterschied zu Vergleichspersonen. Auch die Schlafarchitektur, also die Zusammensetzung von Leicht-, Tief- und REM-Schlaf, die für die nächtliche Verarbeitung von Informationen wichtig ist, blieb unverändert.

Patient erfolgreich behandelt

Bei einem chronisch müden Patienten konnten die Ärzte die Wirksamkeit der Methode bereits nachweisen. Der Mann hatte nach einem Bienenstich einen anaphylaktischen Schock erlitten und musste reanimiert werden. In Folge litt er zehn Jahre lang unter extremer Tagesmüdigkeit. Auf bisher verfügbare Therapien sprach er nicht an. Im Abstand von einem Monat wurde er an jeweils drei Tagen mit einer transkraniellen Elektrostimulationen behandelt. Bereits kurz darauf sank sein Tagschlafbedürfnis von 3,5 Stunden an vier Tagen pro Woche auf 2,5 Stunden an weniger als zwei Tagen. „Natürlich handelt es sich um eine Einzelbeschreibung, die sich nicht einfach verallgemeinern lässt. Aber die Verbesserung, die der Patient dadurch nach vielen weitgehend erfolglosen Therapien erfahren hat, lässt die Weiterentwicklung aussichtsreich erscheinen“, sagt Prof. Nissen.

Originaltitel der Arbeit: Modulation of total sleep time by transcranial direct current stimulation (tDCS)

DOI: 10.1038/npp.2016.65

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:
www.medizin-am-abend.blogspot.com 







 

Über Google:  Medizin am Abend Berlin
Prof. Dr. Christoph Nissen
Ärztlicher Leiter Schlaflabor
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-65010
christoph.nissen@uniklinik-freiburg.de

Johannes Faber
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-84610
johannes.faber@uniklinik-freiburg.de
Benjamin Waschow Universitätsklinikum Freiburg

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.nature.com/npp/journal/vaop/ncurrent/abs/npp201665a.html Link zur Studie

http://www.uniklinik-freiburg.de/psych/forschung-research/research-groups/rg-nis... Forschungsgruppe Prof. Nissen

Diabetischer Fuß und der Wundverschluss

Medizin am Abend Berlin Fazit:  HBO bei diabetischem Fuß: Anhaltspunkt für Nutzen beim Wundverschluss

Wunden können mit zusätzlicher HBO besser heilen / Bei anderen Therapieaspekten aber keine Vorteile 
 
Wenn Menschen mit einem sogenannten diabetischen Fußsyndrom zusätzlich zur konventionellen Behandlung eine Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) bekommen, kann das die Wundheilung begünstigen.

Allerdings ist die Aussagesicherheit der verfügbaren Studienergebnisse eingeschränkt.

Bei anderen für Patientinnen und Patienten maßgeblichen Therapieaspekten zeigen sie zudem weder Anhaltspunkte für einen Nutzen noch für einen Schaden. Zu diesem Ergebnis kam der am 2. Juni 2016 veröffentlichte Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Diabetischer Fuß kann Amputation erfordern

Ist bei Menschen mit Diabetes mellitus der Blutzuckerspiegel über viele Jahre zu hoch, kann dies die Blutgefäße schädigen. Dadurch werden die Extremitäten, also Arme und Beine, nicht mehr ausreichend durchblutet und das Schmerzempfinden ist vermindert (Polyneuropathie). Kleinere Wunden, die bei Menschen mit Diabetes ohnehin schlecht heilen, werden deshalb häufig erst spät bemerkt. Das gilt vor allem dann, wenn sie, wie an den Füßen, schlecht sichtbar sind.

Kommt eine Infektion hinzu oder stirbt das Gewebe ab (Nekrose), kann es beim sogenannten diabetischen Fußsyndrom (DFS) im schlimmsten Fall sein, dass der Fuß ganz oder teilweise amputiert werden muss.

Zusätzlicher Sauerstoff soll Durchblutung des Gewebes verbessern

  • Eine HBO wird zusätzlich zur herkömmlichen Wundversorgung empfohlen, wenn alle Möglichkeiten, das Gewebe zu revaskularisieren, also wieder ausreichend mit Blut zu versorgen, gescheitert sind und eine Amputation droht.

Bei einer HBO sitzen die Patientinnen oder Patienten in einer speziellen Kammer und atmen dort unter erhöhtem Luftdruck meist reinen Sauerstoff ein. Dies soll das Blut mit Sauerstoff anreichern und eine bessere Sauerstoffversorgung auch des Wundgebiets fördern.

Ergebnissicherheit der meisten Studien gering

Insgesamt konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neun randomisierte kontrollierte Studien in ihre Bewertung einbeziehen. Allerdings sind darunter nur zwei Studien, die ein niedriges Verzerrungspotenzial haben und deren Ergebnisse deshalb mit größerer Sicherheit interpretiert werden können. Bei den übrigen fehlten in den Publikationen häufig genaue Angaben, wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den jeweiligen Gruppen zugeteilt wurden, und die Studien waren meist nicht verblindet.

Studien schließen unterschiedliche Patienten ein

Hinzu kommt, dass die Studien sehr unterschiedliche Patientinnen und Patienten eingeschlossen hatten. Das betraf unter anderem die Schwere der Erkrankung. Aber auch in Hinblick auf den Auswertungszeitpunkt gab es zwischen den Studien zum Teil große Abweichungen. Dies könnten wesentliche Gründe dafür sein, dass die Ergebnisse der Studien bei einzelnen Therapieaspekten sehr heterogen waren - andere Ursachen lassen sich aber nicht ausschließen.

Maßgebliche Studien kommen zu diskrepanten Ergebnissen

Mit ausreichender Sicherheit interpretierbar sind die Ergebnisse zum Endpunkt Wundverschluss. Hier zeigt die Zusammenfassung der Daten einen Vorteil der HBO gegenüber der Kontrollgruppe. Denn im HBO-Arm war die Chance auf einen Wundverschluss fast doppelt so hoch wie im Vergleichsarm. Das IQWiG sieht deshalb hier einen Anhaltspunkt für einen Nutzen der HBO.

In ihrem Vorbericht waren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch von einem Beleg ausgegangen. In den Abschlussbericht konnten sie jedoch eine weitere Studie einbeziehen, die erst im Januar 2016 vollständig publiziert worden war. Nun gibt es zwar nicht nur eine, sondern zwei Studien mit niedrigem Verzerrungspotenzial. Allerdings kommen diese beiden Studien zu diskrepanten Ergebnissen beim Wundverschluss. Das IQWiG hat deshalb die Aussagesicherheit im Abschlussbericht von einem Beleg auf einen Anhaltspunkt herabgestuft.

Entweder keine Daten oder keine relevanten Gruppenunterschiede

Für keinen der übrigen patientenrelevanten Endpunkte gibt es einen Anhaltspunkt für einen Nutzen. Dafür gibt es zwei Gründe: Entweder die Studien enthielten keine Daten. Das trifft zu auf die Zielkriterien Schmerz, Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Abhängigkeit von Fremdhilfe oder Pflegebedürftigkeit.

Oder die einbezogenen Studien enthielten zwar verwertbare Daten, diese zeigen aber keine relevanten Unterschiede zwischen der herkömmlichen Therapie ohne HBO und der mit einer ergänzenden HBO. Das gilt nicht nur für die Zielkriterien Sterblichkeit, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Dauer des Klinikaufenthalts, sondern auch für die Notwendigkeit einer Amputation.

Kein Anhaltspunkt für einen Schaden

Zugleich gibt es aber auch keinen Anhaltspunkt für einen Schaden der zusätzlichen HBO in Form von unerwünschten Wirkungen. Insgesamt ist die Rate von Komplikationen in beiden Gruppen vergleichbar, weshalb die HBO als sicher gilt.

Zum Ablauf der Berichtserstellung

Die vorläufigen Ergebnisse, den sogenannten Vorbericht, hatte das IQWiG im Mai 2015 veröffentlicht und zur Diskussion gestellt. Nach dem Ende des Stellungnahmeverfahrens wurde der Vorbericht überarbeitet und als Abschlussbericht im April 2016 an den Auftraggeber versandt. Die eingereichten schriftlichen Stellungnahmen werden in einem eigenen Dokument zeitgleich mit dem Abschlussbericht publiziert. Der Bericht wurde gemeinsam mit externen Sachverständigen erstellt. 

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com








Über Google: Medizin am Abend Berlin

Dr. Anna-Sabine Ernst
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Im Mediapark 8
50670 Köln
Deutschland
Nordrhein-Westfalen


Dr. Anna-Sabine Ernst
Telefon: 0221 35685 153
Fax: 0221 35685 833
E-Mail-Adresse: anna-sabine.ernst@iqwig.de
 


Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.iqwig.de

360° TOP-Thema der CHARITÉ: Hüftimplantate

Medizin am Abend Berlin Fazit: Hüftimplantate: Metallabrieb schädigt knochenbildende Zellen

Freisetzung von Ionen aus Implantaten mit Metall-Metall-Gleitpaarung 
 
Implantate, bei denen sowohl Kugelkopf als auch Gelenkpfanne aus Kobalt-Chrom-Molybdän-Legierungen bestehen, sogenannte Metall-Metall-Gleitpaarungen, können im menschlichen Körper unter Belastung Metallionen freisetzen.

Rückbildungen des Knochens, Osteolysen genannt, sind beobachtet worden.

Einige Implantathersteller haben Produkte dieser Art bereits vom Markt genommen. Ärzte und Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des DRK Klinikums Westend konnten jetzt nachweisen, dass eine Freisetzung von Chrom und Kobalt zum implantatnahen Knochenverlust beiträgt. Wie im aktuellen Fachmagazin Biomaterials* veröffentlicht ist, schädigen Metallionen die Vorläufer knochenaufbauender Zellen.

Die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks gilt als „Operation des Jahrhunderts“. In Deutschland werden jährlich etwa 220.000 dieser Eingriffe durchgeführt. Die Mehrzahl von ihnen verläuft zufriedenstellend, zahlreiche Patienten erlangen weitgehende Schmerz- und Bewegungsfreiheit zurück. Heute werden in der Regel Implantate mit Metall-Polyethylen- oder Keramik-Keramik-Gleitpaarung eingesetzt.

  • Bei Implantaten mit Metall-Metall-Paarung sind vermehrt Knochenrückbildungen festgestellt worden, was eine frühzeitige Wechseloperation erfordert.

Die Berliner Wissenschaftler haben jetzt Veränderungen in gelenknahem Gewebe, in der Gelenkflüssigkeit und im Knochenmark analysiert, die durch eine Chrom- und Kobaltbelastung ausgelöst werden. Dabei hat sich gezeigt, dass nicht nur Abriebpartikel, sondern auch gelöste Metalle eine entscheidende Rolle bei der Gesamtbelastung spielen. Die gelösten Bestandteile erreichen das Knochenmark und schädigen dort die Vorläuferzellen von knochenmineralisierenden Osteoblasten, sogenannten mesenchymalen Stammzellen (MSCs).

Die Studie verdeutlicht, dass MSCs, die aus dem Knochenmark von metallbelasteten Patienten isoliert wurden, ihr Potential zur Differenzierung zu Osteoblasten und somit zum Knochenaufbau vollständig eingebüßt haben. Diesen Effekt konnten die Forscher anhand von Zellkulturen unbelasteter Patienten bestätigen, indem sie relevante Mengen gelösten Chroms und Cobalts in der Zellkultur aussetzten, mit identischem Resultat.

„Wir konnten zeigen, dass die Bestimmung der lokalen Metallbelastung entscheidend dazu beiträgt, biologische Konsequenzen der Metallabriebprodukte zu verstehen und als mögliche Ursachen des Versagens einer Endoprothese zu identifizieren“, sagt Anastasia Rakow, Ärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité. Janosch Schoon, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Julius Wolff Institut und Mitglied der Gesellschaft für Toxikologie, ergänzt: „Die Freisetzung von Abrieb- und Korrosionsprodukten hat unseren Untersuchungen zufolge mehrere Ursachen. Neben den Materialeigenschaften spielen auch biomechanische und anatomische Gegebenheiten des einzelnen Patienten eine zentrale Rolle.

Deshalb benötigen wir systematische Ansätze, um die tatsächliche Belastung durch die in der Endoprothetik eingesetzten Metalle abschätzen zu können.“

Tatsache ist: Gelenkprothesen halten immer länger. Auch treten Komplikationen wie die sogenannte aseptische Lockerung inzwischen deutlich seltener auf. „Für den langfristigen Erfolg einer Prothese über 15 Jahre hinaus müssen wir die biologischen Auswirkungen der implantierten Materialien, vor allem der Metalle, noch besser verstehen“, erklärt Prof. Dr. Carsten Perka, Ärztlicher Direktor des Centrums für Muskuloskeletale Chirurgie.

„Unser Bestreben ist es daher, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Medizinern, Toxikologen und Biologen am Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Medizin noch weiter voranzubringen.“

Das Fazit der aktuellen Studie:  
  • Risiken, die von Metall-Metall-Gleitpaarungen ausgehen, übersteigen deren Nutzen. 
  • Ihr Einsatz sollte auf das medizinisch begründbare Maß begrenzt bleiben, folgern die Forscher. 

Langfristiges Ziel der Charité-Wissenschaftler ist es, mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse zukünftige Endoprothesendesigns und -materialien zu optimieren und somit zu bestmöglicher Patientensicherheit beizutragen.

*Anastasia Rakow, Janosch Schoon, Anke Dienelt, Thilo John, Martin Textor, Georg Duda, Carsten Perka, Frank Schulze, Andrea Ode. Influence of particulate and dissociated metal-on-metal hip endoprosthesis wear on mesenchymal stromal cells in vivo and in vitro. Biomaterials 2016; 98: 31-40. doi:10.1016/j.biomaterials.2016.04.023. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S014296121630134X

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com




 










Über Google: Medizin am Abend Berlin  

Prof. Dr. Carsten Perka
Ärztlicher Direktor des Centrums für Muskuloskeletale Chirurgie
Charité - Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 515 062
E-Mail: carsten.perka@charite.de
Manuela Zingl Charité – Universitätsmedizin Berlin

 institution logo

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte

http://www.charite.de


http://cmsc.charite.de/


http://jwi.charite.de/


http://bcrt.charite.de/home/