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Demenz + Alzheimer-Demenz: Prävention ist sehr wichtig....!

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Volkskrankheit Alzheimer: Wie viele Demenzfälle wären in Deutschland vermeidbar?

Leipziger Demenzforscher haben berechnet, dass deutschlandweit rund ein Drittel der Alzheimer-Erkrankungen auf Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht oder Diabetes zurückgehen. Sie plädieren dafür, sich in der Prävention von Alzheimer verstärkt auf diese Risiken zu konzentrieren. 
 
Demenzen sind nicht nur für die Betroffenen und deren Angehörige eine starke Belastung. Sie stellen auch die Gesundheitssysteme vor große Herausforderungen. Allein in Deutschland leiden nach Schätzungen der Deutschen Alzheimergesellschaft aktuell 1,5 Millionen Menschen an Demenz, davon eine Million an der Alzheimer-Demenz.

  • Demenzforscher am Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) der Universität Leipzig haben nun erstmals berechnet, wie viele Demenzfälle sich in Deutschland vermeiden lassen könnten, wenn damit im Zusammenhang stehende wichtige Risikofaktoren bekämpft werden würden. 

Wie die Ergebnisse zeigen, können für rund 30 Prozent der aktuellen Alzheimer-Demenzfälle sieben Lebensstilfaktoren verantwortlich gemacht werden: 

  • Bluthochdruck und starkes Übergewicht im mittleren Lebensalter, Diabetes Mellitus, Depression, mangelnde körperliche Aktivität, Rauchen und niedrige Bildung. 
  • Der höchste Einfluss wird darin mit 22 Prozent mangelnder körperlicher Aktivität und mit 15 Prozent dem Rauchen zugeschrieben. 
Im Vergleich mit anderen Industrienationen nimmt der Nikotinkonsum damit in Deutschland als Alzheimer-Risikofaktor einen außergewöhnlich hohen Stellenwert ein.

"Die breite Öffentlichkeit ist häufig der Auffassung, die Alzheimer-Erkrankung sei rein genetisch bedingt", sagt Tobias Luck, Leiter der ISAP-Arbeitsgruppe "Epidemiologie und Versorgungsforschung" und Hauptinitiator der Studie.

"Diese Zahlen geben damit vor allem Grund zur Hoffnung."

  • Der starke Einfluss dieser äußeren Faktoren auf das Alzheimerrisiko bedeutet ein hohes Potential zur Vorbeugung, da sie im Gegensatz zu den Genen grundsätzlich beeinflussbar seien. 
Die Wissenschaftler rechnen daher vor: 

Wenn es gelingt, die Häufigkeit der Risikofaktoren in der Bevölkerung zu halbieren, könnten theoretisch 130.000 der aktuellen Alzheimerfälle in Deutschland vermieden werden. "Diese Chance die Zahl an Alzheimererkrankungen in der Bevölkerung zu verringern, sollte umso mehr Anreiz geben, diese Risikofaktoren zu bekämpfen", betont Steffi Riedel-Heller, Professorin für Sozialmedizin und ISAP-Direktorin.

"Bisher wurde vor allem in die Behandlung von Demenzerkrankungen investiert.

Auch ihrer Prävention muss der entsprechende Stellenwert in Forschung und Praxis eingeräumt werden."

"Prävention von Alzheimer-Demenz in Deutschland - Eine Hochrechnung des möglichen Potenzials der Reduktion ausgewählter Risikofaktoren." Nervenarzt; 87(1):111-8. doi: 10.1007/s00115-015-0057-x


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Dr. Tobias Luck
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360° TOP-Einladung: Energy Drinks + Energy Shots: http://www.check-deine-dosis.de

Medizin am Abend Berlin: Energy Drinks: Wann besteht ein Risiko?

Sechste Ausgabe des interaktiven Onlineformats “Verbraucher fragen - Das BfR antwortet“ gestartet 
 
Unter dem Titel „Energy Drinks: Wann besteht ein Risiko?“ ist das sechste Online-Dialogforum des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) gestartet.

„Energy Drinks können zu unerwünschten gesundheitlichen Wirkungen führen, insbesondere, wenn man sehr viel davon trinkt, sie mit Alkohol vermischt, wenig schläft oder sich körperlich anstrengt“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.

„Um diese Risiken gerade auch bei jungen Menschen bekannter zu machen, greifen wir das Thema in unserem Online-Dialogforum auf.“

  • Bis zum 19. Februar 2016 können Verbraucherinnen und Verbraucher auf der BfR-Website Fragen zu diesem Thema stellen. Die drei meistgewählten Fragen beantwortet das BfR in einem Video.
Energy Drinks sollen anregend wirken - vor allem durch den Inhaltsstoff Koffein.

  • Darüber hinaus werden oft weitere Stoffe, wie Glucuronolacton, Inosit und Taurin eingesetzt. 

Sogenannte Energy Shots werden in kleineren Portionseinheiten als Energy Drinks angeboten, weisen jedoch pro Liter deutlich höhere Koffeingehalte als Energy Drinks auf.

In einigen Fallberichten wurden nach dem Konsum von Energy Drinks schwere gesundheitliche Schäden beschrieben, z.T. sogar Todesfälle.

Eine Kausalität wurde jedoch bislang nicht eindeutig nachgewiesen.

  • Das in Energy Drinks enthaltene Koffein stimuliert das Herzkreislauf- und das zentrale Nervensystem. 
  • Bei hohen Koffeinzufuhren können unerwünschte Wirkungen, wie z.B. erhöhte Erregbarkeit, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen sowie ein erhöhter Blutdruck, auftreten.
Aus Sicht des BfR können sich gesundheitliche Risiken ergeben, wenn Energy Drinks oder Energy Shots in hohen Mengen konsumiert werden.

  • Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass insbesondere der gleichzeitige Konsum von Energy Drinks und höheren Mengen an Alkohol und/oder ausgiebige körperliche Betätigung das Risiko für negative gesundheitliche Effekte erhöhen. 
  • Bestimmte Verbrauchergruppen, wie Kinder, Schwangere, Stillende und koffeinempfindliche Personen, sollten auf den Konsum von derartigen Energiegetränken verzichten.

Verbraucherinnen und Verbraucher können ihre Fragen zu gesundheitlichen Risiken von Energy Drinks bis zum 19. Februar 2016 online unter

http://www.bfr.bund.de/de/sie_fragen.html

stellen. Nach Ablauf der Fragerunde gibt es eine Woche lang die Möglichkeit, alle eingereichten Fragen zu bewerten. Die drei meistgewählten Fragen zu gesundheitlichen Risiken von Energy Drinks beantwortet das BfR in einem Video. Das Dialogforum ist seit 2011 fester Bestandteil der BfR-Website.

Weitere Informationen zur Wirkung von Koffein sowie einen Koffeinzähler bietet das Informationsportal des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) an:

http://www.check-deine-dosis.de

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

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Pneumokokken Infektion - Streptococcus pneumoniae: angeborebe zbd erworbene Immunantwort

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Neue Immun-Strategie gegen Pneumokokken Infektionen

Streptococcus pneumoniae, landläufig Pneumokokken genannt, sind Bakterien, die eine Vielzahl von schweren Infektionen auslösen. 

Ihr Krankheiten-Portfolio ist eindrucksvoll: Lungen-, Hirnhaut-, Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen sind ihre Spezialität.

In Deutschland sterben allein jährlich mehr als 10.000 Menschen an einer Lungenentzündung, die Pneumokokken verursacht haben.

  • Ein langfristig wirksamer Impfschutz gelingt bis heute gerade einmal gegen 23 von insgesamt über 90 verschiedenen Typen des Bakteriums. 

Wissenschaftler am Institut für Infektionsimmunologie des TWINCORE suchen deshalb nach neuen Wegen, das Immunsystem gegen Pneumokokken zu unterstützen. 
 
Das Immunsystem geht – stark vereinfacht – auf zwei Wegen gegen Eindringlinge vor. Zuerst aktivieren die Krankheitserreger die angeborene Immunantwort. 
  • Unsere Immunzellen erkennen deren charakteristische Bauteile von Geburt an. Die Reaktion darauf dauert meist nur Minuten, so dass die Reaktion des angeborenen Immunsystems Erreger innerhalb kürzester Zeit unschädlich macht – das ist sozusagen eine universelle Reaktion gegen krankmachende Mikroorganismen. 
  • Anders die erworbene Immunantwort: Sie wird von unserem Immunsystem erst in den ersten Lebensjahren aufgebaut und stetig erweitert. Jeder Kontakt mit Krankheitserregern hinterlässt Spuren und Erinnerungen im Immunsystem. Impfen ist letztlich nichts anderes, als dem erworbenen Immunsystem eine Erinnerung einzupflanzen. 

„Streptococcus pneumoniae ist allerdings leider ein sehr wandelbarer Erreger, so dass die Impfungen z.T. langfristig keinen zuverlässigen Schutz bieten“, sagt Markus Dudek, Doktorand am Institut für Infektionsimmunologie. „Wir verfolgen deshalb den Ansatz, die angeborene Immunität zu stärken, wenn deren Reaktion gegen Pneumokokken nicht ausreicht.“

Die entscheidende Frage, wenn man ein System verstärken möchte ist: wo tut man dies? In diesem Fall fragten sich Markus Dudek und seine Kollegen, welcher spezielle Typ von Immunzellen entscheidend für die erste Abwehr gegen Pneumokokken ist.

„Wir wissen, dass Menschen mit einem Gendefekt in dem Adaptermolekül MyD88 sehr anfällig für Streptokokken sind. 

Das haben wir genutzt und dieses Molekül nur von ausgewählten Zellen produzieren lassen, um zu sehen, in welchen Immunzellen dieser Adapter wichtig für die Abwehr der Pneumokokken ist.“ Wird dieser Adapter aktiviert, veranlasst er die Zelle, in der er sich befindet, die Krankheitserreger mittels Phagozytose oder spezieller Proteine abzutöten – der erste Schritt in der Immunabwehr.

„Wir haben beobachtet, dass es für eine vollständige Immunantwort nicht ausreicht, Immunzellen wie Makrophagen und dendritische Zellen über MyD88 zu aktivieren.“


Für die universelle Abwehrreaktion gegen Pneumokokken ist noch ein weiterer Faktor wichtig:

  • Epithelzellen, die die Innenseite der Lunge auskleiden, geben sogenannte Surfactant-Proteine ab. 
  • Sie halten über elektrostatische Abstoßung die hauchzarten Lungenbläschen offen. Ohne diese Stoffe würde die Lunge zusammenfallen und verkleben. Gleichzeitig wirken einige dieser Surfactant-Substanzen antimikrobiell und übernehmen damit auch eine wichtige Immunfunktion. Sie binden an die Bakterien, verklumpen sie und schädigen ihre Zellmembran – damit haben Abwehrzellen ein leichtes Spiel. „
  • Wir haben beobachtet, dass bei Pneumokokkeninfektionen sowohl in alveolaren Makrophagen und dendritischen Zellen als auch in Epithelzellen MyD88 aktiviert werden muss, um eine ausreichende angeborene Immunantwort hervorzurufen“, sagt Markus Dudek. „Ein Zelltyp allein reicht nicht aus.“
„Mit diesen zwei Erkenntnissen, sind wir einen Schritt bei der Entwicklung von potenziellen Therapieansätzen, die auf dem angeborenen Immunsystem basieren, weitergekommen“, sagt Institutsleiter Tim Sparwasser.

Markus Dudek

 Markus Dudek TWINCORE

„Können wir beispielsweise bestimmte Surfactant-Substanzen bei akuten Lungenentzündungen mit Pneumokokken als Inhalationsmedikament einsetzen? 

Oder wie können wir die durch MyD88 angestoßene Aktivierung der Abwehr verstärken, so dass sie ausreicht, um Pneumokokken gleich zu Beginn der Infektion abzuwehren?“ Fragen, denen die Wissenschaftler am TWINCORE in folgenden Projekten nachgehen werden.

Publikation:
Dudek M, Puttur F, Arnold-Schrauf C, Kuhl AA, Holzmann B, Henriques-Normark B, Berod L, Sparwasser T (in press) Lung epithelium and myeloid cells cooperate to clear acute pneumococcal infection. Mucosal Immunol doi: 10.1038/mi.2015.128

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Prof. Dr. Tim Sparwasser, tim.sparwasser(at)twincore.de
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 Dr. Jo Schilling TWINCORE - Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung

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360°TOP-Thema: Die Schwangerschaft und das Mutterherz

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Schwangerschaft als Stresstest für das Mutterherz

Eine Schwangerschaft bedeutet für das Herz eine zusätzliche Belastung, der es nicht immer gewachsen ist. 

Die Zahl der Frauen, die während oder nach der Schwangerschaft eine Herzschwäche oder Bluthochdruck entwickeln, ist in den letzten Jahren gestiegen. 

Ursachen dafür können Übergewicht und höheres Alter der werdenden Mutter sein. 

Auch bei einer künstlichen Befruchtung steigt das Risiko, eine kardiovaskuläre Erkrankung zu erleiden. 

Eine frühzeitige Diagnose steigert die Chancen, dass Mutter und Kind die Krise ohne Spätschäden überstehen. Entscheidend ist, so die DGIM, dass betroffene Frauen von Spezialisten betreut werden – vor, während und nach der Geburt. 
 
  • Eine Herzschwäche in der Schwangerschaft beginnt schleichend. 

Wenn das Herz nicht in der Lage ist, die vom Körper benötigte Blutmenge zu befördern, fühlen die Frauen sich über das Maß hinaus müde und abgeschlagen; es stellt sich zunehmend Atemnot ein, die sich beim Liegen verstärkt. 

Es kann Herzrasen auftreten und das Gewicht nimmt durch Wassereinlagerungen im Gewebe zu. „Ein Teil dieser Symptome, wie die Wassereinlagerungen, treten häufig bei Schwangerschaften auf und sind in der Regel unbedenklich“, erläutert Professor Dr. med. Gerd Hasenfuß, Vorsitzender der DGIM und Direktor der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der UMG, Universitätsmedizin Göttingen.

Wichtig sei, dass der behandelnde Arzt im Zuge der Voruntersuchungen Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Übergewicht ermittelt, regelmäßig den Blutdruck der werdenden Mutter kontrolliert und die Patientin gegebenenfalls engmaschig betreut.

Die häufigste Ursache für eine Herzschwäche ist eine Hochdruckerkrankung, die bei acht Prozent aller Schwangeren auftritt.

Wenn sie mit Eiweißverlust über die Niere verbunden ist, liegt eine Präeklampsie vor, die bleibende Schäden beim Ungeborenen verursachen kann.

„Eine frühzeitige Entbindung ist dann häufig die einzige Lösung, um die Gesundheit von Mutter und Kind nicht zu gefährden“, sagt Professor Hasenfuß. 

Die meisten Frauen erholen sich von der Herzschwäche.

  • Sie haben jedoch im späteren Leben ein 3 bis 8 Mal höheres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck und Nierenversagen zu leiden. 

„Diese Frauen sollten nach der Entbindung ärztlich weiter betreut werden“, so der Vorsitzender des Herzzentrums an der UMG.  

„Die Schwangerschaft ist ein Stresstest für das Herz. Dessen Ergebnis sollte ernst genommen werden.“

Eine Herzschwäche in der Schwangerschaft kann aber auch auf vorbestehende Erkrankungen hinweisen.

„Es ist keineswegs selten, dass während der Schwangerschaft ein angeborener Herzfehler entdeckt wird“, so der Experte. Bei anderen Frauen liegen Herzklappendefekte oder andere Herzkrankheiten vor. Für sie kann der Stresstest Schwangerschaft tödlich enden.

In einem internationalen Register betrug die Sterberate ein Prozent. Professor Hasenfuß sagt: „Es kann deshalb ratsam sein, das Kind vor dem Termin per Kaiserschnitt zu holen.“

  • Die Zunahme von Herzschwächen in der Schwangerschaft führen Experten darauf zurück, dass immer mehr Frauen in höherem Alter Kinder bekommen. 
  • Weitere Risikofaktoren sind Fettleibigkeit und auch Schwangerschaften, die durch eine künstliche Befruchtung entstanden sind. 

Manchmal erkranken Schwangere ohne erkennbare Risiken an einer Herzschwäche.  

Diese peripartale Kardiomyopathie ist selten.

Die Zahl der Diagnosen ist jedoch gestiegen, seit die Medizinische Hochschule Hannover ein deutschlandweites Register für die Erkrankung eingerichtet hat.

„Wir schätzen, dass eine von 1500 bis 2000 Schwangeren an einer peripartalen Kardiomyopathie erkrankt“, so Professor Hasenfuß.

Viele Patientinnen müssen auf einer Intensivstation behandelt werden. Einige Kliniken haben Task Forces aus Kardiologen, Geburtshelfern, Neonatologen, Anästhesisten und Herzchirurgen gegründet, um den Frauen über die Krise hinwegzuhelfen.

  • Häufig mit Erfolg. Laut dem Patientenregister erholen sich etwa 85 Prozent von der Herzschwäche.

Quelle:

Hilfiker-Kleiner D, Bauersachs J. Herzerkrankungen in der Schwangerschaft Dtsch Med Wochenschr 2016; 141: 110–114.
(https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0041-110068)

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Gicht, Atherosklerose und anderen Volkskrankheiten: Kristall-vermittelten Zelltods

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Krankmacher Kristalle - Signal zum Zelltod

Bei Gicht, Atherosklerose und anderen Volkskrankheiten schädigen Kristalle Gewebe. Forscher um Hans-Joachim Anders zeigen nun, wie die Mikropartikel das Absterben von Zellen auslösen. 
 
Bei verschiedenen weit verbreiteten Krankheiten sind Kristalle die Auslöser. 
Sie führen, wie etwa die Harnsäure-Kristalle bei Gicht, zu einer Abwehrreaktion des Immunsystems und lösen Entzündungen aus, zugleich verursachen sie das Absterben von Gewebezellen. 

Ein Forscherteam um Professor Hans-Joachim Anders von der Medizinischen Klinik und Poliklinik der LMU, hat nun erstmals den Mechanismen dieses Kristall-vermittelten Zelltods identifiziert. Ihre Ergebnisse sind für viele Erkrankungen von Bedeutung, darunter neben Gicht auch Atherosklerose und manche Formen des akuten Nierenversagens. Sie sind aktuell in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

  • Kristalle schädigen das Gewebe und können zu einem Versagen betroffener Organe führen. 

Es wird vermutet, dass die von ihnen ausgelösten ganz verschiedenen Erkrankungen einen verbindenden Pathomechanismus haben.

Bislang konzentrierte sich die Forschung vor allem darauf, wie Kristalle Entzündungen auslösen. Die Forscher um Hans-Joachim Anders konnten nun erstmals zeigen, dass die Kristalle bei Gewebezellen eine Form der regulierten Nekrose in Gang setzen.Das galt bisher eher als passive Zellzerstörung. Es ist aber ein aktiv regulierter Mechanismus, der zum direkten Zelltod führt“, sagt Hans-Joachim Anders.

Neuer Ansatzpunkt für Medikamente

Die Forscher haben den molekularen Mechanismus unter anderem an Nieren- und Bindegewebszellen untersucht. Am Beispiel mehrerer Kristalle zeigen sie auf, dass die Mikropartikel den immer selben Signalweg aktivieren, der zum Zelltod führt. Ihre Daten weisen daraufhin, dass die Nekrose der Auslöser für das Entzündungsgeschehen ist.

Bislang wird auch bei der medizinischen Behandlung von Erkrankungen, die durch Kristalle ausgelöst werden, auf Entzündungshemmung gesetzt.

Der von Hans-Joachim Anders und seinen Kollegen identifizierte Mechanismus bietet nun ein neues Ziel für die pharmakologische Forschung. „Der Signalweg könnte ein neuer Ansatzpunkt für Medikamente sein.

Wird er unterbunden, würde das den durch Kristalle direkt ausgelösten Zelltod verhindern“, sagt Anders.

Der Studie zufolge müsste sich dadurch auch die Entwicklung einer chronischen Entzündung verhindern lassen. Ob sich daraus auch praktische Verbesserungen für die Behandlung von Patienten ergeben können, muss die weitere Forschung zeigen.

Publikation:
Mulay, S. R. et al.
Cytotoxicity of crystals involves RIPK3-MLKL-mediated necroptosis
In: Nat. Commun. 7:10274, doi: 10.1038/ncomms10274 (2016)

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Prof. Dr. Hans-Joachim Anders
Medizinische Klinik IV
Klinikum der Universität München – Campus Innenstadt
Allgemeinmedizin und Nephrologie
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Luise Dirscherl Ludwig-Maximilians-Universität München

Herzkranke Patienten: Erste Kardio-MRT-Studie mit Patienten am 7-Tesla-Scanner

Medizin am Abend Berlin Fazit: Gewebeschäden des Herzmuskels bis ins Detail sichtbar

Weltweit erste Kardio-MRT-Studie mit Patienten am 7-Tesla-Scanner

 
Abbildung der Mikrostrukturen des Herzmuskels, gekennzeichnet sind kleinste Vertiefungen im Muskelgewebe, sogenannte myokardiale Krypten. Links: hochauflösende CINE-Bildgebung am 7.0 Tesla. Rechts:…
 Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück Centrums für Molekulare Medizin (MDC) konnten erstmalig bei einer größeren Gruppe herzkranker Patienten die kardiale Magnetresonanztomographie an einem 7 Tesla MRT-Scanner anwenden. Die Aufnahmen des innovativen Hochleistungsgerätes zeigen das schlagende Herz in besonders hoher Auflösung. Details, die wertvolle Informationen über den Zustand des Herzmuskelgewebes geben, werden hierbei sichtbar. So lassen sich bei Patienten, die an einer Verdickung des Herzmuskels leiden, selbst kleinste Veränderungen im Muskelgewebe nachweisen, wie im aktuellen Fachmagazin PLOS ONE* veröffentlicht ist.

Die kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie (Kardio-MRT) wird zu einer Schlüsseltechnologie bei der Feindiagnostik von Herzmuskelerkrankungen.

Dabei entwickelt sich das Bildgebungsverfahren beständig weiter und ist in der Lage, immer genauere Details von gesundem und erkranktem Gewebe abzubilden, auch bei normaler Herzleistung.

Veränderungen oder Schäden des Herzmuskels lassen sich so besser erkennen und bewerten, beispielsweise bei Patienten mit einer genetisch bedingten Verdickung der linken Herzkammer, einer Hypertrophen Kardiomyopathie (HCM).

Aufgrund der Gewebedifferenzierung im Herzmuskelbereich werden am leistungsstarken 7-Tesla-Scanner Mikrostrukturen sichtbar, darunter krankhafte Veränderungen oder Vertiefungen in der Muskulatur.

Im klinischen Einsatz sind derzeit 1,5 und 3,0 Tesla MRT-Scanner. Weiterentwickelte 7-Tesla-Geräte liefern bei höherer Feldstärke deutlich höher aufgelöste Aufnahmen. Die meisten dieser neuartigen Scanner sind noch nicht für die klinische Anwendung, aber im Rahmen von Forschungsarbeiten zertifiziert.

Weltweit sind erst fünf Zentren in der Lage, das schlagende Herz auf diese Weise darzustellen. Die große Herausforderung des Kardio-MRT ist es, ein Organ abzubilden, das sich in stetiger Bewegung befindet.

Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Jeanette Schulz-Menger, Leiterin der Hochschulambulanz für Kardiologie am Experimental and Clinical Research Center (ECRC), einer gemeinsamen Einrichtung der Charité und des MDC sowie Leiterin der Gruppe Kardiale MRT am ECRC in Kooperation mit dem HELIOS Klinikum Berlin-Buch, haben nun weltweit zum ersten Mal das Potential der neuen Technologie für HCM-Patienten geprüft: „Unser Ziel war es, die Möglichkeiten eines 7-Tesla-Scanners bei Patienten mit einer Hypertrophen Kardiomyopathie einzusetzen und zu prüfen, ob kleinste morphologische Auffälligkeiten aufgezeigt werden können,“ so die Kardiologin. Den Forschern ist es gelungen, winzige Vertiefungen im Muskelgewebe, sogenannte myokardiale Krypten, nachzuweisen, die am klinischen Gerät dort nicht erkennbar waren.

Ermöglicht wurde dies durch eine enge Kooperation mit der Berlin Ultrahigh Field Facility (B.U.F.F.) am MDC unter der Leitung von Prof. Dr. Thoralf Niendorf. Gemeinsam haben die Wissenschaftler Patienten mit verdickter Herzmuskulatur am 7-Tesla-Gerät mit 2D CINE-Bildgebung wie auch am herkömmlichen 3-Tesla-Gerät gescannt und die Aufnahmen des Herzens verglichen. Zusätzlich sind gesunde Vergleichspersonen mithilfe der neuen Geräte-Generation untersucht worden.

Nach Auswertung aller Daten kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass eine Untersuchung am 7-Tesla-MRT bei Patienten mit Hypertropher Kardiomyopathie sinnvoll sein kann.

„Bei sieben von dreizehn Patienten konnten wir kleinste Vertiefungen im Muskelgewebe der linken Herzkammer gut sichtbar nachweisen“, sagt Dr. Marcel Prothmann, Erstautor der Studie.

„Das räumlich hochauflösende Verfahren ist ein Qualitätssprung in der Bildgebung. Es ermöglicht eine detaillierte Visualisierung struktureller Veränderungen innerhalb von Abschnitten ausgedehnter Herzmuskelverdickung“, so der Mediziner.

Die präzisen Abbildungen können dazu beitragen, genauere Aussagen über die Ursachen einer Herzinsuffizienz oder anderer Erkrankungen des Herzens zu treffen.


*Prothmann M, von Knobelsdorff-Brenkenhoff F, Töpper A, Dieringer MA, Shahid E, Graessl A, et al. (2016) High Spatial Resolution Cardiovascular Magnetic Resonance at 7.0 Tesla in Patients with Hypertrophic Cardiomyopathy – First Experiences: Lesson Learned from 7.0 Tesla. PLoS ONE 11(2): e0148066. doi:10.1371/journal.pone.0148066


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MDC Berlin  

 MDC Berlin Ultrahigh Field MR


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Prof. Dr. Jeanette Schulz-Menger
Experimental and Clinical Research Center (ECRC)
Campus Berlin Buch
Charité – Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 553 749

Back to the roots: Einkorn, Emmer, Dinkel: Mehr Lutein für bessere Augen

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Alte Weizenarten fördern die Sehkraft und senken das Cholesterin

Experten der Universität Hohenheim veröffentlichen wissenschaftliche Artikel zu Nährstoffen und Anbaufragen in alten Weizenarten / Herausforderungen liegen im Anbau 

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Back to the roots: Die alten und lange vergessenen Weizenarten Einkorn, Emmer und Dinkel bieten nicht nur geschmacklich ein besonderes Erlebnis. Auch gesundheitlich sind sie wertvoll, produzieren beispielsweise Lutein, einen Schutzstoff für die Augen.

Wissenschaftler der Universität Hohenheim forschen an Möglichkeiten den Ertrag der alten Weizensorten zu erhöhen – ohne Gentechnik.

Die gesundheitlichen Vorteile und Möglichkeiten für Landwirt & Co. heben die Wissenschaftler in zwei Fachartikeln hervor (im Journal of Functional Foods und in Crop Science). Weiter wurde eine Webstory der Amercian Society of Agronomy und der Crop Science Society zu den Erkenntnissen veröffentlicht.

Gut 46 kg Brot werden in jedem deutschen Haushalt im Durchschnitt jährlich verzehrt, lautet eine Auswertung des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks e. V. in Berlin. An der Spitze der Mehlsorten: Brotweizen und Roggen.

„Dabei gibt es gerade in der Weizenfamilie noch alte Arten mit einigen gesundheitsförderlichen Inhaltstoffen, die bisher missachtet werden“, erklärt Prof. Dr. Reinhold Carle, Lebensmitteltechnologe der Universität Hohenheim. Gemeinsam mit Jochen Ziegler und Dr. Friedrich Longin hat er Vorteile, Probleme und Möglichkeiten von alten Weizenarten untersucht und sie jetzt in zwei wissenschaftlichen Artikeln im Journal of Functional Foods sowie Crop Science veröffentlicht.

Mehr Lutein für bessere Augen

„Natürlich enthält auch beispielsweise der Brotweizen Inhaltsstoffe, die für den menschlichen Körper wichtig sind“. Vielversprechender sähe es jedoch bei den alten Weizenarten vor allem beim Einkorn aus, so Prof. Dr. Carle:

  • Er verzeichnet eine bis zu zehnmal höhere Konzentration an cholesterinsenkenden Sterylferulaten, Vitamin E und dem Augenschutzstoff Lutein.

„Lutein wird für den gelben Fleck im Auge benötigt, den Bereich des scharfen Sehens“, sagt Jochen Ziegler vom Fachgebiet Technologie und Analytik pflanzlicher Lebensmittel der Universität Hohenheim.

Gesünder Leben – auch ohne Grünkohl & Co.

  • Regelmäßig zu sich genommen, könne es beispielsweise die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), also den Hauptgrund des Erblindens älterer Menschen, verhindern. „Das Problem ist, dass Lutein vom Körper nicht selbst produziert werden kann“, so Ziegler. „Darum müssen wir es über unsere Nahrung aufnehmen.“
  • Vor allem Lebensmittel wie Grünkohl oder Spinat enthalten eine hohe Menge an Lutein. Das Problem erklärt Prof. Dr. Carle: „Wir essen nicht jeden Tag einen Topf Spinat um ausreichend Lutein aufzunehmen. Brot hingegen nehmen wir regelmäßig zu uns. Die alte Weizenart Einkorn bietet nun eine Möglichkeit, dass sich auch die Menschen gesünder ernähren, die nicht regelmäßig grünes, luteinreiches Gemüse zu sich nehmen.“

Natürlich gesund und resistent

Besonders attraktiv mache Einkorn das natürlich hohe Vorkommen von Lutein, sagt Ziegler. „Im Unterschied zum Golden Rice, bei dem Carotinoide durch Gentechnik in das Grundnahrungsmittel Reis eingebracht wurden, muss bei dieser alten Weizenart nichts verändert werden. Sie enthält von Natur aus viel Lutein.“

Warum die alten Weizenarten nicht schon längst die neuen verdrängt haben, liege nicht an ihren Inhaltsstoffen – sondern vor allem an den Herausforderungen im Anbau und an ihrem geringen Ertrag.

Umweltschutz und Biodiversität

Zwar habe vor allem Einkorn eine hohe Resistenz gegen Pilze und Krankheiten. „Die alten Weizensorten sind eine attraktive, einfach anzubauende Kulturart“, so die Einschätzung von Dr. Friedrich Longin, Experte für Einkorn, Emmer und Dinkel an der Universität Hohenheim.

„Man muss sie kaum spritzen und sie wachsen quasi von selbst. Das belastet natürlich auch die Umwelt weniger. Außerdem fördert der Anbau der alten Arten die Biodiversität, ein wichtiges Ziel für zukunftsfähige Landwirtschaft.“

Der Ertrag ist zu gering

In ihrem Wachstum liege aber auch das Problem, so Dr. Longin: „Die Halme von Einkorn und Emmer werden sehr lang. Man muss darauf achten, dass sie nicht umkippen und die Ernte dadurch verloren geht.“

Auch der Ertrag sei deutlich geringer als beim Brotweizen, sagt der Experte der Universität Hohenheim: „Emmer erreicht lediglich 50 % des Ertrages von Brotweizen, Einkorn sogar nur 25 %. Dadurch sind sie natürlich auch viel teurer. Das bekommt der Verbraucher zu spüren.“

Selbst durch verbesserte Züchtungen könne man den Ertrag nur bedingt steigern. „ Der Brotweizen wurde die letzten 100 Jahre intensiv züchterisch verbessert, das kann man beim Einkorn und Emmer so schnell nicht mehr aufholen.“

Ein weiteres Problem sei ein zusätzlicher Arbeitsschritt. „Alte Weizenarten besitzen im Gegensatz zu modernen noch ihre Hülle um das Korn, sie sind also bespelzt. Um die Körner von ihrer Hülle zu befreien entsteht in der Müllerei ein erheblicher Mehraufwand – auch das macht die alten Arten teurer.“ Umgekehrt stellt diese feste Umhüllung einen natürlichen Schutz gegen Schaderreger und Schadstoffe dar.

Experte fordert Umdenken und regionale Vermarktung

Trotz allem sieht der Experte der Universität Hohenheim ein hohes Marktpotenzial in den alten Getreidearten. „Der Trend unter den Verbrauchern geht zurück zum ‚Ursprünglichen‘. Auch auf Regionalität legen Kunden immer größeren Wert.“

Auf dem regionalen Markt sieht Dr. Longin die alten Weizenarten auch in Zukunft. „Wenn feste regionale Produktionsketten zwischen Landwirten, Müllern und Bäckern entstehen, fördert das nicht nur das regionale Handwerk. Die kurzen Produktionsstrecken sparen auch Geld.“

Sein Tipp um die alten Arten attraktiver zu machen: „Landwirte, Müller und Bäcker müssen zusammenarbeiten. Der Landwirt muss vor dem Anbau abklären, wer ihm seine Ernte abnimmt. Diese Sicherheit kann der Müller ihm aber nur geben, wenn Bäcker bereit sind, etwas Neues, dafür aber sehr Gesundes auszuprobieren. Denn auch das ist ein Trend unter den Verbrauchern: gesünder leben. Mit den alten Weizenarten kann das gelingen.“

Die ganzen Artikel gibt es im Journal of Functional Foods unter doi:10.1016/j.jff.2015.11.022 sowie in Crop Science unter doi: 10.2135/cropsci2015.04.0242. Die Erkenntnisse der Wissenschaftler wurden außerdem in einer Webstory der Amercian Society of Agronomy und der Crop Science Society zusammengebracht unter www.agronomy.org/science-news/ancient-going-nouveau

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Dr. Friedrich Longin, Universität Hohenheim, Landessaatzuchtanstalt - Arbeitsgebiet Weizen
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Prof. Dr. Reinhold Carle, Universität Hohenheim, Fg. Technologie und Analytik funktioneller Lebensmittel
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Dipl.-LM-Ing. Jochen Ziegler, Universität Hohenheim, Fg. Technologie und Analytik funktioneller Lebensmittel
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C. Schmid / Klebs

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Hausaufgabenhilfe - ein Teufelskreis?

Medizin am Abend Berlin: Hausaufgabenhilfe: Weniger ist manchmal mehr

Studie untersucht elterliches Engagement bei Hausaufgaben und Leistungsentwicklung bei Sechstklässlern ‒ Die besten Ergebnisse fanden sich bei Eltern, die unterstützten, ohne sich einzumischen 
 
Elterliche Hilfe bei Hausaufgaben führt nicht unbedingt zu besseren Schulleistungen. 

Medizin am Abend Berlin Zusatzfachlink: Gesundheitsberufe - Bewerbung  

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Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz nach der Auswertung einer Längsschnittstudie, in der knapp 1700 Schweizer Schüler und ihre Eltern über einen längeren Zeitraum hinweg befragt wurden. Gemessen wurde das elterliche Engagement bei den Hausaufgaben in Klassenstufe 6 sowie die Leistungsentwicklung über ein Schuljahr. So fielen sowohl die Deutschnoten als auch die Leistungsentwicklung im Lesen bei Kindern, deren Eltern häufig bei den Hausaufgaben halfen, schlechter aus als bei Kindern, die ihre Hausaufgaben selbstständig machten. Die Ergebnisse wurden im „Journal of Educational Research“ veröffentlicht.

Schlechte Zeugnisnoten sind für viele Eltern Anlass, sich verstärkt in die Hausaufgaben ihrer Sprösslinge einzumischen. Ob das Kindern hilft, ist jedoch umstritten, die dazu zahlreich vorliegenden Studien kommen zu widersprüchlichen Aussagen. „Das liegt unter anderem daran, dass die Studien ganz unterschiedliche Aspekte der elterlichen Hausaufgabenhilfe untersucht haben. Einige erheben zum Beispiel nur, wie oft Eltern ihren Kindern helfen und nicht, wie diese Hilfe konkret aussieht. Außerdem begrenzt die Untersuchungsmethodik die Aussagekraft vieler Studien“, so Ulrich Trautwein, Professor für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen.

Des Weiteren zeigten die Ergebnisse der Studie, dass sich die Qualität der elterlichen Hausaufgabenhilfe von Familie zu Familie deutlich unterscheidet. So erwies es sich als besonders günstig für den Lernfortschritt der Kinder, wenn Eltern sich wenig einmischten, aber dennoch zur Unterstützung des Lernprozesses zur Verfügung standen.

„Es macht einen großen Unterschied, ob Kinder die Unterstützung der Eltern als Hilfe oder als unliebsame Einmischung und Kontrolle empfinden“, erklärt Sandra Moroni von der Pädagogischen Hochschule Bern, die Erstautorin der Studie.

Da Eltern bekanntlich oft verstärkt dann eingreifen, wenn die Leistungen ihrer Kinder nachlassen, frustriert das Kinder oft doppelt. Ihnen wird dadurch signalisiert, dass sie gute Leistungen anscheinend nicht alleine erreichen können.

„Das führt zu einem Teufelskreis“, erklärt Moroni. Ihr Rat: Zunächst genau prüfen, warum die Leistung des eigenen Kindes nachgelassen hat, und – ggf. auch gemeinsam mit den Lehrkräften – nach Möglichkeiten suchen, wie es (wieder) selbst Verantwortung für die Hausaufgabenerledigung übernehmen kann.

Die Autoren der Studie untersuchten auch, wie sich ihre Ergebnisse veränderten, wenn sie – wie das in vielen früheren Studien der Fall war – wichtige weitere Faktoren wie frühere Leistungen und familiären Hintergrund – außer Acht ließen.

Das Ergebnis: Die Effekte der Hausaufgabenhilfe wurden bisher deutlich überschätzt. Das Fazit von Ulrich Trautwein: „Besonders bei einer so wichtigen, häufig diskutierten Thematik wäre es wichtig eine gute Datengrundlage zu haben. Mehr und vor allem bessere Studien sind daher unerlässlich.“

Originalpublikation:
Moroni, S., Dumont, H., Trautwein, U., Niggli, A., & Baeriswyl, F. (2015). The need to distinguish between quantity and quality in research on parental involvement: The example of parental help with homework. The Journal of Educational Research, 108(5), 417-431.

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Prof. Dr. Ulrich Trautwein
Universität Tübingen
Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung
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ulrich.trautwein@uni-tuebingen.de
Antje Karbe Eberhard Karls Universität Tübingen

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Aggressiver Bauchspeicheldrüsenkrebs/Pankreaskrebs: Entzündungssignale

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Welche Rolle spielen Entzündungssignale?

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der gefährlichsten Krebsarten überhaupt. Gegen Strahlen- und Chemotherapie ist er praktisch resistent und daher kaum zu behandeln. 

Darüber hinaus streut er früh in die Umgebung und wird oft spät entdeckt. 

Viele Patienten sterben wenige Monate nach der Diagnose. 

Warum Pankreaskrebs aber so aggressiv ist, lag lange im Dunkeln. 

Ein Team um Jens Siveke am Klinikum rechts der Isar der TU München hat sich auf die Spur der molekularen Veränderungen in den Krebszellen gemacht. Dabei gab es eine Überraschung: ein kleines Molekül, das Entzündungssignale in der Bauchspeicheldrüse reguliert, hemmt entscheidend die Tumorentstehung. Seine Rolle war bisher nicht bekannt. 

Krebszellen aus der Bauchspeicheldrüse unter dem Fluoreszenzmikroskop
Krebszellen aus der Bauchspeicheldrüse unter dem Fluoreszenzmikroskop
Rechte: Jens Siveke, Klinikum rechts der Isar, München
 
  • In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 15.000 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs – und fast alle sterben innerhalb eines Jahres daran. 

Zu wenig ist bisher darüber bekannt, was genau die Zellen der Bauchspeicheldrüse zu ihrem unkontrollierten Wachstum anregt. Allerdings zeigte sich bei Untersuchungen von Krebszellen aus der Bauchspeicheldrüse in fast allen Fällen eine Übereinstimmung:

Ein bestimmtes Gen war mutiert, das KRAS-Onkogen. 

  • Diese Mutation ist nicht ungewöhnlich, sie tritt auch schon auf, wenn es Entzündungen oder Schäden in der Bauchspeicheldrüse gibt, die noch nicht bösartig sind. Ab wann aber eine vorgeschädigte Zelle zur Tumorzelle entartet und was genau die gefährliche Veränderung auslöst, ist im Detail bisher nicht bekannt.

Krebs: Die Zellen entarten nach Entzündungen

Jens Siveke, Gastroenterologe und Spezialist für Krebs im Verdauungstrakt, hat sich zusammen mit einem Team der TU München auf die noch unverstandenen Mechanismen rund um Entzündungen in der Krebsentstehung konzentriert: 

Welche Zusammenhänge gibt es, welche Akteure und Botenstoffe in der Zelle lösen die bösartige Veränderung aus? 

  • Dabei arbeitete die Gruppe mit den Zellen, die für die Produktion von Verdauungssäften zuständig sind, die sogenannten azinären Zellen. 

An Mäusen zeigte sich, dass die Entzündung eine Art Auslöser für die bösartige Veränderung ist: 

  • Die Entzündungsreaktion der Zellen setzt zahlreiche Botenstoffe frei, die schließlich das bereits mutierte KRAS-Onkogen weiter aktivieren und die Zellentartung fördern.

Die Arbeitsgruppe um Jens Siveke konnte dabei auch weitere Mitspieler im Krebsgeschehen identifizieren, den sog. epidermal growth factor receptor (EGFR), sowie ein Molekül, das eine Schlüsselrolle für wichtige Wachstums- und Teilungsprozesse der Zelle spielt, RAC1 genannt. 

In ihren Studien entwickelten sie ein System, mit dem sich das Zusammenspiel von KRAS, EGFR und RAC1 in verschiedenen Erkrankungsstadien studieren ließ: 

Die Forscher isolierten und kultivierten azinäre Zellen mit den typischen Schädigungen, außerdem untersuchten sie Mäuse bezüglich der Rolle der drei Akteure in vorgeschädigten Zellen einerseits und bereits entarteten Zellen andererseits. 

Die Mäuse hatten die typische KRAS-Mutation in den Bauchspeicheldrüsenzellen, im Versuch wurde aber der RAC1-Botenstoff bei ihnen mit molekularen Methoden gestoppt.
 

Entzündungsbotenstoffe unterdrückt

Das überraschende Ergebnis: 

Fehlte RAC1 durch genetische Manipulation, wurde die Entartung der azinären, vorgeschädigten Zelle zur Tumorzelle komplett unterdrückt. 
  • RAC1 ist dabei zuständig für die Aussendung von Entzündungssignalen, die wiederum die Veränderung zur Tumorzelle durch KRAS auslösen.
  • Zusätzlich konnten die Wissenschaftler zeigen, dass RAC1 hauptsächlich für den äußeren Aufbau der Zelle, ihr Skelett, zuständig ist. Es steuert den Aufbau und die Stabilität dieses Skeletts. Das mutierte Krebsgen KRAS scheint also nur dann auf die Zelle einwirken zu können, wenn auch RAC1 seinen Einfluss auf das Zellskelett ausübt.

Bald Medikamente?

Die Erkenntnis, dass derartige grundlegende Prozesse wie die Regulation des zellulären Aufbaus einen zentralen Einfluss auf die Wirkweise mutierter Onkogene haben, war für Projektleiter Siveke überraschend: „Unsere Versuche zeigen, dass Zellen tatsächlich dauerhaft dem Stress des mutierten Onkogens KRAS widerstehen können. Wir waren sehr erstaunt, dass das überhaupt geht – und es eröffnet Ansätze für ganz neue Therapieverfahren“, sagt Jens Siveke. 

  • Siveke betreut und behandelt viele Patienten mit Pankreaskarzinom und hofft jetzt darauf, dass er, der inzwischen am Westdeutschen Tumorzentrum der Universitätsklinikum Essen und Deutschen Krebsforschungszentrum arbeitet, mit seinem Team auch Medikamente und zielgerichtete Verfahren zur Beeinflussung von RAC1 und KRAS entwickeln kann. 

„Wir hoffen, mit den besseren Einblicken in die Zell-Mechanismen und im Zusammenspiel mit vielen beteiligten Forschern und Ärzten neuartige Therapiekonzepte zu entwickeln und in klinischen Studien zu testen“.

Auszeichnung: Ismar-Boas-Preis 2013 der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stofffwechselkrankheiten an Dr. Irina Heid, Mitglieder der Arbeitsgruppe, für den Beitrag “Molecular Carcinogenesis, Development of New Therapeutic Strategies and Multimodal Imaging in Murine Endogenous Pancreatic Cancer”

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Professor Dr. Jens Siveke,
Westdeutsches Tumorzentrum
Universitätsklinikum Essen
und Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), Partnerstandort Essen
Hufelandstr. 55
45147 Essen
Tel: 0201 723-4580
E-Mail: j.siveke@dkfz-heidelberg.de und jens.siveke@uk-essen.de

Dr. Clara Lubeseder-Martellato
2. Medizinische Klinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar, Technical University Munich, Munich, Germany.
Tel: 089 4140-6792
E-Mail: clara.lubeseder-martellato@tum.de

Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte die zweite Phase dieses Forschungsprojekts mit rund 160.000 Euro, nachdem sie die erste Phase mit rund 210.000 € unterstützt hatte. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 220 Millionen Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Damit ist die Wilhelm Sander-Stiftung eine der bedeutendsten privaten Forschungsstiftungen im deutschen Raum. Sie ging aus dem Nachlass des gleichnamigen bayerischen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de
Bernhard Knappe Vorstandsvorsitzender Wilhelm Sander-Stiftung

Nachhilfe: Außerunterrichtliche Fördermaßnahmen

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Eltern geben jährlich fast 900 Millionen Euro für Nachhilfe aus

In Deutschland erhalten 1,2 Millionen Schüler Nachhilfe. Nicht alle von ihnen haben schlechte Noten. Ganztagsschulen bieten Möglichkeiten, privat finanzierte Nachhilfe zu ersetzen. 

Eltern in Deutschland geben jährlich 879 Millionen Euro für private Nachhilfestunden aus. 

Pro Monat investieren sie für ihre Kinder durchschnittlich 87 Euro in außerunterrichtliche Fördermaßnahmen. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung hervor, die von Professor Klaus Klemm und Nicole Hollenbach-Biele auf Basis einer repräsentativen Elternbefragung erstellt wurde.

  • Laut der Studie erhalten insgesamt 14 Prozent der Schüler zwischen 6 und 16 Jahren privat finanzierte oder kostenfreie Nachhilfe. Im Osten nehmen 16 Prozent der Schulkinder Nachhilfe in Anspruch, im Westen 13 Prozent.  
Schüler aus finanzstarken Familien (ab 3.000 € Haushaltsnettoeinkommen) nutzen mit 15 Prozent Nachhilfe etwas häufiger als Schüler aus Haushalten mit geringeren Einkommen (12 Prozent). Kinder und Jugendliche ohne Migrationshintergrund erhalten eher Nachhilfe als solche mit ausländischen Wurzeln (14 zur 11 Prozent).

Nachhilfe signalisiert Nachholbedarf bei individueller Förderung

Mit dem Wechsel von Grund- zu weiterführenden Schulen steigt der Nachhilfebedarf: Erhalten in der Grundschule knapp 5 Prozent der Kinder Nachhilfe, sind es in den weiterführenden Schulen der Sekundarstufe insgesamt rund 18 Prozent.

Am häufigsten verbreitet ist die Lernunterstützung an Gymnasien: Fast jeder fünfte Gymnasiast (18,7 Prozent) nutzt Nachhilfe.

"Nachhilfe darf kein Ersatz für fehlende individuelle Förderung sein. Gerade die weiterführenden Schulen müssen sich noch besser auf die Vielfalt ihrer Schüler einstellen", sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Am häufigsten nutzen Schüler Nachhilfe in Mathematik (61 Prozent aller Nachhilfeschüler) gefolgt von den Fremdsprachen (46 Prozent) und Deutsch (31 Prozent). Unbefriedigende Zensuren sind dabei nicht unbedingt ausschlaggebend.

In Mathematik haben zwar 63 Prozent der Nachhilfeschüler bestenfalls ausreichende Zensuren (Notendurchschnitt 4 – 6). Doch rund jeder Dritte (34 Prozent) nutzt die zusätzliche Förderung auch bei befriedigenden bis sehr guten Leistungen (Notendurchschnitt 1 - 3).

Mehr kostenfreie Nachhilfeangebote für Ganztagsschüler

Überraschend: Nur gut zwei Drittel der Eltern zahlen für die Nachhilfe ihrer Kinder (69 Prozent). Ob sie die Fördermaßnahmen privat finanzieren, hängt auch von der Organisationsform der Schule ab.

Schüler an Halbtagsschulen erhalten laut Elternangaben in 20 Prozent aller Fälle kostenfreie Angebote. An offenen Ganztagsschulen sind es 25 Prozent; an gebundenen Ganztagsschulen, wo feste Betreuungszeiten außerhalb des Unterrichts geregelt sind, profitiert ein gutes Drittel (34 Prozent) von kostenlosen Nachhilfeangeboten.

Der Ausbau von Ganztagsschulen müsse weiter vorangetrieben werden, fordert Jörg Dräger. "Bildungschancen dürfen nicht von privat finanzierter Nachhilfe abhängen. Ganztagsschulen bieten einen guten Rahmen für zusätzliche und individuelle Förderung."

Zusatzinformationen

Die Bertelsmann Stiftung engagiert sich für mehr Chancengerechtigkeit und Teilhabe im Schulsystem. In der vorliegenden Studie „Nachhilfeunterricht in Deutschland: Ausmaß – Wirkung – Kosten“ haben Professor Klaus Klemm und Nicole Hollenbach-Biele für die Bertelsmann Stiftung aktuelle Forschungsbefunde zur Nutzung von Nachhilfe ausgewertet. Ergänzt wird diese Analyse durch die Ergebnisse einer repräsentativen Elternumfrage, in deren Rahmen Infratest dimap im Auftrag der Bertelsmann Stiftung insgesamt rund 4.300 Eltern aus ganz Deutschland zur Nutzung von Nachhilfe befragte.

Unsere Experten: Dr. Nicole Hollenbach-Biele, Telefon: 0 52 41 81 81 541
E-Mail: nicole.hollenbach-biele@bertelsmann-stiftung.de

Dr. Dirk Zorn, Telefon: 0 52 41 81 81 546
E-Mail: dirk.zorn@bertelsmann-stiftung.de



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