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360° TOP-Thema: Morbus Crohn-Patienten - Körpereigene Antibiotika - Panethzzellen,

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Erstmals nachgewiesen: 

Monozyten vom angeborenen Immunsystem regulieren Darmbarriere

Aktuell publiziert in Proceedings der National Academy of Science U.S.A. - Erkenntnisse liefern wichtige Daten für das Verständnis von Morbus Crohn 
 
  • Bei Morbus Crohn-Patienten reagiert das Immunsystem auf das Eindringen von Bakterien aufgrund einer gestörten Darmbarriere, es kommt zur Entzündungen des Dünndarms. 
  • Wissenschaftler am Uniklinikum Tübingen haben jetzt erstmals nachgewiesen, dass aus dem Knochenmark stammende Zellen die Darmbarriere und das Mikrobiom im Darm regulieren. 

Diese Erkenntnisse sind für das Krankheitsverständnis entscheidend und bilden die Grundlage für eine Vielzahl neuer therapeutischer Ansätze.
 siehe Text

In der aktuell in „Proceedings“ der National Academy of Science U.S.A.
(Lioba Courth et al.) veröffentlichten Arbeit konnte erstmals gezeigt werden, dass vom Knochenmark abstammende mononukleäre Zellen des angeborenen Immunsystems über Stammzelldifferenzierungsfaktoren die körpereigene, antibakterielle Defensinantwort in den Panethzellen der Darmwand kontrollieren können.

Bei Morbus Crohn bilden die Monozyten zu wenig Stammzelldifferenzierungsfaktoren, weshalb die Darmoberfläche (Panethzellen) zu wenig antimikrobielle Defensine (körpereigene Antibiotika) enthält.

  • Dieser Mangel ermöglicht es Darmbakterien die Epithelzellen des Darms anzugreifen und dadurch eine Entzündung hervorzurufen.

Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung für die es bislang keine Heilung gibt. 

Die Häufigkeit nimmt zu und es gibt in Europa etwa eine Million Menschen mit dieser Erkrankung.

  • Durch schubweise wiederkehrende Entzündungen, starke Schmerzen, ständige Durchfälle, Müdigkeit und eine Vielzahl weiterer Symptome sind die oft jungen Patienten stark in ihrer Lebensqualität und Leistungsfähigkeit eingeschränkt. 

Die Ursachen, wie es zur Entzündung kommt, waren lange unklar.

  • Zunehmend ist die Hypothese akzeptiert, dass die Darmbarriere, also die Grenze der Darmwand, die uns von den Bakterien im Darminneren trennt, eine entscheidende Rolle spielt und die Entzündung durch einen Defekt in dieser Barriere ausgelöst und unterhalten wird.

Schützende Barriere im Darm

Körpereigene Antibiotika, die u. a. von sogenannten Paneth´schen Körnerzellen im Dünndarm gebildet werden, spielen eine entscheidende Rolle bei Morbus Crohn des Dünndarms. 

Der Inhalt dieser Zellen wird normalerweise in ausreichenden Mengen ins Darminnere abgegeben.

Diese sogenannten „Defensine“ verhindern dort das Eindringen der im Darm enthaltenen Mikroorganismen in den Körper und regulieren gleichzeitig die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms. 

Neben einer zentralen Rolle bei Morbus Crohn des Dünndarms scheinen Panethzellen auch bei einer Vielzahl anderer Erkrankungen - an denen das Darmmikrobiom beteiligt ist - eine wichtige Rolle zu spielen.

  • Dazu gehören neben metabolischen Erkrankungen auch eine häufig vorkommende Darmentzündung nach Transplantation des Knochenmarks, die sogenannte „Graft versus host disease“.

Verschiedene genetische Defekte, die teils durch die Tübinger Arbeitsgruppe beschrieben wurden, führen direkt zur Störung der Panethzellen und sind mit Morbus Crohn des Dünndarms assoziiert.

Lange Zeit war jedoch unklar, wie es bei Patienten ohne genetische Veränderungen zur Störung dieses Systems kommt. Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Jan Wehkamp von der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen untersuchte die Frage, welchen Einfluss vom Knochenmark abstammende Zellen auf die Darmbarriere haben könnte, vor allem in Bezug auf die Regulation der körpereigenen Defensinabwehr und somit auf das Mikrobiom.

Die Rolle des Knochenmarks

Die Tübinger Arbeitsgruppe in Kooperation mit dem Robert Bosch Krankenhaus, Stuttgart und dem Dr. Margarete Fischer Bosch Institut für klinische Pharmakologie, Universität Tübingen ging von einer völlig neuartigen Hypothese aus:

Zellen des Knochenmarks könnten das Darmmikrobiom indirekt über die Defensine der Panethzellen kontrollieren. Ausgangspunkt dieser Idee ist die Tatsache, dass sich die Symptome von Morbus Crohn des Dünndarms über eine Knochenmarkstransplantation beheben lassen.

In der aktuell in „Proceedings“ der National Academy of Science U.S.A. (Lioba Courth et al.) veröffentlichten Arbeit konnte erstmals gezeigt werden, dass vom Knochenmark abstammende mononukleäre Zellen des angeborenen Immunsystems über Stammzelldifferenzierungsfaktoren die körpereigene, antibakterielle Defensinantwort in den Panethzellen kontrollieren können. Diese Erkenntnis war völlig unerwartet und stellt bisherige Vorstellungen auf den Kopf.

Auswirkungen auf das Krankheitsverständnis von Morbus Crohn

Es stellte sich heraus, dass die Monozyten des Immunsystems von Patienten mit Morbus Crohn einen Defekt haben und nicht in der Lage sind, die Barriere im Darm ausreichend zu kontrollieren. Ursache ist, dass die Monozyten der Patienten zu wenig Stammzelldifferenzierungsfaktoren - sogenannte Wnt-Liganden - produzieren.

  • Durch diesen Monozytendefekt können die Patienten Bakterien nicht ausreichend abwehren und es kommt zur Entzündung.

Die vorliegende Studie zeigt, dass es eine Interaktion zwischen Monozyten und der Darmbarriere gibt, die Auswirkungen auf die antimikrobielle Abwehr und die Zusammensetzung des Darmmikrobioms hat. Diese Erkenntnisse sind für das Krankheitsverständnis entscheidend und eröffnen eine Vielzahl von möglichen therapeutischen Ansätzen.

Neben dem Verständnis für Morbus Crohn liefern diese Daten auch eine Erklärung für die Wirksamkeit von Knochenmarkstransplantationen, die in schweren Fällen von Morbus Crohn durchgeführt werden.

Darüber hinaus lassen diese Daten aber möglicherweise auch den Schluss zu, dass erst durch die Transplantation defekter Monozyten im Rahmen einer Knochenmarkstransplantation eine Entzündung der Darmwand wie in der „Graft versus host disease“ ausgelöst werden kann.

Die Tübinger Arbeitsgruppe, die im Rahmen einer neu eingerichteten Heisenbergprofessur für angeborene Immunabwehr seit einiger Zeit in der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen angesiedelt ist, arbeitet an verschieden therapeutischen Optionen und geht davon aus, dass sich die Therapie von Morbus Crohn (und möglicherweise anderer chronischer Entzündungen) im Laufe des nächsten Jahrzehnts aufgrund dieser neuen Erkenntnisse entscheidend wandeln wird.

Titel der Originalpublikation

Crohn’s disease-derived monocytes fail to induce Paneth cell defensins
Autoren: Lioba F. Courth a,1, Maureen J. Ostaff b,1, Daniela Mailänder-Sánchez a, Nisar P. Malek a, Eduard F. Stange c, and Jan Wehkamp a,2

a Department of Internal Medicine I, University Hospital Tuebingen, 72076 Tuebingen, Germany; b Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institute of Clinical
Pharmacology Stuttgart, University of Tuebingen, 70376 Stuttgart, Germany; and c Department of Gastroenterology, Robert Bosch Hospital, 70376
Stuttgart, Germany

DOI www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1510084112



Prof. Jan Wehkamp Universitätsklinikum Tübingen

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt 

Universitätsklinikum Tübingen
Medizinische Universitätsklinik, Innere Medizin I
Univ. Prof. Dr. Jan Wehkamp
Otfried-Müller-Straße 10, 72076 Tübingen
Tel. 07071/29-86004
E-Mail: Jan.Wehkamp@med.uni-tuebingen.de


Bildlegende

Abbildung aus PNAS, Courth et al., Crohn’s disease-derived monocytes fail to induce Paneth cell defensins

Gesunde Menschen produzieren ständig hohe Mengen antimikrobieller Peptide, sogenannter Defensine, die über Panethzellen an der Basis der Dünndarmkrypten ins Darminnere abgegeben werden. Diese Defensine regulieren die Zusammensetzung der Darmflora und verhindern gleichzeitig, dass Mikroorganismen in die Darmschleimhaut eindringen können und eine Entzündung auslösen.

Dadurch bleibt der Darm gesund und unsere Oberflächen sind geschützt (linke Abbildung). Neu und Bestandteil dieser Arbeit ist, dass sogenannte Monozyten aus dem Knochenmark (blaue Zellen, siehe Zeichnung) Signalstoffe freisetzen (blaue Punkte, siehe Zeichnung), die für die Aufrechterhaltung dieser antimikrobiellen Barrierefunktion mit verantwortlich sind. Es gibt eine Kommunikation zwischen knochenmarkabstammenden Blutzellen (Monozyten) und der Oberflächenzellschicht (Panethzelle: rot, an der Kryptenbasis, siehe Zeichnung), die antimikrobielle Defensine ins Darminnere abgibt (rote Granula, siehe Zeichnung).

Morbus Crohn Patienten zeichnen sich durch eine verminderte Produktion dieser Panethzelldefensine aus. 

Dadurch ist nicht nur die direkte Verteidigung der Darmschleimhaut gegen Mikroorganismen eingeschränkt, sondern die antimikrobielle Funktion des gesamten Dünndarms, wodurch es zu einer Veränderung der Zusammensetzung des Mikrobioms kommt. Neu ist die Erkenntnis, dass die Monozyten (blau, siehe Zeichnung) von Patienten mit Morbus Crohn in ihrer Fähigkeit die antimikrobielle Funktion anzuregen, eingeschränkt sind und die Bildung von Defensinen nicht stimulieren können. Ursache scheint die verminderte Produktion verschiedener Stammzelldifferenzierungsfaktoren zu sein, die die Produktion von Defensinen beeinflussen (blaue Punkte, siehe Zeichnung).

360° TOP-Thema: Verstärkte Alkoholkonsum eine Abhängigkeit? Achtsamkeitszellen sind gefordert!

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:  Kontrollverlust bei Alkoholkonsum - „Achtsamkeitszellen“ entdeckt!

Bier zum Feierabend, Rotwein im romantischen Ambiente und der 40% Digestif nach dem guten Essen. Alkohol gehört für die Mehrheit der Bevölkerung zum Alltag und viele sehen ihn als kleine Belohnung im Alltag. 
Die meisten Menschen wissen, wann sie genug haben oder können sehr gut einschätzen, wann man keinen Alkohol trinken darf. 

Doch bei etwa fünf Prozent der Menschen – in Deutschland also etwa vier Millionen – entwickelt sich bei verstärktem Alkoholkonsum eine Abhängigkeit. Sie verlieren die Kontrolle – über sich, über ihr Trinken, über den Alkohol, was letztlich zur krankhaften Alkoholabhängigkeit führt.  

  • Wie entsteht dieser Kontrollverlust? Genau darüber ist bisher nur wenig bekannt. Sicher ist jedoch, dass dieser Verlust seine Ursache in der vorderen Großhirnrinde (präfrontaler Kortex) hat. 
Dieser Bereich beeinflusst als exekutives Zentrum einen Großteil des Alltagsverhaltens, unter anderem über die Steuerung von Aufmerksamkeit und die Kontrolle von Motivationen und Emotionen.

Am Institut für Psychopharmakologie (Wissenschaftlicher Direktor: Professor Rainer Spanagel) am ZI forscht man mit Erfolg zu diesem Thema. Simone Pfarr, Doktorandin in der Arbeitsgruppe Molekulare Psychopharmakologie (Leitung: PD Wolfgang Sommer), konnte nun durch viele Versuche im präfrontalem Kortex von Ratten eine kleine Gruppe von besonderen Nervenzellen, die „Achtsamkeitszellen“ identifizieren, deren Aufgabe es ist, bestimmte unbewusste Gewohnheiten zu unterbrechen. Gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern vom ZI gelang es ihr, genau diese Neuronen in lebenden Tieren auszuschalten. Wenn die Ratten nun in eine Umgebung kamen, in der sie gewohnt waren, Alkohol zu erhalten, dann löste das ohne die „Achtsamkeitszellen“ ein verstärktes Verlangen nach Alkohol aus.

Das Experiment verdeutlicht, dass beim Abrufen eines Gedächtnisinhaltes, hier die Erinnerung der Ratte an die Verbindung spezifischer Reize (Geruch, Licht, Umgebung) mit der Verfügbarkeit von Alkohol, bestimmte Neuronen aktiv werden, von denen einige die Aufgabe haben, aktiv eine Reizantwort zu unterdrücken.

  • Dadurch wird es möglich, eine Situation zuerst bewusst wahrzunehmen und eventuell zu bewerten, bevor dann eine bestimmte Handlung ausgeführt wird, beispielsweise das unachtsame oder gewohnheitsmäßige Trinken von Alkohol.

Um diese komplexe Aufgabe zu erfüllen, schließen sich bestimmte Nervenzellen in kleinen Gruppen, sogenannte „funktionalen Ensembles" zusammen. Insbesondere bei höheren Hirnfunktionen, wie Kognition oder Verhaltenssteuerung, scheint diese spezielle Form der Arbeitsorganisation im Gehirn eine wichtige Rolle zu spielen. Um diese Strukturen und ihre Funktion besser zu verstehen, wurde an der Universität Heidelberg ein neuer Sonderforschungsbereich, der SFB 1134, gegründet, an dem
PD Sommer mit einem Projekt beteiligt ist.

Seine Arbeitsgruppe konnte nun mit den jüngsten, im Juli in der Fachzeitschrift Journal of Neuroscience veröffentlichten Experimenten, nachweisen, dass es auch ein „funktionales Ensemble“ für die Kontrolle von alkoholbezogenen Impulshandlungen gibt.

Das erlaubt jetzt den Forschern, den Prozess der Kontrolle und damit auch die Ursache des Kontrollverlustes gezielt zu untersuchen. Ein erstes wichtiges Ergebnis ist dabei die oben beschriebene Lokalisation des gefundenen Ensembles. Das spezifische Gebiet im präfrontalen Kortex wird von den Neurowissenschaftlern als Area 25 bezeichnet. Diese Struktur wird als Koordinator eines über viele Hirnstrukturen ausgedehnten Netzwerks angesehen. Insbesondere bei der Entwicklung von Depressionen spielt es eine wichtige Rolle.

Sommers Team hatte bereits in einer früheren Studie gezeigt, dass Neuronen in der Area 25 besonders empfindlich auf wiederholten starken Alkoholkonsum reagieren. Nicht nur in Ratten zeigen sich früh langfristige Schädigungen in dieser Region, sondern auch bei Alkoholpatienten.

Zusammen mit den oben dargestellten Ergebnissen ergibt sich ein erster Erklärungsansatz dafür, dass ein Funktionsausfall in dieser Hirnregion grundlegende Mechanismen der Achtsamkeit beeinträchtigt und damit bei Alkoholkranken die Gefahr eines Rückfalls verstärkt.

Diese Befunde unterstreichen zudem die Bedeutung des präfrontalen Kortex beim Entstehen von Abhängigkeitserkrankungen. 

  • In der Zukunft könnten durch ein verbessertes Verständnis der Funktionen des präfrontalen Kortex bessere Therapien und dringend benötigte diagnostische Marker für die Früherkennung und Prognose von Alkoholerkrankungen abgeleitet werden.


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:

PD Dr. Wolfgang H. Sommer
Institut für Psychopharmakologie
Leiter der Arbeitsgruppe Molekulare Psychopharmakologie
Tel.: 0621 1703 6286, -6259
E-Mail: wolfgang.sommer@zi-mannheim.de
Sigrid Wolff Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim


Publikationen:
Pfarr S, Meinhardt MW, Klee ML, Hansson AC, Vengeliene V, Schönig K, Bartsch D, Hope BT, Spanagel R, Sommer WH. Losing Control: Excessive Alcohol Seeking after Selective Inactivation of Cue-Responsive Neurons in the Infralimbic Cortex. J Neurosci. 2015 Jul 29;35(30):10750-61.

Meinhardt MW, Hansson AC, Perreau-Lenz S, Bauder-Wenz C, Stählin O, Heilig M, Harper C, Drescher KU, Spanagel R, Sommer WH. Rescue of infralimbic mGluR2 deficit restores control over drug-seeking behavior in alcohol dependence. J Neurosci. 2013 Feb 13;33(7):2794-806.

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.zi-mannheim.de

Flüchtlinge mit Diabetes - Asyl-Beschleunigungsgesetz ab 01.11.2015 - Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG)

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Gesetzgebung, Sprache und Kultur fordern Behandler und Berater heraus

Fast ein Fünftel aller in Deutschland lebenden Menschen haben einen Migrationshintergrund. 

Laut Schätzungen sind etwa 600.000 von ihnen an Diabetes erkrankt. 

Parallel mit der aktuellen Flüchtlingsbewegung steigt die Anzahl der Diabetespatienten mit Migrationshintergrund weiter. 

Am 1. November soll das Asyl-Beschleunigungsgesetz in Kraft treten, das unter anderem die Einführung der Gesundheitskarte für Flüchtlinge vorsieht. 

Wie und unter welchen gesetzlichen Voraussetzungen Ärzte und Diabetesberater sie beraten und schulen können, diskutieren Experten im Rahmen des Symposiums „Diabetes und Migranten – Besonderheiten in Therapie und Behandlung“ während der 9. Herbsttagung der DDG. 
 
„Wir begrüßen die geplante Einführung der Gesundheitskarte für Flüchtlinge“, sagt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der DDG.

  • Allerdings sei vielen Ärzten unklar, inwiefern sie chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus behandeln dürfen, wenn Flüchtlinge nicht ‚akut erkrankt sind und Schmerzzustände haben‘. 

  • Denn so lautet die bundeseinheitliche Regelung im Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) nach §4 und §6 als Voraussetzung für eine medizinische Behandlung. „Wir sollten einen Diabetes aber nicht erst dann behandeln dürfen, wenn ein Flüchtling als Notfall, zum Beispiel aufgrund einer schweren Unterzuckerung, zu uns kommt“, fordert Professor Gallwitz.

In der Praxis stellen auch Sprachbarrieren und kulturelle Besonderheiten das medizinische Fachpersonal vor besondere Herausforderungen. Behandelnde Ärzte und das Diabetes-Schulungspersonal müssen bei der Diagnose, Therapie, Beratung und Schulung von Menschen mit Diabetes und Migrationshintergrund auf ihre sprachlichen und kulturellen Unterschiede eingehen. Die Arbeitsgemeinschaft „Diabetes und Migranten“ der DDG richtet im Rahmen der Diabetes Herbsttagung 2015 in Düsseldorf zu diesem Thema ein Symposium aus.

„Die AG möchte mit diesem Symposium unter anderem die Diskussion über die Fragestellung „Wie können wir eine kultursensible Schulung und Beratung im Rahmen des Disease-Management-Programms (DMP) für Diabetes Typ 2 erreichen?“ nachhaltig anstoßen“, sagt Faize Berger, Vorsitzende des Symposiums der AG Diabetes und Migranten.

Die Themen werden zum ersten Mal in dieser Form in Deutschland auf einer Fachveranstaltung diskutiert. Ergänzt wird das Symposium durch den Workshop „Zu kulturellen Besonderheiten bei Diabeteserkrankungen“. Im Workshop werden anhand von Beispielen aus dem Alltag Herausforderungen verdeutlicht sowie Lösungen aufgezeigt. Um eine bessere und kultursensible Schulung und Beratung von Migranten mit Diabeteserkrankung zu fördern, hat die DDG außerdem eine neue Website der AG Diabetes und Migranten erstellt, auf der unter anderem Diabetes-Informationsmaterial in verschiedenen Fremdsprachen zur Verfügung gestellt wird.

Eröffnet wird die Diabetes Herbsttagung am Freitag, den 6. November 2015 um 10:15 Uhr in Raum 1 des CCD, die Vorträge beginnen jedoch schon um 8:00 Uhr! Die Fort- und Weiterbildung aller mit Diabetes befassten Berufsgruppen ist ein wichtiges Anliegen der DDG. Das Tagungsprogramm ist im Internet unter www.herbsttagung-ddg.de abrufbar. Interessierte können sich dort direkt online anmelden.


Eröffnungsveranstaltung
am Freitag, den 6. November 2015
10.15 bis 11:45 Uhr, Raum 1, CCD Düsseldorf

Symposium „Diabetes und Migranten – Besonderheiten in Therapie und Behandlung"
Termin: Freitag, 6. November 2015, 13.45 bis 15.15 Uhr
Ort: Raum 28 im CCD Düsseldorf

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

Diabetes Herbsttagung 2015
Anne-Katrin Döbler/Julia Hommrich/Corinna Deckert
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-423/309, Fax: 0711 8931-167
hommrich@medizinkommunikation.org
deckert@medizinkommunikation.org
Julia Voormann Deutsche Diabetes Gesellschaft

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Vorgaben und Richtlinien zur Organtransplantation sind uneingeschränkt einzuhalten

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Vorgaben und Richtlinien zur Organtransplantation sind uneingeschränkt einzuhalten

Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie weist mit Nachdruck auf die verpflichtende Einhaltung aller geltenden Regelungen hin 
 
Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) hat deutlich gemacht,

  • dass das Transplantationsgesetz, die Richtlinien der Bundesärztekammer zur Transplantationsmedizin und das Manual der europäischen Vermittlungsstelle für Spenderorgane Eurotransplant ohne Einschränkungen umzusetzen sind und diese Erwartung von allen Zentren, die in Deutschland Herz- und Lungentransplantationen durchführen, gänzlich zu erfüllen ist. 

Ebenso wie die Deutsche Transplantationsgesellschaft verlange man zudem von den Zentren, an denen in der Vergangenheit Verstöße vorkamen, eine rückhaltlose Aufklärung und die sofortige Umsetzung geeigneter Maßnahmen, um eine Wiederholung dieser Vorkommnisse in der Zukunft auszuschließen.

Infolge bekannt gewordener Verstöße bei der thorakalen Organtransplantation wurde im Jahr 2013 eine unabhängige Prüfungs- und Überwachungskommission der Bundesärztekammer, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und des Spitzenverbandes der deutschen Krankenversicherung beauftragt in allen deutschen Herz- und Lungen-Transplantationszentren die Einhaltung der geltenden Regelungen zu untersuchen. Hierbei wurden die Unterlagen der betreffenden Patienten aus den Jahren 2010 bis 2012, bei denen eine Herz- und/oder Lungentransplantation durchgeführt wurde, umfassend begutachtet.

„Durch Auditierungen der Prüfungs- und Überwachungskommission wurden in einigen Transplantationszentren Verstöße im Zusammenhang mit Herz- und Lungentransplantation festgestellt.

Daher gilt es nochmals festzustellen, dass alle im Zusammenhang mit der Organtransplantation geltenden Bestimmungen eindeutig und ohne Wenn und Aber einzuhalten sind. 

Ferner wird erwartet, dass die betroffenen Zentren diese Vorgänge vollständig aufklären und jegliche Verstöße gegen Vorgaben in Zukunft sicher ausschließen“, sagte DGTHG-Präsident Professor Armin Welz.

Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) vertritt als medizinische Fachgesellschaft die Interessen der über 1.000 in Deutschland tätigen Herz-, Thorax- und Kardiovaskularchirurgen im Dialog mit Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit.


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Thomas Krieger 
Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V.



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Nach einer Trennung der Eltern kommen die Schulprobleme?

Medizin am Abend Berlin Fazit:      Vor allem Kinder aus bildungsfernen Familien 

Bei Kindern aus bildungsferneren Elternhäusern verringert eine Trennung der Eltern die durchschnittlichen Chancen, dass sie den Schulwechsel auf ein Gymnasium schaffen. In höher gebildeten Familien hat eine Trennung der Eltern hingegen in der Regel keinen Einfluss auf die Schullaufbahn der Söhne und Töchter. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie auf der Basis von Daten der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP), die der Soziologe Michael Grätz vom Nuffield College der Universität von Oxford erstellt hat. „Familien aus höheren sozialen Schichten können den negativen Einfluss einer Trennung auf den Schulerfolg ihrer Kinder besser abfangen als andere“, erklärt Grätz. 

Medizin am Abend Berlin Zusatz-Fachthema hier:

 
Die Studie wurde kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift European Sociological Review veröffentlicht.

Im analysierten Zeitraum besuchten etwa 40 Prozent der befragten Schüler nach der Grundschule ein Gymnasium. Der Besuch eines Gymnasiums entscheidet zu einem großen Teil über den späteren Bildungserfolg und damit auch über die Berufschancen von Kindern. Um herauszufinden, wie sich eine Trennung der Eltern auf die Schullaufbahn von Kindern unterschiedlicher sozialer Herkunft auswirkt, hatte Grätz Angaben aus dem SOEP-Jugendfragebogen ausgewertet. In die deutschlandweit repräsentative Untersuchung flossen zwischen 2000 und 2013 erhobene Daten von 1648 Jugendlichen im Alter von 17 Jahren ein. Grätz verglich in seiner Studie die Schullaufbahn von Jugendlichen, deren Eltern sich in deren Kindheit - also vor ihrem 15. Lebensjahr - getrennt haben, mit der ihrer älteren Geschwister, die die Trennung erst in einem höheren Alter erlebt haben.

Im Detail zeigt die Analyse der SOEP-Daten: 

Für Kinder aus bildungsferneren Familien – das sind Familien, in denen weder Vater noch Mutter Abitur haben – verringert eine Trennung der Eltern die Wahrscheinlichkeit, dass sie ein Gymnasium besuchen, um fast 15 Prozentpunkte. Die Trennung führt zudem zu schlechteren Noten im Alter von 16 Jahren in den Fächern Deutsch und Mathematik.

  • Für Kinder aus Elternhäusern, in denen zumindest ein Elternteil das Abitur gemacht hat, wird die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf eine höhere Schule gehen, durch eine Trennung der Eltern hingegen nicht beeinflusst. Die Trennung der Eltern führt auch nicht zu schlechteren Bewertungen in den Fächern Deutsch und Mathematik.

  • Vor allem der Bildungsgrad der Väter entscheidet darüber, inwieweit Eltern die Folgen einer Trennung auf den Schulerfolg der Kinder ausgleichen können. 

„In der Regel leben die Kinder nach der Trennung im Haushalt der Mutter“, erklärt Michael Grätz. „Väter mit Abitur verfügen jedoch über mehr finanzielle Mittel und Kontakte als Väter ohne dieses Zeugnis und können so ihren Nachwuchs auch nach einer Trennung gut unterstützen und fördern.“

  • Die Studie ist ein weiterer Beleg für die soziologische Hypothese, dass Familien aus höheren sozialen Schichten die Folgen von negativen Lebensereignissen besser ausgleichen können als andere. 

Frühere Studien haben zum Beispiel gezeigt, dass ein junges Einschulungsalter und ein geringes Geburtsgewicht die Schullaufbahn von Kindern aus höheren sozialen Schichten weniger beeinflussen als die von Kindern aus niedrigeren sozialen Schichten.

STICHWORT SOEP

Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist die größte und am längsten laufende multidisziplinäre Langzeitstudie in Deutschland. Das SOEP im DIW Berlin wird als Teil der Forschungsinfrastruktur in Deutschland unter dem Dach der Leibniz-Gemeinschaft von Bund und Ländern gefördert. Für das SOEP werden seit 1984 jedes Jahr vom Umfrageinstitut TNS Infratest Sozialforschung mehrere tausend Menschen befragt. Zurzeit sind es etwa 30.000 Befragte in etwa 15.000 Haushalten. Die Daten des SOEP geben unter anderem Auskunft über Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung, Gesundheit und Lebenszufriedenheit. Weil jedes Jahr dieselben Personen befragt werden, können nicht nur langfristige gesellschaftliche Trends, sondern auch die gruppenspezifische Entwicklung von Lebensläufen besonders gut analysiert werden.

STICHWORT JUGEND-FRAGEBOGEN SOEP

Mit Hilfe eines Jugendfragebogens werden im SOEP seit dem Jahr 2000 Daten zu kinder- und jugendspezifischen Themen erhoben. Diesen Fragebogen beantworten alle 17-jährigen Jugendlichen, die erstmals persönlich in einem SOEP-Haushalt befragt werden. Er enthält insbesondere rückblickende Fragen zur Schullaufbahn, zur Musikerziehung und zu sportlichen Aktivitäten und zur aktuellen Situation (schulische Leistung, Freizeitgestaltung, Jobben, Verhältnis zu den Eltern etc.). Darüber hinaus wird nach (Aus-)Bildungsplänen und Erwartungen an die berufliche und familiäre Zukunft gefragt. Die Jugenddaten sind mit den für den gesamten Haushalt erhobenen Daten verknüpfbar und ermöglichen so zahlreiche intergenerationale Analysen sowie Vergleiche mit jüngeren oder älteren Geschwistern. Die Anonymität der Befragten wird dabei voll gewahrt.

Die Studie:

When Growing Up Without a Parent Does Not Hurt: Parental Separation and the Compensatory Effect of Social Origin. European Sociological Review, 31, 546-557. DOI: 10.1093/esr/jcv057.

http://esr.oxfordjournals.org/content/31/5/546.abstract


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt 

Michael Grätz, E-mail: michael.gratz@EUI.eu
Monika Wimmer Sozio-oekonomisches Panel (SOEP)

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.diw.de/soep Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP)

http://www.facebook.com/soepnet.de Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) auf Facebook

Strukturen der Krankenhausversorgung in Deutschland - Stationäre Versorgung

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Gesundheitsökonomische Forschung braucht solide Statistiken

Prof. Dr. Andreas Schmid, Universität Bayreuth, fordert eine möglichst rasche Reform der amtlichen Krankenhausstatistik in Deutschland. Diese könne ihre Zwecke nicht mehr erfüllen und stehe einer soliden gesundheitsökonomischen Forschung im Weg. 

 
 Prof. Dr. Andreas Schmidt, Universität Bayreuth. Foto: privat
 
Prof. Dr. Andreas Schmid, Professor für Gesundheitsmanagement an der Universität Bayreuth, befasst sich schon seit längerem mit den Strukturen der Krankenhausversorgung in Deutschland.

Er ist zugleich Vorsitzender des Ausschusses ‚Stationäre Versorgung‘ in der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie (dggö), die vor kurzem in einem öffentlichen Aufruf auf einen erheblich Reformbedarf in der amtlichen Krankenhausstatistik hingewiesen hat.

„Das Gesundheitswesen in Deutschland steht, angesichts der demographischen Veränderungen und der rasanten Entwicklungen in der High-tech-Medizin, vor grundlegenden Herausforderungen, die auch die Strukturen im Krankenhauswesen betreffen“, erklärt Prof. Schmid.

  • „Um realistische und nachhaltige Lösungsansätze entwickeln zu können, die vor allem die Qualität der medizinischen Versorgung im Blick behalten, ist die gesundheitsökonomische Forschung dringend auf bessere Krankenhausstatistiken angewiesen.“ 

Der Bayreuther Wissenschaftler verweist in diesem Zusammenhang beispielsweise auf aktuelle Überlegungen, ob die Qualität der Versorgung eher durch große medizinische Zentren oder vielmehr durch ein Netzwerk großer und kleiner medizinischer Einheiten gewährleistet werden kann. Ebenso sei die Frage ungeklärt, ob für viele Patienten kurze Entfernungen zwischen ihrem Wohnort und dem nächsten Krankenhaus so wertvoll sind, dass sie dafür Abstriche bei der Qualität in Kauf nehmen würden.

„Wir in Bayreuth – und ebenso zahlreiche Kollegen an anderen Hochschulen mit gesundheitsökonomischer Forschung – würden solche für die Patienten und die Gesundheitspolitik drängenden Fragen gerne viel intensiver untersuchen, als dies bisher geschehen ist. Doch wirklich seriöse Antworten sind oft nicht möglich, weil uns die nötigen Daten fehlen.“ So würden manche Standorte in der amtlichen Statistik nicht oder nur unzureichend erfasst. Auf derartige Mängel verweist auch die dggö, wenn sie in ihrem Aufruf erklärt, dass sich „Merkmale von außerordentlicher praktischer Bedeutung wie der Standort eines Krankenhauses derzeit nicht ermitteln lassen. Andere – wie die Zahl aufgestellter Betten nach Fachabteilungen – sind aufgrund von Abgrenzungsproblemen nicht belastbar.“ Nicht zuletzt wird auch eine professionelle Verknüpfbarkeit der Datensätze sowie ein besserer Zugang zur Krankenhausstatistik angemahnt.

„Es ist keineswegs übertrieben, wenn die Deutsche Gesellschaft für Gesundheitsökonomie von einem ‚höchsten Handlungsbedarf‘ spricht“, meint Prof. Schmid. „Ich selbst habe bei früheren Forschungsprojekten mehrfach die Erfahrung gemacht, dass die amtliche Krankenhausstatistik ihre Zwecke nicht mehr erfüllt und einer soliden gesundheitsökonomischen Forschung im Weg steht. Insbesondere die gesetzlichen Grundlagen dieser Statistik sollten jetzt rasch erneuert werden.“ Der Bayreuther Gesundheitsökonom, der in den letzten Jahren vielbeachtete Studien zum Krankenhausmarkt in Deutschland veröffentlicht hat, begrüßt daher die Bestrebungen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden, ein Reformkonzept vorzulegen: „Änderungen, die wir jetzt anstoßen, werden sich zwar erst in einigen Jahren auszahlen. Aber sie müssen eben jetzt geschehen. Denn andernfalls wird die gesundheitsökonomische Forschung in Deutschland in Zukunft hinter international etablierten Standards deutlich zurückbleiben. Ergebnisse aus dem Ausland lassen sich nicht einfach auf Deutschland abbilden, weil wir hier manche Strukturen – beispielsweise in der fachärztlichen Versorgung – haben, die es anderswo so nicht gibt. Auch Patienten nehmen indirekt Schaden, wenn sie vermeidbar schlechte Versorgungsstrukturen vorfinden.“

  • Ein wesentliches Hindernis für eine durchgreifende Reform liegt aus Sicht des Bayreuther Wissenschaftlers auch darin, dass sowohl auf Bundes- wie auch Länderebene unterschiedliche Ministerien und Behörden an der amtlichen Krankenhausstatistik mitwirken. 
Die Kompetenzen sollten daher klarer strukturiert, vereinfacht und auf Bundesebene zusammengeführt werden. „Das Bundesministerium für Gesundheit könnte dabei eine wichtige Funktion übernehmen, indem es die Interessen und Aktivitäten aller Beteiligten koordiniert“, so Prof. Schmid.


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:

Prof. Dr. Andreas Schmid
JP Gesundheitsmanagement
Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Universität Bayreuth
D-95440 Bayreuth
Tel.: +49 (0)921 55-4327
E-Mail: andreas.schmid@uni-bayreuth.de
Christian Wißler Universität Bayreuth

Aufruf der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie (dggö):

http://dggoe.de/stellungnahmen


Neuere Bayreuther Forschungsarbeiten zum Krankenhausmarkt in Deutschland:

Andreas Schmid und Florian Rinsche, Der Strukturwandel im Krankenhausmarkt am Beispiel Bayerns: Unterschiede im Querschnitt und Entwicklungen im Zeitverlauf, in: Klauber et al. (Hrsg.), Krankenhaus-Report – Schwerpunkt: Strukturwandel, Schattauer, Stuttgart, S. 41 - 59.

Andreas Schmid, Chancen, Risiken und Nebenwirkungen von zentralisierten Versorgungsstrukturen, in: Recht und Politik im Gesundheitswesen, Band 23, Nr. 4, 2014, S. 106 - 110.

Corinna Hentschker, Roman Mennicken und Andreas Schmid, Defining hospital markets – an application to the German hospital sector, in: Health Economics Review, Band 4, Nr. 28, 2014, S. 1 - 17.

Andreas Schmid und Volker Ulrich Consolidation and concentration in the German hospital market: The two sides of the coin, in: Health Policy, Bd. 109, Nr. 3, 2013, S. 301 - 310.

Junge Neuroblastompatienten: Protein Telomerase

Medizin am Abend Berlin Fazit:      Unsterblichen Tumorzellen auf der Spur

Das Neuroblastom ist ein Tumor, dessen Zellen im unreifen Stadium verblieben sind. Er ist bei kindlichen Krebspatienten sehr verbreitet und führt bei 15 Prozent von ihnen zum Tod. Genetische Untersuchungen, an denen die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) beteiligt war, haben nun einen bisher unbekannten Mechanismus aufgeklärt, wie sich diese Tumorzellen unsterblich machen können und die körpereigene Abwehr austricksen. Hierüber berichtet das renommierte Fachmagazin Nature in seiner jüngsten Ausgabe. 

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  • Es gibt häufig einen Zusammenhang mit den Veränderungen des Tumor-Genoms krebserkrankter Kinder und dem Schweregrad der Erkrankung. 

  • Allerdings ließ sich bislang bei vielen kleinen Neuroblastompatienten keine direkte genetische Ursache zuordnen. 

In Kooperation mit Kollegen der Universitätskliniken Köln, Heidelberg und Berlin haben die UDE-Forscher herausgefunden, dass durch Veränderungen im Tumor-Genom von Patienten mit Hochrisiko-Neuroblastomen das Protein Telomerase aktiviert wurde.

  • Dadurch werden Tumorzellen in die Lage versetzt, sich unbegrenzt zu teilen.

PD Dr. Alexander Schramm, der auf Essener Seite die Studie begleitet hat: „Obwohl wir bei der Definition von Risikogruppen in den vergangenen Jahren Fortschritte verzeichnen konnten, schließt die aktuelle Studie eine große Lücke.“ Untersucht wurde das komplette Tumorgenom junger Neuroblastompatienten, um neue Behandlungsmöglichkeiten zu finden.

  • Die Wissenschaftler spürten dabei Umlagerungen im Tumor-Genom auf, die dazu führen, dass das in normalen Zellen nicht vorkommende Protein Telomerase dauerhaft angeschaltet ist. 

Die Tumore sind dadurch in der Lage, eingebaute Sicherungsmechanismen der Selbstzerstörung zu überwinden, die in normalen Zellen aktiv sind und die ungehinderte Zellteilung und Krebsentstehung verhindern.

Schramm: „In Ergänzung zu unseren Daten, die wir bei wiederkehrenden Tumoren erhoben haben, bringen uns diese Ergebnisse einen Schritt nach vorne, gezielt bei aggressiven Tumoren eingreifen können.“ Die Untersuchung wurde durch die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) gefördert.


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Publikationsangabe: DOI:10.1038/nature14980



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Beate Kostka
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beate.kostka@uni-due.de
Universität Duisburg-Essen

360° TOP-Thema zum WochenEnde: Nachwuchsathleten ist die Pubertät eine problematische Zeit

Medizin am Abend Berlin:     Wenn die Pubertät im Spitzensport zur Krise wird

Studie an der Universität Tübingen: Bessere Betreuung für Nachwuchsathleten gefordert 
 
  • Für Nachwuchsathleten ist die Pubertät eine problematische Zeit: Der Körper verändert sich grundlegend, und für Jugendliche besteht in der Wachstumsphase Überlastungsgefahr. 

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Dies hat nicht allein biologische Ursachen, wie nun eine Studie am Institut für Sportwissenschaft (IfS) der Universität Tübingen zeigt. Die Probleme seien auch auf Defizite in den Förderstrukturen des Nachwuchs-Spitzensports und auf problematische Trainingspraktiken zurückzuführen, sagt die Sportwissenschaftlerin Dr. Astrid Schubring.

  • Eine Rolle spielten zudem die im Leistungssport verbreitete Bereitschaft, gesundheitliche Risiken in Kauf zu nehmen, sowie fehlendes Wissen der Jugendlichen selbst.

In ihrer Dissertation „Wachstum als Herausforderung – Soziologische Analysen des Wachstumsmanagements jugendlicher Spitzenathleten und Nachwuchstrainer“ wirft Astrid Schubring einen neuen Blick auf ein Thema, das aus medizinischer und trainingswissenschaftlicher Sicht bereits gut erforscht ist: Sie untersucht, wie die jungen Sportlerinnen und Sportler, die zwischen 12 und 30 Stunden in der Woche trainieren und in ihrer Altersklasse zu den besten in Deutschland zählen, die Wachstumsphase selbst erleben. Für ihre Arbeit zeichnete die Universität Tübingen sie mit dem Promotionspreis 2015 aus.

Von begabten Nachwuchssportlern werde erwartet, ihren Körper im Griff zu haben, sagt Schubring.

  • Die körperlichen und psychischen Veränderungen der Pubertät könnten so zur Krise werden ‒ besonders weil Sportler sich gerade in dieser Zeit für einen Platz im leistungssportlichen Fördersystem bewähren müssten. 

Für ihre Dissertation führte die Wissenschaftlerin Interviews mit insgesamt 24 Athletinnen und Athleten, begleitete diese im Training und bei Wettkämpfen. Die 14- bis 18-Jährigen kamen aus den Sportarten Biathlon, Handball, Kunstturnen und Ringen. Zur Studie gehörten auch ausführliche Gespräche mit 16 Trainern auf Bundes- und Landesebene. „Nachwuchsathleten erleben die Wachstumsphase vor allem dann als Krise, wenn ihr Körper sich nicht gemäß dem Ideal ihrer Sportart entwickelt, wenn die Leistungsentwicklung stagniert, wenn Überlastungsbeschwerden oder Verletzungen auftreten.“

Um erfolgreich zu sein, griffen sie häufig auf dysfunktionale Bewältigungsstrategien zurück, indem sie ihr Trainingspensum in Eigenregie erhöhten, sich Selbstvorwürfe machten oder Symptome medikamentös behandelten.

Probleme beobachtete die Sportwissenschaftlerin auch bei Karriereübergängen wie dem Wechsel in eine andere Förderstruktur oder Trainingsgruppe.

  • Wechselten Jugendliche beispielsweise vom Heimatverein an einen Stützpunkt, seien sie oft nicht ausreichend auf neue Herausforderungen, wie intensiveres Training, erhöhter Leistungsdruck und stärkere Konkurrenz, vorbereitet. 
  • Auch sei die medizinische Betreuung im Nachwuchsbereich defizitär, beispielsweise verfüge nicht jeder Verband über physiotherapeutische Betreuung bei Nachwuchslehrgängen.

Förderkriterien stünden einem langfristigen Leistungsaufbau im Nachwuchsbereich oft entgegen, beispielsweise wenn Mittel leistungsbezogen vergeben würden. So würden Athleten auf Wettkämpfe vorbereitet werden, erzählte ein Trainer im Interview, „die für sie in der puberalen Phase eigentlich Gift sind". Wie die Interviews zeigten, unterschätzten Nachwuchsathleten öfters körperliche Beschwerden, blendeten langfristige Gesundheitsfolgen aus oder verschwiegen Schmerzen.

Ohnehin sei das Herunterspielen und Ignorieren von Schmerzen im Leistungssport weit verbreitet. „Jugendliche passen sich hier einer Kultur an, die gesundheitliche Risiken für Spitzenleistungen in Kauf nimmt.“

Um den deutschen Nachwuchsleistungssport nachhaltiger zu gestalten, empfiehlt Schubring auch das soziale Umfeld und Förderstrukturen einzuschließen.

Trainingsintensitäten und Wettkampfteil-nahmen müssen bereits im Nachwuchsbereich stärker individualisiert werden, die Durchlässigkeit zwischen Altersklassen und Sportarten erhöht, die medizinische und physiotherapeutische Betreuung verbessert werden. 

„Nachwuchsathlet/innen sollten gerade beim Übergang in den Bundeskader oder in die Nationalmannschaft systematisch betreut und in Wachstumsschüben regelmäßig untersucht werden.“

Trainer könnten durch Gespräche und eine offene Atmosphäre helfen, Schmerzen und Gesundheitsprobleme frühzeitig anzusprechen.

Nicht zuletzt seien Verbände gefordert, mehr in Weiterbildung und berufliche Sicherheiten der Trainer zu investieren und Trainingskonzepte für eine langfristige Leistungsentwicklung zu unterstützen. Strukturelle Anreize könnten diese im Nachwuchsbereich für Verbände, Trainer und Stützpunkte attraktiv machen.

Astrid Schubring hat an der Universität Tübingen Sportwissenschaft und Empirische Kulturwissenschaft studiert. 2009-2014 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sportwissenschaft der Universität Tübingen und arbeitete in dem vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) geförderten Forschungsprojekt "Individuelles Gesundheitsmanagement im olympischen Nachwuchs-leistungssport (GOAL)" unter Leitung von Prof. Dr. Ansgar Thiel. Seit 2014 ist Astrid Schubring Senior Lecturer am "Institute of Food, Nutrition, and Sport Science" (IKI) der Universität Göteborg (Schweden).


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:

Dr. Astrid Schubring
Universität Göteborg
Department of Food and Nutrition, and Sport Science
Telefon +46-31786-4221
astrid.schubring[at]gu.se
Antje Karbe Eberhard Karls Universität Tübingen

Frage: Kann eine Interferonantwort ein Teufelskreis sein? Was meinen Sie?

Medizin am Abend Berlin Fazit:    Defekter Proteinabbau aktiviert das Immunsystem

Forscher der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben in Kooperation mit Wissenschaftlern des National Institute of Health (NIH, Bethesda, USA) herausgefunden, dass ein Defekt in der Entsorgungsmaschinerie für fehlerhafter Proteine das Immunsystem aktiviert. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of Clinical Investigations* beschreiben die Wissenschaftler, wie sie anhand einer seltenen Erbkrankheit, des sogenannten Proteasomen-assoziierten autoinflammatorischen Syndromes (PRASS) diesem Zusammenhang auf den Grund gegangen sind. 
 
  • Unsere Haut und unser Immunsystem produzieren im täglichen Kampf gegen Bakterien und Viren reaktive Sauerstoffradikale.
Diese zerstören die Eindringlinge, aber nicht nur das, auch Bausteine innerhalb der Zellen, die Proteine, werden geschädigt. Der daraus entstehende Proteinabfall wird normalerweise durch Proteasome entsorgt. Proteasome sind eine Art Proteinschredder, die aus vielen Bauteilen zusammengesetzt sind. Ihre Leistungsfähigkeit kann durch die Produktion von weiteren Proteasomen und, bei hohem Bedarf, zusätzlich durch den alternativen Einbau von „besseren Schneideblättern“, wie beim Interferon-induzierten Immunoproteasom, gesteigert werden.

  • Interferone sind spezielle immunologische Botenstoffe, die eine immunstimulierende, und vor allem antivirale Wirkung entfalten.

Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Elke Krüger vom Institut für Biochemie der Charité und um Dr. Raphaela Goldbach-Mansky vom NIH haben in ihrer Studie Patienten untersucht, die unter der seltenen Erbkrankheit „PRAAS“ leiden.

  • Bei den Betroffenen wird der Proteinabfall nicht ausreichend entsorgt. 
  • Charakteristisch für das Krankheitsspektrum sind chronische Hautentzündungen mit einem Verlust von Unterhautfettgewebe, Fettfehlverteilung am Körper und wiederkehrendes Fieber. 

Frühere Untersuchungen an diesen Patienten haben auf Veränderungen in einem Bauteil des Immunoproteasoms schließen lassen. In der aktuellen Studie konnten die Wissenschaftler nun auch Veränderungen in anderen Bauteilen des Standard- und Immunoproteasoms identifizieren, die zu einer verschlechterten Abbaukapazität durch das Proteasom und zur Ansammlung von Proteinabfall in den Zellen führt.

  • Der Rückstau des Proteinmülls wiederum schaltet die Produktion von weiteren Interferonen an, die die angeborene Abwehrmaschinerie zusätzlich aktivieren. 

„Eine Interferonantwort ist an sich positiv, da sie die Abwehr gegen Eindringlinge fördert“, erklärt Prof. Elke Krüger. „Sie führt bei den Patienten jedoch zu einer Art Teufelskreis, weil sie die Schäden an den Zellbausteinen verstärkt und eine überschießende Entzündungsreaktion auslöst“, fügt sie hinzu.

Modellhaft konnte dies auch an gesunden Zellen, die mit Proteasom-Hemmern behandelt wurden, nachgestellt werden. „Die Entschlüsselung des genauen Mechanismus von der Botschaft ‚Müllansammlung‘ bis zur letztlichen Herstellung der Interferone, wird das Ziel unserer Forschung für die nächsten Jahre sein,“ erklärt Dr. Anja Brehm, die Erstautorin der Studie. „Aber wir haben bereits jetzt einen besseren Weg gefunden, die Erkrankung zu diagnostizieren, um den Betroffenen eine wirksame Therapie anzubieten“, ergänzt sie.

Die Erkenntnisse aus dieser Forschung werden neben dem Verständnis für Autoinflammatorische Erkrankungen auch dazu beitragen, Neurodegenerative- und Tumorerkrankungen besser zu verstehen, da auch hier die Funktionsfähigkeit des Proteasoms eine große Rolle spielt.


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360° fragt Sie: Haben Sie Geschwister? Na ja, dann......!

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Geschwisterposition hat nur sehr geringen Einfluss auf die Persönlichkeit

Welche Persönlichkeit uns als Erwachsene auszeichnet, hängt kaum damit zusammen, wo wir in der Geburtenreihenfolge zwischen unseren Geschwistern stehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Psychologen der Universitäten Leipzig und Mainz, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America" (PNAS) veröffentlicht wurde. 
 
Die Frage, ob die Geschwisterposition einen Einfluss auf die Persönlichkeit hat, beschäftigt Wissenschaftler schon seit weit über 100 Jahren. Sowohl in der wissenschaftlichen als auch in der Laien-Psychologie gibt es dabei vielfältige Annahmen: So sollen Erstgeborene beispielsweise besonders perfektionistisch, Sandwichkinder hingegen kooperativ und Nesthäkchen rebellischer sein.


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Um die bislang uneinheitliche Datenlage zu diesen Annahmen zu klären, analysierten Prof. Dr. Stefan Schmukle und Julia Rohrer von der Universität Leipzig sowie Prof. Dr. Boris Egloff von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) Daten von mehr als 20.000 Erwachsenen aus Deutschland, den USA und Großbritannien.

Dabei zeigte sich für alle drei Länder, dass die zentralen Persönlichkeitseigenschaften Extraversion, emotionale Stabilität, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit nicht mit der Geschwisterposition in der Herkunftsfamilie zusammenhängen.

  • Lediglich bei der Selbsteinschätzung des Intellekts fanden sich minimale Unterschiede: Erstgeborene berichteten beispielsweise häufiger, über einen großen Wortschatz zu verfügen und abstrakte Ideen gut begreifen zu können.

Ganz aus der Luft gegriffen scheint diese Selbsteinschätzung nicht, schließlich konnten die drei Autoren auch den bereits länger bekannten Effekt der Geschwisterposition auf die objektiv gemessene Intelligenz bestätigen:

Vom Erstgeborenen zum Letztgeborenen sinkt die durchschnittliche Intelligenz leicht ab.

 "Dieser Effekt auf die Intelligenz lässt sich in großen Stichproben zuverlässig finden, ist aber auf der individuellen Ebene wenig aussagekräftig. Wenn man zwei Geschwister vergleicht, wird dennoch in über 40 Prozent der Fälle das später geborene den höheren IQ haben. Und die gefundenen Effekte sind so klein, dass es zweifelhaft ist, ob sie für den Lebensweg bedeutsam sind", erläutert Schmukle.

  •  "Unser zentraler Punkt ist, dass die Geschwisterposition für die Persönlichkeit keine große Rolle spielt. Für Intelligenz und Intellekt finden wir sehr kleine Effekte, für die anderen Persönlichkeitseigenschaften gar keine, was sowohl prominenten psychologischen Theorien als auch verbreiteten Vorstellungen in der Bevölkerung widerspricht."

Ermöglicht wurde die Studie durch mehrere großangelegte Längsschnittstudien, das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die National Longitudinal Survey of Youth (NLSY) des US-amerikanischen Bureau of Labor Statistics und die National Child Development Study (NCDS) am Centre for Longitudinal Studies der Universität London.

Originaltitel der Veröffentlichung: "Examining the effects of birth order on personality Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America"
DOI: 10.1073/pnas.1506451112

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Prof. Dr. Stefan Schmukle
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Julia Rohrer
Institut für Psychologie der Universität Leipzig
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Prof. Dr. Boris Egloff
Psychologisches Institut der Universität Mainz
Telefon: +49-6131-3939156
E-Mail: egloff@uni-mainz.de
Susann Huster Universität Leipzig

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte 
http://www.pnas.org/content/early/2015/10/14/1506451112.abstract