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Menschen mit Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes haben mehr Vitamin A (Retinol) im Blut

Medizin am Abend Fazit: Ghana:   Mehr Vitamin A (Retinol) im Blut

Wie ein internationales Forscherteam um Ina Danquah vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) und Florian J. Schweigert von der Universität Potsdam zeigt, haben Ghanaer, die unter hohem Blutdruck sowie Typ-2-Diabetes leiden, vergleichsweise höhere Spiegel des Vitamin-A-Markers Retinol im Blut als nicht erkrankte Personen. „Die höheren Retinolwerte sind nach unseren Daten jedoch hauptsächlich auf eine verminderte Nierenfunktion zurückzuführen und nicht auf eine bessere Vitamin-A-Versorgung der Patienten“, sagt Danquah. „Ärzte sollten dies künftig bei der Einschätzung des Vitamin-A-Status der Bevölkerung in Subsahara-Afrika berücksichtigen.“ 

 Dr. Ina Danquah
 Dr. Ina Danquah DIfE
 
Das Wissenschaftlerteam, zu dem auch Forscher des Instituts für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit der Charité in Berlin sowie der University of Science and Technology in Kumasi, Ghana, gehören, veröffentlichte seine Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition (Danquah et al., 2015, doi: 10.3945/ajcn.114.101345).

Paradoxerweise ist die afrikanische Bevölkerung südlich der Sahara nicht nur von Mangelernährung, sondern zunehmend auch von Übergewicht-assoziierten Krankheiten wie Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes betroffen. 

Die Ursachen hierfür liegen nach Meinung der Ernährungswissenschaftler vermutlich in den veränderten Lebens- und Umweltbedingungen. So ist die heutige Ernährung der städtischen Bevölkerung Ghanas zwar oft kalorienreich, aber eher einseitig. Daher können auch übergewichtige Erwachsene unter einem Vitamin-A-Mangel leiden, der unter anderem das Immunsystem und das Sehvermögen beeinträchtigt.

Um die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Vitamin-A-Status in einer ghanaischen Bevölkerungsgruppe erstmals zu erforschen, untersuchten die Wissenschaftler 1.219 größtenteils weibliche Studienteilnehmer um die 50. Von diesen waren 197 an Typ-2-Diabetes erkrankt, 354 der Teilnehmer waren von Bluthochdruck betroffen, und 340 Personen litten an beiden Krankheiten. Neben verschiedenen klinischen Parametern, wie zum Beispiel dem Retinol-Wert im Blut, überprüften die Wissenschaftler auch die Körpermaße der Teilnehmer und ermittelten zudem ihre Vitamin-A-Zufuhr mit Hilfe von Fragebögen.

Obwohl alle Studienteilnehmer über ihre Nahrung in etwa gleich viel Vitamin A aufnahmen, hatten diejenigen, die unter Bluthochdruck litten, im Vergleich zu gesunden Teilnehmern um 21 Prozent erhöhte Retinol-Spiegel. Die Retinol-Werte der Teilnehmer, die sowohl unter Bluthochdruck als auch Typ-2-Diabetes litten, waren sogar um 38 Prozent erhöht. Ein Großteil der Personen mit Bluthochdruck und Diabetes waren übergewichtig.

Gleichzeitig beobachteten die Wissenschaftler, dass bei den Patienten mit höheren Retinol-Werten die Nierenfunktion eingeschränkt war.

„Unsere Beobachtungen betonen, welche bedeutende Rolle Stoffwechselerkrankungen für die noch ungelösten Gesundheitsprobleme in Subsahara-Afrika spielen.

Daher ist es notwendig, für diese strukturschwachen und ressourcenarmen Regionen Präventions- und Behandlungsstrategien zu entwickeln, die sowohl Mangel- als auch Überernährung effektiv und effizient bekämpfen. Im konkreten Fall stellt sich die Frage, ob Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und deren Begleiterkrankungen künftig herangezogen werden sollten, um den Vitamin-A-Status einer Person besser einzuschätzen“, sagt Studienleiterin Danquah.

Hintergrundinformationen:

Nach Angaben der World Health Organization (WHO) hat in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara die Zahl der Menschen deutlich zugenommen, die von nicht-übertragbaren Erkrankungen betroffen sind.

Zu diesen gehören zum Beispiel Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Etwa ein Viertel der Todesfälle in dieser Region sind auf solche Krankheiten zurückzuführen (Quelle: World Health Organization. Global status report on noncommunicable diseases 2010. Geneva: World Health Organization, 2011). Nach Aussage der International Diabetes Federation wird sich die Zahl der Menschen, die in dieser Region von Diabetes betroffen sind, bis zum Jahr 2035 von 20 Millionen auf 42 Millionen Menschen mehr als verdoppelt haben (International Diabetes Federation. IDF diabetes atlas. 6th ed. Brussels (Belgium): International Diabetes Federation; 2013).

Das DIfE ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es erforscht die Ursachen ernährungsassoziierter Erkrankungen, um neue Strategien für Prävention, Therapie und Ernährungsempfehlungen zu entwickeln. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Ursachen und Folgen des metabolischen Syndroms, einer Kombination aus Adipositas (Fettsucht), Hypertonie (Bluthochdruck), Insulinresistenz und Fettstoffwechselstörung, die Rolle der Ernährung für ein gesundes Altern sowie die biologischen Grundlagen von Nahrungsauswahl und Ernährungsverhalten. Das DIfE ist zudem ein Partner des vom BMBF geförderten Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). Näheres unter http://www.dzd-ev.de.

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 89 selbständige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen - u. a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi -, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.100 Personen, darunter 9.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,64 Milliarden Euro. Weitere Informationen unter http://www-leibniz-gemeinschaft.de.


Medizin am Abend DirektKontakt:

Dr. Ina Danquah
Abteilung Molekulare Epidemiologie
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal/Deutschland
Tel.: +49 33200 88-2453
E-Mail: Ina.Danquah@dife.de

Dr. Gisela Olias
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal/Deutschland
Tel.: +49 33200 88-2278/-2335
E-Mail: olias@dife.de
oder presse@dife.de
http://www.dife.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Beteiligte:
http://www.dife.de/forschung/abteilungen/kurzprofil.php?abt=MEP Abteilung Molekulare Epidemiologie

Fahrradunfälle in Deutschland http://www.youngpropflege.de/

Medizin am Abend Fazit:      Fahrradunfälle in Deutschland 

 


Eine Autotür, die plötzlich aufgestoßen wird, ein Hindernis auf dem Weg - schnell ist es passiert: 53 Prozent der Radfahrer in Deutschland hatten bereits einmal einen Unfall mit dem Fahrrad und 29 Prozent der Betroffenen haben sich dabei verletzt. Das ergab jetzt eine repräsentative forsa-Studie im Auftrag von CosmosDirekt.(1) In der Mitte (34 Prozent) und im Süden Deutschlands (30 Prozent) liegen die Radunfälle mit Verletzungen sogar über dem Bundesdurchschnitt. Unter Deutschlands Metropolen sticht besonders Hamburg hervor: Hier haben 41 Prozent der Fahrradfahrer bereits einen Unfall erlitten, bei dem sie sich eine Verletzung zugezogen haben. (1) Im März 2015 wurden 1.500 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt, die ein Fahrrad besitzen und es auch selbst nutzen.

 
Medizin am Abend DirektKontakt

Daniel Große CosmosDirekt 
Telefon: 0681 966-8261 

Streit um Hautkrebs-Screening

Medizin am Abend:  Viele Hautärzte wollen die Untersuchung nicht ohne beleuchtete Lupe durchführen

Kassenpatienten ab 35 Jahre haben das Recht auf eine kostenlose Untersuchung zur Früherkennung von Hautkrebs (Hautkrebs-Screening).

Aber jeder fünfte Hautarzt bietet die kostenlose Vorsorge nicht an, berichtet die "Apotheken Umschau" und bezieht sich dabei auf Daten der Verbraucherzentrale NRW. Die Beurteilung durch eine Blickdiagnose sei zu ungenau, sagen diese Hautärzte. Sie wollen dabei ein Dermatoskop, eine beleuchtet Lupe, einsetzen.

Die bezahlen die gesetzlichen Kassen jedoch nicht. Deshalb verlangen Ärzte bis zu 25 Euro extra vom Patienten. Das Dermatoskop als hautärztliches Standardgerät sei bereits in anderen Pauschalen vergütet, sagen die Krankenkassen. Patienten, die auf einer kostenlosen Untersuchung bestehen möchten, finden Adressen von Hautärzten, die die gesetzliche Leistung anbieten, auf der Internetseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 6/2015 B liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Medizin am Abend DirektKontakt

Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de  

www.apotheken-umschau.de

Augenkrankheit: Stargardt-Erkrankung - Vitamin A

Medizin am Abend Fazit:  Hoffnung auf Therapie gegen schwere Augenkrankheit

Mehr als 100 Jahre nach ihrer Entdeckung wächst die Hoffnung auf eine Therapie gegen die so genannte Stargardt-Erkrankung – die häufigste Form der erblichen Makuladegeneration. In diese Richtung weisen die Ergebnisse von Augenärzten der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universitäten Oxford und Columbia (New York). Die Resultate werden nun in der renommierten Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America" (PNAS) vorgestellt. 

Zentrale Netzhaut eines Jugendlichen mit Stargardt-Erkrankung: Die hellen Flecken sind Anhäufungen von Lipofuszin. Im zentralen Gesichtsfeld ist die Sehfähigkeit bereits eingeschränkt.
Zentrale Netzhaut eines Jugendlichen mit Stargardt-Erkrankung: Die hellen Flecken sind Anhäufungen von Lipofuszin. Im zentralen Gesichtsfeld ist die Sehfähigkeit bereits eingeschränkt. 
 
Bei der Stargardt-Erkrankung gehen die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut im Innern des Auges zu Grunde. Oft verschlechtert sich bei den Betroffenen das Sehvermögen schon in der Jugend so dramatisch, dass sie nicht mehr lesen können.

Die Sehzellen im Auge enthalten das lichtempfindliche Pigment Rhodopsin, das bei Lichteinfall in das Auge zerfällt. Dabei können Abfallprodukte entstehen, die im Wesentlichen aus Vitamin-A-Verbindungen bestehen.

Vitamin A, das unter anderem in tierischer Leber oder auch in Gemüse wie etwa Karotten enthalten ist, ist ein zentraler Bestandteil von Rhodopsin.

Normalerweise werden diese Vitamin-A-Verbindungen durch ein Transport-Molekül aus den Sehzellen entfernt und wiederverwendet.

Dabei ist Eile geboten:

Die Verbindungen haben die Tendenz, sich zu Zweiergruppen (sogenannten bis-Retinoiden) zusammenzuschließen. In dieser Form werden sie vom Körper nicht mehr normal abgebaut, sondern bilden das toxische Abfallprodukt Lipofuszin – ein Stoff, der auch beim normalen Altern zunehmend anfällt. Wenn sich aber Lipofuszin verfrüht und in hohen Mengen in der Netzhaut ansammelt, werden die Lichtsinneszellen geschädigt und sterben schließlich ab.

Genau das passiert bei der Stargardt-Erkrankung: Bei ihr ist das Transporter-Molekül aufgrund einer genetischen Veränderung defekt. Es sammeln sich daher mehr bis-Retinoide an. Dadurch lagert sich permanent Lipofuszin in der Netzhaut ab – ein Prozess, der oft schon in jungen Jahren zu schweren Augenschäden führt.

Nach Schätzungen ist rund eine von 10.000 Personen betroffen. Eine Therapie gegen die Erbkrankheit gibt es bislang nicht.

Hoffnungsträger: Modifiziertes Vitamin A

Die Ergebnisse des internationalen Forscherteams machen nun aber Hoffnung. Die Ärzte und Wissenschaftler untersuchten Mäuse mit einer Mutation in demselben Gen, das auch bei Patienten mit der Stargardt-Erkrankung verändert ist. Sie verabreichten einigen Tieren modifiziertes Vitamin A. Darin wurden bestimmte Wasserstoff-Atome durch Deuterium ersetzt. Deuterium ist ein Wasserstoff-Isotop: Es hat dieselben chemischen Eigenschaften wie normaler Wasserstoff, ist aber etwas schwerer.

Dieser Unterschied hat einen positiven Nebeneffekt: Das modifizierte Vitamin A und seine Verbindungen sind längst nicht so kontaktfreudig wie normalerweise und bilden kaum bis-Retinoide. „Wir konnten zeigen, dass sich bei der behandelten Mäusegruppe weniger Lipofuszin anhäufte“, erklärt Prof. Dr. Dr. Peter Charbel Issa. „Die Netzhautveränderungen der Mäuse, die sehr denen bei menschlichen Stargardt-Patienten ähneln, konnten so stark vermindert werden.“ Der Augenarzt und Stargardt-Experte ist inzwischen von der Universität Oxford an die Universitäts-Augenklinik in Bonn gewechselt; er hat hier eine Stiftungsprofessur der Patienten-Selbsthilfegruppe Pro Retina inne. Auch sein Kollege Prof. Robert MacLaren von der Universität Oxford sieht in seiner Klinik regelmäßig junge Patienten mit Stargardt-Erkrankung. „Das Ergebnis, dass ein einfacher Nahrungsmittelzusatz ihnen möglicherweise helfen kann, ist sehr vielversprechend“, sagt er. Negative Effekte des schweren Vitamins konnten die Forscher in den behandelten Tieren nicht beobachten.

Therapieoption auch für die AMD?

Das an der Columbia Universität in New York von Prof. Ilyas Washington entwickelte deuterierte Vitamin A wird bereits klinisch bei Patienten mit Stargardt-Erkrankung getestet. Die Ergebnisse könnten auch für eine andere Patientengruppe relevant werden: Auch bei altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) – der häufigsten Erblindungsursache in Deutschland und anderen westlichen Ländern – sammelt sich Lipofuszin in der Netzhaut an. Modifiziertes Vitamin A könnte für sie ebenfalls neue Hoffnung bedeuten. Prof. Charbel Issa mahnt jedoch zur Geduld: „Noch steht der Beweis aus, dass deuteriertes Vitamin A Menschen mit degenerativen Netzhaut-Erkrankungen helfen kann.“

Publikation: Peter Charbel Issa, Alun R. Barnard, Philipp Herrmann, Ilyas Washington, Robert E. MacLaren: Rescue of the Stargardt phenotype in Abca4 knockout mice through inhibition of vitamin A dimerization



Prof. Dr. Dr. Peter Charbel Issa von der Universitäts-Augenklinik Bonn untersucht seit vielen Jahren die erbliche Stargardt-Erkrankung.
Prof. Dr. Dr. Peter Charbel Issa von der Universitäts-Augenklinik Bonn untersucht seit vielen Jahren die erbliche Stargardt-Erkrankung. © Foto: Johann Saba/UKB



Medizin am Abend DirektKontakt:

Prof. Dr. Dr. Peter Charbel Issa
Pro Retina-Stiftungsprofessor für
degenerative Netzhauterkrankungen
Universitäts-Augenklinik Bonn
Telefon: 0228 / 287-15505
E-Mail: peter.issa@ukb.uni-bonn.de
Johannes Seiler Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Beteiligte:
http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1506960112 Veröffentlichung im Internet

Pflegeheim-Plätze in Deutschland

Medizin am Abend Fazit:
Der Tagesspiegel: Pflegeheim-Plätze kosten in NRW 30 Prozent mehr als in Sachsen

In Deutschland variieren die Kosten für Plätze in Pflegeheimen trotz einheitlicher Pflegesätze und Leistungsansprüche je nach Bundesland um bis zu 30 Prozent. Das ist einer Preisübersicht der privaten Krankenversicherer zu entnehmen, die dem Berliner "Tagesspiegel" (Montagsausgabe) vorliegt. Am teuersten sind Heimplätze demnach in Nordrhein-Westfalen, sie kosten dort je nach Pflegestufe zwischen 2802 Euro (Stufe 1) und 3970 Euro (Stufe 3). In Sachsen sind dafür im Schnitt nur 1951 Euro (Stufe 1) bis 2780 Euro (Stufe 3) fällig - und in Sachsen-Anhalt werden für die dritte Pflegestufe gar nur 2640 Euro verlangt. Das bedeutet Preisunterschiede von bis zu 1330 Euro, die von den Bewohnern im Regelfall komplett aus eigener Tasche zu zahlen sind. Ihr durchschnittlicher Anteil liegt, je nach Pflegestufe und Bundesland, bei 887 bis 2358 Euro im Monat.

http://www.tagesspiegel.de/politik/uebersicht-der-privaten-kassen-pflegeheime-sind-in-nordrhein-westfalen-am-teuersten/11981096.html
 
Inhaltliche Rückfragen richten Sie bitte an: Der Tagesspiegel, Newsroom, Telefon: 030-29021-14909.

Medizin am Abend DirektKontakt

Der Tagesspiegel Chefin vom Dienst Patricia Wolf Telefon: 030-29021 14013 E-Mail: cvd@tagesspiegel.de

360° TOP-Thema: 01. Juli 2015: Uhrzeitumstellung! Länger schlafen...., mit KBV - Versorgungszielen

Medizin am Abend Fazit:  Das Jahr wird eine Sekunde länger

Versorgungsziele 

 

http://www.kv-on.de/html/15818.php

 

In der Nacht zum 1. Juli fügt die Physikalisch-Technische Bundesanstalt eine Schaltsekunde in ihre Zeitsignale ein 
 
Genau drei Jahre nach der letzten Schaltsekunde ist es wieder soweit: 
In der Nacht zum 1. Juli 2015 wird es eine Extra-Sekunde geben.

Damit werden die koordinierte Weltzeit UTC und unsere gesetzliche Zeit, aktuell die mitteleuropäische Sommerzeit MESZ, um eine Sekunde verlängert. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) folgt der Vorgabe des Internationalen Erd-Rotations-Service (IERS) in Paris und fügt die Schaltsekunde in die Signale ihrer Zeitdienste ein: in die DCF77-Zeitaussendung für Funkuhren, den Telefonzeitdienst und den Internetzeitdienst über NTP.

Nötig ist diese Maßnahme, weil die Atomuhren gleichmäßiger „ticken“, als sich die Erde dreht.

„Zeit ist das, was man an der Uhr abliest“, soll Albert Einstein, einst Kurator der PTB-Vorgängerin, der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt PTR, gesagt haben. Solange Menschen Uhren bauen, suchen sie nach möglichst stabilen, periodischen Vorgängen als Taktgeber: Schwingungen von Pendeln, in Quarzkristallen (seit ca. 1930) und ab 1967 auch in Cäsium-Atomen.

So ist definitionsgemäß exakt nach 9 192 631 770 Schwingungen eines Mikrowellensignals, welches Caesiumatome in einer Atomuhr anregt, genau eine Sekunde vergangen. Diese Schwingungszahl wurde im Jahr 1967 von der Generalkonferenz der Meterkonvention festgelegt und in die Definition der SI-Basiseinheit Sekunde geschrieben.

Sie orientierte sich allerdings letztlich doch an der Rotationsperiode der Erde, des klassischen Taktgebers unseres Lebens auf der Erde.

Aus astronomischen Beobachtungen weiß man schon seit Langem, dass die Erde ganz allmählich langsamer wird – und zudem eiert sie, die Rotationsperiode ist veränderlich. Die Reibung der Gezeiten sorgt für ein stetiges Abbremsen der Erde. Die Lage der Rotationsachse im Erdkörper verändert sich – und zusätzlich können Erdbeben, das Schmelzen der Gletscher und die Massenverteilung in der Atmosphäre im Lauf der Jahreszeiten die Drehgeschwindigkeit der Erde verändern. 

Der letztgenannte Effekt konnte erstmals mit den Quarzuhren der PTR in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts nachgewiesen werden.

„Atomuhren sind heute die Grundlage für die genaue Beobachtung der Erdrotation. Die von ihnen abgeleitete Uhrzeit passt aber eben nicht perfekt zu unserem ganz natürlichen Zeitmaß“, erklärt der Physiker Andreas Bauch, der in der PTB für die Aussendung der Zeitsignale zuständig ist. Bereits im Jahr 1972 hinkte die aus der Drehung der Erde abgeleitete Weltzeit der Atomzeit aus den Caesium-Uhren um 10 Sekunden hinterher. Bis dahin hatte man Anpassungen in kleinen Schritten und zudem nicht weltweit auf die gleiche Weise vorgenommen. Dann entschloss man sich, fortan eine Zeitskala mit Schaltsekunden als weltweite Referenzzeit zu verwenden. Die Uhrzeit wird so näherungsweise im Einklang mit der Erdrotation, also der Weltzeit gehalten, immer innerhalb von 0,9 Sekunden. Seitdem machen Schaltsekunden aus der Atomzeit die „koordinierte Weltzeit“ UTC.

Wie unregelmäßig schnell sich die Erde dreht, sieht man daran, dass zwischen 1999 und 2006 sieben Jahre vergingen, bevor eine Schaltsekunde nötig wurde; danach waren es drei Jahre, dann 3,5 Jahre und jetzt wieder drei Jahre. Die aktuelle Tageslänge wird aus der Winkelstellung der Erde im Raum mit Bezug auf Quasare über Radioteleskope und auf die Satelliten des GPS-Navigationssystems ermittelt.

Nun hat der Internationale Erd-Rotations-Service (IERS, http://www.iers.org), der diese Messungen sammelt und auswertet, die 26. Schaltsekunde seit dem 1.1.1972 angeordnet. Sie wird weltweit zum selben Zeitpunkt eingefügt: am 30. Juni 2015 nach 23:59:59 koordinierter Weltzeit, in unserer gesetzlichen Zeit also am 1. Juli nach 01:59:59.

Uhren, die in Übereinstimmung mit der gesetzlichen Zeit gehalten werden sollen, müssen dann um eine Sekunde angehalten werden. Besitzer von Funkuhren brauchen sich um nichts zu kümmern. Das Programm des Langwellensenders DCF77 in Mainflingen, über den die PTB die Zeitsignale aussendet, wurde bereits für die Einführung der Schaltsekunde vorbereitet.

Im normalen Alltag ist diese Schaltsekunde nicht wirklich relevant. Anders ist das beispielsweise in der Astronomie, da bei der Ausrichtung eines Teleskops Weltzeit und Atomzeit übereinstimmen oder der Unterschied zwischen beiden Zeitskalen exakt bekannt sein muss. Es ist dokumentiert, dass die Einfügung der Schaltsekunde in Betriebssystemen von Computern und speziell bei der Erzeugung von eindeutigen Zeitstempeln Probleme bereitet hat. Ebenso ist es möglich, dass die Schaltsekunde bei Energieversorgern sowie Telekommunikationsunternehmen, die auf sekundengenaue Abrechnung angewiesen sind, Probleme verursacht.

Wolle man die Wahrscheinlichkeit für solche Fehler verringern, so fordern Kritiker, müsse die Schaltsekunde eigentlich abgeschafft werden. Seit Jahren wird nun schon das Für und Wider von Schaltsekunden diskutiert.

Eine Entscheidung wird vermutlich im November 2015 auf der World Radiocommunication Conference (WRC-15) der Internationalen Telekommuniationsunion (http://www.itu.int/en/ITU-R/conferences/wrc/2015/Pages/default.aspx) fallen.

Für 2015 verbleibt uns jedenfalls eine zusätzliche Sekunde. Falls Sie also noch etwas Wichtiges zu erledigen haben: Die Zeit ist auf Ihrer Seite.


Medizin am Abend DirektKontakt

Ansprechpartner:
Dr. Andreas Bauch, Arbeitsgruppe 4.42 Zeitübertragung, Telefon: (0531) 592-4420,
E-Mail: andreas.bauch@ptb.de
Dipl.-Journ. Erika Schow Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

Teilnahme: Förderung der Deutschen Prostatakrebsstudie PREFERE www.prefere.de

Medizin am Abend Fazit:  

 

PREFERE-Studie wird weiter gefördert / GKV ruft Ärzte und Patienten auf: Nehmen Sie an der größten deutschen Prostatakrebsstudie teil

 

http://www.prefere.de/fuer-patienten/die-prefere-studie/aufklaerungsmaterialien/video/ 

 

Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) begrüßt die weitere Förderung der Deutschen Prostatakrebsstudie PREFERE durch die Deutsche Krebshilfe (DKH) und setzt ihr Engagement in Zusammenarbeit mit der DKH fort: "Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen können damit auch weiterhin im Rahmen eines Vertrages zur Integrierten Versorgung an PREFERE teilnehmen", sagt Uwe Deh, Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes und federführender Vertreter aller Kassenverbände.

Die Fragen, die mit der Studie geklärt werden sollen, seien zentral für die zukünftige Behandlung von Patienten mit Prostatakrebs im frühen Stadium, betont Deh.  

Jährlich erkranken mehr als 67.000 Männer an Prostatakrebs. 

Die bösartige Wucherung der Vorsteherdrüse ist damit die häufigste Krebsform bei Männern.

PREFERE vergleicht in einer prospektiven randomisierten Studie alle vier Therapieoptionen, die laut Leitlinie bei einem lokal begrenzten Prostatakarzinom in Frage kommen. 

Bisher ist nicht klar, von welcher der vier Optionen die Patienten auf lange Sicht am meisten profitieren. Diese Frage soll geklärt werden, indem etwa 7.600 Patienten über einen Zeitraum von 13 Jahren in der Studie nachbeobachtet werden.

Die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen unterstützen die Langzeitstudie mit insgesamt 11,5 Millionen Euro, weitere 13,5 Millionen Euro finanziert die Deutsche Krebshilfe.

"Wir rufen alle niedergelassenen Urologen und die in Frage kommenden Patienten dazu auf, an PREFERE teilzunehmen", sagt GKV-Vertreter Uwe Deh.

"Es ist wichtig, dass die Studie von einem breiten Bündnis getragen wird. Dass sich der Berufsverband der Deutschen Urologen und die Deutsche Gesellschaft für Urologie weiter für den Erfolg der Studie einsetzen wollen, ist daher ein gutes Signal."

Bislang konnten für die Studie, die 2013 gestartet ist, wesentlich weniger Patienten gewonnen werden als ursprünglich zu diesem Zeitpunkt geplant.

"Dabei bietet die Studie eine Reihe von Vorteilen für die betroffenen Männer", betont Deh.

Die Teilnehmer werden in eigens für die Studie zertifizierten Kliniken behandelt, die besondere Qualitätsanforderungen erfüllen müssen. 

Zudem sieht die Studie für jeden Teilnehmer eine Zweitbegutachtung der Gewebeprobe vor, um die Diagnose abzusichern. Darüber hinaus ist für die Patienten eine langfristige und strukturierte Nachsorge beim behandelnden niedergelassenen Urologen vorgesehen. 

Um die Zahl der Teilnehmer zu erhöhen und den Patienten den Zugang zu PREFERE noch einfacher zu machen, haben die Partner der Studie verschiedene Maßnahmen ergriffen: So sollen die beteiligten Krankenhäuser und die niedergelassenen Urologen die Patienten noch stärker als bisher auf die Studie aufmerksam machen.

Dafür stehen verschiedene Informations- und Beratungshilfen wie zum Beispiel ein Video zur Aufklärung der Patienten bereit Ausführliche Informationen bietet auch die Internetseite www.prefere.de.

Männer mit Prostatakrebs in einem frühen Stadium können sich je nach Wohnsitz in einem der rund 100 teilnehmenden Studienzentren in Deutschland für PREFERE einschreiben lassen.

Bei PREFERE arbeiten die Deutsche Krebshilfe, die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen, die Deutsche Gesellschaft für Urologie, der Berufsverband Deutscher Urologen sowie die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie, die Deutsche Krebsgesellschaft und der Bundesverband Prostataselbsthilfe zusammen.


Medizin am Abend DirektKontakt

Studienleitung:
 
Prof. Dr. Michael Stöckle, Direktor der Urologischen Klinik,


Universitätsklinikum Homburg/Saar
Prof. Dr. Thomas Wiegel, Direktor der Klinik für Strahlentherapie,
Universitätsklinikum Ulm


AOK-Bundesverband 
Dr. Kai Behrens Tel. 030 34646-2309 E-Mail: presse@bv.aok.de

BKK Dachverband Andrea Röder Tel. 030 2700 406-302 E-Mail: andrea.roeder@bkk-dv.de 

IKK e.V. Fina Geschonneck Tel. 030 202491-11 E-Mail: fina.geschonneck@ikkev.de

Knappschaft Dr. Wolfgang Buschfort Tel. 0234 304-82050 
E-Mail: presse@kbs.de 

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten u. Gartenbau 
Dr. Erich Koch Tel. 0561 9359-0 kommunikation@svlfg.de 

Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) Manuela-Andrea Pohl 
Tel. 030 26931-1250 E-Mail: presse@vdek.com

1.000 Aortenklappeneingriffe am schlagenden Herzen (TAVI)

Medizin am Abend Fazit

Über 1000 Transkatheter-Herzklappen (TAVI) sind bisher im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, erfolgreich eingesetzt worden. Der TAVI-Eingriff bleibt Hochrisikopatienten vorbehalten. Behandelt werden sie unter der Leitung der HDZ-Chefärzte Prof. Dr. Dieter Horstkotte (Kardiologie) und Prof. Dr. Jan Gummert (Herzchirurgie). 
 
TAVI oder offene Herzoperation: Im Bad Oeynhausener Herz- und Diabeteszentrum NRW entscheidet ein Herzteam aus Kardiologen und Herzchirurgen gemeinsam darüber, welches Verfahren bei einem notwendigen Ersatz der Aortenklappe angewendet wird. Mit „TAVI“ ist dabei die minimalinvasive Transkatheter-Aortenklappenimplantation am schlagenden Herzen gemeint, den die Bad Oeynhausener Herzspezialisten ohne den sonst notwendigen Einsatz der Herz-Lungen-Maschine vornehmen.



Ein Herz – ein Team: Das TAVI-Team des Herz- und Diabeteszentrums NRW, Bad Oeynhausen.
Ein Herz – ein Team: Das TAVI-Team des Herz- und Diabeteszentrums NRW, Bad Oeynhausen. HDZ NRW

Die Aortenklappenverengung (Stenose) ist die häufigste erworbene Herzklappenerkrankung. Sie tritt meist in höherem Alter auf, weil sich die drei halbmondförmigen Klappentaschen aufgrund von Verschleiß (Degeneration) oder Verkalkung (Sklerose) nicht mehr weit genug öffnen können.

Dadurch muss die linke Herzkammer einen deutlich erhöhten Druck aufbringen, um das Blut durch die verengte Klappe zu pressen. Die Folge: Betroffene leiden unter Atemnot, Brustenge, plötzlicher Bewusstlosigkeit oder akuter Herzschwäche.

Die Lebenserwartung ist bei symptomatischen Patienten deutlich eingeschränkt.

„Etwa drei bis fünf Prozent der über 75-Jährigen weisen eine hochgradige Verengung der Aortenklappe auf“, beschreibt Prof. Dr. Dieter Horstkotte die Situation. „Wenn die Klappe sich nicht mehr weit genug öffnen kann, besteht dringender Handlungsbedarf.“ Dann muss die Aortenklappe ersetzt werden.

TAVI Team: Im Einsatz für Risikopatienten

„Es gilt dabei stets, sehr individuell abzuwägen, welcher Eingriff für unseren Patienten das geringstmögliche Risiko darstellt. Grundsätzlich kann man sagen, dass hochbetagte Patienten oder Menschen mit schweren Begleiterkrankungen von einem Verfahren ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine profitieren“, sagt Prof. Dr. Jan Gummert.

Zu der Einzelentscheidung für das für den Patienten am besten geeignete und schonendste Verfahren, das auch langfristig eine hohe Lebensqualität verspricht, setzen sich die Mitglieder des HDZ-Herzteams zusammen. Die erfahrenen Oberärzte der Herzchirurgie und Kardiologie beurteilen dabei gemeinsam mit Anästhesisten, Intensivmedizinern, Radiologen und einer Psychologin der Universitätsklinik die Vor- und Nachteile des anstehenden Eingriffs.

Einig sind sich die Herzspezialisten im HDZ NRW darüber, dass Aortenklappeneingriffe am schlagenden Herzen nur in ausgewiesenen Zentren ausgeführt werden sollten, die eine angemessene Anzahl von Fällen vorweisen können. In Kliniken, die wie das Herz- und Diabeteszentrum NRW am nationalen Aortenklappen-Register (GARY = German Aortic Valve Registry) teilnehmen, ist eine risikoarme Behandlung sichergestellt. Das Register erfasst alle Patientendaten mit Aortenklappeneingriffen und wertet diese langfristig nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten aus. Besteht kein erhöhtes Risiko, so ist aus medizinischer Sicht eine konventionelle Herzoperation zu bevorzugen. Das belegt eine aktuelle Studie aus diesem Register. Gibt es jedoch Gründe, die gegen den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine sprechen, so kann das TAVI-Verfahren diesen Risikopatienten langfristig eine gute Lebensqualität sichern.

HDZ NRW: Mehr als 1.900 Herzklappenoperationen pro Jahr

Wichtig: Eine TAVI-Operation sollten Kardiologe und Herzchirurg gemeinsam durchführen. Im HDZ NRW geschieht dies in einem Hybridoperationssaal, der mit modernster Medizin- und Röntgentechnik ausgestattet ist. Für den Notfall stehen so immer eine Herz-Lungen-Maschine und herzchirurgische Expertise bereit.

Die Aortenklappenprothese (Ersatzklappe) wird im zusammengefalteten Zustand mittels Katheter entweder von der Leistenarterie aus in das Herz eingeführt (transfemoraler Zugang) oder sie wird direkt über die Herzspitze in die linke Herzkammer eingebracht (transapikaler Zugang).

Insgesamt werden im Herz- und Diabeteszentrum NRW jährlich mehr als 1.900 Herzklappenoperationen durchgeführt, die meisten davon gelten der Aortenklappe – 1.400 Verfahren waren es im vergangenen Jahr. Über die Hälfte davon (950) betrafen ausschließlich den Aortenklappenersatz, der wiederum 280 Mal im vergangenen Jahr als minimalinvasiver TAVI Eingriff ausgeführt worden ist.

„Bei den seit 2009 im HDZ durchgeführten über 1.000 TAVI-Eingriffen lag das mittlere Lebensalter der Patienten bei knapp 83 Jahren. Und die älteste Patientin war über 97 Jahre alt,“ berichtet Dr. Werner Scholtz, Oberarzt der Klinik für Kardiologie.

„Ein Vorteil dieser Methode liegt in der guten Verträglichkeit des Eingriffs, der im HDZ in den letzten Jahren mit deutlich besseren Ergebnissen als im Bundesdurchschnitt durchgeführt wurde.

Viele Patienten gehen bereits nach wenigen Tagen in die Anschlussheilbehandlung.“ Seine herzchirurgischen Partner Prof. Dr. Stephan Ensminger und Privatdozent Dr. Jochen Börgermann ergänzen: „Unsere guten Ergebnisse, die in die bundesweite Auswertung zu modernen Herzklappeneingriffen einfließen, beruhen auf exzellentem Fachwissen, viel Erfahrung und – wie in den anderen Fachbereichen im HDZ auch – einer großen Portion Teamgeist.“.

Hintergrundinformation:


Von allen Herzklappenerkrankungen ist die Aortenklappe am häufigsten betroffen. Sie befindet sich zwischen der linken Herzkammer und der Körperhauptschlagader (Aorta). Sie sorgt dafür, dass das Blut nur in eine Richtung fließt. Sie besteht aus drei halbmondförmigen Taschen, die an einem bindegewebigen Ring in der Herzmuskulatur verankert sind.

Wie wird die Aortenklappenstenose diagnostiziert?

Eine Ultraschalluntersuchung (Echokardiographie) kann eine Aortenklappenstenose nachweisen. Hier können sowohl die Herzklappen als auch die Pumpfunktion des Herzens dargestellt werden. Zur weiteren kardiologischen Diagnostik zählen ein EKG sowie eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes. Außerdem erfolgt in der Regel eine Herzkatheteruntersuchung zur Darstellung der Herzkranzgefäße. Denn Erfahrungen haben gezeigt, dass Patienten mit einer Verkalkung der Aortenklappe auch arteriosklerotisch veränderte Herzkranzgefäße aufweisen. Liegen Engstellen vor, kann die Operation der Herzklappe mit einer Bypassversorgung verbunden werden.

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Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen mit 37.000 Patienten pro Jahr, davon 15.000 in stationärer Behandlung, zu den größten und modernsten Zentren seiner Art in Europa.

In der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie des HDZ NRW unter der Leitung von Prof. Dr. med. Jan Gummert werden jährlich an die 4.000 Patienten am offenen Herzen und den herznahen Gefäßen operiert. Die Klinik ist deutschlandweit führend in den Bereichen Herzklappenoperationen, Herztransplantationen, Kunstherzimplantationen sowie Herzschrittmacher-/ ICD-Eingriffe. Seit 1989 wurden hier mehr als 3.000 Herzunterstützungssysteme implantiert. Mit 86 Herztransplantationen in 2014 (gesamt: über 2.100) ist die Klinik das bundesweit größte Herztransplantationszentrum. Zu den weiteren Schwerpunkten der Klinik zählen die minimalinvasive Klappenchirurgie und die Bypasschirurgie am schlagenden Herzen.

Die Klinik für Kardiologie des HDZ NRW unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dieter Horstkotte ist spezialisiert auf die Behandlung der Koronaren Herzkrankheit, Herzklappenfehler, Herzmuskelerkrankungen, Herzrhythmusstörungen und entzündliche Herzerkrankungen. In der Kardiologischen Klinik werden jährlich 10.000 Herzkatheteruntersuchungen durchgeführt. Rund 9.000 Patienten pro Jahr kommen zur ambulanten Behandlung in die Klinik. Modernste diagnostische und bildgebende Verfahren sowie alle modernen Kathetertechniken sichern die bestmögliche und schonende medizinische Versorgung der Patienten. Die Klinik ist Europäisches und Nationales Exzellenz-Zentrum zur Bluthochdruckbehandlung, anerkanntes Brustschmerzzentrum (CPU – Chest Pain Unit) sowie als überregionales Zentrum zur Versorgung Erwachsener mit angeborenem Herzfehler (EMAH) zertifiziert.

Medizin am Abend DirektKontakt

Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
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Vollstationäre Krankenhausaufnahme - MDK Leitlinie zur Krankenhausbehandlung


Medizin am Abend Fazit

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Herzkatheter - Untersuchungen - Stationär

Malaria - Impfstoff - 2015

Medizin am Abend Fazit:    Meilenstein im Kampf gegen Malaria - Zulassung des Impfstoffes RTS,S* noch dieses Jahr möglich

Rund 250 Millionen Menschen erkranken jährlich an Malaria. Knapp eine Million sterben an der durch Parasiten verursachten und durch Mückenstiche übertragenen Krankheit. Kinder unter 5 Jahren sind am häufigsten betroffen, vor allem in Afrika. 

In einer großen Phase III-Studie mit mehr als 17 000 Kindern im Alter von 6 Wochen bis zu 17 Monaten wurde der Malaria-Impfstoff RTS,S getestet. Jetzt liegen die Ergebnisse der Studie vor und machen Hoffnung, dass die Impfung noch dieses Jahr in die afrikanischen nationalen Impfprogramme aufgenommen wird und langfristig damit ein Schutz vor Malaria für die afrikanische Bevölkerung erreicht werden kann. 

 
Die Einführung eines Malaria-Impfstoffes für Kinder in Afrika ist eines der wichtigsten Vorhaben der infektiologischen Forschung und Gesundheitspolitik. 1987 initiierte das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) die Impfstoff-Entwicklung in Kollaboration mit dem Walter Reed Army Institute of Research der USA. Seit 2009 wird der von GSK entwickelte Impfstoff an elf Zentren in den sieben afrikanischen Ländern Burkina Faso, Gabun, Ghana, Kenia, Malawi, Mosambik und Tansania in einer Phase III-Studie getestet. Professor Peter G. Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin am Universitätsklinikum Tübingen und Leiter des Centre de Recherches Médicales de Lambaréné ist Koordinator der Studie in Gabun. Die Forschungsförderung für die klinische Prüfung des Impfstoffs von der Entwicklung bis zur Zulassung erfolgt durch die Bill & Melinda Gates Foundation über PATH Malaria Vaccine Initiative und GSK.

Für die Zulassungsstudie wurden 8 922 Kleinkinder zwischen 5 und 17 Monaten und 6 537 Säuglinge zwischen 6 und 12 Wochen in drei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe erhielt drei Impfungen im Abstand von je einem Monat und nach 18 Monaten eine Auffrischungsimpfung. Probanden der ersten Gruppe erhielten ausschließlich RTS,S Injektionen. Teilnehmer der zweiten Gruppe wurden dreimal mit RTS,S und zur Auffrischung mit einem Kontrollimpfstoff geimpft. Die Probanden der dritten Gruppe wurden nur mit dem Kontrollimpfstoff versorgt. Alle Teilnehmer wurden noch bis zu 48 Monaten nach der letzten Impfung nachuntersucht.

Die Studie zeigt, dass die Impfung mit RTS,S in drei Dosen Malariafälle bei Säuglingen und Kindern verhindert, und dass die Wirksamkeit des Impfstoffes durch eine Auffrischungsimpfung noch vergrößert werden kann. Die Impfungen werden sehr gut vertragen, es gibt kaum Nebenwirkungen. Der Impfschutz liegt, je nach Alter der Kinder, zwischen 26 und 36 Prozent über die gesamte Dauer der Beobachtung von fast vier Jahren.

„Da es trotz 100 Jahren Forschung auf diesem Gebiet bis heute noch keinen Impfstoff gegen Malaria gibt, wird RTS,S ein Meilenstein bei der Malaria-Kontrolle sein“, fasst Peter Kremsner seine Erwartungen zusammen. Die präventiven Maßnahmen gegen die Krankheit beschränken sich bisher auf den Einsatz von Bettnetzen und Malariamedikamenten.

Aktuell wurden die Ergebnisse zum Impfstoff-Kandidaten RTS,S im renommierten Wissenschaftsjournal The Lancet publiziert. GSK hat 2014 einen Zulassungsantrag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) gestellt, die RTS,S gegenwärtig hinsichtlich Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit beurteilt. Auch durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). läuft ein Begutachtungsprozess. Die Impfstoffzulassung ist noch 2015 geplant. Danach wird man beginnen, den Impfstoff gemeinsam mit schon etablierten Impfungen afrikanischen Säuglingen in den ersten Lebensmonaten zu verabreichen.

*RTS,S ist ein Proteinimpfstoff, bestehend aus der „Repeat“ Proteindomäne und der T-Zell-Epitop Region des Circumsporozoite Proteins (CPS) und des Oberflächenproteins des Hepatitis B Virus (S). CPS ist das häufigste Oberflächenprotein der Sporozoiten (Parasitenstadium aus der Mücke) und ist essentiell für die Einnistung des Parasiten in den Leberzellen beim Menschen. 

Durch die Impfung mit RTS,S begegnet der Körper dem CPS-Protein und entwickelt eine Immunantwort dagegen. Infiziert sich der Geimpfte nun mit Malaria, erkennt sein Immunsystem den Parasiten beim ersten Eindringen und bekämpft ihn.

Titel der Originalpublikation (publiziert in The Lancet 23.4.2015)
Final results from a phase 3, individually randomised, controlled trial of the RTS,S/AS01 malaria vaccine in African infants and children, including an evaluation of the efficacy of a booster dose
http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(15)60721-8

All members of the RTS,S Clinical Trials Partnership meet ICMJE criteria as authors, and are: by affiliation (affiliations in alphabetical ):
Albert Schweitzer Hospital, Lambaréné, Gabon / Institute of Tropical Medicine, University of Tübingen, Tübingen, Germany: Selidji Todagbe Agnandji, Bertrand Lell, José Francisco Fernandes, Béatrice Peggy Abossolo, Anita Lumeka Kabwende, Ayola Akim Adegnika, Benjamin Mordmüller, Saadou Issifou, Peter Gottfried Kremsner, Marguerite Massinga Loembe, Emmanuel Bache, Abraham Alabi; Centro de Investigação em Saúde de Manhiça, Manhiça, Mozambique / ISGlobal, Barcelona Ctr. Int. Health Res. (CRESIB), Hospital Clínic - Universitat de Barcelona, Barcelona, Spain: Jahit Sacarlal, Pedro Aide, Lola Madrid, Sofia Mandjate, John J. Aponte, Helder Bulo, Sergio Massora, Elisa Varela, Eusébio Macete, Pedro Alonso; Ifakara Health Institute, Bagamoyo, Tanzania / Swiss Tropical and Public Health Institute, Basle, Switzerland: Salim Abdulla, Nahya Salim, Ali Mtoro, Saumu Ahmed, Ali Hamad, Shubis Kafuruki, Rose Minja, Marcel Tanner, Musa Maganga, Abel Mdemu, Conrad Gwandu, Ali Mohammed; Institut de Recherche en Science de la Santé, Nanoro, Burkina Faso / Institute of Tropical Medicine, Antwerp, Belgium: Halidou Tinto, Umberto D’Alessandro, Hermann Sorgho, Innocent Valea, Marc Christian Tahita, William Kabore, François Kiemde, Palpouguini Lompo, Sayouba Ouédraogo, Karim Derra, Florence Ouédraogo, Jean Bosco Ouédraogo; KEMRI/CDC Research and Public Health Collaboration, Kisumu, Kenya: Mary J. Hamel, Simon Kariuki, Martina Oneko, Chris Odero, Kephas Otieno, Norbert Awino, Vincent Muturi-Kioi, Jackton Omoto, Tony Sang, Seth Odhiambo, Kayla F. Laserson, Laurence Slutsker; KEMRI–Walter Reed Project, Kombewa, Kenya: Walter Otieno, Lucas Otieno, Nekoye Otsyula, Stacey Gondi, Jew Ochola, George Okoth, Dorothy Caroline Mabunde, Anne Wangwe, Allan Otieno, Janet Oyieko, Jessica Cowden, Bernhards Ogutu; KEMRI–Wellcome Trust Research Program, Kilifi, Kenya: Patricia Njuguna, Kevin Marsh, Pauline Akoo, Christine Kerubo, Charity Maingi, Philip Bejon, Ally Olotu, Roma Chilengi, Benjamin Tsofa, Trudie Lang, Jesse Gitaka, Ken Awuondo; Kintampo Health Research Center, Kintampo, Ghana / London School of Hygiene and Tropical Medicine, London, UK: Seth Owusu-Agyei, Kwaku Poku Asante, Owusu Boahen, David Dosoo, Isaac Asante, Zuwera Yidana, Japhet Anim, Elisha Adeniji, Abena Kunadu Yawson, Kingsley Kayan, Daniel Chandramohan, Brian Greenwood; National Institute for Medical Research, Korogwe, Tanzania / University of Copenhagen, Copenhagen, Denmark / London School of Hygiene and Tropical Medicine, London, UK: John Lusingu, Samwel Gesase, Anangisye Malabeja, Omari Abdul, Coline Mahende, Edwin Liheluka, Martha Lemnge, Thor G. Theander, Chris Drakeley, Joyce Mbwana, Raimos Olomi, Bruno Mmbando; School of Medical Sciences, Kumasi, Ghana: Daniel Ansong, Tsiri Agbenyega, Samuel Adjei, Harry Owusu Boateng, Theresa Rettig, Justice Sylverken, David Sambian, Augustina Badu-Prepah, Amos Kotey, Patrick Buabeng, Vivian Paintsil, Anthony Enimil; University of North Carolina Project, Lilongwe, Malawi: Francis Martinson, Irving Hoffman, Tisungane Mvalo, Portia Kamthunzi, Rutendo Nkomo, Tapiwa Tembo, Gerald Tegha, Chimwemwe Chawinga, Towera Banda, Shiraz Khan, Sarah Mwambakulu, Enalla Mzembe; GlaxoSmithKline Vaccines, Wavre, Belgium (in alphabetical order): W. Ripley Ballou, Joe Cohen, Yolanda Guerra, Dirk Heerwegh, Erik Jongert, Didier Lapierre, Amanda Leach, Marc Lievens, Opokua Ofori-Anyinam, Aurélie Olivier, Johan Vekemans and PATH Malaria Vaccine Initiative, Washington, D.C. (in alphabetical order): David Kaslow, Didier Leboulleux, Barbara Savarese, David Schellenberg




Weitere Informationen finden Sie als Medizin am Abend Beteiligte unter

http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(15)60721-8

http://www.malariavaccine.org/pr2015Apr24-RTSS.php -

Medizin am Abend DirektKontakt

Universitätsklinikum Tübingen
Medizinische Klinik, Institut für Tropenmedizin
Wilhelmstraße 27, 72074 Tübingen
Prof. Dr. Peter G. Kremsner
Tel. 0049 7071 29-87179
E-Mail peter.kremsner@uni-tuebingen.de

Dr. Ellen Katz Universitätsklinikum Tübingen