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Langanhaltender Schmerz im Sinne von chronischem Schmerz

Medizin am Abend Fazit: Gehirn verarbeitet langanhaltende Schmerzen emotionaler

Eine kurze Unachtsamkeit und schon ist der Finger eingeklemmt, der Kopf gestoßen oder der Fuß verstaucht – und schmerzt. Schmerz ist ein Schutzmechanismus des Körpers und gleichzeitig ein komplexes neurologisches Phänomen, das von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird. Langanhaltender Schmerz im Sinne von chronischem Schmerz ist zudem eine eigene und häufig schwer zu behandelnde Krankheit. Ein Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Technischen Universität München (TUM) hat jetzt gezeigt, dass langandauernder Schmerz im Gehirn emotionaler verarbeitet wird als kurzer. 
 
Prof. Markus Ploner, Heisenberg-Professor für Human Pain Research an der TUM Fakultät für Medizin, und sein Team untersuchten mit ihren Experimenten die Schmerzwahrnehmung: Wie beeinflusst die Dauer des Schmerzes oder die Wirkung von Placebo die Aktivitäten im Gehirn? Sie benutzten für ihre Messungen Elektroenzephalogramme – kurz EEGs. Hierbei trägt der Proband eine Kappe mit 64 Elektroden, die während des gesamten Versuchs die Nervenzellaktivität des Gehirns messen können. Mit dieser Methode lässt sich zeitlich sehr genau darstellen, mit welchen Signalen Nervenzellen auf einen Schmerzreiz antworten.

Schmerz trifft Emotion

Die Wissenschaftler wählten folgenden Versuchsaufbau: 41 Studienteilnehmer erhielten über zehn Minuten schmerzhafte Hitzereize auf die Hand, die während des gesamten Zeitraums in ihrer Stärke variierten. Mit der anderen Hand sollten die Probanden mit Hilfe eines Schiebreglers kontinuierlich die momentan empfundene Schmerzstärke auf einer Skala von eins bis hundert bewerten.

„Das Ergebnis hat uns selbst sehr verblüfft: Schon über wenige Minuten veränderte sich die subjektive Schmerzwahrnehmung der Teilnehmer – sie spürten zum Beispiel Änderungen des Schmerzes, wenn der objektive Reiz unverändert blieb. Die Empfindung von Schmerz löste sich somit bereits über wenige Minuten vom objektiven Reiz“, beschreibt Markus Ploner die Ergebnisse.

Bisherige Studien zeigten, dass kurze Schmerzreize eher von sensorischen Hirnbereichen wahrgenommen werden. Diese verarbeiten die Signale aus den Sinnesorganen wie zum Beispiel der Haut. Bei den Experimenten mit langandauernden Schmerzen präsentierte sich den Wissenschaftlern im EEG aber ein anderes Bild: hier waren auch emotionale Hirnbereiche aktiv.

„Dauert ein Schmerz über einen längeren Zeitraum an, so wandelt er sich offensichtlich von einem reinen Wahrnehmungsprozess zu einem mehr emotionalen Prozess. Diese Erkenntnis ist hochinteressant für die Diagnose und Therapie von chronischen Schmerzen bei denen der Schmerz über Monate und Jahre andauert“, so Ploner, der auch Oberarzt an der Neurologischen Klinik am
TUM Klinikum rechts der Isar ist.

Placebo verändert Schmerzwahrnehmung

Dass nicht nur die Dauer, sondern alleine die Erwartung an einen Schmerzreiz die Wahrnehmung beeinflusst, zeigte ein zweites Experiment. Zwanzig Probanden erhielten zuerst unterschiedlich starke schmerzhafte Laserpulse abwechselnd auf zwei Bereiche auf ihrem Handrücken. Die Wahrnehmung eines jeden Schmerzreizes wurde anschließend mündlich bewertet. Im weiteren Verlauf des Experiments erhielten sie die gleichen Reize noch einmal mit dem Unterschied, dass vorher beide Bereiche eingecremt wurden. Obwohl beide Cremes wirkstofffrei waren, bekamen die Probanden gesagt, dass eine der Cremes eine schmerzlindernde Wirkung habe.

Das Ergebnis: „Die Probanden bewerteten die Schmerzen auf dem Hautbereich mit der angeblich schmerzlindernden Creme signifikant schwächer als auf der anderen Hautstelle“, so Ploner. Die Wissenschaftler konnten diesen Placebo-Effekt auch im Gehirn sichtbar machen: obwohl die Probanden die gleichen Schmerzreize erhielten, feuerten die Nervenzellen beim zweiten Durchlauf ein anderes Muster von Signalen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, wie unterschiedlich unser Gehirn sogar objektiv gleiche Schmerzreize verarbeitet. Dieses komplexe neurologische Phänomen ‚Schmerz‘ im Gehirn systematisch zu kartieren und besser zu verstehen, ist eine große Herausforderung – für eine bessere Therapie von Schmerzpatienten aber dringend notwendig.“, meint Ploner.

Prof. Dr. Markus Ploner ist Tenure Track Assistant Professor an der TUM. Mehr zum TUM Faculty Tenure Track, dem deutschlandweit einmaligen Berufungs- und Karrieresystem: www.tum.de/tenure-track

Bildmaterial zum Download: https://mediatum.ub.tum.de/?id=1243430#1243430

Originalpublikationen
E. Schulz, E. S. May, M. Postorino, L. Tiemann, M. M. Nickel, V. Witkovsky, P. Schmidt, J. Gross, M. Ploner, Prefrontal gamma oscillations encode tonic pain in humans, Cerebral Cortex, Februar 2015.
DOI: 10.1093/cercor/bhv043

L. Tiemann, E. S. May, M. Postorino, E. Schulz, M. M. Nickel, U. Bingel, M. Ploner, Differential neurophysiological correlates of bottom-up and top-down modulations of pain, Pain, 2015, Feb;156(2):289-96.
DOI: 10.1097/01.j.pain.0000460309.94442.44

Medizin am Abend Kontakt

Prof. Dr. Markus Ploner
Neurologische Klinik und Poliklinik
Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
Tel.: 089 4140 – 4608
ploner@lrz.tu-muenchen.de
www.painlabmunich.de 


360° TOP-Thema: Wenn Laufen das Herz tötes und Darmkrebs und Kalorien gegen Krebs / Ernährungsmediziner

Medizin am Abend: Wenn Laufen das Herz tötet

Hier geht es zum heutigen Fachlink: 

http://www.praxisvita.de/wenn-laufen-das-herz-totet


Wenn der Herzmuskel entzündet ist, sprechen Ärzte von einer Myokarditis
Wenn der Herzmuskel entzündet ist, sprechen Ärzte von einer Myokarditis

Weiter mit Medizin am Abend Fazit: Neuer Strategieansatz gegen Darmkrebs

Team von Freiburger Forschern zeigt, wie bestimmte Enzym-Hemmer auf
Signalprozesse in kolorektalen Karzinomen wirken

Das kolorektale Karzinom, eine Form von Darmkrebs, ist bei Männern und
Frauen in Deutschland die zweithäufigste Tumorerkrankung. Das so genannte
mikrosatellitenstabile kolorektale Karzinom mit Mutationen im BRAF-Gen
stellt eine besonders aggressive Form dar. Das BRAF-Gen produziert das
Enzym B-Raf, das eine entscheidende Rolle bei der Kontrolle der
Zellteilung spielt. Ein Forschungsteam aus Freiburg und Stuttgart mit der
Biologin Dr. Ricarda Herr und dem Biologen Dr. Tilman Brummer von der
Albert-Ludwigs-Universität hat in Zellkulturen gezeigt: B-Raf-Hemmer
können kolorektale Krebszellen in stärker differenzierte Zellen, die auf
eine bestimmte Funktion spezialisiert sind und sich oft weniger aggressiv
verhalten, umwandeln. Kombinationsstrategien mit B-Raf-Hemmern, die in
verschiedenen internationalen klinischen Studien untersucht werden,
könnten also verhindern, dass der Krebs streut. Die Forschungsergebnisse
hat das Team in der Fachzeitschrift „Cancer Research“ veröffentlicht.

Das Signalnetzwerk in menschlichen Zellen reguliert B-Raf und
gewährleistet, dass das Enzym nur unter bestimmten Umständen aktiviert
wird. Mutationen im BRAF-Gen führen zur Produktion eines veränderten
Proteins, das ständig aktiv ist. Eine so mutierte Zelle wird in das
Zellteilungsprogramm versetzt, vermehrt sich unentwegt und startet damit
eine Kette von Ereignissen, die zu Krebs führen. Es gibt mehrere
Medikamente, die hauptsächlich das mutierte B-Raf hemmen. Sie
konzentrieren sich besonders auf das Zellteilungsprogramm in den
Tumorzellen, während sie die gesunden Zellen größtenteils nicht
beeinträchtigen. Solche Medikamente gehören zur Standardtherapie bei dem
BRAF-mutierten metastasierenden Melanom, einer Art Hautkrebs. Wenig
bekannt ist bislang, wie sie bei anderen Krebsarten wirken – etwa beim
BRAF-mutierten kolorektalen Karzinom, für das es nur wenige
Therapiemöglichkeiten gibt.

Um dies herauszufinden, benutzten Brummer, Herr und ihr Team eine
dreidimensionale Zellkultur. Sie entdeckten einen neuartigen Effekt: Die
Forscherinnen und Forscher zeigten, dass die B-Raf-Hemmer nicht nur die
Zellteilungsrate der kolorektalen Krebszellen verringern, sondern auch
deren Differenzierung bewirken. Sie beobachteten beispielsweise, dass die
behandelten Krebszellen zunehmend Zelladhäsionsmoleküle produzieren. Diese
Moleküle befinden sich auf der Zelloberfläche und verbinden benachbarte
Zellen. So hindern sie die Krebszellen daran, sich vom primären Tumor
abzulösen und Metastasen zu bilden. Als das Team das mutierte B-Raf in
kolorektale Krebszellen ohne BRAF-Mutation einschleuste, erhielt es einen
eher undifferenzierten Zelltyp. Dies deutet darauf hin, dass BRAF-mutierte
Tumore einen eher undifferenzierten Charakter besitzen und dadurch ein
größeres Risiko der Metastasierung in sich bergen.

Erste kleine klinische Studien mit kolorektalen Krebspatientinnen und
Krebspatienten zeigen, dass B-Raf-Hemmer als alleiniger Wirkstoff
möglicherweise nicht so effektiv bei der Blockierung der Zellteilung sein
könnte, wie es bei Melanomen zu beobachten war. Die von Brummers Team
veröffentlichten Ergebnisse legen dennoch nahe, dass eine Kombination von
B-Raf-Hemmern mit anderen Substanzen wirkungsvoller sein könnte. Die
Forscher wollen dieses Konzept in Nachfolgestudien weiter verfolgen.

Brummer leitet eine Forschungsgruppe am Institut für Molekulare Medizin
und Zellforschung der Albert-Ludwigs-Universität und ist zudem Mitglied
des Freiburger Exzellenzclusters BIOSS Centre for Biological Signalling
Studies sowie maßgeblich beteiligter Wissenschaftler im
Sonderforschungsbereich 850 an der Universität Freiburg. Herr ist
Postdoktorandin in Brummers Forschungsgruppe.

Originalpublikation:
R. Herr, M. Köhler, H. Andrlová, F. Weinberg, Y. Möller, S. Halbach, L.
Lutz, J. Mastroianni, M. Klose, N. Bittermann, S. Kowar, R. Zeiser, M. A.
Olayioye, S. Lassmann, H. Busch, M. Boerries, T. Brummer (2015). B-Raf
Inhibitors Induce Epithelial Differentiation in BRAF-Mutant Colorectal
Cancer Cells. Cancer Res. 75(1):216-29. doi: 10.
1158/0008-5472.CAN-13-3686.


Medizin am Abend DirektKontakt:

Dr. Tilman Brummer
Institut für Molekulare Medizin und Zellforschung
BIOSS Centre for Biological Signalling Studies
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761 / 203 - 9610
E-Mail: tilman.brummer@zbsa.de
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau, Rudolf-Werner Dreier

Ergänzend hierzu von Medizin am Abend Team:

Kalorien gegen Krebs / Ernährungsmediziner beklagen zu geringe Aufmerksamkeit auf die Ernährung

Krebs zehrt an den Reserven des Körpers. Da sollte es eigentlich selbstverständlich sein, Krebspatienten so gut wie möglich zu ernähren. Professor Hartmut Bertz, Onkologe und Ernährungsmediziner an der Tumorabteilung des Universitätsklinikums Freiburg, kritisiert, dass sich die meisten Onkologen zu sehr auf die Krebsbekämpfung beschränken. "Dass nebenbei auch der Patient schrumpft, sehen sie nicht", sagt er in der "Apotheken Umschau". Ernährungstherapien wirken dem zerstörerischen Krebsprozess entgegen - auch wenn sie ihn längst nicht immer umkehren können, verbessern sie doch die Lebensqualität. Kritisch steht der Experte Krebsdiäten gegenüber, die den Tumor "aushungern" sollen. "Da ist viel Scharlatanerie dabei. Es gibt keinerlei Daten, dass diese Diäten wirken", sagt Bertz.

Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 2/2015 B liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

GenderMedizin: Das Körperfett mit Gehirn: Taillen-Hüft-Verhältnis, Body-Mass-Index (BMI)

Medizin am Abend Fazit:  Körperfett: Das Gehirn regelt die Masse, der Stoffwechsel die Verteilung

Ein internationales Forscherkonsortium hat einen wichtigen Baustein zum Verständnis der Entstehung und der Verteilung von Fettmasse entschlüsselt. Die Forscher haben 97 Genorte für absolute Fettmasse und 49 Genorte für die Fettverteilung identifiziert. Sie fanden heraus, dass die genetischen Faktoren für die Entwicklung von Fettmasse vor allem im Gehirn und hier besonders in der Appetitsignalkette zu verorten sind, während die Fettverteilung überwiegend Gene involviert, denen eine Rolle bei der Fettzellentstehung zugeschrieben wird. Zudem bestätigten sie frühere Arbeiten, nach denen die Fettverteilungs-Genetik bei Frauen stärker ausgeprägt ist. 
 
Körperfett ist an sich etwas Gutes. Junges und strahlendes Aussehen ergibt sich durch starkes Unterhautfettgewebe. Viel Fett kann aber auch zu viel des Guten sein und die Ursache für zahlreiche chronische Erkrankungen.

Besorgniserregend ist, dass der Grad an Fettleibigkeit (Adipositas) weltweit ansteigt. Neben falscher Ernährung und geringer körperlicher Aktivität als Hauptursachen spielen auch genetische Faktoren eine Rolle. Über ein tieferes Verständnis dieser genetischen Faktoren kann man somit den Entstehungsmechanismen vieler Krankheiten auf die Spur kommen.

Das internationale GIANT-Konsortium (Genetic Investigation of Antropometric Measures Consortium) untersucht alle bekannten Genvarianten auf einen Zusammenhang mit Adipositas-Parametern. Zwei dieser Parameter haben sich hier etabliert: Neben dem bekannten Body-Mass-Index (BMI), der ein Maß für die Fettmasse darstellt, beschreibt der Taillen-Hüft-Umfang die Fettverteilung.

Unter Federführung von Thomas Winkler und Prof. Dr. Iris Heid vom Lehrstuhl für Genetische Epidemiologie der Universität Regensburg wurde nun ein bedeutender Schritt getan, um die Mechanismen bei der Entstehung von Fettmasse und die Gründe für die Fettverteilung zu verstehen. Im Rahmen einer genomweiten Assoziationsstudie (GWAS) konnten die Forscher 97 Genorte für den BMI und 49 Genorte für das Taillen-Hüft-Verhältnis identifizieren. Bei einer GWAS handelt es sich um eine statistische Untersuchung der genetischen Variation des menschlichen Genoms mit dem Ziel, eine Krankheit mit einer bestimmten Genvariante in Verbindung zu setzen.

Die internationale Studie brachte Überraschendes zutage:

Mehr als die Hälfte der identifizierten Genorte wurde zuvor noch nie mit Adipositas in Verbindung gebracht, sondern nur über hypothesenfreie genomweite Suchen entdeckt. 

Zudem ist die Zusammenschau der Gene interessant, die in diesen Genregionen anzutreffen sind.

In den Genorten für den BMI finden sich vor allem Gene, die im zentralen Nervensystem und im Gehirn eine Rolle spielen; viele davon liegen direkt in der Appetitsignalkette.

In den Genorten für das Taillen-Hüft-Verhältnis befinden sich wiederum viele Gene, denen eine Rolle bei der Entwicklung der Fettzellen und bei der Insulinregulation zugesprochen wird.

Bei Frauen ist darüber hinaus die Fettverteilungs-Genetik deutlicher ausgeprägt als bei Männern.

Die Ergebnisse der Wissenschaftler wurden in zwei Artikeln in der renommierten Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht.

Die beiden Original-Veröffentlichungen in „Nature“:
Shungin, Winkler et al. (2015), Nature online, New genetic loci link adipose and insulin biology to body fat distribution (DOI: 10.1038/nature14132)
Locke et al. (2015), Nature online, Genetic studies of body-mass-index yield new insights for obesity biology (DOI: 10.1038/nature14177)

Medizin am Abend DirektKontakt

Prof. Dr. Heid
Universität Regensburg
Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin
Lehrstuhl für Genetische Epidemiologie
Tel.: 0941 944-5210
Iris.Heid@klinik.uni-regensburg.de

Alexander Schlaak Referat II/2,  Universität Regensburg

Vorsorge bei Krebsangst?

Medizin am Abend Fazit: Trotz Krebsangst: Deutsche meiden Vorsorge

97 Prozent der Deutschen haben Angst vor Krebs. Besonders Lungenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Leukämie bereiten den Bundesbürgern Sorgen.

Darmkrebs folgt auf Platz 5. Um sich vor diesem Krebs zu schützen, achten 84 Prozent der Bundesbürger auf Faktoren wie gesunde Ernährung und Nichtrauchen. Spezielle Vorsorgeangebote werden jedoch noch nicht von jedem genutzt. Das zeigt die Umfrage "Darmkrebsvorsorge 2015" von PENTAX Medical anlässlich des diesjährigen Darmkrebsmonat März, für die 1.000 Bundesbürger online befragt wurden.

Die Angst, an Krebs zu erkranken, treibt fast alle Deutschen um. Für 19 Prozent ist Lungenkrebs die schlimmste Krebsart, Bauchspeicheldrüsenkrebs fürchten 18 Prozent am meisten und 16 Prozent setzen Leukämie ganz oben auf die Schreckensliste. Lediglich neun Prozent haben die größte Sorge, an Darmkrebs zu erkranken. Und das, obwohl Darmkrebs in Deutschland die zweithäufigste Krebsart und die zweithäufigste Todesursache durch Krebs ist. Aus diesem Grund wurde 2002 der Darmkrebsmonat März ins Leben gerufen, um durch gezielte Kampagnen und Aktionen über die Krebsart und ihre Vorsorgemöglichkeiten aufzuklären.

Wenn es um die Prävention von Krebs geht, setzen die meisten Deutschen jedoch vor allem auf eine gesunde Lebensweise. Mit 47 Prozent achten die meisten auf eine gesunde Ernährung. 37 Prozent wollen durch den Verzicht auf Tabak Krebs vermeiden, 33 Prozent durch wenig Alkohol. Viele achten auch auf ihr Gewicht und versuchen, sich täglich ausreichend zu bewegen. 34 Prozent gehen regelmäßig zum allgemeinen Gesundheits-Check-up.
Doch die speziellen Angebote zur Darmkrebsfrüherkennung nehmen erst verhältnismäßig wenige Deutsche in Anspruch. 22 Prozent führen den Stuhltest durch und 24 Prozent gehen zur Darmspiegelung. 43 Prozent kennen in ihrem Familien- und Bekanntenkreis niemanden, der zur Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung geht. Dabei übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für einen Stuhltest ab einem Alter von 50 Jahren, für eine Darmspiegelung ab 55 Jahren - und bei einem erhöhten Risiko für Darmkrebs auch schon in einem früheren Lebensalter.

Kaum einer Krebsart kann man so leicht vorbeugen wie Darmkrebs. Durch Früherkennung können viele Darmkrebserkrankungen verhindert oder geheilt werden. "Obwohl die Angst vor Krebs groß ist, gehen noch immer nur wenige Deutsche zur Darmkrebsvorsorge. Sie vertrauen darauf, dass sie durch eine gesunde Lebensweise davor geschützt sind", sagt Johannes Stäbler, Marketing Manager von PENTAX Medical. "Das ist eine gute Grundlage, reicht allein aber nicht aus. Darmkrebs macht anfangs keine Beschwerden, deshalb ist die Früherkennung durch eine Darmspiegelung so wichtig. Wenn erst die Schmerzen einsetzen, ist es für eine Heilung schon zu spät", sagt Stäbler.

http://www.pentaxmedical.de/media/76ce98a1ae4d110da21da9f3709a83d4/Patientenstudie-Darmkrebs-ist-oft-Tabuthema_GRAFIK.jpg

Zur Umfrage 

Für die Studie "Darmkrebsvorsorge 2015" wurden vom Marktforschungsunternehmen Toluna im Auftrag von PENTAX Medical 1.000 Erwachsene ab 18 Jahren online befragt.

Über PENTAX Medical
PENTAX Medical setzt seit über 30 Jahren immer wieder neue Maßstäbe in der endoskopischen Diagnose und Therapie. Mit innovativen Produkten, leistungsstarkem Service, maßgeschneiderten Trainings sowie individuellen Finanzierungs- und Instandhaltungskonzepten bietet PENTAX Medical Endoskopikern, medizinischem Personal und Krankenhäusern wertvolle Unterstützung in der Arbeit und größtmögliche Investitionssicherheit. Ziel des Unternehmens ist es, durch sinnvolle Innovation auf höchstem Niveau die Qualität der Patientenversorgung kontinuierlich zu verbessern.

Medizin am Abend DirektKontakt 

Johannes Stäbler PENTAX Europe GmbH Julius-Vosseler-Straße 104 22527 Hamburg T: +49 40 56192-261 M: +49 174 9097452 F: +49 40 56192-234 johannes.staebler@pentaxmedical.com www.pentaxmedical.de

Vitamine und Zink wirksam gegen Augenleiden?

Medizin am Abend Fazit: Vitamine und Zink wirksam gegen Augenleiden AMD - Augenärzte warnen vor Selbstmedikation

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann das Fortschreiten der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) in bestimmten Fällen verzögern. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) empfiehlt die Mittel nur in ausgewählten Stadien der Erkrankung und warnt in einer Stellungnahme vor Selbstmedikation. Zum Schutz vor AMD empfiehlt die DOG im Übrigen gesunde Ernährung und zur Früherkennung regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt. 
 
Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) betrifft etwa 4,5 Millionen Deutsche und ist damit die häufigste Erblindungsursache in den Industrienationen. Bei der feuchten Form wachsen Blutgefäße unkontrolliert in den Bereich des schärfsten Sehens auf der Netzhaut des Auges ein und zerstören unbehandelt diesen „Fleck" – lateinisch „Makula“. Bei der trockenen Spätform sterben Sehzellen direkt ab. Die altersbedingten Schäden beeinträchtigen das Sehen erheblich, viele Betroffene erblinden im späten Stadium nahezu vollständig.

Amerikanische Studien deuten darauf hin, dass eine Kombination aus den Vitaminen C und E, Beta-Carotin, Zink- und Kupferoxid das Fortschreiten einer AMD in bestimmten Stadien verlangsamen und so die Sehkraft länger erhalten kann. „Dieser positive Effekt betrifft die Entwicklung hin zu einer feuchten Form der Erkrankung, wenn bestimmte Voraussetzungen bei den Makula-Erkrankungen erfüllt werden, die nur der Augenarzt feststellen kann“, sagt DOG-Vorstandsmitglied Professor Dr. med. Frank Holz. „Keineswegs ist die Einnahme für alle Stadien der AMD sinnvoll.“

Zur allgemeinen Vorbeugung sei der Nährstoff-Cocktail daher nicht zu empfehlen. Insbesondere bei Rauchern, auch ehemaligen, kann die zusätzliche Einnahme von Beta-Carotin das Lungenkrebsrisiko erhöhen, wie Untersuchungen zeigen. Weitere sehr seltene aber mögliche Nebenwirkungen sind Nierensteine, Magenbeschwerden, und Hautverfärbungen. „Auch AMD-Patienten sollten ihren Arzt fragen, ob eine Behandlung mit Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll ist und sich genau an die vorgeschriebene Dosierung halten“, rät der Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. Diese Empfehlungen hat die DOG jetzt in einer aktuellen Stellungnahme zusammengefasst.

Um sich vor AMD zu schützen, sei es auf jeden Fall sinnvoll, nicht zu Rauchen und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. So lautet auch die Empfehlung der niederländischen „Rotterdam-Studie“. Anhand von Fragebögen dokumentieren 5836 Teilnehmer über einen Zeitraum von acht Jahren ihre Ernährung. Probanden, die eine durch Lebensmittel überdurchschnittlich hohe Zufuhr von Vitamin C, E, Beta-Carotin und Zink angaben, verringerten dadurch ihr Risiko für eine AMD um 35 Prozent. Die meisten Obst- und Gemüsesorten enthalten die Vitamine C und E. Zink ist in roten Fleischsorten, Käse und Pilzen enthalten. Auch Omega-3-Fettsäuren, zum Beispiel aus Fisch und Rapsöl erhalten die Sehkraft.

Bis heute gibt es kein „Heilmittel“ für die AMD. Die feuchte Form kann heute sehr wirksam mit der Verabreichung von Medikamenten, die einen Botenstoff selektiv hemmen, behandelt werden, Bei frühzeitiger Diagnose von früheren Formen kann der Augenarzt den Krankheitsverlauf verzögern um die Sehkraft so lange wie möglich zu erhalten. „Ab 50 sollte jedes Jahr ein Termin zur augenärztlichen Kontrolle im Kalender stehen“, rät“ Professor Dr. med. Christian Ohrloff, Pressesprecher der DOG. Die gemeinsame Stellungnahme von DOG, der Retinologischen Gesellschaft und des Berufsverbandes der Augenärzte in Deutschland ist im Internet erhältlich.

Literatur: Aktuelle Stellungnahme der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, der Retinologischen Gesellschaft und des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschland zu Nahrungsergänzungsmitteln bei altersabhängiger Makuladegeneration, Oktober 2014

Medizin am Abend DirektKontakt

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG)
Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-552
Telefax: 0711 8931-167
voormann@medizinkommunikation.org
http://www.dog.org

Viren und ihre Aktivität im Blick

Medizin am Abend Fazit: Viren und ihre Aktivität im Blick

Er ist von Cambridge nach Würzburg gewechselt. Hier sieht er sehr gute Möglichkeiten, seine Forschung in der Virologie weiter voranzubringen. Dafür hat Professor Lars Dölken neue Methoden im Gepäck, mit denen sich die Aktivität von Viren umfassend analysieren lässt.

Was passiert, wenn Viren in den Körper des Menschen gelangen? Wie reagiert das Immunsystem, was setzen die Viren dagegen? Wie übernehmen Viren das Kommando in einer Zelle und wie versucht sich diese dagegen zu wehren? Was genau passiert in der Zelle, wenn die Viren sich dauerhaft einnisten oder sich massenhaft vermehren?

Solche Fragen rund um den Infektionsprozess geht der neue Virologie-Professor Lars Dölken (37) mit einem systembiologischen Ansatz an. Das heißt: Er interessiert sich zuerst für das große Ganze. Dölken erforscht, wie sich im zeitlichen Verlauf der Infektion in den Zellen das Muster der Genaktivierung und der Besatz mit RNA, Proteinen und anderen Molekülen verändert.

Herausfinden lässt sich das mit modernen Techniken der Hochdurchsatz-Sequenzierung und Proteom-Analyse in enger Zusammenarbeit mit der Bioinformatik. Nach diesem Schritt geht es daran, besonders interessante Einzelaspekte der Virusinfektion aufzuspüren und zu erforschen – immer mit Blick auf die Chancen, vielleicht Wege zu neuen Medikamenten oder Impfungen zu finden.

Infektion im Viertelstundentakt beobachten

Dölken, der seit 1. März 2015 den Lehrstuhl für Virologie an der Uni Würzburg innehat, nennt einige eindrucksvolle Ergebnisse seiner Arbeit. So dauert es nur acht Stunden, bis eine mit Herpes-simplex-Viren infizierte Zelle zu 80 Prozent Virenproteine produziert. Ein anderes Beispiel: das Zytomegalie-Virus. Sobald es eine Zelle befallen hat, verändern sich mindestens 25 Prozent der Genaktivitäten.

Drastische Dinge passieren also in den infizierten Zellen. Der zeitliche Ablauf einer Virusinfektion lässt sich dank Dölkens Forschung heute viel genauer analysieren. Dölken hat die Methodik soweit verfeinert, dass er im Viertelstundentakt beobachten kann, wie sich bei einer Infektion zum Beispiel die RNA- und die Proteinausstattung der Zelle verändern. Das gelang, indem er spezielle Verfahren zur Vorbehandlung der Analyseproben entwickelte.

Herpesviren: Lippenbläschen und Geburtsdefekte

Ein Schwerpunkt von Dölkens Forschung liegt auf den Herpesviren. Davon gibt es acht verschiedene Typen, die den Menschen infizieren und ein breites Spektrum von Krankheiten auslösen können – von harmlosen Lippenbläschen bis hin zu lebensbedrohlichen Krebserkrankungen. Ist man erst einmal infiziert, nisten sich alle Herpesviren dauerhaft in bestimmten Körperzellen ein und bleiben dort meist für lange Zeit ruhig. Leider können sie aber jederzeit reaktivieren, etwa wenn das Immunsystem vorübergehend schwächelt.

Das Zytomegalie-Virus zum Beispiel kann verschiedenste Zellen des Körpers infizieren. Häufig wird es bei Menschen aktiv, deren Immunsystem durch eine Chemotherapie oder eine Organtransplantation geschwächt ist. Schwere Darmentzündungen oder Erblindungen können die Folgen sein. „Außerdem ist das Virus die häufigste virale Ursache von Geburtsdefekten“, sagt Professor Dölken. Eines von 1.000 Neugeborenen sei betroffen; die Symptome reichen von Gehörschäden im frühen Kindesalter bis hin zu generalisierten, lebensbedrohlichen Infektionen.

Prof. Dr. Lars Dölken, neuer Lehrstuhlinhaber für Virologie an der Uni Würzburg.
Prof. Dr. Lars Dölken, neuer Lehrstuhlinhaber für Virologie an der Uni Würzburg.
Foto: privat

Lebenslauf von Lars Dölken

Lars Dölken, Jahrgang 1977, ist in Freiburg im Breisgau aufgewachsen. Er studierte Medizin an der Universität Greifswald und an der Universität von Otago in Dunedin (Neuseeland). „Ich wollte immer in die Forschung“, sagt er. Doch nach dem Studium der Klinik ganz den Rücken kehren, das wollte er nicht. Auch aus diesem Grund entschied er sich für die Virologie.

Nach der Promotion forschte Dölken ab 2005 als Post-Doc in der Virologie am Max-von-Pettenkofer-Institut der LMU München. Dort schloss er auch die Weiterbildung zum Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsbiologie sowie seine Habilitation ab. 2011 wechselte er als Lecturer für Transfusions- und Transplantationsvirologie, unterstützt durch ein prestigeträchtiges Fellowship des britischen Medical Research Council (MRC), an die University of Cambridge nach England. Zum März 2015 folgte er dann dem Ruf auf den Würzburger Lehrstuhl für Virologie.

Perspektiven an der Uni Würzburg

„Es ist ein guter Zeitpunkt, jetzt nach Würzburg zu kommen“, sagt Lars Dölken. Der Grund: Hier zeichnen sich neue Forschungsaktivitäten ab, die interessante Möglichkeiten der Zusammenarbeit bieten werden. Eine Max-Planck-Forschungsgruppe für Systemimmunologie ist derzeit im Aufbau, und in der Nordbayern-Initiative des Freistaats ist ein Helmholtz-Institut zum Thema Infektionskrankheiten geplant. Dieses Feld ist ohnehin ein Schwerpunkt an der Universität; das hiesige Zentrum für Infektionsforschung genießt seit langem international höchste Anerkennung.

Dölkens Methodenspektrum eignet sich nicht nur für die Virologie, sondern auch für die Zellbiologie oder die Immunologie. Mit diesen Gebieten will er in Würzburg neue Kooperationen auf den Weg bringen. Ein weiterer Punkt für die Zukunft: „Die Hochdurchsatz-Technologien sollen auch in die Virusdiagnostik einfließen“, so Dölken. Damit sei in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu rechnen.

Medizin am Abend DirektKontakt

Prof. Dr. Lars Dölken, Lehrstuhl für Virologie, Universität Würzburg,
T (0931) 31-88185, lars.doelken@vim.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Einladung zur Sportlerstudie: Sportler mit akuter oder verheilter Verletzung gesucht

Medizin am Abend Fazit: Studie: Aktive oder ehemalige Sportler mit akuter oder verheilter Verletzung gesucht

Saarbrücker Forscher möchten untersuchen, wie sich die Aufmerksamkeit bei Sportlern nach einer Verletzung verändert und wie dies mit dem Heilungsprozess und der sportlichen Leistung zusammenhängt. Dazu suchen sie aktive oder ehemalige Sportler, die derzeit verletzt sind oder schon einmal eine Sportverletzung erlitten haben. Aber auch Sportler, die noch keine schwere Verletzung erlitten haben, können an der Studie teilnehmen. Die Forscher möchten Verfahren entwickeln, die nach Sportverletzungen helfen sollen, Rehabilitationsprozesse effektiver zu nutzen, die sportliche Leistungsfähigkeit schneller wiederzuerlangen und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Verletzung zu mindern. 
 
Wer bei der Studie „Aufmerksamkeitsprozesse bei Sportlern“ mitmachen möchte, meldet sich bitte per E-Mail bei Hanna Lindemann an teilnehmenstudie@gmail.com.

Sofern eine Verletzung vorliegt oder vorlag, sollten Interessierte bei der Anmeldung bitte Folgendes angeben: die Art der Verletzung, die Dauer der Sportpause, die durch die Verletzung hervorgerufen wurde, sowie die Sportart, bei der die Verletzung aufgetreten ist. Darüber hinaus möchten die Forscher für die Studie wissen, ob die Teilnehmer praktische Erfahrung im Fußball besitzen, etwa als aktiver oder ehemaliger Vereinsspieler oder Hobbykicker.

Je nach Art der Verletzung müssen Sportler unterschiedlich lange warten, bis sie ihren Körper wieder voll belasten und Sportarten wie zum Beispiel Fuß-, Hand- oder Volleyball betreiben können. Bei vielen Betroffenen dauert dieser Prozess jedoch länger an als bei anderen, obwohl sie physiologisch dieselben Voraussetzungen aufzeigen wie Sportler, die schon früher zu ihrem Training zurückkehren. Sie können geeignete Reha-Maßnahmen häufig nicht voll ausschöpfen und können auch später im Sport nicht ihr volles Leistungspotential zeigen. Etliche Befunde deuten darauf hin, dass das Aufmerksamkeitsverhalten bei diesen Phänomenen eine große Rolle spielt. Daneben werden Aufmerksamkeitsprozesse auch im Rahmen der Präventivforschung als eine Größe diskutiert, die Verletzungen und Wiederverletzungen vorhersagen kann.

Wie genau die Aufmerksamkeit nach einer Sportverletzung mit dem Heilungserfolg und der sportlichen Leistung zusammenhängt, möchten Trainingswissenschaftler der Saar-Uni um Professor Stefan Panzer in einer Studie unter der Leitung von Hanna Lindemann genauer untersuchen. Dazu suchen sie aktive oder ehemalige Sportler mit akuter oder abgeklungener Verletzung. Aber auch Sportler, die keine schweren Verletzungen haben oder hatten, können sich melden.

Die Messungen finden an der Saar-Uni oder an der jeweiligen Therapiestätte der Teilnehmer statt und dauern je nach Interesse (ein bis drei Untersuchungen) 30 bis 60 Minuten. Die Probanden sollen hierbei Fragebögen ausfüllen und/oder computergestützte Tests absolvieren. Hierbei sollen sie nur verbal oder per Tastendruck auf verschiedene Stimuli reagieren, sodass die verletzte Region in keinster Weise beansprucht wird. Alle Daten werden anonymisiert.

Als Dankeschön erhalten die Teilnehmer Rückmeldung zu den Ergebnissen der Studie. Unter allen Teilnehmern verlosen die Trainingswissenschaftler außerdem ein VIP-Ticket für ein Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern sowie Warengutscheine von Amazon im Wert von 30 Euro.

Medizin am Abend DirektKontakt

Hanna Lindemann
Telefon: 0681 302 4554
E-Mail: hanna.lindemann(at)uni-saarland.de
Melanie Löw Universität des Saarlandes

Blutfluss im Ungeborenen - Geburtszeitpunkt

Medizin am Abend Fazit: Blutfluss im Ungeborenen zeigt optimalen Geburtszeitpunkt an

Veränderungen des Blutflusses im Ungeborenen zeigen bei bestimmten Risikoschwangerschaften besser als die Herztonfrequenz den optimalen Geburtszeitpunkt an. Das berichten Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) gemeinsam mit europäischen Kollegen in der aktuellen Onlineausgabe der Fachzeitschrift The Lancet. In die Studie wurden ausschließlich schwangere Frauen aufgenommen, bei denen das Ungeborene aufgrund einer Unterfunktion des Mutterkuchens nicht ausreichend versorgt wurde und sich daher zu langsam entwickelte. Alle Babys kamen deutlich vor Ablauf der normalen Schwangerschaft zur Welt. 
 
„Das Ergebnis unserer Studie zeigt, wie wichtig das intensive Überwachen dieser Kinder während der Schwangerschaft ist“, erklärt Prof. Dr. Kurt Hecher, Direktor der Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Schließlich sollten die Kinder einerseits nicht zu früh auf die Welt kommen, andererseits aber auch nicht zu spät, weil die schlechte Versorgung in der Gebärmutter ihre Entwicklung hemmt. Das Ergebnis hat Hecher zufolge unmittelbare Auswirkungen auf die klinische Praxis:

„Man sollte warten, bis sich deutliche Auffälligkeiten im Blutfluss des Ductus venosus – einem Kurzschluss zwischen der Nabelschnurvene und dem Herzen des Ungeborenen – zeigen und dann die Geburt einleiten. Es sei denn, es treten vorher andere Komplikationen auf.“ Die Störung selbst, eine ausgeprägte Unterversorgung des Mutterkuchens, ist ausgesprochen selten und betrifft lediglich etwa 0,5 Prozent aller Schwangerschaften.

500 Frauen in 20 Ländern: Die TRUFFLE-Studie

Für die Studie mit dem Arbeitsnamen TRUFFLE (The Trial of Umbilicial and Fetal Flow in Europe) untersuchten Hecher und seine Kollegen an 20 westeuropäischen Kliniken zwischen Januar 2005 und Oktober 2010 insgesamt 503 schwangere Frauen mit einer Mutterkuchenunterfunktion. Alle teilnehmenden Frauen wurden per Zufall gleichmäßig auf eine von drei Untersuchungsgruppen verteilt. In der einen Gruppe bestimmten die Ärzte den Entbindungszeitpunkt, indem sie so genannte Kurzzeitvariationen der Herztonfrequenz des Kindes maßen. In den anderen beiden Gruppen beobachteten sie mithilfe von Ultraschall Veränderungen des Blutflusses in den Nabelschnurarterien und im Ductus venosus und leiteten entweder bei frühen oder bei späten Blutflussveränderungen die Geburt ein.

Zwei Jahre nach der Geburt wurden alle Kinder untersucht. Dabei wurden unter anderem ihre geistige Entwicklung, ihr Hör- und Sehvermögen, die Motorik sowie ihr Kommunikationsvermögen getestet. Ergebnis: Kinder, bei denen späte Veränderungen des Blutflusses den Entbindungszeitpunkt bestimmten, sind im Alter von zwei Jahren eher ohne neurologische Auffälligkeiten (Anteil: 95 Prozent). In den beiden anderen Untersuchungsgruppen lagen diese Werte bei 91 und 85 Prozent. Insgesamt überlebten 82 Prozent aller Kinder ohne neurologische Auffälligkeiten. „Der Anteil derjenigen Kinder, die ohne neurologische Auffälligkeiten überleben, ist deutlich höher als in bisherigen Studien berichtet wurde“, so Prof. Hecher. Ebenfalls erfreulich und höher als erwartet: Insgesamt lebten 92 Prozent dieser zum Teil extrem zu früh (im Mittel in der 31. Schwangerschaftswoche; das durchschnittliche Geburtsgewicht betrug 1019 Gramm) geborenen Babys. Zwölf waren bereits im Mutterleib gestorben, weitere 29 nach der Geburt.

Literatur:
Christoph C Lees et al. 2 year neurodevelopmental and intermediate perinatal outcomes in infants with very preterm fetal growth restriction (TRUFFLE): a randomised trial. The Lancet. Published online March 5, 2015 http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(14)62049-3

Medizin am Abend DirektKontakt:

Prof. Dr. Kurt Hecher
Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Tel.: (040) 7410-57832
Fax: (040) 7410-46767
E-Mail: k.hecher@uke.de 

Christine Trowitzsch Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Gesundheitsgefährdung durch Energy Drinks / Energy Shots


Medizin am Abend Fazit:

Details hier: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/042/1804237.pdf

Die Grünen befürchten Gefahren für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch den Konsum sogenannter Energy Drinks und Energy Shots.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert deshalb in einer Kleinen Anfrage die Bundesregierung unter anderem zu einer Einschätzung darüber auf, ob Warnhinweise auf dem Etikett von Energy Shots ausreichend seien, statt der vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ursprünglichen empfohlenen Untersagung des Inverkehrbringens zu folgen. Die Grünen führen dazu weiter aus, dass die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) von einem Risiko für Jugendliche ausgehe, wenn diese mehr als drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag aufnehmen. Diese Menge könne bei Heranwachsenden bereits durch den Konsum eines halben Liters handelsüblicher Energy Drinks erreicht werden. 

Höhere Mengen von Koffein können zu Herz-Rhythmus-Störungen, Krampfanfällen, Bluthochdruck oder Nierenversagen führen.

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Deutscher Pflegetag heute: Tabuthema: Blasenschwäche und Senkungsbeschwerden

Medizin am Abend Fazit: Spezialwissen: Beckenboden- und Endometriosezentrum sichern optimale Betreuung

Seit Januar 2015 ist das Beckenbodenzentrum der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe als zertifiziertes interdisziplinäres Zentrum durch die entsprechenden Fachgesellschaften anerkannt. Damit ist es im Umkreis von 50 Kilometern das einzige zertifizierte Kontinenz- und Beckenbodenzentrum. Das Endometriosezentrum ist bereits seit Herbst 2014 durch die Stiftung für Endometriose-Forschung (SEF) als „klinisches Endometriosezentrum“ ausgezeichnet. Die beiden Zentren der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Ulm bündeln das Fachwissen der Experten und schaffen damit eine optimale medizinische Versorgung. 

Prof. Dr. Wolfgang Janni, Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Prof. Dr. Wolfgang Janni, Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Universitätsklinikum Ulm


Tabuthema: Blasenschwäche und Senkungsbeschwerden

Blasenschwäche und Senkungsbeschwerden gehören zu den häufigsten Erkrankungen unserer Zeit. Rund jede dritte Frau leidet an ungewolltem Urinverlust und/oder einer sogenannten Senkung der Unterleibsorgane.

Dies führt häufig zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität bis hin zu sozialer Isolation. Zugrunde liegt diesen Krankheitsbildern meist eine Schwäche des Beckenbodens. Obwohl die Zahl der Betroffenen hoch ist, handelt es sich bei diesen Volkskrankheiten immer noch um ein Tabuthema. Dabei kann durch eine genaue Abklärung der Beschwerden und die richtige Therapie den meisten Betroffenen geholfen werden. „Wir nehmen uns für unsere Patientinnen Zeit, um mit ihnen über ihre Beschwerden zu sprechen und sie zu beraten. Dabei bieten wir moderne Untersuchungsmethoden und, durch die enge Zusammenarbeit mit den entsprechenden Spezialisten des Universitätsklinikums, ein breites Spektrum an Behandlungsmethoden an. Diese reichen von der Akupunktur der Reizblase bis hin zu minimal-invasiven Operationsverfahren mit dem ‚daVinci Si‘ OP-System bei Senkungsbeschwerden“, so Dr. Miriam Deniz, Leiterin der Abteilung Urogynäkologie .

Dr. Miriam Deniz, Leiterin der Abteilung Urogynäkologie an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Dr. Miriam Deniz, Leiterin der Abteilung Urogynäkologie an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Universitätsklinikum Ulm

Dank moderner chirurgischer Verfahren sind die Eingriffe schonend und werden mit kleinsten Schnitten ausgeführt. „Neben der ärztlichen Behandlung spielen aber auch die psychosoziale Betreuung der Frauen und die Physiotherapie eine große Rolle. Eine Konzentration der Behandlung an Zentren trägt daher viel dazu bei, die Versorgung der Patientinnen zu verbessern“, so Professor Dr. Wolfgang Janni, Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Ulm. Neben der medizinischen Kompetenz runden regelmäßige Informationsveranstaltungen für PatientInnen und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie die monatliche Interdisziplinäre Kontinenz- und Beckenbodenkonferenz das Behandlungskonzept ab.

Endometriose – das Chamäleon in der Gynäkologie

Zu den häufigsten, aber auch den am schwierigsten zu diagnostizierenden Frauenleiden zählt die Endometriose. Zwischen zehn und 15 Prozent der weiblichen Bevölkerung leiden unter dadurch verursachten Schmerzen und Kinderlosigkeit. Werden Frauen während ihrer monatlichen Regelblutung von heftigen Schmerzen geplagt, denken die wenigsten an eine ernsthafte Erkrankung. „Starke Unterleibsschmerzen sind jedoch kein Normalzustand und sollten in jedem Fall gynäkologisch abgeklärt werden“, warnt Dr. Peter Widschwendter, Oberarzt der Universitätsfrauenklinik Ulm. Bei der Endometriose handelt es sich um eine gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut.

Zyklusabhängig baut sich das Gebärmuttergewebe durch die Hormonumstellung auf und ab, es kommt zu Blutungen und zyklusabhängig zu starken Schmerzen. Anders als in der Gebärmutter kann das Blut nicht nach außen abfließen. Die Endometrioseherde vergrößern sich und es können sich blutgefüllte Zysten oder Verwachsungen bilden. „Die Endometriose stellt uns immer wieder vor große Herausforderungen“, beschreibt Professor Dr. Katharina Hancke, Koordinatorin des Endometriosezentrums und Leiterin der Abteilung Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. „So dauert es im Schnitt sechs bis sieben Jahre bis zur Diagnose. Diese Zeitspanne soll deutlich kürzer werden. Das ist eines unserer Ziele als Endometriosezentrum. Bei uns finden die Patientinnen alle Ansprechpartner unter einem Dach. Gemäß dem neuesten Stand der Medizin erfolgt die Betreuung aus einer Hand.“


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Prof. Dr. Katharina Hancke, Koordinatorin des Endometriosezentrums und Leiterin der Abteilung Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Universitätsklinikum Ulm

Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Um den Patientinnen und Patienten an einer zentralen Anlaufstelle eine an den neuesten Erkenntnissen orientierte, ganzheitliche Behandlung anbieten zu können, arbeiten an beiden neuen Zentren der Frauenklinik Ulm unterschiedliche Fachdisziplinen zusammen. Neben der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, der Klinik für Urologie, der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, der Physiotherapie ist der soziale Beratungsdienst Teil der interdisziplinären Einrichtung. Nur ein interdisziplinärer Austausch kann die Qualität der Arbeit gewährleisten.


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Jörg Portius
Telefon: (0731) 500 - 43043
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Janina Kohn
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Fax: (0731) 500 - 43026
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