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Koffein www.alzheimer-forschung.de

Medizin am Abend Fazit:

Mit Koffein gegen die Alzheimer-Krankheit: Vielversprechendes
Forschungsprojekt verlängert


Wer Kaffee oder Tee trinkt, verringert sein Alzheimer-Risiko.

Das zeigen aktuelle Studien. Prof. Dr. Christa E. Müller von der Universität Bonn
erforscht gemeinsam mit ihrem Kollegen Dr. David Blum von der Universität
Lille, wie sich Koffein auf die bei Alzheimer typischen Eiweißablagerungen
auswirkt. Ihre Forschungsarbeit wird seit 2011 von der gemeinnützigen
Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) unterstützt. Jetzt wurde die
Förderung um zwei Jahre bis 2016 verlängert.

Die AFI stellt für diesen Zeitraum 30.000 Euro bereit, die französische
Partnerorganisation LECMA gibt 70.000 Euro. Das Forschungsvorhaben von
Christa Müller ist eines von sieben innovativen Alzheimer-
Forschungsprojekten an deutschen Universitäten, welche die AFI ab sofort
mit insgesamt 464.220 Euro bis 2016 unterstützt.

Christa Müller hat mit ihrer Arbeitsgruppe einen koffeinähnlichen
Wirkstoff (MSX-3) entwickelt, der vielfach leistungsstärker als
herkömmliches Koffein ist und dabei weniger Nebenwirkungen hat. Dieser
Wirkstoff, ein sogenannter A2A-Antagonist, überzeugte in einem Mausmodell
mit genetisch veränderten Tieren, welche die bei Alzheimer typischen Tau-
Ablagerungen aufweisen. Die Nager schnitten in Gedächtnistests deutlich
besser ab, als ihre unbehandelten Artgenossen. Die Ergebnisse wurden in
einem Artikel zusammengefasst, der in der Online-Ausgabe der angesehenen
Fachzeitschrift „Molecular Psychiatry“ veröffentlicht wurde.

Im nächsten Schritt will die Bonner Forscherin jetzt herausfinden, ob ihr
Wirkstoff auch positiv auf Eiweiß-Plaques aus Amyloid-Beta wirkt, die
ebenfalls ein charakteristisches Merkmal der Alzheimer-Krankheit sind, und
ob die dadurch hervorgerufenen Defizite verhindert oder reduziert werden
können. „Ein positives Ergebnis würde die Grundlage dafür bilden, A2A-
Adenosinrezeptor-Antagonisten als neuartige Arzneistoffe für die
Alzheimer-Krankheit zu entwickeln“, sagt Christa Müller. „Die Arbeiten
stellen somit eine wichtige Grundlage für zukünftige klinische Studien an
Alzheimer-Patienten dar“, so Christa Müller weiter.

Die AFI ist der größte private Förderer öffentlicher Alzheimer-Forschung
in Deutschland. Seit ihrer Gründung 1995 hat die AFI insgesamt 155
Wissenschaftler mit rund 7 Millionen Euro unterstützt. Die
förderungswürdigen Projekte wurden vom Wissenschaftlichen Beirat der AFI
unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Walter E. Müller, Goethe-Universität
Frankfurt, zusammen mit den Beiräten der Schwesterorganisationen in den
Niederlanden und Frankreich ausgewählt.

Alle Forschungsprojekte im für Medizin Abend Leser im Überblick:

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. unterstützt ab sofort sieben
Alzheimer-Forschungsprojekte an deutschen Universitäten. Gefördert werden
Projekte in den Bereichen Grundlagen-, Ursachen-, Diagnose-, Präventions-
und Wirkstoffforschung an den Universitätsstandorten Bonn, Frankfurt,
Göttingen, Heidelberg, Leipzig, Münster und Tübingen. Beschreibungen zu
allen Projekten finden Sie auf unserer Webseite:

http://www.alzheimer-forschung.de/forschung/index.htm?showyear=2014

Weitere Informationen zum Projekt von Prof. Dr. Christa E. Müller 
durch Medizin am Abend:

Projektphase 2011-2013: http://www.alzheimer-forschung.de/3513
Projektphase 2014-2016: http://www.alzheimer-forschung.de/4523

Originalpublikation von Prof. Dr. Christa E. Müller:
C Laurent, S Burnouf, B Ferry, VL Batalha, JE Coelho, Y Baqi, E Malik, E
Mariciniak, S Parrot, A Van der Jeugd, E Faivre, V Flaten, C Ledent, R
D’Hooge, N Sergeant, M Hamdane, S Humez, CE Müller, LV Lopes, L Buée and D
Blum. A2A adenosine receptor deletion is protective in a mouse model of
Tauopathy. Molecular Psychiatry. doi:10.1038/mp.2014.151
http://www.nature.com/mp/journal/vaop/ncurrent/full/mp2014151a.html


Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V. 
Medizin am Abend empfiehlt seinen Lesern:

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein eingetragener
gemeinnütziger Verein. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern
Forschungsprojekte engagierter Alzheimer-Forscher und stellt kostenloses
Informationsmaterial für die Öffentlichkeit bereit. Botschafterin der AFI
ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel. Bis heute konnte
die AFI 155 Wissenschaftler mit rund 7 Millionen Euro unterstützen.
Darüber hinaus wurden über 700.000 Ratgeber und Broschüren abgegeben.
Interessierte und Betroffene können sich auf www.alzheimer-forschung.de
fundiert über die Alzheimer-Krankheit informieren und Informationen
anfordern.

360° MFA TOP: www.psychose-wissen.de

Verständlich, umfassend und immer erreichbar: So präsentiert sich www.psychose-wissen.de, das neue Internetportal zum Thema Psychosen. Hier können Betroffene, aber auch deren Familie und Freunde sowie Interessierte mit Hilfe von sieben interaktiven Modulen alles Wesentliche zu dieser Form der psychischen Störung erfahren.

 Janssen-Cilag GmbH: psychose-wissen.de / Neues Internetportal für Betroffene und Angehörige (FOTO)

An einer Psychose mit Veränderungen der Wahrnehmung, der Empfindung und des Denkens zu erkranken, bedeutet für Betroffene, aber auch deren soziales Umfeld eine große Belastung. Umfassende Informationen über die Erkrankung, die Therapiemöglichkeiten sowie das aktuelle Versorgungssystem und dessen Betreuungsmöglichkeiten für psychisch kranke Menschen können bei der Bewältigung der schwierigen Lebenssituationen helfen.

Hier setzt www.psychose-wissen.de an: In einer eingängigen und für Laien verständlichen Art und Weise bündelt die Internetseite alle relevanten Informationen. Schritt für Schritt werden in sieben Modulen Aspekte von "Von Psychose im Überblick" über "Früherkennung und Frühbehandlung" bis hin zu "Genesungshilfen" erläutert. Grafiken und Animationen, aber auch Videos und interaktive Elemente machen den Benutzer neugierig und vermitteln anschaulich alles Wesentliche. Erfahrungsberichte von Betroffenen* runden das Informationsangebot ab.

Über www.psychose-wissen.de
 
"Um Patienten und deren Angehörigen die Suche nach fundierten Informationen zu erleichtern, haben wir die Website entwickelt. Hier finden diese alles, was sie rund um die Erkrankung wissen müssen - übersichtlich, verständlich und ausschließlich auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse. Denn mehr Wissen bedeutet, souveräner mit der Krankheit umgehen zu können", so Professor Dr. Martin Lambert, wissenschaftlicher Leiter des Projekts, das in Kooperation mit Janssen umgesetzt wurde. Professor Lambert ist Leiter des Arbeitsbereiches Psychosen sowie Leiter der Integrierten Versorgung an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Zentrum für Psychosoziale Medizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Er setzt sich seit Jahren für eine optimierte Betreuung von Psychose-Betroffenen und ihren Angehörigen ein.

Die Auswahl der auf www.psychose-wissen.de angebotenen Themen und deren Art der Aufbereitung sind Ergebnisse seiner jahrelangen Erfahrungen mit der Erkrankung.


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Mehr Informationen unter: www.janssen-deutschland.de

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Ly Tran Schulz Janssen-Cilag GmbH lschulz5@its.jnj.com 

Tel.: +49 (0) 2137 955 5487

04.12.2014 Terminhinweis: Ebola: ein Virus und seine Folgen

Die Leibniz-Gemeinschaft und Inforadio vom Rundfunk Berlin-Brandenburg
laden ein zur Podiumsdiskussion in der Reihe Das Forum mit Harald Asel:

Donnerstag, 4. Dezember 2014, 18:00 Uhr
Leibniz-Gemeinschaft, Chausseestraße 111, 10115 Berlin

(U-Naturkundemuseum)

Es war nicht vorauszusehen, dass uns dieses Thema das ganze Jahr über
beschäftigen würde, als im Februar 2014 erste Erkrankungen mit dem Ebola-
Virus in Westafrika bekannt wurden. Der rasante Verlauf der
Ansteckungszahlen im Sommer, die Hilflosigkeit lokaler Behörden und die
Definition als Epidemie durch die Weltgesundheitsorganisation WHO ließen
auch bei uns Ängste vor Ansteckung anschwellen. Inzwischen gehen die
Neuinfektionen zurück, internationale Hilfe wird koordiniert, die
Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zieht weiter. Aber haben wir die
Epidemie im Griff, vor Ort und weltweit?

Inforadio und die Leibniz-Gemeinschaft versuchen eine Zwischenbilanz.
Verstehen wir heute den Verlauf der Krankheit besser? Was hat die Epidemie
in den betroffenen Staaten angerichtet? Welche Lehren für die
Entwicklungszusammenarbeit gilt es zu ziehen? Das späte internationale
Reagieren steht in der Kritik. War es Hilflosigkeit oder Desinteresse an
einer Region in Afrika? Was treibt freiwillige Helfer an, wovon berichten
sie? Und sind wir in Deutschland medizinisch und mental auf mögliche
Epidemien vorbereitet?

Podiumsgäste:

- Walter Lindner, Ebola- Beauftragter der Bundesregierung
- Jonas Schmidt Chanasit, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin,
Hamburg
- Sybille Seitz, Journalistin, rbb PRAXIS
- Franzisca Zanker, GIGA Leibniz-Institut für Globale und Regionale
Studien, Hamburg

Moderation: Harald Asel, Inforadio (rbb)

Anmeldung erbeten per Mail: oder
telefonisch unter 030 / 206 049 46.


Das Gespräch wird aufgezeichnet und am Sonntag, 7.12.2014 um 11:05 Uhr
(Whg. um 20:05 Uhr) im Rahmen der Sendereihe "Forum" im Programm von
Inforadio (93,1 MHz) ausgestrahlt.

Eine Veranstaltung der Leibniz Gemeinschaft in Zusammenarbeit mit
Inforadio (rbb).



Medizin am Abend DirektKontakt

Christoph Herbort-von Loeper
Tel.: 030 / 20 60 49 – 48
Mobil: 0174 / 310 81 74
herbort@leibniz-gemeinschaft.de

Weitere Informationen finden Medizin am Abend Leser unter
http://www.leibniz-gemeinschaft.de

Gendefekt löst Diabetes und Degeneration des Nervensystems aus

Die Stoffwechselstörung Diabetes mellitus und degenerative Erkrankungen
des Nervensystems können, unter bestimmten Umständen, ein und dieselbe
Ursache haben. Das fanden Neurowissenschaftler des Hertie-Instituts für
klinische Hirnforschung gemeinsam mit Kollegen des Helmholtz Zentrums
München im Rahmen eines genetischen Forschungsprojekts heraus. In zwei
Familien identifizierten sie einen Gendefekt, der zu einem Mangel eines
wichtigen Eiweißes führt. Es ist für die korrekte Faltung von Eiweißen und
den Abbau von fehlgefalteten Eiweißen in den Zellen von Bauchspeicheldrüse
und Gehirn wichtig.

Ihre Ergebnisse stellen die Forscher in der Fachzeitschrift American
Journal of Human Genetics vor. Der seltene Gendefekt soll künftig als
wichtiges Modell für die Erforschung gemeinsamer Ursachen von Diabetes und
Neurodegeneration dienen.

Wenn in einer Familie gleich mehrere Kinder Erkrankungen entwickeln, die
normalerweise erst im höheren Alter auftreten, werden Genetik-Experten
hellhörig – vor allem wenn die Eltern blutsverwandt sind. In diesem Fall
besteht der Verdacht, dass die Erkrankungen Folge eines Erbleidens sind.
Die Teams um Professor Ludger Schöls vom Hertie-Institut für klinische
Hirnforschung der Universität Tübingen und dem Deutschen Zentrum für
Neurodegenerative Erkrankungen und Dr. Holger Prokisch vom Helmholtz
Zentrum München und dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung, hatten
von einer Familie erfahren, in der drei von vier Kindern unter einem
frühbeginnenden Diabetes litten. Alle drei waren zudem seit frühen Jahren
schwerhörig. Sie litten auch unter Gangstörungen und hatten Probleme bei
zielgerichteten Bewegungen, Ataxie genannt.

Um den verantwortlichen Genfehler zu finden, entschlüsselten die Tübinger
und Münchener Forscher das Exom von zwei der drei Geschwister. Das Exom
macht zwar nur etwa ein Prozent des menschlichen Erbgutes (Genom) aus,
beinhaltet aber die meisten heute identifizierten krankheitsverursachenden
Erbgutveränderungen (Mutationen). Beide Geschwister wiesen eine Mutation
im DNAJC3-Gen auf. „Das Gen wurde bereits vorher in Mausmodellen mit
Diabetes in Verbindung gebracht, aber niemand wusste, was es beim Menschen
verursacht“, berichtet Dr. Prokisch. „Die Entfernung des Gens in
sogenannten Knockout-Mäusen führt zum Untergang der Beta-Zellen, die in
der Bauchspeicheldrüse Insulin produzieren“, erklärt der Letztautor
weiter.

Das DNAJC3-Gen enthält die Information für ein Chaperon-Eiweiß. So
bezeichnen Biologen Eiweiße, die neu hergestellten Proteinen bei der
Faltung helfen und den Abbau fehlgefalteter Proteine unterstützen. Die
Mutation, die die Forscher auch bei dem dritten erkrankten Geschwisterkind
entdeckten, führt zum Ausfall des Chaperons DNAJC3. Aufgrund einer
sogenannten loss-of-function-Mutation wird nur ein verkürztes und für die
Zelle wertloses DNAJC3-Protein gebildet.

„Da das DNAJC3-Protein an der korrekten Faltung einer Vielzahl von
Proteinen beteiligt ist, sind die Folgen gravierend“, erläutert Dr.
Matthis Synofzik vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und dem
Tübinger Standort des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative
Erkrankungen . Betroffen waren nicht nur die Insulin produzierende Zellen
in der Bauchspeicheldrüse, sondern auch verschiedene Typen von
Nervenzellen. Die Kernspintomografie zeigte vor allem eine Rückbildung
(Atrophie) des Kleinhirns. Dieses ist unter anderem für die Koordinierung
von Bewegungen zuständig. „Das erklärt die Gangstörungen und die Ataxie“,
so Synofzik, Erstautor der Studie. Er nimmt an, dass auch das Großhirn
betroffen ist, da die Betroffenen Schwierigkeiten bei Rechenaufgaben
hatten. Eine verminderte Nervenleitgeschwindigkeit zeigte, dass nicht nur
das zentrale Nervensystem, sondern auch die Nerven an Armen und Beinen
Schäden aufwiesen. Alle Betroffenen waren auffallend klein für ihr Alter.
Das legt nahe, dass auch Wachstumsstörungen zum Krankheitsbild gehören.

Um herauszufinden, ob es sich um einen Einzelfall handelt, recherchierten
die Forscher in der „Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation“, einer
Datenbank mit 226.194 Diabetespatienten in Deutschland. Dort fanden sie 35
Patienten mit einem ähnlichen Krankheitsbild, von denen acht zu einer Gen-
Analyse bereit waren. Bei einem wurde ebenfalls ein Defekt im DNAJC3-Gen
gefunden. Es handelte sich aber nicht um eine Punktmutation wie in der
ersten Familie, sondern um eine Deletion, bei der ganze Abschnitte des
Gens verloren gegangen sind. Weitere Recherchen ergaben, dass die
Schwester ebenfalls erkrankt war und dieselbe Deletion aufwies. Die Eltern
der Geschwister waren Cousin und Cousine ersten Grades, also ebenfalls
blutsverwandt.

Warum die Mutation „nur“ in der Bauchspeicheldrüse und im Gehirn zum
Zelluntergang führt, ist bisher unklar. Bindegewebszellen der Haut waren
unauffällig, obwohl auch hier das DNAJC3-Protein fehlte. Die neu entdeckte
Genmutation hat laut Synofzik eine Ähnlichkeit zum Wolfram Sydrom 1, bei
dem die Kinder frühzeitig neben einem Diabetes eine Schwerhörigkeit und
Sehstörungen entwickeln. Auch hier führt der verantwortliche Gendefekt
nach heutigen Erkenntnissen zu einer Störung in der Proteinproduktion. Der
Defekt im DNAJC3-Gen soll zukünftig als wichtiges Modell für die
Erforschung der gemeinsamen Ursache von Diabetes und Neurodegeneration
dienen.

Die zentralen Forschungseinrichtungen, die an der Studie beteiligt waren,
sind das Hertie Institut für klinische Hirnforschung an der Universität
Tübingen, das Zentrum für Seltene Erkrankungen in Tübingen, das Deutsche
Zentrum für Diabetesforschung an den Standorten Tübingen, München und
Miami, das Helmholtz Zentrum München sowie das amerikanische Institute of
Human Genetics in Miami.

Originaltitel der Publikation
Synofzik, M. et al. Absence of BiP Co-chaperone DNAJC3 Causes Diabetes
Mellitus and Multisystemic Neurodegeneration; American Journal of Human
Genetics (2014), http://dx.doi.org/10.1016/j.ajhg.2014.10.013

Medizin am Abend DirektKontakt

Silke Jakobi
Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)
Zentrum für Neurologie, Universitätsklinikum Tübingen
Otfried-Müller-Str. 27
72076 Tübingen
Tel. 07071/29-88800
Fax 07071/29-4796
silke.jakobi@medizin.uni-tuebingen.de

Dr. Nadja Becker
Helmholtz Zentrum München
Ingolstädter Landstraße 1
85764 Neuherberg
Tel.: 089-3187-2710
Fax: 089-3187-3324
E-Mail: nadja.becker@helmholtz-muenchen.de

Gendermedizin: Typ-2-Diabetes

Medizin am Abend Fazit:

Typ-2-Diabetes: Präventionsprogramme bei Frauen und Männern 
gleich gut wirksam

Änderungen des Lebensstils und medikamentöse Therapien können die
Entstehung von Typ-2-Diabetes bei Personen mit erhöhtem Risikoprofil
hinauszögern oder sogar verhindern. Dass diese Interventionsmaßnahmen bei
Frauen und Männern gleich gut wirksam sind, zeigt eine am 27. November
2014 im Fachjournal Diabetologia online veröffentlichte systematische
Übersichtsarbeit und Metaanalyse der Donau-Universität Krems und der
Medizinischen Universität Wien.

Etwa 340 Millionen Menschen weltweit leiden an Typ-2-Diabetes. Bereits im
Vorstadium dieser Erkrankung, dem sogenannten Prädiabetes, ist bei
Betroffenen der Zuckerstoffwechsel gestört. In zahlreichen Studien konnte
nachgewiesen werden, dass sich durch Lebensstiländerungen oder
blutzuckersenkende Medikamente das Auftreten von Typ-2-Diabetes bei
Personen mit Prädiabetes verzögern oder verhindern lässt. Nun wurden
erstmals in einer systematischen Übersichtsarbeit speziell mögliche
Geschlechtsunterschiede in Bezug auf Präventionsmaßnahmen analysiert.
Insgesamt berücksichtigte die Untersuchung Daten von mehr als 5.500
Männern und 7.400 Frauen aus zwölf Studien der Jahre 1980 bis 2013.

Verglichen mit einer üblichen Behandlung führten Lebensstilinterventionen
mit Ernährungsumstellung und regelmäßiger Bewegung bei Männern und Frauen
zu einem um 40 Prozent verringerten Risiko nach einem Jahr an
Typ-2-Diabetes zu erkranken; nach drei Jahren war das Risiko um 37 Prozent
geringer. Auch Gewichtsverluste und Reduktionen der
Nüchternblutzuckerwerte waren in dieser Gruppe stärker. Dabei gab es
keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Männern und Frauen.
Ebenso zeigte sich unter blutzuckersenkenden Medikamenten ein verringertes Auftreten von Typ-2-Diabetes und auch hier konnte in Bezug auf den präventiven Effekt keine Geschlechterdifferenz festgestellt werden.

„Trotz der Unterschiede zwischen Männern und Frauen, was das Alter zu
Beginn der Erkrankung, die Diagnose oder die Krankheitslast betrifft, wird
der Erfolg von Präventionsmaßnahmen bei Menschen mit Prädiabetes nicht
durch ihr Geschlecht beeinflusst. Diese Ergebnisse sind bedeutsam für die
klinische Praxis“, sagen die beiden ErstautorInnen Dr. Anna Glechner vom
Department für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie der
Donau-Universität Krems und Dr. Jürgen Harreiter, MSc von der
Medizinischen Universität Wien. Folglich könnten sich KlinikerInnen und
ExpertInnen im Präventionsbereich, so meinen die AutorInnen, auf bereits
bekannte Faktoren konzentrieren, die den Erfolg von Präventionsmaßnahmen
erhöhen – etwa die langfristige Einhaltung der empfohlenen
Lebensstilinterventionen. „Auch andere geschlechtsspezifische Aspekte, wie
zum Beispiel die höhere Inzidenz von Typ-2-Diabetes bei Männern mittleren
Alters oder Unterschiede in der Qualität der Versorgung zwischen
diabetischen Männern und Frauen sollten noch näher untersucht werden“,
betont Glechner.

Nicht zuletzt hätte erfolgreiche Diabetesprävention laut der AutorInnen
auch eine ökonomische Bedeutung: Bei Personen mit Prädiabetes seien
Lebensstilinterventionen mit Bewegung und Ernährungsumstellung
kosteneffektive Maßnahmen um die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes zu
aufzuhalten. Ist es nicht möglich, Lebensstiländerungen einzuhalten, wäre
eine medikamentöse Prävention die nächstbeste Option. Bisher gibt es
jedoch keine Studien darüber, wie effektiv eine medikamentöse Prävention
bei Personen ist, die auf Lebensstilinterventionen nicht angesprochen
haben.

Von der Donau-Universität Krems ist an der Publikation neben
Mitarbeiterinnen des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische
Epidemiologie auch Prof. Jaakko Tuomilehto MD, MPolSc, PhD vom Department
für Klinische Neurowissenschaften und Präventionsmedizin beteiligt.
Tuomilehto war 2001 einer der ersten, der aufzeigte, wie Gewichtsabnahme
und Bewegung die Häufigkeit von Diabetes reduzieren können.

Glechner et Harreiter et al.: Sex-specific differences in diabetes
prevention: A systematic review and meta-analysis; Diabetologia 2014
(article in press)

Medizin am Abend

http://www.donau-uni.ac.at/ebm
http://www.diabetologia-journal.org/


Böses Blut - Kehrtwende in der Intensivmedizin

Medizin am Abend

http://www.ardmediathek.de/goto/tv/24921128

Bluttransfusionen können Leben retten, keine Frage. Nach Unfällen und großen Operationen gleichen sie bedrohliche Blutverluste aus. Immer mehr Analysen aber bestätigen: Bluttransfusionen können gefährlich sein. Lebensgefährlich. Die Patienten ahnen davon nichts - und weder die Ärzte noch die Betreiber des Blutspende-Systems haben großes Interesse an Aufklärung. Die einen wollen mangels Alternativen nicht unnötig Panik schüren, die anderen sorgen sich um ihr Geschäftsmodell. Blutspenden werden auch in Zukunft für Notfälle gebraucht. Die SWR-Dokumentation von Ulrike Gehring zeigt, dass dennoch ein Umdenken in der Intensivmedizin unausweichlich ist. Sie zeigt bisher unbekannte Risiken von Transfusionen auf und stellt eine Gruppe mutiger Ärzte vor, die gemeinsam an Alternativen arbeiten. Und dabei auf viele Widerstände stoßen.

Gesundheits-App

Nach der Generali, die über eine Gesundheits-App Kunden-Daten zu Fitness, Ernährung und Lebensstil sammeln will, denkt auch die Ergo-Versicherung über neue Versicherungsprodukte nach. "Ich kann mir auch bei Ergo vorstellen, dass wir Produkte verhaltensabhängig kalkulieren", sagte Vorstandschef Torsten Oletzky dem Tagesspiegel (Montagausgabe).

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ergo-chef-torsten-oletzky-wir-haben-ein-image-problem/11052832.html

Medizin am Abend DirektKontakt

Wirtschaftsredaktion, Telefon: 030/29021-14606 Der Tagesspiegel Chefin vom Dienst Patricia Wolf Telefon: 030-29021 14013 cvd@tagesspiegel.de

360° MFA - Thema zur Diskussion: E - Zigaretten

Formaldehyd in E-Zigaretten - wie groß ist die Gefahr wirklich? 


"E-Zigaretten enthalten Wissenschaftlern zufolge mitunter mehr krebserregende Stoffe als klassischer Tabak", heißt es in der Pressemitteilung von AFP.


Kürzlich veröffentlichte das japanische Gesundheitsministerium Studienergebnisse, die nahelegten, E-Zigaretten seien gesundheitlich bedenklicher als bisher angenommen. Obgleich diese höheren Werte lediglich für ein einziges Kanzerogen in dem Produkt einer einzigen Marke festgestellt wurden, griffen viele Medien die Meldung umgehend auf und berichteten von der generell höheren Gefahr durch E-Zigaretten. Hierbei handelt es sich jedoch um Daten, die aus dem Kontext gerissen wurden und die Faktenlage falsch darstellen. Aus diesem Grund wollen wir durch mr-smoke.de Aufklärung betreiben und die genannten Daten ins rechte Licht rücken.


Tatsächlich geht es aber nur um ein einziges Kanzerogen: Formaldehyd. Das japanische Forscherteam habe bei einem E-Zigaretten-Hersteller 1600 Mikrogramm Formaldehyd auf 15 Züge nachweisen können, erklärt Prof. Naoki Kunugita. In der Tat läge dieser Wert deutlich höher als die ca. 200 Mikrogramm bis 800 Mikrogramm pro Tabakzigarette, die 2008 von einem kanadischen Forscherteam erhoben wurden. Dieser hohe Wert ist jedoch irreführend. Bei allen anderen getesteten E-Zigaretten in der japanischen Studie lag der höchste Formaldehyd-Wert bei lediglich 34 Mikrogramm, also weit unter den postulierten 1600 Mikrogramm und auch weit unter den 200 Mikrogramm bei Tabakzigaretten.

Der Durchschnitt aller getesteten E-Zigaretten soll sogar bei 4,2 Mikrogramm gelegen haben - also weit unterhalb der Werte von Tabakzigaretten. Die Behauptung, dass E-Zigaretten generell mehr Kanzerogene enthielten als Tabakzigaretten, ist also eindeutig falsch.

Über smoke.de


Seit 2011 vertreibt der Onlinehändler Mr-Smoke in seinem Shop unter www.mr-smoke.de hochwertige E-Zigaretten, Liquids und entsprechendes Zubehör.  Angeboten werden nur Produkte in höchster Qualität von Marktführern wie Joyetech, Kangertech, Aspire, Flavourart und aus eigener Produktion von SC. Kunden bietet die Webseite umfangreiche Informationen, Tipps und Anleitungen rund um das Thema E-Zigaretten und Dampfen. 

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Mr-Smoke.de ist ein Projekt von: Neoclicks GmbH & Co. KG Dustin Dahlmann Mail: dustin.dahlmann@mr-smoke.de 

Phone +49 (0) 40 228 687 73

Wachstumshormon Genotropin aus Bundesmitteln finanziert

An der Sporttraumatologischen Spezialambulanz in Freiburg wurde laut Bundesministerium des Innern (BMI) auch mit dessen Fördergeldern das Wachstumshormon Genotropin angeschafft. Das geht aus internen Vermerken in BMI-Unterlagen hervor, die die ARD-Sportschau und die WDR-Sendung sport inside im Zuge einer Recherche eingesehen haben. Das BMI selbst hielt im Jahr 1999 den brisanten Vorgang um den Leiter der Spezialambulanz, Armin Klümper, fest. In einem Vermerk heißt es, "dass Klümper nachweislich im Jahre 1992 für ca. 9000,- DM aus Fördermitteln des BMI Genotropin angeschafft und wohl verabreicht hat". Dazu wollte sich das BMI über die Akteneinsicht hinaus nicht äußern.

Konkret ging es um den Fall der Hürdensprinterin Birgit Hamann. Zwischen 1994 und 1996 soll ihr Klümper 15 Mal Genotropin verabreicht haben. Die Athletin hatte ihren Fall 1997 selbst öffentlich gemacht. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen Klümper wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Sie ging davon aus, dass er der Athletin das Wachstumshormon ohne ihr Wissen gespritzt hatte. Auch das BMI stellte daraufhin Untersuchungen an, allerdings nur intern.

Insgesamt, so geht aus den eingesehenen BMI-Unterlagen hervor, unterstützte das Ministerium Klümpers Sporttraumatologie zwischen 1980 und 1996 mit 1,2 Millionen Mark. Die Fördermittel für die Spezialambulanz flossen über den Deutschen Sportbund (DSB) ohne konkrete Zweckbestimmung zum Verein "Bundesleistungszentrum Freiburg-Herzogenhorn e.V.". Klümper konnte über dieses Geld des Vereins frei verfügen. Welche genaue Summe aus den BMI-Mitteln für die Anschaffung von Dopingpräparaten ausgegeben wurde, ist nicht dokumentiert. Das BMI verzichtete auf eine detaillierte Rekonstruktion der Vorgänge. Klümper, der in Südafrika lebt, verweigerte sich einer Kontaktaufnahme für eine Stellungnahme.

Medizin am Abend DirektKontakt

Kristina Bausch Tel. 0172 253 0028