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Depression und Angst: Schlafprobleme - Schlafklinik - Psychiatrie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Antworten im Schlaf gefunden: 

Studien zur Bedeutung des Schlafs bei psychiatrischen Störungen

Schlafstörungen sind ein typisches Symptom vieler psychiatrischer Erkrankungen, unter anderem von Depression, Angst und bipolarer Störung. 

Unbehandelt erhöhen Probleme mit dem Schlaf das Risiko, an einer psychiatrischen Störung zu erkranken. 

Ungefähr zwei von drei Patienten, die in eine Schlafklinik überwiesen werden, leiden parallel an einer Störung der Psyche. 

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Psychiatrie haben kürzlich zwei Studien in der renommierten Fachzeitschrift „The Journal of Neuroscience“ veröffentlicht, die mehr Aufschluss über Schlafstörungen geben. 
 
Die Arbeitsgruppe von Jan Deussing erforschte zunächst eine genetische Variante des P2X7 Rezeptors, die bis dahin mit Depression und Angst assoziiert wurde. 

Die Mäuse, die in der Studie gentechnisch so verändert waren, dass eine Kopie des Gens gegen diese Genvariante ausgetauscht wurde (heterozygot), zeigten Schlafstörungen sowie eine Beeinträchtigung der Rezeptorfunktion, die mit einer erhöhten Stressempfindlichkeit einherging. 

Danach untersuchten die Wissenschaftler die Auswirkung, die diese Variante bei Menschen hat. Sie fanden heraus, dass auch Menschen, die eine Kopie der Rezeptor-Variante in sich tragen, Störungen in ihren Schlafmustern aufweisen.

Deussing folgert daraus:

 “Dies ist eine interessante Entdeckung, da sie darauf hinweist, dass eine veränderte Funktion des P2X7 Rezeptors in heterozygoten Individuen den Schlaf stört. 
  • Dies wiederum könnte eine Erklärung für deren erhöhtes Risiko sein, eine Gemütsstörung zu entwickeln.“
Mayumi Kimura und Kollegen untersuchten in einer zweiten Studie, wie vor der Pubertät erworbene Fettleibigkeit den Schlaf im späteren Leben beeinflussen kann. 

Die Wissenschaftler wollten herausfinden, welche Auswirkungen auf die Schlafmuster sich im Erwachsenenalter bei Mäusen zeigen, die während der Pubertät eine hochkalorische Diät erhielten.

Das Ergebnis: 

  • die vorübergehende Ernährungsumstellung reichte aus, um tiefgreifende und lang anhaltende Veränderungen im Schlaf hervorzurufen, die das ganze Leben lang anhielten.

Im nächsten Schritt versuchten die Forscher, die zugrunde liegenden Mechanismen zu identifizieren.

Dabei fanden sie heraus, dass die Mäuse, denen die Diät verabreicht worden war, eine verminderte serotonerge Signalgebung im seitlichen Hypothalamus aufwiesen. 

  • Sie konnten diese verminderte Signalgebung umkehren, indem sie den Mäusen ein Peptid verabreichten, das normalerweise nach Sättigung durch den Darm freigesetzt wird. 

Dadurch konnten sie das Schlafmuster wieder umkehren und in seinen ursprünglichen Zustand versetzen.

“Diese Studien bringen uns einen bedeutenden Schritt vorwärts”, fasst Alon Chen, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie, zusammen.

„So verstehen wir die funktionellen Mechanismen von Schlaf und ihre Rolle bei psychiatrischen Erkrankungen besser.“ 

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Anke Schlee Max-Planck-Institut für Psychiatrie



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Anke Schlee
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Das Schlafmuster bei Herzschwäche

Menschen, die an einer chronischen
Herzschwäche leiden, weisen gegenüber Herzgesunden unterschiedliche
Schlafmuster auf. Das zeigt eine aktuelle Studie der Klink für Kardiologie
Bad Oeynhausen und des Johns Hopkins Asthma und Allergy Center, Baltimore,
die bei der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
in Düsseldorf präsentiert wurde. Insbesondere haben Herzinsuffizienz-
Patienten gegenüber Personen ohne Herzerkrankung einen geringeren Anteil
an Leichtschlaf sowie an REM-Schlaf.

Verglichen wurden für die wissenschaftliche Arbeit die Polysomnographien
von 350 Patienten mit Herzinsuffizienz auf Basis einer reduzierten
linksventrikulären Pumpfunktion mit den Untersuchungsergebnissen von 350
Probanden ohne kardiale Anamnese aus der Sleep Heart Health Study.
„Statistisch ergaben sich bei verschiedenen Schlafphasen erhebliche
Differenzen zwischen beiden Gruppen, wobei klinisch relevant und
eindrucksvoll die Unterschiede im REM-Schlaf und Leichtschlaf sind,
während sich die Gesamtschlafzeit nicht unterscheidet", berichtete
Studienautorin Dr. Anke Türoff (Bad Oeynhausen). „Weitere Analysen zu Co-
Morbiditäten, insbesondere zu schlafbezogenen Atmungsstörungen, und
anderen Einflussgrößen stehen noch aus."

Die Leichtschlafphase nimmt mehr als die Hälfte des Gesamtschlafes ein.
Der REM-Schlaf beschreibt eine Schlafphase, die unter anderem durch rasche
Augenbewegungen (rapid eye movements, REM) gekennzeichnet ist, sie soll
unter anderem der Konsolidierung von Gedächtnisinhalten dienen.

Quelle: DGK Abstract Türoff et al., Schlafqualität und -quantität bei
Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz im Vergleich zu einem
Vergleichskollektiv ohne kardiale Vorgeschichte. Clin Res Cardiol 103,
Suppl 2, Oktober 2014 – Beitrag PP100

Ihre Medizin am Abend DirektKontakt ist: 
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
Prof. Dr. Eckart Fleck (Berlin)
während des Kongresses: 0211 5209-1716, 0211 5209-1715
 
Weitere Informationen finden Sie unter www.medizin-am-abend.blogspot.de und
http://www.ht2014.dgk.org