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Rheumatologische Hochschulambulanz: Rheumatoide Arthritis chronische Gelenkentzündung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Volkskrankheit Rheumatoide Arthritis: Neue „Zielscheibe“ für nebenwirkungsarme Kortisontherapie

Rheumatoide Arthritis ist eine Volkskrankheit - und oft werden die schmerzenden Gelenke mit kortisonhaltigen Medikamenten behandelt. 

  • Dabei reichen die Nebenwirkungen von Knochenschwund bis Diabetes. 

Eine Forschergruppe um Prof. Jan Tuckermann von der Universität Ulm hat nun molekulare Mechanismen der Kortisonbehandlung aufgedeckt.

Ihre in der Fachzeitschrift "Annals of the Rheumatic Diseases" veröffentlichten Ergebnisse sollen zu einer gezielteren und somit nebenwirkungsarmen Therapie rheumatischer Erkrankungen beitragen. 

Prof. Dr. Jan Tuckermann leitet an der Universität Ulm das Institut für Molekulare Endokrinologie der Tiere
Prof. Dr. Jan Tuckermann leitet an der Universität Ulm das Institut für Molekulare Endokrinologie der Tiere Foto: Eberhardt/Uni Ulm
 
Mit über einer halben Million Betroffenen alleine in Deutschland ist die Rheumatoide Arthritis die häufigste chronische Gelenkentzündung
  • Zur Schmerzlinderung werden Patienten oft viele Jahre mit kortisonhaltigen Medikamenten behandelt. 

Doch eine solche Langzeittherapie kann schwere Nebenwirkungen haben – von Osteoporose bis Diabetes.



Eine Forschergruppe um Professor Jan Tuckermann von der Universität Ulm und Dr. Ulrike Baschant (TU Dresden) hat nun bisher unverstandene molekulare Mechanismen der Kortisonbehandlung aufgedeckt. Ihre in „Annals of the Rheumatic Diseases“ veröffentlichten Ergebnisse könnten zu einer gezielteren, nebenwirkungsarmen Behandlung der rheumatischen Erkrankung beitragen.

  • Das Einkaufen oder Treppensteigen wird zur Qual, und neben schmerzhaften Gelenkentzündungen bis zur -zerstörung sind teilweise auch innere Organe betroffen. 
  • Viele Patientinnen und Patienten mit Rheumatoider Arthritis können ihren Alltag während eines Schubs nur mithilfe von kortisonhaltigen Medikamenten meistern. 
  • Doch bei jahrelanger entzündungshemmender Kortisontherapie drohen Resistenzen und schwere Nebenwirkungen wie Knochenschwund. 

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben nun die molekulare Wirkweise von Kortison im Detail nachvollzogen und für die Entzündungshemmung wichtige Zelltypen identifiziert. Das Entwicklungsziel für neue, gezielter wirkende Medikamente: Patienten sollen möglichst ohne gesundheitliche Risiken vom schmerzstillenden Effekt des Arzneistoffs profitieren.

In der Zellkultur und in Mausmodellen mit teils ausgeschaltetem Kortisonrezeptor konnte die Gruppe zeigen, dass so genannte synoviale Fibroblasten eine herausragende, aber indirekte Rolle für die schmerzstillende Kortisontherapie spielen.

  • Dabei handelt es sich um Bindegewebszellen im Gelenkspalt, die sich bei einer Arthritis stark ausbreiten und die Entzündung fördern. 
  • Bei einer Behandlung mit Kortison aktivieren diese Fibroblasten vor allem „Fresszellen“ (Makrophagen), die Entzündungsherde beseitigen. 

Demgegenüber ist die direkt durch den Kortisonrezeptor vermittelte Wirkung des Arzneistoffes auf Immunzellen gering.

„Bisher wurde die Wirkung kortisonhaltiger Präparate auf synoviale Fibroblasten lediglich in der Zellkultur untersucht, wodurch sich das Zusammenspiel mit anderen Zellen schwer nachvollziehen lässt. Jetzt konnten wir allerdings erstmals im Mausmodell zeigen, dass gerade die Interaktion der Fibroblasten mit den Fresszellen entscheidend für den Erfolg der antientzündlichen Kortisontherapie ist“, sagt Professor Jan Tuckermann, Leiter des Ulmer Instituts für Molekulare Endokrinologie der Tiere.

Außerdem gelang es den Foscherinnen und Forschern, eine „Lehrbuchmeinung“ zu widerlegen: Offenbar spielt die Hemmung „klassischer Zytokine“ – das sind Botenstoffe, die die Immunantwort regulieren – doch keine Schlüsselrolle bei der Arthritis-Behandlung.

Aus diesen Ergebnissen aus dem Labor lassen sich konkrete Verbesserungen für die Rheumatherapie ableiten:

„Künftige Medikamente sollten entzündungshemmende Wirkstoffe gezielt an Bindegewebszellen im Gelenkspalt, die synovialen Fibroblasten, abgeben oder an Mediatoren, die wir bei RNA-Analysen identifiziert haben“, sagt Mascha Koenen von der Uni Ulm, die Erstautorin der Studie.

Werden diese pharmakologischen Zielscheiben direkt anvisiert, könnte die Behandlung rheumatischer Erkrankungen optimiert und Nebenwirkungen reduziert werden.

  • Denn von der chronischen Gelenkentzündung sind längst nicht nur Seniorinnen und Senioren betroffen: Rheumatoide Arthritis kann in jedem Lebensalter auftreten – und gerade bei jüngeren Patienten sollten gesundheitsgefährdende Langzeitfolgen der schmerz- und entzündungshemmenden Therapie verhindert werden.

Die Forschergruppe von den Universitäten Ulm, Dresden, Erlangen-Nürnberg, Lyon I sowie vom Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipman-Institut (Jena) wurden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (Schwerpunktprogramm Immunobone) unterstützt. Weitere Förderer umfassen den Ulmer Trauma-Sonderforschungsbereich 1149, die Boehringer Ingelheim Stiftung, das Trilaterale Consortium für Osteoporose sowie Förderprogramme der Universität Ulm.









 Histologische Untersuchungen von arthritischen Wildtyp-Mäusen und Mäusen mit einer Mutation des Kortison-Rezeptors (vollständige BU unter der Pressemitteilung)


"Histologie" (Abbildung: Institut für Molekulare Endokrinologie der Tiere):
Histologische Untersuchungen von arthritischen Wildtyp-Mäusen (obere Reihe) und Mäusen mit einer Mutation des Kortison-Rezeptors (GR) in nicht-Immunzellen. In arthritischen Mäusen (links) zeigen Wildtyp- und mutante Mäuse starke Einwanderungen von entzündlichen Zellen im Gelenk (Sternchen). Bei der Steroidtherapie (rechts) verschwinden die Entzündungszellen in Wildtyp Mäusen, aber nicht bei den mutanten Mäusen (rechts)

Originalpublikation:
Koenen, Mascha; Culemann, Stephan; Vettorazzi, Sabine; Caratti, Giorgio; Frappart, Lucien; Baum, Wolfgang; Krönke, Gerhard; Baschant, Ulrike*; Tuckermann, Jan; University of Ulm. The glucocorticoid receptor in stromal cells is essential for glucocorticoid-mediated suppression of inflammation in arthritis. Annals of the Rheumatic Diseases. Published Online First: 11 July 2018. doi: 10.1136/annrheumdis-2017-212762

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Gefährliche Kopfverletzungen - CT-Scan veranlassen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Kopfverletzungen durch E-Bike-Unfälle: 

  • Stürze für Senioren besonders gefährlich

  • E-Bikes ermöglichen schnelles Fahrradfahren ohne große Anstrengung – das ist besonders für Senioren interessant, die beim Radfahren mit ihren Kräften haushalten müssen. 
  • Allerdings unterschätzen ältere Elektroradler oft die Geschwindigkeit der motorisierten Fahrräder und sind deshalb häufiger in schwere Unfälle verwickelt. 
Aber auch scheinbar leichte Stürze können zu gefährlichen Kopfverletzungen führen. 

 Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) erklärt, warum Senioren nach einem Sturz auf den Kopf zum Arzt gehen sollten. 
 
Mehr als 700.000 E-Bikes wurden im Jahr 2017 verkauft – das sind fast 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit steigt auch die Zahl der Unfälle:

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind 2017 bis September 55 Pedelec-Fahrer ums Leben gekommen, die meisten Opfer waren älter als 65 Jahre.

„Senioren bauen körperlich ab und rüsten technisch auf. Gerade ältere Menschen unterschätzen die 25 km/h, die ein Pedelec erreicht“, erklärt Professor Dr. med. Stefan Knecht, Chefarzt der Klinik für Neurologie, St. Mauritius Therapieklinik, Meerbusch und Pressesprecher der DGKN.

„Und wer körperlich nicht mehr ganz fit ist, traut sich dank motorisierter Unterstützung eher schwierige und anstrengende Strecken zu – das kann zu Kontrollverlust und Stürzen führen.“ Pedelecs haben ein anderes Antriebs- und Bremsverhalten als ein normales Fahrrad, wer damit nicht vertraut ist, sollte in jedem Fall ein paar Übungsrunden drehen.

Kommt es zu einem Unfall, müssen auch bei einem leichten Sturz auf den Kopf eine Gehirnerschütterung und vor allem eine schwere Kopfverletzung wie ein Schädelbruch oder eine Hirnblutung ausgeschlossen werden.

„Bewusstlosigkeit, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen sind klassische Symptome einer Gehirnerschütterung“, erklärt Knecht.

„Aber auch wenn der Betroffene keine dieser Beschwerden feststellt, kann eine Hirnverletzung vorliegen.“

Knecht rät, im Zweifel immer einen Arzt aufzusuchen.

„Der Arzt kann einschätzen, wie schwer eine Gehirnerschütterung ist und mit einer Bilduntersuchung wie einer Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) kann er eine schwere Gehirnverletzung ausschließen.“

  • Die Autoren einer amerikanischen Studie aus dem Jahr 2017 fordern sogar, bei Patienten über 65 Jahren nach einem Sturz auf den Kopf grundsätzlich ein CT-Scan durchzuführen – auch dann, wenn der Patient nicht das Bewusstsein verloren hat und stabil scheint.  


Grund dafür seien strukturelle Veränderungen im alternden Gehirn: 

Die Blutgefäße sind weniger elastisch und damit anfälliger für Verletzungen.

Zudem schwindet im Alter die Gehirnmasse insgesamt. 

Dadurch könnten untypische neurologische Befunde auftreten, die es erschweren, das Ausmaß der Verletzung ohne CT korrekt einzuschätzen.

Nach dem CT-Befund entscheidet der Arzt über eine weitere Therapie:

Bei einer leichten Gehirnerschütterung reichen ein paar Tage Schonung – am besten ohne langes Lesen oder Fernsehen.

Operiert werden nur schwere Verletzungen, trotzdem ist der Bild-Befund wichtig:

  • Senioren nehmen häufig Medikamente wie zum Beispiel Gerinnungshemmer ein und diese müssen im Fall einer Gehirnblutung vorübergehend abgesetzt werden.

„Am besten ist es natürlich, wenn es gar nicht erst zu einer Verletzung kommt.

Neben umsichtigem Fahren ist der Fahrradhelm wichtig“, sagt Knecht. Nur 17 Prozent der Deutschen radeln mit Helm. Im Falle eines Sturzes kann der aber über Leben und Tod entscheiden.

Quelle:
Sartin R, Kim Ch, Dissanaike Sh. Is routine head CT indicated in awake stable older patients after a ground level fall? Am J Surg 2017; Volume 214, Issue 6, Pages 1055–1058

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Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Ärzte und Wissenschaftler in Deutschland, die auf dem Gebiet der klinischen und experimentellen Neurophysiologie tätig sind. Anliegen der DGKN ist es, die Forschung auf diesem Gebiet zu fördern sowie eine qualitätsgesicherte Aus-, Weiter- und Fortbildung zu garantieren. Zu diesem Zweck richtet die DGKN wissenschaftliche Tagungen, Symposien und Fortbildungsveranstaltungen aus. Sie erarbeitet Richtlinien und Empfehlungen für die Anwendung von Methoden wie EEG, EMG oder Ultraschall. Darüber hinaus setzt sich die DGKN für den wissenschaftlichen Nachwuchs ein, indem sie etwa Stipendien und Preise vor allem für junge Forscher vergibt. Die Methoden der klinischen Neurophysiologie kommen Patienten bei der Diagnose und Therapie neurologischer Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer, Migräne, Epilepsie, Schlaganfall oder Multiple Sklerose zugute.

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Body-Mass-Index: Inselautoantikörper - Vorboten einer Typ-1-Diabeteserkrankung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Höherer Body-Mass-Index bei Nachwuchs von Müttern mit Typ-1-Diabetes

Das Risiko für Übergewicht und Insulinresistenz ist bei Kindern von Müttern mit Typ-1-Diabetes signifikant erhöht. 

Das berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München im Fachmagazin ‚Diabetologia‘. 
 
  • Typ-1-Diabetes gilt als die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. 

Doch welche Rolle spielt die Krankheit, wenn die Betroffenen selber einmal Kinder bekommen?

Bislang ist bekannt, dass das Risiko für Typ-1-Diabetes bei Kindern von betroffenen Eltern weit höher ist als in der Allgemeinbevölkerung.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachInfo: Labor Autoantikörperdiagnostik beim Diabetes mellitus 

„Zudem gab es vereinzelte Hinweise aus Vorgängerstudien, dass Kinder von Müttern mit Typ-1-Diabetes zusätzlich ein erhöhtes Risiko für das metabolische Syndrom tragen, da die zeitweise hohen Blutzuckerwerte im Mutterleib langfristige Auswirkungen auf den Stoffwechsel und das Körpergewicht der Nachkommen zu haben scheinen“, erklärt PD Dr. Andreas Beyerlein.

„Wir wollten diese Diskussion nun auf eine solide Datengrundlage stellen“, so der Statistiker und Epidemiologe weiter, der die Studie gemeinsam mit Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Institut für Diabetesforschung des Helmholtz Zentrums München und Forschergruppe Diabetes e.V., federführend leitete.

Fast 2.800 Kinder über 18 Jahre hinweg untersucht

Ausgangspunkt der Arbeit waren drei große Studien, die die Entstehungsmechanismen von Typ-1-Diabetes aufklären sollen (TEENDIAB, BABYDIAB und BABYDIET*). „Insgesamt haben wir die Daten von knapp 2.800 Kindern untersucht, die einen erstgradigen Verwandten mit Typ-1-Diabetes hatten“, erklärt Erstautorin Anitha Pitchika. „Sie wurden bis zu ihrem 18. Lebensjahr hinsichtlich Stoffwechsel und Körpergewicht untersucht.“ Anette-Gabriele Ziegler ergänzt: „Diese Auswertungen waren in dieser Form erst mit unseren Datensätzen möglich, die eine ausreichend große Anzahl von Müttern mit Typ-1-Diabetes enthalten, denen noch vor einigen Jahrzehnten auf Grund von damals hohen Geburtsrisiken oft von einem Kinderwunsch abgeraten wurde.“

Dabei fiel den Wissenschaftlern auf, dass Kinder, deren Mütter vor der Schwangerschaft an Typ-1-Diabetes erkrankt waren, einen signifikant höheren Body-Mass-Index aufwiesen als Kinder von stoffwechselgesunden Müttern.

,„Bei den Teilnehmern der TEENDIAB-Studie“, erklärt Andreas Beyerlein, „war das Risiko für ein späteres Übergewicht mehr als doppelt so hoch.“ 

Auch weitere Werte wie Hüftumfang, Nüchternglukosespiegel oder das Risiko für Insulinresistenz waren signifikant erhöht, wenn die Mutter Typ-1-Diabetes hatte.

  • Zuvor hatten die Wissenschaftler bereits mögliche Störfaktoren wie beispielsweise sozioökonomischen Status der Mutter oder ein höheres Geburtsgewicht herausgerechnet.

Um herauszufinden, inwiefern die Unterschiede durch grundlegende Änderungen im kindlichen Stoffwechsel verursacht wurden, erhoben die Forscher von 500 Teilnehmern der TEENDIAB-Studie sogenannte Metabolomics-Daten. Tatsächlich konnten sie aber keine durch mütterlichen Typ-1-Diabetes bedingten signifikanten Veränderungen hinsichtlich der Stoffwechselprodukte und –wege aufdecken.

„Unsere Studie belegt, dass Kinder von Müttern mit Typ-1-Diabetes nicht nur ein signifikant höheres Risiko für die Krankheit selbst haben, sondern auch für Übergewicht und Insulinresistenz, fasst Anette-Gabriele Ziegler zusammen.

  • „Daher wäre es ratsam, dass Kinder- und Jugendmediziner diesen Zusammenhang künftig im Kopf haben und frühzeitig auf entsprechende Warnsignale bei den betroffenen Kindern achten.“

Weitere Informationen

* Die TEENDIAB-Studie beschäftigt sich mit der Entstehung des Diabetes während und nach der Pubertät. Über diesen Alterszeitraum gibt es weltweit noch sehr wenige Daten. Deshalb wurden in die TEENDIAB-Studie Kinder zwischen sechs Jahren bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres aufgenommen, bei denen bereits ein Familienmitglied (Mutter, Vater oder Geschwisterkind) an Typ-1-Diabetes erkrankt ist. Die TEENDIAB-Kinder wurden bis zum Alter von 18 Jahren begleitet und nachuntersucht. Dabei wurden Umwelteinflüsse wie Ernährung, Bewegung, psychosoziale Entwicklung, Pubertäts- und Gewichtsentwicklung erforscht. Alle Kinder wurden auf Inselautoantikörper untersucht, den Vorboten einer Typ-1-Diabeteserkrankung. TEENDIAB ist eine deutschlandweite Studie im Rahmen des Kompetenznetzes Diabetes, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.

Die BABYDIAB-Studie der Forschergruppe Diabetes e.V., die seit 1989 als weltweit erste prospektive Diabetes-Geburtskohorte etabliert wurde, zählt zu den Vorreiterstudien auf dem Gebiet der Pathogeneseforschung des Typ-1-Diabetes. Mehr als 1650 Kinder von Eltern mit Typ-1-Diabetes werden von Geburt an über einen Zeitraum von inzwischen 25 Jahren beobachtet. Das Ziel der BABYDIAB-Studie ist es zu ermitteln, wann Inselautoantikörper erstmalig auftreten, welche genetischen Faktoren und Umweltfaktoren ihre Entwicklung beeinflussen und welche Charakteristika der Autoantikörper am stärksten mit der Entwicklung von Typ-1-Diabetes assoziiert sind. Dabei werden die Studienteilnehmer alle drei Jahre mittels Blutproben und Fragebögen nachuntersucht. Die BABYDIET-Studie beschäftigt sich mit dem Einfluss von Gluten haltiger Nahrung auf die Entstehung von Typ-1-Diabetes.

Hintergrund:
Bei Typ-1-Diabetes gehen Insulin-produzierende Zellen in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse zu Grunde, da das körpereigene Immunsystem sie angreift und zerstört. 

Weitere Informationen zu Symptomen, Diagnose und Behandlung finden Sie beim Diabetesinformationsdienst München:

 https://www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de/erkrankungsformen/typ-1-diabe...

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. http://www.helmholtz-muenchen.de

Das Institut für Diabetesforschung (IDF) befasst sich mit der Entstehung und Prävention von Typ-1-Diabetes. Ein vorrangiges Projekt des Instituts ist die Entwicklung einer antigen-basierten Therapie zur Erzeugung einer Immuntoleranz. In groß angelegten Langzeitstudien untersucht das IDF den Zusammenhang von Genen, Umweltfaktoren und Immunsystem für die Pathogenese von Typ-1-Diabetes. Mit den Daten der Geburtskohorte BABYDIAB, die 1989 als weltweit erste prospektive Diabetes-Geburtskohorte etabliert wurde, konnte die Anfälligkeit für die Entstehung einer mit Typ-1-Diabetes assoziierten Autoimmunität in den ersten zwei Lebensjahren aufgedeckt werden. Das im Jahr 2015 vom IDF initiierte Pilotprojekt Fr1da war weltweit das erste bevölkerungsweite Screening auf Inselautoimmunität in der Kindheit, die als Frühstadium des Typ-1-Diabetes zu werten ist. Das IDF ist Teil des Helmholtz Diabetes Center (HDC). http://www.helmholtz-muenchen.de/idf

Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 550 Professorinnen und Professoren, 41.000 Studierenden sowie 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine der forschungsstärksten Technischen Universitäten Europas. Ihre Schwerpunkte sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften und Medizin, verknüpft mit den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die TUM handelt als unternehmerische Universität, die Talente fördert und Mehrwert für die Gesellschaft schafft. Dabei profitiert sie von starken Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft. Weltweit ist sie mit dem Campus TUM Asia in Singapur sowie Verbindungsbüros in Brüssel, Kairo, Mumbai, Peking, San Francisco und São Paulo vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinder wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006 und 2012 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings gehört sie regelmäßig zu den besten Universitäten Deutschlands. http://www.tum.de



Originalpublikation:
Pitchika, A. et al. (2018): Associations of maternal type 1 diabetes with childhood adiposity and metabolic health in the offspring: prospective cohort study. Diabetologia, DOI: 10.1007/s00125-018-4688-x

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Die Eltern-Säugling-Kleinkind Beziehung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Großes Psychotherapieforschungsprojekt (SKKIPPI) zur Eltern-Kind-Beziehung an der IPU Berlin

Frau Prof. Dr. Christiane Ludwig-Körner und Herr Prof. Dr. Lars Kuchinke von der International Psychoanalytic University (IPU) konnten beim Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen erfolgreich ein Großprojekt zur Evaluation der Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie (ESKP) einwerben. 

Die Fördersumme liegt bei bis zu 2,46 Mio Euro. Es zählt damit zu den aktuell größten Projekten zur Wirksamkeitsforschung der Psychotherapie in Deutschland. 
  • Untersucht werden Prävalenzen psychischer Störungen bei jungen Müttern und Vätern sowie die ESKP als psychodynamisches Interventionsangebot. 

Forschungsgruppe SKKIPPI mit Prof. Dr. Christiane Ludwig-Körner (1. Reihe, vierte von links) und Prof. Dr. Lars Kuchinke (1. von rechts)
Forschungsgruppe SKKIPPI mit Prof. Dr. Christiane Ludwig-Körner (1. Reihe, vierte von links) und Prof. Dr. Lars Kuchinke (1. von rechts) IPU Berlin
 
Frau Prof. Dr. Christiane Ludwig-Körner und Herr Prof. Dr. Lars Kuchinke von der International Psychoanalytic University (IPU) konnten beim Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen erfolgreich ein Großprojekt zur Evaluation der Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie (ESKP) einwerben. Im Projekt „Evaluation der Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie mittels Prävalenz- und Interventionsstudien (SKKIPPI)“ sollen die Prävalenzen psychischer Störungen der Mütter/Väter nach der Geburt ihres Kindes und die Eltern-Säugling-Kleinkind Psychotherapie (ESKP) als wichtiges psychodynamisches Interventionsangebot zur Förderung der Mutter/Vater-Kind-Beziehung erforscht werden.

SKKIPPI behandelt ein drängendes Thema: 

  • Schätzungsweise bis zu 20% der Mütter in Deutschland sind nach der Geburt ihres Kindes von psychischen Belastungen wie Depressionen oder Angst- und Zwangsstörungen betroffen. 

Der Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen der Elternteile und daraus resultierenden Störungen der kindlichen Entwicklungen mit langfristigen Konsequenzen ist in vielen Studien nachgewiesen. 
  • Sie zeigen sich in den ersten Lebensjahren des Kindes z.B. in Regulationsstörungen, wie etwa Schlafprobleme, exzessives Schreien sowie Fütter- oder Gedeihstörungen. 

Entgegen der großen Fallzahlen existieren für die betroffenen Mutter/Vater-Kind-Paare jedoch nur wenige stationäre Therapieplätze.

Das SKKIPPI Projekt besteht aus zwei sich ergänzenden Studienteilen.

  • Im ersten Teil wird die Verbreitung von psychischen Belastungen und Erkrankungen von Müttern und Vätern im ersten Jahr nach der Geburt des Kindes sowie deren Versorgungslage erhoben. 
Der zweite Teil dient der Evaluation des ESKP-Verfahrens durch den Vergleich der ESKP mit bisher üblichen Verfahren im klinischen Kontext.

  • Die Therapie findet dabei entweder in stationärer Behandlung oder in nicht-stationärer Behandlung zuhause (Home Treatment) statt.

Die ESKP ist ein von Ludwig-Körner entwickeltes Psychotherapieverfahren, das sich mit der intensiven Zweierbeziehung zwischen Mutter (oder Vater) und Kind beschäftigt. 

  • Ziel ist die Verbesserung der Feinfühligkeit der Mutter/des Vaters, um die emotionale Beziehung zum Kind zu verbessern und eine sogenannte sichere Bindung herzustellen. 
  • So soll verhindert werden, dass Eltern problematische Verhaltensweisen über Generationen hinweg an ihre Kinder weitergeben.

Insgesamt wird SKKIPPI mit bis zu 2,46 Mio Euro durch den Innovationfond finanziert.

Es zählt damit zu den aktuell größten Projekten zur Wirksamkeitsforschung der Psychotherapie in Deutschland. 

Weitere beteiligte Institutionen des multizentrischen Projektes unter Federführung der IPU sind die Charité Berlin, die Universität Leipzig, die Diako Flensburg sowie die Kliniken Vivantes Klinikum Neukölln, Alexianer St-Joseph Krankenhaus Berlin-Weißensee und Helios Park-Klinikum Leipzig.

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Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://www.ipu-berlin.de/hochschule/forschung/projekt/evaluation-der-eltern-sae...

 

Goldenen Stunden nach der Geburt: Keine Social Media Posts

Medizin am Abend Berlin Fazit: Soziale Netzwerke im Kreißsaal stören den Aufbau der Mutter-Kind-Bindung

Die sozialen Netzwerke sind aus unserem Leben kaum noch wegzudenken, und viele Mütter gehen auch sofort nach der Niederkunft online. 

  • Aus den Stunden nach der Geburt sollten die sozialen Medien aber verbannt werden. 
  • Anstatt Fotos auf Instagram zu posten oder Glückwünsche auf Facebook entgegenzunehmen, sollten Mütter die Zeit nutzen, eine direkte Bindung zu ihrem Baby aufzubauen. 

Das Onlinesein in den sozialen Netzwerke wirkt sich insbesondere in den ersten Stunden nach der Geburt störend auf die Entwicklung der Mutter-Kind-Beziehung aus. 
 
Eine Studie der Victoria University in Wellington, Neuseeland, untersucht, wie Internet und Handys, insbesondere die sozialen Netzwerke, den Aufbau der Bindung zwischen den jungen Müttern und ihren neugeborenen Babys beeinträchtigen. An der multidisziplinären Studie arbeiten Dr Jayne Krisjanous von der School of Marketing and International Business, Dr Robyn Maude von der Graduate School of Nursing, Midwifery and Health und die Promotionsstudentin Marlini Bakri.

Die noch immer andauernde Studie untersucht die Rolle von Facebook, Twitter und Instagram in der ‚goldenen Stunde' nach der Geburt. 
  • Man geht davon aus, dass die ersten sechzig Minuten im Leben eines Kindes wichtige physische und psychische Vorteile für Mutter und Kind mit sich bringen. 
Geburtshelferinnen in ganz Neuseeland sind darauf aufmerksam geworden, dass eine wachsende Anzahl von Müttern in eben dieser ersten Stunde online gehen.

Dr Krisjanous sagt, dass Social Media Posts eine sofortige Welle der Reaktionen auslöst, die ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit und Zeit zur Beantwortung bedarf.

Hierin liege der Ursprung der bemängelten Störung. 

  • Sie sagt darüber hinaus, dass Neugeborene enorme physiologische Veränderungen des Kreislaufs erfahren und ihre neurologischen Reflexe durch Licht, Ton, Berührungen, Kälte und Schwerkraft beeinflusst werden. 
  • Gleichzeitig wirken sich auf die Mutter während der Geburt neuro-hormononelle Veränderungen aus. 
Diese Prozesse führen zur Mutter-Kind-Bindung, und die Nutzung von Social Media kann den Aufbau der Verbindung stören.

Die Studie soll eine der ersten ihrer Art sein und wurde bereits in der Sunday Star-Times 

https://www.stuff.co.nz/life-style/parenting/pregnancy/birth/105302129/new-mothe... 

und in der TVNZ Breakfast show 

https://www.tvnz.co.nz/one-news/new-zealand/mums-bonding-time-newborns-can-distu...)

vorgestellt. 

Das Wissenschaftsteam wird seine Arbeit auf der New Zealand College of Midwives Biennial National Conference im nächsten Monat präsentieren.

Das Institut ist die gemeinnützige Einrichtung zur Förderung des Austausches und der Auslandsstudien insbesondere mit allen Universitäten Australiens und Neuseelands sowie zur Förderung von Wissenschaft und Forschung. In seinen Förderprogrammen stellt es SchülerInnen und Studierenden Unterstützung in der Finanzierung durch Stipendien und Coaching in der Studienberatung und Studienplatzbewerbung zur Verfügung.


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CAVE:Rettungsstelle- KANZEL: Freizeitkrankheit: Leisure Sickness

Medizin am Abend Berlin Fazit: Phänomen „Leisure Sickness“ – 

Studie zeigt Zusammenhang zwischen Freizeitverhalten und Anfälligkeit

Sonnige Strände, schneebedeckte Berge oder einfach nur Balkonien – von Urlaub und Freizeit wünschen wir uns Ruhe und Entspannung. 

Bei vielen Deutschen ist aber genau das Gegenteil der Fall. 
  • Fällt der Stresslevel ab, fühlen sie sich unwohl – die Nase läuft, der Kopf pocht oder der Magen spielt verrückt. 
Das Phänomen, im Urlaub und am Wochenende krank zu werden, nennen Psychologen Leisure Sickness (zu Deutsch „Freizeitkrankheit“). 

Die IUBH Internationale Hochschule hat gemeinsam mit der UMIT-Universität nach potenziellen Faktoren geforscht, die die Krankheit begünstigen – und entdeckte dabei höchst interessante Zusammenhänge. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Einsatzfahrzeugen  
 
Fünf Dinge, mit denen wir unsere Freizeit verbringen

Im Fokus der Untersuchung stand der Zusammenhang zwischen dem Freizeitverhalten und dem Auftreten von Leisure Sickness.

Welche Rolle spielt es, wie Menschen ihre Freizeit gestalten?

Basierend auf verschiedenen Fragen zur Freizeitgestaltung hat das Forscherteam untersucht, wie viel Bezug zur Arbeit wir in der Freizeit haben und wie frei wir die Freizeit tatsächlich gestalten können. Aufgrund der Antworten identifizierte es fünf verschiedene Anteile, aus denen sich unsere Freizeit zusammensetzt:


• Arbeitsbezogene Freizeit: Hat einen sehr starken Bezug zur Arbeit und bedeutet zum Beispiel, ständig erreichbar zu sein oder außerhalb der Arbeitszeit noch Aufgaben erledigen zu müssen.
Auch private Treffen mit Kollegen und Geschäftspartnern zählen dazu. 
 
• Regeneration und Weiterbildung: Dazu zählt die Ruhephase nach der Arbeit durch Erschöpfung ebenso wie freiwillige Fortbildungen.
Hat ebenfalls starken Bezug zum Beruf.

• Pflichten und Soziales: Hier besteht kein Bezug zum Beruf, muss aber erledigt werden. Gemeint sind unvermeidbare Pflichten wie zum Beispiel Hausarbeit oder Einkaufen, selbst gewählte Aufgaben wie Kinder oder freiwillige Verpflichtungen wie Ehrenämter.

• Kontrast zur Arbeit: Meint Aktivitäten, die einen bewussten Gegenpol zur Arbeit bilden.
Man schafft sich ganz bewusst einen Ausgleich, zum Beispiel durch Hobbys sportlicher oder künstlerischer Art oder Zeit in der Natur.

• Freie Freizeit: Meint wirklich freie Zeit, in der man tun kann, wozu man gerade Lust hat.

Zusammenhang mit Leisure Sickness: Work-Life-Balance offenbar wichtiger Faktor

Aufgrund des Antwortverhaltens zeigt die Untersuchung, dass die Deutschen in ihrer Freizeit alle fünf Freizeittypen verfolgen, es jedoch große Unterschiede in der Gewichtung des jeweiligen Freizeittyps gibt.

Basierend darauf ergeben sich fünf typische Gruppen (Cluster), deren Risiko, an Leisure Sickness zu erkranken, unterschiedlich ausgeprägt ist:


• Die Arbeitstiere: Diese Gruppe lebt für die Arbeit und zeigt große Anteile an „Arbeitsbezogener Freizeit“ und „Regeneration und Weiterbildung“.
Die Lust auf außerberufliche Aktivitäten ist wegen großer Erschöpfung meist gering,
Zusätzlich liegt diese Gruppe auch bei „Pflichten und Soziales“ ganz vorne, hier aber vor allem bei den unvermeidlichen Pflichten. Sport und soziale Kontakte spielen dagegen kaum eine Rolle, und auch der Kontrast zur Arbeit ist in dieser Gruppe am geringsten. Hier finden sich in erster Linie Personen im höheren Alter ab 45 Jahren und eher ohne Führungsposition wieder.
  • Leisure Sickness-Anfälligkeit: hoch


• Die Inaktiven: Diese Gruppe liegt beim Anteil „Freie Freizeit“ relativ weit vorne, und hat den geringsten Anteil an „Arbeitsbezogener Freizeit“ sowie „Regeneration und Weiterbildung“.
Sie hat also am meisten Energie für Freizeit und Aktivitäten, aber tendenziell wenig Struktur und Verbindlichkeiten in der Freizeitgestaltung. Zu dieser Gruppe zählen mehr Männer und jüngere Altersgruppen. Auch Führungskräfte sind stärker vertreten.
  • Leisure Sickness-Anfälligkeit: hoch


• Die Einzelgänger: Diese Gruppe liegt bei der „Freien Freizeit“ ganz vorne, bei der „Arbeitsbezogenen Freizeit“ und „Regeneration und Weiterbildung“ im Mittelfeld. Die Arbeit spielt also in der Freizeit keine so große Rolle, das Gleiche gilt für Sport in Gesellschaft oder soziale Kontakte. Etliche Mitglieder dieser Gruppe sind zwischen 25 und 34 Jahre alt, etwas mehr weiblich und arbeiten oft Vollzeit ohne Führungsposition.
  • Leisure Sickness-Anfälligkeit: durchschnittlich


• Die Ausbalancierten: Diese Gruppe hat weniger „Arbeitsbezogene Freizeit“, ist weniger erschöpft von der Arbeit und hat dadurch mehr Lust auf Aktivitäten und Unternehmungen. Nichts desto trotz nehmen die Pflichten einen großen Raum ein. Das Ergebnis ist weniger „Freie Freizeit“, aber trotzdem ein besserer „Kontrast zur Arbeit“. Männer ab 45 sind genau wie Menschen in Führungspositionen etwas stärker vertreten.
  • Leisure Sickness-Anfälligkeit: gering


• Die Verplanten: Auch diese Gruppe hat viel „Arbeitsbezogene Freizeit“, aber zeigt sich weniger erschöpft und verspürt Lust auf Aktivitäten und Unternehmungen. Bei den Pflichten liegen sie im Mittelfeld. Freizeit mit anderen ist für diese Gruppe ebenfalls wichtig, genau wie „Kontrast zur Arbeit“. Der Anteil an wirklich „Freier Freizeit“ ist dagegen am geringsten. In diesem Cluster sind etwas mehr Frauen vertreten.
  • Leisure Sickness-Anfälligkeit: gering

  • Fazit: „Freie“ und arbeitsbezogene Freizeit tendenziell kontraproduktiv

Die „Verplanten“ und „Ausbalancierten“ sind am wenigsten, die „Einzelgänger“ moderat, sowie die „Arbeitstiere“ und die „Inaktiven“ am meisten von der Freizeitkrankheit betroffen, so das Ergebnis der Studie. 

„Es gibt also einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen dem Freizeitverhalten und dem Auftreten von Leisure Sickness“, resümiert Claudia Möller, Professorin für Tourismusmanagement an der IUBH.

„Unsere Vermutungen, dass viel „Freie Freizeit“ eher vor Leisure Sickness schützt, haben sich nicht bestätigt.

Es scheint vielmehr so zu sein, dass zu wenig Sozialkontakte und Verpflichtungen, also wenig Struktur und Verbindlichkeit in der Freizeit eher zum Auftreten des Phänomens beitragen.“ 

Ein wichtiger Aspekt sei auch der „Kontrast zur Arbeit“. 
Die am meisten von Leisure Sickness betroffenen Gruppen haben weniger „Kontrast zur Arbeit“, die am wenigsten betroffenen Gruppen schaffen sich stärker einen Ausgleich zur Arbeit.


Das Forscherteam:

Prof. Dr. Claudia Möller lehrte und forschte an der Universität Innsbruck, sowie an der UMIT – health & life sciences university in Hall/Tirol, seit 2008 ist sie Professorin für Tourismusmanagement an der IUBH Internationalen Hochschule. Ass.-Prof. Dr. Cornelia Blank ist seit Anfang 2017 stellvertretende Institutsleiterin des Instituts für Sport-, Alpinmedizin und Gesundheitstourismus an der UMIT. Sie lehrt in den Bereichen Wirtschaft, Gesundheits- und Sporttourismus. Vanessa Korn, B.A., B.Sc. studierte Internationales Tourismusmanagement an der IUBH und Tourism & Recreation Management an der Niagara University/NY. Sie hat im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der Forschung zur LS mitgewirkt. Univ.-Prof. Dr. med. Wolfgang Schobersberger habilitierte 1997 und gründete 2003 an der UMIT das Institut für Urlaubs-, Reise- und Höhenmedizin mit dem Ziel, den alpinen Gesundheitstourismus wissenschaftlich zu etablieren. 2009 wurde Schobersberger zum Leiter des Instituts für Sport-, Alpinmedizin und Gesundheitstourismus der Tirol Kliniken GmbH Innsbruck und der Privatuniversität UMIT/Hall bestellt.

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Hochrisikofälle: Fallmanagement zur Deeskalation bei häuslicher Gewalt und Stalking

Medizin am Abend Berlin Fazit: Bekämpfung häuslicher Gewalt durch regionale Netzwerke - Fachtagung an der Universität Osnabrück

Alle 2,5 Tage wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. 

Diese erschreckende Zahl hat der Menschenrechtsverein Terre des Femmes veröffentlicht. 

Grund genug für die Polizeidirektion Osnabrück und das Institut für Islamische Theologie (IIT) der Universität Osnabrück, gemeinsam eine Fachveranstaltung mit dem Titel „Häusliche Gewalt – Zusammenhänge mit religiösen Ideologien und Extremismen" zu veranstalten. 

Über 90 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil. 
 
Bereits seit vielen Jahren nehme die häusliche Gewalt eine besondere Stellung in der polizeilichen Arbeit in Stadt und Landkreis Osnabrück ein, leitete Michael Maßmann, Leiter der Polizeiinspektion Osnabrück, die Tagung ein.

Um Hochrisikofälle besser zu erkennen und zu bearbeiten, hat die Polizei Osnabrück gemeinsam mit 18 weiteren Netzwerkpartnern 2011 das Osnabrücker Modell „Fallmanagement zur Deeskalation bei häuslicher Gewalt und Stalking“ ins Leben gerufen.

„Das Modell zeichnet sich dadurch aus, dass regelmäßig die Fachleute aus den verschiedenen Institutionen an einem Tisch zusammenkommen, um gemeinsam gravierende Fälle zu erörtern“, erläuterte Polizeihauptkommissarin Monika Holtkamp. Das Fallmanagement funktioniere in Osnabrück sehr gut und wecke auch bei anderen Städten großes Interesse.

Jasser Abou Archid, wissenschaftlicher Mitarbeiter vom IIT, zeigte anschließend häufige Gründe für häusliche Gewalt auf. 
  • Die Gewalt werde bei den Tätern oftmals durch die irrige Vorstellung, kulturell, traditionell oder religiös zu handeln, begründet und gerechtfertigt. 
  • Gerade bei den Fällen, bei denen ein Migrationshintergrund eine Rolle spiele, kämen Jugendamt und Polizei schnell an ihre Grenzen. 

Es fehle meist das kulturelle und religiöse Verständnis. 

„Um die richtigen Maßnahmen treffen zu können, ist es wichtig, muslimische Seelsorger, Theologen, und Wohlfahrtspflege bei der Aufarbeitung von Fällen der häuslichen Gewalt intensiver miteinzubeziehen“, so Abou Archid.

Samy Charchira vom IIT sprach abschließend über den religiösen Extremismus.

Sein Plädoyer: „Häusliche Gewalt in extremistischen Familienstrukturen ist vor allem eine Aufgabe der Familien und Jugendhilfe.“ Gleiche Standards bräuchte man bei der muslimischen Sozialen Arbeit.

Am IIT wird ab Wintersemester 2019 der Studiengang Soziale Arbeit angeboten.

Außerdem will die Universität Osnabrück den Studiengang „Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“ aufbauen.

Ziel sind wissenschaftlich qualifizierte Theologinnen und Theologen mit Kompetenzen in der Sozialarbeit und Sozialpädagogik sowie Sozialpädagoginnen und -pädagogen mit theologischer Kompetenz.

„Der Mix aus verschiedenen Angeboten macht am Ende die Qualität der Arbeit aus“, so Charchira.

Rund 25 Prozent der Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren erleben laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt in einer Partnerschaft.

In der Polizeidirektion Osnabrück kam es im letzten Jahr zu 3.137 Fällen von häuslicher Gewalt. 2.190 der Opfer waren weiblich, 755 männlich.

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Akribischer Ursachensuche: Risiko für einen Schlaganfall - Kryptogener Schlaganfall

Medizin am Abend Berlin Fazit: Ende des Patts: Kardiologen und Neurologen empfehlen Schirmchen zum Schutz vor Schlaganfall

Ein vergleichsweise einfacher Eingriff zum Verschluss des offenen Foramen ovale (PFO) kann das Risiko für einen Schlaganfall deutlich verringern, wenn zuvor eine sorgfältige Diagnostik keine Hinweise auf andere Schlaganfallursachen erbrachte. 

Das ist die wichtigste Aussage der heute veröffentlichten gemeinsamen S2e-Leitlinie „Kryptogener Schlaganfall und offenes Foramen ovale“ der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). 
 
„Wir wussten zwar, dass viele Patienten im Alter von unter 60 Jahren mit diesem Kurzschluss zwischen rechtem und linkem Herzvorhof besonders gefährdet sind, wenn sie einen Schlaganfall erlitten hatten“, sagt Hans-Christoph Diener, Seniorprofessor an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, der als Erstautor für die DGN an der neuen Leitlinie mitgewirkt hat.

„Der Nachweis, dass der interventionelle Verschluss des PFO sekundäre Ereignisse bei gefährdeten Personen verhindern kann, ist jedoch erst in den vergangenen beiden Jahren gelungen.“ Eine interdisziplinäre Autorengruppe überprüfte nun die Datenlage und fixierte sie in der Leitlinie: „Diese Leitlinie formuliert nach Jahren der Unsicherheit für Neurologen und Kardiologen klare Behandlungsempfehlungen bei Patienten mit kryptogenem Schlaganfall“, stellt DGK-Erstautor Professor Stephan Baldus, Direktor der Klinik für Kardiologie am Herzzentrum der Uniklinik zu Köln, fest.

Die bisherige PFO-Leitlinie der DGN zur Sekundärprävention des Schlaganfalls wurde im Jahr 2012 veröffentlicht. Die aktuellen Studien zum interventionellen Verschluss eines offenen Foramen ovale waren noch nicht enthalten. Die neue Leitlinie schließt diese Lücke und wendet sich nicht nur an Neurologen, sondern auch an Kardiologen, die PFO-Patienten, die im Alter zwischen 16 und 60 Jahren einen kryptogenen Schlaganfall erlitten haben, betreuen.

  • Denn bei 25 Prozent aller Menschen schließt sich das Foramen ovale nachgeburtlich nicht vollständig, gleichzeitig verursacht der Schlaganfall eine hohe Morbidität. 
  • Die Empfehlungen haben eine große praktische Relevanz.

Ein PFO zählt bei jüngeren Menschen ohne sonstige Ursachen zu den Risikofaktoren für einen Schlaganfall.

Diese Insulte, denen per Definition keine eindeutige sonstige Ursache zugewiesen werden kann, machen etwa 20 Prozent aller Schlaganfälle aus. Standardbehandlung für Patienten nach einem kryptogenen Schlaganfall ist die Gabe gerinnungshemmender Medikamente, wodurch die Rate erneuter Ereignisse gesenkt werden kann.

Medikamente oder Intervention? Lange Zeit ein klares „Jein“

In Studien wurde mehrfach versucht, im Rahmen einer Intervention mit einem von der Leiste vorgeschobenen Katheter den Durchgang zwischen den beiden Herzvorhöfen mittels eines schirmchenförmigen Verschlusses („Okkluder“) zu versiegeln.

Drei ältere Studien (CLOSURE I, PC-Studie, RESPECT) hatten jedoch keinen klaren Vorteil dieser Methode zur Schlaganfallvorbeugung gezeigt. Vier weitere Studien leiteten dann die Wende ein: REDUCE, CLOSE, RESPECT extended follow up und zuletzt die DEFENSE-PFO-Studie haben gezeigt, dass der Verschluss des PFO die Rate von erneuten Schlaganfällen signifikant senken kann.

Die Mehrzahl der Rezidive bestand aus leichten, nicht behindernden Schlaganfällen. Bei der Intervention kann Vorhofflimmern auftreten, das in den meisten Fällen jedoch wieder spontan sistierte.

Die Evidenz aus diesen Studien wird in der neuen Leitlinie ausführlich diskutiert und bewertet.


„Bemerkenswert ist, dass sie die zweithöchste Qualitätsstufe (S2e) einer Leitlinie erreicht und in sehr kurzer Zeit von den Beteiligten ehrenamtlich erstellt wurde. Auf eine externe Finanzierung konnten wir deshalb verzichten“, so Baldus.

Fünf Empfehlungen

Die Auswertung von 22 Publikationen und ein mehrstufiges Konsensusverfahren durch das 13-köpfige Redaktionskomitee führten schließlich zu fünf Empfehlungen, von denen vier einstimmig verabschiedet wurden und eine mit lediglich einer Enthaltung.

Die wohl wichtigste Empfehlung hat den Empfehlungsgrad A und die Evidenzebene I.

Sie lautet: „Bei Patienten zwischen 16 und 60 Jahren mit einem (nach neurologischer und kardiologischer Abklärung) kryptogenen ischämischen Schlaganfall und offenem Foramen ovale mit moderatem oder ausgeprägtem Rechts-Links-Shunt soll ein interventioneller PFO-Verschluss durchgeführt werden.“ 
Dafür sprachen sich zehn Experten aus. Drei Experten befürworteten eine abgeschwächte Version dieser Empfehlung, wonach solch ein Eingriff „erwogen“ werden soll.

  • Zu den peri- und postoperativen Risiken gehören Vorhofflimmern, Perikardtamponaden sowie Lungenembolien, jedoch treten diese so selten auf, dass sie der Implantation eines Okkluders nicht im Weg stehen sollten, heißt es in einer weiteren Empfehlung. 

Zudem haben die Experten sich mit der idealen Bauart des Okkluders beschäftigt.

Sie kommen zu dem Ergebnis, dass sogenannte Disc-Okkluder zu bevorzugen sind. Und sie geben Rat zur Medikation nach dem Eingriff sowie bei Patienten, welche die Operation ablehnen.

Leitlinie entbindet nicht von akribischer Ursachensuche

„Es ist ein Fortschritt, dass der Nutzen eines PFO-Verschlusses bei jüngeren Patienten mit einem ansonsten ursächlich ungeklärten Schlaganfall jetzt besser belegt ist“, sagt Professor Armin Grau von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG).

„Wichtig ist es aber, dass immer eine ausführliche Suche nach anderen Ursachen erfolgt und ein erfahrener Neurologe die Indikation prüft. Denn längst nicht jeder jüngere Schlaganfallpatient mit einem PFO benötigt einen Verschluss des Foramen ovale“, so der Direktor der Neurologischen Klinik am Klinikum der Stadt Ludwigshafen.


„Vieles hängt auch davon ab, dass Neurologen und Kardiologen in dieser Indikation gut zusammenarbeiten“, sagt Diener. 

„Wenn wir alles richtig machen und die richtigen Patienten auswählen, kann der PFO-Verschluss das Risiko für einen erneuten Schlaganfall um 75 Prozent senken.“

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren rund 9000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin. www.dgn.org

Präsident: Prof. Dr. med. Gereon R. Fink
Stellvertretende Präsidentin: Prof. Dr. med. Christine Klein
Past-Präsident: Prof. Dr. med. Ralf Gold
Geschäftsführer: Dr. rer. nat. Thomas Thiekötter
Geschäftsstelle: Reinhardtstr. 27 C, 10117 Berlin, Tel.: +49 (0)30 531437930, E-Mail: info@dgn.org


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Prof. Dr. Hans-Christoph Diener
Seniorprofessor für klinische Neurowissenschaften
Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Essen,
Universität Duisburg-Essen
Tel.: +49 (0)201 7236540,
E-Mail: Hans.Diener@uk-essen.de

Prof. Dr. med. Armin J. Grau
Direktor der Neurologischen Klinik
Klinikum der Stadt Ludwigshafen a. Rh.
Tel.: +49 (0)621 5034200
E-Mail: graua@klilu.de

Prof. Dr. med. Stephan Baldus
Direktor der Klinik für Kardiologie
Herzzentrum, Universität zu Köln
Tel.: +49 (0)221 47832511
E-Mail: stephan.baldus@uk-koeln.de

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Deutschen Gesellschaft für Neurologie
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Pressesprecher: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen
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Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
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Originalpublikation:
Diener H.-C., Grau A., Baldus S. et al., Kryptogener Schlaganfall und offenes Foramen ovale, S2e-Leitlinie, 2018; in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 13.8.2018)



CAVE: Interdiziplinäre Reha: Bluthochdrucktherapie - Bluthochdruckbehandlung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Trotz Valsartan-Skandal die Bluthochdrucktherapie ernst nehmen!

Wie die Deutsche Hochdruckliga befürchtet, führt der Valsartan-Skandal möglicherweise dazu, dass viele Patienten mit Bluthochdruck ihre Medikamente nun einfach nicht mehr einnehmen. 

Die Angst vor Krebs ist hoch und manch einer mag den falschen Schluss ziehen, lieber auf die Blutdrucksenker zu verzichten. 

Das ist aber ein fataler Irrtum. 

  • Denn auch wenn das Absetzen der Blutdruckmedikamente nicht zu Symptomen führt und sich der Patient zunächst gut fühlt, riskiert er lebensbedrohliche Komplikationen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt. 

Die Empfehlung der Deutschen Hochdruckliga lautet: 

  • Medikamente keinesfalls einfach absetzen, aber die verunreinigten Medikamente schnellstmöglich austauschen! 
 
Die Verunreinigungen von einigen Valsartan-Präparaten hat viele Patienten verunsichert.

Auch wenn laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte kein akutes Risiko besteht, wurde die Empfehlung ausgesprochen, die betroffenen Valsartan-haltigen Medikamente auszutauschen.

Nun ist bekannt: Möglicherweise kommt es zu einem Krebsfall mehr, wenn 5.000 Menschen über 7 Jahre ein verunreinigtes Valsartan-Medikament einnehmen – so die Schätzung der europäischen Gesundheitsbehörde (EMA) [1]. 

Die Angst vor Krebs ist bei jedem Menschen groß – und gerade die Deutschen sind dafür bekannt, dass sie selbst liebgewonnene Gewohnheiten verändern, wenn sie zu dieser Erkrankung führen können.

Der Fleischkonsum ist beispielsweise deutlich zurückgegangen [2]. Natürlich spielen da viele Gründe rein – z.B. ein erhöhtes ökologisches und auch allgemeines Gesundheitsbewusstsein – eine große Rolle mag aber auch gespielt haben, dass die WHO Wurst und verarbeitete Fleischprodukte im Jahr 2015 als krebserregend einstufte [3].

Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention hat daher Sorge, dass der Valsartan-Skandal auf die Therapietreue der Bluthochdruckpatienten schlägt.

„Die Menschen hören das Wort Krebs und lassen lieber die Blutdruckmedikamente weg – denn vermeintlich geht es ja auch ohne.

Wenn sie ihre Tabletten über eine längere Zeit nicht einnehmen, stellen sich häufig keine Symptome ein.

Das ist ein generelles Problem in der Bluthochdruckbehandlung.

Leider sind den wenigsten Betroffenen die langfristigen Gefahren von Bluthochdruck bewusst“, erklärt Prof. Dr. Bernhard K. Krämer, Mannheim, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutschen Gesellschaft für Hypertonie und Prävention.

  • Weiter führt er aus, dass wenn 5.000 Patienten ihre Bluthochdruckmedikamente über 7 Jahre nicht einnehmen, es zu deutlich mehr als nur einen Todesfall durch Schlaganfall, Herzinfarkt oder anderer typischer Folgekomplikationen von Bluthochdruck käme, sondern die Todesrate im hohen 2- bis 3-stelligen Bereich liegen würde. 

„Die Blutdrucksenker einfach wegzulassen, wäre für viele unserer Patienten fatal“, so Professor Krämer und er appelliert an die Patienten, die Bluthochdrucktherapie weiterhin ernst zu nehmen.

Natürlich sollte man aber vermeiden, weiterhin verunreinigte Substanzen einzunehmen, denn jedes Krebsrisiko – und sei es noch so gering – sollte minimiert werden. Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention rät jedem Patienten, der ein Valsartan-Präparat einnimmt, sich vor allem beim seiner Apotheke rückzuversichern, dass es nicht zu den betroffenen Medikamenten gehört. Alternativ kann der Patient seinen Arzt bitten, anhand der auf dem Medikament aufgedruckten Chargennummer in einer Onlineliste nachzuschauen, ob sein valsartanhaltiges Medikament vom Rückruf betroffen ist bzw. selbst dort nachschauen [4]. Denjenigen, deren Medikamente zu den verunreinigten gehören, rät die Deutsche Hochdruckliga zu einem zügigen Austausch. „Gehen Sie zu Ihrem Arzt oder Apotheker, aber setzen Sie die Medikamente auf keinen Fall einfach ab“, so die eindringliche Warnung des Experten.

Nun sei vor allem die Eigeninitiative der Patienten gefragt, denn sie dürfen sich nicht darauf verlassen, dass der Arzt die Betroffenen anruft und zum Austausch der Medikamente auffordert.

„Die Ärzte verschreiben in der Regel den Wirkstoff, wissen aber nicht, welches Präparat dem Patienten vom Apotheker ausgehändigt wurde und können daher nicht proaktiv auf die betroffenen Patienten zugehen“, erklärt Professor Dr. Peter Trenkwalder, stellv. Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga.

„Uns bleibt im Moment nur übrig, die Patienten aufzufordern, sich selbst kundig zu machen, und außerdem an ihre Therapietreue zu appellieren!“

Sicherlich hat es bei der Kommunikation des Problems, d.h. der Information der betroffenen Patienten, und dem Zusammenspiel zwischen Aufsichtsbehörden und Kostenträgern Defizite gegeben.

Die Deutsche Hochdruckliga wird deshalb in den kommenden Wochen versuchen, auf verschiedenen Ebenen Klarheit und Verbesserungen für die betroffenen Patienten zu erreichen.

Literatur
[1] http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/news_and_events/news/2018/08/n...
 

[2]
http://www.fleischwirtschaft.de/wirtschaft/nachrichten/Fleischkonsum-Deutsche-es...
 

[3] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/64572/WHO-Behoerde-stuft-rotes-Fleisch-un...
 

[4] https://www.abda.de/amk-nachricht/artikel/online-nachricht-amk-liste-der-chargen...

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Gingivitis: Oberflächliche Entzündung des Zahnfleisches. CAVE: Blutzuckereinstellung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Diabetes und Parodontitis: ein gefährliches Duo – Experten raten zur regelmäßigen Zahnarztkontrolle

Rund elf Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer behandlungsbedürftigen Entzündung des Zahnhalteapparates. 

Besonders schwer betroffen von einer Parodontitis sind Patienten mit Diabetes Typ 1 und 2: 

  • Sie haben ein dreifach erhöhtes Risiko, an Parodontitis zu erkranken und verlieren mehr Zähne, wobei sich gleichzeitig die Einstellung des Blutzuckerspiegels durch die Zahnfleischerkrankung verschlechtert. 

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) rät daher allen Diabetespatienten zur gründlichen Mundhygiene und regelmäßigen Zahnarztkontrolle. Darüber hinaus ist es wichtig, auf die Blutzuckereinstellung zu achten, um das Parodontitis-Risiko zu senken. 
 
Parodontitis ist die häufigste chronische Erkrankung weltweit.  

Als Hauptauslöser für die Entzündung des Zahnhalteapparates gilt der bakterielle Zahnbelag. Dieser führt zu einer oberflächlichen Entzündung des Zahnfleisches – der Gingivitis –, die sich unbehandelt zur Parodontitis ausweiten kann.

„Außer mangelnder Mundhygiene sind Rauchen, Stress und genetische Faktoren Ursachen für diese chronische Entzündung“, erklärt DDG-Präsident Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland.

Ein weiterer großer Risikofaktor ist der Diabetes mellitus.

  • „Ist der Blutzuckerspiegel des Diabetespatienten schlecht eingestellt, steigt das Risiko für Parodontitis stark an“, betont Müller-Wieland. 
  • „Auch ist dann die Zahnfleisch-Behandlung komplizierter, der Krankheitsverlauf schwerer, ein Zahnverlust häufiger.“ 

Umgekehrt verschlechtert eine Parodontitis wiederum die Blutzuckereinstellung – mit der Tiefe der Zahnfleischtaschen steigt auch der Langzeit-Blutzuckerwert an. 

  • Untersuchungen haben gezeigt, dass die Sterblichkeit von parodontal erkrankten Diabetespatienten höher ist als bei Menschen mit gesundem Zahnfleisch. Grund sind Entzündungsprozesse, die sich unter anderem negativ auf das Herz auswirken.

Das Schwierige an der Erkrankung: Parodontitis verursacht selten Schmerzen.

„Es ist daher wichtig. Unbedingt auf erste Warnzeichen wie Zahnfleischbluten, geschwollenes Zahnfleisch, Mundgeruch, Änderungen der Zahnstellung oder länger werdende, gelockerte Zähne zu achten“, betont DDG Experte Priv. Doz. Dr. med. Erhard Siegel. Die DDG rät zudem zu regelmäßigen zahnärztlichen Untersuchungen, um jegliches Risiko auszuschließen.

Bei der zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchung erkennt der Arzt mithilfe des „Parodontalen Screening Indexes“ (PSI) bereits frühe Formen der Parodontitis und kann sie behandeln.

„Insbesondere Menschen mit Diabetes sollten mindestens einmal jährlich zur Kontrolle beim Zahnarzt gehen“, empfiehlt Siegel. Der Verzicht auf Rauchen, eine ausgewogene Ernährung sowie die Vermeidung von Übergewicht und Stress können das Parodontitis-Risiko weiter senken.

Für eine erste Einschätzung, wie hoch das eigene Parodontitis-Risiko ist, stellt die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG Paro) online einen Selbsttest zur Verfügung: 

https://www.dgparo.de/media/download-5a1fbed30aef0

„Auch Diabetologen, Haus- und Zahnärzte sollten für dieses Thema zunehmend sensibilisiert werden“, fordert Müller-Wieland. „Denn in Deutschland wissen etwa zwei Millionen Menschen nicht, dass sie an Diabetes erkrankt sind und folglich ein erhöhtes Risiko für Parodontitis besitzen.“ Alle beteiligten Fachärzte seien aufgerufen, mehr Aufklärung und Prävention in ihre Praxen zu bringen. „Beispielsweise könnten Screening-Maßnahmen wie ein Diabetestest in Zahnarztpraxen oder die Aufnahme des Zahnstatus in die hausärztliche Anamnese eine bessere Parodontitis-Vorsorge gewährleisten", schlägt Siegel vor.

Um die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Zahnärzten zu intensivieren, arbeitet die DDG derzeit an einer neuen AWMF-Leitlinie „Diabetes und Parodontitis“. Sie soll wichtige Erkenntnisse zur Wechselwirkung zwischen beiden Erkrankungen vermitteln und konkrete Empfehlungen zur Betreuung und Früherkennung geben.
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Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG):
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit mehr als 9.000 Mitgliedern eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.
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Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
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