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Behandlung schwerbehinderter Erwachsener (geistiger oder mehrfacher Behinderung)

Medizin am Abend Berlin Fazit: Medizinisches Zentrum am UKL für Behandlung schwerbehinderter Erwachsener unter neuer Leitung 

Zum Jahreswechsel übernahm Wolfgang Köhler die Leitung des Zentrums für die Behandlung schwerbehinderter Erwachsener am UKL. Der 60-jährige Neurologe war zuvor viele Jahre Chefarzt der Klinik in Wermsdorf. Am Universitätsklinikum Leipzig hilft er nun, mit dem noch jungen Zentrum eine wichtige Versorgungslücke zu schließen. 

Wolfgang Köhler (links), Leiter des Medizinische Zentrum für Erwachsene mit geistiger oder mehrfacher Behinderung (MZEB) am UKL, mit Prof. Joseph Claßen, Direktor der Klinik für Neurologie (rechts).Medizinisches Zentrum am UKL für Behandlung schwerbehinderter Erwachsener unter neuer Leitung Wolfgang Köhler (links), Leiter des Medizinische Zentrum für Erwachsene mit geistiger oder mehrfacher Behinderung (MZEB) am UKL, mit Prof. Joseph Claßen, Direktor der Klinik für Neurologie (rechts). Ines Christ / UKL
 
Schwere Behinderungen haben verschiedene Ursachen: Manche sind angeboren, andere treten im Laufe des Lebens auf – als Krankheitsfolgen oder als Folgen von Unfällen. In allen Fällen haben die Betroffenen einen besonderen Betreuungsbedarf. 
Dazu gehören Fragen wie die Behandlung von Epilepsie, Verkrampfungen und Spastik, aber auch Blasen- und Mastdarmkontrollstörungen, Schmerzen, Gelenk- und Wirbelsäulenprobleme, Verhaltensstörungen oder die Hilfsmittelversorgung, z.B. mit Kommunikationsmitteln. 
Die Lösung solcher komplexen Probleme ist sehr zeitaufwändig und erfordert den Einsatz eines multiprofessionellen Teams, was für einen betreuenden Haus- oder Facharzt schwierig zu erfüllen ist.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Investitionskosten der Berliner Krankenhäuser 

„Um Schwerstbehinderte optimal versorgen zu können, sind besondere Strukturen wie spezielle Zentren notwendig, die bisher im Freistaat Sachsen fehlten“, erklärt Wolfgang Köhler.

Der Neurologe übernahm im Januar 2018 die Leitung eines solchen Zentrums, das letztes Jahr am Universitätsklinikum Leipzig eingerichtet wurde.

Mit diesem Medizinischen Zentrum für Erwachsene mit geistiger oder mehrfacher Behinderung (MZEB) schließt das UKL eine Versorgungslücke. „Gerade für Erwachsene mit schweren Behinderungen fehlt es bisher an derartigen Angeboten“, so Köhler.

„Während Kinder und Jugendliche mit schweren Behinderungen in sozialpädiatrischen Zentren betreut werden, fallen unsere Patienten mit Erreichen der Volljährigkeit sozusagen in ein Loch“, ergänzt Prof. Wieland Kiess, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am UKL, zu der ein Sozialpädiatrisches Zentrum gehört. „Hier können wir jetzt mit dem neuen Zentrum eine abgestimmte Weiterbehandlung sicherstellen, von der unsere Patienten enorm profitieren werden“, ist Kiess überzeugt.


Wie in der Kindermedizin stehen den Erwachsenen im Zentrum neben Ärzten und Pflegekräften ebenso Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Psychologen und Sozialarbeiter zur Seite. „Das ist ein Angebot, das sehr gut das Leistungsspektrum unserer Klinik ergänzt und der Tatsache Rechnung trägt, dass die Ursache der Schwerbehinderung oft in einem neurologischen Problem liegt“, betont Prof. Joseph Claßen, Direktor der Klinik für Neurologie, unter deren Dach das neue Zentrum angesiedelt ist. Viele der hier behandelten Patienten benötigen aufgrund der schweren Erkrankungen und damit verbundenen Einschränkungen eine intensive Betreuung. „Eine zentrale Zielstellung des Zentrums ist, für diese Patienten eine angemessene Versorgung gemeinsam mit den behandelnden Haus- oder Fachärzten zu koordinieren und sicherzustellen“, so Claßen. „Wir freuen uns, mit Wolfgang Köhler dafür einen sehr erfahrenen und engagierten Kollegen gewonnen zu haben.“

Die Aufgabe des Zentrums umfasst meist mehr als nur Diagnose und Erstellung eines Therapieplans. „Oftmals betreuen und beraten wir auch die Angehörigen, denn eine schwere Behinderung betrifft niemals nur den Patienten allein“, beschreibt Köhler. Als Neurologe habe er es oft bedauert, sich nicht intensiver diesen besonderen Patienten widmen zu können. Die Arbeit im UKL-Zentrum bietet ihm dafür nun Gelegenheit. Hier können individuelle und optimale Therapiekonzepte für jeden konkreten Fall entwickelt werden, gemeinsam mit allen am UKL vertretenen Fachdisziplinen. „Von der Bildgebung bis zu den Experten für seltene Erkrankungen haben wir alle Spezialisten unmittelbar im Haus, um auch bei komplizierten Fällen gut helfen zu können“, so Köhler.


Der Bedarf ist groß, das Spektrum der behandelten Grunderkrankungen sehr breit gefächert.

Dazu gehören beispielsweise Patienten mit angeborenen Behinderungen wie Spina bifida, einem offenen Rücken, die oft mit zunehmendem Alter neue Symptome entwickeln, aber auch Menschen mit neuromuskulären Störungen und angeborenen genetisch bedingten Erkrankungen des Nervensystems. Schwerbehinderte Patienten mit bestimmten Erkrankungen der weißen Hirnsubstanz, einem von Köhler langjährig bearbeiteten Schwerpunkt, gehören ebenfalls zu dieser Gruppe.

  • Viele Kinder mit angeborenen Erkrankungen erreichen heute das Erwachsenalter, sodass die Zahl der Patienten, die solch ein besonderes Angebot benötigen, stetig steigt. 
  • Manche haben eine lange Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich, da seltene Krankheiten oft lange nicht richtig diagnostiziert werden. Bei anderen ist es die Vielzahl der medizinischen und psychosozialen Probleme, die die Behandlung besonders aufwändig und schwierig macht. 

„Unser Ziel ist es, diesen Menschen eine Anlaufstelle zu bieten, an die sie sich wenden können“, beschreibt Köhler. Und natürlich auch, zu forschen und so bessere Therapien entwickeln zu können. Dazu sehe er am UKL beste Bedingungen.

Das MZEB ergänzt so die bestehende medizinische Versorgung durch fachliche Beratung und Mitbehandlung in Zusammenarbeit mit den überweisenden Kollegen.

Die Sprechstunden des Zentrums sind zu erreichen unter Tel. 0341-9720986 oder per Mail an MZEB@uniklinik-leipzig.de. 

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Helena Reinhardt Universitätsklinikum Leipzig AöR
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CAVE: Ultraschall-Diagnostik für Herzrhythmustörungen - Fibrillation - Rettungsstelle

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wirbelstürme im Herzen

Göttinger Herzforscher entwickeln neue, vielversprechende Ultraschall-Diagnostik für Herzrhythmusstörungen 
 
  • Allein in Deutschland stirbt alle fünf Minuten ein Mensch am plötzlichen Herztod, verursacht durch Kammerflimmern, der häufigsten Todesursache weltweit. 

Das liegt nicht zuletzt daran, dass Ärzte noch nicht verstehen, was dabei genau im Herzen passiert. 

Denn bislang war es nicht möglich, die dynamischen Vorgänge im flimmernden Herzmuskel sichtbar zu machen.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Cannabis  

In der sehr aktuellen Veröffentlichung des Magazins Nature zeigt ein internationales Forscherteam um Jan Christoph und Stefan Luther vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS) sowie Gerd Hasenfuß vom Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen (HZG) erstmals, wie wirbelartige rotierende Kontraktionen, die dem lebensbedrohlichen Herz-flimmern zugrunde liegen, im Inneren des Herzens beobachtet werden können. Sie verwenden dafür ein neues bildgebendes Verfahren, für das in der Medizin etablierte Ultraschall-Geräte eingesetzt werden können. So können Ärzte Herzrhythmusstörungen, aber auch andere Erkrankungen des Herzens künftig besser untersuchen und neue Behandlungsmethoden entwickeln.

Wenn der Herzmuskel nicht mehr koordiniert kontrahiert, sondern nur noch flimmert, wird es lebensgefährlich. Mediziner sprechen von einer Fibrillation.

Zucken dabei die Hauptkammern des Herzens auf diese ungeordnete Weise, gibt es nur eine Rettung: Der Herzmuskel muss innerhalb weniger Minuten mit einem starken Stromstoß defibrilliert werden, der sehr schmerzhaft ist und das Herzgewebe schädigen kann.

Ein Flimmern im Vorhof hingegen führt zwar nicht unmittelbar zum Tod, kann jedoch unbehandelt fatale Folgen haben. „Der Schlüssel zu einem besseren Verständnis der Fibrillation liegt in einer neuen hochauflösenden Bildgebung, mit der sich die Vorgänge auch im Inneren des Herzmuskels beobachten lassen“, sagt Stefan Luther, Leiter der Forschungsgruppe „Biomedizinische Physik“ am MPIDS und Professor an der Universitätsmedizin Göttingen.

  • Durchbruch für die Diagnostik

„Die mechanische Bewegung des Herzmuskels in der Fibrillation ist hochkomplex, aber sie ist gleichzeitig auch sehr charakteristisch – fast so wie ein Fingerabdruck der Fibrillation“, sagt Jan Christoph, Forscher am MPIDS sowie am Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung in Göttingen und Hauptautor der Studie. Gemeinsam mit Stefan Luther und einem internationalen Team von Forschern stellt der Physiker jetzt eine diagnostische Methode vor, mit der sich das Flimmern des Herzmuskels mit einem gängigen Ultraschallgerät zeitaufgelöst in drei Dimensionen und damit viel genauer untersuchen lässt, als dies im Patienten bisher möglich war.

Die neue diagnostische Methode wird helfen, die Therapie von Kammerflimmern und möglicherweise auch vom Vorhofflimmern effektiver zu gestalten.

So dürfte das bessere Verständnis der Fibrillation, das sich mit dem Verfahren erzielen lässt, dazu beitragen, die Entwicklung der Niedrigenergie-Defibrillation voranzutreiben.

Dabei sollen schwächere, aber viel gezieltere Stromstöße das Kammerflimmern beenden als bei der heute üblichen, sehr schmerzhaften Defibrillation mit hochenergetischen Elektroschocks.

Mit der neuen Form der Ultraschalldiagnostik können Mediziner herausfinden, wie sie die Stromstöße mit niedrigerer Energie setzen müssen, um das Herz wieder in den Takt zu bringen.

Die Göttinger Forscher entwickeln die Methode zudem weiter, damit diese auch die komplexe Erregungsdynamik beim Vorhofflimmern sichtbar macht. 

Zukünftig können Kardiologen dann sehen, an welchen Stellen sie durch Ablation krankhafte Erregungsherde veröden müssen.

Hilfreich dürfte die neue Ultraschallmethode auch für die Erforschung, Diagnose und Therapie der Herzmuskelschwäche sein. 

Dabei arbeiten die Herzmuskelzellen ineffektiv, weil ihre koordinierte kontraktile Funktion gestört ist. Die Ursachen dafür könnten Ärzte mit detaillierten Ultraschalluntersuchungen ergründen, sodass sie die Herzinsuffizienz früher erkennen und effektiver behandeln können.

Elektrische Anregung verursacht mechanische Kontraktionen des Herzens

Jeder Herzschlag wird durch elektrische Erregungswellen ausgelöst, die mit hoher Geschwindigkeit durch den Herzmuskel schießen und die Herzmuskelzellen zur Kontraktion bringen. 

Kommen diese Erregungswellen durcheinander, entstehen Herzrhythmusstörungen.

Mediziner wissen bereits seit längerem, dass bei Herzrhythmusstörungen die elektrische Anregung wirbelförmig durch den Herzmuskel wandert. 

Bislang konzentrierten sie sich bei der Untersuchung von Herzrhythmusstörungen auf diese elektrischen Wirbel.

Ein vollständiges Bild der Dynamik konnten sie sich im medizinischen Alltag aber nicht machen. Die MPIDS-Forscher gingen nun einen anderen Weg und nahmen statt der elektrischen Anregung die zuckenden Kontraktionen des flimmernden Herzmuskels in den Blick.

  „Bislang wurde der Analyse von Muskelkontraktionen und -verformungen während der Fibrillation wenig Bedeutung beigemessen. Bei unseren Messungen sahen wir aber, dass die elektrischen Wirbel immer mit entsprechenden wirbelförmigen mechanischen Verformungen auftreten“, sagt Physiker Jan Christoph.

Kammerflimmern in 3D

Um die zitternden Bewegungen im Inneren des Herzmuskels in drei Dimensionen darzustellen und mit der elektrischen Erregung des Herzens in Verbindung zu setzen, entwickelten die Forscher neue hochauflösende Ultraschall-Messverfahren. Sie konnten auch nachweisen, dass diese Methoden in hochleistungsfähigen Ultraschallgeräten eingesetzt werden können, die bereits in vielen kardiologischen Einrichtungen routinemäßig genutzt werden. Indem sie die Bilddaten der Muskelkontraktionen analysierten, konnten sie in einem flimmernden Herzen genau verfolgen, wie sich Bereiche von kontrahierten und entspannten Muskelzellen wirbelförmig durch den Herzmuskel bewegen. Sie beobachteten dabei auch filamentartige Strukturen, die Physikern bisher nur in der Theorie und aus Computer-Simulationen bekannt waren. Eine solche filamentartige Struktur ähnelt einem Faden und markiert das Auge des Wirbelsturms, der sich durch den Herzmuskel bewegt. Die Zentren der Wirbel im Inneren des Muskels zu lokalisieren, ist jetzt erstmals möglich.

Parallel zu den Ultraschallaufnahmen setzten die Forscher Hochgeschwindigkeitskameras und Fluoreszenzfarbstoffe ein, welche die elektrophysiologischen Vorgänge im Herzmuskel sichtbar machen. Die so gemachten Aufnahmen bestätigten, dass die mechanischen Wirbel die elektrischen Wirbel sehr gut widerspiegeln.

Laut den Göttinger Forschern hat die Ultraschalltechnik gerade in den letzten Jahren mit Hinblick auf Bildqualität und Aufnahmegeschwindigkeiten eine gewaltige Weiterentwicklung erlebt – das Potential moderner Ultraschalltechnik ist bislang noch nicht voll ausgeschöpft. „Zusammen mit der immens gestiegenen Rechenleistung moderner Computer und den rasanten Weiterentwicklungen in der Computergrafik und digitalen Bildverarbeitung eröffnen sich komplett neue Mess- und Visualisierungsmöglichkeiten im Herzen. Diese Entwicklungen können wir heute in der Medizin nutzen.“ sagt Jan Christoph.

Von der Physik zur Medizin

Die Studie ist ein Beispiel für die erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit von Physikern und Medizinern im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung. „Diese Entwicklung hat das Potential, die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Herzrhythmusstörungen zu revolutionieren. Bereits 2018 werden wir die neue Technik bei unseren Patienten einsetzen, um sowohl Herzrhythmusstörungen als auch Herzmuskelerkrankungen besser diagnostizieren und behandeln zu können“, sagt Gerd Hasenfuß, Mitautor der Studie, Vorsitzender des Herzforschungszentrums Göttingen und des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen. Stefan Luther ist sich sicher: „Der tiefe Blick in die innere Dynamik des Herzens ist ein Meilenstein der Herzforschung und wird das Verständnis und die Behandlung von Herzerkrankungen zukünftig ganz entscheidend prägen.“

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Carolin Hoffrogge Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

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https://www.mpg.de/11952783/interview-stefan-luther

Hygiene - Infektionsprävention Operation, Notfall- und Intensivmedizin

Medizin am Abend Berlin Fazit: Bauen für die Hygiene: Orte der Heilkunst im Fokus der Infektionsprävention

Neue Broschüre gibt Planungsempfehlungen für Operation, Notfall- und Intensivmedizin 

Die Broschüre  kann kostenfrei beim BBSR angefordert werden.
 Die Broschüre kann kostenfrei beim BBSR angefordert werden. BBSR

Bauen für die Hygiene: Orte der Heilkunst im Fokus der Infektionsprävention 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Haus- und Wildschweinpest 

Jährlich erkranken in Deutschland bis zu 500.000 Patienten an Krankenhausinfektionen; etwa 10.000 Menschen sterben daran.

  • Der Schutz vor Krankenhauskeimen ist auch eine baulich-räumliche Frage: 
  • Was trägt zu hygienesicheren Untersuchungs- und Behandlungsräumen bei? 
  • Wie müssen Betriebsabläufe räumlich organisiert sein? 
  • Welche Anforderung ist an das Material im Hygienebereich zu stellen? 

Diese Fragen beantwortet eine neue Broschüre der Forschungsinitiative Zukunft Bau, herausgegeben vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Architekten, Planer, Hygienebeauftragte und Klinikbetreiber erhalten mit der Broschüre praktisches Wissen zu Strategien und Planungsempfehlungen für die Bereiche der Operation, der Notfall- und Intensivmedizin. 

Aufgezeigt wird, wie baulich-funktionelle Abläufe im Krankenhaus hygienesicher optimiert, sinnvolle Materialien eingesetzt und dadurch neue Gebäudestrukturen effizient und nachhaltig gestaltet werden können. Darüber hinaus werden Ergebnisse einer Umfrage zur baulichen Krankenhausstruktur in Deutschland grafisch prägnant dargestellt.

Die Broschüre ging aus einem interdisziplinären Forschungsprojekt unter der Leitung von Dr. Wolfgang Sunder (Institut für Industriebau und Konstruktives Entwerfen der TU Braunschweig) sowie Professorin Petra Gastmeier (Charité Berlin) hervor. Beteiligt waren zahlreiche Klinikbetreiber, Planer, Materialhersteller und Ausstatter. „Die Forschungsarbeit zeigt, dass Baukultur im Klinikbereich und Infektionsprävention Hand in Hand gehen müssen. Dank der vielen Praxispartner richten sich die Ergebnisse vor allem an Anwender. Weitergedacht helfen die Erkenntnisse aber auch, über hygienerelevante Orte im großen Maßstab wie Flughäfen oder auch intensiv genutzte Stadträume nachzudenken“, sagt Dr. Robert Kaltenbrunner, stellvertretender Leiter des BBSR.

Die Forschungsarbeit und Broschüre wurde von der Forschungsinitiative Zukunft Bau gefördert. Die Broschüre kann ab sofort kostenfrei bestellt (zb@bbr.bund.de) werden. 

Eine digitale Version ist unter Medizin am Abend Berlin abrufbar.

Mit der Forschungsinitiative Zukunft Bau stärkt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) in Zusammenarbeit mit dem BBSR die Zukunfts- und Innovationsfähigkeit der Bauwirtschaft. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Bauwesens im europäischen Binnenmarkt zu verbessern und insbesondere den Wissenszuwachs und die Erkenntnisse im Bereich technischer, baukultureller und organisatorischer Innovationen zu unterstützen.

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Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung
Christian Schlag
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E-Mail: christian.schlag@bbr.bund.de

Wencke Haferkorn
Referat II 3 – Forschung im Bauwesen
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Gesetzlich und Privatkrankenkassenversicherte - Gleichbehandlung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Umsatzsteuerrechtliche Gleichbehandlung von Pharmarabatten

 Nr. 17/2018 vom 21. März 2018

Urteil vom 8. Februar 2018 V R 42/15

Rabatte, die Pharmaunternehmen für die Lieferung von Arzneimitteln zu gewähren haben, mindern umsatzsteuerrechtlich die Steuerschuld der Pharmaunternehmen.

Es kommt dabei nicht darauf an, ob es sich um eine Lieferung für gesetzlich oder privat krankenversicherte Personen handelt, wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 8. Februar 2018 V R 42/15 entschieden hat.

Die Klägerin ist ein pharmazeutisches Unternehmen, das Arzneimittel herstellt und sie steuerpflichtig über Großhändler an Apotheken liefert. Diese geben die Arzneimittel an gesetzlich Krankenversicherte ab.

  • Die Arzneimittel werden an die Krankenkassen geliefert und von diesen ihren Versicherten zur Verfügung gestellt. 

Die Apotheken gewähren den Krankenkassen einen Abschlag auf den Arzneimittelpreis. 

Die Klägerin muss den Apotheken diesen Abschlag nach sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften erstatten. Die Finanzverwaltung behandelt den Abschlag umsatzsteuerrechtlich als Entgeltminderung. Dies führt zu einer Minderung der von der Klägerin geschuldeten Umsatzsteuer.
  • Arzneimittel für privat Krankenversicherte geben die Apotheken aufgrund von Einzelverträgen mit diesen Personen ab.  
  • Das Unternehmen der privaten Krankenversicherung ist dabei nicht selbst Abnehmer der Arzneimittel, sondern erstattet die ihren Versicherten entstandenen Kosten. 

Auch in diesem Fall muss die Klägerin dem Unternehmen der privaten Krankenversicherung einen Abschlag auf den Arzneimittelpreis gewähren. Dies beruht auf § 1 des Gesetzes über Rabatte für Arzneimittel vom 22. Dezember 2010 (AMRabG). Danach haben die pharmazeutischen Unternehmer den Unternehmen der privaten Krankenversicherung und den Trägern der Kosten in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen nach beamtenrechtlichen Vorschriften (Beihilfeträgern) für verschreibungspflichtige Arzneimittel, deren Kosten diese ganz oder teilweise erstattet haben, nach dem Anteil der Kostentragung Abschläge entsprechend den sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften zu gewähren.

Die Klägerin macht auch für die nach § 1 AMRabG gewährten Rabatte eine Entgeltminderung und damit eine Minderung ihrer Steuerschuld geltend. Das Finanzamt verweigerte sich dem entsprechend einem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 14. November 2012 (BStBl I 2012, 1170, unter I.2.). Die Entgeltminderung aufgrund eines Rabatts setze eine Lieferkette voraus, die zwischen dem Rabattgewährenden und dem Rabattempfänger bestehen müsse. Diese liege nur im Fall der Rabattgewährung an die gesetzlichen Krankenkassen vor, nicht aber auch bei der Rabattgewährung an die Unternehmen der privaten Krankenversicherung und an Beihilfeträger, da die Lieferkette hier bei der privat krankenversicherten Person ende.

Im Revisionsverfahren richtete der BFH ein Vorabentscheidungsersuchen an den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) zur Auslegung der Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28. November 2006 über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem, das der EuGH durch das Urteil Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG vom 20. Dezember 2017 C-462/16 (EU:C:2017:1006) beantwortete.

Auf der Grundlage dieses EuGH-Urteils hat jetzt der BFH entschieden, dass auch die Abschläge pharmazeutischer Unternehmer nach § 1 AMRabG die Bemessungsgrundlage für die gelieferten Arzneimittel mindern. Damit kommt es zu einer Gleichbehandlung bei der Rabattgewährung an gesetzliche Krankenkassen einerseits und an Unternehmen der privaten Krankenversicherung sowie den diesen gleichgestellten Beihilfeträgern andererseits.




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PIA - Psychiatrische Institutsambulanz: Thema Spielsucht: Bundesweite Spielersperre für Spielhallen

Medizin am Abend Berlin Fazit: „Länder haben versagt“: Forscher fordern Bundesbehörde zur Regulierung des Online-Glücksspiels

Deutschland sei ein Paradies für illegale Glücksspielanbieter, so das Fazit der Forschungsstelle Glücksspiel der Uni Hohenheim. Nun müsse der Bund endlich handeln.  
  • Die Uneinigkeit der Länder habe den Markt für illegale Glücksspiele regelrecht aufblühen lassen: 
„Wer sich nicht an Regeln hält, wird faktisch belohnt und dem Staat entgehen Einnahmen von einer halben Milliarde Euro“, erklärte Prof. Dr. Tilman Becker auf einer Pressekonferenz zum 15. Glücksspiel-Symposium der Universität Hohenheim in Stuttgart.

Abhilfe könne nur eine nationale Glücksspielaufsichtsbehörde des Bundes für das Online-Glücksspiel schaffen, so die Überzeugung des Leiters der Forschungsstelle Glücksspiel.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Berliner Gamesindustrie 

Mit Blick auf das Thema Spielsucht empfiehlt die Forschungsstelle, dem Beispiel Hessens zu folgen und eine bundesweite Spielersperre für Spielhallen einzuführen. 

Weitere Infos zum Symposium am 21./22. März 2018 unter https://gluecksspiel.uni-hohenheim.de. Expertenliste Glücksspiel unter www.uni-hohenheim.de/expertenliste-gluecksspiel.

  • Dank eines Regulierungs-Schlupflochs in Schleswig-Holstein werben Online-Casinos bundesweit um illegale Kundschaft. 

Jedes Bundesland sei für die Regulierung des Online-Angebots in diesem Bundesland zuständig. Das Internet mache aber nicht Halt an den Grenzen eines Bundeslandes. Es sei ein Konstruktionsfehler, dass die Verantwortung für die Regulierung des Online-Angebots bei jedem einzelnen Bundesland liegt, so Prof. Dr. Becker.

„Die teilweise bewusst laxe oder sogar destruktive Haltung mancher Länder hat Deutschland zu einem Schutzraum für illegale Glücksspieler gemacht“, erklärte der Glücksspiel-Experte auf der heutigen Pressekonferenz der Universität Hohenheim. Ergebnis:  

In Deutschland werde der Glücksspielmarkt im Internet zu 95 % von illegalen Anbietern beherrscht.

  • Inkompetenz und laxe Haltung der Länder kosten den Staat viel Geld

Es sei ein Staatsversagen, das die Bundesrepublik viel Geld koste. Von 2014 auf 2015 seien die Bruttospielerträge des illegalen Online-Marktes (ohne Sportwetten) von 1,08 Mrd. auf 1,53 Mrd. gestiegen. Dem Staat seien im Jahr 2015 Einnahmen von 490 Millionen Euro entgangen.

Neuere Zahlen lägen nicht vor, aber vermutlich liege der Bruttospielertrag des illegalen Online-Marktes (ohne Sportwetten) mittlerweile bei weit über 2 Mrd. Euro. Die Anbieter dürften Steuern in der Höhe von deutlich mehr als einer halben Milliarde Euro hinterziehen, ohne dass der Staat hiergegen vorgehe.

Bisherige Regulierung an Querschüssen einzelner Länder gescheitert

Der Grund sei, dass bundesweit einheitliche Regelungen von einzelnen Bundesländern immer wieder torpediert würden. So habe das Bundesland Schleswig-Holstein von 2011 bis 2013 im Alleingang 7-Jahres-Lizenzen für virtuelle Spielcasinos und Sportwetten vergeben. „Eigentlich gilt die Lizenz zum Spielen nur für Bürger Schleswig-Holsteins. Doch das verschweigen die Anbieter in ihrer bundesweiten Werbung – und kontrollieren lässt es sich auch nicht.“

Ein anderer Fall sei der Versuch, den Sportwetten-Markt im Internet durch Lizenzen für legale Anbieter auszutrocknen. „Doch seit 2012 kommen die Länder mit der Lizenzvergabe nicht voran“, so Prof. Dr. Becker. Bis dahin genössen die illegalen Online-Anbieter eine Art Bestandsschutz, obwohl diese Anbieter nicht nur Sportwetten, sondern auch die nicht erlaubnisfähigen Online-Casinospiele anböten. „Es gibt ein großes wirtschaftliches Interesse der Anbieter, die derzeitig für sie sehr vorteilhafte Situation möglichst lange aufrecht zu erhalten.“

Zersplitterte Zuständigkeiten erschweren das Vorgehen gegen illegale Anbieter

Eigentlich sollten sich die Länder zum 1.1.2018 mit dem 2. Glücksspieländerungsvertrag auf einheitliche Regelungen einigen. Doch dann habe sich Schleswig-Holstein erneut quergestellt.“ Ein einziges Bundesland kann die Regulierung in allen Bundesländern aushebeln.“

Das Ergebnis der auf 16 Bundesländern aufgeteilten Verantwortlichkeit für das Online-Angebot sei ein Regelungsdschungel, von dem wiederum die illegalen Anbieter profitierten. „16 Bundesländer bedeuten eben auch 16 Hebelpunkte, an denen die Staranwälte der Illegalen die Gesetze mit Widerspruchsverfahren aushebeln können“, urteilt Glücksspiel-Experte Prof. Dr. Becker. In den vergangenen 10 Jahren sei bislang noch kein einziges Urteil gegen einen Online-Anbieter nach § 214 Strafgesetzbuch erfolgt, welcher das Veranstalten und die Werbung für nicht genehmigte Glücksspiele unter Strafe stelle.

Auch Verwaltungs- und Europarecht sprechen für eine Bundesbehörde

Abhilfe könne eine Glücksspielkommission des Bundes schaffen, urteilt auch Prof. Dr. Armin Dittmann, Ordinarius für öffentliches Recht i. R. der Universität Hohenheim. „Auch wenn das Glücksspielmonopol derzeit bei den Ländern liegt, wäre es durchaus möglich, die Aufsicht z. B. einer Bundesanstalt des öffentlichen Rechts zu übertragen, die ähnlich wie die bundesweite Bankenaufsicht BaFin arbeitet“, so der Jurist und Angehörige der Forschungsstelle Glücksspiel. Die rechtlichen Möglichkeiten dazu seien vorhanden und evtl. sogar europarechtlich geboten.

Wichtig sei außerdem eine angemessene Ausstattung: „Selbst in einem kleinen Land wie Holland besitzt die Glücksspiel-Kommission 70 Mitglieder. In Frankreich und Spanien sind es über 100. Nur Deutschland glaubte bisher, mit 16 Beauftragten auszukommen – aus jedem Bundesland einen“, berichtet Prof. Dr. Becker. In der Regel seien diese Vertreter dann auch noch ganz unterschiedlicher Auffassung, je nachdem, welche Parteien in dem jeweiligen Bundesland an der Regierung sind.

Spielersperre für süchtige Spieler sollte ausgeweitet werden

Neben der Regulierung des Glücksspielmarktes widmet sich das 15. Glücksspiel-Symposium bis morgen Abend auch den Themen Glücksspielsucht und Spielersperre. Auch hier bestünde Optimierungsbedarf, betonte Dr. Tobias Hayer von der Universität Bremen auf der Pressekonferenz.

Suchtgefährdete Menschen hätten seit mehr als 30 Jahren die Möglichkeit, sich bundesweit bei allen Spielbanken sperren zu lassen. Nun habe das Bundesland Hessen die gleiche Möglichkeit auch für Spielhallen eingeführt.

„Die mit dem gewerblichen Automatenspiel verbundenen Suchtgefahren sind als hoch einzustufen“, so Dr. Hayer. Es sei deshalb ratsam, die hessische Regelung ebenfalls bundesweit auszuweiten.

HINTERGRUND Forschungsstelle Glücksspiel

Die Forschungsstelle Glücksspiel hat es sich zur Aufgabe gemacht, die verschiedenen Aspekte des Glücksspiels interdisziplinär und nach wissenschaftlichen Methoden zu beleuchten.

Über 20 Wissenschaftler bringen ihre Expertise aus vielfältigen Bereichen ein mit dem Ziel, den weiten Bereich Spiele und Wetten unter rechtlichen, ökonomischen, mathematischen, sozialen, medizinischen und psychologischen Fragestellungen systematisch zu untersuchen. 

Die Forschungsstelle Glücksspiel ist eine unabhängige universitäre Einrichtung, die keine privatwirtschaftlichen Ziele verfolgt. Gegründet wurde die Forschungsstelle im Jahr 2004.

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Prof. Dr. Tilman Becker
Universität Hohenheim
Geschäftsführender Direktor der Forschungsstelle Glücksspiel
T 0711 459 22599
E tilman.becker@uni-hohenheim.de

Schloss 1
70599 Stuttgart
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Florian Klebs
Telefon: 0711/ 4592 2001
Fax: 0711/ 4592 3289
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Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://gluecksspiel.uni-hohenheim.de "Forschungsstelle Glücksspiel"

http://gluecksspiel.uni-hohenheim.de/symposium2018 "Glücksspiel-Symposium 2018"


http://www.uni-hohenheim.de/expertenliste-gluecksspiel "Expertenliste Glücksspiel "

„Mit Glyphosat und Gen-Saat - Wie Bayer mit Monsanto die Landwirtschaft verändern will"

Programmänderung heute im Ersten aus aktuellem Anlass:
 
„Mit Glyphosat und Gen-Saat - Wie Bayer mit Monsanto die Landwirtschaft verändern will"


Die EU-Kommission hat heute mitgeteilt, dass Bayer den US-Saatgutriesen Monsanto unter strengen Auflagen übernehmen kann.

Das bedeutet einen großen Schritt für den Leverkusener Chemiekonzern.

Allerdings steht eine Zustimmung der US-Wettbewerbshüter noch aus.

Das Erste zeigt aktuell schon heute Abend um 0:20 Uhr die ursprünglich für den 26. März im Programm vorgesehene Reportage „Mit Glyphosat und Gen-Saat" (WDR) von Michael Heussen und Ingolf Gritschneder.

Es soll die größte Fusion der deutschen Wirtschaftsgeschichte werden: Für unglaubliche 66 Milliarden Dollar will Bayer aus Leverkusen den US-Konzern Monsanto übernehmen. Der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann würde dann den weltweit größten Anbieter für Agrarchemie lenken.

Bayer und Monsanto - ein deutsches Traditionsunternehmen mit solidem Ruf schluckt den amerikanischen Konzern, der den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat herstellt.

Für viele Landwirte ein effektives Mittel; für Kritiker jedoch ein Stoff, der aus ihrer Sicht krebserregend ist. 

In Brüssel wurde der Einsatz von Glyphosat jetzt für weitere fünf Jahre zugelassen.

Allen Bedenken zum Trotz. Bleibt die EU dabei? Das wird sich schon bald zeigen. 

Die Unternehmen setzen weiter auf Chemie in der Landwirtschaft, wenn auch moderner und effektiver als bisher:

„Digital Farming" heißt das Zauberwort. Die digitale Landwirtschaft liefert den Bauern per App alle wichtigen Daten für Aussaat und Ernte direkt aufs Smartphone oder Tablet im Traktor - auch Daten für den Chemieeinsatz. Und natürlich werden dabei die eigenen Produkte beworben und verkauft.

Auf dem Weg zur Fusion lauern große Risiken für die Bayer-Mitarbeiter:

Warum nimmt Bayer-Chef Werner Baumann in Kauf, dass das Negativ-Image von Monsanto auf die Traditionsmarke Bayer abfärbt? Was bedeutet das alles für Verbraucher, für die Bauern - oder gar die Welternährung?

Die Autoren Ingolf Gritschneder und Michael Heussen haben mit Befürwortern und Kritikern der Mega-Fusion gesprochen und in den Forschungslaboren von Monsanto in den USA gedreht.

 In Südamerika und Indien trafen sie Wissenschaftler und Bauern, die bereits eigene Erfahrungen mit Monokulturen, Monsanto-Saatgut und -Pestiziden gemacht haben.

Redaktion: Norbert Hahn, Angela Jaenke (beide WDR)

Den geänderten Programmablauf entnehmen Sie bitte den Seiten http://programm.daserste.de/

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Rückfragen an: WDR  Annette Metzinger,
Tel: 0221/220 7120, E-Mail: annette.metzinger@wdr.de

Tägliche Arbeitsbedingungen des Busfahrers - Krankheitsberuf? http://www.krankheitserfahrungen.de

Medizin am Abend Berlin Fazit: Da vorne sitzt ein Mensch

  • • Was denken wir eigentlich über Busfahrer? Forscher der Hochschule Fresenius legen Studienergebnisse vor 

  • • Details zur Studie und den Erhebungsmethoden und O-Töne von Busfahrern sind im Bericht auf dem Wissenschaftsblog adhibeo abrufbar:  
 Medizin am Abend Berlin Fachlink: Studie

Die gesellschaftliche Bedeutung des Busfahrers ist hoch, dennoch leidet der Beruf unter einem schlechten Image.

  • Gründe dafür sind in erster Linie eine hohe Erwartungshaltung der Fahrgäste und die Mentalität, ihn für Dinge verantwortlich zu machen, für die er nichts kann. 

Auch die so genannte Stellvertreterhaftung ist ein Thema.

Fragt man Busfahrer selbst, bekommt man zur Antwort, dass sie ihren Beruf lieben, aber mit den täglichen Arbeitsbedingungen unzufrieden sind.

Diese Kernaussagen hat ein Forscherteam der Hochschule Fresenius ermittelt.


Die hohe Bedeutung des Busfahrers steht im Widerspruch zu seinem Image
 Die hohe Bedeutung des Busfahrers steht im Widerspruch zu seinem Image

Spontan nach dem Aussteigen aus dem Bus angesprochen, haben viele keine Erinnerung an den Busfahrer.

Die ersten Attribute, die Befragte mit dem Beruf assoziieren, sind unter anderem „unattraktiv“ und „langweilig“. „Diese Einschätzungen überträgt die Gesellschaft auch auf den hinter dem Beruf stehenden Menschen“, berichtet Dr. Sabine Hammer vom Institut für komplexe Gesundheitsforschung an der Hochschule Fresenius. Das Institut hat gemeinsam mit DB Regio Bus im Rahmen der Studie „Meine Arbeit, meine Leistung“ die Rolle des Busfahrers in der Gesellschaft näher untersucht. Es besteht eine Diskrepanz zwischen der gesellschaftlichen Bedeutung des Busfahrers und seinem Ansehen. 574 Befragte bewerteten die gesellschaftliche Bedeutung auf einer Skala von 1 (sehr niedrig) bis 10 (sehr hoch) durchschnittlich mit einem Wert von 7,7. Gar mit einer 9,0 wird die Verantwortung des Busfahrers beurteilt. Demgegenüber steht die mit 4,2 niedrige Einschätzung des Ansehens des Busfahrers.

Woher kommt das? Sabine Hammer: „Mehr als drei Viertel der Befragten haben eine Erwartungshaltung an Dienstleistung und Service, die über die bloße Beförderung hinausgeht. Je mehr sich jemand wünscht, desto eher ist natürlich auch der Punkt der Unzufriedenheit erreicht.“ Außerdem würden Aspekte in den Verantwortungsbereich der Fahrer verlagert, die dort nicht hingehören. Mit dem Ergebnis, dass auch die Arbeitsleistung negativ bewertet wird. Ein Beispiel: Die Befragten wünschen eine optimale „Transportleistung“, also das Anfahren aller Haltestellen und Pünktlichkeit, und geben als Zahl für ihre Erwartung eine 10 an. Die Beurteilung ihrer tatsächlichen persönlichen Erfahrungen liegt mit 7,2 deutlich darunter. „Dabei kann der Busfahrer nur in den seltensten Fällen etwas für eine Verspätung“, sagt Hammer. Diese Haltung zieht sich auch durch andere Bereiche, sogar für Ausstattung und Zustand des Fahrzeugs wird der Fahrer verantwortlich gemacht. „Er wird ziemlich unreflektiert stellvertretend in die Haftung genommen. Wer der eigentliche Verursacher ist – oft genug die Fahrgäste selbst – wird nicht in Erwägung gezogen“, ergänzt Hammer.

Resultat sei häufig ein respektloser Umgang mit den Fahrern. Mit der mangelnden Wertschätzung haben die Busfahrer ein großes Problem, sie fühlen sich herabgestuft. 

  „Es wäre schön, als Mensch wahrgenommen zu werden“, lautet deshalb ein großer Wunsch der Berufsgruppe.

Im Rahmen der Selbstwahrnehmung der Busfahrer haben die Forscher der Hochschule Fresenius außerdem ermittelt, dass diese sich stark mit ihrem Beruf identifizieren und ihn grundsätzlich gerne ausüben. Demgegenüber steht aber eine große Unzufriedenheit mit den täglichen Arbeitsbedingungen und Erlebnissen. Auf einer Skala von 1 (sehr unzufrieden) bis 10 (sehr zufrieden) bewerten 323 Befragte ihre Arbeitszufriedenheit mit einem Mittelwert von gerade einmal 4,7. „In den persönlichen Interviews mit den Busfahrern wurde deutlich, dass sie eine Reihe von Umständen als belastend und beanspruchend wahrnehmen“, so Hammer. Beim Detailblick fällt die Zufriedenheit mit dem Gehalt am schlechtesten aus (Mittelwert: 3,3).

Auch die beruflichen Perspektiven, die Arbeitszeiten und Pausenregelungen werden mit einer 4,0 eher schlecht bewertet.  

Häufige Schichtwechsel führen beispielsweise zu Schlafstörungen. 

Ebenso unregelmäßig seien die Essenszeiten. 

Gepaart mit dem Bewegungsmangel führt das natürlich zu Übergewicht, Rückenschmerzen und insgesamt zu einem reduzierten Wohlbefinden. 

 „Die Forschungsergebnisse sind für uns als Arbeitgeber sehr aufschlussreich.

Uns liegen jetzt erstmals zu wichtigen Kernthemen belastbare Daten vor.

Auf der anderen Seite haben wir aber auch viele Erkenntnisse zu den so genannten weichen Faktoren gewonnen“ sagt Siegfried Moog, Leiter Personal DB Regio Bus.

„Daraus ergeben sich Anhaltspunkte dafür, an welchen Stellen wir etwas verändern müssen.“

Prof. Dr. Christian T. Haas, Leiter des Institutes für komplexe Gesundheitsforschung, nimmt die Gesellschaft in die Pflicht:

„Wichtig ist ein verändertes Bild vom Beruf des Busfahrers.

Wir alle müssen daran arbeiten, die Diskrepanz zwischen Bedeutung und Image zu beseitigen und eine Atmosphäre des respektvollen Umgangs und der Anerkennung der Leistung zu etablieren. Davon profitieren wir alle.“

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Heute: Dein Frühlingsanfang mit Online-Dating Portal....

Medizin am Abend Berlin Fazit: Die Flirtsaison beginnt: Tipps für den Umgang mit Online-Dating-Portalen

Am 20. März ist Frühlingsanfang. 

Mit den ersten Sonnenstrahlen suchen viele Singles wieder verstärkt nach einem Partner. 

So verzeichnen Online-Dating-Portale in der Frühlingszeit deutlich mehr neue Registrierungen als in der Winterzeit. 

Was sich die Nutzer von den jeweiligen Plattformen erhoffen, hat Prof. Dr. Wera Aretz, Studiendekanin für Wirtschaftspsychologie (B.Sc.) und Leiterin der Psychology School an der Hochschule Fresenius in Köln, in einer Studie untersucht. 
 
Im Frühjahr sind wieder mehr Singles auf der Suche nach einem passenden Partner – oft auch im Internet.

Doch jeder Single hat andere Absichten: Der eine sehnt sich nach einer langfristigen Beziehung, der andere möchte nur ein kurzfristiges, amouröses Abenteuer. Und die Menge an Online-Dating-Portalen, die ihre Dienste auf dem Markt anbieten, ist groß. Allein in Deutschland stehen mittlerweile schätzungsweise weit mehr als 2.500 Dating-Websites und Applikationen für Smartphone-Betriebssysteme zur Verfügung. Wer nutzt welche der zahlreichen Plattformen? Gibt es bestimmte Aspekte, auf die man beim Online-Dating achten sollte? Diesen Fragen ist Prof. Dr. Wera Aretz in ihren Untersuchungen nachgegangen. Ziel ihrer aktuellen Studie war es, erste empirische Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob sich die Nutzer verschiedener Online-Dating-Angebote unterscheiden und inwieweit klassische Ablauf- oder Nutzungselemente zwischen verschiedenen Online-Dating-Angeboten differieren. Dazu wurden 143 Online-Dating-Nutzer und 342 Nicht-Nutzer online befragt.

Die Ergebnisse: Wer nutzt was? Der typische Nutzer von Online-Partnervermittlungen wie z.B. ElitePartner oder Parship ist älter als die übrigen Nutzer und hat häufig bereits ein Kind. Das Hauptmotiv der Nutzung besteht hier darin, eine feste Beziehung zu finden.

Jüngere Menschen hingegen nutzen eher Online-Kontaktbörsen wie finya, Neu.de oder Lovescout24.

  • Ein Großteil der Befragten gab auch hier an, auf der Suche nach einer festen Partnerschaft zu sein. Ebenfalls sind die Motive des Flirtens und des Zeitvertreibs vergleichsweise hoch bewertet. Bei Social-Dating-Nutzern (z.B. Tinder, Lovoo, Badoo) handelt es sich um die jüngste Nutzergruppe, die ihren Aufenthalt in dem Online-Portal zumeist als Zeitvertreib sieht. Genauer gesagt geht es ihr um das Betrachten von Fotos und das Erzielen von Selbstbestätigung durch den Erhalt einer möglichst hohen Anzahl von Matches (Aretz, 2015).

Worauf wird geachtet?
Was die Auswahl der auf Online-Plattformen zahlreich dargebotenen Profile anbelangt, konnte gezeigt werden, dass das Foto über alle Online-Dating-Angebote hinweg den stärksten Einfluss auf die Auswahl ausübt. Im Geschlechtsvergleich weisen Frauen eine insgesamt kritischere Haltung bei der Profilauswahl auf und entscheiden sich auf Basis mehrerer Angaben für oder gegen eine Person. So messen sie beispielsweise der Körpergröße des Mannes, statusrelevanten Informationen und gemeinsamen Interessen eine höhere Bedeutung bei, als dies umgekehrt bei Männern der Fall ist.

„Die Ergebnisse unserer Untersuchungen zeigen, dass man zunächst gut überlegen sollte, für welchen Anbieter man sich entscheidet. Denn die Nutzungsabsichten sind hier sehr unterschiedlich“, so Prof. Dr. Wera Aretz. „Ein wichtiges Entscheidungskriterium ist das Foto“, führt die Psychologieprofessorin weiter fort. „Das sollte man bei der Wahl des entsprechenden Bildes beachten. Es sollte jedoch nicht zu sehr die Realität verfälschen, möchte man sich doch irgendwann auch von Angesicht zu Angesicht kennenlernen“.

Lesen Sie den gesamten Beitrag mit dem Titel „Date me-up: Ein Vergleich von Online- Dating-Portalen unter Berücksichtigung typischer Nutzergruppen und klassischer Ablaufphasen des Online-Datings“ mit allen Literaturangaben hier: 

http://journal-bmp.de/2017/12/date-me-up-ein-vergleich-von-online-dating-portale...

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Herzkrank und in die Berge.....?

Medizin am Abend Berlin Fazit: In die Berge trotz Herzerkrankung?

Bewegung in den Bergen ist ein gutes Mittel, kardiovaskuläre Krankheiten vorzubeugen, darin sind Kardiologen sich einig. 

Doch was gilt für Menschen, die bereits an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden? 

Unter welchen Umständen dürfen sie sich im Hochgebirge aufhalten und welche Verhaltensregeln sollten sie befolgen? 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Nachtarbeit  
 
Unter Führung des Kardiologen Gianfranco Parati, Professor an der Universität Bicocca und Leiter des Istituto Auxologico in Mailand hat ein Expertenteam zahlreiche Studien ausgewertet, die untersuchen, wie sich Höhenlagen über 2.500 m auf die häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken.

Die detaillierten Empfehlungen für Herz-Kreislauf-Patienten, die die Mediziner daraus ableiten, wurden kürzlich im renommierten European Heart Journal veröffentlicht. An der Studie beteiligt war auch Hermann Brugger, Leiter des Instituts für Alpine Notfallmedizin von Eurac Research in Bozen.

Ab einer Höhenlage von etwa 2.500 m steigt die körperliche Belastung: Die Luft enthält weniger Sauerstoff, dies führt zu einer erhöhten Atemfrequenz und zu einem Blutdruckanstieg, das Herz-Kreislaufsystem wird somit besonders beansprucht.
Gerade für Menschen, die an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder an einer koronaren Herzkrankheit leiden, oder die vor kurzem einen Herzinfarkt erlitten haben, ist in den Bergen große Vorsicht geboten.

Auf das Bergwandern gänzlich verzichten muss der Patient allerdings nur bei sehr schweren Herzerkrankungen“, meint Hermann Brugger, Höhenmediziner von Eurac Research und Präsident der Internationalen Gesellschaft für Alpinmedizin. „Vorausgesetzt er hält sich an die entsprechenden Weisungen, kann er Vieles machen und bestenfalls seinen Gesundheitszustand sogar verbessern“.

„Um einen sicheren Aufstieg auch Herzpatienten zu gewährleisten, muss der Patient die Tour umsichtig planen, wobei Zeit und Tourenziel aufeinander abgestimmt sein sollten.

Gemeinsam mit dem Hausarzt müssen alle Vorkehrungen auf den Patienten individuell abgestimmt und die notwendigen Untersuchungen durchgeführt werden, um möglicherweise unerkannte Herzkrankheiten auszuschließen und eine optimale medikamentöse Behandlung sicherzustellen“, ergänzt Gianfranco Parati, der die Auswertung geleitet hat.

Bei einer koronaren Herzkrankheit beispielsweise, bei der die Herzkranzgefäße verengt sind und der Herzmuskel mit weniger Sauerstoff versorgt wird, empfehlen die Experten, bestimmte maximale Höhenlagen nicht zu überschreiten. 

Bei einer leichten koronaren Herzkrankheit sind dies 4.200 Höhenmeter, bei einer mittleren bis zu 2.500 Höhenmeter. 

Leidet der Patient allerdings an einer schweren koronaren Herzkrankheit, empfehlen Experten, auf das Bergwandern ganz zu verzichten.

  • Auch die Einnahme der richtigen Medikamente sei grundlegend, betonen die beiden Experten. 

„Blutdrucksenker wirken häufig harntreibend, sie entlasten das Blut von Salz und Wasser, was das Blutvolumen verringert und folglich den Blutdruck senkt. 

  • In den Bergen muss man mit diesen Mitteln jedoch vorsichtig sein: Durch die erhöhte Anstrengung und Transpiration verliert der Körper mehr Flüssigkeit – es besteht die Gefahr, auszutrocknen“, erklärt Brugger.
  • Patienten, die an mittelschwerem bis schwerem Bluthochdruck leiden, wird außerdem empfohlen, ihre Blutdruck-Werte vor und während des Aufenthalts im Gebirge regelmäßig zu überprüfen.

Befolgt der Patient alle Empfehlungen, kann sich das Bergwandern sehr positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken, ihn verlangsamen und in manchen Fällen sogar aufhalten.

„Auch der Psyche von Herz-Kreislauf-Patienten kommt das Bergwandern zugute. 

Die Gewissheit, trotz Herz-Kreislauf-Erkrankung ein Maß an Freiheit und Eigenständigkeit zu bewahren, steigert das Selbstbewusstsein und das Wohlbefinden des Patienten erheblich“, erklärt Brugger.

Entstanden sind die Empfehlungen aus der systematischen Auswertung aller Studien zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Höhenexposition. Experten der führenden Europäischen und Italienischen Gesellschaften für Kardiologie und Hypertonie (Bluthochdruck) sowie der Internationalen und Italienischen Gesellschaft für Höhenmedizin evaluierten die Studienergebnisse und verfassten die Empfehlungen.

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Sara Senoner Eurac Research

Viale Druso/Drususallee 1
39100 Bolzano/Bozen
Italien 
Sara Senoner
Telefon: +390471055023
E-Mail-Adresse: sara.senoner@eurac.edu

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehx720

Diagnostik von Brustkrebs: Vermeidung von Kontrollbiopsien

Medizin am Abend Berlin Fazit: Brustkrebs: Wie bildgebende Verfahren unnötige Biopsien vermeiden können

Die Diagnostik von Brustkrebs zu verbessern ist das erklärte Ziel eines Forscherteams vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.
Die Wissenschaftler kombinieren eine Weiterentwicklung der diffusionsgewichteten Magnetresonanztomografie mit intelligenten Bildanalyseverfahren, um bösartige Veränderungen im Gewebe aufzuspüren. 
Diese Methode könnte künftig viele Kontrollbiopsien nach einem auffälligen Mammographie-Befund ersparen, wie die Wissenschaftler in einer von der Dietmar Hopp-Stiftung geförderten Studie belegen. 

Das verspricht eine gravierende Verbesserung für die Diagnose von Brustkrebs.
 http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2018/bilder/Abbildung_maligne.jpg
Quelle: Bickelhaupt/DKFZ
 
Die Mammographie zählt zu den wichtigsten Methoden zur Früherkennung von Brustkrebs.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Private Krankenversicherung  

Sie kann Veränderungen im Gewebe sichtbar machen. Daher unterziehen sich jedes Jahr rund 2,8 Millionen Frauen in Deutschland im Rahmen eines Mammographie-Screenings dieser speziellen Röntgenuntersuchung der Brust.

Doch die Ergebnisse sind nicht immer einfach zu interpretieren. Etwa jede zwanzigste Frau, die am Screening teilnimmt, muss deshalb mit einem auffälligen Befund rechnen. Erhärtet sich daraufhin der Verdacht, schlagen Ärzte in der Regel vor, eine Gewebeprobe (Biopsie) zu entnehmen.

  • „Das betrifft jährlich fast knapp 35.000 Frauen, doch nur bei rund der Hälfte von ihnen findet sich tatsächlich ein bösartiger Tumor“, sagt Sebastian Bickelhaupt vom Deutschen Krebsforschungszentrum.
Der Radiologe hat sich daher gemeinsam mit seinen Kollegen daran gemacht, die diffusionsgewichtete Magnetresonanz-Tomografie (MRT) für die Untersuchung der weiblichen Brust zu optimieren und mit intelligenten computerbasierten Bildanalyseverfahren zu verbinden.

Mit der diffusionsgewichteten MRT lässt sich die Bewegung der Wassermoleküle im Gewebe sichtbar machen und mit Hilfe eines Computeralgorithmus beobachten. Bösartige Tumoren verändern die Gewebestruktur, was sich auf die Bewegungsmuster der Wassermoleküle auswirkt. 
 
Dieser Zusammenhang wiederum könnte sich für die Früherkennung von Brustkrebs nutzen lassen – ohne Gewebeproben entnehmen zu müssen, und ohne den Körper mit Kontrastmitteln zu belasten.

„Ziel ist es, einen besseren nicht-invasiven Einblick in das Körpergewebe zu erlangen und damit den Radiologen neben den weiterhin wichtigen Standardverfahren zusätzliche Gewebeinformationen für die klinische Beurteilung zur Verfügung zu stellen“, erklärt Sebastian Bickelhaupt.

Jetzt belegen die DKFZ-Wissenschaftler in einer von der Dietmar-Hopp-Stiftung geförderten Studie, dass die optimierte diffusionsgewichtete MRT in Kombination mit intelligenten Bildanalyseverfahren tatsächlich zuverlässige Aussagen über bösartige Veränderungen in der Brust erlaubt.

Dazu untersuchten sie insgesamt 222 Frauen, die sich nach einem auffälligen Mammographiebefund einer Biopsie unterziehen sollten. Bevor die Gewebeprobe genommen wurde, analysierten die Forscher das Brustgewebe der Studienteilnehmerinnen mit ihrer neu entwickelten Methode.

Das vielversprechende Ergebnis: Die Zahl der falsch positiven Befunde ließ sich in der Studiengruppe um 70 Prozent reduzieren. Tatsächlich vorhandene bösartige Veränderungen konnten die Wissenschaftler in 60 von 61 Fällen erkennen. 

Das entspricht einer Trefferquote von 98 Prozent und ist vergleichbar mit der Zuverlässigkeit von MRT-Methoden, bei denen Kontrastmittel zum Einsatz kommen.

„Wir werten die Aufnahmen mit Hilfe einer von uns entwickelten, intelligenten Software aus“, erklärt der Informatiker Paul Jäger, der sich mit Bickelhaupt die Erstautorschaft der Studie teilt. „Das macht die Methode weitgehend unabhängig von der Interpretation durch einzelne Ärzte.“ Auf diese Weise lässt sich gewährleisten, dass die Methode an verschiedenen Studienzentren gleichermaßen zuverlässige Ergebnisse erzielt.

In einem nächsten Schritt muss sich die Methode in größeren multizentrischen Studien bewähren, bevor sie routinemäßig in der Klinik Anwendung finden kann. Die Wissenschaftler bauen derzeit die dafür notwendigen Kooperationen auf. „Wenn sich unser Ergebnis in zukünftigen Studien bestätigt, haben wir ein zusätzliches Diagnoseinstrument zur Verfügung, mit dem sich die Früherkennung von Brustkrebs weiter verbessern lässt“, hofft Bickelhaupt.

Sebastian Bickelhaupt, Paul Jaeger, Frederik Bernd Laun, Wolfgang Lederer, Heidi Daniel, Tristan Anselm Kuder, Lorenz Wuesthof, Daniel Paech, David Bonekamp, Alexander Radbruch, Stefan Delorme, Heinz-Peter Schlemmer, Franziska Steudle, Klaus H. Maier-Hein: Radiomics Based on Adapted Diffusion Kurtosis Imaging Helps to Clarify Most Mammographic Findings Suspected of Being Cancer. Radiology, 2018, DOI:10.1148/radiol.2017170723

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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Dr. Sibylle Kohlstädt
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2843
F: +49 6221 42 2968
E-Mail: S.Kohlstaedt@dkfz.de
E-Mail: presse@dkfz.de
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