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Pflege Verantwortung und Beruf

Chef wir müssen reden. 

Mein 81-jähriger Vater ist gestürzt und hat sich die Hüfte gebrochen.” 

Kann jederzeit passieren – und dann? 

Das Landesprogramm Vereinbarkeit von Beruf & Pflege NRW ist genau auf solche Situationen spezialisiert und bietet für solche Fälle sein Know-how an. 

Es unterstützt sowohl Arbeitgebende als auch Arbeitnehmende dabei, Lösungen zur Vereinbarkeit von Beruf und privater Pflegeverantwortung zu schaffen. Aktuell hat das Landesprogramm zwei Videos erarbeitet, in denen die Aufgabe von Pflege-Guides und der „betriebliche Pflegekoffer“, eine Informationssammlung, vorgestellt werden.

Unternehmen begegnen den Herausforderungen des demografischen Wandels mit vielfältigen Aktivitäten. 


Dies gilt auch im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und privater Pflegeaufgabe. Immerhin werden rund 84 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland zuhause von Angehörigen und Bekannten betreut - viele der Helfer sind berüfstätig und müssen Job und Hilfe unter einen Hut bringen. Hier greift das Landesprogramm Vereinbarkeit Beruf & Pflege NRW, das im Kuratorium Deutsche Altershilfe koordiniert wird. Es unterstützt Unternehmen und Mitarbeitende u. a. durch die Entwicklung und Umsetzung tragfähiger Lösungen zur Vereinbarkeit und die Qualifizierung von betrieblichen Pflege-Guides. Bereits mehr als 440 Unternehmen, Betriebe, Organisationen und Behörden nutzen die Möglichkeiten des Landesprogramms und haben die Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege gezeichnet.

Damit stärken sie die Bindung zu ihren Mitarbeitenden, erhalten wertvolle Arbeitszeit und haben Vorteile bei der Rekrutierung.

Betriebliche Pflege-Guides sind Vertrauenspersonen zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Sie werden im Rahmen des Landesprogramms kostenfrei für Unternehmen durch die AOKen Rheinland / Hamburg und NordWest in 2,5 Tagen qualifiziert.

Als Vereinbarkeits-Partner haben sie Zugriff auf das Webportal, das mit relevanten Informationen zu einer pflegefreundlichen Ausrichtung des Unternehmens beiträgt sowie auf den digitalen betrieblichen Pflegekoffer. Hier finden Pflege-Guides, Personalabteilung und Arbeitgeber rasch regional zugeschnittenes Informationsmaterial sowie Tipps rund um Pflege und Unterstützung, die sie auch an die pflegenden Erwerbstätigen weitergeben können.

Die beiden Videos im Youtube-Kanal des Landesprogramms stellen die Pflege-Guides und den betrieblichen Pflegekoffer vor.

Infos und Video zu Pflege-Guides:


Infos: https://kda.de/duerfen-wir-vorstellen-die-pflege-guides-sie-helfen-bei-der-verei...


Video: https://www.youtube.com/watch?v=6ds8b39UyQ4

Infos und Video zum betrieblichen Pflegekoffer:


Infos: https://kda.de/betrieblicher-pflegekoffer-informiert-arbeitgeber-und-arbeitnehme...


Video: https://berufundpflege-nrw.de/beitraege/erklaervideo-was-ist-der-betriebliche-pf...

Das Servicezentrum Pflegevereinbarkeit im Kuratorium Deutsche Altershilfe beantwortet gerne Fragen: berufundpflege@kda.de

Informationen zum Landesprogramm Beruf & Pflege NRW: 


https://berufundpflege-nrw.de/

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Adelheid von Spee und Dr. Sarah Hampel im Landesprogramm Beruf & Pflege NRW im Kuratorium Deutsche Altershilfe:
berufundpflege@kda.de

Originalpublikation:
https://www.youtube.com/watch?v=6ds8b39UyQ4 


Erklärvideo zu Pflege-Guides

https://berufundpflege-nrw.de/beitraege/erklaervideo-was-ist-der-betriebliche-pf... , 


Erklärvideo zum betrieblichen Pflegekoffer
Weitere Informationen finden Sie unter
, Informationen zu Pflege-Guides
, Informationen zum betrieblichen Pflegekoffer

Hormone und deren Wirkung

Die Wirkung eines Hormons im Körper ist stark abhängig von seiner Konzentration im Blut

Diese Blutplasmakonzentration wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst:

 

Pulsatile Sekretion:

  • Amplitude der Sekretionspulse: Je größer die Amplitude, desto mehr Hormon wird freigesetzt
  • Anzahl der Sekretionspulse: Mehr Episoden der Freisetzung führen zu einer erhöhten Hormonausschüttung

 

Endogene Rhythmen:

  • z.B. der zirkadiane Rhythmus, der den Tag-Nacht-Zyklus des Körpers widerspiegelt

 

Feedback-Regelkreise / Rückkopplungsregelkreise:

  • Ein Hormon kann seine eigene Ausschüttung beeinflussen:
    • Bei positiver Rückkopplung wird die Freisetzung angeregt.
    • Bei negativer Rückkopplung wird die Freisetzung gehemmt.
  • Beispiel: Die Sekretion der Schilddrüsenhormone  über die Hypothalamus-Hypophysen-Achse wird durch eine negative Rückkopplung beeinflusst. TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon) wird vom  Hypothalamus ausgeschüttet und stimuliert die Hypophyse zur Bildung von TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon). TSH regt die Schilddrüse zur Bildung von T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) an, die im peripheren Gewebe wirken. Hohe T3- und T4-Konzentrationen hemmen über eine negative Rückkopplung die Ausschüttung von TSH und TRH.

Diabetesbedingte Nierenerkrankunh

Forschende der Universitätsmedizin Leipzig haben einen neuen Mechanismus entschlüsselt, der eine zentrale Rolle in der Entwicklung der diabetesbedingten Nierenerkrankung spielt. 

Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht ein Gerinnungsprotein. 

Dieses ist bereits im frühen Stadium der Erkrankung in Urinproben Betroffener nachweisbar und kann als Marker für die Diagnose dienen. 

Seine Konzentration lässt Rückschlüsse auf die Schwere der Erkrankung zu. 

Ein neuer Behandlungsansatz könnte in der gezielten Hemmung dieses Gerinnungsproteins bestehen. 

Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten die Wissenschaftler:innen im renommierten Fachjournal Nature Communications.

Die diabetische Nierenerkrankung – eine Begleiterkrankung des Diabetes – gilt als die weltweit häufigste Ursache für chronische Nierenerkrankungen und Nierenversagen. 

Sie geht mit Veränderungen der Struktur sowie der Funktionen der Niere einher und führt schließlich zu Nierenschäden.

Signalmechanismus löst oxidativen Stress aus

Ein Forschungsteam der Universitätsmedizin Leipzig konnte nun einen Signalmechanismus identifizieren, der die Schädigung der Nierenzellen verursacht. Daran beteiligt ist der Gerinnungsfaktor FXII (F12), auch Hageman-Faktor genannt.


 „Dieser wird bei erhöhtem Blutzucker vermehrt im Körper gebildet”, erläutert Ahmed Elwakiel, Erstautor der Studie und Wissenschaftler an der Universitätsmedizin Leipzig. 


Unabhängig von seiner normalen Funktion in der Blutgerinnung entfaltet FXII an den tubulären Epithelzellen der Nieren eine andere Wirkung: 

Über einen Rezeptormechanismus bildet er mit zwei weiteren Proteinen, die unterschiedliche Funktionen im Körper haben, einen Komplex, der wie ein molekularer An-Aus-Schalter funktioniert. Dieser gibt das Signal, vermehrt freie Sauerstoff-Radikale zu bilden. 

Oxidativer Stress und DNA-Schädigung der Zelle sind das Ergebnis.


 „Anders als normalerweise in der Zellkommunikation bleibt der Schalter jedoch an, es gibt keine Pause”, so Ahmed Elwakiel. Auf Dauer kann der kontinuierlich zunehmende Schaden weder aufgefangen noch repariert werden. 

Die Niere funktioniert dann nicht mehr richtig. 

Mit der Zeit verschlimmert sich das Problem.

Gerinnungsfaktor als diagnostischer Marker geeignet

„In unserer Studie zeigen wir, dass FXII auch im Urin von Diabetes-Patientinnen und -Patienten mit Nierenerkrankung nachweisbar ist”, erläutert Prof. Dr. Berend Isermann, Senior-Autor der aktuellen Publikation. „Dabei korreliert die FXII-Konzentration mit der Schwere der Erkrankung: umso höher der Wert, desto mehr ist die Niere bereits geschädigt. 

Daher eignet sich der Wert als diagnostischer Marker”, so der Leiter des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik. Bereits im Anfangsstadium sei FXII nachweisbar und somit auch ein wichtiger Indikator für die Erfolgsaussichten einer Behandlung.

Für das Vorkommen von FXII im menschlichen Organismus und sein Zusammenspiel mit der Diabetes-Erkrankung analysierten die Forscher:innen klinische Werte, Nieren-Biopsien sowie Urinproben mehrerer menschlicher Kohorten: darunter aus der LIFE Adult-Studie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig sowie der HEIST-DiC-Kohorte der Universität Heidelberg.

Möglicher Therapie-Ansatz

Auch im Mausmodell zeigte sich der Zusammenhang zwischen FXII und der Beeinträchtigung der Nierenfunktion deutlich: Hierfür verglichen die Wissenschaftler:innen die Nierenfunktion von diabetischen Mäusen, die FXII bildeten, mit Mäusen, in denen sie die Herstellung von FXII vorübergehend blockiert hatten. „Die Nierenfunktion der Mäuse, die FXII bildeten, war deutlich schlechter”, so Elwakiel. Auch eine Hemmung der FXII-Herstellung nach Nierenschädigung konnte die Nierenfunktion weitgehend verbessern. Somit könnte der von den Wissenschaftlern entdeckte Ansatz auch bei bereits etabliertem Nierenschaden einen heilenden Effekt haben. „Eine weitere Herangehensweise ist, die Bildung des gesamten signalauslösenden Komplexes zu verhindern”, so der Pharmakologe. In in-vitro-Zellexperimenten konnte der Mechanismus so gestoppt werden.

Negative Nebenwirkungen auf die Blutgerinnung durch die Hemmung von FXII seien nicht zu erwarten, so die Autor:innen der Studie. „Der Organismus verfügt über verschiedene Blutgerinnungsfaktoren, er braucht FXII nicht unbedingt. 

Aus anderen Studien wissen wir, dass seine Hemmung keine verstärkten Blutungen zur Folge hat”, so Elwakiel.

Birgit Pfeiffer

MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT

Ahmed Elwakiel, M.Sc.
Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik
Universitätsklinikum Leipzig
Tel.: 0341-9722372
ahmed.elwakiel@medizin.uni-leipzig.de

Prof. Dr. med. Berend Isermann
Professor für Labormedizin, Universität Leipzig
Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik,
Universitätsklinikum Leipzig
Telefon: 0341-9722200
E-Mail: berend.isermann@medizin.uni-leipzig.de

Originalpublikation:
Originalpublikation: Elwakiel, A., Gupta, D., Rana, R. et al. Factor XII signaling via uPAR-integrin β1 axis promotes tubular senescence in diabetic kidney disease. Nat Commun 15, 7963 (2024). 

https://doi.org/10.1038/s41467-024-52214-8

Die Uebernahme und Unterstuetzung bei der Pflege

Fast ein Viertel (23,1 %) der 43- bis 65-Jährigen in Deutschland hat im Jahr 2023 regelmäßig eine oder mehrere Personen aufgrund von Gesundheitsproblemen unterstützt oder gepflegt – das sind fast 5,5 Millionen Menschen. 

Diese Übernahme von Unterstützung und Pflege ist nicht nur für viele emotional belastend, sondern hat langfristig negative Auswirkungen auf die Erwerbtätigkeit und somit auch auf die Alterssicherung Angehöriger.

Umso wichtiger wäre es, wenn die verschiedenen politischen Maßnahmen zur Vereinbarkeit, wie beispielweise die Pflegezeit oder Familienpflegezeit, von den Betroffenen in Anspruch genommen würden. Die Analysen auf Basis des Deutschen Alterssurveys zeigen jedoch, dass dies nur auf knapp vier Prozent der Befragten zutrifft. Untersucht wurde daher weiter, was die Gründe für die Nichtinanspruchnahme sind: Mehr als jeder/jedem Fünften sind die Angebote nicht bekannt (21,8 Prozent), und 16,4 Prozent der Befragten geben an, keinen Anspruch zu haben, knapp jede/r Zehnte befürchtet den bürokratischen Aufwand (9,7 Prozent). Doch überraschend ist vor allem der sehr große Anteil der Befragten, die angeben, dass sie diese Angebote nicht benötigen (61,6 Prozent).

Aus diesen Ergebnissen lassen sich mögliche Maßnahmen ableiten, um mehr Menschen zu erreichen: Die existierenden Angebote müssen bekannter gemacht werden, der Kreis Anspruchsberechtigter sollte erweitert werden, und im Hinblick auf die finanziellen Nachteile sollte eine Abkehr vom zinslosen Darlehen im Rahmen der Pflegezeit, der Familienpflegezeit und der Begleitung in der letzten Lebensphase erfolgen und eine Entgeltersatzleistung eingeführt werden. Zudem könnten berufliche Nachteile reduziert werden, indem die Anspruchsdauern den Pflegerealitäten angepasst werden.

Zum meist genannten Grund für die Nichtinanspruchnahme erläutert Dr. Ulrike Ehrlich: „Bei den knapp 62 Prozent, die angeben, die Angebote nicht zu benötigen, stellt sich die Frage, ob tatsächlich keine Unterstützung gewünscht ist oder ob die Maßnahmen die tatsächlichen Bedürfnisse der Pflegenden zu wenig berücksichtigen. Zu vermuten ist, dass die zeitlichen Freiräume, die die Gesetze bieten, durchaus erforderlich sind, um Pflege mit Erwerbstätigkeit vereinbaren zu können. Doch möglicherweise nehmen pflegende Angehörige Arbeitszeitanpassungen nicht im Rahmen des Pflegezeitgesetzes oder des Familienpflegezeitgesetzes vor, sondern z. B. durch innerbetriebliche Aushandlungen. Als nicht nötig werden die Maßnahmen dann vielleicht deshalb eingeschätzt, weil die finanziellen Vorteile gegenüber anderen Regelungen gering sind, denn das Darlehen im Rahmen dieser Gesetze gleicht den Verdienstausfall nur zur Hälfte aus und muss nach der Freistellung zurückgezahlt werden.“

Die detaillierten Ergebnisse sind nachzulesen in: Ehrlich, U., Bünning, M., & Kelle, N. (2024). Doppelbelastung ohne Entlastung? Herausforderungen und gesetzliche Maßnahmen für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in einer alternden Gesellschaft [DZA Aktuell 03/2024]. Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen. 

https://doi.org/10.60922/a3f4-7758

Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) ist eine repräsentative Quer- und Längsschnittbefragung von Personen in der zweiten Lebenshälfte. Im Rahmen der Studie werden seit beinahe drei Jahrzehnten Menschen auf ihrem Weg ins höhere und hohe Alter regelmäßig befragt. Der Deutsche Alterssurvey wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

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Dr. Ulrike Ehrlich
https://www.dza.de/ueber-uns/mitarbeiterinnen/profilseite/ehrlich-ulrike


ulrike.ehrlich@dza.de

Originalpublikation:
Ehrlich, U., Bünning, M., & Kelle, N. (2024). Doppelbelastung ohne Entlastung? Herausforderungen und gesetzliche Maßnahmen für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in einer alternden Gesellschaft [DZA Aktuell 03/2024]. Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen. https://doi.org/10.60922/a3f4-7758

Welche Reha passt zu Ihnen ....

Informationsangebot reha-passt.de für Versicherte und Gesundheitsfachkräfte

Die Website reha-passt.de will den Zugang zur medizinischen Rehabilitation erleichtern und Versicherten eine aktive Mitgestaltung ihrer Reha ermöglichen. Im Fokus stehen psychische Belastungen. Online-Fragebogen für die Evaluation steht seit dem 11. Oktober zur Verfügung.

Ein einfacher Zugang zur medizinischen Rehabilitation und eine leichte Orientierung im breiten Angebotsspektrum sind für Patientinnen und Patienten wichtige Voraussetzungen, um die vielfältigen Rehabilitationsangebote der Deutschen Rentenversicherung nutzen zu können. Vor diesem Hintergrund präsentiert das Forschungsprojekt „Reha passt“ des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) ab Oktober 2024 eine neue multimediale Website: reha-passt.de. Die Arbeitsgruppe Rehabilitationswissenschaften am Zentrum für Psychische Gesundheit (ZEP) hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein leicht zugängliches Informationsangebot für Reha-Bedürftige mit psychischen (Begleit-)Erkrankungen oder beruflichen Problemen zu entwickeln und zu erproben. Auch Gesundheitsfachkräfte aus der Allgemeinmedizin und Psychotherapie finden hier wertvolle Informationen für die Beratung ihrer Patientinnen und Patienten.

Verhaltensmedizinisch orientierte Reha (VOR) und medizinisch-beruflich orientierte Reha (MBOR)

Die Webseite bietet Informationen rund um die medizinische Rehabilitation. Insbesondere werden die innovativen Konzepte der verhaltensmedizinisch orientierten Rehabilitation (VOR) und der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR) vorgestellt. Ein Schwerpunkt liegt auf Menschen mit psychischen Belastungen, da diese – oft in Kombination mit beruflichen Belastungen - zunehmend Anlass für Rehabilitationsanträge sind. Bei der Aufbereitung der Inhalte wird besonderer Wert auf eine multimediale und leicht zugängliche Darstellung gelegt, so gibt es unter anderem einen Selbsttest und kurze Erklärvideos. Dadurch soll die Gesundheitskompetenz der breiten Zielgruppe potenzieller Rehabilitandinnen und Rehabilitanden gefördert werden.

„Mit 'Reha passt' verfolgen wir das Ziel, dass Versicherte ihre Rehabilitation aktiv mitgestalten können und über die notwendigen Informationen verfügen. Sie sollen fundierte Entscheidungen über die für sie passende Reha-Form treffen können", erklärt Prof. Dr. Heiner Vogel, Leiter der AG Rehabilitationswissenschaften des UKW. „Die Website wird nicht nur den Versicherten, sondern auch den Fachkräften in den Rehabilitationseinrichtungen sowie den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten als wertvolles Informationstool zu den verschiedenen Reha-Formen dienen.“

Seit dem  11. Oktober gibt es einen Online-Fragebogen für die Evaluation der Website reha-passt.de

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist auch die Evaluation des Informationsangebots. Es soll überprüft werden, wie sie von den verschiedenen Nutzergruppen angenommen wird, wie praktikabel und nützlich sie ist, und ob die Gesundheitskompetenz der Versicherten mit der Website verbessert werden kann. Dazu werden ab dem 11. Oktober 2024 alle Besucherinnen und Besucher der Website – sowohl Gesundheitsfachkräfte als auch Patientinnen und Patienten – eingeladen, die Seite mittels eines Online-Fragebogens zu bewerten. Die Ergebnisse der Befragung ermöglichen eine zielgruppenorientierte Weiterentwicklung des Internetportals.

Das Projekt wird durch die Deutsche Rentenversicherung Bund von Januar 2023 bis Dezember 2025 gefördert.

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Dr. Matthias Lukasczik, Universitätsklinikum Würzburg
Arbeitsgruppe Rehabilitationswissenschaften im Zentrum für Psychische Gesundheit
Kontakt@reha-passt.die


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Dopamin

Verlangsamte Bewegung, Zittern, steife Muskeln: Symptome, die für eine Parkinson-Erkrankung typisch sind. 

Verantwortlich ist der Verlust des auch als Glückshormon bekannten Botenstoffes Dopamin, der zum Übermitteln von Hirnsignalen beiträgt. In der Therapie von Parkinson wird er medikamentös ersetzt, oft begleitet von Nebenwirkungen. Elektrische Impulse können die Wirkung des Dopamins nachahmen, wie Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin jetzt zeigen konnten. In der Fachzeitschrift Brain* beschreiben sie den Einfluss des Botenstoffes auf Hirnnetzwerke, die die Absicht einer Bewegung weiterleiten. Ziel ist es, die tiefe Hirnstimulation weiterzuentwickeln.

Charité-Forschende entschlüsseln Signale, die willentlichen Bewegungen vorausgehen

Was passiert im Gehirn in den Sekunden, bevor sich ein Arm hebt oder eine Hand schließt? Welche Rolle hat der Botenstoff Dopamin bei der Kommunikation der verantwortlichen Hirnschaltkreise? Und ließe sich möglicherweise durch eine gezielte Stimulation von Hirnarealen der Effekt von Dopamin nachempfinden? Diese Fragen stellte sich ein Forschungsteam um die Neurowissenschafter:innen Prof. Andrea Kühn, Prof. John-Dylan Haynes und Prof. Wolf-Julian Neumann an der Charité.


Im Sonderforschungsbereich ReTune unter Federführung des Nachwuchswissenschaftlers Richard Köhler sowie gemeinsam mit internationalen Kolleg:innen arbeitet das Team daran, die Behandlung von Patient:innen mit Bewegungsstörungen durch tiefe Hirnstimulation voranzubringen. Hierbei werden feine Elektroden ins Gehirn eingesetzt. Sie senden elektrische Impulse an Nervenzellen, die bestimmte Bewegungen beeinflussen. Realisiert werden die dazu notwendigen neurochirurgischen Eingriffe unter anderem an der Charité.

Ein Schlüsselsymptom der Parkinson-Erkrankung ist der Verlust der Fähigkeit, Bewegungen willentlich auszulösen. Erkrankte führen Bewegungen daher nur verlangsamt aus. Man nennt dies Akinese. Zurückzuführen ist die Störung auf einen Mangel des Neurotransmitters Dopamin. Seine Aufgabe ist es, Informationen im Gehirn weiterzuleiten. „Das Dopaminsystem ist essenziell für menschliches Verhalten, für Gefühlswahrnehmungen oder das Ansprechen auf Belohnungen, aber auch für das Planen und Durchführen von Bewegungen“, erklärt Studienleiter Wolf-Julian Neumann. „Auf welche Weise der Botenstoff Einfluss auf die Absicht nimmt, eine Bewegung anzustoßen und inwiefern die tiefe Hirnstimulation diesen Effekt nachahmen kann, war bisher nicht bekannt.“ Diese entscheidende Wissenslücke wollten die Forschenden schließen und den Weg für neue Therapieverfahren bahnen.

Maschinelles Lernen hilft beim „Gedankenlesen“

Parkinson ist die am schnellsten zunehmende Hirnerkrankung weltweit. Betroffene sind in ihrer Lebensqualität deutlich eingeschränkt, eine Heilung gibt es nicht. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Medikamenten, die das fehlende Dopamin ersetzen. Nach einigen Jahren lässt die Wirkung jedoch nach und stark beeinträchtigende Nebenwirkungen stellen sich ein. Für einige Patient:innen kommt in dieser Situation eine tiefe Hirnstimulation infrage. Um das Verfahren noch wirkungsvoller und präziser zu gestalten, haben die Neurowissenschaftler:innen dort angesetzt, wo Bewegungen entstehen, und untersucht, wie sie im Gehirn vorbereitet werden.

„Wir haben uns eine Kombination recht außergewöhnlicher Methoden zunutze gemacht“, erklärt Andrea Kühn. „Bei Parkinson-Patient:innen, die sich einer neurochirurgischen Operation zur tiefen Hirnstimulation unterzogen hatten, haben wir Hirnsignale von Bewegung auslösenden Arealen der Hirnrinde und aus der Tiefe des Gehirns gemessen, während sie bewusste Bewegungen durchführten. Diese Hirnsignale haben wir anschließend über eine Gehirn-Computer-Schnittstelle und mit Methoden des Maschinellen Lernens ausgelesen.“ So war es möglich, eine Bewegungsabsicht sehr früh, noch vor der eigentlichen Muskelaktivierung, aufzuspüren. Ohne den Einsatz der insgesamt 25 Patient:innen wäre eine solche Studie nicht möglich gewesen. Das Forschungsteam dankt ihnen daher ausdrücklich.

Bereits Sekunden vor der eigentlichen Aktion konnten die Forschenden die Absicht zu einer Bewegung entschlüsseln. Um dem Einfluss von Dopamin auf die Spur zu kommen, wiederholten sie den Vorgang vor und nach einer Gabe des Botenstoffes – mit erstaunlichem Ergebnis: „Das Dopamin beschleunigt den Prozess von der Bewegungsintention, also dem Zeitpunkt, an dem das Gehirn erstmals anzeigt, dass eine Bewegung in Planung ist, bis zur eigentlichen Durchführung, deutlich. Auch die Frequenz der Hirnsignale ändert sich, was zu einer schnelleren Umsetzung einer Bewegung führt“, so der Hirnforscher John-Dylan Haynes.

Grundlage für intelligente Hirnschrittmacher

Der Verlust von Dopamin beim Parkinson-Syndrom beeinträchtigt die Kommunikation zwischen tiefen Hirnregionen und motorischer Hirnrinde, auch die Kommunikationsfrequenz verschiebt sich. Genau an dieser Stelle setzt das Team therapeutisch an: „Durch gezielte tiefe Hirnstimulation konnten wir den Effekt von Dopamin imitieren. Die Kommunikation im Hirnnetzwerk wurde schneller und die für Parkinson typische Bewegungsverzögerung verkürzte sich“, sagt Wolf-Julian Neumann.

„Das ist besonders spannend, weil wir zukünftig die tiefe Hirnstimulation im Sinne einer intelligenten Gehirn-Computer-Schnittstelle einsetzen könnten“, blickt der Neurowissenschaftler nach vorn. „Sobald der Wille zu einer Bewegung ausgelesen wird, ließe sich mittels elektrischer Impulse der Weg bis zu ihrer Ausführung beschleunigen.“ Solche sogenannten Hirnschaltkreisprothesen können krankhaft veränderte Hirnsignalmuster korrigieren – in diesem Fall Bewegungsabsichten in Echtzeit entschlüsseln und eine Hirnstimulation anstoßen, sobald sich Patient:innen bewegen wollen. Weitere Forschungsarbeiten werden sich anschließen, um die Therapieform weiterzuentwickeln.

*Köhler RM et al. Dopamine and deep brain stimulation accelerate the neural dynamics of volitional action in Parkinson's disease. Brain 2024 Oct 3. doi: 10.1093/brain/awae219.

Über die Studie
Die Untersuchung ist ein zentraler Bestandteil des Sonderforschungsbereiches TRR295 ReTune der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Zusätzlich wurden Wolf-Julian Neumann und Stefan Haufe über den Europäischen Forschungsrat (ERC) unterstützt. Andrea Kühn erhielt eine Förderung durch die Lundbeck Foundation, weiterhin hat das NeuroCure Clinical Research Center zur Umsetzung des Projektes beigetragen.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Wolf-Julian Neumann
Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie
Charité – Universitätsmedizin Berlin
julian.neumann@charite.de

Originalpublikation:
*Köhler RM et al. Dopamine and deep brain stimulation accelerate the neural dynamics of volitional action in Parkinson's disease. Brain 2024 Oct 3. doi: 10.1093/brain/awae219.
Weitere Informationen finden Sie unter
https://academic.oup.com/brain/article/147/10/3358/7703258?login=false
https://neurologie.charite.de/
https://neurochirurgie.charite.de/
https://sfb-retune.de/de/home-de/

Chronische Nierenkrankheiten in der Altersgruppe ab 40 Jahren

Chronische Nierenkrankheiten in der Altersgruppe ab 40 Jahren zwischen 2013-2022 mehr als 60 Prozent häufiger diagnostiziert // Erhöhte Erkrankungshäufigkeit in Ostdeutschland // Inanspruchnahme der Dialyse stagniert

Die Prävalenz diagnostizierter chronischer Nierenkrankheiten ist unter gesetzlich versicherten Patientinnen und Patienten ab 40 Jahren in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Die vertragsärztlichen Abrechnungsdaten zeigen zwischen 2013 und 2022 eine Zunahme von 4,43 auf 7,07 Prozent. Das entspricht einem relativen Anstieg um mehr als 60 Prozent. Insgesamt waren im Jahr 2022 fast 2,94 Millionen Patientinnen und Patienten von einer diagnostizierten chronischen Nierenkrankheit betroffen. Männer zeigten im Jahr 2015 mit 5,56 Prozent eine im Vergleich zu Frauen (3,65 Prozent) um 52 Prozent erhöhte altersstandardisierte Prävalenz. Infolge stärkerer Prävalenzzunahmen bei Frauen im Zeitverlauf ging dieser Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern schrittweise zurück und betrug 32 Prozent im Jahr 2022 (Männer: 7,75 Prozent, Frauen: 5,88 Prozent). Zeitgleich wies die Prävalenz der Dialyseinanspruchnahme keinen Anstieg auf. Im Vergleich zwischen 2013 und 2022 erhöhte sich der Anteil an Personen mit diagnostizierter chronischer Nierenkrankheit mit verschlüsseltem Erkrankungsstadium von 54 auf 76 Prozent. Besonders ausgeprägt war der Anstieg in dem für die Vermeidung einer Dialysebehandlung therapierelevanten Stadium 3, während die Prävalenz der höheren Stadien rückläufig war.

In Ostdeutschland konnte eine erhöhte Prävalenz diagnostizierter Erkrankungen beobachtet werden. So wiesen im Jahr 2022 Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Brandenburg die höchsten Prävalenzwerte auf. Mit Ausnahme von fünf der acht Kreise in Mecklenburg-Vorpommern lagen die Kreise in Ostdeutschland nahezu vollständig im Bereich der höchsten 25 Prozent. Die Zahl dialysepflichtiger Personen veränderte sich über den zehnjährigen Untersuchungszeitraum hingegen wenig. Sie kumulierte sich im Jahr 2022 absolut auf über 86.000 und zeigte damit den im Zeitverlauf niedrigsten Wert (Höchstwert 2018: 89.844), wobei der beobachtete Rückgang auf ein vermehrtes Ausscheiden aus der Dialysebehandlung während der Pandemiejahre zurückging. Im Mittel waren in einem Quartal im Jahr 2022 72.814 Patientinnen und Patienten in Behandlung. Im Verlauf der Beobachtungsjahre ging der Frauenanteil an allen dialysepflichtigen Personen schrittweise von 40,7 Prozent auf 38,4 Prozent zurück.

Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Versorgungsatlas-Studie zu „Trends der Prävalenz diagnostizierter chronischer Nierenkrankheiten und der Inanspruchnahme der Dialyse in der vertragsärztlichen Versorgung“, die das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) heute veröffentlicht hat.

„Die steigende Prävalenz diagnostizierter chronischer Nierenkrankheiten weist darauf hin, dass zuvor unerkannte chronische Nierenkrankheiten bei immer mehr Patientinnen und Patienten im ambulanten Versorgungsalltag erkannt, diagnostiziert und eher frühzeitig behandelt werden. Bei Frauen fällt der Anstieg der Prävalenz besonders ausgeprägt aus. Unter Berücksichtigung deutscher Primärdatenstudien könnte dieser Trend auf ein höheres Maß bisher nicht erkannter Erkrankungen beim weiblichen Geschlecht hindeuten. Starke regionale Prävalenzvariationen zeigen eine erhöhte Erkrankungslast in den ostdeutschen Bundesländern. Die regionale Konzentration erscheint angesichts einer erhöhten regionalen Morbidität durch die wichtigen Risikofaktoren Hypertonie und Diabetes Mellitus Typ 2 in diesen Regionen plausibel. Dies sind für die medizinische Versorgung in den besonders betroffenen Regionen große Herausforderungen. Denn mit einer chronischen Nierenkrankheit gehen oftmals Folge- und Begleiterkrankungen einher, die zusätzliche Anforderungen an die verfügbaren Kapazitäten in den Praxen und Krankenhäusern der Region stellen. Hier sind vor allem die niedergelassenen Haus- und Fachärztinnen und -ärzte als Erstversorgende gefragt. Unsere aktuell ausgewerteten Daten belegen, dass ihnen bundesweit, aber besonders in den nordöstlichen Bundesländern, eine wichtige Lotsen- und Präventionsaufgabe zufällt“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.

Die chronische Nierenkrankheit ist durch eine mindestens drei Monate bestehende Schädigung der Nierenfunktion charakterisiert. Sie kann laborchemisch durch Blut- oder Urinuntersuchungen sowie durch bildgebende bzw. pathologische Untersuchungen des Nierengewebes diagnostiziert werden. Das Risiko für eine chronische Nierenkrankheit nimmt mit steigendem Alter zu. Darüber hinaus gelten in industrialisierten Ländern Diabetes mellitus und Hypertonie als die häufigsten Risikofaktoren. Andere mögliche Ursachen reichen von genetischen Prädispositionen über Nebenwirkungen bestimmter Arzneimittel bis hin zu Autoimmunerkrankungen.

Datengrundlage der heute veröffentlichten Studie waren die bundesweiten pseudonymisierten krankenkassenübergreifenden vertragsärztlichen Abrechnungsdaten gemäß § 295 SGB V. Die Prävalenz diagnostizierter Nierenkrankheiten wurde pro Berichtsjahr (2013 bis 2022) als prozentualer Anteil Erkrankter an der Gesamtpopulation vertragsärztlicher Patientinnen und Patienten ab 40 Jahren im Bund nach Alter und Geschlecht sowie in den Bereichen der Kassenärztlichen Vereinigungen und auf Kreisebene ermittelt.

Weitere Informationen
Holstiege J, Kohring C, Dammertz L, Heuer J, Samson-Himmelstjerna FA v, Akmatov MK, Müller D, Stillfried D v. Trends der Prävalenz diagnostizierter chronischer Nierenkrankheiten und der Inanspruchnahme der Dialyse in der vertragsärztlichen Versorgung. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 24/03. Berlin 2024 > https://doi.org/10.20364/VA-24.03

MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT
Daniel Wosnitzk
T. +49 30 2200 56 149
M. +49 177 852 0204
presse@zi.de

Jakob Holstiege: jholstiege@zi.de

Originalpublikation:
Holstiege J, Kohring C, Dammertz L, Heuer J, Samson-Himmelstjerna FA v, Akmatov MK, Müller D, Stillfried D v. Trends der Prävalenz diagnostizierter chronischer Nierenkrankheiten und der Inanspruchnahme der Dialyse in der vertragsärztlichen Versorgung. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 24/03. Berlin 2024 


https://doi.org/10.20364/VA-24.03


Weitere Informationen finden Sie unter


https://www.versorgungsatlas.de/fileadmin/ziva_docs/146/VA-24-03-Pravalenz_Nierenkrankheiten_Final.pdf


https://www.versorgungsatlas.de/fileadmin/ziva_docs/146/VA-24-03-Abstract_Pravalenz_Nierenkrankheiten_Final.pdf

Assistenz zur Selbsttötung

 Die Bitten um Suizidassistenz nehmen in Deutschland zu. Sie werfen schwierige Fragen auf: Welche Art von Aufklärung und Beratung sollen Menschen erhalten, die Ihren Todeswunsch äußern, und unter welchen Voraussetzungen sollte eine Assistenz bei der Selbsttötung überhaupt erwogen werden? 

Zu diesen und weiteren Fragen will ein Forschungsnetzwerk unter Federführung der Universitätsmedizin Halle fundierte Handlungsoptionen aufzeigen.

„Die Assistenz zur Selbsttötung ist angesichts der Tragweite für die Betroffenen, ihre Angehörigen, aber auch für die Gesellschaft ein kontrovers diskutiertes Thema, das tiefgreifende ethische und darüber hinaus gehende Fragen aufwirft. Bislang fehlt es weitgehend an wissenschaftlich gestützten Verfahren, wie mit Anfragen nach Suizidassistenz, die in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen und aus sehr verschiedenen Motiven entstehen, verantwortungsvoll umgegangen werden kann“, erklärt Prof. Dr. Jan Schildmann, Sprecher des Forschungsnetzwerks Suizidassistenz und Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin an der Universitätsmedizin Halle.

Drängende Fragen aus der Praxis

Es stellen sich drängende Fragen nach den Aufgaben, die Angehörige der Gesundheitsberufe dabei übernehmen und welche Rollen sie explizit nicht einnehmen sollen. Welche Informationen brauchen Menschen, die einen assistierten Suizid in Erwägung ziehen, und wie kann sichergestellt werden, dass sie ausreichend über andere Möglichkeiten informiert sind? Wie kann man feststellen, ob eine Person wirklich in der Lage ist, eine solche Entscheidung selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu treffen? Welche Standards sollten für Aufklärungs- und Beratungsgespräche gelten und wie sollten diese Gespräche dokumentiert werden?

„Der häufig stark gemachte Gegensatz von Suizidprävention und Suizidassistenz verhindert eine konstruktive Diskussion über einen verantwortbaren Umgang mit den vielschichtigen Anfragen nach Suizidassistenz. Im Ringen um eine angemessene Praxis ist es wichtig, dass wir Menschen aus unterschiedlichen Berufen und mit verschiedenen Perspektiven und Positionen zusammenbringen. Deshalb freue ich mich, dass wir jetzt mit renommierten Wissenschaftler:innen aus Deutschland sowie weiteren Gästen aus dem In- und Ausland die Arbeit im Netzwerk aufnehmen können“, so der Internist und Medizinethiker Schildmann.

Die Arbeit im wissenschaftlichen Netzwerk knüpft an eine Reihe aktueller bundesweiter Initiativen zu diesem Thema an. Dazu gehört eine laufende Analyse, für die in Zusammenarbeit mit mehreren Landesärztekammern im Sommer dieses Jahres Daten zur aktuellen Handlungspraxis am Lebensende erhoben wurden. Die Daten werden einer mit gleicher Methode durchgeführten Studie von 2013 gegenübergestellt, so dass erstmals für Deutschland Entwicklungen nachgezeichnet werden können. Darüber hinaus ist jüngst der Startschuss für die Entwicklung einer nationalen Leitlinie für Angehörige verschiedener Gesundheitsberufe gefallen, die demnächst auch von einem Online-Berichts- und Lernsystem über die Erfahrungen in der Praxis begleitet werden soll. Fortbildungen zum Thema sowie die geplante Vernetzung von Akteuren aus der Praxis der Suizidprävention, Pflege, Palliativversorgung und Suizidassistenz in Sachsen-Anhalt ergänzen die wissenschaftliche Arbeit.

Neben Prof. Dr. Jan Schildmann als Sprecher und Leiter des Netzwerks sind Prof. Dr. Gabriele Meyer (Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaften, Universitätsmedizin Halle), Prof. Dr. Claudia Bozzaro (Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, Universität Münster) und Dr. Jakov Gather (Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin, LWL-Universitätsklinikum, Ruhr-Universität Bochum) koordinierende Mitglieder des Forschungsnetzwerks Suizidassistenz.

Das Vorhaben wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Hintergrund

2023 berichteten Sterbehilfeorganisationen über knapp 900 Fälle, die tatsächliche Anzahl liegt allerdings womöglich deutlich höher. Der Anstieg steht im Zusammenhang mit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2020, wonach freiverantwortlich handelnde Menschen die rechtliche Möglichkeit haben, Hilfe bei der Selbsttötung in Anspruch zu nehmen.

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Universitätsmedizin Halle
Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
Prof. Dr. Jan Schildmann, Direktor
jan.schildmann@medizin.uni-halle.de
+49 345 557 3551

Das Geld

Die Studie untersucht die Rolle von Wirtschaftsauskunfteien bei der Kreditvergabe und deren Einfluss auf den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten. Sie gibt Empfehlungen zur Verbesserung der Transparenz und Datenqualität, um eine gerechtere finanzielle Teilhabe zu ermöglichen.

- Ca. 6 Prozent der Kreditablehnungen sind nach Schätzungen von Banken und Onlinehändlern ungerechtfertigt
- Die Rolle der Wirtschaftsauskunfteien bei der Kreditentscheidung variiert
- Mangelnde Transparenz verstärkt das Problem der ungerechtfertigten Kreditablehnung

Standardisierung führt dazu, dass es für Verbraucher:innen schwer ersichtlich ist, ob die Kreditablehnung durch falsche oder wenig aussagekräftige Informationen ausgelöst wurde. Als Informationslieferanten können die Wirtschaftsauskunfteien vor allem durch eine stärkere Differenzierung und Transparenz der über die Verbraucher:innen übermittelten Informationen dazu beitragen, dies zu verhindern.

Die ungerechtfertigte Verweigerung von Krediten ist sowohl für Kreditanbieter als auch für Verbraucher:innen ein Problem. Das iff hat im Rahmen eines Forschungsprojekts 100 Banken und Onlinehändler hierzu befragt. Im Fokus der Analyse steht dabei die Rolle von Wirtschaftsauskunfteien und deren potenzieller Beitrag zur Verhinderung solcher Fälle, um eine verantwortungsvolle finanzielle Teilhabe am Kreditmarkt zu ermöglichen.

Vor allem junge und eingewanderte Menschen können von ungerechtfertigten Kreditablehnungen betroffen sein.
Im Bericht werden typische Fälle ungerechtfertigter Kreditablehnungen identifiziert. Klassische Ursachen sind fehlende Kredithistorie, z. B. bei jungen und eingewanderten Menschen sowie fehlerhafte Informationen, z. B. wenn eine bereits beglichene Rechnung als Zahlungsausfall eingetragen wird. Ein weiteres Beispiel sind besondere Aus-nahmesituationen, die zu Zahlungsausfällen führen, aber keine Aussagekraft bezüglich eines zukünftigen Zahlungsverhaltens haben, wie ein Zahlungsausfall aufgrund eines längeren Krankenhausaufenthalts.

Die Rolle der Wirtschaftsauskunfteien bei einer Kreditentscheidung variiert stark zwischen Kreditgebern.
Eine zentrale Frage ist, inwieweit Wirtschaftsauskunfteien durch die Bereitstellung relevanter Daten den Entscheidungsprozess bei Banken und Onlinehändlern unterstützen können. Ausweislich der Umfrage fragen 98 Prozent der befragten Kreditinstitute und 94 Prozent der befragten Onlinehändler für die Kreditentscheidung Informationen bei mindestens einer Wirtschaftsauskunftei ab. Die Studie zeigt jedoch, dass die Bede-tung der von Auskunfteien gelieferten Informationen für die Kreditentscheidung je nach Finanzierungsanbieter stark variiert: Das ist davon abhängig, wie bekannt die beantragende Person den Kreditentscheidern ist. Handelt es sich um Bankkund:innen, die bei ihrer Bank einen Kredit anfragen, ist die Information der Auskunftei weniger relevant, als wenn der Kunde dem Onlinehändler kaum bekannt ist. Außerdem beein-flusst eine Information zu einem Zahlungsausfall die Kreditentscheidung stärker als dies der Bonitätsscore tut.

Fehlerhafte Einträge oder mangelnde Differenzierung bei der Bewertung dieser Merkmale können ungerechtfertigt zum Ausschluss vom Kreditmarkt führen.
Im Rahmen dieser Studie teilte die SCHUFA mit, dass sich 31 Prozent der Einzelanliegen im Jahr 2023 auf Negativmerkmale bezogen. Davon waren 15 Prozent der Beschwerden berechtigt, d. h. die SCHUFA habe den Datenbestand korrigiert. Dies zeigt zum einen das Resultat des Beschwerdemanagements der SCHUFA und zum anderen die Bedeutung von Transparenz zur Vermeidung von unberechtigten Kreditablehnungen. Unternehmen müssen Verbraucher:innen rechtzeitig über Einträge informieren, sodass diese die Möglichkeit erhalten, fehlerhafte Einträge korrigieren zu können. Wirtschaftsauskunfteien sollten Verbraucher:innen kostenlosen Zugang zu über sie gespeicherten Daten, darunter auch zu den Negativmerkmalen, ermöglichen.

Unternehmen, die Daten an die Wirtschaftsauskunfteien übermitteln, spielen eine wichtige Rolle bei der Sicherstellung der Datenqualität. Die Unternehmen sollten für fehlerhafte Negativeinträge, z. B. durch die Aufnahme einer Vertragsstrafe in die Verträge zwischen Wirtschaftsauskunfteien und ihnen, sensibilisiert werden. Zusätzlich bedarf es bei Negativeinträgen strengerer Kontrollmechanismen seitens der Wirtschaftsauskunfteien.

Die Prognose zum Rückzahlungsverhalten kann durch zusätzliche Daten verbessert werden.
Fehlende Daten, beispielsweise durch eine fehlende Zahlungshistorie, können zu Zu-gangsbarrieren führen, die durch die freiwillige Bereitstellung von Positivmerkmalen durch Verbraucher:innen reduziert werden können. Davon betroffen sind junge bzw. ältere Menschen, die wirtschaftlich (noch) inaktiv sind, oder auch Eingewanderte, de-ren wirtschaftliche Aktivität in Deutschland noch am Anfang steht. In diesen Fällen ist die Offenlegung von Positivdaten durch die Verbraucher:innen zu empfehlen.
Allerdings steht eine allgemeine Möglichkeit zum unbeschränkten Kontoblick für Wirt-schaftsauskunfteien nicht mit den datenschutzrechtlichen Grundsätzen der Zweckbin-dung und der Datenminimierung im Einklang. Der Kontoeinblick sollte weiterhin nur durch Kreditinstitute erfolgen.

Der Bonitätsscore benachteiligt Verbrauchergruppen, die vom Durchschnitt abweichen.
Ein weiteres Problemfeld stellen die Bonitätsscores der Wirtschaftsauskunfteien dar, die auf Durchschnittsverhalten basieren und für Verbraucher:innen auf individueller Ebene zu Fehlprognosen führen können. Der Bericht empfiehlt daher, die Kriterien, die zur Berechnung eines Scores führen, offenzulegen und Maßnahmen zu ergreifen, um systematische Benachteiligungen bestimmter Personengruppen zu vermeiden. Eine wesentliche Empfehlung hierfür ist die Segmentierung des Prognosemodells für ver-schiedenen Personengruppen bzw. nach verschiedenen Lebensphasen. Es sollte analy-siert werden, inwiefern die Segmentierung des Prognosemodells die statistische Fair-ness verbessert und damit Personengruppen, die im derzeitigen – für alle Personen angewandten – Prognosemodell benachteiligt sind, einen verantwortlichen Zugang zu Finanzierung ermöglicht. Gegebenenfalls braucht es hierfür zusätzlicher Informationen über Verbraucher:innen. Dies würde auch im Einklang mit dem allgemeinen Gleichheitsprinzip stehen, wenn mit der Erhebung von alternativen Daten Diskriminierung oder false negatives verhindert werden sollen. Im Ergebnis „führt das Schubladen-Denken zur ungerechtfertigten Verweigerung von Krediten“, so Dr. Hanne Roggemann.

Über den Bericht
Der Bericht untersucht die Rolle von Wirtschaftsauskunfteien bei der Kreditvergabe und deren Einfluss auf den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten. Er beleuchtet Risi-ken und Chancen im Zusammenhang mit der Informationsbereitstellung und gibt Empfehlungen zur Verbesserung der Transparenz und Datenqualität, um eine gerechtere finanzielle Teilhabe zu ermöglichen. Finanziert wurde das Forschungsprojekt von der SCHUFA Holding AG. Für den Bericht wurden die geltende Rechtslage, Literatur und Daten inhaltsanalytisch ausgewertet. Es wurden Interviews mit Wirtschaftsauskunfteien, Kreditwirtschaft, Onlinehandel und mit Expert:innen aus Verbraucherschutz, Schuldnerberatung und Wirtschaftsinformatik sowie mit Rechtsanwält:innen geführt. Zudem erfolgte eine Umfrage mit 50 Kreditinstituten und 50 Onlinehändlern, um quantitative Daten über den Zugang zum Konsumentenkredit und zu kreditähnlichen Finanzierungsmöglichkeiten, zur Rolle der Wirtschaftsauskunfteien sowie personenbezogener Daten zu erheben.

Über das iff
Das institut für finanzdienstleistungen e.V. (iff) leistet mit Forschung und Beratung einen wichtigen Beitrag zu einem sozial verantwortlichen Finanzsystem und einer fairen Teilhabe. Das iff setzt sich seit seiner Gründung für den Zugang zu Finanzdienstleistungen ein und konzentriert sich vor allem auf finanziell verletzliche Verbraucher:innen. Auftraggeber sind Verbraucherorganisationen, Regierungsstellen, Verbände, Stiftungen, politische Akteure und Finanzdienstleister.

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institut für finanzdienstleistungen e.V. (iff)

Dr. Hanne Roggemann | Wissenschaftliche Referentin

Fon: +49 (0)40 30 96 91 - 24
E-Mail: hanne.roggemann@iff-hamburg.de
Internet: www.iff-hamburg.de

Originalpublikation:
https://www.iff-hamburg.de/bericht_iff_2024_finanzielle_teilhabe/
Weitere Informationen finden Sie unter
https://www.iff-hamburg.de/bericht-finanzielle-teilhabe/
https://www.iff-hamburg.de/bericht_iff_2024_finanzielle_teilhabe/
http://www.iff-hamburg.de

Psychischen Beeinträchtigungen

Wer sich in Deutschland derzeit um eine Psychotherapie bemüht, wartet im Schnitt 20 Wochen auf den ersten Termin. 

Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich, Obwohl sich die Zahl der in entsprechenden Praxen tätigen Therapeut:innen von 2006 auf 2021* mehr als verdoppelt hat. Psycholog:innen der Universität Duisburg-Essen sehen einen möglichen Grund dafür in einer „Diagnosekultur“ und einer überbordenden Sensibilisierung der Gesellschaft, in der Persönlichkeitsunterschiede und vorübergehende seelische Krisen zunehmend pathologisiert werden. 

So erhalten behandlungsbedürftige Menschen mitunter keine oder erst späte Hilfe. Die Autor:innen schlagen eine alternative Herangehensweise vor.

Prof. Dr. Marcus Roth aus der Differentiellen Psychologie sowie Prof. Dr. Gisela Steins aus der Allgemeinen Psychologie und Sozialpsychologie der Universität Duisburg-Essen (UDE) sind sich der Brisanz ihrer Aussagen durchaus bewusst. „Doch wenn wir das Thema jetzt nicht diskutieren, wird es eine sehr harte Diskussion, wenn die Kassen aufgrund des demographischen Wandels leerer sind“, konstatiert Roth.


Nach Daten des Robert-Koch-Instituts haben im Mittel 27,8 Prozent der Erwachsenen in Deutschland eine psychische Störung. Warum sinkt diese Zahl trotz vermehrter Behandlungsangebote seit Jahren nicht? 

Die Autor:innen stellen in ihrer gemeinsamen Veröffentlichung eine These auf: In der Praxis werden möglicherweise oft Störungen behandelt, die bei genauerer Betrachtung keine sind. So stellt die „Anpassungsstörung“ bei den Psychologischen Psychotherapeut:innen die Hauptdiagnose dar – eine erheblich die Lebensqualität beeinträchtigende Reaktion auf ein zurückliegendes oder bestehendes Ereignis.

Doch sind Krisen durch kritische Lebensereignisse immer diagnosebedürftig? 

„Jeder zweite verheiratete Mensch wird den Verlust des Partners oder der Partnerin erleben müssen; fast alle den Tod der Eltern“, konkretisiert Roth. Tragische Ereignisse wie diese gehen mit Trauer und Belastungen einher, sind aber Teil des Lebens und in der Regel nach etwa sechs Monaten überwunden oder deutlich verbessert.

Hinzu kommt die zunehmende Sensibilisierung der Gesellschaft für psychische Symptome. Während die Autor:innen es begrüßen, dass psychotherapeutische Maßnahmen heute kein Tabu mehr darstellen, könne diese Einstellung auch dazu führen, dass Menschen dazu tendierten, Krisen auf psychische Syndrome zurückzuführen und nicht auf belastende Ereignisse oder eine Bandbreite des „Normalen“: Wo endet nach einem Verlust zu erwartende Trauer, wo beginnt eine Depression? Wann ist außergewöhnliches Verhalten reine Charaktereigenschaft, wann behandlungsbedürftig?

Roth und Steins schlagen einen alternativen Pfad vor, der die Solidargemeinschaft weniger belastet und gleichzeitig Therapieplätze schafft für diejenigen, die sie aufgrund ihrer klinischen Symptomatik dringend benötigen: 


Erwachsene, die unter psychischen Beeinträchtigungen leiden, aber nicht unbedingt eine Psychotherapie benötigen, sollten niedrigschwellige Angebote erhalten wie zum Beispiel Coachingsitzungen, Beratungen, Selbsthilfegruppen oder Online-Angebote.

„Wir sollten mehr darauf vertrauen, dass Normalität verschiedene Facetten haben kann, wie wir es ohnehin derzeit unter dem Begriff der ‚Diversität‘ diskutieren“, schließt Roth.

* Aktuellste verfügbare Daten.

MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT

Birte Vierjahn, Tel. 0203/37 9-2427, birte.vierjahn@uni-due.de

Prof. Dr. Marcus Roth, Differentielle Psychologie, Tel. 0201/18 3-6057, marcus.roth@uni-due.de

Originalpublikation: