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MaAB - Fazit. Bitte unbedingt lesen...!
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Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Das Hepatitis-E-Virus – Neue Erkenntnisse zur gezielten Behandlung und Diagnose
Das Hepatitis-E-Virus (HEV) ist die häufigste Ursache für eine akute, virusbedingte Leberentzündung (Virushepatitis).
Jährlich gibt es circa 15 bis 110 Millionen aktive Erkrankungen weltweit, die zu etwa 70.000 Todesfällen führen.
In Europa gibt es keine zugelassenen Impfstoffe gegen HEV.
Ein Forschungsteam des Paul-Ehrlich-Instituts hat bestimmte Vesikelstrukturen und Proteine identifiziert, die Ziele für eine Behandlung sein könnten und zu einem neuen Verständnis der Weitergabe des viralen Erbgutes auch im Hinblick auf Diagnostik beitragen.
Immunsupprimierte leiden häufig an chronischen Infektionen, was häufig im globalen Norden der Fall ist.
Schwangere durchlaufen nicht selten
einen schweren Krankheitsverlauf (fulminante Hepatitis), was mit
Sterblichkeitsraten von bis zu 30 Prozent verbunden ist und primär im
globalen Süden auftritt. Die geografischen Unterschiede lassen sich
dadurch erklären, dass in den nördlichen Regionen vorwiegend
zoonotische, durch Lebensmittel übertragene HEV-Stämme (Genotyp 3 und 4)
zirkulieren, während in den südlichen Regionen vor allem durch Wasser
übertragene Genotypen 1 und 2 vorkommen.
Bisher gibt es in Europa keine zugelassenen Impfstoffe gegen HEV. Zwar
gibt es Arzneimittel, die bei Infektionen eingesetzt werden, aber die
Behandlungsmöglichkeiten sind nach wie vor begrenzt und mit starken
Nebenwirkungen oder einer Resistenzentwicklung verbunden. Dies ist auch
auf ein mangelndes Verständnis großer Teile des viralen Lebenszyklus
zurückzuführen.
Virales Polyprotein pORF1 – zentral für die Vermehrung des viralen Erbguts und dennoch fast unbekannt
Die Vervielfältigung der genetischen Informationen von HEV
(Genomreplikation) wird über das virale Polyprotein pORF1 vermittelt.
Das Protein besteht aus verschiedenen Bereichen oder Domänen. Eine
Proteindomäne ist eine stabil gefaltete Struktur innerhalb eines
Proteins, die funktional und strukturell unabhängig von benachbarten
Proteinabschnitten ist. pORF1 ist das zentrale Protein für die
Replikation (Replikase), das heißt für die Vervielfältigung der
genetischen Information des Virus. Wenig ist jedoch ansonsten über pORF1
bekannt, auch nicht seine genaue Lokalisation innerhalb infizierter
Zellen.
Forscherinnen und Forscher um Dr. Mirco Glitscher in der Arbeitsgruppe
von Prof. Eberhard Hildt, Leiter der Abteilung Virologie des
Paul-Ehrlich-Instituts, haben sich mit dieser wichtigen Unbekannten des
HEV beschäftigt. Hierzu wurde die subzelluläre Lokalisierung von pORF1
und dessen einzelner Domänen, die auf der Grundlage einer
Strukturvorhersage der viralen Replikase generiert und kloniert worden
waren, mithilfe der konfokalen Laser-Scanning-Mikroskopie analysiert.
Die aus den Zellen freigesetzten Exosomen wurden darüber hinaus durch
Ultrazentrifugation isoliert und durch isopyknische (Trennung nach
gleicher Dichte) Dichtegradientenzentrifugation analysiert. Anschließend
wurden die abgetrennten Partikel durch Fluorimetrie,
Western-Blot-Analysen oder RT-qPCR genauer untersucht.
Das Vesikelsystem als Dreh- und Angelpunkt der Virusvermehrung
Das Forschungsteam stellte fest, dass sich pORF1 im Vesikelsystem der
Zelle – dem endosomalen System – anreichert und hier vor allem in den
sogenannten multivesikulären Körpern (multivesicular bodies, MVBs).
Diese Strukturen sind zentral für die Bildung von Exosomen und wurden
bisher nur als Wirtstruktur zur Freisetzung von Viruspartikeln des HEV
angesehen. Dass auch die virale Replikase hier zu finden ist, wurde als
abhängig von einer pORF1-Domäne, der PCP (papainähnliche
Cystein-Protease) identifiziert. Das Forschungsteam hat jetzt
herausgefunden, dass auch die virale Replikase über Exosomen freigesetzt
wird. Dieser Prozess wird durch die virale Protease, die Teil der
Replikase ist, vermittelt. Auch führt dies dazu, dass Virusgenome sogar
in Abwesenheit von Viruspartikeln über diesen Weg freigesetzt werden.
Gemeinsame Freisetzung für schnelle Vermehrung
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass pORF1 in einer PCP-abhängigen
Weise in MVBs gelangt, woraufhin die exosomale Freisetzung folgt.
Möglicherweise sind also die Freisetzung des Virus und die Replikation,
die Vervielfältigung der genetischen Informationen, räumlich gekoppelt.
Dies könnte die Ausbreitung der viralen Infektion erleichtern, da
Genome, die während einer Neuinfektion in die Zelle gelangen, schnell
auf exosomal übertragenes pORF1 treffen und vervielfältigt werden
können. Außerdem weisen die erhobenen Daten darauf hin, dass das Kapsid
nicht zwangsläufig zur Freisetzung von Erbgut benötigt wird.
Die Exosomen und damit in Verbindung stehende Proteinstrukturen könnten
geeignete Angriffspunkte für Therapeutika gegen HEV sein, weil so
gegebenenfalls der Zellaustritt und die Vermehrung unterbunden werden
könnten. Für die Diagnostik hat die kapsidunabhängige Freisetzung der
HEV-Genome durchaus Auswirkungen, da bisher eine Korrelation von
Viruspartikelmenge und Virusgenomen angenommen wird. Dass genomische RNA
jedoch auch ohne Kapsid in Exosomen vorliegen kann, muss auf Relevanz
diagnostischer Verfahren überprüft werden.
Dr. Susanne Stöcker
Paul-Ehrlich-Institut - Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel
Paul-Ehrlich-Str. 51 - 59
63225 Langen
Deutschland
Hessen
Glitscher M, Spannaus IM, Behr
F, Murra RO, Woytinek K, Bender D, Hildt E (2024): The protease domain
in HEV pORF1 mediates the replicase's localization to multivesicular
bodies and its exosomal release.
Cell Mol Gastroenterol Hepatol Jan 6 [Epub ahead of print].
DOI: 10.1016/j.jcmgh.2024.01.001
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38190941/ - Volltext (Open Access) des Artikels
Kinder zum Test eines Resilienz-Fragebogens gesucht | |
Leibniz-Institut für Resilienzforschung und Psychologisches Institut der JGU starten Studie – Test eines Fragebogens, der die Fähigkeit erfassen soll, sich von Stress zu erholen
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Neben Prävention und Aufklärung spiele eine frühestmögliche medizinische Intervention für die Erhaltung der Hörgesundheit in der Bevölkerung eine wichtige Rolle, heißt es in der Antwort. Daher hätten alle Neugeborenen einen Anspruch auf Teilnahme am Neugeborenen-Hörscreening.
Diese Früherkennungsuntersuchung diene der Erkennung beidseitiger Hörstörungen ab einem Hörverlust von 35 Dezibel (dB) und der frühzeitigen Einleitung von Behandlungen zur Vermeidung von Entwicklungsstörungen insbesondere im Bereich der Sprachentwicklung.
Die Versorgung hörbeeinträchtigter Menschen beschränkt sich den Angaben zufolge nicht auf die technische Ausstattung mit Hörhilfen oder implantierbaren Hörhilfen.
Auch mit medizinische Behandlungen und Operationen könnten Ohrkrankheiten behoben und potenziell Hörverlust wiederhergestellt oder das Hörvermögen verbessert werden. Daneben stünden hochgradig schwerhörigen, tauben und taubblinden Menschen weitere Hilfsangebote zur Verfügung, etwa Gebärdendolmetscher oder Beratungsangebote.
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Insula im Fokus: Wie Stress das Verlangen nach Alkohol beeinflusst | |
Stress ist ein bedeutender Auslöser für übermäßigen Alkoholkonsum und Rückfälle bei Personen mit Alkoholabhängigkeit. Doch wie genau wirkt sich Stress auf das Verlangen nach Alkohol aus und welche neurobiologischen Prozesse spielen dabei eine Rolle? Eine neue Studie, veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe von Biological Psychiatry, wirft Licht auf diese Fragen und hebt die Rolle der Insula als Schlüsselregion bei der Stressreaktion und dem Alkoholverlangen hervor.
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Tabuthema Harninkontinenz: Aktualisierte Leitlinie beschäftigt sich mit Langzeitdrainage und psychosomatischen Aspekten | |
Inkontinenz ist immer noch ein Tabuthema. Doch vor allem ältere Menschen verlieren ungewollt Urin – etwa beim Husten – oder schaffen es nicht mehr rechtzeitig auf die Toilette. Um eine bestmögliche Betreuung und Behandlung für diese Patientengruppe nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu gewährleisten, wurde die aktuelle Leitlinie zum dritten Mal umfassend aktualisiert und jetzt veröffentlicht. Die Federführung bei der Erstellung der S2k-Leitlinie „Harninkontinenz bei geriatrischen Patienten – Diagnostik und Therapie“ hat die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) übernommen.
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Immun-Checkpoint-Inhibitoren: Was sie für das Herz bedeuten | |
Die sogenannten Immun-Checkpoint-Inhibitoren haben zu großen Fortschritten in der Krebstherapie geführt. Sie können aber auch unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen und beispielsweise eine Entzündung des Herzmuskels oder Herzversagen verursachen. Neuere Daten weisen auch auf beschleunigte Artherosklerosen und Herzschwächen hin, die nicht durch eine Herzmuskelentzündung ausgelöst werden. Ein internationales Forschungsteam gibt nun in „Nature Reviews Cardiology“ einen Überblick über die bisher verfügbaren Daten zu den vielfältigen kardialen Fehlfunktionen, die im Zusammenhang mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren auftreten können.
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Gestörte Hautflora erhöht Risiko einer Radio-Dermatitis bei Strahlentherapie | |
Manche Krebspatientinnen und -patienten entwickeln im Laufe einer Strahlentherapie eine starke Hautentzündung. Welche Faktoren das Risiko dafür erhöhen, war bislang erst in Ansätzen bekannt. Eine Pilotstudie der Universität Augsburg,der Technischen Universität München (TUM) und von Helmholtz Munich deutet nun auf eine wichtige Rolle der Hautbakterien hin: Brustkrebs-Patientinnen, bei denen diese sogenannte Hautflora gravierend gestört war, bekamen im Laufe der Bestrahlung stets eine schwere Dermatitis. Die Ergebnisse lassen auf einen Test hoffen, mit dem sich Risikogruppen frühzeitig identifizieren lassen. Sie erscheinen in der renommierten Fachzeitschrift JAMA Oncology.
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Beträchtlicher Zusatznutzen von Mavacamten bei hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie | |
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