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Berlin: Hauptstadt der Wildschweine - wildes Herz

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Wildes Herz: Städtische Wildschweine bevorzugen natürliche Nahrung

Anders als vermutet kommen Wildschweine nicht nach Berlin, um dort Mülleimer zu plündern oder andere Nahrungsquellen aus menschlicher Herkunft zu nutzen. 

Im Gegenteil, auch Stadtschweine ernähren sich vorzugsweise von natürlichen Ressourcen. 

Das ist das überraschende Ergebnis einer Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), die von National Geographic und der Stiftung Naturschutz Berlin unterstützt wurde. 

Die ForscherInnen untersuchten Mägen von 247 Wildschweinen aus Berlin und dem Umland. 

Die Forschungsergebnisse wurden jetzt in der wissenschaftlichen Zeitschrift „PLOS ONE“ veröffentlicht. 

 Wildschweine in Berlin
Wildschweine in Berlin  David Wiemer / Leibniz-IZW


Immer mehr Wildtiere leben in Städten, auch in Berlin, das als „Hauptstadt der Wildschweine“ bekannt ist. 

Aufgeteilt in vier Forstgebiete sind 20 % des Berliner Stadtgebiets von großflächigen Wäldern bedeckt, ideal für Wildtiere aller Art. Allerdings leben Berliner Wildschweine nicht nur in diesen Stadtwäldern, sondern werden auch regelmäßig in innerstädtischen Parks oder Gärten gesichtet und bringen dort sogar Frischlinge auf die Welt.

Wildschweine sind Allesfresser und bekannt für ihre hohe Flexibilität bei der Nahrungssuche; die aufgenommene Nahrung spiegelt in der Regel die Verfügbarkeit von Nahrungsquellen im untersuchten Lebensraum wider.

  • Bislang wurde angenommen, dass sie vor allem durch ein attraktives Nahrungsangebot wie Kompost, sonstiger Abfall oder auch direkte Fütterung durch Anwohner in die Siedlungen gelockt werden. 

Derartige Beobachtungen wurden bereits bei anderen Wildtieren wie Schwarzbären in Nordamerika, Makaken in Indien und Füchsen in urbanen Lebensräumen in Europa gemacht. Um diese Vermutung auch bei Berliner Wildschweinen zu überprüfen, sollten die Zusammensetzung und der Energiegehalt ihrer Nahrung im Vergleich zu ländlichen Wildschweinen aus Brandenburg untersucht werden. Die ForscherInnen beprobten dazu 247 Mägen von gejagten Wildschweinen und analysierten die Landschaftsstrukturen an den Sammelorten.

„Überraschenderweise fressen Wildschweine in Berlin und Brandenburg fast ausschließlich natürliche Nahrungsmittel, vorrangig Eicheln, Engerlinge, Fasern oder auch Mais, während Nahrungsmittel aus direkter menschlicher Herkunft nur einen Bruchteil ausmachen. 

So waren nur in vier von 247 Mägen Brot mit Wurst und Käse und in weiteren fünf Mägen Plastikpartikel zu finden“, berichtet Leibniz-IZW Doktorandin Milena Stillfried, die die Studie durchführte.

Ihre Analysen zeigen, dass es trotzdem Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt. Stadt und Land unterscheiden sich in der Landschaftsstruktur und damit auch in der Verfügbarkeit natürlicher Nahrung;

so gibt es in Berlin beispielsweise mehr masttragende Mischwälder, in denen die Wildschweine mehr Eicheln oder Bucheckern finden, während in Brandenburg, neben landwirtschaftlichen Flächen, eher „nahrungsarme“ Kiefernwälder dominieren.

Der Energiegehalt der im Magen gefundenen Nahrung war in Berlin höher als in Brandenburg, was vermutlich auf die erhöhte Aufnahme von Eicheln zurückzuführen ist.

Analysen von Makronährstoffen wie Protein, Fett, Stärke oder der Fasergehalt zeigen, dass nicht das Stadt- oder Landleben an sich, sondern die Zusammensetzung der Landschaft innerhalb des Streifgebiets eines Wildschweins die Nahrungsqualität bestimmt.

So wurden beispielsweise erhöhte Stärkewerte in Mageninhalten nachgewiesen, wenn ein Großteil der durchstreiften Fläche landwirtschaftlich genutzt wurde, während der Proteingehalt der Nahrung in Nadelwäldern stark abfiel.

Wildschweine in ländlichen Gebieten profitierten teilweise von menschlich geprägten, urbanen Landschaftsstrukturen, da in ländlichen Gebieten mit hoher Flächenversiegelung energiereichere Mageninhalte gefunden wurden.

Während Wildschweine im ländlichen Gebiet Begegnungen mit Menschen meiden, lernen sie in der Stadt, dass vom Menschen oftmals keine direkte Gefahr ausgeht und sie auch in unmittelbarer Nähe zu menschlichen Behausungen geeignete Lebensräume und Nahrung finden können.

Noch nutzen sie auch in der Stadt eher natürliche Lebensräume, aber wie lange noch?

„Aufgrund der hohen Lernfähigkeit der Wildschweine ist es wichtig, sie nicht zu füttern und Kompostbehälter sowie Mülleimer zu sichern, da Wildschweine mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Ressourcen aus menschlicher Herkunft zurückgreifen, falls sie einfach zugänglich sind oder natürliche Nahrungsressourcen knapp werden“, so die Initiatorinnen des neuen Forschungsschwerpunktes

„Urbane Wildtierökologie“, Stephanie Kramer-Schadt und Sylvia Ortmann, die diese Initiative 2012 am Leibniz-IZW ins Leben gerufen haben.

Um Konflikte langfristig zu vermeiden, sollte sich die städtische Bevölkerung an gewisse Regeln halten. 

Wildschweine in urbanen Gebieten sind bekannt für wiederholt auftretende Schäden an privaten und öffentlichen Grünanlagen, die sie bei der Nahrungssuche verursachen.

Viele BürgerInnen haben Angst vor den eigentlich friedlichen Wildschweinen.

Die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Ernährungsweise der Wildschweine in Berlin und Brandenburg tragen zum Verständnis von Prozessen der Urbanisierung bei. Für die Behörden könnte die aktuelle Studie eine wichtige Datengrundlage für einen verbesserten Umgang mit Mensch und Wildtier sein.

Publikation:
Stillfried M, Gras P, Busch M, Börner K, Kramer-Schadt S, Ortmann S (2017): Wild inside: urban wild boar select natural, not anthropogenic food resources. PLOS ONE.

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Tagesmüdigkeit - Ursachenbetrachtung: Mit dem Elektro-Enzephalogramm (EEG)

Medizin am Abend Berlin Fazit: Neue EEG-Software entdeckt die Ursachen von Tagesmüdigkeit

Tagesmüdigkeit ist ein belastendes Symptom bei psychischen Störungen. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Empfehlungen zur Diagnostik 


Neurophysiologen haben eine Methode entwickelt, die dazu beitragen soll, zu erkennen, ob die Erschöpfung bei einem Patienten mit einem zu niedrigen oder zu hohen Erregungsniveau des zentralen Nervensystems einhergeht. 

Vom Vigilanz Algorithmus Leipzig (VIGALL 2.1) erhoffen sich Experten der DGKN, den Zusammenhang zwischen gestörter Wachheitsregulation am Tag und psychischen Erkrankungen besser zu verstehen und die Behandlung von Betroffenen zu verbessern.
  • Depressive Patienten leiden häufig unter schwerer Erschöpfung, aber trotzdem gleichzeitig unter Schlaflosigkeit mit Einschlafproblemen, nächtlichen Wachphasen und frühmorgendlichem Aufwachen. 
„Untersuchungen mit dem VIGALL an Patienten mit typischer Depression weisen darauf hin, dass eine konstant hohe Aktivität des zentralen Nervensystems vorliegt, die auch in Ruhephasen mit geschlossenen Augen kaum zurückgeht“, sagt Professor Dr. med. Ulrich Hegerl, Präsident der DGKN.

„Trotz großer Erschöpfung fühlen sich die Betroffenen dann ruhelos und angespannt, wie vor einer Prüfung“.

Vom aktiven Wachzustand, über entspannte Ruhe und Dösigkeit, bis zum Schlaf zeigt das zentrale Nervensystem unterschiedliche Aktivitätszustände.

Wissenschaftler sprechen von unterschiedlichen „Arousalniveaus“.

Die Regulation dieses Arousals ist überlebenswichtig. 

„Im Straßenverkehr oder bei Gefahr muss das Gehirn schneller reagieren und das Arousal hoch gehalten werden, anders in der Hängematte“, erklärt Hegerl. 

Durch bestimmtes Verhalten kann der Organismus das Arousal auch selbst regulieren.

Ein gutes Beispiel dafür sind übermüdete Kinder.

Hier ist der Organismus eigentlich schläfrig, das Arousal neigt also zum Abfallen. Dieser Einschlaftendenz wird aber durch aufgedrehtes, hyperaktives Verhalten entgegengesteuert.

Obwohl die Regulation des Arousals von fundamentaler Bedeutung für menschliches Verhalten ist, gab es bisher kein ausreichend validiertes und breit einsetzbares Verfahren, um die Arousalregulation im Wachzustand zu bestimmen.

Mit dem VIGALL 2.1 legt nun die Leipziger Arbeitsgruppe eine überarbeitete Version des Vigilanz Algorithmus Leipzig vor, der Abschnitten aus einem Elektro-Enzephalogramm (EEG) jeweils eines von sieben Arousalstadien zuordnet. 

Im Rahmen eines 15-minütigen Ruhe-EEGs mit geschlossenen Augen in halb liegender Position können nun der Verlauf und die Regulation des Arousals bestimmt werden.

„VIGALL 2.1 könnte bei der Diagnostik psychischer Erkrankungen und der Wahl der richtigen Therapie helfen“, so Hegerl. 

An Patienten mit unipolarer oder bipolarer (manischer) Depression und ADHS wurde das Verfahren bereits getestet.

So ist das Arousal bei Menschen mit unipolarer Depression hochreguliert– das Nervensystem bleibt trotz der ruhigen Umgebung hochaktiv. 

Patienten mit Manie und ADHS haben dagegen Schwierigkeiten, ihr Arousal aufrechtzuerhalten (siehe schematische Darstellung in Abbildung).

Die Software VIGALL 2.1 stellen die Leipziger Wissenschaftler kostenlos zur Verfügung.

Quelle:
Ulrich Hegerl, Tilman Hensch. The vigilance regulation model of affective disorders and ADHD. Neuroscience an Biobehavioral Reviews 44 (2014) 45-57

Links:
VIGALL 2.1 zum Download, Handbuch und Studien
http://research.uni-leipzig.de/vigall/
http://www.dgkn.de/die-dgkn/pressestelle/pressematerial/


Depression: Wenn das Gehirn zu hochtourig fährt
Neue EEG-Software VIGALL 2.1 hilft bei der Diagnose

Professor Dr. med. Ulrich Hegerl

Auch im hohen Alter fit im Kopf:
Wege zum Hirn-Doping im alternden Gehirn

Professor Dr. med. Stephan Zierz

Nach der Ice Bucket Challenge:
Krankheitsgene und Behandlungsansätze bei der ALS

Professor Dr. med. Albert C. Ludolph, Ärztlicher Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Ulm

Heilsamer Strom:
Hirnstimulation verschafft Linderung bei Depression und Schizophrenie

Professor Dr. med. Andreas Jochen Fallgatter
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Tübingen

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TAGTRAUM

Medizin am Abend Berlin Fazit: Tagträumen – mehr als nur ein Fehler im System

  • Bei Menschen, die häufig g e w o l l t mit ihren Gedanken abschweifen, überlappen zwei Nervenzell-Netzwerke besonders stark 
Bei Menschen, die häufig absichtlich ihren Gedanken freien Lauf lassen, ist der Cortex in bestimmten präfrontalen Regionen, also im Stirnbereich des Gehirns, dicker ausgebildet. Bei Menschen, die häufig absichtlich ihren Gedanken freien Lauf lassen, ist der Cortex in bestimmten präfrontalen Regionen, also im Stirnbereich des Gehirns, dicker ausgebildet. MPI CBS
 
Es passiert immer wieder:

Wir schweifen mit unseren Gedanken von der eigentlichen Situation ab, in der wir uns gerade befinden.

Tagträumen wird dadurch häufig als Aussetzer unserer Aufmerksamkeit abgetan. 

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) in Leipzig und der Universität York in England haben nun herausgefunden, dass auch das Gegenteil der Fall sein kann:

Wenn wir gezielt unseren Gedanken nachhängen, arbeiten bestimmte Hirnstrukturen, die für unsere kognitive Kontrolle zuständig sind, sogar effektiver zusammen. Das könnte auch erklären, warum manche Menschen davon profitieren können, wenn sie ihren Gedanken freien Lauf lassen.

Die meisten werden es kennen. Wir sitzen im Auto oder auf dem Fahrrad und denken über Dinge nach, die nichts mit dem eigentlichen Geschehen um uns herum zu tun haben: Habe ich die Tür wirklich abgeschlossen? Was werde ich alles am Wochenende machen? Was muss ich dann eigentlich noch alles einkaufen? Passiert uns das im Straßenverkehr oder in anderen Situationen, die eigentlich unsere volle Aufmerksamkeit erfordern, kann es für uns gefährlich werden.

Weil Menschen oft Fehler passieren, sobald sie die Konzentration auf ihre Umgebung verlieren, galt Tagträumen lange als Aussetzer in unserem kognitiven Kontrollsystem, das sonst insbesondere unsere Aufmerksamkeit steuert und uns unsere Handlungen planen lässt. Heute weiß man, dass man dieses Phänomen differenzierter betrachten muss:

Neben dem ungewollten, spontanen Abschweifen der Gedanken existiert eine weitere Form, bei der wir uns bewusst dafür entscheiden, unseren Gedanken nachzuhängen. 
  • Sie kann uns als eine Art mentale Probebühne dienen, auf der wir gedanklich zukünftige Ereignisse durchspielen oder aktuelle Probleme lösen.

Was bisher jedoch nur aus Verhaltensstudien bekannt war, konnten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) in Leipzig und der Universität York nun anhand von Hirnstrukturen und –funktionen belegen:

„Wir haben herausgefunden, dass bei Menschen, die häufig gewollt mit ihren Gedanken abschweifen, der Cortex in bestimmten präfrontalen Regionen, also im Stirnbereich des Gehirns, dicker ausgebildet ist“, erklärt Johannes Golchert, Doktorand am MPI CBS und Erstautor der zugrundeliegenden Studie.

„Außerdem hat sich gezeigt, dass sich bei ihnen zwei entscheidende Hirnnetzwerke stärker überlappen. Zum einen das sogenannte Default-Mode Netzwerks, das besonders aktiv ist, wenn wir unsere Aufmerksamkeit nach innen, auf Informationen aus unserem Gedächtnis richten.

Zum anderen das sogenannte fronto-parietale Kontrollnetzwerk, das als Teil unseres kognitiven Kontrollsystems unseren Fokus stabilisiert und etwa irrelevante Reize hemmt.“

Indem beide Netzwerke stärker miteinander verknüpft sind, könne das Kontrollnetzwerk stärker auf unsere losen Gedanken einwirken und ihnen so eine stabilere Richtung geben.

Das sei der Beleg dafür, dass unsere geistige Kontrolle im Falle des gezielten Tagträumens keineswegs aussetze. 

„Unser Gehirn scheint hier kaum einen Unterschied darin zu machen, ob unsere Aufmerksamkeit nach außen auf unsere Umgebung oder nach innen auf unsere Gedanken gerichtet ist. In beiden Fällen ist das Kontrollnetzwerk eingebunden“, so der studierte Psychologe. „Tagträume sollten also nicht nur als etwas Störendes betrachtet werden.

Kann man sie gut kontrollieren, sie also unterdrücken, wenn es wichtig ist, und ihnen freien Lauf lassen, wenn es möglich ist, kann man den größtmöglichen Nutzen aus ihnen ziehen.“

Untersucht haben die Neurowissenschaftler diese Zusammenhänge mithilfe von Fragebögen und anschließender Magnetresonanztomographie. Zunächst sollten sich die Studienteilnehmer selbst einschätzen, wie stark Aussagen wie „Es passiert mir häufig, dass meine Gedanken spontan abdriften“ oder „Ich erlaube mir, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen“ auf sie zutreffen würden. Ihre Angaben zum Tagträumen wurden dann in Zusammenhang mit ihren Hirnstrukturen und deren Zusammenwirken gebracht.

Originalpublikation
Golchert, J.; Smallwood, J.; Jefferies, E.; Seli, P.; Huntenburg, J. M.; Liem, F.; Lauckner, M.; Oligschläger, S.; Bernhardt, B.; Villringer, A.; Margulies, D. S. (2017) Individual variation in intentionality in the mind-wandering state is reflected in the integration of the default-mode, fronto-parietal, and limbic networks. NeuroImage 146, 226 - 235.

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Johannes Golchert
Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig
jgolchert@cbs.mpg.de

Dr. Daniel S. Margulies
Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig
Tel. 0341 9940-2612
margulies@cbs.mpg.de

Verena Müller
Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig
Tel. 0341 9940-148
verenamueller@cbs.mpg.de

Dr. Harald Rösch Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Diabetische Fußsyndrom (DFS): Diabetes mellitus

Medizin am Abend Berlin Fazit: Diabetisches Fußsyndrom endet zu oft mit Amputation

Das Diabetische Fußsyndrom (DFS) ist eine gefürchtete Folge des Diabetes mellitus: 

Nerven und Blutgefäße in den Füßen werden durch den hohen Blutzuckerspiegel so schwer geschädigt, dass selbst kleine Wunden schlecht heilen, sich infizieren und teilweise bis zum Knochen ausweiten. 

Am Ende bleibt nur noch die Amputation, um das Wundgeschehen in den Griff zu bekommen. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachFrage: Wie feiern Sie.....? 


Der belastende Eingriff lässt sich jedoch in vielen Fällen verhindern. 

Hierfür ist es nötig, die Patienten bereits früh durch ein fächerübergreifendes Netzwerk kompetenter Experten zu betreuen. 
 
Wie eine solche Versorgung aussehen sollte, diskutieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) auf der Vorab-Pressekonferenz anlässlich des 123. Internistenkongresses am 27. April 2017 in Mannheim.
  • Immerhin 70 Prozent der Amputationen, die in Deutschland jedes Jahr vorgenommen werden – das sind rund 40.000 – betreffen Patienten mit Diabetes mellitus. 
Vier Fünftel dieser Eingriffe ließen sich mit einer geeigneten Behandlung vermeiden, ist Professor Dr. med. Ralf Lobmann, Ärztlicher Direktor der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie am Klinikum Stuttgart, überzeugt. 

  • Um das zu erreichen, müssen ärztliche Spezialisten wie Diabetologen und Gefäßchirurgen eng mit Vertretern anderer Gesundheitsberufe wie Podologen, Wundassistenten und Orthopädie-Schuhtechnikern zusammenarbeiten.
Zu den Grundprinzipien der Behandlung zählen dabei zunächst eine optimale Stoffwechseleinstellung und die konsequente Entlastung des betroffenen Fußes. 
  • Bei Infektionen ist eine gezielte Behandlung mit Antibiotika unerlässlich. 
„Wenn die Durchblutung des Fußes stark eingeschränkt ist, müssen einzelne Gefäße durch Ballon-Katheterisierung erweitert oder durch einen gefäßchirurgischen Bypass umgangen werden“, erläutert Lobmann. 

Um Rückfälle zu vermeiden sei es auch wichtig, die Schuhe optimal an den (Rest-)Fuß anzupassen und Druckstellen zu vermeiden.

Wie eine erste Datenanalyse ergab, ist das Konzept durchaus erfolgreich: Von rund 18.500 DFS-Patienten, die zwischen 2005 und 2012 in zertifizierten Zentren behandelt wurden, mussten nur 3,1 Prozent eine sogenannte hohe Amputation erdulden, bei der der Fuß oberhalb des Sprunggelenks abgenommen wird.

Dieser Wert liegt deutlich unter der allgemein üblichen Rate von 10 bis 20 Prozent. In 17,5 Prozent der Fälle war eine Amputation unterhalb des Knöchels notwendig. 

„Die Zahlen machen deutlich, dass durch die Betreuung in spezialisierten Zentren viele Amputationen vermieden werden können“, sagt Lobmann.

Ein DFS lässt sich am besten verhindern, indem der behandelnde Arzt seinen Patienten optimal über seine Erkrankung informiert. 

„Jeder Diabetes-Patient sollte beispielsweise bereits früh dazu angeleitet werden, seine Füße genau zu inspizieren“, ergänzt Professor Dr. med. Petra-Maria Schumm-Draeger, Vorsitzende der DGIM und Präsidentin des 123. Internistenkongressses.

Denn die Wunden sind meist schmerzlos und werden daher oft erst spät bemerkt. 

Bis ein Arzt oder Podologe sie zu Gesicht bekommt, kann es dann bereits zu spät sein.

Sobald erste Anzeichen des DFS vorliegen, sei die interdisziplinäre Behandlung des Patienten unerlässlich, um das Risiko einer Amputation zu senken.

Ralf Lobmann ist Sprecher der AG Fuß innerhalb der Deutschen Diabetes Gesellschaft, die es sich zum Ziel gesetzt hat, eben solche fächerübergreifenden Versorgungsstrukturen für die Behandlung des Diabetischen Fußes in Deutschland zu etablieren und zu zertifizieren.

„Wir hoffen, damit die erschreckend hohe Zahl von Amputationen senken zu können“, sagt der Stuttgarter Diabetologe.

 Weitere Informationen zum Kongress finden Interessierte hier: http://www.dgim2017.de

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Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM)
Anne-Katrin Döbler
Janina Wetzstein
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70451 Stuttgart
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„Was hält uns zusammen? Erfahrungen, Engagement und Stärken junger Krebspatienten.“

EINLADUNG:

PODIUMSDISKUSSION ANLÄSSLICH DER 8. Berliner Stiftungswoche

Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs beteiligt sich auch in diesem Jahr an der nunmehr zum 8. Mal stattfindenden Berliner Stiftungswoche und lädt Sie herzlich am

Dienstag, 25. April 2017, 18:30 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr)
in die Google-Repräsentanz Deutschland, Unter den Linden 14, 10117 Berlin-Mitte
zur  Podiumsdiskussion „Was hält uns zusammen? Erfahrungen, Engagement und Stärken junger Krebspatienten.“
ein. 

Der Eintritt ist frei, aber nur nach Voranmeldung bis zum 20. April2017 unter der Telefonnummer 030/ 280 930 560 oder per E-Mail f.frodl@junge-erwachsene-mit–krebs.de möglich.
 
Auf dem Podium diskutieren

Hermann Gröhe (angefragt)
o   Bundesminister für Gesundheit

Prof. Dr. med. Mathias Freund
o   Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs, Emeritus Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin der Universitätsklinik Rostock

Prof. Dr. med. Diana Lüftner
o   Vorstandsmitglied in der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V.
o   Medizinische Klinik mit Schwerpunkt für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie der Charité Berlin, Campus Benjamin Franklin

Timur Ohloff
o   Student der Politikwissenschaften in Berlin und Oxford, Rhodes-Stipendiat
o   Erfolgreiche Behandlung einer Hodenkrebs-Erkrankung
o   Ehrenamtlich engagiert für die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs 

Benjamin Köhler
o   Fußballspieler bei 1. FC UNION BERLIN
o   Erfolgreiche Behandlung einer Krebserkrankung

Lea Marlen Woitack (angefragt)
o   Schauspielerin
o   Botschafterin der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs 

Nach der etwa anderthalbstündigen Diskussion sind die Gäste zu einem kleinen Empfang für den persönlichen Austausch mit den Podiumsteilnehmern und dem Publikum geladen.

Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs ist im Juli 2014 von der DGHO – Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. gegründet worden. Ihre Arbeit ist als gemeinnützig anerkannt und wird ausschließlich aus Spenden finanziert. Jährlich erkranken ca. 15.000 Menschen im Alter von 18 bis 39 Jahren an Krebs. Junge krebskranke Erwachsene benötigen eine spezielle medizinische Behandlung und psychosoziale Versorgung. Die Stiftung setzt sich für die Verbesserung der Therapiemöglichkeiten und der Nachsorge junger Krebspatientinnen und -patienten ein und ist gleichzeitig Ansprechpartner für Patienten, Angehörige, Wissenschaftler, Unterstützer und die Öffentlichkeit.
Für Rückfragen und weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung: 

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Frauke Frodl
Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs
Berolinahaus, Alexanderplatz 1, 10178 Berlin
Telefon: 030 28 09 30 56 0
Fax: 030 28 09 30 56 9
f.frodl@junge-erwachsene-mit-krebs.de

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Schoko - Osterhase 2017 - unser Afrikanischer Freund in Deutschland

Medizin am Abend Berlin Fazit: 200 Millionen Schoko-Osterhasen werden jedes Jahr produziert. 

Doch woher kommen sie eigentlich?

Bis Saisonware bei uns in den Regalen der Supermärkte landet, wird sie manchmal um die halbe Welt geschifft. 

Wie die Lieferkette von Schoko-Osterhasen aussieht, erklärt der Logistik- und Handel-Experte der Hochschule Fresenius, Professor Dr. Heinz Walterscheid. 
 
Bald ist Ostern. Doch schon kurz nach der Weihnachtszeit steht er in den Regalen der Supermarktketten:

Der Schoko-Osterhase. Für diese reibungslose Lieferkette sorgen im Hintergrund Logistiker und Handelsunternehmen.

FRAGE: Herr Professor Walterscheid, welche Wege legt ein Schoko-Osterhase gewöhnlich zurück, bevor er bei uns im Supermarkt steht?

ANTWORT: Der überwiegende Teil der in Deutschland angebotenen Schoko-Osterhasen wird in Deutschland selbst produziert, z.B. von Lindt in Aachen und von der Firma Rübezahl in Dettingen.
Das letztgenannte Unternehmen produziert alleine jährlich etwa 25 Millionen der insgesamt rund 200 Millionen produzierten Schoko-Osterhasen in Deutschland und versorgt damit zahlreiche Discounter und Supermarktketten. Allerdings werden nicht alle 200 Millionen Schoko-Osterhasen auch in Deutschland konsumiert: Etwa 90 Millionen werden jährlich exportiert.

FRAGE: Dann hat unser Schoko-Osterhase also nur einen relativ kurzen Weg zu uns zurückzulegen?

ANTWORT: Der fertig produzierte Schoko-Osterhase ja. Betrachtet man aber die Bestandteile eines Hasen mit etwa 30 Prozent Kakao, Kakaobutter und vor allem auch Zucker und Vollmilchpulver, so ergeben sich hier sehr lange Wege. Der größte Teil des Kakaos kommt per Seeschiff aus Afrika nach Deutschland.
Die drei wichtigsten Kakaoanbauländer sind die Elfenbeinküste, Ghana und Nigeria, wo der Kakao auf Plantagen angebaut und die geernteten Kakaobohnen fermentiert, getrocknet und in Säcke verpackt werden. Die Kakaobohnen werden dann entweder noch im Anbauland oder erst nach dem Export in Deutschland zu Kakaomasse weiterverarbeitet. So haben viele unserer Schoko-Osterhasen auch einen afrikanischen Hintergrund.

FRAGE: Heute möchten viele Konsumenten nachhaltige Produkte kaufen, also auch fair produzierte und gehandelte Schoko-Osterhasen. Wie kann man sich hier als Verbraucher orientieren? 

ANTWORT: Viele Handelsunternehmen und Hersteller haben auf den Trend reagiert und bieten nun vermehrt sozial nachhaltig zertifizierte Schoko-Osterhasen an. Die beiden wichtigsten Siegel, an denen man sich orientieren kann, sind "Fairtrade Cocoa Program" und "UTZ Certified Kakao". Wie die Namen zeigen, handelt es sich jeweils bei dem für die Schoko-Osterhasen verwendeten Kakao um sozial nachhaltig produzierten und gehandelten Kakao. Diese Schoko-Osterhasen sind dadurch zwar meist etwas teurer, aber viele Konsumenten sind bereit, für nachhaltige Produkte einen Aufpreis zu bezahlen.

FRAGE: Häufig wird vermutet, dass der Schoko-Osterhase eigentlich der neu eingekleidete Schoko-Weihnachtsmann ist. Ist da etwas Wahres dran? 

ANTWORT: Nein. Die Schoko-Osterhasen werden immer aus frisch hergestellter Schokoladenmasse produziert.

FRAGE: Und was passiert mit den Schoko-Osterhasen, die zu Ostern nicht in den Supermärkten verkauft werden?

ANTWORT: Diese werden nicht wieder eingelagert, sondern zum Teil an Tafeln und andere gemeinnützige Organisationen verschenkt oder stark vergünstigt abgegeben.


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Zinkstatus des Herzmuskel, Leber, Niere, Pankreas?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Zinkversorgung beeinflusst Herzgesundheit

Neben den essentiellen Stoffwechselfunktionen beeinflusst der Zinkstatus im Körper auch das Herz. 

Tritt oxidativer Stress auf, ist womöglich ein Zinkmangel vorhanden, der sich am Herzmuskel ablesen lässt. 

Eine Studie der Technischen Universität München (TUM) zeigt den Zusammenhang des Gesamtgehaltes an Zink im Körper und der Gesundheit des Herzens auf.  
  • Oxidativer Stress entwickelt sich, wenn in der Zelle mehr freie Radikale gebildet werden als durch Antioxidantien wie beispielsweise Vitamin E abgefangen werden können. 
  • Dass schwerer Zinkmangel mit klinischen Symptomen den Zellstress erhöht, wurde bereits belegt. 

So ein extremer Mangel ist jedoch sehr selten.

Viel häufiger kommen dagegen kurzfristige und latente Unterversorgungen an Zink vor. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Zinkstatus im Labor 


Inwiefern auch hier ein Zusammenhang zu oxidativem Stress besteht, wurde bislang wenig untersucht.

Aufgrund seiner hohen Stoffwechselaktivität haben sich die Wissenschaftler auf den Herzmuskel konzentriert.

Hier entstehen bezogen auf die Gewebemasse besonders viele freie Radikale.

Zudem hat der Herzmuskel auch noch eine geringere anti-oxidative Kapazität als andere Gewebe. Daher ist dieser Muskel für oxidativen Stress besonders anfällig.

Für die in „The Journal of Nutrition“ erschienene Studie ist dies an zwei Antioxidantien nachgewiesen worden: Glutathion und Vitamin E (α-Tocopherol).

Beide machen freie Radikale unschädlich, wobei insbesondere Vitamin E für die Unversehrtheit der Zellmembran verantwortlich ist. Die Zellmembran grenzt den Zellinhalt gegen die Umwelt ab.

Oxidativer Stress wird vom Zinkstatus gesteuert

Es wurde jungen Ferkeln für wenige Tage das Nahrungszink in unterschiedlichem Ausmaß vorenthalten. So konnten die Wissenschaftler nachvollziehen, wie sich ein schwindendes Zinkdepot auf den Herzmuskel der Tiere auswirkt:

Sie konnten nun beobachten, dass der Vorrat an Glutathion im Herzmuskel parallel zum Zinkstatus abnahm.

Somit beeinflusst die Zinkversorgung des Körpers bereits in diesem frühen Stadium die Fähigkeit des Herzens, mit oxidativem Stress umzugehen.

Dieser ist nach gegenwärtigem Stand der Forschung daran beteiligt, dass Herzerkrankungen entstehen.

Ebenso zeigte sich, dass Gene, die für den programmierten Zelltod verantwortlich sind (Apoptose), in dieser Phase des Zellstresses mit schwindendem Zink hochreguliert werden.

 „Der Organismus kann den entstandenen Zinkmangel nicht mehr ausgleichen, obwohl unsere Tests nur über wenige Tage liefen“, sagt Erstautor Daniel Brugger vom Lehrstuhl für Tierernährung der TU München.

Eine Kompensation des Herzens wurde im weiteren Verlauf beobachtet:

 „Nach der ersten Phase, in der sich eine Reduktion der Herzzinkgehaltes zeigte, steuerte der Herzmuskel gegen und erhöhte den Zinkgehalt wieder auf das Ausgangsniveau.

  • Dies geschieht allerdings zulasten der Zinkgehalte in anderen Organen – allen voran der Leber, Niere und des Pankreas.“ 
  • Weitere, noch nicht veröffentlichte Daten zeigen zudem, dass daraufhin beispielsweise in der Leber subklinische Entzündungen aufgrund des dort einsetzenden Zinkmangels auftreten. 
Dass scheint auch andere Gewebe allen voran die primären Immungewebe zu betreffen.

Um dies bestätigen zu können, sind weitere Studien notwendig.

Publikation:
Daniel Brugger und Wilhelm M. Windisch: Short-Term Subclinical Zinc Deficiency in Weaned Piglets Affects Cardiac Redox Metabolism and Zinc Concentration, Journal of Nutrition 2017.
DOI: 10.3945/jn.116.240804
http://jn.nutrition.org/content/early/2017/02/15/jn.116.240804.full.pdf

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Vorhofflimmern, ungeklärte Schlaganfälle, Ohnmachtsanfälle, Synkopen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Weltpremiere der Telemedizin in Bad Oeynhausen

Implantierbare Herzmonitore sind jetzt Smartphone-kompatibel

Erstmals weltweit haben Kardiologen des Herz- und Diabeteszentrums NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, heute Patienten mit implantierbaren Mini-Überwachungsgeräten der allerneuesten Generation versorgt, welche die aufgenommenen Daten an handelsübliche Smartphones übermitteln können. 


Diese Weltneuheit der Telemedizin erhöht die Komfortabilität und eröffnet Perspektiven für Patienten, die unter Vorhofflimmern, ungeklärten Schlaganfällen oder Ohnmachtsanfällen leiden. 


Implantierbarer Herzmonitor ConfirmRx™  (Foto: Armin Kühn).
 
Das große Plus der neuen Technologie besteht in der einfachen Bedienbarkeit:

Über eine interaktive App (myMerlin™) auf dem Handy können Patienten die EKG-Aufzeichnungen des kleinen, implantierten Herzmonitors weiterleiten und zugleich mit ihrem Arzt kommunizieren. Die miniaturisierten Überwachungsgeräte sind nur wenige Zentimeter lang und ohne die verbindende Smartphone-Technologie bereits seit einigen Jahren im klinischen Einsatz.

Sie werden unter örtlicher Betäubung unter der Haut platziert und können über Zeiträume von bis zu drei Jahren alle relevanten EKG-Daten aufzeichnen.


Diese Daten mussten bisher mit Hilfe eines hochfrequenten Sendegerätes oder mit einem Transmitter entweder beim Arzt ausgelesen oder an ihn übermittelt werden.

Die neue Herzmonitorgeneration erlaubt es dem Patienten nicht nur, seine Symptome am eigenen Smartphone zu erfassen und bestimmte Ereignisse genauer zu beschreiben. 

Sie werde dank automatischer Mitteilungsfunktion auch Zeit und Kosten sparen, betonte Prof. Dr. Dieter Horstkotte, Direktor der Klinik für Kardiologie im HDZ NRW. Zudem werde das Selbstmanagement der Patienten im Umgang mit der eigenen Erkrankung unterstützt.

Dabei gehe es vor allem darum, der Ursache von Herzrhythmusstörungen, ungeklärten Ohnmachtsanfällen (Synkopen) oder Schlaganfällen auf die Spur zu kommen, um eine individuelle Behandlungsstrategie zu entwickeln. 

Mobile EKG-Geräte lieferten häufig keine ausreichende Information über seltene Ereignisse. Deshalb empfehle sich eine dauerhafte Überwachung des Herzrhythmus rund um die Uhr mittels implantiertem Herzmonitor.

Privatdozent Dr. Georg Nölker, Leiter des Katheterlabors für Elektrophysiologie am HDZ NRW, und sein Stellvertreter Dr. Klaus-Jürgen Gutleben haben die weltweit ersten Patienten mit den neuen Herzmonitoren (Name: Confirm Rx™, Abbott) versorgt, die über das Handy bedient werden können. 
„Wenn wir die Ursachen für ungeklärte Herz- oder Schlaganfallereignisse herausfinden wollen, sind wir auf die Unterstützung unserer Patienten angewiesen“, erläutert Nölker den Nutzen der neuen Technik. 
„Smartphones sind jederzeit verfügbar und leicht zu bedienen. Wir erhoffen uns dadurch mehr und genauere Angaben über seltene und für einen begrenzten Zeitraum auftretende Ereignisse, um den Patienten zukünftig durch rasche Diagnose und Therapie zu helfen.“

Innovative Diagnosehilfe

Den kleinsten und neuesten Herzmonitor der Welt in technischer Hinsicht an die Smartphone-Nutzung anzupassen, habe einige Entwicklungszeit in Anspruch genommen. Die europaweite Zulassung (CE-Zertifizierung) liegt vor. 

Die exakt auf das Implantat abgestimmte App ist für Android und iOS-Geräte gleichermaßen gut und in über 35 Sprachen verfügbar.

Sie ermöglicht die Vernetzung kardialer Geräte mit integrierter Bluetooth® Low Energy-Funktechnologie.

„Die kontinuierliche Aufzeichnung der Herzrhythmus-Daten ist über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren möglich“, betont Dr. Nölker, der die Innovation auf der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim erstmals vorstellen wird.  

Die Chance, z.B. ein bisher unbemerktes Vorhofflimmern mit der neuen Diagnosehilfe aufzuspüren, sei mindestens sechs Mal so groß im Vergleich zu mobilen Langzeit-EKG-Geräten.


So lautet die Einschätzung der Experten im Herz- und Diabeteszentrum NRW. Die telemedizinische Betreuung der Patienten erfolgt über das Institut für angewandte Telemedizin (IFAT) am HDZ NRW unter der Leitung von Dr. Martin Schultz unter Berücksichtigung der geltenden medizin- und datenschutzrechtlichen Anforderungen. Diese sehen u.a. vor, dass Patienten eine schriftliche Einverständniserklärung unterzeichnen müssen, wenn sie den Herzmonitor in Verbindung mit einem Smartphone nutzen möchten.



Weltpremiere: Univ.-Prof. Dr. Dieter Horstkotte (Mitte), Direktor der Klinik für Kardiologie am HDZ NRW, mit seinen Oberärzten Privatdozent Dr. Georg Nölker (r.) und Dr. Klaus-Jürgen Gutleben Foto: Armin Kühn).

Auf die Diagnose und Behandlung von Herzrhythmusstörungen ist das Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen, als Spezialklinik mit allen modernen Verfahren seit mehr als 30 Jahren ausgerichtet.

Der von den Oberärzten PD Dr. Georg Nölker und Dr. Klaus-Jürgen Gutleben geleitete Bereich der Elektrophysiologie im HDZ NRW zählt mit voraussichtlich über 1000 Katheterbehandlungen in diesem Jahr zu den führenden Behandlungseinrichtungen in Deutschland.

Die Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum ist an den Innovationen der Medizintechnik unmittelbar beteiligt, um seinen Patienten jederzeit die modernsten verfügbaren Behandlungsverfahren anbieten zu können.

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Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
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Anna Reiss 
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Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen mit 37.000 Patienten pro Jahr, davon 14.400 in stationärer Behandlung, zu den größten und modernsten Zentren seiner Art in Europa.

Die Klinik für Kardiologie des HDZ NRW unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dieter Horstkotte ist spezialisiert auf die Behandlung der Koronaren Herzkrankheit, Herzklappenfehler, Herzmuskelerkrankungen, Herzrhythmusstörungen und entzündliche Herzerkrankungen. In der Klinik für Kardiologie werden jährlich 8.000 Herzkatheteruntersuchungen durchgeführt. Rund 8.500 Patienten pro Jahr kommen zur ambulanten Behandlung in die Klinik. Modernste diagnostische und bildgebende Verfahren sowie alle modernen Kathetertechniken sichern die bestmögliche und schonende medizinische Versorgung der Patienten. Die Klinik ist Europäisches und Nationales Exzellenz-Zentrum zur Bluthochdruckbehandlung, anerkanntes Brustschmerzzentrum (CPU – Chest Pain Unit) sowie als überregionales Zentrum zur Versorgung Erwachsener mit angeborenem Herzfehler (EMAH) zertifiziert.

Weitere Informationen:
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Dimere: Atherosklerose- und Lungenentzündungen, Thomboseneigung,

Medizin am Abend Berlin Fazit: Entzündungen - Steuerung im Doppel

Viele Chemokine schließen sich als Duo zusammen. 

Wie präzise diese Signalmoleküle dann Immunzellen zu ihrem Einsatzort lotsen können, haben LMU-Mediziner analysiert. Möglicherweise ergibt sich daraus ein Ansatzpunkt für neue Therapien. 
 
  • Chemokine sind kleine Signalproteine, die Zellen an bestimmte Orte innerhalb des Körpers locken. 

Insbesondere lotsen sie Immunzellen in infizierte oder verletzte Gewebe. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFach-Info: Labor Dimere  


Die Zellen folgen dabei gleichsam einem Anstieg der Chemokin-Konzentration hin zum Ort mit der größten Chemokin-Dichte.  

Chemokine sind daher an Entzündungsreaktionen beteiligt, mit denen die Körperabwehr Schädigungen bekämpft.

  • Sie spielen unter anderem auch eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Atherosklerose, die auf chronischen Gefäßentzündungen beruht. 

Forscher um die LMU-Mediziner Professor Christian Weber und Dr. Philipp von Hundelshausen haben nun erstmals systematisch untersucht, ob und wie Interaktionen zwischen unterschiedlichen Chemokinen deren Funktionen beeinflussen, und ihre Ergebnisse im Fachmagazin Science Translational Medicine veröffentlicht.

Viele Chemokine schließen sich zu Dimeren zusammen, das heißt sie bilden Zweierverbünde.
Die Interaktion zwischen diesen Partnern kann deren Funktion potenziell verstärken oder hemmen. Deshalb könnten sogenannte Heterodimere, bei denen sich zwei verschiedene Chemokine zusammengeschlossen haben, auch ein interessantes Ziel für neue Therapien gegen akute und chronische Entzündungen sein. „Bisher war allerdings nur ein einziges Heterodimer ausreichend charakterisiert, das sich für eine therapeutische Intervention mit Peptiden eignet. 

Diese Chemokine verstärken gemeinsam die Einwanderung Atherosklerose-fördernder Monozyten in entzündete Gefäßwände“, sagt Weber.

Die Wissenschaftler haben nun erstmals systematisch alle möglichen Interaktionen zwischen den etwa 50 bekannten Chemokinen kartiert und untersucht, ob weitere Heterodimere funktionell relevant und möglicherweise therapeutisch beeinflussbar sind. Mithilfe aufwändiger Struktur-Funktions-Analysen und transgener Mausmodelle konnten die Forscher nachweisen, dass insbesondere solche Chemokine interagieren, die im Rahmen einer Entzündungsreaktion gebildet werden. Dabei machten die Forscher zwei Arten des Zusammenschlusses aus, die sich strukturell unterscheiden.

Die entsprechenden Dimere werden als CC- bzw. CXC-Dimere bezeichnet.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese beiden Subtypen unterschiedliche Wirkungen haben: Dimere vom CC-Typ verstärken die Chemokin-Wirkung. Im Mausmodell fördern sie die Entstehung von akuten Lungenentzündungen und Atherosklerose. Dimere vom CXC-Typ dagegen hemmen die chemokine Wirkung. Die Bildung spezifischer Chemokin-Heterodimere ermöglicht dem Organismus somit eine fein austarierte Steuerung der Chemokinaktivität“, sagt von Hundelshausen.

„Wir konnten im Rahmen der Studie die Atherosklerose- und Lungenentzündungen-fördernde Wirkung von CC-Heterodimeren, aber auch die Blutplättchenaggregation und damit die Thromboseneigung, die durch CXC-Dimere gefördert wird, mithilfe synthetischer Peptide spezifisch hemmen“, sagt Weber. 

Solche Peptide könnten demnach die Basis für die Entwicklung neuer Therapeutika bilden.
Science Translational Medicine 2017

Publikation:
Chemokine interactome mapping enables tailored intervention in acute and chronic inflammation
P. von Hundelshausen, S.M. Agten, V. Eckardt, X. Blanchet, M. M. Schmitt, H. Ippel, C. Neideck, K. Bidzhekov, J. Leberzammer, K. Wichapong, A. Faussner, M. Drechsler, J. Grommes, J. van Geffen, H. Li, A. Ortega-Gomez,R. T. A. Megens, R. Naumann, I. Dijkgraaf, G. A.F. Nicolaes, Y. Döring, O. Soehnlein, E. Lutgens, J. W.M. Heemskerk, R. R. Koenen, K. H. Mayo, T. M. Hackeng, C. Weber
Science Translational Medicine 2017

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Nesselsucht: Kälteurtikaria - Urticaria Factitia

Medizin am Abend Berlin Fazit: Asthma-Medikament hilft auch bei Hauterkrankung

Erfolgreiche Behandlung der induzierten Nesselsucht mit Omalizumab 
 
Patienten, deren Haut bei Kälte oder Reibung stark juckende Quaddeln bildet, profitieren von einer Therapie mit dem Asthma-Mittel Omalizumab. 

In gleich zwei klinischen Studien haben Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin die hohe Wirksamkeit des Wirkstoffes bei verschiedenen Formen der Nesselsucht nachgewiesen. Die Studien sind in der aktuellen Ausgabe des Journal of Allergy and Clinical Immunology* publiziert.

Bei der Kälteurtikaria und der Urticaria factitia, zwei unterschiedlichen Formen der Nesselsucht, rufen bestimmte physikalische Reize wie Kälte, oder Reibung stark juckende Quaddeln auf der Haut hervor. 
  • So kann beispielsweise ein Patient mit einer Kälteurtikaria nicht in der Ostsee baden, ohne Gefahr zu laufen, einen allergischen Schock zu erleiden und keine Gegenstände in der Hand halten, die kühler sind als die Raumtemperatur. 
Bei Patienten mit einer schweren Urticaria factitia führt bereits die leichte Reibung der Haut durch enge Kleidung oder Körperkontakt zu quälendem Juckreiz. 
Dadurch sind die Betroffenen in ihrer Lebensqualität oft eingeschränkt, sie müssen ihr Sozialleben und ihre Berufswahl der Erkrankung anpassen.

In zwei Investigator-initiierten, multizentrischen, randomisierten und Placebo-kontrollierten Studien behandelten Wissenschaftler der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie 61 Patienten mit Urticaria factitia und 31 Patienten mit Kälteurtikaria über einen Zeitraum von drei Monaten mit dem monoklonalen Antikörper Omalizumab.

Um die Effektivität der Behandlung zu überprüfen, wurde bei allen Studienteilnehmern der individuelle Schwellenwert zur Auslösung der Krankheitssymptome mithilfe objektiver Messverfahren bestimmt:

Zunächst vor Gabe der Medikation, dann alle vier Wochen nach Erhalt der ersten zwei und zwei Wochen nach der letzten Gabe. Im Ergebnis zeigte sich für beide Krankheitsbilder, dass Omalizumab zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden führte. Knapp die Hälfte der Patienten mit Kälteurtikaria und Urticaria factitia waren nach der Behandlung sogar vollständig vor dem Auftreten der Beschwerden geschützt - auch nach Kontakt mit den entsprechenden Reizen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass schwerbetroffene Patienten, die unter einer induzierbaren Urtikaria leiden, von einer Therapie mit Omalizumab profitieren können“, sagt Prof. Dr. Martin Metz. Bislang ist der Wirkstoff allerdings nur für die klassische Nesselsucht, die chronische spontane Urtikaria zugelassen.

„Durch den Nachweis der Wirksamkeit im Rahmen unserer Studien ist jedoch zu hoffen, dass auch Patienten, die unter Kälteurtikaria und Urticaria factitia leiden, künftig eine Therapie mit dem Medikament erhalten können“, fügt Prof. Metz hinzu.

Originalpublikation: Omalizumab is Effective in Cold Urticaria - Results of a Randomized, Placebo Controlled Trial. Martin Metz, M.D., Andrea Schütz, M.D., Karsten Weller, M.D., Marina Gorczyza, M.D., Sebastian Zimmer, M.D., Petra Staubach, M.D., Hans F. Merk, M.D., Marcus, Maurer, M.D. DOI: 10.1016/j.jaci.2017.01.043.

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