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360° TOP-Thema: Karneval der Kulturen Berlin: Rettungsstelle: Diabetes und Schlaganfall - Glukosesteuerung

Medizin am Abend Berlin:  Diabetes und Schlaganfall

Glukosesteuerung von der Akutbehandlung bis zur Nachsorge empfohlen

Beim Blick auf absolute Häufigkeiten hat der Schlaganfall den Herzinfarkt überholt. 

Fast 60 Prozent der Patienten mit Insult weisen metabolische Störungen auf. 

In 10 bis 25 Prozent bestätigt sich die Diagnose Diabetes. 

Ein Versorgungsmanagement könnte helfen, die Prognose nach Schlaganfall zu verbessern. 
 
Neben Blutdruck und Antikoagulation sollte die Glukoseeinstellung Bestandteil der Therapie sein, davon ist die Stiftung DHD (Der herzkranke Diabetiker) überzeugt. 

Die Behandlung bei Schlaganfall muss multimodal sein. Alle Risikofaktoren sollten adressiert werden. 
Seit 2015 im Kuratorium der Stiftung DHD: Prof. Dr. med. Dr. h.c. E. Bernd Ringelstein, ehemaliger Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Münster
 Seit 2015 im Kuratorium der Stiftung DHD: Prof. Dr. med. Dr. h.c. E. Bernd Ringelstein, ehemaliger Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Münster  Foto: UK Münster

"Hohes Alter, Rauchen, Hypertonie und Vorhofflimmern bei Diabetes entwickeln ein besonderes Kausalgewicht", sagt Professor E. Bernd Ringelstein von der Stiftung DHD. 
  • Hirninfarkte seien größer, der Krankheitsverlauf ist schwieriger. 
„Bei Schlaganfall-Patienten mit Diabetes sind Letalität und Re-Insult-Risiko erhöht.

Auch intrakranielle Stenosen treten häufiger auf“, so der Neurologe aus Münster. Selbst ohne Infarkt könne in 12 bis 15 Prozent eine zerebrovaskuläre Verschlusskrankheit nachgewiesen werden, die als Zeitbombe tickt und irgendwann in den Insult übergeht.

  • Plasmatische und plättchenbedingte Hyperkoagulabilität sowie stark entzündliche Plaques können die Ereignisse beschleunigen.
  • Prognostisch ungünstig ist, wenn Diabetes-Patienten in der sekundärpräventiven Therapie bei Schlaganfall oder TIA (Transitorisch-ischämischer Attacke) wichtige Medikamente wie Antihypertensiva, Statine, Trombozytenaggregations-Hemmer und Antidiabetika absetzen.¹
Neben konsequenter Hypertonie-Behandlung und Antikoagulation rät die Stiftung DHD dazu, die Glukosesteuerung zu optimieren.

Sie empfiehlt ein metabolisches Screening von Beginn an. 

„Im Idealfall werden Glukose- und Säure-Base-Status schon vom Notarzt erfasst“, meint Professor Diethelm Tschöpe aus Bad Oeynhausen.

Spätestens bei Feststellung der Diagnose auf der Stroke Unit sollte der Blutzucker fortlaufend überwacht werden. 

Kritische Situationen müssen vermieden werden. 
  • „Also, keine Hypoglykämien und keine exzessiven Schwankungen der Blutglukose“, warnt Tschöpe. 
  • Sonst provoziere man unerwünschte Ereignisse. Bei älteren Menschen sind Hypoglykämien auch mit erhöhtem Demenz-Risiko assoziiert.
Unabhängig vom Zeitpunkt der Diagnosestellung können nach Schlaganfall regelhafte Diabetes-Konsile und bei hochbetagten Patienten geriatrische Konsile sinnvoll sein.

Für die bessere Steuerung des Glukosemanagements in der neurologischen Versorgung hat die Stiftung DHD einen Vorschlag entwickelt (Abb.). Sie plädiert dafür, dass die Therapie von der Akutbehandlung bis zur Nachsorge zwischen Neurologen, Diabetologen, Internisten und Geriatern abgestimmt wird.
 Vorschlag zur Glukosesteuerung von der Akutbehandlung bis zur Nachsorge
 Vorschlag zur Glukosesteuerung von der Akutbehandlung bis zur Nachsorge
Abb.: Stiftung DHD

Auch die Rückkopplung zu ambulant weiterbehandelnden Hausärzten darf nicht fehlen. 

¹Bushnell CD, Olson DM, Zhao X, Pan W, Zimmer LO, Goldstein LB, Alberts MJ, Fagan SC, Fonarow GC, Johnston SC, Kidwell C, Labresh KA, Ovbiagele B, Schwamm L, Peterson ED, AVAIL Investigators. Secondary preventive medication persistence and adherence 1 year after stroke. Neurology 2011; 77: 1182-90

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360° TOP-Thema: Rettungsstelle: TRACHEOTOMIE Atemwegs- und Beatmungsmanagement - Intubation

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Wegweisende Erkenntnisse im Atemwegs- und Beatmungsmanagement von Schlaganfallpatienten

Wann ist der beste Zeitpunkt, eine Tracheotomie (umgangssprachlich „Luftröhrenschnitt“) bei schwer erkrankten Schlaganfallpatienten durchführen? 

Wie sollten Patienten während einer endovaskulären Schlaganfalltherapie – also der Entfernung des Blutgerinnsels mittels Katheter – beatmet und sediert werden? 

Fragen, die für Schlaganfallpatienten in Deutschland und die behandelnden Ärzte eine hohe Relevanz haben. 

Antworten liefert jetzt PD Dr. med. Julian Bösel, Oberarzt an der Neurologischen Klinik der Universität Heidelberg. Gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe erforscht er das Atemwegs- und Beatmungsmanagement von Patienten mit schweren ischämischen oder hämorrhagischen Schlaganfällen.  
  • Tracheotomie bereits in den ersten Tagen auf der Intensivstation
  • In der SETPOINT-Pilostudie konnte Studienleiter Bösel unter anderem zeigen, dass eine Tracheotomie, die bei schwerst betroffenen Schlaganfallpatienten schon in den ersten Tagen auf der Intensivstation vorgenommen wird, positive Effekte hat:
  • Die Patienten brauchen weniger Sedativa und müssen seltener vollkontrolliert beatmet werden. 
Darüber hinaus legte die Studie nahe, dass die frühe Tracheotomie die Mortalität positiv beeinflusst. 

„Die Ergebnisse waren so vielversprechend, dass wir sie momentan im Rahmen der SETPOINT2-Studie überprüfen und ausweiten wollen“, so der Neurologe aus Heidelberg. 

„Der Ansatz ist dieses Mal multizentrisch, um so durch eine große Fallzahl generalisierbarere Aussagen über den tatsächlichen Nutzen im funktionellen Outcome der Patienten machen zu können.“ Dies ist auch ganz im Sinne von IGNITE! – einer Forschungsgruppe für multizentrische klinische Neurointensivstudien innerhalb der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI), zu der viele teilnehmende Zentren gehören.

Intubation oder keine Intubation bei der endovaskulären Schlaganfallbehandlung?

Mehrere Studien haben bereits nachgewiesen, dass die katheterbasierte Rekanalisierung beim akuten ischämischen Schlaganfall wirksam ist. Dennoch sind viele Fragen zum optimalen periinterventionellen Management noch offen. 

Eine der wichtigsten betrifft das Atemwegsmanagement und die Sedierung. 

So deuten viele retrospektive Studien darauf hin, dass die weit verbreitete Intubationsnarkose während der Intervention nachteilig für den Patienten sein könnte. 

Dieser Fragestellung geht Bösel daher aktuell mit seiner Arbeitsgruppe in der Studie SIESTA nach. Sie untersuchen den Vergleich zwischen Intubationsnarkose und Leichtsedierung ohne Intubation in diesem Setting.

Neuro-Monitoring mittels Nahinfrarotspektroskopie
  • Darüber hinaus prüfte Bösel ein Neuro-Monitoring mittels Nahinfrarotspektroskopie (NIRS, nicht-invasive Messung der Hirn-Sauerstoff-Sättigung), das während der endovaskulären Schlaganfallbehandlung zum Einsatz kommt. 
  • Das Verfahren könnte während der Intervention helfen, Beatmung und Narkose bei denjenigen Patienten optimal zu steuern, die diese benötigen und daher klinisch nicht beurteilbar sind. Parameter aus dem Monitoring erlaubten aber auch Aussagen über die klinische Prognose des Patienten nach dem Eingriff.

Auszeichnung mit dem H. G. Mertens Preis

Für seine wegweisenden Arbeiten wurde PD Dr. med. Julian Bösel kürzlich der H. G. Mertens - Preis verliehen. Der Preis würdigt innovative therapierelevante Forschung im Bereich der neurologischen Intensivmedizin und allgemeinen Neurologie und wird alle zwei Jahre von der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) gemeinsam vergeben.

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Nina Meckel
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Proktologen-Hämorrhoiden: Blutrückstau - oder was...?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Hämorrhoiden: Keine falsche Scham – früher Facharztbesuch kann Operation verhindern

Rund 70 Prozent aller Erwachsenen leiden im Laufe ihres Lebens an Hämorrhoidalbeschwerden.

  • Doch trotz der unangenehmen und oft schmerzhaften Symptome suchen nur etwa vier Prozent der Betroffenen einen Arzt auf. 

Die Mehrheit der Patienten versucht – häufig aus Scham – ihre Beschwerden durch Hausmittel und Salben eigenständig zu beheben, so die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Die Experten der Fachgesellschaft empfehlen, schon bei ersten Anzeichen wie Juckreiz, Brennen und Schmerzen im Analbereich sowie Blut beim Stuhlgang oder am Toilettenpapier einen Haus- oder Facharzt aufzusuchen.  
  • Zögern Patienten die Diagnose und Therapie hinaus, müssen die geschädigten Blutgefäße am After oft operativ behandelt werden.

Hämorrhoidalleiden zählen zu den häufigen und zunehmenden Beschwerden in Industrieländern. Experten vermuten genetische Faktoren aber auch ungünstige Ernährung, mangelnde Bewegung und Übergewicht als Ursachen für die steigende Erkrankungshäufigkeit. „Ernährt man sich zu einseitig und ballaststoffarm, führt dies häufig zu Verstopfung.

Beim Toilettengang erhöht sich dadurch der Druck auf die Hämorrhoiden, also jene Gefäße, die ringförmig in der Enddarmschleimhaut oberhalb des Schließmuskels verlaufen“, erklärt Dr. med. Peter N. Meier, Chefarzt der Klinik für Gastroenenterologie, DIAKOVERE Henriettenstift gGmbH, Hannover.

  • Kommt es dann zu einem Blutrückstau, wölben sich die Gefäße mit der Schleimhaut nach außen und verursachen Probleme.

Bei der Entstehung von Beschwerden im Analbereich spielen häufig auch übertriebene Hygiene nach dem Stuhlgang, beispielsweise mit aggressiven Reinigungsmitteln oder rauem Toilettenpapier, eine Rolle, berichtet Meier. „Schonender als feuchtes Toilettenpapier ist die Reinigung mit einem wasserbefeuchteten Lappen oder einer Analdusche“, empfiehlt der Experte.

Suchen Patienten bei ersten Beschwerden den Gastroenterologen auf, können in über 95 Prozent der Fälle konservative Behandlungsmethoden, wie stuhlregulierende Medikamente, ausreichend Bewegung und ballaststoffreiche Kost, helfen. 


Erreichen Patienten jedoch den dritten oder vierten Schweregrad der Erkrankung, ist häufig ein operativer Eingriff notwendig.

„Von den rund 50 000 jährlichen Hämorrhoiden-Operationen in Deutschland ließe sich sicherlich ein Großteil verhindern, wenn Patienten frühzeitiger zum Arzt gingen“, vermutet Meier.

Aber auch nicht jeder Juckreiz am After ist auf Hämorrhoiden zurückzuführen. 

Gastroenterologen müssen hier eine große Bandbreite an Erkrankungen in Betracht ziehen.

Auch Ekzeme, Pilze oder Infektionen mit Herpes oder Humanen Papillomaviren (HPV) können ähnliche Symptome hervorrufen.

Hier sind eine professionelle Differenzialdiagnose und gegebenenfalls labordiagnostische Maßnahmen notwendig“, betont DGVS-Mediensprecher Professor Dr. med. Christian Trautwein von der Uniklinik RWTH Aachen. „Am besten ist es, gleich einen ‚Proktologen‘ aufzusuchen, also einen Arzt, der auf Leiden des Enddarms spezialisiert ist.“

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie mehr als 5000 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie unter einem Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane – zum Wohle des Patienten. Mehr unter http://www.dgvs.de


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Tumorpatient: ProtonenTherapie (UPTD) - Strahlenterapie

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Protonentherapie nun auch für Ersatzkassen-Patienten in Dresden

Der Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) hat mit dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden einen Vertrag geschlossen, der die Abrechnungsmodalitäten zur Behandlung von Tumorpatienten in der Universitäts ProtonenTherapie Dresden (UPTD) regelt. 

Damit ist der Weg frei, dass die bei Ersatzkassen versicherten Krebspatienten mit der innovativen Strahlentherapie auch in Dresden behandelt werden, ohne jeweils eine gesonderte Vereinbarung abschließen zu müssen. 
 Zukünftig profitieren Ersatzkassen-Patienten ohne Zusatzvereinbarung von den Leistungen der Dresdner Protonentherapie.
Zukünftig profitieren Ersatzkassen-Patienten ohne Zusatzvereinbarung von den Leistungen der Dresdner Protonentherapie. Uniklinikum Dresden
 
Der neue Vertrag, von dem die Patienten der Techniker Krankenkasse (TK), der BARMER GEK, der DAK-Gesundheit, der KKH Kaufmännische Krankenkasse sowie der Handelskrankenkasse (hkk) profitieren, wird die Zahl der am UPTD behandelten Patienten weiter erhöhen.

Im ersten Jahr des Betriebs der Protonentherapie wurden 100 Krebskranke bestrahlt. In diesem Jahr sollen es 160 Patienten werden. Dafür erweitert das Uniklinikum die personellen Kapazitäten des UPTD und führt ab Sommer einen Zwei-Schicht-Betrieb ein.

Von der neuen hochwirksamen und doch schonend einsetzbaren Protonentherapie profitieren derzeit vor allem Menschen mit Tumoren im Hirn, der Schädelbasis, Bauchspeicheldrüsentumoren sowie Kinder mit unterschiedlichen Krebserkrankungen.

Die Zahl der Behandlungen wird Dank des Vertrags mit dem vdek steigen. „Wir freuen uns, mit dem Verband der Ersatzkassen einen weiteren verlässlichen Partner gewonnen zu haben. Der Vertrag öffnet noch mehr Patienten einen unkomplizierteren Zugang zur hochmodernen wie innovativen Protonentherapie. Vor allem Krebskranke aus Sachsen, aber auch aus den umliegenden Bundesländern, profitieren so von der über die Ländergrenzen hinaus anerkannten Spitzenmedizin, die in dieser Form ohne die Förderung von Bund und Freistaat nicht möglich wäre“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Universitätsklinikums.

„Mit der Protonentherapie können wir Ersatzkassenversicherten eine Behandlung anbieten, die bei bestimmten Krebsarten deutliche Vorteile verspricht“, betont Silke Heinke, Leiterin der vdek-Landesvertretung Sachsen. „Gerade Kinder, die an Krebserkrankungen leiden, bedürfen einer besonderen Fürsorge. Wir sind deshalb froh, dass auch sie zu dem Patientenkreis gehören, denen diese innovative Form der Strahlentherapie zu Gute kommt.“ ,

Neben dem Dresdner Uniklinikum haben die Ersatzkassen bereits mit den Uniklinika Essen und Heidelberg Verträge zur Protonentherapie geschlossen.

Weil weltweit erst äußerst wenige Kliniken die innovative Protonentherapie anbieten, werden die Patienten in Rahmen wissenschaftlicher Studien behandelt.

Auch deshalb spielen die genaue Auswahl der Patienten, die sehr umfassende Dokumentation der Therapie und die langfristige Beobachtung der gesundheitlichen Situation der Behandelten eine wichtige Rolle.

Diese umfassende Betreuung der UPTD-Patienten ist ein weiterer Beleg dafür, dass sie eine Therapie auf weltweit höchstem Level erhalten. Dabei sind alle Tumorpatienten in die Strukturen des Universitäts KrebsCentrums Dresden eingebunden. In diesem Rahmen entscheidet ein interdisziplinäres Expertengremium – das sogenannte Tumorbord – einvernehmlich über die Art und Abfolge der Behandlung. Dies reicht von Entscheidungen für spezielle Formen der Diagnostik über Art und Abfolge der Therapie bis zur Nachsorge.

Umfassende Vorbereitung und aufwändige Qualitätssicherung

Am UPTD arbeiten Ärzte, Physiker, Wissenschaftler und Medizinische Fachangestellte sowie Technische Assistenten an der Versorgung der Patienten. Hierbei steht die Sicherheit der Behandelten an erster Stelle. Ein Beleg dafür ist die zweiwöchige Vorbereitungsphase für jeden einzelnen der mit Protonen therapierten Krebspatienten – bei der herkömmlichen Bestrahlung mit Photonen dauert diese Phase selbst bei komplexen Behandlungen meist nur eine Woche.

  • Ursache für den größeren Zeitaufwand für die Vorbereitung einer Protonentherapie ist unter anderem, dass hierfür jeder Bestrahlungsplan eine besonders aufwändige Qualitätssicherung durchläuft und vor der ersten Applikation im Patienten ein Phantommodell bestrahlt wird, um die gegebene Dosis genau zu messen. Zudem muss für jeden Patienten eine individuelle Apparatur für die jeweilige Form des Bestrahlungsfelds hergestellt werden.

Bei den aktuellen Therapiezyklen erhalten die UPTD-Patienten eine im Verhältnis zur Photonen-Bestrahlung vergleichbar hohe Dosis. „Derzeit geht es darum, die kurz- und langfristigen Nebenwirkungen zu reduzieren“, erklärt UPTD-Direktor Prof. Michael Baumann. Bei der Strahlentherapie von Hirntumoren erhofft sich das Expertenteam beispielsweise weniger Gedächtnisprobleme bei den Patienten.

Diese therapiebedingte Nebenwirkung werten die Wissenschaftler derzeit bei allen mit Protonen bestrahlten Hirntumorpatienten aus und vergleichen sie mit denen, die eine Photonentherapie erhielten.

  • Wenn sich die Erwartungen auf die positiven Effekte der Protonentherapie erfüllen, sollen in einem zweiten Schritt Patientengruppen mit besonders aggressiven Erkrankungen identifiziert werden. 

An dieser Gruppe wollen die UPTD-Experten dann untersuchen, ob sich der Tumor mit einer erhöhten Protonenstrahlendosis besser bekämpfen lässt. Weil die Daten jedes Patienten und jedes Behandlungszyklus´ in diese wissenschaftlichen Netzwerke einfließen, sind im Vorfeld jeder Protonentherapie alle notwendigen Kriterien zu überprüfen und sorgfältig zu dokumentieren. Auch der Ablauf und die Effekte der Therapie müssen erhoben werden. Erst diese mit einem hohen Aufwand verbundene wissenschaftliche Begleitung jedes einzelnen Falls schafft die Basis dafür, die Wirksamkeit dieser innovativen Therapie mit den Behandlungen an den anderen Protonenzentren zu vergleichen und wissenschaftlich zu überprüfen.

Schonende Behandlung von Tumoren in komplizierten Lagen

Die Universitäts ProtonenTherapie Dresden behandelt derzeit eine Reihe von Tumoren bei Kindern. 

Hinzu kommen Tumoren der Schädelbasis und solche, die in der Nähe des Rückenmarks liegen, sowie Speicheldrüsentumoren. 

  • Im Fokus der UPTD stehen auch Tumoren, die sich aufgrund ihrer individuell komplizierten Lage mit der üblichen Strahlentherapie nicht oder nur unzureichend behandeln lassen, weil die dafür notwendige Strahlendosis nicht eingesetzt werden kann. 
  • Zudem therapieren die Experten ausgewählte Patienten mit lokal begrenzten Tumoren in vorbestrahltem Gewebe, bei denen eine erneute Photonentherapie das Risiko schwerer chronischer Nebenwirkungen deutlich erhöhen würde. 

„Es ist in manchen Fällen sogar möglich, schwangere Krebspatientinnen, die eine Strahlentherapie benötigen, mit Protonen zu bestrahlen. 

Hierbei erfolgt immer eine individuelle Abwägung von Nutzen und Risiken.

Die in der Gebärmutter zu erwartenden Strahlendosen werden genau berechnet und die Patientinnen gemeinsam mit den Kollegen der Frauenklinik über die bestmögliche Therapieoption beraten“, berichtet die stellvertretende UPTD-Direktorin Prof. Mechthild Krause.


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Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)
Universitäts ProtonenTherapie Landesvertretung Sachsen
Direktor: Prof. Dr. med. Michael Baumann Pressesprecher Dirk Bunzel
Tel.: 0351 458 15693 (hotline) Tel. 0351/ 8 76 55 37
E-Mail: protonentherapie@uniklinikum-dresden.de dirk.bunzel@vdek.com
Holger Ostermeyer Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

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360° TOP-Hinweis: Rettungsstelle: Neuropeptid Oxytocin: Autismus + Asperger-Syndrom

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Oxytocin schärft die Sinne

Das Neuropeptid Oxytocin ist ein neuer Therapieansatz bei psychischen Erkrankungen, die mit Beeinträchtigungen sozialer Interaktionen einhergehen. 

Wissenschaftler des ZI konnten nun einen Mechanismus von der Verhaltensebene bis hin zu seinen Auswirkungen auf synaptische Netzwerke aufklären, über den Oxytocin die Erkennung und Zuordnung relevanter sozialer Reize verbessert. 

Unter dem Titel „Oxytocin Enhances Social Recognition by Modulating Cortical Control of Early Olfactory Processing“ wurden die Ergebnisse der Studie in der Ausgabe des renommierten Fachjournals Neuron vom 21. April 2016 veröffentlicht. 

 Das Spiel „Memory“ erfordert geschärfte Sinne, um ähnliche Objekte zu unterscheiden und soziale Erkennung bei Mäusen zeigt Ähnlichkeiten zum „Memory Spiel"
 Das Spiel „Memory“ erfordert geschärfte Sinne, um ähnliche Objekte zu unterscheiden und soziale Erkennung bei Mäusen zeigt Ähnlichkeiten zum „Memory Spiel" . © Idee Cathrin Huber, Artwork Sebastian Wieland.
 
Soziale Interaktionen erfordern die Wahrnehmung und Wiedererkennung von Individuen. 

  • Wenn die Wahrnehmung sozialer Reize verändert beziehungsweise gestört ist, hat dies Konsequenzen auf alle folgenden Hirnprozesse bis hin zum Verhalten. 
Bereits einer der Erstbeschreiber des Autismus, der österreichische Kinderarzt Hans Asperger, betonte die veränderte Wahrnehmung von Sinnesreizen als Kennzeichen der Erkrankung. 
  • Er beschrieb 1944 als erster das später nach ihm benannte Asperger-Syndrom. 
Diesen sensorischen Defiziten wird in den letzten Jahren wieder vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt, was sich nun auch in den neuen amerikanischen diagnostischen Forschungskriterien niederschlägt.

Die Prozesse der sozialen Interaktionen können auf verschiedenen Ebenen beeinflusst oder verändert sein. 

Das Neuropeptid Oxytocin stellt hierbei einen ersten Ansatzpunkt dar, der soziale Interaktion beim Menschen beeinflusst, wie Arbeitsgruppen am ZI in den letzten Jahren zeigen konnten. Oxytocin kommt zunehmend in der klinischen Therapie zum Einsatz, beispielsweise um in Psychotherapien von Erkrankungen, die mit Beeinträchtigungen im Erkennen sozialer Signale einhergehen, eben diese Ressourcen zu verbessern.

Die Mechanismen sind jedoch nicht vollständig aufgeklärt, über die Oxytocin die Reizverarbeitung beeinflusst.

Wissenschaftler um den Neurobiologen Lennart Oettl und um den Psychiater und Neurophysiologen
Dr. Wolfgang Kelsch (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Leiter AG Entwicklungsbiologie psychiatrischer Störungen) konnte nun einen zentralen Mechanismus bei Mäusen aufklären, wie Oxytocin die Wahrnehmung und Wiedererkennung anderer Individuen moduliert. Wie die meisten anderen Tiere nutzen Mäuse vor allem den Geruchssinn, um soziale Reize wahrzunehmen. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass das vom Hirn ausgeschüttete Oxytocin das Signal-zu-Rausch-Verhalten in der sensorischen Informationsverarbeitung verbessert. 
  • Durch Oxytocin werden sogenannte Top-down-Projektionen aus der Großhirnrinde in sensorische Netzwerke aktiviert, die dort hemmende Neurone antreiben. Diese Top-down-Aktivierung verbessert die Signalqualität im Sinne eines Aufmerksamkeitsfilters, so dass die sensorische Information dann verändert an höhere Hirnareale weitergeleitet wird. Über diesen Mechanismus stärkt Oxytocin die Verarbeitung relevanter sozialer Signale und verbessert so die spätere Erkennung voriger sozialer Interaktionspartner.
„Das ist ähnlich wie bei dem Spiel Memory, bei dem es darum geht, die Sinne zu schärfen, um ähnliche Objekte zu unterscheiden und diese später zu erinnern.

Oxytocin scheint diese beiden Aspekte sozialer Interaktion zu fördern“, erklärt Wolfgang Kelsch. 

Das bedeutet, dass Oxytocin die Wahrnehmung in einen besonderen Zustand für die Verarbeitung sozialer Reize versetzt. Oxytocin wirkt auf multiple Schritte der Verarbeitung sozialer Reize.

  • Der aktuelle Befund verdeutlicht, dass die frühe Wirkung Oxytocins in der sozialen Reizwahrnehmung darauffolgende Prozesse verändert. 
  • Die hier beschriebenen Mechanismen könnten so oder ähnlich bei psychiatrischen Erkrankungen gestört sein und Defizite in der Wahrnehmung von Sinnesreizen bei Autismus erklären und, wie aktuelle Studien bei Menschen zeigen, möglicherweise als Ansatzpunkt zur Entwicklung objektivierbarer diagnostischer Kriterien dienen.

Publikation:

Oettl LL, Ravi R, Schneider M, Scheller M, Schneider P, Mitre M, da Silva Gouveia M, Froemke RC, Chao MV, Young WS, Meyer-Lindenberg A, Grinevich V, Shusterman, Kelsch W. Oxytocin enhances social recognition by modulating cortical control of early olfactory processing. Neuron (2016)
http://dx.doi.org/10.1016/j.neuron.2016.03.033

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Dr. Wolfgang Kelsch
Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg
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Tel.: +49(0)621 1703 6213
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Sigrid Wolff Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim

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20-Zeilen-CT - Protonentherapie

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Dresdner Uniklinikum nimmt Hochleistungs-CT für präzises Planen der Protonentherapie in Betrieb

Am gestrigen Montag (9. Mai 2016) nahm die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden einen weiteren Hochleistungs-Computertomografen CT in Betrieb. 

Mit dem zusätzlichen, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Gerät optimieren Strahlentherapeuten im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte die Behandlung von Tumorpatienten der „Universitäts Protonen Therapie Dresden“ (UPTD). 

Durch den neuen Topographen wird ein ähnliches, direkt im Bestrahlungsraum aufgestelltes Gerät entlastet – dieses wurde bisher nicht nur für die bildgesteuerte Protonen-Bestrahlung genutzt, sondern parallel für die Planung aller Protonenbehandlungen. 
 (v.l.n.r.) Wilfried Winzer, Kfm. Vorstand; Prof. Enghardt, Medizinische Strahlenphysik; Kerstin Streckler; Prof. Krause, stellvertretende Klinikdirektorin; Dr. Richter und Oberärztin Prof. Troost.
(v.l.n.r.) Wilfried Winzer, Kfm. Vorstand; Prof. Enghardt, Medizinische Strahlenphysik; Kerstin Streckler; Prof. Krause, stellvertretende Klinikdirektorin; Dr. Richter und Oberärztin Prof. Troost.
Foto: Uniklinikum Dresden / Holger Ostermeyer Sie sind stolz auf den neuen Computertomographen, der die
Forschungen zur Protonentherapie ebenso voranbringt wie die Krankenversorgung: Wilfried Winzer,  Kaufmännischer Vorstand des Uniklinikums; Prof. Wolfgang Enghardt, Leiter der Sektion Medizinische
Strahlenphysik; Kerstin Streckler, Leitende Medizinisch-technische Bestrahlungsassistentin; Prof. Mechthild Krause, stellvertretende Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie: Dr.
Christian Richter, Leiter der Forschungsgruppe Hochpräzisionsstrahlentherapie und Prof. Esther Troost, Oberärztin an der Klinik für Strahlentherapie.

 
Dank des neuen CT lässt sich die Zahl der Bestrahlungen nun erhöhen.

Zudem tragen ebenfalls neu beschaffte Zusatzgeräte dazu bei, die Patienten noch präziser zu behandeln. 

  • Dazu gehören drei Laser zur Simulation der Bestrahlung sowie ein Spezialgerät, das zeitgleich zum CT-Scan die Atmung des Patienten aufzeichnet und diese Information mit den Bildern koppelt. Davon profitieren vor allem Patienten mit Tumoren im Brustbereich, deren Lage aufgrund der Atembewegungen variiert.

Bei dem neuen 20-Zeilen-CT kreisen Röntgenröhre und der ihr gegenüberliegende Detektor jede Sekunde zweimal um den Körper des Patienten.

Dabei entstehen jeweils 20 Schnittbilder. Dank dieses hohen Tempos bleibt die Strahlenbelastung sehr gering. 

Das ist auch deshalb wichtig, weil die UPTD-Experten ihre Patienten zur optimalen Planung der Protonentherapie mit zwei unterschiedlichen Energien scannen können. Auf diese Weise liefert das CT zusammen mit den Auswertungsprogrammen ein optimales Bild von den unterschiedlichen Gewebearten des Körpers – etwa Knochen oder Muskeln. Dass die Aufnahmen mit einer geringen Strahlendosis möglich sind, ist insbesondere für Kinder und junge Erwachsene eine gute Nachricht.

  • Denn aufgrund der höheren Lebenserwartung müssen deren Organe stärker als die älterer Menschen geschont werden.

Der neue Hochleistungs-Computertomograph ist ein wichtiger Baustein in der Universitäts Protonen Therapie Dresden, die diese innovative Therapie in der Patientenversorgung im Rahmen von wissenschaftlichen Studien einsetzt. Dabei ist das Uniklinikum Dresden einer von nur drei universitären Standorten in Deutschland, der diese Therapiemethode anbietet. Um sie weiter zu erforschen, schlossen sich Klinikum, TU Dresden sowie das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) im OncoRay-Zentrum zusammen. Für das Forschungsprojekt „RADIOMICS – Hochdurchsatz-Analyse von medizinischen Bilddaten zur Identifizierung von robusten Indikatoren zur Therapie-Individualisierung“ stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung mehr als eine halbe Million Euro zur Verfügung, mit dem der Kauf des CT und der Zusatzgeräte finanziert wurde.

Bei der computergestützten Planung der Protonentherapie erlaubt es die mit zwei Energien arbeitende CT-Bildgebung die Eindringtiefe der Protonen in das Gewebe sehr exakt vorauszuberechnen. Die Resultate der zu diesem Thema gemeinsam von Heidelberger und Dresdner Wissenschaftlern betriebenen Forschungen werden Schritt für Schritt in die Patientenbehandlung eingeführt und sorgen so dafür, die Präzision der Partikeltherapie weiter zu erhöhen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei einer exakt auf den Patienten abgestimmten, individuellen Strahlentherapie ist die Berücksichtigung der Tumorbewegung, die bei Brust- oder Lungentumoren hauptsächlich durch die Atmung entsteht. Der CT-Scanner ist in der Lage, bewegte Bilder aufzunehmen – man spricht von vierdimensionaler Computertomografie. Auf dieser Basis und mittels modernster Bestrahlungstechnologie können die Experten die Patienten so behandeln, dass der Strahl nur dann eingeschaltet wird, wenn sich der bewegende Tumor präzise treffen lässt und wenn strahlenempfindliche Organe einen möglichst großen Abstand zum Strahl haben. So ist es beispielsweise bei Brustkrebs-Patientinnen möglich, das Herz vor Strahlenschädigungen zu bewahren, die oft erst nach zehn oder mehr Jahren auftreten.

Zum neuen CT gehört Spezialsoftware, die es erlaubt, die Organe auch dann optimal abzubilden, wenn beispielsweise künstliche Gelenke oder Zahnersatz aus Metall das Röntgenbild verfälschen.

  • Wird etwa ein Prostatakrebs-Patient mit künstlichen Hüftgelenken für die Bestrahlungsplanung gescannt, kann ein normales CT-Bild keine klare Darstellung des Tumors liefern – erst diese Software sorgt hier für aussagekräftige Bilder.
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Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Direktor: Prof. Dr. med. Michael Baumann
Tel.: 0351 458 33 73
E-Mail: michael.baumann@uniklinikum-dresden.de
Internet: www.uniklinikum-dresden.de/str
Holger Ostermeyer Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Epilepsie-Anfälle: Warnsysteme für diese neurologische Erkrankung

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Smartphone und Wearables sollen vor Epilepsie-Anfällen warnen

Das Universitätsklinikum Freiburg beteiligt sich maßgeblich an der Entwicklung mobiler Geräte, die epileptische Anfälle vorhersagen können. 

Für die Vorhersage sollen die selbstlernenden Systeme Hautfeuchtigkeit, Körperbewegung und weitere Eigenschaften auf typische Veränderungen hin untersuchen. 

Die Verwendung von Smartphones und anderen bestehenden Technologien soll das Warnsystem möglichst schnell vielen Menschen zugänglich machen. 

Die Abteilung Prächirurgische Epilepsiediagnostik der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Freiburg führt das fünfjährige Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem King’s College London, Großbritannien, durch. 

Moderne „Wearables“ können eine Vielzahl von Sensoren integrieren, die sich zur Anfallserkennung nutzen lassen (hier: Entwicklung des IMTEK Freiburg, Prof. van Laerhoven).Moderne „Wearables“ können eine Vielzahl von Sensoren integrieren, die sich zur Anfallserkennung nutzen lassen (hier: Entwicklung des IMTEK Freiburg, Prof. van Laerhoven). Universität Freiburg / van Laerhoven
 
Im Rahmen des Forschungsprogramms RADAR-CNS wird der Standort Freiburg mit 800.000 Euro gefördert. Eine Übertragbarkeit des Systems auf andere neurologische Erkrankungen ist explizit Teil des Projekts.

„Ein zuverlässiges Vorhersage-System würde die Lebensqualität von Epilepsiepatienten enorm verbessern. 

Es gäbe ihnen beispielsweise die Möglichkeit, schnell wirkende Medikamente zu nehmen oder sich zumindest in eine sichere Umgebung zu begeben“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Andreas Schulze-Bonhage, Leiter der Abteilung Prächirurgische Epilepsiediagnostik der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Freiburg. In der Zukunft könnte ein solches System auch eine Bezugsperson oder den Arzt bei einem Anfall informieren. Aber selbst eine präzise Dokumentation aller epileptischen Anfälle eines Patienten wäre eine deutliche Verbesserung. Bislang führen die Patienten handschriftlich Anfalls-Tagebücher, in die sie Dauer, Stärke und mögliche Auslöser eines Anfalls eintragen. 

  • Doch viele Patienten können sich aufgrund einer Amnesie an ihre Anfälle nicht erinnern, was Therapie und Therapiekontrolle erschwert.

Das neue System soll anhand von Sensoren biologische Parameter wie Körperbeschleunigung, Herzfrequenz und Hautleitfähigkeit messen, die bei epileptischen Anfällen charakteristisch verändert sind. 

  • Dies könnte beispielsweise über eine Uhr oder ein Armband geschehen, die Hautfeuchtigkeit und Armbewegung messen. 

Mit Verfahren aus dem Bereich des maschinellen Lernens passen sich die Programme immer besser an den jeweiligen Patienten an und sollen lernen, Veränderungen vor einem Anfall zu erkennen und sogar unterschiedliche Anfallsformen zu unterscheiden. Entwickelt werden soll das Projekt zunächst gemeinsam mit 120 in Freiburg und London stationär behandelten Patienten. In einem zweiten Schritt soll es auf ambulante Patienten ausgeweitet werden.

Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Forschungsprogramms RADAR-CNS (Remote assessment of disease and relapse – Central Nervous System), das die Innovative Medicines Initiative (IMI) mit insgesamt 12 Millionen Euro finanziert. Die IMI ist ein Verbund zwischen Europäischer Union und dem Europäischen Dachverband der Pharmazeutischen Industrie.

Im Rahmen von RADAR-CNS sollen auch Vorhersage-Systeme für Depressionen und Multiple Sklerose entwickelt werden.

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Prof. Dr. Andreas Schulze-Bonhage
Leiter der Abteilung Prächirurgische Epilepsiediagnostik
Klinik für Neurochirurgie
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-54250
andreas.schulze-bonhage@uniklinik-freiburg.de

Johannes Faber
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-84610
johannes.faber@uniklinik-freiburg.de 
Benjamin Waschow Universitätsklinikum Freiburg

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https://www.uniklinik-freiburg.de/epilepsie.html Abteilung Prächirurgische Epilepsiediagnostik – Epilepsiezentrum

Gebärmutterhals - langanhaltenden Infektion mit Papilloma-Viren (HPV)

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Molekularer Fingerabdruck überführt erneute Krebsvorstufen am Gebärmutterhals

In einer klinischen Beobachtungsstudie untersuchen Wissenschaftler des Universitätsklinikums Jena eine neue Methode zur Nachsorge nach der operativen Entfernung von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals. 

Dabei nutzen sie charakteristische DNA-Stellen, die bei der Verschmelzung des krebsauslösenden humanen Papillomvirus mit dem menschlichen Erbgut entstehen, als individualisierten Biomarker für den Nachweis wiederauftretender Krebsvorstufen. 

Die ATLAS Biolabs GmbH ist Projektpartner in der multizentrischen Studie, in die ab Mai insgesamt 670 Patientinnen eingeschlossen werden sollen und die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 750.000 Euro gefördert wird. 

 Individualisierte Nachsorge: Wissenschaftler des Uniklinikums Jena testen den molekularen Fingerabdruck operativ entfernter Krebsvorstufen am Gebärmutterhals als Biomarker für das erneute Auftreten.
Individualisierte Nachsorge: Wissenschaftler des Uniklinikums Jena testen den molekularen Fingerabdruck operativ entfernter Krebsvorstufen am Gebärmutterhals als Biomarker für das erneute Auftreten.
Michael Szabo/Uniklinikum Jena
 
In Deutschland werden jährlich etwa 90.000 Frauen wegen Krebsvorstufen am Gebärmutterhals operiert. 
  •  Ob die von einer langanhaltenden Infektion mit Papilloma-Viren (HPV) verursachte Gewebeveränderung erneut auftritt, wird in der Nachsorge anhand von Zelluntersuchungen und des Tests auf Virus-DNA regelmäßig kontrolliert. 
  • Diese finden mit großer Sicherheit eine eventuelle erneute Krebsvorstufe, schlagen aber auch oft Alarm, wenn es sich um eine harmlose HPV-Neuinfektion handelt. 
Um den Patientinnen diese Verunsicherung und klärende Folgeuntersuchungen ersparen zu können, testen Jenaer Wissenschaftler jetzt in einer klinischen Studie einen molekulargenetischen Nachweis, der zwischen einer HPV-Neuinfektion und Zellveränderungen aufgrund der ursprünglichen Virusinfektion unterscheiden kann.

„Bei der Entstehung von Krebsvorstufen kommt es häufig zur Verschmelzung zwischen dem Virus-Genom und dem menschlichen Erbgut. 

Diese Virus-Integrationsstellen sind für jeden Infektionsfall einzigartig“, erklärt Prof. Dr. Matthias Dürst von der Universitätsfrauenklinik Jena die wissenschaftlichen Grundlagen des Verfahrens.

„Diese charakteristischen Spuren wollen wir wie einen Fingerabdruck nutzen und als molekularen Marker verwenden.“ Der Molekularbiologe leitet die klinische Studie mit deutschlandweit 14 Zentren.

In diesen sollen ab Mai 2016 etwa 670 Patientinnen in die Untersuchung aufgenommen werden, denen Krebsvorstufen am Gebärmutterhals entfernt werden mussten.
  • Bei diesen Patientinnen wird als individueller Biomarker die Integrationsstelle der Virus-DNA für die Zellen des entfernten Gewebes bestimmt, also der Fingerabdruck ihrer Krebsvorstufe. 
Matthias Dürst: „Das wird durch eine hochspezifische Anreicherungsmethode in Verbindung mit einer modernen Hochdurchsatz-Sequenzierung möglich, die am Deutschen Krebsforschungszentrum entwickelt wurde.“

Kooperationspartner hierfür ist die ATLAS Biolabs GmbH in Berlin und Köln. Im Verlauf von zwei Jahren werden dann die Befunde des normalen Nachsorgeprogramms, das die Patientinnen durchlaufen, verglichen mit dem Test auf diesen individuellen Biomarker. Ergibt dieser eine Übereinstimmung zwischen der entfernten Krebsvorstufe und dem Nachsorgeabstrich, so handelt es sich um ein erneutes Auftreten der Erkrankung.

Der Nachweis von HPV-DNA ohne passendes Integrationsmuster bedeutet eine Neuinfektion, die zunächst keine weitere operative Abklärung erfordern würde. „Auf diese Weise wollen wir künftig zahlreichen Frauen unnötige Aufregung und Operationen ersparen“, so Prof. Dr. Ingo Runnebaum, Direktor der Universitätsfrauenklinik Jena.

Die Klinik bietet Patientinnen mit Krebsvorstufen eine spezialisierte Dysplasie-Ambulanz an, die als erste in Deutschland von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert wurde. 

Im vergangenen Jahr wurden hier etwa 1800 Patientinnen betreut, mehr als 170 von ihnen mussten wegen einer schwergradigen Krebsvorstufe des Gebärmutterhalses operativ behandelt werden.

Das auf insgesamt vier Jahre angelegte Studienprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 750.000 Euro gefördert.

„Unser Ziel ist es, die diagnostische Genauigkeit des neuen molekularen Biomarkers zu belegen und den Test als individualisierte Krebsnachsorgemöglichkeit in der Klinik zu implementieren“, so Professor Dürst. Dr. Karsten R. Heidtke, Forschungsdirektor der ATLAS Biolabs GmbH, ergänzt:

„Dank des Technologietransfers und der interdisziplinären Zusammenarbeit können aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zügig in die Laborpraxis umgesetzt werden. Das ist ein vielversprechender Weg, neue innovative HPV-Prüfverfahren zu etablieren und zu erweitern“.


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Prof. Dr. Matthias Dürst
Funktionsbereich „Gynäkologische Molekularbiologie“, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Jena
Tel. 03641 9 33720
E-Mail: Matthias.Duerst[at]med.uni-jena.de
Dr. Uta von der Gönna Universitätsklinikum Jena

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Dein Muttertag heute - die Geburt mit dem Becken

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Das Becken der Frau weitet sich für die Geburt aus

Die Evolution hat vorgesorgt: 

  • Der weibliche Organismus kann das Becken ab der Pubertät verbreitern. 

Nach dem gebärfähigen Alter verengt es sich wieder – während sich das Becken beim Mann über das gesamte Leben kaum verändert. 

Die erstaunlichen Resultate einer Studie der Universität Zürich legen den Schluss nahe, dass die Hormone in der Pubertät und der Menopause diese Formunterschiede bewirken. 
 Entwicklung des weiblichen und männlichen Beckens von der Geburt bis ins Alter.
Entwicklung des weiblichen und männlichen Beckens von der Geburt bis ins Alter.
MorphoLab, Anthropologisches Institut und Museum der Universität Zürich
 
  • Frauen sind in der Körpermitte breiter gebaut als Männer, weil ihr Becken bei der Geburt genug Platz für die grossen Köpfe der Babys bieten muss. 

Warum reicht bei manchen Frauen die Beckenbreite jedoch nicht aus, so dass es zu Schwierigkeiten bei der Geburt kommt?

Die gängige Antwort lautet: Das Becken ist ein evolutionärer Kompromiss zwischen Gebären und Gehen; es kann nicht weiter werden, da sonst die Fortbewegung nicht effizient ist.

Diese Hypothese stimmt jedoch nicht ganz: Gemäss neuen Studien sind weite Becken genauso effizient beim Laufen wie enge Becken.

Forscherinnen und Forscher am Anthropologischen Institut der Universität Zürich haben nun neue Erklärungen gefunden. Das Team unter der Leitung von Marcia Ponce de León untersuchte anhand von computertomografischen Daten die Entwicklung des menschlichen Beckens von der Geburt bis ins hohe Alter.

Ihr Befund:

  • Bis zur Pubertät sind die Becken beider Geschlechter etwa gleich breit. Während sich das männliche Becken danach gleichmässig weiterentwickelt, schlägt das weibliche Becken eine neue Richtung ein: 
  • Es wird breiter und erreicht im Alter von etwa 25–30 Jahren seine grösste Weite. Ab dem 40. Lebensjahr der Frau wird das Becken dann wieder enger.

Geburtsschwierigkeiten sind kein evolutionäres Problem

Die Forscher vermuten, dass diese «Neuprogrammierung» in direktem Zusammenhang mit Änderungen im weiblichen Hormonhaushalt stehen. 

Während der Pubertät steigt die Konzentration von Östrogen und sinkt erst wieder während der Menopause.

Der hohe Hormonspiegel würde demnach nicht nur eine hohe Fruchtbarkeit garantieren, sondern auch dafür sorgen, dass das Becken während dieser Zeit für die Geburt optimiert wird.

«Der weibliche Organismus kann offensichtlich das Becken ‹auf Abruf› verbreitern und ist nicht einfach einem genetisch festgelegten Entwicklungsprogramm ausgeliefert», erklärt Ponce de León.

Gleichzeitig werden die Hormone auch stark von Ernährung und Umwelt beeinflusst. «Geburtsschwierigkeiten sind demnach weniger ein evolutionäres Problem.  

Vielmehr scheint es eine Frage der Balance zwischen den Hormonen und äusseren Faktoren zu sein, welche die Grösse des Geburtskanals und die vorgeburtliche Entwicklung des Kindes beeinflussen.»

Warum aber reduziert sich die Breite des Beckens nach dem gebärfähigen Alter der Frau wieder?

Die Forscher vermuten, dass dies mit dem aufrechten Gang zu tun hat.

  • Ein engeres Becken hilft, den Beckenboden zu stabilisieren und so den hohen Druck aufzufangen, der im Unterleib beim Gehen entsteht. Somit gleicht sich die Frau ab 40 ein bisschen dem Mann an – zumindest, was das Becken betrifft.

Literatur:
Alik Huseynov, Christoph P. E. Zollikofer, Walter Coudyzer, Dominic Gascho, Christian Kellenberger,
Ricarda Hinzpeter, Marcia S. Ponce de León. Developmental evidence for obstetric adaptation of
the human female pelvis. PNAS, April 25, 2016, doi: 10.1073/pnas.1517085113.

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Dr. Marcia Ponce de León
Anthropologisches Institut und Musem
Universität Zürich
Tel. +41 44 63 55427
E-Mail: marcia@ifi.uzh.ch
Kurt Bodenmüller Universität Zürich

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NOT-OP mit Intrauterinen Operation: Mutterglück: Der Junge kommt gesund zur Welt

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Chirurgen-Duo rettet Kind im Mutterleib

Zwei routinierte Chirurgen aus der Frauenklinik Inselspital und der Frauenheilkunde CHUV erschliessen einen neuen Bereich der intrauterinen Operationen. In einer Not-OP veröden die Ärzte erstmals einen Lungentumor und retten so den Fötus. 

Der Junge kommt gesund zur Welt. 

 Durch die Bauchwand der Mutter und den Brustkorb des Kindes wird eine Nadel eingeführt. Durch diese können die Chirurgen einen Laser direkt an die Blutzufuhr des Tumors platzieren.
Durch die Bauchwand der Mutter und den Brustkorb des Kindes wird eine Nadel eingeführt. Durch diese können die Chirurgen einen Laser direkt an die Blutzufuhr des Tumors platzieren.
Gilbert Maurer für das Centre Hospitalier Universitaire Vaudois
 
Inselspital, 22. Februar 2016, 11.15 Uhr: Zwei Spezialisten für fetomaternale Medizin schauen ein letztes Mal auf das Ultraschallbild am Monitor.

Dann startet der gewagte Eingriff am Ungeborenen:

Ein gutartiger Lungentumor belastet das Herz des Kindes lebensgefährlich.

Ohne Eingriff wird der kleine Junge nicht überleben. Eine Entbindung oder ein Abwarten kommen in der prekären Situation nicht in Frage.  

Unter den ausserordentlichen Umständen beraten sich der behandelnde Arzt und die Familie ausführlich. 

Dann der Entschluss: Gemeinsam mit seinem langjährigen Lausanner Kollegen operieren sie das Kind im Mutterleib zu zweit.

Bewährte Technik - neues Einsatzgebiet

Das Besondere: Bisher hatten Luigi Raio (Inselspital) und David Baud (Centre Hospitalier Universitaire Vaudois) v.a. eineiige Zwillinge im Uterus operiert, die durch den Mutterkuchen unausgewogen untereinander Blut austauschen.

Dieses sogenannte „Zwillingstransfusionssyndrom“ führt ohne Eingriff in den meisten Fällen zum Tod eines oder beider Kinder.

Gelingt es jedoch bestimmte Blutgefässe in der Plazenta mit einem Laser zu veröden, gleicht sich die Blutzufuhrt der Babies wieder aus. 

Die Kinder haben wieder eine gute Chance zu gedeihen und gesund zur Welt zu kommen. 

Die Berner Frauenklinik ist Vorreiterin in dieser Art fetoskopischer Lasereinigriff und bietet ihn seit den späten Neunziger Jahren an.

Mit einer ähnlichen Technik operieren die beiden Chirurgen nun den Lungentumor.

Diesmal aber findet die Operation mitten im Körper des Kindes statt, in unmittelbarer Nähe zum Herzen und der Hauptschlagader.

Es muss daher noch präziser und mit ständigem Blick auf den Ultraschall gearbeitet werden. 

Doch der Eingriff gelingt: Der Lungentumor wird von der Blutzufuhr abgeschnitten. In den Wochen die folgen wird das absterbende Gewebe kleiner, das Herz des Kindes erholt sich wieder.

Am 13. April kommt der Junge gesund zur Welt. Es ist die erste Operation dieser Art in der Schweiz. Weltweit wurden lediglich 17 Fälle beschrieben mit unterschiedlich guten Resultaten.

Ein eingespieltes Team

Luigi Raio und David Baud operieren seit drei Jahren Schulter an Schulter Babies in der Gebärmutter. Perfekte Koordination erlaubt ihnen die delikaten Eingriffe an winzigen Strukturen: Der eine wird zum Auge, der andere zur Hand der Operation – und umgekehrt. 

Über die Zeit hat sich das Team ein breites Knowhow erarbeitet, kann nun sogar in Gebiete vorstossen, die noch vor wenigen Jahren Utopie waren. Ihre Zusammenarbeit über den „Röstigraben“ zeigt, wie universitäre Ressourcen unmittelbar zu medizinischer Wissensförderung und zum Wohl der kleinen Patienten eingesetzt werden können.





Luigi Raio und David Baud operieren gemeinsam das Kind im Mutterleib
Luigi Raio und David Baud operieren gemeinsam das Kind im Mutterleib
Inselspital, Universitätsspital Bern  

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Prof. Dr. Luigi Raio, stv. Chefarzt Geburtshilfe und Leitender Arzt Fetomaternale Medizin, Unviersitätsklinik für Frauenheilkunde, Inselspital, +41 31 632 18 31 (auf Deutsch, in italiano).

Prof. Dr. David Baud, Médecin associé - Médecine materno-foetale & Obstétrique Département "Femme - Mère - Enfant", Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, +41 21 314 67 27 (en français). 
Monika Kugemann Universitätsspital Bern

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