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Hochschulambulanz für Kardiologie Charité Campus Buch: Prof. Dr. Jeanette-Schulz-Menger, Leiterin der Forschungsgruppe „Kardio-MRT“

Medizin am Abend Berlin Fazit:   

Prof. Dr. med. Jeanette Schulz-Menger ist neue Präsidentin der weltgrößten CMR-Gesellschaft

Seit Januar 2016 steht Prof. Dr. Jeanette-Schulz-Menger, Leiterin der Forschungsgruppe „Kardio-MRT“ am ECRC sowie der Hochschulambulanz für Kardiologie Charité Campus Buch, der Society for Cardiovascular Magnetic Resonance (SCMR) als Präsidentin vor. 

Die SCMR ist die weltweit größte Gesellschaft, die Fachleute rund um das Thema Herz-MRT vereint. 
 Wissenschaftler untersuchen einen Probanden mittels MRT.
Wissenschaftler untersuchen einen Probanden mittels MRT. Katharina Bohm/MDC
 

Seit Januar 2016 steht Prof. Dr. med.  Jeanette-Schulz-Menger, Leiterin der Forschungsgruppe „Kardio-MRT“ am ECRC sowie der Hochschulambulanz für Kardiologie Charité Campus Buch, der Society for Cardiovascular Magnetic Resonance (SCMR) als Präsidentin vor. 

  • Die SCMR ist die weltweit größte Gesellschaft, die Fachleute rund um das Thema Herz-MRT vereint. 
„Wir bringen Expertinnen und Experten aus der Kardiologie, Radiologie, aber auch aus Physik, Informatik und Mathematik zusammen und haben sowohl die Grundlagenforschung als auch die klinische Arbeit im Blick“, sagt Prof. Dr. Schulz-Menger, die sich bereits seit 1998 in der Gesellschaft engagiert.

Sie ist die erste Frau an der Spitze der 1997 gegründeten Vereinigung.

Für die Zeit ihrer Präsidentschaft hat sich die Herzspezialistin insbesondere vorgenommen, kardiologische Forschung und technische Entwicklung enger zu verzahnen.

„Nur wenn hier die Zusammenarbeit gut funktioniert, sind rasche Fortschritte in der Anwendung möglich.

Und die Verbesserung der klinischen Versorgung von Patientinnen und Patienten ist mir als Medizinerin letztlich am wichtigsten“, betont Prof. Dr. Schulz-Menger.

Konkret entwickelt die SCMR zurzeit verschiedene Leitlinien für die Durchführung und Auswertung von Kardio-MRT-Untersuchungen.
  • Dabei geht es vorrangig um Standardisierungskriterien, etwa zur Quantifizierung in der Vermessung von Herzmuskelschäden. 
Diese Kriterien sollen international als Guidelines bei technischen Weiterentwicklungen fungieren.

  • Damit Kardio-MRT weltweit in hoher Qualität angeboten werden kann, will sich Schulz-Menger außerdem verstärkt darum kümmern, nationale und internationale Netzwerke zu schaffen. Sie sollen unter anderem dazu dienen, einen Wissenstransfer auch in weniger gut versorgte Länder zu gewährleisten.

Ein weiteres zentrales Projekt der Vereinigung, das Jeanette Schulz-Menger voranbringen will, ist eine weltweite Register-Studie, für die die SCMR seit 2013 Daten von Herz-MRT-Patientinnen und -Patienten zusammenführt.

„Unsere Kohorte umfasst bisher 70.000 Personen, diese Zahl wird noch wachsen – aus diesem Fundus ergibt sich für wissenschaftliche Forschungsfragen rund um das Herz eine Riesen-Power“, freut sich die neue Präsidentin der SCMR.

Prof. Dr. Jeanette Schulz-Menger
 Prof. Dr. Jeanette Schulz-Menger David Ausserhofer/MDC


 
Klinik:
HELIOS-Klinikum Berlin Buch
Klinik und Poliklinik für Kardiologie und Nephrologie
Leiterin Nichtinvasive Kardiale Bildgebung
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phone: 
+49 30 940153536 (MR-unit)
+49 30 940152903 
fax:   +49 30 940152919


„Hauptamtlich“ ist und bleibt Jeanette Schulz-Menger natürlich Forscherin und Medizinerin und ist immer patientenorientiert und hierfür ansprechbar.

Zurzeit arbeitet sie unter anderem in der groß angelegten Studie zum plötzlichen Herztod, für die das ECRC die Leitung für die klinische Prüfung der beteiligten Forschungseinrichtungen mit MRT-Expertise in Deutschland übernommen hat.


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 Studie zum plötzlichen Herztod

















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360° TOP-Thema: Lesenlernen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Lesenlernen: wie Jungen schon im Vorschulalter motiviert werden können

Jungen sind weniger motiviert, Lesen zu lernen, wenn sie von Erzieherinnen betreut werden, die sehr traditionell gegenüber Geschlechterrollen eingestellt sind. Das zeigt eine aktuelle Studie von Psychologinnen der Freien Universität Berlin und der Universität Kassel. Die Autorinnen befragten 135 Erzieherinnen zu ihren Einstellungen gegenüber Geschlechterrollen und untersuchten parallel bei den von ihnen betreuten Jungen und Mädchen die Lesemotivation im Vorschulalter und ihre Lesefähigkeiten ein Jahr nach Schuleintritt. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in der Fachzeitschrift „Frontiers in Psychology“ veröffentlicht. 
 
Obwohl gute Lesefähigkeiten eine wichtige Grundlage für Bildung sind, zeigt sich immer wieder, dass Jungen weniger gut lesen können und insbesondere weniger Interesse am Lesen haben als Mädchen. „Die Ursachen dafür sind sehr vielseitig“, erklärt Ilka Wolter. „Wir haben untersucht, welche Rolle die Einstellungen von Erzieherinnen in der Vorschulzeit spielen.“

Die Forscherinnen befragten insgesamt 135 Erzieherin-Kind-Paare (davon 65 Erzieherin-Junge-Paare) im Verlauf eines Jahres. In der ersten Befragung zum Ende der Kindergartenzeit beantworteten die Erzieherinnen Fragen zu ihren Einstellungen gegenüber Geschlechterrollen (zum Beispiel: „Für den Ersteindruck ist ein gepflegtes Äußeres bei einer Frau wichtiger als bei einem Mann“ versus „Frauen eignen sich ebenso gut für die Leitung eines technischen Betriebes wie Männer”). Bei den Vorschulkindern wurde zum einen untersucht, wie motiviert sie waren, Lesen zu lernen. Dazu sollten sie mit Hilfe von drei Smileys angeben, wie gerne sie Aktivitäten nachgingen, die für das Lesenlernen förderlich sind (zum Beispiel neue Lieder oder Reime lernen). Außerdem wurden die Sprachkompetenzen im Vorschulalter erfasst, die für die späteren Fähigkeiten im Lesen und Schreiben wichtig sind. Ein Jahr später, gegen Ende der ersten Schulklasse, fand die zweite Befragung der Kinder statt. Mit Hilfe der „Würzburger Leise Leseprobe“ wurde getestet, wie gut die Kinder lesen konnten. Bei diesem Test lesen die Kinder leise Wörter und wählen aus Bildalternativen das jeweils passende Bild aus.

Einstellung der Erzieherin beeinflusst Jungen und Mädchen unterschiedlich

  • Es zeigte sich: Jungen, die eine Erzieherin mit traditionellen Geschlechterrollen hatten, waren weniger motiviert, lesen zu lernen. Dagegen waren die Jungen bei Erzieherinnen mit egalitären Geschlechtsrolleneinstellungen genauso motiviert, lesen zu lernen wie die Mädchen. Für die Mädchen spielte es keine Rolle, welche Einstellungen ihre Erzieherin hatte, und sie waren insgesamt motivierter zu lesen als Jungen.
  • Was die Lesefähigkeiten anbelangt, schnitten die Jungen im Test zum Ende der ersten Klasse insgesamt schlechter ab als die Mädchen. Vor allem die Jungen, deren Erzieherinnen traditionelle Geschlechtsrolleneinstellungen hatten, konnten nicht so gut lesen. „Die Einstellungen der Erzieherinnen haben also auch noch ein Jahr später Wirkung auf die Lesefähigkeiten eines Schülers, und zwar dadurch, dass sie die Lesemotivation der Jungen zur Kindergartenzeit beeinflusst haben“, sagt Ilka Wolter.

Motivierte Kinder lernen besser lesen

Die Autorinnen analysierten auch, wie sich die Lesemotivation und die Sprachkompetenzen der Kinder im Vorschulalter auf ihre Lesekompetenzen ein Jahr später auswirkten.

Dabei zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Lesemotivation im Kindergarten und der Lesefähigkeit ein Jahr später: Kinder, die im Kindergarten schon Lust auf Lesen hatten, konnten dies ein Jahr später auch besser als die weniger motivierten Gleichaltrigen. 


„Jungen können unterstützt werden, Lesen zu lernen“, sagt Ilka Wolter.

„Erzieherinnen sollten in ihrer Ausbildung unbedingt dafür sensibilisiert werden, dass sie zu einer geschlechtergerechten Lernumgebung beitragen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass sie – insbesondere für die Jungen in ihren Gruppen – einen motivationalen Grundstein für das Lesen legen können.“

Die Originalstudie finden Sie hier: 

Wolter, I., Braun, E. & Hannover, B. (2015). Reading is for girls!? The negative impact of preschool teachers' traditional gender role attitudes on boys' reading related motivation and skills. Frontiers in Psychology, 6:1267.
doi: 10.3389/fpsyg.2015.01267

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Dr. Ilka Wolter
Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi)
Instrumentenentwicklung und Forschung
Wilhelmsplatz 3
96047 Bamberg
Tel.: 0951 863-3424
E-Mail: ilka.wolter@lifbi.de

Dr. Anne Klostermann
Marienstr. 30
10117 Berlin
Tel.: 030 28047718
E-Mail: pressestelle@dgps.de

Über die DGPs:
Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs e.V.) ist eine Vereinigung der in Forschung und Lehre tätigen Psychologinnen und Psychologen. Die über 3800 Mitglieder erforschen das Erleben und Verhalten des Menschen. Sie publizieren, lehren und beziehen Stellung in der Welt der Universitäten, in der Forschung, der Politik und im Alltag.

360°TOP-Hinweis: Triglyzeride werden zunehmend als Risikofaktor für einen Herzinfarkt gesehen

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Neuer Ansatz zur Verhinderung von Herzinfarkten identifiziert

Internationaler Forschungsverbund unter Leitung von Lübecker Wissenschaftlerinnen findet neue Zielmoleküle für die Arzneimittelforschung 
 Genetische Varianten mit Einfluss auf den Lipoprotein-Lipase-Signalweg und das Herzinfarktrisiko
 Genetische Varianten mit Einfluss auf den Lipoprotein-Lipase-Signalweg und das Herzinfarktrisiko
Erdmann
 
Vier Jahre lang wurden fast 200.000 Herzinfarktpatienten und gesunde Kontrollpersonen für eine der weltweit größten genomweiten Assoziationsstudien, durchgeführt im Rahmen des Forschungsverbunds „Myocardial Infarction Genetics and CARDIoGRAM Exome”, untersucht.

Mehr als 100 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus 15 Ländern haben in 13.000 Genen nach seltenen Mutationen gesucht, die das Herzinfarktrisiko beeinflussen. Insgesamt viermal wurden sie fündig. Zwei der Gene sind bereits Ziel von Medikamenten, die das Herzinfarktrisiko reduzieren sollen (PCSK9 und LPA). Jetzt ist mit ANGPTL4 ein weiterer, sehr vielversprechender Kandidat für die Prävention hinzugekommen.

Die Studie wurde von Prof. Jeanette Erdmann und Dr. Christina Willenborg vom Institut für Integrative und Experimentelle Genomik sowie Prof. Inke R. König und Dr. Paola G. Ferrario vom Institut für Medizinische Biometrie und Statistik an der Universität zu Lübeck maßgeblich geleitet. Die vorliegende Studie zeigt beeindruckend, dass durch die Analyse genetischer Daten neue Zielmoleküle für die Arzneimittelforschung identifiziert werden können.

 Prof. Dr. Jeanette Erdmann
 Prof. Dr. Jeanette Erdmann  Uni Lübeck


Im Zentrum der heute im renommierten New England Journal of Medicine vorgestellten Studie steht die Lipoproteinlipase - ein Enzym, welches den Abbau von Triglyzeriden im Blut bewirkt.

  • Triglyzeride werden zunehmend als Risikofaktor für einen Herzinfarkt gesehen. 
  • Es konnten nun zwei Genvarianten gefunden werden, die die Aktivität der Lipoproteinlipase entweder steigern oder senken, entsprechend wurde das Herzinfarktrisiko gesenkt oder erhöht. Die Lipoproteinlipase, kurz auch als LPL bezeichnet, wird zudem durch weitere Gene, aber auch durch Diät und den Lebensstil reguliert. 
  • Schlussfolgernd zeigen nun die vorliegenden Daten, dass Varianten die zum Funktionsverlust führen in Genen, die die Lipoproteinlipase normalerweise bremsen - somit LPL eher aktivieren - das Herzinfarktrisiko nachhaltig senken können.
„So konnten wir im Gen, das für Angiopoietin-like 4 oder kurz ANGPTL4 kodiert, inaktivierende Varianten identifizieren, die vor einem Herzinfarkt schützen.

Tatsächlich bremst ANGPTL4 unter normalen Bedingungen die Lipoproteinlipase; inaktivierende Varianten im ANGPTL4 Gen verhindern dies und führen zu einem geringerem Gehalt an Triglyzeriden im Blut, dies wirkt sich positiv auf das Herzinfarktrisiko aus“, erläutert Professorin Jeanette Erdmann, Direktorin des Institutes für Integrative und Experimentelle Genomik an der Universität zu Lübeck.

„Obwohl die von uns gefundenen schützenden Varianten im ANGPTL4 Gen selten sind, zeigen sie uns aber ein mögliches Angriffsziel für neue Arzneimittel“ erläutert Prof. Inke König vom Institut für Medizinische Biometrie und Statistik.

„Jetzt gilt es Medikamente zu entwickeln, die die Effekte der Mutationen nachahmen“, blickt Prof. Heribert Schunkert, Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums München und vormals Professor an der Universität zu Lübeck, in die Zukunft. In der Tat wird in der gleichen Ausgabe des New England Journal of Medicine eine solche Studie vorgestellt. So sanken bei Affen, die einen neutralisierenden Antikörper gegen ANGPTL4 bekamen, die Blutfette drastisch ab.

Referenz
The Myocardial Infarction Genetics and CARDIoGRAM Exome Consortia Investigators. Coding Variation in ANGPTL4, LPL, and SVEP1 and Risk of Coronary Disease. New England Journal of Medicine 2016, published online first March 02, 2016


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Charité Berlin: Altersbedingten Gelenkverschleiß: Implantation eines künstlichen Gelenk (auch ab 80 Jahre)

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Künstliche Gelenke sind keine Altersfrage

 Mit der steigenden Lebenserwartung in Industriestaaten leiden immer mehr Menschen unter altersbedingtem Gelenkverschleiß. 

Besonders Menschen ab einem Alter von 80 Jahren schrecken trotz massiver und dauerhafter Schmerzen häufig davor zurück, sich ein künstliches Gelenk implantieren zu lassen. 

Die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e.V. (AE) (1) rät älteren Menschen dazu, im Fall wiederkehrender Gelenkschmerzen aufgrund von Verschleiß einen Endoprothetik-Experten zurate zu ziehen. Denn gerade im hohen Alter profitieren Patienten von einem künstlichen Gelenk: 

Es erhöht die Mobilität und trägt damit zur Eigenständigkeit und Lebensqualität bei. 
 
Gelenkverschleiß schränkt Patienten stark in ihrer Lebensqualität ein, verursacht Schmerzen und beeinträchtigt die Beweglichkeit.

Eine mögliche Therapieform ist die Implantation eines künstlichen Gelenks. 

Für Menschen im hohen Lebensalter birgt diese operative Therapie entscheidende Vorteile. „Ob Knie, Hüfte oder Schulter – ein neues Gelenk stellt die Weichen für ein Leben ohne Gelenkschmerzen“, erklärt Professor Dr. med. Karl-Dieter Heller, Chefarzt an der Orthopädischen Klinik Braunschweig. Gerade für ältere Menschen sei es wichtig, aktiv zu bleiben, um die Beweglichkeit zu erhalten und dem natürlichen Muskelabbau entgegenzuwirken, so der Generalsekretär der AE.

  • So können beispielsweise die im Alter häufig auftretenden Stürze verhindert werden.
  •  „Wenn Bewegung Schmerz verursacht, bewegt man sich weniger. Das hat zur Folge, dass die Muskulatur weiter abbaut und der Alterungsprozess beschleunigt wird“, sagt Heller. Eine Gelenkersatzoperation ist daher gerade im hohen Alter besonders sinnvoll.
  • Studienergebnisse zeigen, dass Menschen, die im Alter aktiv sind, beispielsweise um 50 Prozent seltener an Demenz erkranken als Menschen, die sich nicht bewegen. 
„Auch im hohen Alter sollten Menschen Einschränkungen in der Beweglichkeit nicht hinnehmen, sondern sich behandeln lassen“, betont Heller. Vor der Entscheidung für ein künstliches Gelenk bedarf es jedoch einer expliziten Einschätzung durch einen Experten, denn nicht für jeden Patienten ist die Prothesenimplantation die passende Therapieform. Vor der Operation müssen deshalb immer das intensive Gespräch mit dem Arzt sowie eine professionelle Beurteilung der Symptome erfolgen.

„Entscheidend für den Erfolg der Prothesenimplantation ist in erster Linie nicht das Alter, sondern, dass der Patient bei guter Gesundheit ist und keine Faktoren gegen eine Operation und die damit verbundene Narkose sprechen“, sagt AE-Präsident Professor Dr. med. Carsten Perka, der das Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité-Universitätsmedizin Berlin leitet. 

„Die Erfahrtung zeigt, dass die Gelenk-OPs auch bei Menschen im hohen Alter sehr erfolgreich verlaufen – gerade weil wir im Vorfeld darauf achten, dass der Patient fit genug für eine Operation ist“, so der Experte.

  • Mit einer gelenkersetzenden Operation lässt sich eine stabile und schmerzfreie Gelenkfunktion wiederherstellen, auf die gerade Menschen im hohen Alter angewiesen sind.

Die AE-Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik verfolgt als unabhängiger Verein seit 1996 das Ziel, die Lebensqualität von Patienten mit Gelenkerkrankungen und -verletzungen nachhaltig zu verbessern und deren Mobilität wieder herzustellen.

Mit ihren Expertenteams aus führenden Orthopäden und Unfallchirurgen organisiert sie die Fortbildung von Ärzten und OP-Personal, entwickelt Patienteninformation und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. Die AE ist eine Sektion der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie.

(1) Die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e.V. ist eine Sektion der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU).


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Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e.V. (AE)
Janina Wetzstein
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 89 31-457
Fax: 0711 89 31-167
E-Mail: wetzstein@medizinkommunikation.org
Susanne Herda Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V.


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„Baustelle Kinderschlaf“ „Schlafen – Kinderleicht?

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Neue Erkenntnisse zu Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen

Frühjahrstagung der Arbeitsgruppe Pädiatrie der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e. V. (DGSM) in Bielefeld.

Unter dem Titel „Baustelle Kinderschlaf“ treffen sich vom 18. – 20. März 2016 namhafte Experten zur Frühjahrstagung der AG Pädiatrie der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e. V. (DGSM) in Bielefeld, um aktuelle Erkenntnisse in der Kinderschlafmedizin auszutauschen. 
 
„Die Universität Bielefeld wird renoviert und verändert sich – dies haben wir zum Anlass genommen, das Thema aufzugreifen und auf unser Thema Schlaf anzuwenden“, so Tagungspräsidentin Prof. Dr. Angelika A. Schlarb, Fakultät für Psychologie der Universität Bielefeld.

 „Veränderungen und Neuigkeiten aus dem Bereich der pädiatrischen Schlafmedizin und Schlafforschung werden aufgezeigt, sodass spannende und interessante sowie aktuelle Themenfelder im Zentrum der Tagung stehen.“

Welche entscheidende Rolle der Schlaf im Kindesalter spielt, verdeutlicht der interdisziplinäre Austausch von Experten aus dem klinischen und niedergelassenen Bereich, die in der Behandlung von Schlafstörungen für Kinder, Jugendliche und deren Eltern meist die ersten Ansprechpartner sind.

Mit dem Tagungsschwerpunkt auf den neuesten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten werden neue Erkenntnisse zu Medienkonsum und Schlaf sowie zur Relevanz des Chronotypus bei Kindern und Jugendlichen präsentiert.

  • Nach neuen Untersuchungen kann der individuell unterschiedliche zeitliche Schlaf- und Wachrhythmus, der sich in der Pubertät ändert, einen entscheidenden Einfluss auf die Effektivität des Lernens haben – vor allem, wenn Schüler nicht angepasst an ihr Schlafbedürfnis arbeiten können. Neue Erkenntnisse aus der Gedächtnisforschung werden vorgestellt, inwieweit sich der Schlaf auf das Lernen bei Kindern und Jugendlichen auswirkt.
  • Weitere zentrale Themen sind der Zusammenhang von gestörtem Schlaf und psychischen Störungen, neue Erkenntnisse zu Epilepsie und Schlaf, der Zusammenhang von Schmerz und Schlaf und von chronischen Erkrankungen und Schlaf im Kindesalter. 
  • Dabei werden zum Beispiel neue Erkenntnisse zur Schlafverhaltenstherapie bei Säuglingen und Kleinkindern zur Behandlung von Neurodermitis vorgestellt sowie aktuelle Studienergebnisse zu Schlafstörungen bei Kindern mit ADHS.

Im Rahmen der Frühjahrstagung soll es auch einen eigenen Themenbereich für Kinder, Jugendliche und Familien geben. Unter dem vielversprechenden Titel „Schlafen – Kinderleicht?“ wird zu einer eigenen Info-Tag mit Impulsvorträgen und anschlißeneder Fragerunde zum Thema Gesunder Schlaf im Kindes- und Jugendalter eingeladen, der allen Interessierten kostenfrei offensteht. „Studieren wie im Schlaf!“ heißt der Vortrag für Studenten, in dem das Thema gesunder Schlaf im Studium besonders beleuchtet wird.

Weitere Informationen unter http://www.dgsm-paediatrie.de.


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360° TOP-Thema: Mein Glück bricht mir das Herz - Takotsubo-Syndrom (TTS) «Broken-Heart Syndrom» «Happy-Heart Syndrom»

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Medizin am Abend Berlin Fazit:  Auch Glück kann das Herz brechen

Das Syndrom des «gebrochenen Herzens», auch Takotsubo-Syndrom (TTS) genannt, ist eine akute, meist durch emotionalen oder physischen Stress ausgelöste Erkrankung. Auch psychiatrische oder neurologische Leiden spielen eine bedeutende Rolle. Neue Auswertungen im Rahmen einer weltweiten Studie, deren erste Ergebnisse im Jahr 2015 veröffentlicht wurden, haben nun erstmals gezeigt, dass die Erkrankung auch nach einem freudigen Erlebnis auftreten kann. 

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 Die erkrankte Herzkammer (links) gleicht dem japanischen Tonkrug für den Tintenfischfang
 Die erkrankte Herzkammer (links) gleicht dem japanischen Tonkrug für den Tintenfischfang

Medizin am Abend Berlin Zusatz TV - Fachlink: Gendermedizin  

 
Erste Ergebnisse der Studie, die im Rahmen des im Jahr 2011 von den Kardiologen PD Dr. Dr. Christian Templin und Dr. Jelena-Rima Ghadri am UniversitätsSpital Zürich eingerichteten Internationalen Takotsubo Registers (InterTAKregistry) durchgeführt wurde, veröffentlichte das New England Journal of Medicine im September 2015.

  • Dabei zeigten Templin und Ghadri erstmals, dass neben negativen emotionalen oder physischen Stressereignissen, wie der Verlust einer geliebten Person oder Mobbing am Arbeitsplatz, auch akute neurologische Erkrankungen wie Hirnschlag, Epilepsie oder Hirnblutungen zu TTS führen können.

Weitere Auswertungen der Studie, bei der sich unter Zürcher Leitung 26 kardiologische Zentren aus neun Ländern beteiligten und die 1‘750 Patientinnen und Patienten einbezog, liessen nun bei 485 Studienteilnehmern definitiv auf emotionale Auslöser der Takotsubo-Kardiomyopathie schliessen, wie eine neue Publikation im European Heart Journal (siehe Hinweis am Ende der Mitteilung) aufzeigt.

Von diesen hatten 20 Personen, bzw. 4 Prozent, eine akute TTS-Erkrankung, der ein freudiges Ereignis vorausging, wie eine Geburtstagsparty, eine Hochzeit, der Sieg des Lieblings-Rugby-Teams oder die Geburt eines Enkelkindes.

Hingegen wiesen 96 Prozent der Patienten ein negatives emotionales Ereignis auf. I

m Gegensatz zu diesen Patienten mit dem «Broken-Heart Syndrom» nannten die Studienleiter die Erkrankung derjenigen Studienteilnehmer, die ein freudiges Ereignis erlebten «Happy-Heart Syndrom».

Neue Erkenntnisse für die klinische Anwendung

Die bisherigen Erkenntnisse, dass vor allem Frauen nach der Menopause an TTS erkranken, bestätigten sich auch in dieser Auswertung.

  • Sowohl in der «Happy-Heart»- wie in der «Broken-Heart»-Gruppe machten Frauen 95 Prozent der Erkrankten aus, wobei das Durchschnittsalter bei 65 Jahren in der «Happy-Heart»- und bei 71 Jahren in der «Broken-Heart»-Gruppe lag. 

Die Ergebnisse sind deutlich, wie Dr. Ghadri sagt: «Einer Takotsubo-Kardiomyopathie muss nicht zwingend ein negatives Stressereignis vorausgehen.  

Auch positive Emotionen können ein TTS auslösen. Das wird Auswirkungen auf die Anamnese der Patienten haben. Ärzte in den Notfallstationen und -praxen sollten wissen, dass Patienten mit Anzeichen eines Herzinfarktes, wie Brustschmerz und Atemnot, die zuvor ein fröhliches Erlebnis hatten, an einem Takotsubo-Syndrom leiden könnten. 

Genauso wie Patienten, die nach einer Stresssituation mit diesen Symptomen vorstellig werden.»

Weitere Forschung nötig

PD Dr. Dr. Templin ergänzt: «Wir denken, dass beim TTS ein enger pathophysiologischer Zusammenhang in Form einer aktivierten «Hirn-Herz-Achse» existiert. Diese Wechselwirkung zwischen Hirn und Herz untersuchen wir derzeit in einer weiteren klinischen Studie näher mittels funktionellem MRI.»

Die Mechanismen der Takotsubo-Kardiomyopathie bergen also noch Geheimnisse, die durch die Kardiologen in künftigen Forschungsarbeiten der Studie gelüftet werden sollen.




PD Dr. Dr. med. Christian Templin, Studienleiter, Kardiologe am USZ



PD Dr. Dr. med. Christian Templin, Studienleiter, Kardiologe am USZ

Takotsubo-Kardiomyopathie

Die Takotsubo-Kardiomyopathie, auch als «Syndrom des gebrochenen Herzens» bekannt, wurde erstmalig 1990 von japanischen Wissenschaftlern beschrieben. Sie nannten die Erkrankung «Takotsubo» (übersetzt Tintenfischfalle), da die linke Herzkammer in der Erkrankungsphase diesen speziellen, zum Tintenfischfang benutzten Tonkrügen ähnelt (enger Hals und bauchiger Körper).

Bei der Takotsubo-Kardiomyopathie handelt es sich um eine akute Pumpfunktionsstörung des Herzens, welche mehrheitlich Frauen betrifft. 

Die Erkrankung ähnelt in der akuten Phase einem Herzinfarkt, so dass eine Unterscheidung nur mittels Herzkatheteruntersuchung gelingt, wobei sich – im Gegensatz zum Herzinfarkt – offene Herzkranzgefässe nachweisen lassen.

Als Ursache wird unter anderem eine vorübergehende Verkrampfung der kleinsten Gefässe im Herzmuskel vermutet, die zu einer Minderdurchblutung bis hin zum lebensbedrohlichen Pumpversagen führt. 


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PD Dr. Dr. Christian Templin
Leiter Akute Kardiologie, Oberarzt Interventionelle Kardiologie
Universitäres Herzzentrum Zürich
Klinik für Kardiologie
Telefon: 044 255 95 85
christian.templin@usz.ch
www.takotsubo-registry.com

Dr. Jelena-R. Ghadri
Universitäres Herzzentrum Zürich
Klinik für Kardiologie
Rämistrasse 100
8091 Zürich
jelena-rima.ghadri@usz.ch
www.takotsubo-registry.com
lic. phil. Martina Pletscher UniversitätsSpital Zürich

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http://eurheartj.oxfordjournals.org/sites/default/files/pdf/ehv757.pdf - Vollversion des Papers. Link funktioniert nur bis zur Veröffentlichung.

http://eurheartj.oxfordjournals.org/content/early/recent - Link nach der Veröffentlichung

http://www.escardio.org - press release in English

Deutsches Herzzentrum Berlin: Medizinische Implantate: Herzschrittmacher und Herzpumpen

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Schutzhülle für Implantate

ETH-Wissenschaftler entwickelten eine Membran, welche medizinische Implantate vor einer unerwünschten Einkapselung mit Bindegewebe schützt. Die Forschenden haben vor einem guten Jahr eine Spin-off-Firma gegründet und sind nun beim Jungunternehmer-Wettbewerb Venture Kick ausgezeichnet worden.

Es ist eine der grossen Hürden der Implantationsmedizin: 

Der Körper erkennt Implantate wie zum Beispiel einen Herzschrittmacher als fremdes Gewebe und kapselt es in einer Abwehrreaktion mit Bindegewebe ein. 
  • Unter Umständen kann solches wucherndes Gewebe die Funktion des Implantats behindern. 
  • Ärzte sehen sich daher manchmal nach Monaten oder Jahren zu einer Revisionsoperation gezwungen, in der sie das Bindegewebe entfernen oder gar das Implantat auswechseln.


Eine mikrostrukturierte Zellulosemembran zum Einfassen einer Herzpumpe.
Eine mikrostrukturierte Zellulosemembran zum Einfassen einer Herzpumpe. ETH Zürich


Forschende der ETH Zürich und des ETH-Spin-offs Hylomorph fanden in den vergangenen Jahren eine Möglichkeit, diese Bindegewebsbildung zu vermindern: 

  • Sie entwickelten eine biokompatible Zellulosehülle mit dreidimensionaler Mikrostruktur. 

Erste Forschungsergebnisse geben ihnen Hoffnung, dass damit eingehüllte Implantate weniger von Bindegewebsbildung betroffen sind (siehe ETH-News vom 19.01.2015 [https://www.ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2015/01/zellulose-...]).

Nun ist das Spin-off Hylomorph im Rahmen des Start-up-Wettbewerbs Venture Kick ausgezeichnet worden. Es ist eine von zwei Jungfirmen, die diesen Monat das Venture-Kick-Finale erreicht haben und mit 130‘000 Franken Startkapital unterstützt werden.

Membran mit Mikrovertiefungen

Die Forschenden lassen die Zellulose in Zellkultur von bestimmten Bakterien herstellen, und zwar auf einem mikrometerfeinen «Nagelbrett» als Negativform. 

Auf diese Weise entstehen Zellulosemembranen mit entsprechend winzigen Vertiefungen. «Diese 3D-Struktur verhindert, dass auf der Membran ein durchgehender Bindegewebsrasen wachsen kann», erklärt Simone Bottan, Mitgründer und CEO von Hylomorph.

Derzeit entwickeln die Wissenschaftler mit Hochdruck die Anwendung der Membran als Hülle für eine künstliche Herzpumpe weiter. 

Hylomorph ist Partner im Projekt HeartOne des Wyss Translational Center Zurich, einem Entwicklungszentrum von ETH Zürich und Universität Zürich. Das Projekt hat zum Ziel, künstliche Herzpumpen zu verbessern.

Breite Anwendung

Mögliche Anwendungen der Zellulose beschränken sich jedoch nicht auf Herzpumpen und Herzschrittmacher. «Die Technologie könnte in Zukunft für jegliche Implantate benutzt werden, wo Bindegewebsbildung ein Problem ist, zum Beispiel auch für Brustimplantate oder für chirurgische Netze, die Hernien-Operationen eingesetzt werden», sagt Bottan.

Derzeit testen die Wissenschaftler ihre Hüllen in Zusammenarbeit mit dem Universitätsspital Zürich und dem Deutschen Herzzentrum Berlin im Tierversuch bei Schweinen auf Unbedenklichkeit, Gebrauchstauglichkeit und auf ihr Vermögen, Bindegewebsbildung in einer realistischen Anwendung zu reduzieren.

Wenn diese Tests erfolgreich verlaufen, werden die Wissenschaftler erste klinische Studien bei Menschen planen.

Venture Kick

Venture Kick ist eine von mehreren Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen getragene Initiative zur Förderung von innovativen Geschäftsideen. Jeden Monat erhalten acht Startup-Projekte die Chance, sich einer Jury zu präsentieren. In drei Beurteilungsrunden werden davon zwei Projekte als Sieger ermittelt, die insgesamt 130‘000 Franken als Startkapital erhalten. Die Jury bewertet unter anderem die Teamzusammensetzung, das Marktpotenzial und wie sich das Start-up in den neun Monaten seit Beginn des Wettbewerbs entwickelt hat. Teilnahmeberechtigt sind Studierende, Forschende oder Professoren und Professorinnen von schweizerischen Hochschulen, welche mit ihrer Geschäftsidee eine Firma gründen wollen.

Website Hylomorph (auf Englisch) [http://www.hylomorph-medical.com/]

Projektwebsite HeartOne (Wyss Zurich, auf Englisch) [http://www.WyssZurich.uzh.ch/projects/heartone/id/10/action/show/ctrl/Page/]


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Fabio Bergamin Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Rämistr. 101
8092 Zürich
Schweiz
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360° TOP-Hinweis Geriater: Pneumokokken-Impfung und die Lungenentzündung: Mehr PCV13 Impfstoff

Medizin am Abend Berlin  Fazit:   Mit Blick auf ältere Patienten wird falscher Impfstoff favorisiert

Pneumokokken sind die häufigste Ursache für Lungenentzündungen. 

Menschen über 60 Jahre sind besonders gefährdet: Bei ihnen sind 80 Prozent der Erkrankungen auf die Bakterien zurückzuführen. 

Seit Jahren wird daher zu einer Impfung geraten. Nun ist jedoch eine Diskussion um das Vakzin entbrannt: In einem Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widersprechen Experten der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO). Co-Autor Prof. Dr. Hans Jürgen Heppner, Sprecher der AG-Impfen der DGG und Chefarzt der Geriatrischen Klinik und Tagesklinik am Helios Klinikum Schwelm, erläutert die Hintergründe. 

 Prof. Dr. Hans Jürgen Heppner
 Prof. Dr. Hans Jürgen Heppner DGG

Es ist ein Disput, der weitreichende Konsequenzen für die Gesundheit älterer Patienten haben könnte: 

Wie zum Jahreswechsel aus Kreisen der STIKO verlautete, soll der Konjugatimpfstoff PCV 13 nicht mehr neben der Standardimpfung mit dem Polysaccharidimpfstoff PPSV23 empfohlen werden. 

Bislang wurde dieser gleichberechtigt neben dem Konjugatimpfstoff PCV13 genannt.

Dies entspricht nicht der aktuellen Datenlage, sind sich Experten der DGG und DGP einig. Gemeinsam haben sie nun ein Positionspapier veröffentlicht, das nicht nur darauf drängt, weiterhin PCV13 für die Impfung von Patienten über 60 Jahren zu empfehlen – sondern ihm sogar möglichst den Vorzug zu geben.

Ältere Patienten bei der Empfehlung nicht wirklich bedacht

„Der Konjugatimpfstoff ist wirksamer für ältere Menschen als der Polysaccharidimpfstoff“, sagt Prof. Hans-Jürgen Heppner. Gemeinsam mit Prof. Dr. Santiago Ewig (Herne/Bochum), Prof. Dr. Mathias Pletz (Jena) und Prof. Dr. Tobias Welte (Hannover) ist er überzeugt, das die STIKO zu viel Gewicht auf die Rate der invasiven Infektionen durch Pneumokokken legt.

Stattdessen müsste beachtet werden, dass Pneumokokken Auslöser bei 80 Prozent der Lungenentzündungen sind. 

„Eine Lungenentzündung ist für ältere Menschen eine Katastrophe. Auch wenn diese Patienten erfolgreich behandelt werden, verlieren sie oft an Selbständigkeit und Funktionalität, wodurch die Mortalität auch ein halbes Jahr später noch hoch bleibt.“


Gestützt auf eine breite Datenbasis, kommen die Experten darüber hinaus zu dem Schluss, dass eine Impfung mit PPSV23 eine geringere Wirkung hat – auch was die Dauer des Schutzes angeht. Studien zufolge scheint dieser bereits nach zwei Jahren abzunehmen. Bei PVC13 hält er dagegen sogar nach vier Jahren an.

Starker Impfstoff und schwacher Impfstoff – es wird der falsche favorisiert

  • Auch der Effekt, wenn die zwei unterschiedlichen Impfstoffe nacheinander gegeben werden, fällt demnach unterschiedlich aus. 
  • Wird nach einer PPSV23-Impfung mit dem gleichen Vakzin oder PVC13 „aufgefrischt“, ist die Wirkung schwächer als zuvor. Wird erst PVC13 gegeben und später mit PPSV23 geimpft, ergibt sich den Experten zufolge eine „Booster-Reaktion“.

„Für uns sind das eindeutige Gründe, warum wir PVC13 favorisieren“, sagt Prof. Heppner, der sich auch in der Arbeitsgruppe Impfen der DGG unter der Leitung von Frau Dr. Anja Kwetkat engagiert.

Er erhofft sich, dass das Positionspapier ein Signal an andere Geriater ist. 

„Wir wollen damit die Kollegen wachrütteln: Sie sollen zum einen die Gefahr der Pneumokokken-Pneumonie stärker wahrnehmen. Und zum anderen sollen sie vermehrt das Gespräch mit den Patienten suchen – laut Zahlen von 2010 sind bislang nur 20 Prozent in der Altersgruppe geimpft. 

Dank des Positionspapiers haben die Kollegen nun die wissenschaftliche Grundlage, warum eine Impfung sinnvoll ist und welcher Impfstoff hierfür optimaler Weise ausgewählt werden sollte.“

„Stellungnahme zur Empfehlung der Pneumokokken-Impfung für Erwachsene 

– Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG)“:

Das Positionspapier kann mit freundlicher Genehmigung des Thieme-Verlages kostenfrei heruntergeladen werden unter dem Link:

 https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0034-1393413.pdf


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360° TOP-Frage: Alkoholabhängige - Verkehrskontrollen bei Suchtabhängigen....?

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Abstinenzphasen bei Alkoholabhängigen führen zu mehr Dopamin im Gehirn

In einer neuen Studie berichten Suchtforscher am Institut für Psychopharmakologie (Wissenschaftlicher Direktor: Professor Rainer Spanagel) und an der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin (Ärztlicher Direktor: Professor Falk Kiefer), dass Alkoholiker erhöhte Konzentrationen an Dopamin in Regionen des Gehirns aufweisen, wenn sie längere Zeit auf Alkohol verzichten. Die Ergebnisse der Studie wurden Ende Februar in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht. 
 
  • Bei Alkoholismus wechseln sich häufig Perioden der Trunkenheit mit Abstinenzphasen ab, in denen die Betroffenen versuchen, auf Alkohol zu verzichten. 
  • Am Ende dieser Phasen steht dabei oft der Rückfall, wodurch die Sucht nur vertieft wird. 
  • Während dieser Zyklen finden viele Veränderungen im Gehirn statt. Besonders wichtig ist dabei der Neurotransmitter Dopamin, der die Signalübertragung in Belohnungszentren im Gehirn vermittelt.
Wenn sich gelegentlicher Alkoholkonsum zu einer Sucht entwickelt, verändern sich auch die Bindungsstellen für Dopamin, über die der Botenstoff seine Wirkungen vermittelt. 
Diese Veränderungen untersuchten Dr. Natalie Hirth und ihre Kollegen, indem sie Gehirnproben von verstorbenen Alkoholikern mit denen von Menschen verglichen, die in ihrem Leben wenig oder gar keinen Alkohol getrunken hatten.

Dabei fanden die Wissenschaftler Hinweise auf deutlich erhöhte Dopamin-Spiegel in bestimmten, für die Verhaltenskontrolle wichtigen, Bereichen des Gehirns der Alkoholsüchtigen. 

Durch ergänzende Versuche an alkoholabhängigen Ratten konnten die Forscher die Humanstudien bestätigten und weitere detaillierte Erkenntnisse gewinnen.

Es zeigte sich, dass die Dopamin-Mengen im akuten Entzug stark vermindert sind.

Doch wenn die Tiere über einen längeren Zeitraum keinen Alkohol erhielten, stiegen die Dopamin-Werte deutlich über das Normalniveau. Dies hatte unter anderem den Effekt, dass die Tiere hyperaktiv wurden.
  • Aufgrund ihrer Ergebnisse glauben Natalie Hirth und Kollegen, dass Dopamin beim akuten Alkoholentzug verringert ist und dann stark ansteigt, wenn die Alkoholiker die Abstinenz länger durchhalten. 
„Diese Erkenntnisse könnten sowohl den initial verminderten Antrieb und die gesenkte Stimmungslage im frühen Entzug erklären, als auch die später häufig bei Suchtpatienten auftretenden Symptome von Rastlosigkeit und gestörter Impulskontrolle“ ergänzt Professor Kiefer, Direktor der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am ZI. 
  • Auf diese Befunde aufbauend können nun Verhaltensexperimente entworfen werden, um den Zusammenhang zwischen erhöhtem Dopamin und dem Rückfall in die Alkoholsucht besser zu verstehen. 
  • Letztendlich sollen so Wege gefunden werden, um den Rückfall gänzlich zu verhindern und damit den erkrankten Menschen helfen, die Sucht endgültig zu überwinden.

Publikation:
Convergent evidence from alcohol-dependent humans and rats for a hyperdopaminergic state in protracted abstinence. PNAS 2016; published ahead of print February 22, 2016, doi:10.1073/pnas.1506012113
Natalie Hirtha,1, Marcus W. Meinhardta,1, Hamid R. Nooria,1, Humberto Salgadob, Oswaldo Torres-Ramirezb, Stefanie Uhriga, Laura Broccolia, Valentina Vengelienea, Martin Roßmanitha, Stéphanie Perreau-Lenza,2, Georg Köhra, Wolfgang H. Sommera,c, Rainer Spanagela,1, and Anita C. Hanssona,1,3
aInstitute for Psychopharmacology at Central Institute for Mental Health, Medical Faculty Mannheim, University of Heidelberg, 68159 Mannheim, Germany; bNeurosciences Department, Autonomous University of Yucatán, 97000 Merida, Yucatan, Mexico; bNeurosciences Department, Autonomous University of Yucatán, 97000 Merida, Yucatan, Mexico; cDepartment of Addictive Behavior and Addiction Medicine at Central Institute for Mental Health, Medical Faculty Mannheim, University of Heidelberg, 68159 Mannheim, Germany.
1N.H., M.W.M., H.R.N., R.S., and A.C.H. contributed equally to this work.
2Present address: SRI Biosciences, Division of SRI International, Center for Neuroscience, Menlo Park CA 94025.


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Dr. Anita C Hansson
Leitung Arbeitsgruppe Neuroanatomie
Institut für Psychopharmakologie
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J5, 68159 Mannheim, Germany
Tel.: +49 621 1703 6283/-6293
Fax: +49 621 1703 6255
E-Mail: anita.hansson@zi-mannheim.de
Sigrid Wolff Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim

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360°-TOP-Frage: Vor den Landtagswahlkämpfen: Cannabis/Marihuana, Hasschisch.... - Konsum - Polizeikontrollen?

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Cannabis-Positionspapier der DGP warnt: Auch die Lunge ist gefährdet

Die gesundheitlichen Schäden und Effekte von Cannabis sind nicht ausreichend untersucht. Das geht aus einem aktuellen Positionspapier hervor, das die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften veröffentlicht hat. Angesichts der aktuellen Debatte um die Legalisierung der Droge fordern Lungenfachärzte, auch die Folgen für Lunge und Herz-Kreislauf-System zu berücksichtigen. 

Über die gesundheitlichen Aspekte von Marihuana und Haschisch berichten Experten auf der heutigen Eröffnungs-Pressekonferenz anlässlich des 57. Kongresses der DGP in Leipzig. 
 
Schätzungsweise 600 000 Erwachsene in Deutschland konsumieren Cannabis in schädlichen Mengen oder sind sogar abhängig.

  • Der Cannabiskonsum in der Gruppe der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen erhöhte sich von 2011 bis 2014 von 2,8 auf 6,4 Prozent, die Verbreitung des regelmäßigen Konsums von 0,2 auf 1,5 Prozent. 

Professor Dr. med. Michael Kreuter vom Universitätsklinikum Heidelberg hält es im Rahmen der aktuellen Legalisierungsdebatte für wichtig, die genauen gesundheitlichen Auswirkungen des Cannabiskonsums daher differenziert zu betrachten.

„Konsumenten und Befürworter von Cannabis verharmlosen die gesundheitsschädlichen Effekte und verbreiten vermeintliche Fakten über die heilsame Wirkung der Droge, die wissenschaftlich nicht ausreichend belegt sind“, ergänzt DGP-Präsident Professor Dr. med. Berthold Jany.

Bisher ist nur wenig darüber bekannt, dass Cannabis die Gesundheit schädigt. Insbesondere was Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen betrifft, mehren sich jedoch die Daten dazu.

Da die meisten Konsumenten auch normalen Tabak rauchen, ist zwar nicht ganz eindeutig festzustellen, welchen zusätzlichen Schaden Cannabis verursacht“, erklärt Kreuter im Vorfeld des DGP-Kongresses.

„Gesichert ist jedoch, dass der inhalative Konsum von Cannabis zu einer chronischen Bronchitis führen kann. 
  •  Unbehandelt kann diese in eine chronisch-obstruktive Form übergehen: Die Lunge verliert ihre Funktion, Sauerstoff aufzunehmen“, ergänzt er. Da Cannabis viele krebserregende Stoffe enthält, hält der Experte auch einen Zusammenhang mit Lungenkrebs für wahrscheinlich.
  • Belegt ist zudem, dass langfristiger, regelmäßiger Konsum von Cannabis – insbesondere bei Heranwachsenden – das Risiko für körperliche und psychische Entwicklungsstörungen wie Schlafstörungen oder Psychosen erhöht. 

Die Datenlage zu einem möglichen therapeutischen Nutzen von Cannabis ist nur gering. „Hier fehlen insbesondere systematische, qualitativ hochwertige Untersuchungen, die eine positive Wirkung belegen“, sagt Kreuter.


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