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Edoxaban (Handelsname Lixiana): Prophylaxe gegen Schlaganfall, systemische Embolien

Medizin am Abend Berlin Fazit:    Edoxaban: Beträchtlicher Zusatznutzen für bestimmte Patienten

Als Prophylaxe bei Vorhofflimmern: weniger Schlaganfälle und Blutungen / Für zweites Anwendungsgebiet fehlen Datenanalysen 
 
Seit Juni 2015 ist Edoxaban (Handelsname Lixiana) bei Erwachsenen für zwei Anwendungsgebiete zugelassen: zum einen als Prophylaxe gegen Schlaganfall und systemische Embolien bei Erwachsenen mit Vorhofflimmern (NVAF) sowie weiteren Risikofaktoren für Schlaganfall, zum anderen zur Behandlung und Prophylaxe von tiefen Venenthrombosen und Lungenembolien.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat in einer Dossierbewertung überprüft, ob dieser Wirkstoff gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie einen Zusatznutzen bietet.

Für die Prophylaxe gegen Schlaganfall und systemische Embolien lässt sich als Fazit ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen im Vergleich zu Vitamin-K-Antagonisten ableiten: Schlaganfälle, Blutungen und schwere Nebenwirkungen traten unter Edoxaban seltener auf.

Für das zweite Anwendungsgebiet fehlen im Hersteller-Dossier geeignete Auswertungen.

Vergleich mit Warfarin in beiden Anwendungsgebieten

Der Zulassung entsprechend hat das IQWiG Edoxaban in zwei getrennten Modulen bewertet:

erstens als Prophylaxe gegen Schlaganfall und systemische Embolien bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern (NVAF) und mindestens einem weiteren Risikofaktor für Schlaganfall wie Hypertonie, ein früherer Schlaganfall oder Diabetes mellitus (Bewertungsmodul I); zweitens für die Behandlung von tiefen Venenthrombosen und Lungenembolien sowie um weiteren Thrombosen und Lungenembolien vorzubeugen (Bewertungsmodul II).

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat für beide Anwendungsgebiete Vitamin-K-Antagonisten (VKA) als zweckmäßige Vergleichstherapie festgelegt. Der Hersteller vergleicht Edoxaban in seinem Dossier jeweils mit dem VKA Warfarin.

Positive Effekte als Prophylaxe gegen Schlaganfall und Embolien

  • In der Gesamtpopulation der Studienteilnehmer, die Edoxaban erhielten, kam es seltener zu größeren Blutungen. 

  • Einige Vorteile von Edoxaban zeigten sich für verschiedene Endpunkte nur bei Frauen: 

  • Sie hatten weniger hämorrhagische Schlaganfälle, nicht größere, aber behandlungsbedürftige Blutungen und schwere Nebenwirkungen als die Vergleichsgruppe. Bei Patientinnen und Patienten mit hohem Schlaganfallrisiko (CHADS2-Score >3) traten weniger Schlaganfälle auf, die zu Behinderungen führten.

In der Gesamtschau zeigen sich ausschließlich positive Effekte von Edoxaban als Prophylaxe gegen Schlaganfall und systemische Embolien.

Dabei liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Zusatznutzen oder geringeren Schaden in Bezug auf verschiedene Symptome und Beschwerden (Morbidität) sowie Nebenwirkungen jeweils bei einem Hinweis, das Ausmaß variiert von beträchtlich bis gering (siehe Bewertungsmodul I).

Getrennte Auswertungen nach Behandlungsdauer fehlen

Beim zweiten Anwendungsgebiet, der Behandlung und Prophylaxe von (rezidivierenden) tiefen Venenthrombosen und Lungenembolien, sind zwei Patientenpopulationen zu differenzieren, die eine unterschiedlich lange Behandlung benötigen: entweder eine akute Behandlung und zeitlich begrenzte Prophylaxe von drei bis sechs Monaten oder eine kontinuierliche Prophylaxe über drei bis sechs Monate hinaus (Langzeitprophylaxe).

In seinem Dossier unterscheidet der Hersteller jedoch nicht zwischen diesen beiden Patientenpopulationen und legt keine getrennten Analysen für die jeweilige Patientengruppe vor (siehe Bewertungsmodul II).

Somit fehlen geeignete Auswertungen für eine Bewertung in diesem Anwendungsgebiet, und es lässt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen ableiten.

G-BA beschließt über Ausmaß des Zusatznutzens

Diese Dossierbewertung ist Teil der frühen Nutzenbewertung gemäß Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG), die der G-BA verantwortet. Nach Publikation der Dossierbewertung führt der G-BA ein Stellungnahmeverfahren durch und fasst einen abschließenden Beschluss über das Ausmaß des Zusatznutzens.

Einen Überblick über die Ergebnisse der Nutzenbewertung des IQWiG gibt folgende Kurzfassung. Auf der vom IQWiG herausgegebenen Website gesundheitsinformation.de finden Sie zudem allgemein verständliche Informationen.

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Telefon: 0221 35685 153
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Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Weitere Informationen für international  Medizin am Abend Berlin Beteiligte 
 
 http://www.iqwig.de

Weltweit Wochenende: 14 Ernährungs-Risikofaktoren


Medizin am Abend Berlin Fazit:

Die 14 Ernährungs-Risikofaktoren laut der Burden of Disease Study:

Zu wenig Obst

Zu wenig Gemüse

Zu wenig Vollkorn

Zu wenig Nüsse und Samen

Zu wenig Milch

Zu viel rotes Fleisch

Zu viele Wurstwaren

Zu viele zuckerhaltige Getränke

Zu wenig Ballaststoffe

Suboptimale Kalziumversorgung

Zu wenig Omega-3 Fettsäuren

Zu wenige mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Zu viele Transfette

Zu viel Salz

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Pflegeheime pflegen schlechter, wenn sie profitorientiert und billig sind

Medien am Abend Berlin Fazit:  Studie des Gesundheitssystemforscher Prof. Dr. Max Geraedts untersuchte den Zusammenhang von Preis, Qualität und Profitorientierung 


  • Profitorientierte Pflegeheime in Deutschland bieten im Vergleich zu nicht-profitorientierten Pflegeheimen insgesamt eine geringere Qualität. 
  • Gerade im unteren Preissegment pflegen die profitorientierten Pflegeheime schlechter als die nicht-profitorientierten. 
  • Im obersten Preissegment unterscheiden sich die Pflegeheime kaum noch nach ihrer Profitorientierung. 

Das sind die Kernthesen einer Forschergruppe um den Gesundheitssystemforscher Prof. Dr. Max Geraedts von der Universität Witten/Herdecke (UW/H), die jetzt veröffentlicht worden ist:

http://link.springer.com/article/10.1007/s12126-015-9227-1


Prof. Dr. Max Geraedts

Prof. Dr. Max Geraedts

„Wir haben in der Studie statistische Werte verglichen, wir behaupten nicht, dass die Unterschiede in der Pflege durch die Profitorientierung entstehen!“, betont Prof. Geraedts deutlich. Ein Teil der Unterschiede lasse sich dadurch erklären, dass privat betriebene Pflegeheime durchschnittlich geringere Preise verlangen und die Qualität der Pflegeheime eben sehr deutlich mit deren Preis zusammenhänge.

Außerdem müssten solche Träger ja den Bau der Gebäude meist selber stemmen und auch noch etwas Gewinn abwerfen, Altenheime von Kirchen oder anderen Trägern müssten diese Kosten meist nicht selber verdienen.

Teilt man den Pflegesatz der untersuchten Häuser in fünf gleiche Teile, denn liegen in den günstigsten beiden Teilen 69 Prozent der profitorientierten, aber nur knapp 20% der nicht-profitorientierten Pflegeheime.

Betrachtet man die „Kerndisziplinen“ wie Pflegeprozesse, Betreuungsprozesse, Qualitätsmanagement und Einrichtungsstruktur, dann schneiden die profitorientierten Pflegeheime auch unabhängig vom Preis der Einrichtung schlechter ab als die nicht-profitorientierten Pflegeheime.

Dagegen existieren zwischen der Dokumentationsqualität sowie den Versorgungsergebnissen einerseits und der Profitorientierung der Einrichtungen andererseits keine Zusammenhänge, wenn der Preis der Pflegeheime gleichzeitig in Betracht gezogen wird.

Die Forscher empfehlen: 

  • „Insbesondere bei profitorientierten Pflegeheimen lohnt es sich, ein Pflegeheim auszuwählen, das einer höheren Preiskategorie angehört. 
  • Dagegen spielt bei nicht-profitorientierten Pflegeheimen der Preis der Einrichtung nur eine untergeordnete Rolle. 
Hier sind schon in der untersten Preiskategorie viele Pflegeheime zu finden, die eine Qualität auf höchstem Niveau bieten.“

Außerdem schreiben die Forscher, dass wie in den USA auch in Deutschland Angaben zur Profitorientierung der Einrichtung zwingend vorgeschrieben sein sollten.

Für die Studie haben die Autoren die Daten der gesetzlich festgelegten Qualitätsprüfung des medizinischen Dienstes von mehr als 10.000 Altenheimen der Jahre 2011 und 2012 ausgewertet.

Deren Aussagekraft wird zwar vielfach hinterfragt, jedoch lässt die Konsistenz der Ergebnisse den Zusammenhang ausreichend sicher interpretieren. „Man kann am Sinn dieser Überprüfung an vielen Stellen sicher zweifeln. Aber sie wird einheitlich für alle Träger durchgeführt und bietet daher einheitliche Daten.“


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

Prof. Dr. Max Geraedts
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Max.Geraedts@uni-wh.de
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Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.200 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

Das Risiko akuter Vergiftungen durch Pflanzen

Medizin am Abend Berlin Fazit:      Blauer Eisenhut, Engelstrompete und Wunderbaum

BfR-Broschüre „Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen 2011-2013“ dokumentiert unter anderem Vergiftungsunfälle mit Pflanzen 

Medizin am Abend Berlin Zusatzfachlink hier   

  • Kleinkinder sind, gerade jetzt im Herbst, durch die versehentliche Einnahme von giftigen Blüten, Samen oder Früchten in besonderem Maße gefährdet
Dies legen von Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern und Giftinformationszentren an das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gemeldete Vergiftungsfälle nahe, die zusammengefasst in der Broschüre „Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen 2011-2013“ beschrieben sind.

Hierunter finden sich Fälle mit Blauem Eisenhut, Engelstrompete und den Ricinussamen des Wunderbaums.
Allgemein sind die meisten Vergiftungsmeldungen zwar auf den Umgang mit chemischen Produkten zurückzuführen, doch werden rund 10 Prozent der Fälle durch giftige Pflanzen oder Pilze ausgelöst. 
In den Jahren 2011-2013 hat das BfR insgesamt 13.225 Vergiftungen dokumentiert. Der Bericht „Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen“ gibt einen informativen Überblick über alle Meldungen aus dieser Zeit - von exotischen Fällen wie Ciguatera-Vergiftungen nach dem Verzehr von Schnapper-Fischfilets, allergischen Nebenwirkungen nach dem Stechen eines Tattoos bis hin zu Vergiftungen am Arbeitsplatz. „Die Meldungen und Auswertungen von Vergiftungen“, so BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, „führen dazu, dass Vergiftungsrisiken für die Bevölkerung schneller erkannt werden. Sie tragen so dazu dabei, dass die Sicherheit von Produkten stetig verbessert wird.“

In den „Ärztlichen Mitteilungen bei Vergiftungen 2011-2013“ werden Fälle in Verbindung mit dreien der giftigsten Gartenpflanzen skizziert: Blauer Eisenhut, Engelstrompete und Wunderbaum (Ricinus).

Der Blaue Eisenhut trägt sogar den unrühmlichen Titel der „giftigsten Pflanze Europas“. Sämtliche Teile der Pflanze enthalten Aconitin, das giftiger ist als das aus Krimis wohlbekannte Strychnin.

Für den erwachsenen Menschen sind bereits etwa zwei bis sechs Milligramm reines Aconitin tödlich. Schon in der Folge des Hautkontakts beim Pflücken der imposanten, tiefblauen Blüten können sich Symptome zeigen.  

Häufig kommt es jedoch zu Vergiftungen, weil die Knolle des Eisenhuts mit Sellerie- oder Meerrettichwurzeln verwechselt wird. Auch die Blätter landen, aus Unkenntnis oder in Verwechslung mit Petersilie, in Salaten.

Bei der Engelstrompete handelt es sich um ein bis zu fünf Meter hohes Ziergewächs mit auffällig großen, hängenden Trompetenblüten. Auch bei dieser Pflanze sind alle Teile giftig. Im Fall einer Vergiftung können die Symptome - insbesondere Verwirrtheit und Bewusstseinsverlust - bis zu zwei Tage lang andauern.

Zu den giftigsten Gartenpflanzen gehört darüber hinaus der Wunderbaum, der wegen seiner großen, tiefrot gefärbten Blätter als Zierpflanze kultiviert wird. Der Wunderbaum bildet rotbraune, mit weichen Stacheln besetzte Kapselfrüchte mit bohnenförmigen Samen aus, die gern gepflückt werden. Ricinussamen sind jedoch hochgiftig. Für eine tödliche Vergiftung mit Ricin reicht bei Kindern bereits eine Aufnahme von drei bis fünf gut zerkauten Samen aus. Nicht nur der Verzehr, sondern auch der Hautkontakt mit den Samen, besonders mit durchbohrten Samen - wie sie teilweise an Halsketten zu finden sind - können schwere Allergien auslösen. Da hier die feste Samenschale durchbohrt wird, können die Giftstoffe direkt in die Haut gelangen. Solcher Schmuck darf unter keinen Umständen in die Hände von Kindern gelangen.

Bei Unsicherheit, ob eine giftige Pflanze verzehrt wurde oder Kontakt bestand, hilft ein Anruf bei einer der acht deutschen Giftnotrufzentralen weiter. Auch die vielfach genutzte BfR-App „Vergiftungsunfälle bei Kindern“, die 2014 den Deutschen Preis für Onlinekommunikation erhielt, bietet Hinweise, wie sich Unfälle vermeiden lassen und gibt Informationen über Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Die vorliegenden „Ärztlichen Mitteilungen bei Vergiftungen“ wurden als Sammelband für die Jahre 2011-2013 erstellt und schließen somit lückenlos an die letzten Mitteilungen aus dem Jahr 2010 an. Der Bericht gibt einen informativen Überblick über Vergiftungsrisiken sowie Schwerpunkte der ärztlichen Meldungen an das BfR. In der Broschüre, die sich besonders an Ärzte, Klinik- und Rettungspersonal richtet, beschreibt das BfR für ausgewählte Vergiftungsfälle ausführlich Symptome, Verlauf und Therapieansätze.

Sie ist kostenlos beim BfR erhältlich: Fax +49-(0)30-18412-4970, E-Mail: publikationen@bfr.bund.de und steht unter www.bfr.bund.de zum Herunterladen zur Verfügung.


Weitere Informationen über die Meldepflicht bei Vergiftungen und unerwünschten Produktwirkungen nach § 16e des Chemikaliengesetzes finden Sie hier: http://www.bfr.bund.de/de/vergiftungen-7467.html

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.


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360°TOP-Thema: Sehverlust durch die Blutzuckererkrankung Diabetes mellitus

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Sehverlust bedroht viele Deutsche mit Diabetes

Gutenberg-Gesundheitsstudie der Universitätsmedizin Mainz liefert erstmals fundierte Zahlen für Deutschland

Allein in der Altersgruppe von 35 bis 74 Jahren sind mehr als 140.000 Menschen in Deutschland von Sehverlust durch die Blutzuckererkrankung Diabetes mellitus bedroht. Diese Hochrechnung beruht auf einer Studie der Universitätsmedizin Mainz, die erstmalig fundierte Zahlen für Deutschland liefert. Im Rahmen der Gutenberg-Gesundheitsstudie haben die Wissenschaftler mehr als 15.000 Menschen aus der Region untersucht. Dabei stellten sie fest, dass etwa 20 Prozent der Menschen mit Diabetes an einer Schädigung der Netzhaut leiden.

Fünf Prozent sind von einer fortgeschrittenen Form betroffen, welche die Sehfähigkeit sogar erheblich bedroht – dies entspricht hochgerechnet der oben genannten Zahl von mehr als 140.000 Menschen zwischen 35 und 74 Jahren.Die Ergebnisse der Studie wurden in der internationalen Online-Fachzeitschrift PLOS ONE der Public Library of Science veröffentlicht.

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In Deutschland sind über alle Altersgruppen betrachtet etwa acht Prozent der Menschen von Diabetes mellitus betroffen. Bei dieser chronischen Erkrankung ist die Steuerung des Blutzuckerspiegels gestört. Als Langzeitfolge kann der über Jahre erhöhte Blutzuckerspiegel die Blutgefäße schädigen und Durchblutungsstörungen verursachen. Sind die feinen Adern betroffen, welche die Netzhaut des Auges versorgen, spricht man von einer diabetischen Netzhauterkrankung.

  • Schreitet die Erkrankung fort, droht der Verlust der Sehfähigkeit. 
Die bisherigen Schätzungen zur Zahl der Menschen in Deutschland, denen ein solcher Diabetes-bedingter Sehverlust droht, waren sehr ungenau. Sie beruhten auf Zahlen aus dem Ausland, die mit Deutschland aufgrund anderer Lebensgewohnheiten und anderer Gesundheitsversorgungs-Systeme kaum vergleichbar sind. „Die Anlage der Gutenberg-Gesundheitsstudie ermöglicht es, die Ergebnisse auf die Allgemeinbevölkerung in Deutschland zu übertragen, so dass nun erstmals eine verlässliche Zahl vorliegt. Demnach sind allein in der untersuchten Studiengruppe im Alter zwischen 35 und 74 Jahren mehr als 142.000 Menschen von schweren Diabetes-bedingten Sehschäden betroffen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Direktor der Augenklinik und Poliklinik an der Universitätsmedizin Mainz, der die Studie mit ins Leben gerufen hat.

Ein weiteres überraschendes Ergebnis der Studie: 

Jeder vierte Studienteilnehmer, bei dem erhöhte Blutzuckerwerte festgestellt wurden, wusste nichts von seiner Diabetes-Erkrankung. Auch bei diesen Teilnehmern traten bereits frühe Formen der Netzhautschädigung auf. „Das unterstreicht die Bedeutung der Früherkennung, denn je eher der erhöhte Blutzuckerspiegel behandelt wird, desto geringer ist das Risiko für Spätfolgen“, sagt Alireza Mirshahi, Professor für Augenheilkunde, Forscher an der Universitäts-Augenklinik Mainz und inzwischen Direktor der Augenklinik Dardenne in Bonn, der die Untersuchung geleitet hatte.

  • Die Auswertung der Daten zeigte ferner, dass das Risiko für eine diabetische Netzhautschädigung mit dem Alter und der Erkrankungsdauer steigt und bei erhöhtem Blutdruck größer ist.

„In einem nächsten Schritt sollen nun Früherkennungsmaßnahmen aus den Studienergebnissen abgeleitet werden, die auch neueste technische Untersuchungen einschließen“, so Professor Pfeiffer. „So könnte in Zukunft wohl ein großer Teil der drohenden Sehverschlechterung oder gar Erblindung abgewendet werden.“

Über die Gutenberg-Gesundheitsstudie

Die Gutenberg-Gesundheitsstudie ist eine groß angelegte, prospektive und repräsentative Bevölkerungsstudie. Im Rahmen des Projektes wird der Gesundheitszustand der Bevölkerung in der Rhein-Main-Region untersucht. Ein Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung der Herz-Kreislauf-Gesundheit. Es werden aber auch Krebserkrankungen, Augenerkrankungen sowie Erkrankungen des Immunsystems, des Stoffwechsels und der Psyche untersucht. Aus augenheilkundlicher Sicht ist die Studie von besonderer Bedeutung: Sie ermöglicht erstmals, zu zahlreichen Augenerkrankungen relevante und zuverlässige Daten für Deutschland zu erheben.

In den Jahren 2007 bis 2012 wurden über 15.000 Personen aus einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe in die Studie eingeschlossen und im Studienzentrum untersucht. In den folgenden Jahren wird die gesundheitliche Entwicklung sowie der Verlauf von aufgetretenen Erkrankungen der Teilnehmer erfasst.

Die interdisziplinäre Studie wird von der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz durchgeführt und profitiert von einer hohen inneruniversitären Vernetzung sowie von der Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von nationalen und internationalen Kooperationspartnern. Zahlreiche Kliniken und Institute der Universitätsmedizin Mainz sind an der Planung, Organisation und Durchführung der Studie beteiligt. Insgesamt arbeiten über 100 Studienmitarbeiter und Wissenschaftler am Gelingen dieses Großprojekts.

Weitere Informationen zur Gutenberg-Gesundheitsstudie: 

http://www.gutenberg-gesundheitsstudie.de/


zum augenheilkundlichen Schwerpunkt der Gutenberg-Gesundheitsstudie:

http://www.unimedizin-mainz.de/augenklinik/startseite/gutenberg-gesundheitsstudi...


Originalpublikation
Prevalence and cardiovascular associations of diabetic retinopathy and maculopathy: Results from the Gutenberg Health Study; P. Raum, J. Lamparter, K. A. Ponto, T. Peto, R. Hoehn, A. Schulz, A. Schneider, P. Wild, N. Pfeiffer, A. Mirshahi (2015). PLOS ONE 10(6): e0127188.
doi: 10.1371/journal.pone.0127188; http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0127188

Medizin am Abend Berlin DirekKontakt 

Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer,
Direktor der Augenklinik, Universitätsmedizin Mainz,
Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz,
Tel: +49 6131 177085, Fax: +49 6131 176620,
E-Mail: norbert.pfeiffer@unimedizin-mainz.de

Prof. Dr. med. Alireza Mirshahi,
Augenklinik Dardenne SE (Dardenne Eye Hospital),
Friedrich-Ebert-Str. 23-25, 53177 Bonn,
Tel. +49 228 8303 344, Fax. +49 228 8303 388,
E-Mail: dr.mirshahi@gmail.com

Dr. Renée Dillinger-Reiter,
Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7424, Fax 06131 17-3496,
E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

60 Tage strikte Bettruhe . / . Osteoporose-Prävention und zur Rehabilitation nach Beinverletzungen

Medizin am Abend Berlin Fazit:   60 Tage Bettruhe im Dienste der Raumfahrt

Konstanzer Trainingskonzept für Astronauten wird in sogenannter Bettruhe-Studie getestet 
 
60 Tage strikte Bettruhe: In einer sogenannten Bettruhe-Studie testet die Europäische Raumfahrtbehörde (ESA) aktuell ein Trainingskonzept für Astronauten, das von Sportwissenschaftlern der Universität Konstanz entwickelt wurde. 24 Teilnehmer müssen in der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln durchgeführten Studie zwei volle Monate lang konstant in Liegeposition verweilen. Der Muskel- und Knochenabbau in dieser langen Liegezeit simuliert die Auswirkungen von Schwerelosigkeit auf den Körper. Die beteiligten Forscher ermitteln anhand der Studie, wie effektiv ein Konstanzer Trainingsgerät für Astronauten den Verlust von Muskel- und Knochenmasse verhindern kann. Das Trainingsgerät besitzt auch hohes Potential für eine Anwendung auf der Erde, unter anderem zur Osteoporose-Prävention und zur Rehabilitation nach Beinverletzungen.

http://cms.uni-konstanz.de/fileadmin/informationen/zentral/pi/2015/113-sprungschlitten.jpg
Ein Sprungschlitten macht ein Sprungtraining in horizontaler Lage sowie in Schwerelosigkeit möglich. Rechts im Hintergrund: Dr. Andreas Kramer, der das Trainingskonzept gemeinsam mit Prof. Dr. Markus Gruber an der Universität Konstanz entwickelt hat. (Bildrechte: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Köln)

Das Konstanzer Trainingsprogramm für Astronauten basiert auf „reaktiven Sprüngen“. Ein „reaktiver Sprung“ entsteht, wenn ein Sportler nach einem ersten Absprung wieder auf dem Boden aufkommt und sofort weiterspringt.

  • „Auf Knochen und Muskeln wirken in diesen Sprüngen sehr hohe Kräfte, kurzzeitig bis zu 10.000 Newton, die Gewichtskraft eines Kleinwagens. 

Bei keiner anderen natürlichen Bewegung des Menschen werden ähnlich hohe Kräfte für die Beinmuskeln und -knochen erzeugt“, erläutert Dr. Andreas Kramer, der gemeinsam mit Prof. Dr. Markus Gruber an der Universität Konstanz das Trainingskonzept für Astronauten entwickelt hat. „Reaktive Sprünge“ bieten somit die höchstmögliche Beanspruchung für Muskeln und Knochen und könnten eine ideale Übung für Astronauten sein, um dem Knochen- und Muskelabbau in der Schwerelosigkeit entgegenzuwirken.

Auf dieser Grundlage entwickelten die Konstanzer Sportwissenschaftler in Zusammenarbeit mit Novotec Medical, Airbus Defence and Space, der Universität Freiburg, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie der ESA ein Trainingsgerät, das „reaktive Sprünge“ in Schwerelosigkeit möglich macht. Die Astronauten werden in einen „Sprungschlitten“ eingespannt, der sie nach dem Absprung nicht davonschweben lässt, sondern mit einer Gegenkraft in Höhe der Erdgravitation wieder zurück auf den Boden bringt.

Bei erfolgreichem Test könnte das Trainingsgerät auf der Internationalen Raumstation ISS zur Anwendung kommen. Über die Weltraummission hinaus ist das Trainingsgerät jedoch auch für einen Einsatz auf der Erde hochinteressant. Es macht horizontale Sprünge in Liegeposition möglich, wobei die Gegenkraft variabel eingestellt werden kann. Dadurch können Sprünge ausgeführt werden, die das Bein weniger belasten als die Schwerkraft. Unter anderem für den Muskelaufbau nach Beinverletzungen oder als Vorbeugung für Osteoporose könnte das Trainingsgerät zum Einsatz kommen. 


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60 Tage strikte Bettruhe im Dienste der Raumfahrt: Ein Teilnehmer der aktuellen Bettruhe-Studie. (Bildrechte: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Köln)

Medizin am Abend DirektKontakt:

Universität Konstanz
Telefon: 07531 88-3603
E-Mail: kum@uni-konstanz.de 

Julia Wandt Universität Konstanz
Dr. Andreas Kramer
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78464 Konstanz
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E-Mail: Andreas.Kramer@uni-konstanz.de

Gendermedizin: Krankheiten zeigen sich bei Männern und Frauen auf unterschiedliche Arten

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Weibliche und männliche Aspekte in der Medizin


Alexandra Kautzky-Willer kommt als Gender-Gastprofessorin von Wien nach Bielefeld

Krankheiten zeigen sich bei Männern und Frauen auf unterschiedliche Arten. 

Diesen geschlechtsspezifischen Aspekten widmet sich Professorin Dr. Alexandra Kautzky-Willer, die im Wintersemester 2015/2016 als Gender-Gastprofessorin an der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld lehrt.

  • Ihr Thema: Gendermedizin. Durch den interdisziplinären wissenschaftlichen Zugang der Gendermedizin werden biologische und psychosoziale Unterschiede zwischen Männern und Frauen erforscht: das Gesundheitsbewusstsein genauso wie die Entstehung, die Wahrnehmung und der Umgang mit Krankheiten. Die geschlechtsabhängigen Unterschiede sind teilweise augenfällig, teilweise subtil und in vielen Bereichen noch wenig bekannt.

Alexandra Kautzky-Willer ist – seit 2010 – die erste Professorin für Gender Medicine in Österreich. Sie ist Expertin auf dem Gebiet Endokrinologie und Stoffwechsel, wo geschlechtsspezifische Unterschiede besonders auffällig sind. Nach Promotion (1988) und Abschluss der Facharztausbildung „Innere Medizin“ (1996) habilitierte sie sich 1997 an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Seit 2002 ist Kautzky-Willer Leiterin der Diabetesambulanz, Lipidambulanz und Adipositasambulanz an der Universitätsklinik für Innere Medizin III in Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind unter anderem: Schwangerschaftsdiabetes, Geschlechtsspezifische Aspekte bei Adipositas, Geschlechtsspezifische Aspekte bei metabolischem Syndrom und Geschlechtsspezifische Aspekte bei Diabetes mellitus Typ 2.

Professorin Kautzky-Willer wird im Rahmen ihrer Gastprofessur in Bielefeld eine zweistündige Lehrveranstaltung über „Gender Medicine“ und zwei öffentliche Plenarvorträge halten: Gendermedizin - Im Spannungsfeld von Biologie und Gesellschaft, Montag, 2. November, 12.15 Uhr im Hörsaal 3. Der Titel für den zweiten Vortrag am Freitag, 29. Januar 2016, 14.15 Uhr, im Hörsaal 5, steht noch nicht fest.

Die Gender-Gastprofessur ist eine fakultätsübergreifende „Wanderprofessur“ der Universität Bielefeld. Mit ihr will die Hochschule in den Fakultäten genderspezifische Inhalte in Forschung und Lehre stärken. Zu den Zielen gehört, Wissen aus der Geschlechterforschung in den einzelnen Disziplinen zu vermitteln und zu verankern. Außerdem geht es darum, Frauen in Forschung und Lehre stärker sichtbar zu machen. Seit 2010 finanziert die Universität die Gender-Gastprofessur.

Bisherige Gastprofessorinnen waren die Juristinnen Dr. Ulrike Lembke (Universität Hamburg) und Dr. Barbara Degen (Mitbegründerin des Feministischen Rechtsinstituts in Bonn und Hamburg), außerdem die Epidemiologin Dr. Claudia Terschüren (Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen), die Soziologin Professorin Dr. Cornelia Helfferich (Evangelische Hochschule Freiburg), die Anglistin Professorin Dr. Maryemma Graham (University of Kansas, USA) und die Sozialrobotik-Forscherin Selma Šabanović (Indiana University, USA).

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:

Dr. Petra Lutter, Universität Bielefeld
Fakultät für Biologie
Telefon: 0521 106-5617
E-Mail: plutter@cebitec.uni-bielefeld.de
Sandra Sieraad Universität Bielefeld

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.uni-bielefeld.de/gender/gendergastprofessur.html

Ihre Kopfschmerzerkrankung - Frage? Hier neue Praxis Leitlinien für Sie!

Medizin am Abend Berlin Fazit:     Neue DGS-PraxisLeitlinie „Primäre Kopfschmerzerkrankungen“

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) hat mit „Primäre Kopfschmerzerkrankungen“ eine neue PraxisLeitlinie zur Behandlung dieser sehr häufigen und am häufigsten bagatellisierten Gesundheitsstörung in den westlichen Industrienationen veröffentlicht. „Für viele Menschen in Deutschland gehören Kopfschmerzen zum Alltagsleben, wie der Kaffee zum Frühstück, und nicht wenige Betroffene haben bei ihren Bemühungen zur Linderung ihrer Beschwerden bisher nur wenig Hilfe erhalten, werden oft auch gar nicht ernst genommen“, so der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin, Dr. med. Gerhard H. H. Müller-Schwefe. 
 
Kopfschmerzen können heute präzise klassifiziert und diagnostiziert werden.

  • Die DGS-PraxisLeitlinie bietet zahlreiche Empfehlungen und Informationen sowie Ansatzpunkte und Anregungen für eine erfolgreiche und patientenorientierte Behandlung symptomatischer Kopfschmerzen. 

Zahlreiche DGS-Schmerzzentren und DGS-Ärzte haben auf der Basis ihrer täglichen Arbeit mit Patienten die neue DGS-PraxisLeitlinie mitgestaltet. Unter der Federführung des verantwortlichen Leitlinienautors Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Hartmut Göbel haben alle Beteiligten mit ihren Empfehlungen neue Standards für eine patientenorientierte schmerzmedizinische Versorgung definiert.

Die aktuell publizierte PraxisLeitlinie ist die vierte ihrer Art. Alle bisher veröffentlichten DGS-PraxisLeitlinien geben auf der Grundlage wissenschaftlicher Daten und der Erfahrungen schmerz- und palliativmedizinisch tätiger Ärzte Empfehlungen für verschiedene Indikationen in der Schmerzmedizin.

Bisher wurden die DGS-PraxisLeitlinien „Tumorschmerz“, „Tumorbedingte Durchbruchschmerzen“ und „Gute Substitutionspraxis in Schmerz- und Palliativmedizin“ abgeschlossen. Weitere DGS-PraxisLeitlinien befinden sich in der Kommentierungsphase oder werden gerade erstellt.

Die DGS-PraxisLeitlinien unterscheiden sich von Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.) im Wesentlichen dadurch, dass sie nicht nur die komplette verfügbare wissenschaftliche Literatur als Grundlage für Therapieentscheidungen heranziehen, sondern auch die Erfahrung der täglich mit Patienten arbeitenden Ärzte, also die eigene interne Evidenz, wie auch der betroffenen Patienten selbst, die über die Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL) als Patientenselbsthilfeorganisation umfangreich an der Gestaltung dieser Leitlinien beteiligt sind. „Die DGS-PraxisLeitlinie gewinnt hieraus eine völlig andere Legitimation und Praxisrelevanz“, sagt Müller-Schwefe, der Präsident der Schmerzmediziner.

Die neue Praxisleitlinie kann ab sofort unter www.dgs-praxisleitlinien.de   heruntergeladen werden.


Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS)

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) ist mit mehr als 4.000 Mitgliedern die größte europäische ärztliche Fachgesellschaft, die sich für eine bessere Versorgung von Schmerzpatienten und für ein besseres Verständnis und für bessere Diagnostik und Therapie des chronischen Schmerzes einsetzt. Sie ist bundesweit in mehr als 120 regionalen Schmerzzentren organisiert, in denen interdisziplinäre Schmerzkonferenzen veranstaltet werden. Oberstes Ziel der DGS ist die Verbesserung der Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen. Dies kann nur durch die Etablierung der Algesiologie in der Medizin erreicht werden. Dazu gehört die Qualitätssicherung in der Schmerzmedizin durch die Etablierung von Therapiestandards sowie die Verbesserung der Aus-, Fort- und Weiterbildung auf den Gebieten der Schmerzdiagnostik und Schmerztherapie für Ärzte aller Fachrichtungen. Die DGS gibt den Schmerztherapieführer heraus, in dem alle Mitglieder aufgelistet sind. Gemeinsam mit der Deutschen Schmerzliga e.V. organisiert die DGS den jährlich stattfindenden Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt/Main.

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Brustkrebs: Zu jung fürs Screening? Brustultraschall bitte durchführen lassen....!

Medizin am Abend Berlin Fazit:     Worauf Frauen unter 50 bei der Vorsorge achten sollten

Frauen ab 50 Jahren erhalten in Deutschland alle zwei Jahre eine Einladung zum Mammografie-Screening. Jüngere Frauen haben zwar ein geringeres Erkrankungsrisiko – ausgeschlossen ist eine Krebsdiagnose jedoch nicht. Ab 30 sollten Frauen ihre Brüste deshalb einmal im Monat selbst abtasten und einmal jährlich vom Frauenarzt untersuchen lassen, empfehlen Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM).

Bei einem auffälligen Tastbefund sei eine Ultraschalluntersuchung das erste Mittel der Wahl, um der Ursache auf den Grund zu gehen. 
 
Der große Vorteil des Brustultraschalls gegenüber der Mammografie ist, dass die Sonografie direkt vor Ort in der Praxis durchgeführt werden kann, strahlenfrei und für die Frau auch völlig schmerzfrei ist“, betont Professor Dr. med Werner Bader, Leiter des DEGUM Arbeitskreises Mammasonografie.

Gerade bei jüngeren Frauen, die häufiger ein dichtes Brustgewebe haben, eigne sich der Brustultraschall gut, um einen Tastbefund abzuklären.

Oft macht diese Untersuchung eine Mammografie überflüssig.

„Viele der getasteten Knoten sind harmlose Zysten“, erklärt Bader. Diese könne ein erfahrener Untersucher im Ultraschall eindeutig feststellen.

Privatdozentin Dr. med. Anke Thomas, Leiterin des Ultraschall-Forschungslabors an der Klinik für Geburtsmedizin der Charité-Universitätsmedizin Berlin, erklärt, warum nur Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren zur systematischen Röntgenuntersuchung der Brust, zum sogenannten „Mammografie-Screening“, eingeladen werden:

  • „Laut WHO ist in diesem Zeitraum der Nutzen der Mammografie höher als ein möglicher Schaden durch die Strahlenbelastung“, so die Expertin. Ab 50 steige das Risiko deutlich, an einem Mammakarzinom zu erkranken. „Von tausend 60-jährigen Frauen werden statistisch gesehen 30 in den nächsten zehn Jahren die Diagnose Brustkrebs erhalten“, sagt Thomas. „Das Screening kann die Brustkrebssterblichkeit laut WHO um etwa 23 Prozent senken.“

Jüngere Frauen haben ein geringeres Erkrankungsrisiko: Von tausend 30-jährigen Frauen erkranken in zehn Jahren nur drei an einem Mammakarzinom. Damit wäre der Nutzen des Mammografie-Screenings bei ihnen viel geringer.

„Zudem steigt durch die Strahlenbelastung der Mammografie das Risiko, ein Mammakarzinom durch die Untersuchung selbst zu verursachen“, sagt Thomas. Jüngere Frauen sollten daher aufmerksam gegenüber Veränderungen ihrer Brüste sein, diese regelmäßig abtasten und die jährlichen Kontrollen beim Frauenarzt wahrnehmen.

Eine Ausnahme bilden Frauen mit einem erblichen Brustkrebsrisiko. „Sie sollten schon ab dem 25. Lebensjahr systematisch halbjährlich mit Ultraschall und gegebenenfalls MRT kontrolliert werden“, erklärt Bader, der am Bielefelder Klinikum das Zentrum für Frauenheilkunde leitet. „Bei diesen Patientinnen sind Sonografie und MRT der Mammografie überlegen“, so der Experte.

So steht der Ultraschall bei einem unklaren Mammografie-Befund an erster Stelle der weiteren Diagnostik. Für Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit sei die risikolose Ultraschalluntersuchung ohnehin die primäre Alternative zur Mammografie.


Über die DEGUM:
Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint rund 10 000 Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten, Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin. Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. DEGUM-zertifizierte Ärzte finden Patienten im Internet unter: http://www.degum.de.

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Den Knoten in der Brust mit Ultraschall aufspüren – Mammografie allein reicht nicht

++Krebs oder Zyste? Wie Ultraschall die Diagnose von Brustkrebs verbessert
Professor Dr. med. Werner Bader, Leiter DEGUM AK Mammasonografie, Chefarzt Zentrum für Frauenheilkunde, Klinikum Bielefeld

++Nicht im Screeningalter: Was Frauen unter 50 und über 69 beachten müssen
PD Dr. med. Anke Thomas, Leiterin Ultraschall-Forschungslabor, Oberärztin, Klinik für Geburtsmedizin, Charité - Universitätsmedizin Berlin

++Was tun bei „dichtem“ Brustgewebe? Neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft
Prof. Dr. med. Markus Müller-Schimpfle, Leiter Brustzentrum, Chefarzt Klinik für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin, Klinikum Frankfurt Höchst

++Brustscan in 3D: Welche Vorteile bieten automatisierte Ultraschallverfahren – wo sind ihre Grenzen?
PD Dr. med. Anke Thomas

++Auf die Qualität kommt es an: Können und Technik sind das A und O für richtige Diagnose beim Brustultraschall
Professor Dr. med. Werner Bader


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Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
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Telefon: 0711 8931-459/-642
Fax: 0711 89 31 167
lorenz-meyer@medizinkommunikation.org

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.degum.de

GemeinwohlAtlas 2015 -Studie zum Gemeinwohl in Deutschland

Medizin am Abend Berlin Fazit:     Von der Feuerwehr bis zur BILD-Zeitung

GemeinwohlAtlas 2015  http://www.gemeinwohlatlas.de
 
In diesem Jahr wurde zum ersten Mal in Deutschland ein GemeinwohlAtlas erstellt und im Internet veröffentlicht (http://www.gemeinwohlatlas.de). In einer repräsentativen Erhebung wurden fast 8000 Personen im gesamten Bundesgebiet zum Gemeinwohlbeitrag von insgesamt 127 Firmen, öffentlichen Institutionen und NGOs befragt.

Studienleiter Prof. Dr. Timo Meynhardt, Inhaber des Dr. Arend Oetker Lehrstuhls für Wirtschaftspsychologie und Führung an der HHL Leipzig Graduate School of Management sowie Managing Director eines Forschungszentrums an der Universität St.Gallen, sagt:

 „Der GemeinwohlAtlas 2015 zeigt ein klares Bild: Die Feuerwehr, die unser Schutz- und Sicherheitsbedürfnis befriedigt, wird von den Befragten mit Abstand als die gemeinwohlförderlichste Organisation eingestuft.

Am unteren Ende rangiert mit Abstand die BILD-Zeitung. Sie steht für den polarisierenden Boulevardjournalismus. Diese beiden Pole spannen gewissermaßen den Bogen und definieren die Atlasränder.“ Der Wissenschaftler kommentiert weiter: „Der GemeinwohlAtlas 2015 zeigt: Trotz aller Kritik gibt es in Deutschland eine grundsätzliche positive Haltung gegenüber den Institutionen einschließlich der Wirtschaftsunternehmen. So hat VW ganz klar durch den Diesel-Skandal verloren, steht aber selbst jetzt noch positiver als viele andere dar. Zudem sehe zwei von drei Befragten in VW weiterhin ein deutsches Vorzeigeunternehmen.“

Gemeinwohl für langfristigen Erfolg einer Organisation entscheidend

Laut der aktuellen Studie steht das Gemeinwohl in Deutschland hoch im Kurs: 85 Prozent der Befragten sind besorgt, dass dem Thema in Deutschland zu wenig Beachtung geschenkt wird. Neun von zehn Befragten geben dabei an, eine klare Vorstellung davon zu haben, was unter Gemeinwohl zu verstehen ist. Fast ebenso viele sehen die Orientierung am Gemeinwohl für den langfristigen Erfolg einer Organisation als entscheidend an.
Dass die Deutschen sich auch aktiv für das Gemeinwohl engagieren möchten, beweisen die Umfragewerte. Prof. Meynhardt: „Die Bundesbürger und hier: mehrheitlich Frauen, sind bereit, für ein gemeinwohlverträgliches Unternehmen zu arbeiten und dabei auf Gehalt zu verzichten.“

Mit dem GemeinwohlAtlas möchte Prof. Meynhardt die Diskussion zwischen Wirtschaft und Gesellschaft befeuern, was eigentlich 2015 und in den kommenden Jahren das Gemeinwohl in Deutschland ausmacht. Weiterhin ziele die Studie darauf ab, den Wert der Wirtschaft aus Sicht der Gesellschaft auf den Punkt zu bringen und damit auch „bestehende Gräben zu schließen“.

http://www.gemeinwohlatlas.de

Über die HHL Leipzig Graduate School of Management

Die HHL ist eine universitäre Einrichtung und zählt zu den führenden internationalen Business Schools. Ziel der ältesten betriebswirtschaftlichen Hochschule im deutschsprachigen Raum ist die Ausbildung leistungsfähiger, verantwortungsbewusster und unternehmerisch denkender Führungspersönlichkeiten. Die HHL zeichnet sich aus durch exzellente Lehre, klare Forschungsorientierung und praxisnahen Transfer sowie hervorragenden Service für ihre Studierenden. Das Studienangebot umfasst Voll- und Teilzeit-Master in Management- sowie MBA-Programme, ein Promotionsstudium sowie Executive Education. 2013 und auch 2014 errang die HHL einen der drei ersten Plätze für die besten Gründerhochschulen in Deutschland innerhalb des vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) herausgegebenen Rankings „Gründungsradar“. Laut der Financial Times liegt die HHL im Bereich Entrepreneurship innerhalb des M.Sc.- sowie des EMBA-Programms national auf Platz 1 bzw. global unter den Top 5. Die HHL ist akkreditiert durch AACSB International. http://www.hhl.de

 Prof. Dr. Timo Meynhardt: „Der GemeinwohlAtlas 2015 zeigt: Trotz aller Kritik gibt es in Deutschland eine grundsätzliche positive Haltung gegenüber den Institutionen." Foto: privat.
 Prof. Dr. Timo Meynhardt: „Der GemeinwohlAtlas 2015 zeigt: Trotz aller Kritik gibt es in Deutschland eine grundsätzliche positive Haltung gegenüber den Institutionen." Foto: privat.

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