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Adipositas und Bluthochdruck - Sprech-und Singstimme

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Erwachsenenstudie: Adipositas und Bluthochdruck auf dem Vormarsch

Im Dezember 2014 begrüßte das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE) der Universität Leipzig seinen 10.000. Teilnehmer bei der Erwachsenenstudie und erreichte damit das vorgesehene Ziel. Danach begann die Datenauswertung. Am Donnerstag stellte das Projektteam unter Leitung von Prof. Markus Löffler ausgewählte Ergebnisse der Öffentlichkeit vor. 
 
Das Projekt ist eines der größten der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. "Die Resonanz und Teilnahmebereitschaft der Leipziger Bevölkerung war überwältigend", meint PD Dr. Kerstin Wirkner. Sie leitet die LIFE-ADULT-Studienambulanz.

Adipositas und Körperformen

Bereits in der Zwischenauswertung 2013 berichteten die Forscher, dass Adipositas und Bluthochdruck auf dem Vormarsch sind. Insbesondere mit höherem Alter wächst der Anteil an übergewichtigen Personen. Besorgnis erregend ist jedoch, dass dieser Trend zunehmend bei den jüngeren Altersgruppen zu finden ist. Bereits acht Prozent der unter 40-jährigen Studienteilnehmer weisen einen Body-Mass-Index (BMI) von über 30 auf.
Mit der 3D-Bodyscan-Technik wurde in LIFE eine neue Methode eingesetzt, um Körperformen und Fettverteilung zu erfassen. Die Wissenschaftler konnten an dem bisher größten derartigen Datensatz die Einteilung der Körperformen wesentlich verfeinern.

 "Insgesamt haben wir 17 verschiedene Körperformen ermitteln können", erklärt Dr. Henry Löffler-Wirth, der die Daten des Bodyscanners ausgewertet hat.

"Allein für Menschen mit Präadipositas und Adipositas haben wir acht verschiedene Körperformen gefunden. Es reicht also nicht aus, die Menschen nur nach Apfel- und Birnenform zu unterscheiden". Die Forscher hoffen, mit dieser verfeinerten Einteilung Frühzeichen bestimmter Erkrankungen zu finden und Risikofaktoren für Erkrankungen besser abschätzen zu können.

Stoffwechsel und Gene

Ein wichtiges Ziel des LIFE-Forschungszentrums besteht in der Aufklärung genetischer Mechanismen, die zu Krankheiten führen können. In einem sehr aufwändigen Analysegang von Labormedizinern und genetischen Statistikern wurden sechs neue genetische Varianten entdeckt, die mit Veränderungen des Energiestoffwechsels im Zusammenhang stehen. Darüber hinaus gelang es nachzuweisen, dass die Stoffwechselveränderungen durch veränderte Aktivität der Gene ausgelöst werden. "Dies eröffnet perspektivisch Therapieansätze zur Behandlung von stoffwechselassoziierten Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes oder Herzerkrankungen", sagt Markus Scholz, Professor für genetische Statistik. Die Ergebnisse wurden gerade in der renommierten Fachzeitschrift PLOS Genetics publiziert.

Essverhalten

Erstmals überhaupt wurde in einem so großem Rahmen wie der LIFE-Studie das Essverhalten der Teilnehmer untersucht. Die Auswertung der Daten zeigt, dass bei sechs Prozent der Probanden das Essverhaltens stark gestört ist.

  • Dies äußert sich beispielsweise in vermehrtem Essen bei Angst, Anspannung oder in Gesellschaft. 

Über 28 Prozent der Probanden kontrollieren ihr Essverhalten bewusst. "Diese Kontrolle ist nicht unbedingt negativ zu sehen. Es handelt sich eher um das Bemühen, Übergewicht zu vermeiden", erläutert Ernährungswissenschaftlerin Antje Löffler. Als schwierig zu kontrollieren wird von vielen Studienteilnehmern das Verlangen nach Süßem betrachtet, von dem sowohl 30 Prozent der Männer als auch 47 Prozent der Frauen berichten.

Blutdruck und kardiovaskuläre Risiken

Ein bedeutendes Gesundheitsproblem stellt der Bluthochdruck dar. 56 Prozent der Männer und 45 Prozent der Frauen in der ADULT-Studie sind betroffen. Unter den 70- bis 79-Jährigen haben mehr als 75 Prozent einen behandlungsbedürftigen Bluthochdruck. Hochgerechnet auf die Leipziger Erwachsenenbevölkerung wird die Prävalenz für Männer auf 38 Prozent und für Frauen auf 32 Prozent geschätzt. Bluthochdruck ist die häufigste Indikation für medikamentöse Behandlung in Leipzig. Hoher Blutdruck trägt wesentlich zu einem hohen Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall bei.

Schlaf


Schlafstörungen sind häufig und belasten das Wohlbefinden. Knapp 40 Prozent der LIFE-Teilnehmer beklagen eine subjektiv schlechte Schlafqualität. In fast zehn Prozent der Fälle werden Schlafprobleme berichtet, die als klinisch relevant zu bewerten sind. Frauen sind stärker betroffen als Männer. "Eine Besonderheit von LIFE ist, dass nicht nur die Zufriedenheit mit dem Schlaf erfragt wurde, sondern in einer Gruppe von 3.000 Probanden auch eine einwöchige objektive Messung des Schlaf-Wach-Verhaltens mit Hilfe von Aktometern erfolgte", berichtet Psychologe Dr. Christian Sander.

  • Männer haben im Tagesdurchschnitt eine Netto-Schlafdauer von etwa 6 Stunden 30 Minuten und Frauen von ungefähr 6 Stunden 50 Minuten bei jeweils großen individuellen Unterschieden. 

Ein wichtiger Parameter ist die Schlafeffizienz (Anteil der schlafend verbrachten Zeit an der gesamten Bettzeit). "Bei über 35 Prozent der Probanden fand sich eine geringe Schlafeffizienz von weniger als 80 Prozent, was für das Vorliegen von Schlafstörungen spricht. Bei über 12 Prozent ergab sich eine sehr hohe Schlafeffizienz von über 90 Prozent, was auf Erschöpfung und Übermüdung hinweist", erklärt Sander.

Depression - Soziale Isolation

Erwartungsgemäß fielen die Ergebnisse zur Häufigkeit depressiver Symptome aus. So deuten die Ergebnisse an, dass 6,4 Prozent aller Leipziger zwischen 18 und 79 Jahren depressive Symptome aufweisen, wobei hier Frauen mit 8,3 Prozent nahezu doppelt so häufig betroffen sind wie Männer mit 4,5 Prozent. "Auffällig war bei unseren Auswertungen, dass die Häufigkeit depressiver Symptome stark vom sozioökonomischen Status abhängt. Neu für uns ist ein enger Zusammenhang mit der sozialen Isolation, sagt Psychologe PD Dr. Tobias Luck. Dabei untersuchten die Forscher unter Leitung von Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller, wie viel Kontakt die Probanden zu Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn pflegen oder ob es Vertraute gibt, die sie um Hilfe bitten können. Soziale Isolation stellt einen Risikofaktor für unser psychisches Wohlbefinden und unsere Gesundheit dar. Wie die Ergebnisse von LIFE zeigen, wiesen insgesamt 13 Prozent der Erwachsenbevölkerung ein erhöhtes Risiko für soziale Isolation auf. "Spannend war hier zu beobachten, dass sich das Verhältnis Männer - Frauen im Vergleich zur Depression umkehrt. Das heißt, dass Männer mit 14,6 Prozent häufiger von sozialer Isolation betroffen waren als Frauen mit 11,6 Prozent", erklärt Riedel-Heller. Analog zur depressiven Symptomatik zeigten allerdings auch hier Menschen mit niedrigem sozioökonomischen Status das höchste Risiko für eine soziale Isolation (21,1 Prozent vs. 7,8 Prozent bei Menschen mit hohem Status).

Kognitive Leistungsfähigkeit und Neurodegeneration

Bestätigt wurden frühere vorläufige Ergebnisse bezüglich der kognitiven Leistungsfähigkeit.

Diese erfasst mehrere Fähigkeiten wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und Orientierung. Diese Fähigkeiten nehmen mit zunehmenden Alter im Mittel ab, aber mit erheblichen Unterschieden zwischen den Probanden. Unter den Teilnehmern hatte jeder Zweite das Gefühl, dass sich das eigene Gedächtnis verschlechtern würde. "Nicht jeder, der sich selbst ein schlechtes Gedächtnis bescheinigt, hat allerdings auch gleich ein erhöhtes Risiko, an Demenz zu erkranken", erklärt Psychologin Dr. Francisca Then. Nur bei jedem fünften Probanden (20,3 Prozent) über 60 Jahre konnten die Wissenschaftler eine sogenannte leichte neurokognitive Störung ermitteln, die mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Demenz einhergeht.

Eine eindrucksvolle Auswertung kommt aus dem Max-Planck-Institut für Neurokognition. Mittels bildgebender Verfahren können strukturelle Veränderungen des Gehirns, wie Marklagerläsionen - Schädigungen in Bereichen unter der Hirnrinde - oder das Volumen bestimmter Hirnareale qualitativ und quantitativ bestimmt werden. Ein interessantes Areal ist zum Beispiel der Hippocampus, eine Struktur im Inneren des Gehirns, die für Lernen und Gedächtnis eine wichtige Rolle spielt. Die Auswertung der mehr als 2.600 MRT-Bilder zeigt, einhergehend mit der Literatur, dass das mittlere Volumen des Hippocampus in der LIFE-Adult-Kohorte ab einem Alter von etwa 60 Jahren kontinuierlich abnimmt, während die Marklagerläsionen zunehmen. Gleichzeitig korrelierten ein größeres Hippocampus-Volumen und ein vermindertes Marklagerläsion-Volumen mit einem besseren Abschneiden in kognitiven Aufgaben.

Stimmprofil

Im Rahmen der Studie wurde erstmals eine Untersuchung der Sprech- und Singstimme an knapp 2.500 Probanden durchgeführt. Phoniater Prof. Dr. Michael Fuchs erklärt dazu: "Wir konnten weltweit erstmals bei einer so großen Gruppe die Normwerte einer Stimme definieren. Diese Werte sind ein wichtiger Parameter für die klinische Untersuchung von Stimmstörungen". Zukünftig wird es damit sicherer zu beurteilen, wie hoch und wie tief, wie laut und wie leise ein Patient singen kann und in welchen Tonhöhen und Lautstärken er seine Stimme benutzt, wenn er im Gespräch ist, einen Vortrag hält oder ruft und ob das dem Durchschnitt der Bevölkerung entspricht oder davon abweicht.

"Ein überraschendes Ergebnis war, dass stimmgesunde Frauen ihre Sprechstimme deutlich tiefer einsetzen, als gemeinhin angenommen wird und in den Lehrbüchern zu lesen ist. Statt einer ganzen Oktave liegt die Frauenstimme nur noch etwa eine Quinte - also die Hälfte des Wertes - über der Männerstimme", erörtert Prof. Fuchs. Zum anderen erstaunte, dass sich die Grundfrequenzen der Sprechstimmen von Nichtrauchern und Ex-Rauchern nicht unterschieden, während die Stimmen der Raucherinnen und Raucher deutlich tiefer waren.

  • Das könnte ein Indiz dafür sein, dass die Stimmveränderungen durch das Rauchen reversibel sind - ein weiterer guter Grund, mit dem Rauchen aufzuhören.

Ausblick

Die vorgestellten Themen stellen nur einen kleinen Teil der aktuellen Auswertungen dar. "Diese Basisauswertung zeigt das große Forschungspotenzial der LIFE-Studie, aber sie erweist sich auch als ein Instrument, den Gesundheitszustand der Leipziger Bevölkerung tiefgreifend zu erfassen und daraus Hinweise für praktischen Handlungsbedarf zu erhalten", erläutert Prof. Dr. Markus Löffler.

Die umfassenden Ergebnisse, die Notwendigkeit die Entstehung von Zivilisationserkrankungen über lange Zeiträume zu beobachten und nicht zuletzt die sehr gute Resonanz in der Leipziger Bevölkerung haben die Forscher bestärkt, neue Gelder für eine Nachbeobachtungsuntersuchung aller 10.000 Teilnehmer ab Herbst 2016 einzuwerben. "Nur so können wir die Dynamik der Gesundheitsveränderungen einschätzen und verlässliche Vorhersagen für Risiken erlangen", so Löffler.


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

Prof. Dr. Markus Löffler
Telefon: +49 341 97-16100
E-Mail: markus.loeffler@imise.uni-leipzig.de
Web: http://www.imise.uni-leipzig.de


Prof. Dr. Joachim Thiery
Telefon: +49 341 97-22200
E-Mail: thiery@medizin.uni-leipzig.de


PD Dr. Kerstin Wirkner
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Susann Huster Universität Leipzig
 

360° TOP-Thema: Typ 1 Diabetes entwickelt sich in verschiedenen Stadien - Prä-Typ 1 Diabetes

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Typ 1 Diabetes entwickelt sich in verschiedenen Stadien

Gemeinsam mit der JDRF empfehlen führende Diabetesexperten, die bisherige Klassifikation und den Diagnosezeitpunkt von Typ 1 Diabetes zu verändern: Die Autoimmunerkrankung beginnt nach neueren Erkenntnissen lange, bevor sie sich in Symptomen äußert. Deshalb hat die Forschergruppe um Prof. Anette-Gabriele Ziegler als deutsche Beteiligte zusammen mit internationalen Wissenschaftlern in der neuesten Ausgabe von Diabetes Care ein Drei-Stadien-Modell skizziert, mit dem sich Typ 1 Diabetes frühzeitig diagnostizieren lässt. Betroffene können mit Hilfe von Autoantikörper-Tests erfahren, ob sie an einem Prädiabetes erkrankt sind und möglicherweise an einer Präventionsstudie teilnehmen können. 
 
„Wir wissen, dass Typ 1 Diabetes lange vor dem Zeitpunkt entsteht, wenn die Zuführung von Insulin unabdingbar wird. 

Die beste Zeit, um das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten, dürfte die Zeit vor dem Verlust der Insulin produzierenden Betazellen im Pankreas sein“, sagt Richard Insel, M. D., Wissenschaftlicher Direktor und Studienleiter der JDRF. „Ein Jahrzehnt an Forschungen und Screenings von Risikopersonen für Typ 1 Diabetes haben dazu beigetragen, dass Wissenschaftler die Entstehung und frühen Stadien der Erkrankung besser verstehen konnten, und die es uns erlaubten, dieses neue diagnostische Drei-Phasen-Modell zu entwickeln. Wir glauben, dass dieser neue Ansatz uns dabei helfen wird, das Design klinischer Studien zur Prävention zu optimieren. Dies könnte die Entwicklung von Medikamenten und letztendlich die Prävention von Typ 1 Diabetes beschleunigen.“

In der klinischen Praxis wird Typ 1 Diabetes heute in der Regel erst diagnostiziert, wenn sich Symptome wie übermäßiger Durst (Polydipsie), häufiges Wasserlassen (Polyurie), starke Gewichtsabnahme oder Müdigkeit bemerkbar machen.
  •  Bei jedem dritten Krankheitsfall wird die Diagnose sogar erst gestellt, wenn der Patient als Notfall mit einer Ketoazidose (Stoffwechselentgleisung) ins Krankenhaus eingeliefert wird. 

Das müsste nicht sein: Jetzt haben die internationalen Wissenschaftler in einer Übersichtsarbeit drei Stadien des Typ 1 Diabetes klassifiziert, beginnend mit zwei Vorstadien, in denen sich die Autoimmunerkrankung bereits Jahre – oder Monate – vor Auftreten der ersten Symptome diagnostizieren lässt.

Stadium 1

  • Im 1. Vorstadium sind zwei oder mehr Inselautoantikörper nachweisbar, welche für Typ 1 Diabetes spezifisch sind. Meist beginnt der Autoimmunprozess mit Autoantikörpern gegen das Insulin (IAA). In dieser Prädiabetes-Phase liegen die Blutzuckerwerte im Normbereich. Treten die ersten Autoantikörper bereits in jungem Lebensalter auf, liegen mehrere von ihnen vor oder kommen sie in einer höheren Konzentration vor ist mit einem schnellen Fortschreiten des Autoimmunprozesses hin zum Typ 1 Diabetes zu rechnen.

Stadium 2

  • Der Autoimmunprozess ist auf Grund der zunehmenden Zerstörung der insulinbildenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse mittlerweile so weit fortgeschritten, dass sich neben den Inselautoantikörpern eine Glukoseintoleranz oder eine Dysglykämie (Störung des Glukosestoffwechsels) messen lassen.

Stadium 3

  • Die Erkrankung bricht aus: Typische klinische Symptome treten auf.

Die Einteilung in diese Stadien befürworten die großen Diabetesforschungs-Institutionen: die American Association of Clinical Endocrinologists sowie die American Diabetes Association, The Endocrine Society, der Helmsley Charitable Trust, die International Society for Pediatric and Adolescent Diabetes und die JDRF (früher bekannt unter dem Namen Juvenile Diabetes Research Foundation).

85 Prozent der Erkrankten haben keine Verwandten mit Typ 1 Diabetes

Enge Verwandte von Personen mit Typ 1 Diabetes haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko: Die Forschung kennt rund 50 Genvarianten, die einen Typ 1 Diabetes begünstigen. Allerdings haben 85 Prozent von 150.000 Individuen, bei denen ein Typ 1 Diabetes frisch diagnostiziert wurde, keinen Diabetesfall in der Verwandtschaft.

  • Denn auch verschiedene Umweltfaktoren fördern den Krankheitsausbruch. Im Verdacht stehen eine Geburt per Kaiserschnitt, verschiedene Virusinfektionen, die Zusammensetzung der Darmflora und eine Antibiotika-Einnahme.

Was nützt das Wissen um einen symptomfreien Prädiabetes?

Studienteilnehmer, bei denen vorab eine Vorstufe des Typ 1 Diabetes nachgewiesen wurde und die unter medizinischer Kontrolle standen, hatten nachweislich bei Auftreten der ersten Symptome seltener Stoffwechselentgleisungen und wiesen zum Diagnosezeitpunkt einen besseren Blutzuckerwert auf. Der Diabetes ließ sich besser einstellen, weshalb sie seltener oder kürzer im Krankenhaus betreut werden mussten als diejenigen Patienten, bei denen die Erkrankung vollkommen überraschend eintrat.

Da die Insulinbehandlung bei den Studienteilnehmern frühzeitig aufgenommen werden konnte, mussten in den ersten zwölf Monaten der Therapie geringere Mengen an Insulin verabreicht werden. „Diese Vorteile werden in Zukunft noch um präventive Behandlungsoptionen ergänzt werden“, so Prof. Anette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München. Ihre Forschergruppe prüft derzeit in mehreren Studien die Effektivität einer Schutzimpfung mit Insulin.

Die neue Klassifizierung nach drei Stadien des Typ 1 Diabetes erleichtert es, Personen mit einem Prä-Typ 1 Diabetes frühzeitig zu bestimmen, die am meisten von einer Schutzimpfung profitieren würden. Ihnen soll die Teilnahme an einer Präventionsstudie offenstehen.



Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

Institut für Diabetesforschung
Helmholtz Zentrum München
Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler
Tel. 0800-828 48 68 (kostenfrei)
E-Mail: prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de
Claudia Pecher Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.helmholtz-muenchen.de/idf1

Schlaganfall: Lebensstil-Faktoren und kardiologische Interventionen

Medizin am Abend Berlin Fazit:    Teil II der S3-Leitlinie Sekundärprävention des Schlaganfalls:


Anfang 2016 wird der zweite Teil der S3-Leitlinie „Sekundärprophylaxe ischämischer Schlaganfall und transitorische ischämische Attacke“ erscheinen. Das erste, bereits ein Jahr zuvor veröffentlichte Kapitel widmete sich der medikamentösen Therapie zur Vermeidung eines erneuten Schlaganfalls. Hierzu gehören die Thrombozytenfunktionshemmer, die neuen Antikoagulanzien und die Statine. Der zweite Teil beschäftigt sich nun mit Lebensstil- Faktoren und kardiologischen Interventionen zum Schutz vor einem Schlaganfall-Rezidiv.
 
Professor Joachim Röther, Hamburg, Mitglied der Steuergruppe, gab heute auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Düsseldorf eine Vorschau auf die zu erwartenden Empfehlungen.

Risikoreduktion eines erneuten Schlaganfalls durch Lebensstil-Änderungen

  • Viele Schlaganfallpatienten weisen ein erhöhtes Rezidiv-Risiko auf. 
Ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Aktivität, gesunder Ernährung (Stichwort: mediterrane Kost), Nikotinverzicht und optimaler Behandlung der klassischen Gefäßrisikofaktoren erhöhter Bluthochdruck, Diabetes mellitus und erhöhte Blutfette reduziert das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls oder einer TIA deutlich. Die Modifikation der auch als „Life’s Simple 7“ bekannt gewordenen Faktoren (Blutzucker, Blutfette, Blutdruck, Body Mass Index, körperliche Bewegung, Diät und Nikotin) kann das Risiko in der Primär- und Sekundärprävention um bis zu ca. 50−70 Prozent senken [1,2].

 Lebenstil-Faktoren (c) fotolia/contrastwerkstatt
Lebenstil-Faktoren
  • Interventioneller Verschluss des linken Vorhofohrs (LAA)
  • Beim Vorhofflimmern kommt es durch Unregelmäßigkeiten der elektrischen Erregung zu einer Fehlfunktion der Vorhöfe, sodass das Risiko für Blutgerinnselbildung im Herzen drastisch zunimmt. Diese Blutgerinnsel können aus dem Herzen in die arterielle Blutbahn ausgeschwemmt werden und einen Schlaganfall verursachen. Die mit Abstand häufigste Quelle für kardiale Embolien bei Vorhofflimmern ist das linke Vorhofohr, eine für die Herzfunktion weitgehend unbedeutende Aussackung.

In den letzten Jahren wurden unterschiedliche Katheter-gestützte Systeme entwickelt, die einen Verschluss des linken Vorhofohrs ermöglichen [3]. Bisherige Studien zeigen, dass der Verschluss des linken Vorhofohrs mit einer Art Korken das Risiko eines Schlaganfalls im Vergleich zu Warfarin um 35 Prozent reduziert. Allerdings lag die Komplikationsrate bei ca. sieben Prozent, sank aber mit der Lernkurve des Interventionalisten.

  • Ein Vorhofohr-Verschluss kommt vor allem in Frage, wenn Patienten mit Vorhofflimmern eine Behandlung mit Blutverdünnern (Vitamin-K-Antagonisten oder Nicht-Vitamin-K-Antagonisten (NOAC)) ablehnen oder aber eine Blutverdünnung nicht möglich ist, da sie mit einem erhöhten Blutungskomplikationsrisiko einhergeht wie z. B. nach Hirnblutungen.

Kryptogener Schlaganfall und offenes Foramen ovale

Zwischen zehn und 25 Prozent der Normalbevölkerung weisen ein offenes Foramen ovale (PFO) auf. Bei jüngeren Schlaganfallpatienten kommt ein PFO bei bis zu 45 Prozent vor. Trotz dieser Assoziation ist der Zusammenhang zwischen PFO und Schlaganfall bei jungen Patienten umstritten; nicht zuletzt auch, weil in drei randomisierten Studien keine Überlegenheit des PFO-Verschlusses mittels einer Schirmchenimplantation gegenüber der allein medikamentösen Therapie gezeigt werden konnte. Ein Risikoscore (ROPE Score4) könnte dabei helfen, junge Patienten zu identifizieren, bei denen das PFO tatsächlich eine ursächliche Rolle bei der Entstehung des Schlaganfalls spielt und die eventuell von einem Verschluss profitieren könnten.

Sekundärprophylaxe betrifft viele zehntausend Patienten

Jedes Jahr erleiden rund 270.000 Menschen in Deutschland zum ersten oder wiederholten Mal einen Schlaganfall.

Nach dem ersten Schlaganfall steigt das Risiko für ein Rezidiv deutlich an: 

Zehn Prozent dieser Patienten erleiden noch im gleichen Jahr einen weiteren Schlaganfall. Neben der Akuttherapie ist die Sekundärprophylaxe daher ein weiterer wichtiger Behandlungsbereich. Ein ischämischer Schlaganfall entsteht, wenn eine Gehirnarterie durch ein Blutgerinnsel verstopft wird – die häufigste Ursache für einen Schlaganfall.

  • Die Transiente Ischämische Attacke (TIA) ist eine milde Form. Sie dauert nur Sekunden oder Minuten, und die Symptome bilden sich wieder vollständig zurück. Die TIA gilt aber als Vorstufe und Warnzeichen für einen drohenden ischämischen Schlaganfall. 
Diese Patienten müssen daher untersucht und möglicherweise muss eine Schlaganfallprophylaxe eingeleitet werden. Die vorliegende S3-Leitlinie wurde unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall- Gesellschaft (DSG) erstellt.

Literatur
1. Gerischer LM, Floel A, Endres M. [stroke – lifestyle and environment]. Nervenarzt. 2015; 86: 947–953
2. Kulshreshtha et al. Life's simple 7 and risk of incident stroke: The reasons for geographic and racial differences in stroke study. Stroke. 2013; 44: 1909–1914
3. Bode et al. Left atrial appendage occlusion for prevention of stroke in nonvalvular atrial fibrillation. Journal of interventional cardiac electrophysiology. 2015; 43: 79–89
4. Thaler et al. Recurrent stroke predictors differ in medically treated patients with pathogenic vs. Other pfos. Neurology. 2014; 83: 221–226

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt 

Prof. Dr. med. Joachim Röther
Chefarzt der Neurologischen Abteilung
Asklepios Klinik Altona, Paul-Ehrlich Straße 1, 22763 Hamburg
Tel.: +49 (0) 40 1818811401
Fax: +49 (0) 40 1818814906
E-Mail: roether@asklepios.com

Deutschen Gesellschaft für Neurologie
Frank Miltner, c/o albertZWEI media GmbH
Englmannstr. 2, 81673 München
E-Mail: presse@dgn.org,
Tel.: +49 (0) 89 46148622


Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren rund 8000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin.

http://www.dgn.org


Geschäftsstelle
Reinhardtstr. 27 C, 10117 Berlin, Tel.: +49 (0) 30 531437930, E-Mail: info@dgn.org

360° TOP-Thema: Geschlechtsverkehr erhöht nicht das Herzinfarktrisiko

Medizin am Abend Berlin Fazit:      Langzeitstudie räumt Angst bei Patienten aus

Herzinfarkte werden nicht durch sexuelle Aktivitäten ausgelöst. Zu diesem Ergebnis gelangten Forscher um die Ulmer Professoren Dietrich Rothenbacher und Wolfgang Koenig. In einer Langzeitstudie mit über 500 Herzinfarktpatienten konnten die Wissenschaftler keinen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Geschlechtsverkehr und dem Auftreten von Herzinfarkten oder anderen kardiovaskulären Ereignissen nachweisen. Bei herzerkrankten Patienten können durch die Erkenntnisse nun mögliche Sorgen und Ängste ausgeräumt werden. Sie müssen ihr gewohntes Sexualleben nicht einschränken.  

 Prof. Wolfgang Koenig (links) und Prof. Dietrich Rothenbacher
 Prof. Wolfgang Koenig (links) und Prof. Dietrich Rothenbacher Universitätsklinikum Ulm / H. Grandel



Sexuelle Aktivität ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil einer hohen Lebensqualität und einer erfüllten Partnerschaft. Allerdings fürchten Patienten mit Herzerkrankungen, dass sie einen Herzinfarkt erleiden, weil sie Geschlechtsverkehr haben. Bislang fehlen den behandelnden Ärzten gesicherte Daten über mögliche Gefahren von sexueller Aktivität, so dass das Thema beim Beratungsgespräch oft ausgespart wird. Forscher um den Ulmer Epidemiologen Professor Dietrich Rothenbacher und den Kardiologen Professor Wolfgang Koenig konnten nun nachweisen, dass Sex in den seltensten Fällen einen Herzinfarkt verursacht und auch kein Risiko für einen Zweitinfarkt darstellt. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie jetzt im renommierten Journal of the American College of Cardiology.

„Die Daten unserer Langzeitstudie zeigen, dass sexuelle Aktivität kein relevanter Auslöser für einen Herzinfarkt ist und bei Patienten mit stabiler Herzerkrankung auch langfristig keine negativen Auswirkungen hat“, sagt Professor Dietrich Rothenbacher, Leiter des Instituts für Epidemiologie und Medizinische Biometrie der Universität Ulm. Geschlechtsverkehr oder Selbstbefriedigung seien von der Intensität vergleichbar mit moderaten physischen Anstrengungen wie Treppensteigen oder zügigem Gehen.

Damit schließt die Studie eine wichtige Informationslücke. Bislang gab es nur wenige Untersuchungen, auf die sich Ärzte beziehen konnten, wenn ihre Patienten die Sorge um Sex als Herzinfarkt-Auslöser äußerten. „Weniger als die Hälfte der Männer und weniger als ein Drittel der Frauen, die einen Herzinfarkt erlitten haben, erhalten ausreichende Informationen darüber, ob sie weiterhin sexuell aktiv sein können. Es ist wichtig, dass den Patienten versichert werden kann, dass sie sich nicht sorgen oder ihr gewohntes Sexualleben einschränken müssen“, erklärt der Erstautor der Studie.

Über einen Zeitraum von zehn Jahren untersuchten die Wissenschaftler mehr als 500 Männer und Frauen im Alter von 30 bis 70 Jahren, nachdem diese einen Herzinfarkt erlitten hatten. Die Wissenschaftler fragten die Teilnehmer danach, wie häufig diese in den zwölf Monaten vor dem Herzinfarkt Geschlechtsverkehr hatten.

  • Mehr als die Hälfte gab an, mindestens einmal die Woche sexuell aktiv gewesen zu sein. 

Bei über 78 Prozent der Teilnehmer trat der Herzinfarkt mehr als 24 Stunden nach dem Sex auf. Innerhalb des kritischen Zeitfensters von zwei Stunden vor dem Infarkt hatten lediglich 0,7 Prozent der Studienteilnehmer Geschlechtsverkehr. Während der Langzeitstudie erlitten 100 Patienten ein zweites kardiovaskuläres Ereignis wie einen weiteren Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Wie häufig sie zuvor Sex hatten, spielte auch hier keine Rolle.

Auch wenn sexuelle Aktivität für sich genommen keinen potenziellen Auslöser für einen Herzinfarkt darstellt, so tragen andere Faktoren wie Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel oder Bluthochdruck zu einem erhöhten Risiko bei.

  • Außerdem sollten Patienten darüber informiert werden, so Rothenbacher, dass Herzmedikamente wie Beta-Blocker und Diuretika als Nebenwirkung Erektionsstörungen hervorrufen können. 
  • Nehmen Betroffene wegen ihrer Herzbeschwerden zusätzlich Nitrate ein und möchten dann mit der Hilfe von Potenzmitteln den Erektionsstörungen entgegenwirken, kann dies einen plötzlichen Blutdruckabfall verursachen, der möglicherweise bis zur Bewusstlosigkeit führt.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt 

Professor Dietrich Rothenbacher
Tel.: 0731/50-31060
dietrich.rothenbacher@uni-ulm.de
Marieke Behnel - Universität Ulm


Veröffentlichungshinweis:

Dietrich Rothenbacher, MD, MPH, Dhayana Dallmeier, MD, PhD, Ute Mons, MA, PhD, Wayne Rosamond, PhD, Wolfgang Koenig, MD, Hermann Brenner, MD, MPH: Sexual Activity Patterns Before Myocardial Infarction and Risk of Subsequent Cardiovascular Adverse Events; Journal of the American College of Cardiology, Volume 66, Issue 13, 29 September 2015, Pages 1516–1517.

Weitere Informationen für international  Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://doi:10.1016/j.jacc.2015.07.053

360° TOP-Thema: Folge von Zahnerkrankungen

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Zahnerkrankungen kosten jährlich 442 Milliarden US-Dollar

Internationales Projekt unter Heidelberger Federführung: Auswertung von Behandlungskosten und Produktivitätsverlusten in Folge von Zahnerkrankungen weltweit / Bessere Gesundheitsförderung, Prävention und Früherkennung von Erkrankungen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich dringend erforderlich / Ergebnisse im Journal of Dental Research erschienen 

Karies, Parodontitis und Zahnverlust verursachen weltweit jedes Jahr Milliardenkosten.
 Karies, Parodontitis und Zahnverlust verursachen weltweit jedes Jahr Milliardenkosten.
Universitätsklinikum Heidelberg
 
Karies, Parodontitis und Zahnverlust verursachen weltweit jedes Jahr Milliardenkosten und finanzielle Einbußen, wie ein internationales Wissenschaftlerteam unter Leitung von Professor Dr. Dr. Stefan Listl, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde des Universitätsklinikums Heidelberg, nun ermittelt hat.

Allein die Behandlungskosten liegen weltweit bei rund 298 Milliarden US-Dollar jährlich. Dazu kommen pro Jahr sogenannte Produktivitätsverluste am Arbeitsmarkt, z.B. bedingt durch Fehltage, in einer Größenordnung von geschätzt 144 Milliarden US-Dollar. Die Ergebnisse sind jetzt im Journal of Dental Research erschienen. Zum Vergleich:

  • Im gleichen Berechnungszeitraum wurden die Behandlungskosten für Herz-Kreislauferkrankungen auf 474 Milliarden US-Dollar und für Diabetes auf 376 Milliarden US-Dollar geschätzt.

"Laut Weltgesundheitsorganisation zählen Erkrankungen der Zähne weltweit zu den häufigsten chronischen Erkrankungen überhaupt. Abgesehen von negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität ist die Behandlung sehr teuer.

  • Dabei wäre ein Großteil dieser Erkrankungen durch Prävention vermeidbar", erklärt der Zahnarzt und Ökonom Professor Listl. „Mehr und bessere Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, Prävention und Früherkennung von Erkrankungen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich sind daher weltweit von hoher gesellschaftlicher Relevanz. 

  • Der Mund- und Zahngesundheit muss dringend mehr Beachtung geschenkt werden.“ 

 http://www.welt.de/gesundheit/article146773081/Frauen-sterben-an-Herzleiden-oefter-als-Maenner.html


Für die Studie werteten die Wissenschaftler aus Heidelberg, Dundee und London, England, mehrere Datenquellen aus, darunter u.a. die Global Health Expenditure Database der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Global Burden of Disease Study 2010. Für Länder ohne Angaben zu Behandlungskosten wurden diese anhand der Informationen aus Nachbarländern geschätzt. Zur Ermittlung der Produktivitätsverluste zogen die Wissenschaftler ein spezielles, von der WHO vorgeschlagenes Verfahren heran, mit dem u.a. Fehlzeiten am Arbeitsplatz aufgrund von Zahnschmerzen bzw. Zahnbehandlungen durch krankheitsbedingte Abschläge vom Bruttoinlandsprodukt pro Kopf des jeweiligen Landes quantifiziert werden können. „Unsere Ergebnisse sind freilich nur Schätzungen und bei der Interpretation ist etwas Vorsicht angebracht“, erklärt Listl. „Allerdings sind solche Schätzungen auch für andere Erkrankungen, wie z.B. Krebserkrankungen, üblich.“

„Es gibt Bedarf an praktikablen Konzepten für eine noch mehr auf Prävention ausgerichtete zahnärztliche Versorgung.

Sinnvoll könnten z.B. Überlegungen sein, in der zahnärztlichen Vergütung vermehrt Anreize für Gesundheitsförderung und Vorbeugung zu setzen“, so der Zahnmediziner. Mit dieser Problematik beschäftigt sich derzeit ein internationaler Forschungsverbund (ADVOCATE), der von der Europäischen Union ins Leben gerufen wurde und vier Jahre lang mit insgesamt sechs Millionen Euro gefördert wird. Das Team um Professor Listl wertet in einem Teilprojekt Routinedaten der zahnärztlichen Versorgung aus sechs europäischen Ländern u.a. dahingehend aus, welche Ansätze zu mehr Prävention es bereits gibt und wie sie sich bewähren.

Literatur:
Listl, S., Galloway, J., Mossey, P., Marcenes, W. (2015). Global economic impact of dental diseases. Journal of Dental Research 94(10): 1355-1361. doi: 10.1177/0022034515602879 http://jdr.sagepub.com/content/94/10/1355

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:

Prof. Dr. Dr. Stefan Listl
Poliklinik für Zahnerhaltungskunde
Universitäts-Mund-Zahn-Kiefer-Klinik Heidelberg
Telefon: 06221 56-35646
E-Mail: stefan.listl@med.uni-heidelberg.de,
Julia Bird Universitätsklinikum Heidelberg

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www3.weforum.org/docs/WEF_Harvard_HE_GlobalEconomicBurdenNonCommunicableD...

Studie der Harvard School of Public Health zu Behandlungskosten von nicht-übertragbaren Krankheiten

Raucher verlieren früher ihre Zähne

Medizin am Abend Berlin Fazit:     Deutsche Langzeitstudie bestätigt: Raucher verlieren früher ihre Zähne

Wie eine große Langzeitstudie (EPIC*-Potsdam) des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) unter Leitung von Heiner Boeing nun zeigt, haben Raucher ein deutlich höheres Risiko als Nichtraucher, ihre Zähne bereits in jungen Jahren zu verlieren. Die gute Nachricht ist: Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, können ihr Risikoniveau bereits schon nach kurzer Zeit verringern und schließlich auf das einer Person senken, die niemals geraucht hat. „Letzteres kann allerdings über 10 Jahre dauern“, sagt Erstautor Thomas Dietrich von der Universität Birmingham, UK. 

Gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch Gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch  Fotoquelle: DIfE
 
Das Wissenschaftlerteam um Heiner Boeing und Kolade Oluwagbemigun vom DIfE und dem Epidemiologen und Oralchirurgen Thomas Dietrich veröffentlichte seine Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift Journal of Dental Research (Dietrich, T. et al., 2015; DOI: 10.1177/0022034515598961; http://jdr.sagepub.com/content/early/2015/08/03/0022034515598961.abstract).

Zahnlosigkeit ist weltweit immer noch eins der großen Gesundheitsprobleme, die es zu lösen gilt. In Deutschland sind über 20 Prozent der Menschen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren betroffen. Untersuchungen der letzten Jahre weisen darauf hin, dass auch Rauchen das Risiko für einen frühzeitigen Zahnausfall erhöht.

Die neuen Ergebnisse der Potsdamer EPIC-Studie, die auf Daten von 23.376 männlichen und weiblichen Studienteilnehmern basieren, untermauern nun diese Befunde. Die Studie ist die erste große deutsche, prospektive Langzeitbeobachtungsstudie, die den Zusammenhang zwischen Rauchen, Raucherentwöhnung und Zahnausfall in drei verschiedenen Altersgruppen** untersucht hat.

Im Vergleich zu Studienteilnehmern, die nie geraucht haben, hatten weibliche bzw. männliche Raucher ein bis zu 2,5- bzw. 3,6-fach erhöhtes Risiko, ihre Zähne vorzeitig zu verlieren und dies unabhängig von anderen Risikofaktoren wie zum Beispiel Diabetes.

Der Zusammenhang war bei jüngeren Personen stärker ausgeprägt als bei älteren.

  • Zudem beobachteten die Wissenschaftler, dass die ermittelten Risikobeziehungen dosisabhängig waren. Starke Raucher, die mehr als 15 Zigaretten pro Tag konsumierten, hatten ein höheres Risiko, als diejenigen, die weniger rauchten.

„Man verliert seine Zähne hauptsächlich als Folge von Karies oder Parodontitis. 

Wir wissen zudem, dass Rauchen einer der Hauptrisikofaktoren für Parodontitis ist. Daher ist der beobachtete Zusammenhang zwischen Rauchen und Zahnverlust sicherlich primär durch ein erhöhtes Auftreten der Parodontitis bei Rauchern zu erklären“, sagt Co-Autor Kolade Oluwagbemigun.

  • „Zahnfleischentzündungen bei Rauchern lassen sich somit auch als erstes greifbares Warnsignal sehen, das darauf hinweist, dass die Gesundheit durch den Tabakkonsum bereits stark geschädigt ist. Unglücklicherweise maskiert Rauchen Zahnfleischbluten – eines der wenigen Symptome einer Parodontitis. Hierdurch kann das Zahnfleisch bei Rauchern gesünder erscheinen, als es tatsächlich ist. Dies sollten Raucher aber auch Zahnärzte berücksichtigen“, ergänzt Erstautor Thomas Dietrich. „Inwieweit Rauchen auch mit einem erhöhten Kariesrisiko assoziiert ist, ist noch nicht endgültig geklärt“, so Dietrich weiter.

„Auch wenn die genauen Ursachen für den von uns beobachteten Zusammenhang noch nicht geklärt sind, erscheint es aber bereits schon heute mehr als sinnvoll, Menschen davon zu überzeugen, Nichtraucher zu bleiben oder es jetzt zu werden. Rauchen verkürzt die Lebenszeit. Nicht zu rauchen ist gut für Lunge und Gefäße und führt nach unseren Erkenntnissen auch zu einer guten Zahngesundheit bis ins hohe Alter“, sagt Heiner Boeing.

Hintergrundinformationen:

* EPIC steht für European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition. Sie ist eine der größten prospektiven („vorausschauenden“) Studien, welche die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Krebs und anderen chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes untersucht, wobei sie auch den Lebensstil berücksichtigt. An der EPIC-Studie sind zehn europäische Länder mit insgesamt 519.000 weiblichen und männlichen Studienteilnehmern im Erwachsenenalter beteiligt. In Deutschland gehören das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg sowie das DIfE zu den EPIC-Studienzentren. Die Potsdamer EPIC-Teilstudie schließt mehr als 27.500 erwachsene Studienteilnehmer/innen ein und wird von Prof. Heiner Boeing geleitet. Bei der Auswertung einer prospektiven Studie ist es wichtig, dass die Teilnehmer zu Beginn der Studie noch nicht an der zu untersuchenden Krankheit leiden. Die Risikofaktoren für eine bestimmte Erkrankung lassen sich so vor ihrem Entstehen erfassen, wodurch eine Verfälschung der Daten durch die Erkrankung weitestgehend verhindert werden kann - ein entscheidender Vorteil gegenüber retrospektiven Studien.

** Die Studienteilnehmer waren in drei Altersgruppen eingeteilt: Gruppe 1: Personen unter 50 Jahren; Gruppe 2: Personen im Alter zwischen 50 und 59 Jahren; Gruppe 3: Personen im Alter zwischen 60 und 70 Jahren.

*** Parodontitis, früher auch Parodontose genannt, ist eine Entzündung des Zahnbetts, die durch den Abbau des Alveolarknochen gekennzeichnet ist und schliesslich zu Zahnlockerung und Zahnverlust führen kann.

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es erforscht die Ursachen ernährungsassoziierter Erkrankungen, um neue Strategien für Prävention, Therapie und Ernährungsempfehlungen zu entwickeln. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Ursachen und Folgen des metabolischen Syndroms, einer Kombination aus Adipositas (Fettsucht), Hypertonie (Bluthochdruck), Insulinresistenz und Fettstoffwechselstörung, die Rolle der Ernährung für ein gesundes Altern sowie die biologischen Grundlagen von Nahrungsauswahl und Ernährungsverhalten. Das DIfE ist zudem ein Partner des 2009 vom BMBF geförderten Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). Mehr unter http://www.dzd-ev.de.

Die Leibniz-Gemeinschaft vereint 89 Einrichtungen, die anwendungsbezogene Grundlagenforschung betreiben und wissenschaftliche Infrastruktur bereitstellen. Insgesamt beschäftigen die Leibniz-Einrichtungen rund 18.100 Menschen – darunter 9.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – bei einem Jahresetat von insgesamt knapp 1,64 Milliarden Euro. Die Leibniz-Gemeinschaft zeichnet sich durch die Vielfalt der in den Einrichtungen bearbeiteten Themen und Disziplinen aus. Die Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft bewahren und erforschen das natürliche und kulturelle Erbe. Darüber hinaus sind sie Schaufenster der Forschung, Orte des Lernens und der Faszination für die Wissenschaft. Mehr unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:

Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Thomas Dietrich
MPH, FDSRCS (Engl.)
School of Dentistry
University of Birmingham
St Chad’s Queensway
Birmingham
B4 6NN
E-Mail: t.dietrich@bham.ac.uk
Tel.: +44-121-4665494


apl. Prof. Dr. Heiner Boeing
Leiter der Abteilung Epidemiologie
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal
Tel.: +49-33200 88-2711
E-Mail: boeing@dife.de

Kolade Oluwagbemigun
Abteilung Epidemiologie
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal
Tel.: +49-33200 88-2720
E-Mail:kolade.oluwagbemigun@dife.de

Dr. Gisela Olias
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal
Tel.: +49-33200 88-2278/-2335
E-Mail: olias@dife.de
http://www.dife.de

Cannabis

Medizin am Abend Berlin Fazit:    Experten fordern mehr Studien und warnen zugleich vor Selbstmedikation

In Deutschland sind 1,5 Millionen Erwachsene von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen betroffen. Viele von ihnen leiden unter anhaltenden Schmerzen. Obwohl über den therapeutischen Nutzen von Cannabisprodukten derzeit intensiv diskutiert wird, fehlen für die Behandlung chronischer Schmerzen bei Rheuma-Erkrankungen mit künstlich hergestellten Cannabisprodukten jedoch bislang aussagekräftige Studien. Welche Potentiale Cannabis als Heilmittel hat und aus welchem Grund vor allen Formen der Selbstmedikation zu warnen ist, diskutieren Schmerzexperten auf der Pressekonferenz des Deutschen Schmerzkongresses (14. bis 17.10.2015) am 14. Oktober in Mannheim. 
 
Cannabis sativa, so der lateinische Name der Hanfpflanze, ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt.

Lange schon gibt es Anzeichen für ihre medizinische Wirksamkeit, um Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu hemmen. Dass Cannabisprodukte bei einigen Erkrankungen einen positiven Effekt haben, konnten in den vergangenen Jahren auch zahlreiche klinische Studien zeigen. 

Privatdozent Dr. med. Winfried Häuser, Klinik Innere Medizin I des Klinikums Saarbrücken, berichtet:

 „Bei Tumorpatienten können Cannabinoide während der Chemotherapie den Appetit anregen und zugleich Übelkeit und Erbrechen eindämmen. Sie können auch helfen, schmerzhafte Muskelverspannungen bei Patienten mit Multipler Sklerose zu unterdrücken.“ Einige Patienten mit chronischen Schmerzen berichteten zudem über gute Erfahrungen mit hanfbasierten Substanzen, ergänzt der Experte aus Saarbrücken. 

Aufgrund seiner Rauschwirkung fällt das „Naturprodukt“ Hanf in Deutschland jedoch unter das Betäubungsmittelgesetzt (BTM), und der in ihm vorkommende Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) wird als ein nicht verkehrsfähiger Stoff klassifiziert. Der Verkauf und Handel von/mit THC sind also verboten, der Konsum ist es nicht.

In Deutschland ist nur ein einziges künstlich hergestelltes Cannabis-Medikament, das als Mundspray verabreichte Sativex, bei einer medizinischen Indikation zugelassen, nämlich den schmerzhaften Muskelverspannungen bei Multipler Sklerose.

  • Zwei weitere Präparate, Dronabinol und Nabilon, sind in Deutschland nicht zugelassen, können jedoch auf einem Betäubungsmittelrezept durch den Arzt verschrieben werden. Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen weigern sich in den meisten Fällen, die Kosten zu übernehmen.

Um herauszubekommen, bei welchen rheumatischen Erkrankungen, die mit chronischen Schmerzen einhergehen, Cannabisprodukte wirken und ob sie verträglich und sicher sind, hat Dr. Häuser zusammen mit Forschern aus Deutschland – aber auch Kanada und Israel – eine systematische Literatursuche durchgeführt. Dr. Häuser erklärt: „Wichtig war für uns, nur Studien auszuwerten, die aussagekräftig sind. Wenn also das Cannabisprodukt mit einem Scheinmedikament (Placebo) verglichen wurde und zudem weder Arzt noch Patient wussten, was von beiden sie erhielten.“ Bei der Sichtung der als randomisiert doppelblind bezeichneten Studien (englisch, RCT: randomized controlled trial) stellten die Forscher schnell fest, dass die Datenlage bei der medikamentösen Therapie von Rheumaerkrankungen mit Cannabisprodukten spärlich ist.

Zwei RCTs mit Nabilon über die Dauer von zwei beziehungsweise sechs Wochen mit 71 Patienten mit Fibromyalgiesyndrom, eine vier-wöchige Studie mit Nabilon und 30 Rückenschmerzpatienten und eine fünf-wöchige Studie mit Tetrahydrocannbinol/Cannabidiol mit 58 Patienten mit rheumatoider Arthritis wurden eingeschlossen. Die Studien zeigten keine bessere Wirksamkeit der untersuchten synthetischen Cannabisprodukte gegenüber Kontrollsubstanzen (Placebo bzw. schmerzlinderndes Antidepressivum).  

  • Die Patienten berichteten, die Cannabisprodukte trotz einiger unangenehmer Nebenwirkungen wie beispielweise Konzentrationsstörungen, Sedierungen oder Müdigkeit gut vertragen zu haben.

Dr. Häuser fasst zusammen: 

„Wir können aufgrund der schwachen Datenlage derzeit nicht empfehlen, Rheumapatienten mit Cannabisprodukten zu behandeln. Das schließt jedoch nicht aus, dass Ärzte Patienten, die wir als austherapiert bezeichnen, das heißt, bei denen sonst nichts hilft, mit Cannabinoiden behandeln.“

Die Experten der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. plädieren dafür, dass die Bundesregierung ein Gesetz zum medizinischen Gebrauch von Cannabisprodukten erlässt und dann die Verordnungen langfristig über die Krankenkassen abgerechnet werden können.


Professor Dr. med. Michael Schäfer, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V., fasst die Position zusammen: „Wir wollen Schmerzpatienten nicht die Therapie mit Cannabinoiden vorenthalten. Aber gebraucht werden mehr Studien und mehr Medikamentenzulassungen.“ Jede Form einer Eigentherapie lehnt der Experte ab.

 „Patienten, die sich mit dem sogenannten Medizinalhanf oder Cannabis aus Eigenanbau selbst behandeln, fügen ihrem Körper ein in seiner Dosis permanent schwankendes Medikament zu und riskieren belastende Nebenwirkungen.“

Literatur:
Fitzcharles M.-A., Ste-Marie P. A., Häuser, W. et al.: Efficacy, tolerability and safety of Cannabinoid Treatments in the Rheumatic Diseases: A Systematic Review of Randomized Controlled Trials
Arthritis Care &Research, 2015, in Druck
PD Dr. med. Winfrid Häuser, Redemanuskript, Pressekonferenz Deutscher Schmerzkongress 14.10.2015

Das komplette Kongressprogramm und weitere Informationen finden Sie im Internet unter

http://www.schmerzkongress2015.de


Das Programm als PDF:http://schmerzkongress2015.de/wp-content/uploads/sites/6/2015/09/Vorl%C3%A4ufige...

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Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:

Deutscher Schmerzkongress 2015
Dagmar Arnold
Postfach 30 1 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-380
Fax: 0711 8931-167
E-Mail: arnold@medizinkommunikation.org

Thomas Isenberg
Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.
Alt-Moabit 101 b
10559 Berlin
Tel.: 030 39409689-1
Fax: 030 39409689-9
E-Mail: presse@dgss.org

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http://www.schmerzkongress2015.de

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Gesundheitliche Wirkungen von Milch und Milchprodukten

Medizin am Abend Berlin Fazit:    Wie gesund sind Milch und Milchprodukte


In einer rund 50-seitigen Stellungnahme hat das Max Rubner-Institut die aktuell zugänglichen Forschungsergebnisse zu gesundheitlichen Wirkungen von Milch und Milchprodukten ausführlich dargestellt und bewertet.

Zusatzinformation von Medizin am Abend Berlin

https://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gasta&p_aid=0&p_sprache=D&p_knoten=NE240

Zunächst werden die Inhaltsstoffe der Milch im Einzelnen beschrieben, dann diese ernährungsphysiologisch bewertet. Zuletzt geht es um den Zusammenhang von Milchverzehr und Krankheitsrisiken – ergänzend dazu am Ende auch um Mythen zu diesem Thema.

Für alle, die die Bewertung durch das MRI im Detail nachvollziehen möchten, ist eine Liste der Publikationen zum Thema ebenso angefügt wie die wesentlichen Daten in Tabellenform.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

Dr. Iris Lehmann 
Max Rubner-Institut - Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel

Haid-und-Neu-Straße 9
76131 Karlsruhe
Deutschland
Baden-Württemberg
Telefon: (0721) 6625 - 271
Fax: (0721) 6625 - 111
E-Mail-Adresse: iris.lehmann@mri.bund.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://www.mri.bund.de/no_cache/de/startseite/milchprodukte.html

http://www.rhekiss.de Rhekiss-Register zu Schwangerschaften bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen

Medizin am Abend Berlin Fazit:     Rhekiss-Register zu Schwangerschaften bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen online!

Rhekiss (Rheuma-Kinderwunsch und Schwangerschaft) ist ein neues bundesweites Register, in dem Daten zum Ausgang von Schwangerschaften bei Patientinnen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen systematisch erfasst werden. Es soll die Sicherheit in der Betreuung der betroffenen Frauen erhöhen und den behandelnden Ärzten dabei helfen, die Patientinnen auf einer fundierten Datenbasis zu beraten. 

Privatdozentin Dr. med. Rebecca Fischer-Betz
 Privatdozentin Dr. med. Rebecca Fischer-Betz
 
Rhekiss ist ein Gemeinschaftsprojekt des Rheumazentrums Rhein-Ruhr e.V. in Düsseldorf und des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums in Berlin. Die Studienleitung haben Frau Privatdozentin Dr. med. Rebecca Fischer-Betz aus Düsseldorf und Frau Dr. med. Anja Strangfeld aus Berlin inne.

  • Das Register ist seit dem 15. September 2015 online. Eingeschlossen werden können schwangere Frauen mit einer gesicherten entzündlich-rheumatischen Erkrankung (z. B. Kollagenosen, Vaskulitiden, Rheumatoide Arthritis, Spondyloarthritiden, autoinflammatorische Syndrome). 

Die Finanzierung erfolgt über beide Partner gemeinschaftlich. Das Rheumazentrum Rhein-Ruhr ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Regionalen Kooperativen Rheumazentren (AGRZ) in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), die eine bundesweit gute Versorgung Rheumakranker zum Ziel hat.

  • In Rhekiss dokumentieren Rheumatologen und Patientinnen parallel Daten zu Krankheit und Therapie, den Verlauf der Schwangerschaft und die Kindesentwicklung. Der Einschluss in das Register erfolgt unabhängig von einer medikamentösen Therapie und soll nach Möglichkeit bereits bei Äußerung eines konkreten Kinderwunsches oder während des ersten Drittels der Schwangerschaft erfolgen. Die Beobachtung dauert bis zum Ende des zweiten Lebensjahres des Kindes.
  • Später soll das Register auch auf männliche Patienten mit entzündlich-rheumatischer Erkrankung ausgedehnt werden, deren Partnerin schwanger ist.

Ärzte und Patientinnen dokumentieren 

▪ Krankheitsverlauf vor Empfängnis
▪ Krankheitsverlauf in der Schwangerschaft
▪ Krankheitsverlauf nach der Geburt
▪ Verlauf/Ausgang der Schwangerschaft
▪ Mütterliche oder kindliche Komplikationen während der Schwangerschaft
▪ Kindliche Entwicklung in den ersten beiden Lebensjahren.

  • Die Erhebung erfolgt durch ein komfortables, datenschutzrechtlich abgesichertes elektronisches Online-Befragungssystem für Ärzte und Patienten. Der Arzt dokumentiert in der Praxis, die Patientin separat (z. B. zu Hause). Der Zeitaufwand wird durch den modularen Aufbau gering gehalten. Der Einschluss der Teilnehmerinnen erfolgt durch den behandelnden Rheumatologen.

„Das Register wird nur dann aussagefähige Ergebnisse erbringen, wenn viele Rheumatologinnen und Rheumatologen aktiv daran teilnehmen“, betont Dr. Fischer-Betz.

„Wir bitten daher alle Kolleginnen und Kollegen, die Patientinnen mit Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft betreuen, aktiv am Register teilzunehmen.“ Informationen sind unter http://www.rhekiss.de zu finden.

Um sich anzumelden reicht eine formlose E-Mail an rhekiss@drfz.de


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

Studienleitung: Privatdozentin Dr. med. Rebecca Fischer-Betz, Dr. med. Anja Strangfeld

Studienkoordination: Christina Bungartz

Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. Angela Zink, Privatdozentin Dr. med. Jutta Richter, Prof. Dr. med. Matthias Schneider

Biometriker: Dr. Joachim Listing, M. Sc. Biostatistics Adrian Richter


Köpenicker Str. 48/49, Aufgang A
10179 Berlin
Deutschland
Berlin
E-Mail-Adresse: info@dgrh.de

Dr. Julia Rautenstrauch
Telefon: 030 24048470
Fax: 030 42048479
E-Mail-Adresse: julia.rautenstrauch@dgrh.de


Barbara Gundelach
Telefon: 030 / 240484 - 72
Fax: 030 / 240484 - 79
E-Mail-Adresse: barbara.gundelach@dgrh.de

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) ist mit mehr als 1.500 Mitgliedern die größte medizinische Fachgesellschaft in Deutschland im Bereich der Rheumatologie. Sie repräsentiert seit mehr als 80 Jahren die rheumatologische Wissenschaft und Forschung und deren Entwicklung in Deutschland. Als gemeinnütziger Verein arbeitet die DGRh unabhängig und ohne Verfolgung wirtschaftlicher Ziele zum Nutzen der Allgemeinheit.

Rhekiss-Logo
 Rhekiss-Logo

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte:
http://www.rhekiss.de

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Stationäre Patientenversorgung: Krankenhausstrukturgesetz 01.01.2016

Medizin am Abend Berlin Fazit:     Nicht zu Lasten der Patienten!

Regensburger Klinika sehen stationäre Patientenversorgung vor neuen finanziellen Engpässen und fordern Nachbesserungen beim Krankenhausstrukturgesetz. Geplante Qualitätskriterien bisher nicht transparent definiert. Keine nachhaltigen Maßnahmen gegen Kapazitätsengpässe erkennbar. 


Die vier Geschäftsführer der Regensburger Klinika fordern Nachbesserungen beim Krankenhausstrukturgesetz. Christian Kuhl, Klaus Fischer, Florian Glück, Kurt Häupl (v.l.n.r.).
Die vier Geschäftsführer der Regensburger Klinika fordern Nachbesserungen beim Krankenhausstrukturgesetz. Christian Kuhl, Klaus Fischer, Florian Glück, Kurt Häupl (v.l.n.r.).UKR
 
Das Krankenhausstrukturgesetz in seiner jetzigen Form wird die ohnehin schwierige Finanzlage der deutschen Kliniklandschaft weiter verschärfen – darin sind sich Klaus Fischer, Kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikums Regensburg (UKR), Sabine Beiser und Dr. Andreas Kestler, Geschäftsführer des Krankenhauses Barmherzige Brüder Regensburg, Florian Glück, Geschäftsführer des Caritas-Krankenhauses St. Josef Regensburg, sowie Kurt Häupl, Vorstand der medbo Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz, einig.

  • Die geplante Ausweitung der Abschläge für Mehrleistungen (Fixkostendegressionsabschläge), die Abschaffung des Versorgungszuschlages und monetäre Qualitätsbewertungen würden sich finanziell erheblich auswirken und die Versorgungsqualität – auch mit Blick auf sich abzeichnende Kapazitätsengpässe – keineswegs nachhaltig verbessern.

  • Das Krankenhausstrukturgesetz soll die Finanzierung der stationären Patientenversorgung in Deutschland neu ordnen. Dabei sind keine wesentlichen Budgetausweitungen durch die Bundesregierung vorgesehen, sondern die vorhandenen Mittel sollen durch Änderungen am Finanzierungsumfang effizienter eingesetzt werden. 
  • Das Gesetz wird im November 2015 die zweite Lesung im Bundestag durchlaufen und soll zum 1. Januar 2016 in Kraft treten.

Krankenversorgung am finanziellen Limit

„Wir können dieses Gesetz nicht für gut befinden, weil es die Krankenhausfinanzierung in Deutschland nicht auf eine solide Basis stellt, sondern durch kreative Abschläge und wenig nachvollziehbare Umverteilung die Budgets der Klinika eher drosselt“, warnt Klaus Fischer vom UKR. So fordert zum Beispiel der im Gesetz vorgesehene Fixkostendegressionsabschlag von den Klinika, noch mehr in finanzielle Vorleistung zu gehen – und das, obwohl noch nicht einmal die Tarifsteigerungen der letzten Jahre in den Haushalten der Krankenhäuser ausgeglichen wurden. „Mit Produktivitätssteigerungen kann man das nicht auffangen – wir arbeiten am Limit“, gibt Sabine Beiser vom Krankenhaus Barmherzige Brüder zu bedenken. „Man kann nicht einerseits politisch fordern, die Leistungen der Pflegekräfte und Ärzte in Deutschland mehr anzuerkennen und ihnen andererseits noch mehr Leistung abverlangen, um die Defizite, die dieses Gesetz in die Klinikbudgets bringen wird, auszugleichen“, stimmt auch Florian Glück vom Caritas-Krankenhaus St. Josef zu.

  • Worum geht es genau? Das Problem der Abschläge für Mehrleistungen liegt darin begründet, dass Klinika, die ihre Leistungen ausweiten, diese aktuell drei Jahre lang nur zu 75% vergütet bekommen (Mehrleistungsabschlag). Mit der Einführung des KHSG in seiner jetzigen Form würde sich dies noch verschärfen, wenn Mehrleistungen ab dann für fünf Jahre lang nur zu maximal 65% vergütet werden (Fixkostendegressionsabschlag).

„Das zeigt, dass Leistungsausweitungen in der Krankenhausversorgung finanziell bestraft werden und damit gar nicht erst stattfinden sollen“, erläutert Klaus Fischer. „Wie aber können wir dann die Herausforderungen der immer älter werdenden Gesellschaft bewältigen? Und wie viel medizinischen Fortschritt kann sich unsere Gesellschaft dann in Zukunft noch leisten?“, gibt Fischer zu bedenken.

Qualitätsoffensive mit erheblichen Qualitätsmängeln

Das Gesetz sieht außerdem vor, die Qualität der in deutschen Klinika erbrachten Leistungen stärker zu bewerten und damit finanzielle Zu- und Abschläge zu verknüpfen. „Der Gedanke der Qualitätsoffensive an sich ist voll und ganz zu unterstützen, wenngleich gerade der Krankenhausbereich wie kaum ein anderer Sektor in Deutschland bereits mit hoher Transparenz arbeitet und vielfältige Qualitätssicherungsprozesse realisiert hat“, merkt Dr. Andreas Kestler an. Es müsse aber dringend klargestellt werden, welche Qualitäten für die monetäre Bewertung dienen sollen und anhand welcher Kriterien man diese messen und vergleichen will. „Darauf gibt das Gesetz bisher keine Antwort“, so Dr. Kestler. 

Auch bleibe zu befürchten, dass viele Klinika aufgrund personeller Engpässe bei Pflege und / oder Ärzteschaft die künftigen Qualitätsauflagen, insbesondere die damit einhergehenden Forderungen an eine umfassende Patientendokumentation, gar nicht erfüllen können, dafür mit finanziellen Abschlägen belegt werden und weiter ins Defizit rutschen.

Kritische Stärkung des MDK

Die Qualitätskriterien selbst sind noch nicht näher definiert, wohl aber legt das Krankenhausstrukturgesetz schon fest, dass die Qualitätsvorgaben künftig vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) kontrolliert werden sollen. Dieser ist von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert. „Wir sind durchaus damit einverstanden, dass Qualitätsvorgaben auch auf ihre Einhaltung kontrolliert werden müssen. Aber wir sehen im MDK nicht die geeignete Institution hierfür“, erklärt Florian Glück.

Qualitätskontrollen bedeuten Überprüfungen tief in die Klinikstrukturen hinein. „Dies kann und darf nur von einer unabhängigen Institution durchgeführt werden, die ja schon existiert“, so Glück.

Kürzungen statt Entlastungen

Darüber hinaus belasten weitere Regelungen des Krankenhausstrukturgesetzes die Krankenhäuser. „Der Wegfall des Versorgungszuschlages im Jahr 2017 wirkt sich für unsere somatischen Kliniken wie eine Preiskürzung um 0,8% aus. Eigentlich war ursprünglich von Entlastungen für die Krankenhäuser die Rede“, konstatiert Kurt Häupl von der medbo. Zusätzlich wird bereits ab 2016 der Verhandlungsspielraum für die Festsetzung der Krankenhausbudgets auf maximal ein Drittel der Differenz zwischen Grundlohnrate und Orientierungswert begrenzt. Zuletzt war die volle Differenz verhandelbar.

Forderungen an die Politik formuliert
Die vier Regensburger Klinika haben Ihre Bedenken am Krankenhausstrukturgesetz in einem Positionspapier zusammengefasst und fordern die Bundestagsabgeordneten sowie die Bundesregierung auf, die breite Kritik aus der Krankenhauslandschaft ernst zu nehmen und das Gesetz nachzubessern. „Die Mitarbeiter in unseren Krankenhäusern arbeiten Tag und Nacht dafür, dass jeder Patient adäquat versorgt wird, dass medizinischer Fortschritt zu mehr Heilungserfolgen führt und dass bei allem wirtschaftlichen Druck, der auf dem Gesundheitswesen lastet, nie die menschliche Komponente verlorengeht. Das Krankenhausstrukturgesetz in der jetzigen Formulierung würde diese Qualitätsmerkmale der stationären Patientenversorgung nachhaltig beeinträchtigen“, so die vier Geschäftsführer und Vorstände.

Zeichen setzen beim bundesweiten Aktionstag

Am Mittwoch, dem 23. September 2015, ruft die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) zu einem bundesweiten Aktionstag auf, um auf die Mängel des Krankenhausstrukturgesetzes aufmerksam zu machen. Auch Regensburger Klinika beteiligen sich daran:
- Universitätsklinikum Regensburg: 12:15 – 12:45 Uhr „Aktive Mittagspause“ der
Mitarbeiter mit Luftballon-Aktion vor dem Haupteingang
- Krankenhaus Barmherzige Brüder: 12:00 – 12:15 Uhr „Aktive Mittagspause“ vor dem
Haupteingang und Beteiligung an der Hauptveranstaltung in Berlin
- Caritas-Krankenhaus St. Josef: 13:00 – 13:30 Uhr „Aktive Mittagspause“ vor dem
Haupteingang,

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
Anita Fürst Universitätsklinikum Regensburg


Franz-Josef-Strauss-Allee 11
93053 Regensburg
Deutschland
Bayern


Dr. Isolde Schäfer
Telefon: 0941 944-4210
E-Mail-Adresse: isolde.schaefer@ukr.de