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Bakterium E. coli-536 – ein ungebetener Gast im Darm

Medizin am Abend Fazit: Bakterium E. coli-536 – ein ungebetener Gast im Darm

Kleine Löcher in der Darmwand führen zu entzündlichen Darmerkrankungen

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin entschlüsseln einen bislang unbekannten Mechanismus im Kontext chronisch entzündlicher Darmerkrankungen. Kolibakterien, die das Protein Alpha-Hämolysin produzieren, sind wesentlich an entzündlichen Vorgängen im Darm beteiligt. Wie die Mediziner und Biologen des Instituts für Klinische Physiologie der Charité jetzt festgestellt haben, führt der Giftstoff Alpha-Hämolysin zu kleinen Löchern in der Darmwand – Kanäle für entzündungsauslösende Stoffe. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Gut* veröffentlicht. 

 
Die meisten Bakterienstämme der Escherichia coli werden als symbiotische Gäste in der Darmflora angesehen, einige besitzen probiotische, gesundheitsförderliche, Eigenschaften. 

Andere Kolibakterien hingegen, insbesondere solche, die Harnwegserkrankungen auslösen – beispielsweise E. coli-536, besitzen Eigenschaften, die zu entzündlichen Darmerkrankungen führen oder diese verstärken. Wie die Forscher um Prof. Dr. Jörg-Dieter Schulzke im Tiermodell und anhand menschlicher Zellproben nachweisen konnten, verursacht das Zellgift Alpha-Hämolysin dieser Kolibakterien kleine Löcher in der Darmwand. Die Wissenschaftler nennen sie „focal leaks“. Durch die focal leaks können in der Folge Stoffe aus dem Darm in den Körper übertreten und somit Entzündungen begünstigen.

„Bei Patienten mit Colitis ulcerosa, einer häufigen, chronisch entzündlichen Darmerkrankung, konnten wir ein vermehrtes Auftreten des Alpha Hämolysins in der Darmwand nachweisen. Das zeigt, dass diese Kolibakterien zum Krankheitsgeschehen beitragen, zusätzlich zu gegebener genetischer Veranlagung“, sagt Dr. Roland Bücker, Erstautor der Studie. Bakterien, die die abdichtende Funktion der Darmschleimhaut schädigen, wie Alpha-Hämolysin tragende E. coli, werden bei der künftigen Betrachtung entzündlicher Darmerkrankungen von größerer Bedeutung sein.

Die vorliegende Studie liefert zudem Grundlagenwissen, um neue Therapiemethoden wie die Bakteriotherapie oder gezielte Impfungen zu entwickeln.

*Roland Bücker, Emanuel Schulz, Dorothee Günzel, Christian Bojarski, In-Fah Lee, Lena J. John, Stephanie Wiegand, Traute Janßen, Lothar H. Wieler, Ulrich Dobrindt, Lothar Beutin, Christa Ewers, Michael Fromm, Britta Siegmund, Hanno Troeger, Jörg-Dieter Schulzke: α-Haemolysin of Escherichia coli in IBD: a potentiator of inflammatory activity in the colon. Gut, Dec. 2014. doi: 10.1136/gutjnl-2013-306099.

Medizin am Abend DirektKontakt:

Prof. Dr. Jörg-Dieter Schulzke
Medizinische Klinik für Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie
Charité – Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 8445 2666
E-Mail: joerg.schulzke@charite.de
Dr. Julia Biederlack Charité – Universitätsmedizin Berlin

Weitere Informationen für Medizin am Abend Beteiligte:
http://www.charite.de
http://gastro.charite.de/klinik/team/klinikleitung/

Was fressen unsere Kühe

Medizin am Abend Fazit: Kein Weidegras in Sicht / Was fressen Kühe, wenn draußen nichts wächst? 

 

Pro Tag frisst eine Kuh rund 50 Kilogramm Futter - und zwar zu jeder Jahreszeit. Derzeit ist das Sommerfutter einer Kuh, frisches Weidegras, nicht verfügbar. "Die Landwirte haben nur zwei Möglichkeiten, das Futter für ihre Tiere haltbar zu machen: Entweder zu Heu trocknen oder zu Silage silieren", so Dr. Maria Linderer von der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft. Die Herstellung von Heu reicht in der Regel nicht aus, um den Futterbedarf zu decken und die Trocknung ist stark vom Sonnenschein abhängig. Ergänzt wird die Fütterung daher durch sogenannte Silage, diese ist schneller herzustellen und daher witterungsunabhängiger. Außerdem ist sie ein sehr nährstoffreiches Futter.

Milchsäure macht Gras haltbar


 Kein Weidegras in Sicht / Was fressen Kühe, wenn draußen nichts wächst?

 
Zur Herstellung von Silage braucht man ebenso wie für Heu frisch gemähtes Gras oder andere Pflanzen, beispielsweise Mais. Der Vorteil ist, dass das Gras nicht so lange trocknen muss: Es wird kurz nach dem Mähen gepresst oder in einem Silo unter Luftverschluss gelagert. Anschließend beginnen die im Gras enthaltenden Milchsäurebakterien Zucker in Säuren (in erster Linie Milchsäure) umzuwandeln. Dabei fällt der ph-Wert ab, die Silage wird sauer und lange haltbar. Eine ausgewogene Futtermischung enthält sowohl Heu als auch Silage. Maria Linderer erklärt: "Die Gras- oder Maissilage ist sozusagen das Sauerkraut der Kuh, die zu jeder Zeit wertvolle Nährstoffe liefert."


Medizin am Abend DirektKontakt 

Milchland Bayern Diana Dorenbeck / Nicola Wilcke Theresienhöhe 12 80339 München Telefon: 089 59042 - 1158 Fax: 089 59042 - 1100

Anabolika - mit Bedacht zu betrachten

Medizin am Abend Fazit: Unfruchtbarkeit, Impotenz, Damenbart und Akne Die dunklen Seiten der Anabolika

Testosteron und seine Abkömmlinge, die anabolen androgenen Steroide (AAS), fördern nicht nur den Aufbau der Muskeln, sondern angeblich auch die sexuelle Leistungsfähigkeit von Männern und Frauen. Das jedenfalls versprechen viele Anbieter von Anabolika im Internet. Sie verschweigen dabei, dass Anabolika negative Auswirkungen auf Potenz und Sexualleben haben können. Auch die Hoffnung auf einen schöneren Körper kann schnell enttäuscht werden, wenn sich unter hohen Dosierungen gefährliche Nebenwirkungen entwickeln, warnen Experten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) im European Journal of Endocrinology. 
 
Testosteron wird natürlicherweise im Hoden gebildet und fördert nicht nur die Bildung der Spermien, sondern ist auch für die Ausbildung und Erhaltung des männlichen Körpers verantwortlich. Wird das Hormon oder eines seiner Varianten von außen zugeführt, kann dies schnell die gegenteilige Wirkung haben. „Ab einer gewissen Dosis wird die Spermienbildung so weit gedrosselt, dass die Männer unfruchtbar werden“, erklärt Professor Dr. med. Dr. h. c. Eberhard Nieschlag. „Testosteron ist deshalb sogar als Verhütungsmittel für den Mann in der Diskussion“, fügt der ehemalige Direktor des heutigen Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie am Universitätsklinikum Münster hinzu, der als Spezialist im Einsatz von Testosteron bei Erkrankungen mit Unterfunktion der Hoden gilt.

Einen chronischen Missbrauch des Hormons kann der international renommierte Experte manchmal an der Größe der Hoden erkennen. „Da 95 Prozent des Hodens aus den Samenkanälchen bestehen, tritt mit dem Mangel an Spermien auch ein Schrumpfungsprozess der Hoden ein“, erklärt Professor Nieschlag. Betroffen sind aber nicht nur die Hoden. Bei einigen Anabolika-Anwendern komme es auch zu einem Verlust von Libido und Erektionsfähigkeit. Der Endokrinologe erklärt dies mit der Verstoffwechselung einiger Anabolika zu Östrogenen. Ein Überschuss dieser weiblichen Hormone kann dazu führen, dass nicht nur die Muskeln wachsen, sondern sich auch eine weibliche Brust (Gynäkomastie genannt) bildet.

Auch bei Frauen ist die regelmäßige Einnahme von muskelfördernden AAS häufig mit Störungen der Fruchtbarkeit verbunden. „Zyklusstörungen oder ein längeres Ausbleiben der Menstruation sind eine häufige Folge des Anabolikakonsums“, berichtet Dr. med. Elena Vorona vom Zentrum für Endokrinologie, Diabetologie und Rheumatologie in Dortmund. Starke sportliche Aktivität aber auch Essstörungen können die Fruchtbarkeit weiter beeinträchtigen, erklärt die Mitautorin des Fachartikels. Der Einfluss der einzelnen Faktoren sei für Reproduktionsmediziner häufig schwer voneinander zu trennen. Auffällig sei aber, dass sportliche Frauen mit Anabolikamissbrauch oft die geringsten Chancen auf eine Schwangerschaft haben.

Äußerst störend sind für viele Frauen auch die Auswirkungen von Anabolika auf die Haut. Die vermehrte Talgproduktion führt zu einer fettigen Haut, die zur Akne neigt. Viele Frauen leiden auch darunter, dass Anabolika Bartwuchs fördern. Gleichzeitig komme es zum vermehrten Ausfall der Haupthaare. Auch eine Verkleinerung der Brüste könne das Selbstbild vieler Frauen stören. Die meisten dieser Wirkungen bilden sich nach dem Absetzen der Hormone zurück, erklärt die Expertin. Eine Vertiefung der Stimme, die auf einer Vergrößerung des Kehlkopfs beruht, bleibe allerdings bestehen.

Andere Risiken, die Androgenen häufig nachgesagt werden, haben sich in Studien nicht bestätigt. Die Anabolika führten weder zur Vergrößerung der Prostata noch kommt es hier häufiger zum Auftreten neuer Krebserkrankungen. Auch bei Frauen, welche Androgene zum Doping zugeführt haben, gebe es keinen Hinweis auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Es kann jedoch zu schweren Schädigungen von Leber, Herz und Psyche kommen, berichtet DGE-Mediensprecher Professor Dr. med. Dr. h. c. Helmut Schatz, Bochum: „In den Händen eines versierten Arztes sind Testosteron-Präparate ein sicheres Medikament. Die Einsatzgebiete reichen von der gezielten Einleitung der Pubertät bei Entwicklungsstörungen von Knaben bis zur gezielten Behandlung des Androgenmangels im Alter.“

Literatur:
Nieschlag E., Vorona E.: Mechanism in Endocrinology: Medical consequences of doping with anabolic androgenic steroids (AAS): effects on reproductive functions. Eur J Endocrinol. 2015 Mar 24. pii: EJE-15-0080. Artikel: http://eje-online.org/content/early/2015/03/24/EJE-15-0080.long

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Medizin am Abend DirektKontakt

Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Dagmar Arnold
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Telefon: 0711 8931-380
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arnold@medizinkommunikation.org
http://www.endokrinologie.net

Blutgerinnungshemmer bei schwerer Influenza-Infektionen / Grippe?

Medizin am Abend Fazit: Blutgerinnungshemmer gegen Grippe

Forscher des INRA [1], des INSERM [2] und der Universität Claude Bernard Lyon 1 haben herausgefunden, dass Blutplättchen eine wichtige Rolle bei grippevirusbedingten Lungenentzündungen spielen. Sie konnten nachweisen, dass blutgerinnungshemmende Medikamente bei schweren Formen der Grippe wirksam sind. Ihre Ergebnisse wurden am 1. April 2015 in der Fachzeitung American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlicht. 
 
Weltweit erkranken jährlich drei bis fünf Millionen Menschen an schwerer Grippe, 250 000 bis 500 000 davon mit Todesfolge.




Die Forscher untersuchten die Rolle der Blutplättchen (Thrombozyten) [3] bei grippalen Virusinfektionen an Mäusen. Dabei konzentrierten sie sich vor allem auf die Mechanismen, die für schwere Pneumonien verantwortlich sind, zu der es bei den schwersten Fällen kommt. Sie konnten einen massiven Strom an aggregierten und aktivierten Blutplättchen nachweisen und somit ihre direkte Beteiligung an den Prozessen, die mit einer schweren Pneumonie einhergehen.

In einem zweiten Schritt wiesen sie die Verbindung zwischen Thrombozytenaktivierung und Ausbildung der schweren Pneumonie nach: Bei Überaktivierung der Blutplättchen stieg die Sterblichkeit. Wiesen die Mäuse jedoch eine Fehlfunktion der Thrombozyten auf, waren sie geschützt. Sie konnten damit den positiven Einfluss von Blutgerinnungshemmern auf schwere Fälle von Pneumonien nachweisen. Bei der Verabreichung einer subletalen Dosis des Virus (Sterblichkeitsrate bei 50%) konnte eine Überlebensrate von fast 100% erreicht werden.

Diese Arbeiten zeigen, dass Blutgerinnungshemmer zur Entwicklung von Medikamenten für die Behandlung schwerer Influenza-Infektionen genutzt werden können. In einem nächsten Schritt müssen diese Ergebnisse aus der biologischen Forschung in der klinischen Forschung überprüft werden, um ihre wirksame Anwendung beim Menschen zu testen.

[1] INRA - Institut für Agrarforschung
[2] INSERM - Institut für Gesundheit und medizinische Forschung
[3] Blutplättchen sind wichtig für die Blutgerinnung.

Quelle: "Des antiplaquettaires pour limiter la sévérité de la grippe", Pressemitteilung des INSERM, 02.04.2015 - http://presse-inserm.fr/des-antiplaquettaires-pour-limiter-la-severite-de-la-gri...



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Übersetzerin: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr

Marie de Chalup Wissenschaftliche Abteilung Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

Pariser Platz 5
10117 Berlin
Deutschland
Berlin
E-Mail-Adresse: sciencetech@botschaft-frankreich.de
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Ausbildung bei der Berliner Feuerwehr

Krebs: Xenon-Kernspintomographie

Medizin am Abend Fazit: Krebs: Zuckermoleküle weisen den Weg

Ob Körperzellen krankhaft entarten, kann man im Prinzip schon auf ihrer
Oberfläche anhand veränderter Zuckerverbindungen ablesen. Wissenschaftlern
am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) ist es nun
gelungen, Zellen mit bestimmten Zuckerverbindungen mittels der neuartigen
Xenon-Kernspintomographie zu lokalisieren.

Das eröffnet die Möglichkeit, Krebs- und Entzündungsherde auch tief in den Gewebsschichten aufzuspüren.

Myome - Gutartige Gebärmuttertumore - Hochintensiven fokussierten Ultraschall (HIFU)

Medizin am Abend Fazit: Kein Schnitt, keine Narbe: Gutartige Gebärmuttertumore ohne OP mit Ultraschall behandeln

Gutartige Geschwulste in der Gebärmutter, sogenannte Myome, gehören bei Frauen zu den häufigsten Tumoren. Etwa jede vierte Frau im gebärfähigen Alter ist betroffen. In der Regel sind Myome nicht behandlungsbedürftig, doch bei zehn bis zwanzig Prozent der Patientinnen verursachen sie Beschwerden. Diesen Frauen können Ärzte nun mit dem sogenannten Hochintensiven fokussierten Ultraschall helfen. Hiermit zerstören sie Myome ohne Schnitt oder Punktion durch die intakte Haut. Mit der Technik ließen sich Operationen und in einigen Fällen auch die Entfernung der Gebärmutter vermeiden, betonen Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). 
 
„Große Myome oder solche, die ungünstig in der Gebärmutter liegen, können zu Menstruationsstörungen führen oder Grund für unregelmäßige, starke oder lang anhaltende Regelblutungen sein“, erläutert DEGUM-Experte Professor Dr. med. Holger Strunk, Oberarzt in der Radiologischen Universitätsklinik Bonn.

Eine neuartige Methode, Myome zu beseitigen, bietet der „Hochintensive fokussierte Ultraschall“: der Ultraschallkopf bündelt die hochenergetischen Schallwellen wie bei einem Hohlspiegel in einem Brennpunkt innerhalb des menschlichen Körpers. Durch die Absorption der Ultraschallwellen entsteht Wärme, die das Gewebe im Fokus des HIFU auf über 60 Grad erhitzt. Bei diesen Temperaturen gerinnt das Eiweiß, und die Zellen der Geschwulste sterben ab. „Ein großer Vorteil ist, dass die Gebärmutter erhalten bleibt und die Frauen nach wie vor schwanger werden können.

In Einzelfällen wird eine Schwangerschaft durch das Abtragen eines Myoms sogar überhaupt erst möglich“, erklärt Strunk. Zudem erfolge die Behandlung ambulant. „Anstelle einer Vollnarkose bekommen die Patientinnen ein Beruhigungsmittel und sie können nach ein bis zwei Tagen wieder ihren Alltagsgeschäften nachgehen“, so der Experte.

Üblicherweise behandeln Ärzte Myome operativ, entweder indem sie die ganze Gebärmutter herausnehmen oder die Myome einzeln abtragen. Je nachdem wie groß die Tumore sind und wo sie sich in der Gebärmutter befinden, kommen hierfür offene Operationen, „laparoskopische“ Eingriffe mittels Bauchspiegelung oder Behandlungen über die Scheide in Frage.

Eine weitere Behandlungsmethode ist die so genannte „Myomembolisation“: Hierbei führen Ärzte über die Leiste einen Katheter ein. Über ihn verstopfen sie die Gefäße, die das Myom mit Blut versorgen, mittels winziger Kunststoffkügelchen. Das Myom wird von der Blutversorgung abgeschnitten und stirbt allmählich ab. „Allerdings muss die Punktionsstelle durch einen Druckverband versorgt werden und die Patientinnen werden während der Behandlung einer potentiell schädigenden Röntgenstrahlung ausgesetzt“, erläutert Strunk.

HIFU kommt hingegen ohne den Einsatz von Röntgen aus. Seit knapp einem Jahr steht Professor Strunk und seinen Kollegen in Bonn ein HIFU-Gerät zur Verfügung, bei dem sowohl die Steuerung als auch die Behandlung mittels Ultraschall erfolgt. „Das ist insofern etwas Besonderes, als das bislang alle anderen HIFU-Geräte in Deutschland mit Magnetresonanztomografie, auch „MR“ genannt, gesteuert werden“, erklärt Dr. med. Dr. rer nat. Milka Marinova, Assistenzärztin in der Radiologischen Universitätsklinik Bonn. Die Ultraschallsteuerung biete den Vorteil, dass die Ärzte während der Behandlung Atmung und Bewegung der Patienten berücksichtigen können. „So stellen wir sicher, dass kein umliegendes, gesundes Gewebe geschädigt wird“, erläutert Marinova. Zudem sei das Ultraschall-gesteuerte Gerät leistungsstärker. „Die Behandlung geht schneller und wir können mitunter Myome behandeln, die mit MR-gesteuerten Geräten nicht zugänglich sind“, so die Expertin.

Allerdings kommen nicht alle Patientinnen für eine Behandlung mit HIFU in Frage.

Idealerweise sollten die Patientinnen nicht mehr als fünf Myome haben, die jeweils nicht größer als zehn Zentimeter sind. Außerdem gehört die Therapie bislang nicht zu den Standardleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. „Die Kassen entscheiden nach Anfrage im Einzelfall, ob sie die Kosten übernehmen“, erklärt Marinova.

Auch bei anderen Krankheitsbildern kommt HIFU zum Einsatz. So hat sich die Methode als wertvolle Therapie bei der Adenomyose erwiesen. Bei dieser Erkrankung, einer Form der Endometriose, verursachen kleine Inseln von Gebärmutterschleimhaut innerhalb der Gebärmuttermuskulatur Schmerzen. Auch setzen Ärzte ultraschall-gesteuerten HIFU erfolgreich zur Schmerzbehandlung bei nicht operablen Pankreaskarzinomen oder bei Lebertumoren ein. Urologen nutzen die Methode seit Beginn des Jahrtausends zur Therapie der krankhaft vergrößerten Prostata und des Prostatakrebs. „Medizinischer Ultraschall ist sehr viel mehr als ein diagnostisches Instrument“, betont DEGUM-Präsident Professor Dr. med. Dirk Becker. Besonders bei der Behandlung von Krebserkrankungen biete HIFU in der Zukunft noch große Chancen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint mehr als 9 000 Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten, Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin. Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. DEGUM zertifizierte Ärzte finden Patienten im Internet unter: http://www.degum.de

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Medizin am Abend DirektKontakt 

Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin
Anna Julia Voormann
Irina Lorenz-Meyer
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: +49 711 8931 -642
Telefax: +49 711 8931 -167
lorenz-meyer@medizinkommunikation.org

360° TOP-Hinweis: Früherkennung von Darmkrebs (International)

Medizin am Abend Fazit: Neue Kurzinformation veröffentlicht: "Früherkennung von Darmkrebs – soll ich daran teilnehmen?"

Verständlich und kompakt – das neue Informationsblatt von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung steht jetzt kostenlos zum Ausdrucken bereit. 
 
Auf zwei Seiten vermittelt die Kurzinformation, welche Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs empfohlen werden, welchen Nutzen sie haben können und welche Beeinträchtigung sie möglicherweise mit sich bringen. Interessierte erfahren außerdem, was bei der Entscheidung zu bedenken ist, und finden wichtige Fakten sowie praktische Tipps.

Einige Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs gehören zum Angebot der Gesetzlichen Krankenversicherung: der Test auf verborgenes Blut im Stuhl und die große Darmspiegelung. Beide Angebote richten sich an Menschen ohne Beschwerden. Sie können in manchen Fällen helfen, den Tod durch Darmkrebs oder das Entstehen von Darmkrebs zu verhindern. Andererseits können falsche Testergebnisse unnötig beunruhigen. Und die Untersuchungen verursachen in seltenen Fällen Komplikationen, die behandelt werden müssen. Zudem werden weitere Tests als Selbstzahlerleistung angeboten, deren Nutzen bislang nicht oder nicht ausreichend erwiesen wurde.

Die Reihe "Kurzinformationen für Patienten" entwickelt das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin im Auftrag der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Zu ausgewählten Themen liegen Übersetzungen in Arabisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Türkisch vor.

Die Kurzinformation "Früherkennung von Darmkrebs – Soll ich daran teilnehmen?" sowie Informationen zu über 40 weiteren Themen können Sie hier abrufen.

Medizin am Abend DirektKontakt


Corinna Schaefer M.A.
Telefon: 030 / 4005 - 2526
Fax: 030 / 4005 - 2555
E-Mail-Adresse: schaefer@azq.de

Martina Westermann
Telefon: 030 / 4005 - 2501
E-Mail-Adresse: westermann@azq.de 

Weitere Informationen für Medizin am Abend Beteiligte:
http://www.patienten-information.de/mdb/downloads/kip/aezq-version-kip-frueherke... Kurzinformation für Patienten "Früherkennung von Darmkrebs"

http://www.patienten-information.de/kurzinformation-fuer-patienten/darmkrebs/que... Methodik und Quellen

http://www.patinfo.org Übersicht: Kurzinformationen für Patienten auf Patienten-Information.de

Menthol-Raucher

Medizin am Abend Fazit: Menthol-Raucher inhalieren tiefer / Ein weiterer Grund für das ohnehin vorgesehene Verbot von Menthol-Zigaretten

Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass Menthol-Zigaretten aufgrund ihres Aromas den Einstieg in das Rauchen erleichtern. In der EU sollen sie deshalb ab 2020 verboten werden. Wie die "Apotheken Umschau" berichtet, kommt nun ein starkes Argument für das Verbot hinzu: Forscher der Georgetown-Universität in Washington (USA) präsentierten Studienergebnisse, wonach das Menthol auch die Empfindlichkeit bestimmter Rezeptoren in den Atemwegen senkt. Auf diese Weise könnten Raucher tiefer inhalieren und den Rauch extrem weit in die Lungen befördern. Damit wären Menthol-Zigaretten auch besonders gesundheitsschädlich.

Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 2/2015 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Medizin am Abend DirektKontakt

Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.apotheken-umschau.de

360° TOP-ThemenDiskussion: eZigarette . / . E-Shishas

Ausgangspunkt: Stellungnahme des BfR zum Jugendschutz bei eZigaretten umstritten

In der gestrigen Pressekonferenz der Bundesregierung zur Verbesserung des Jugendschutzes wurde als Begründung für eine gesetzliche Neuregelung eine wissenschaftliche Stellungnahme zitiert, die angeblich ein hohes Gefährdungspotential der eZigarette für die Gesundheit der Konsumenten nachweist, sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen.

Die Stellungnahme stammt vom Bundesinstitut für Risikobewertung BfR 


http://www.bfr.bund.de/cm/343/nikotinfreie-e-shishas-bergen-gesundheitliche-risiken.pdf
 
Der VdeH hat in seiner gestrigen Stellungnahme die Maßnahmen der Regierung begrüßt und sieht seit Jahren die absolute Notwendigkeit für eine Ausweitung des Jugendschutzes. Die vom BfR zur Begründung vorgebrachten Untersuchungen hingegen weisen Ergebnisse aus, die höchst umstritten sind.

Pharmakologe antwortet dem BfR

In einem öffentlichen Brief an das BfR vom 24. April bezeichnet der renommierte Toxikologe und Pharmakologe Prof. Dr. Mayer von der Uni Graz die zitierten Untersuchungen als wissenschaftlich fragwürdig und attestiert dem Institut eine vorgefasste Meinung, die mittels der ausgewählten Belege gestützt werden soll.

"Die zitierten Referenzen wurden sorgfältig in Hinblick auf Unterstützung Ihrer vorgefassten Meinung ausgewählt, Verweise auf die zahlreichen Studien, die dieser widersprechen fehlen. Wohlwollend konnte man das als "cherry picking" bezeichnen, drastischer als wissenschaftliches Fehlverhalten (scientific misconduct)." 

Link zum Brief/Gutachten

https://drive.google.com/file/d/0B1XBejPbx-nhSUhCX1ktc1M3Snc/view?pli=1


Und weiter:

"Es ist besorgniserregend, dass eine renommierte, durch öffentliche Gelder finanzierte Institution wie das BfR die Bevölkerung wissentlich in die Irre führt, um nicht zu sagen belügt. Im folgenden erlaube ich mir, zwei wesentliche Punkte Ihrer Stellungnahme, und zwar die Entstehung von Carbonylverbindungen und die Gefährdung durch Feinpartikel anhand der Fakten zu widerlegen."

Faktendiskussion dringend geboten

Der VdeH verlinkt das Schreiben von Prof. Mayer, da eine faktenbasierte Diskussion zur eZigarette auch gestern nicht geführt worden ist. Das tatsächlich richtige Ziel, den Jugendschutz auf die eZigarette auszuweiten, wurde benutzt, um erneut haltlose Behauptungen zur Gesundheitsgefährdung der eZigarette aufzustellen. Hier ist eine weiterführende Diskussion, die sich um die wirklichen Fakten bemüht, dringend geboten. 



Medizin am Abend DirektKontakt

Philip Drögemüller Verband des eZigarettenhandels Tel: 04105-8598723 Fax: 04105-8598790