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360° TOP-Thema: Elektronische Gesundheitskarte

Rheinische Post: Krankenkassen verweigern Zahlung für elektronische Gesundheitskarte
 
Der Spitzenverband der Krankenkassen hat den Betreibern der elektronischen Gesundheitskarte den Geldhahn zugedreht. Dies bestätigte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes Florian Lanz auf Anfrage der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe). "Dem Verwaltungsrat ist der Kragen geplatzt. Wenn Versichertengelder ausgegeben werden, muss auch etwas geschehen", begründete Lanz die Entscheidung. Gesperrt sind nach Angaben des Spitzenverbandes aktuell 57 Millionen Euro. Die Kassen müssen eigentlich pro Jahr und Mitglied jährlich 1,09 Euro an die Betreibergesellschaft Gematik überweisen. Bei einer Verwaltungsratssitzung am 16. Januar soll entschieden werden, wie es weiter geht. Da die Gesellschaft Gematik nach Angaben der Kassen noch über ausreichend Mittel verfügt, ist der aktuelle Betrieb der Gesundheitskarte nicht gefährdet.
 
 Rheinische Post

KONTEXT: 

Seit dem 1. Januar müssen alle gesetzlich Versicherten über die so genannte elektronische Gesundheitskarte verfügen. Sie unterscheidet sich von der herkömmlichen Krankenkassenkarte äußerlich nur dadurch, dass sie ein Foto des Versicherten zeigt. Ursprünglich war geplant, dass die kurz genannte eGK bereits 2006 eingeführt werden sollte. Sie kommt nun stattliche neun Jahre zu spät. Ihr fehlen auch noch etliche Funktionen, die vorgesehen waren. So soll sie eines Tages, sofern der Versicherte das wünscht, Daten über Allergien, Blutgruppe, Krankheiten und Medikamentenverordnungen enthalten. Sie könnte auch Ärzten den Zugang zu bereits erstellten Röntgenbildern gewähren. Auch eine rasche Online-Überprüfung einmal pro Quartal bei den Kassen, ob die Karte noch gültig ist, soll möglich werden. Doch alle diese Funktionen können noch nicht abgerufen werden, da insbesondere die Ärzteschaft das Projekt vielfach ausbremste. Die Vertreter der Leistungserbringer, Ärzte, Apotheker und Krankenhäuser, haben in der Geamtik 50 Prozent der Stimmen und können damit Entscheidungen blockieren oder verzögern. Bereits im Frühjahr vergangenen Jahres hatte sich der Verwaltungsrat des Spitzenverbandes in einer Stellungnahme Luft gemacht und beklagt, das Projekt drohe die "finanzielle Schmerzgrenze" zu überschreiten, und den Gesetzgeber aufgefordert einzuschreiten. Bislang wurden rund 800 Millionen Euro investiert.

Medizin am Abend DirektKontakt

Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2621 

http://www.rp-online.de

Kuscheln wichtiger als Sex

Medizin am Abend Fazit:

Rostocker Forscher belegen: Senioren ist Kuscheln wichtiger als Sex

Im höheren Lebensalter bleibt die sexuelle Zufriedenheit stabil. Zudem hat
Zärtlichkeit im Vergleich zur Sexualität im Alltag älterer Paare eine
höhere Priorität. Zu diesen Ergebnissen kommt ein Wissenschaftlerteam der
Universitätsmedizin Rostock und der Queen Mary University of London, Barts
and the London School of Medicine and Dentistry bei der Untersuchung
verheirateter älterer Männer und Frauen. Die Ergebnisse veröffentlichte
kürzlich die renommierte Fachzeitschrift PlosOne.

Die Wissenschaftler werteten die Daten von Teilnehmern der
bevölkerungsbasierten „Interdisziplinären Längsschnittstudie des
Erwachsenenalters“ (ILSE) aus, mit der seit 1993 individuelle, soziale und
ökonomische Bedingungen gesunden Alterns erforscht werden. Dreimal nahmen
die Studienteilnehmer bereits an dem umfangreichen Untersuchungsprogramm
teil. Fragen zu Sexualität und körperlicher Nähe spielten dabei auch eine
Rolle. Die publizierten Befunde basieren auf Daten von 1930 bis 1932
geborenen Männern und Frauen. Zum Zeitpunkt der drei Erhebungswellen waren
sie 63, 67 und 74 Jahre alt.

Die Teilnehmer zeigten während des zwölfjährigen Studienverlaufs stabile
sexuelle Zufriedenheitswerte, obwohl sich die sexuelle Aktivität, so der
übereinstimmende Befund der internationalen Forschungsliteratur, mit dem
Alter als Folge hormoneller und physischer Veränderungen verringert. Die
Forscher führen diese Diskrepanz darauf zurück, dass psychische
Anpassungsprozesse bei Menschen in langjährigen Partnerschaften besonders
gut gelingen. Die Ergebnisse belegen, dass sich diese Anpassungsprozesse
an altersbezogene sexuelle Veränderungen bei Männern über einen längeren
Zeitraum als bei Frauen erstrecken.

Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass die untersuchten Personen
Zärtlichkeit für wesentlicher erachten als Sexualität. „So räumten im
Alter von 74 Jahren 91 Prozent der Männer und 81 Prozent der Frauen
Zärtlichkeit einen wichtigen Platz in ihren Partnerschaften ein“, sagt Dr.
Britta Müller vom Forscherteam der Universitätsmedizin Rostock. Sexualität
hingegen habe nur bei 61 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen eine
bedeutende Rolle gespielt. „Viele alternde Paare suchen durch Streicheln,
Schmusen, Kuscheln, mitunter auch ritualisiert in Form des morgendlichen
beziehungsweise abendlichen Kusses oder des Händchenhaltens beim
Spazierengehen, dem wachsenden Bedürfnis gerecht zu werden, sich der
gegenseitigen körperlichen Nähe zu versichern“, sagt Dr. Müller.

Hierin liege auch der Schlüssel für die Partnerschaftszufriedenheit im
Alter. Von fünf untersuchten Aspekten – Bildungsgrad, physischer
Gesundheitszustand, Dauer der Partnerschaft, Bedeutung von Sexualität
sowie von Zärtlichkeit – erweist sich nur der letzte Punkt, die
Zärtlichkeit, als relevant für die Zufriedenheit mit der Partnerschaft.

Publikationsverweis:
Müller, B., Nienaber, C. A., Reis, O., Kropp, P., & Meyer, W. (2014).
Sexuality and Affection among Elderly German Men and Women in Long-Term
Relationships: Results of a Prospective Population-Based Study. PloS one,
9(11), e111404.


Medizin am Abend DirektKontakt

Dr. Britta Müller
Universitätsmedizin Rostock
Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie
Tel. 0381/494 9596


Dr. Britta Müller hat mit Kollegen die Sexualität im Alter erforscht
Dr. Britta Müller hat mit Kollegen die Sexualität im Alter erforscht

 
Kerstin Beckmann
Universität Rostock, Ingrid Rieck
Tel. 0381/494 5090

Neue Generika http://www.progenerika.de

Durch neue Generika hat das deutsche Gesundheitssystem allein in den ersten zehn Monaten des gerade vergangenen Jahres 992 zusätzliche Möglichkeiten hinzugewonnen, mit preiswerten, patentfreien Arzneimitteln zu sparen.

Hinter dieser Zahl stehen 69 Generikaunternehmen, die 12 Einzelwirkstoffe und zwei Wirkstoffkombinationen, jeweils in unterschiedlichen Wirkstärken, Packungsgrößen und Darreichungsformen, für die Versorgung der Patienten zur Verfügung stellten.

Das geht aus aktuellen Analysen des Marktforschungsinstituts IMS HEALTH hervor.

Für das Gesundheitssystem sind das gute Nachrichten, denn die Tagestherapiekosten für eine gleichwertige Behandlung mit Generika sind um ein Vielfaches geringer als mit patentgeschützten Arzneimitteln und sogenannten Altoriginalen.

"Ärzten und Apothekern bietet sich nun die Möglichkeit, in der Versorgung auch bei diesen 14 Wirkstoffen auf Generika zurückzugreifen. Die Patienten können bei gleicher Qualität und gleicher Wirksamkeit wesentlich preiswerter behandelt werden", erklärt dazu Bork Bretthauer, Geschäftsführer von Pro Generika.

 Pro Generika e.V.
Bei 68 von 100 ausgestellten Rezepten griffen Ärzte bereits auf Generika zurück.

Allein in den ersten zehn Monaten 2014 konnten die Krankenkassen durch Generika um über 11 Millarden Euro entlastet werden.

"Bis zum Jahresende 2014 rechnet IMS mit Gesamteinsparungen durch Generika von fast 14 Millarden Euro", so Bretthauer abschließend.

Medizin am Abend DirektKontakt

Bork Bretthauer, Geschäftsführer, Tel.: (030) 81 61 60 9-0, info@progenerika.de

Transkriptionsfaktor WT1 reguliert Nieren-Krankheitsgene

Für die Reinigung des Blutes und Ausscheidung von Schadstoffen sind die
Nieren essentiell. Bei vielen Alterskrankheiten ist ihre Funktionsweise
jedoch eingeschränkt, meist mit fatalen Folgen für den gesamten
Organismus. Jenaer Forscher des Leibniz-Instituts für Altersforschung
fanden nun heraus, dass das Wilms-Tumor-Gen WT1 eine Schlüsselposition in
einem komplexen Netzwerk aus Genen und Proteinen einnimmt, das für die
Entwicklung und den Erhalt der Niere wichtig ist. Viele dieser neuen
Faktoren könnten zur Entstehung von Erkrankungen und zum Funktionsverlust
der Niere im Rahmen des Alterns beitragen. Diese Frage wird zukünftig in
Kooperation mit klinischen Partnern translational bearbeitet.

Beim Wilms-Tumor-Protein WT1 handelt es sich um einen
Transkriptionsfaktor. Diese Klasse von Proteinen steuert die Aktivität von
Genen in unseren Zellen und entscheidet darüber, ob diese an- oder
abgeschaltet werden. WT1 ist maßgeblich an der Ausbildung einer gesunden
und korrekt funktionierenden Niere beteiligt. Störungen im
Entwicklungsprozess führen zu Nierenkrebs bei Kindern. Darüber hinaus ist
das Wilms-Tumor-Protein für den Nierenerhalt, die Homöostase, sehr
wichtig. Wie WT1 diese Prozesse steuert und welche Gene von WT1
letztendlich reguliert werden, war bisher nicht genau bekannt.

Vorhofflimmern vorbeugen


Vorhofflimmern bleibt oft unbemerkt. Dabei können sich durch die Herzrhythmusstörung Blutgerinnsel bilden, die das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen.

Erfahren Sie hier, mit welchen Maßnahmen Sie Vorhofflimmern wirksam vorbeugen können.

http://www.praxisvita.de/vorhofflimmern-vorbeugen-die-10-besten-tipps

Herzschwäche (Herzmuskelschwäche, Herzinsuffizienz)


http://www.apotheken-umschau.de/Herzschwaeche

Wie Bakterien im Knochen überleben

HZI-Wissenschaftler entschlüsseln Überlebensstrategie des Verursachers von
Osteomylelitis

Knochenmarksentzündungen sind hartnäckige bakterielle Infektionen der
Knochen. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung
(HZI) in Braunschweig konnten nun zeigen, wie sich der Erreger
Staphylococcus aureus an das Leben im Knochen anpasst und wie er sich dort
vor dem menschlichen Immunsystem schützt. Ihre im Journal mBio
veröffentlichten Erkenntnisse liefern wichtige Ansätze für den Kampf gegen
die Infektionskrankheit.

Die Osteomyelitis, zu Deutsch Knochenmarksentzündung, ist eine schwer zu
bekämpfende bakterielle Erkrankung, die meist durch Staphylococcus aureus
hervorgerufen wird. Selbst die Verabreichung hochdosierter Medikamente
über einen langen Zeitraum führt nicht zu einer zufriedenzustellenden
Erfolgsquote und die Erkrankung führt regelmässig zu Amputationen. Die
Erreger gelangen in den Knochen und verursachen dort zunächst eine akute
Infektion. „Erste Symptome sind meist lediglich Fieber und ein allgemeines
Schwächegefühl, die nach einiger Zeit abklingen“, sagt Prof. Eva Medina,
Leiterin der Arbeitsgruppe Infektionsimmunologie am HZI. „Allerdings wird
die Krankheit oft chronisch und bricht erneut aus. Das kann schlimme
Folgen haben, wie beispielsweise Verformungen des Knochens oder ein
zunehmendes Risiko für Knochenbrüche." Vor allem Menschen mit einem
geschwächten Immunsystem oder einer anderen chronischen Erkrankung, wie
beispielsweise Diabetes, sind dabei gefährdet.

Die chronische Erkrankung zu vermeiden ist schwierig, da das Bakterium
innerhalb des Knochens vor Antibiotika und anderen Medikamenten gut
geschützt ist und so nur schwer bekämpft werden kann. Zudem schützt sich
der Keim vor dem menschlichen Abwehrsystem und hat eine Möglichkeit
entwickelt, innerhalb der Knochen zu überleben, obwohl es dort kaum
Nahrung für ihn gibt. Wie dem Keim das gelingt und wo die Unterschiede
zwischen akuter und chronischer Infektionsphase liegen, konnten Medina und
ihre Kollegen nun erstmals im lebenden Organismus zeigen. „Während der
chronischen Phase fährt der Keim seinen Stoffwechsel runter, da anders als
während der akuten Phase nicht genügend Nahrung vorhanden ist. Er schläft
sozusagen ein und überlebt nur noch, anstatt sich zu vermehren“, sagt
Medina. „Dadurch übersteht er den im Knochen herrschenden Nahrungsmangel
und überlebt langfristig unter diesen Bedingungen.“

Außerdem konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass der Keim während der
Knocheninfektion vermehrt Proteasen produziert. Diese Enzyme können
Proteine, die unter anderem die Strukturelemente der Knochen sind,
spalten. „Dass diese Enzyme verstärkt produziert werden, deutet darauf
hin, dass Staphylococcus aureus seine Nahrung direkt aus dem Knochen
gewinnt. Er frisst den Knochen sozusagen von innen auf“, sagt Medina. Das
Resultat sind Verformungen und poröse Knochen, die leicht brechen können.

Die Wissenschaftler konnten auch einen zweiten Mechanismus entschlüsseln,
der den Bakterien das Überleben im Knochen ermöglicht. „Der Keim
produziert nach der Infektion verstärkt Toxine, die neutrophile
Granulozyten abtöten“, sagt Medina. Neutrophile Granulozyten sind weiße
Blutkörperchen, die eine wesentliche Rolle bei der unspezifischen Abwehr
von Infektionen spielen und die vor allem im Knochenmark zu finden sind.
Staphylococcus aureus versteckt sich also nicht vor dem menschlichen
Immunsystem, sondern bekämpft dessen Abwehrmechanismen aktiv.

„Jetzt wo wir die Überlebensmechanismen des Erregers im Knochen kennen,
können wir gezielt Strategien entwickeln, wie wir die Mechanismen
unterbrechen oder unterbinden“, sagt Medina. „Langfristig ist das ein sehr
wichtiger Schritt, um Knochenmarksentzündungen künftig besser bekämpfen zu
können“.

Originalpublikation:

Citation Szafranska AK, Oxley APA, Chaves-Morenob D, Horsta SA,
Roßlenbroich S, Peters G, Goldmann O, Rohde M, Sinha B, Pieper DH, Löffler
B, Jauregui R, Wos-Oxley ML, Medina E. 2014. High-resolution
transcriptomic analysis of the adaptive response of Staphylococcus aureus
during acute and chronic phases of osteomyelitis.
DOI:10.1128/mBio.01775-14.


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Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:

Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen
Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was
Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll
den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern.

www.helmholtz-hzi.de
 
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Rebecca Winkels
http://mbio.asm.org/content/5/6/e01775-14 - Link zur Originalpublikation

Blutvergiftung - Sepsis (SeptNet) http://www.bpi.de


Die Sepsis-Therapie ist ein Kampf gegen die Uhr: Je früher die Betroffenen mit entsprechenden Antibiotika behandelt werden, desto größer sind die Überlebenschancen, denn eine Blutvergiftung kann extrem schnell verlaufen. Bereits in der ersten verstrichenen Stunde sinkt die Überlebensrate rapide von über 80 Prozent Überlebenden bei ...

In Deutschland sterben täglich durchschnittlich 162 Menschen an einer Blutvergiftung. Das hat das Kompetenznetzwerks Sepsis (SepNet) in einer aktuellen Studie herausgefunden.

Viele dieser Todesfälle könnten durch bessere Prävention, gezieltere Diagnostik und schnellere Behandlung vermieden werden. Die gefährliche Erkrankung Sepsis beginnt immer mit einer Infektion, zum Beispiel einer Lungenentzündung oder einem Harnwegsinfekt.

Sogar eine gewöhnliche Grippe kann die Autoimmunreaktion hervorrufen und zum Multiorganversagen führen. Warum sterben von Jahr zu Jahr mehr Menschen an einer Sepsis?

Der Intensivmediziner Prof. Dr. Konrad Reinhart von der Universitätsklinik Jena begründet das im Gespräch mit dem BPI Pressedienst Arzneimittel mit der steigenden Lebenserwartung und der Zunahme von Begleiterkrankungen wie Diabetes oder chronische Bronchitis. Und er nennt noch einen weiteren Aspekt:

O-Ton1 Prof. Reinhart: "Ein Grund für die Zunahme der Sepsis ist auch die Tatsache, dass sich immer mehr ältere Menschen immer invasiveren medizinischen Behandlungen unterziehen, die dann teilweise das Immunsystem schwächen und diese Schwächung des Immunsystems führt eben dazu, dass man anfälliger für Infektionen und damit auch für Sepsis wird."

Vor allem die sogenannten multi-resistenten Krankenhauskeime spielen dabei eine wichtige Rolle, sagt Professor Reinhart. Er schätzt, dass jährlich bis zu 4.500 Todesfälle durch Sepsis vermieden werden könnten, wenn die Hygieneregeln in Krankenhäusern strikter eingehalten würden.

Dies sei aber nur eine von vielen Maßnahmen, denn etwa 30 bis 40 Prozent der Sepsisfälle entwickelten sich außerhalb des Krankenhauses.

Ein Grundproblem sei, dass viele Ärzte noch immer viel zu wenig über die Krankheit wüssten. Oft werde nicht beachtet, dass eine Sepsis keine normale Infektion, sondern eine komplizierte und verheerende Autoimmunreaktion sei:

O-Ton2 Prof. Reinhart: "Häufig wird auch von den Ärzten nur die Infektion genannt die eine Sepsis auslöst, z. B. Lungenentzündung oder Harnwegsinfekt und das wird teilweise eben dann in den Medien nicht als Sepsis beschrieben sondern eben ist an einer Lungenentzündung gestorben."

Die Öffentlichkeit müsse unbedingt besser über die Sepsisgefahr informiert werden, fordert Professor Reinhart. Vor allem aber müsse die Krankheit in der Ausbildung von Ärzten und Pflegepersonal eine größere Rolle spielen. Zu häufig würden typische Symptome wie zum Beispiel Verwirrtheit fehlinterpretiert.

Dabei sei die Früherkennung bei der Sepsis das A und O. Tatsächlich zeigen Studien, dass die Überlebenschancen des Patienten deutlich höher sind, wenn er schnell mit entsprechenden Antibiotika behandelt wird. Noch besser sei es natürlich, sagt Professor Reinhart, wenn eine Sepsis gar nicht erst ausbricht:

O-Ton3 Prof. Reinhart: "Man muss auch wissen, dass man sich gegen gewisse Sepsis- Erreger impfen lassen kann, z. B. gegen Pneumokokken, die die Lungenentzündung auslösen oder auch Erreger die Hirnhautentzündung auslösen oder man kann sich ja auch gegen Grippe, die ja auch gar nicht so selten in eine Sepsis übergeht, impfen lassen und sollte sich auch impfen lassen."

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Andreas Aumann Tel. 030 / 279 09 123 aaumann@bpi.de

Ärztehaus als Modellprojekt - Stadt Büsum stellt Hausärzte ein

Medizin am Abend Ausgangspunkt:

http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Buesum-beschliesst-einmaliges-Praxis-Modell,aerztehaus100.html

Weser-Kurier: Zum Büsumer Ärztehaus als Modellprojekt schreibt Martin Wein:

 Kommunale Daseinsvorsorge war eine der großen Innovationen des 19. Jahrhunderts in den rasch wachsenden Städten. Im 21. Jahrhundert wird es nun zur Aufgabe der schrumpfenden Landgemeinden und kleinen Städte, ihren Bürgern ein Mindestmaß an Versorgung zu garantieren. Damit fallen ihnen teils Aufgaben zu, die bislang privatwirtschaftlich oder staatlich organisiert waren. Das Büsumer Ärztehaus ist ein Testballon für Deutschlands Randlagen. In der etablierten Ärzteschaft bestehen allerdings Bedenken, das System der freien Praxen infrage zu stellen. Wen wundert's, ein Hausarzt verdient nur knapp 2000 Euro weniger als die Bundeskanzlerin. Wenn andererseits jüngere Mediziner das finanzielle Risiko und die zeitliche Belastung einer eigenen Praxis scheuen, könnte das Büsumer Modell rasch Schule machen. Es ist der Not geschuldet, dass sich die Gemeinde und die Kassenärztliche Vereinigung über Besitzstandsdenken und Standesdünkel einmütig hinwegsetzen. Man würde den Gesundheitspolitikern im Bund ähnlich viel Kreativität und Durchhaltevermögen wünschen, um das Gesundheitswesen endlich umfassend zu reformieren. Der Ärztemangel an Schleswig-Holsteins Westküste ist nur der Vorbote künftiger Herausforderungen infolge des demografischen Wandels.

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Weser-Kurier Produzierender Chefredakteur Telefon: +49(0)421 3671 3200 chefredaktion@Weser-Kurier.de

Albiglutid bei Typ-2-Diabetes

Weniger symptomatische Hypoglykämien bei Kombination mit Metformin / Kein
Zusatznutzen für andere Indikationen

Albiglutid (Handelsname Eperzan) ist seit März 2014 für Erwachsene
zugelassen, die an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt sind und bei denen
Ernährungsumstellung und Bewegung einen erhöhten Blutzuckerspiegel nicht
ausreichend senken. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im
Gesundheitswesen (IQWiG) hat in einer Dossierbewertung überprüft, ob der
Wirkstoff bei diesen Patientengruppen gegenüber den zweckmäßigen
Vergleichstherapien einen Zusatznutzen bietet.

Demnach gibt es einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen für
Albiglutid plus Metformin im Vergleich zu Metformin plus
Sulfonylharnstoff, da Unterzuckerungen seltener auftreten.

GenderMedizin: Rauchfrei ins Jahr 2015 starten


Medizin am Abend Fazit:
Angebote der BZgA helfen, um erfolgreich mit dem Rauchen aufzuhören  

Nichtrauchen ist in! Immer weniger Menschen in Deutschland rauchen. Der Anteil rauchender Jugendlicher hat sich nach Studien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in den Jahren 2001 bis 2012 mehr als halbiert. Auch in der Gesamtbevölkerung wird weniger geraucht.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag der Anteil der Raucherinnen und Raucher im Jahr 1999 in Deutschland noch bei 28 Prozent, aktuell bei 25 Prozent. Trotz rückläufiger Zahlen ist Rauchen in Industriestaaten wie

Deutschland nach wie vor die Hauptursache für vorzeitige Sterblichkeit.

Studienergebnissen zufolge verlieren Männer, die pro Tag über zehn Zigaretten rauchen, im statistischen Durchschnitt etwa 9 Lebensjahre, 
bei Frauen sind es ca. 7 Jahre. 

Die verkürzte Lebenserwartung von Raucherinnen und Rauchern ist vor allem auf das deutlich erhöhte Risiko für Krebs-, Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen zurückzuführen.

"Ein konsequenter Rauchstopp senkt das Risiko für diese Erkrankungen und bringt zusätzliche Lebensjahre" erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. "Bereits in den ersten drei Monaten nach dem Rauchstopp verbessert sich die Lungenfunktion. Das macht sich im Alltag bemerkbar, zum Beispiel beim Treppensteigen oder beim Sport - und sollte ein Ansporn dafür sein, auch langfristig rauchfrei zu bleiben."

Für Menschen, die sich Unterstützung beim Rauchstopp wünschen, gibt es qualitätsgesicherte Angebote, wie die BZgA-Telefonberatung zur Rauchentwöhnung oder das von der BZgA und dem Münchener Institut für Therapieforschung (IFT) entwickelte "Rauchfrei-Programm".

Angebote der BZgA zum Thema Rauchstopp:

- Telefonische Beratung unter der Rufnummer 01805/31 31 31 (14 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk max. 42 Cent/Min.)

- Gruppenkurs "Rauchfrei Programm". Informationen zum Kursangebot, zu Anbietern vor Ort und den Möglichkeiten der Kostenerstattung gibt es unter: http://www.rauchfrei-programm.de

- Online-Ausstiegsprogramm mit Informationen, Tipps und täglicher E-Mail: http://www.rauchfrei-info.de

- Online-Mentorenprogramm "Rauchfrei-Lotsen": erfolgreiche Ex-Raucherinnen und Ex-Raucher, unterstützen und beraten im Internetforum andere Menschen in der Phase ihrer Tabakentwöhnung:
http://www.rauchfrei-info.de/community/ueberblick-der-rauchfrei-lotsen

- START-Paket zum Nichtrauchen mit Broschüre "Ja, ich werde rauchfrei", einem "Kalender für die ersten 100 Tage", einem Stressball und anderen hilfreichen Materialien.

Medizin am Abend DirektKontakt

Kostenlose Bestellung über: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln, Online-Bestellsystem:
www.bzga.de/infomaterialien
www.bzga.de/infomaterialien/foerderung-des-nichtrauchens/erwachsene/?idx=1179  www.bzga.de/infomaterialien/foerderung-des-nichtrauchens/erwachsene/?idx=1179
Fax: 0221/8992257, E-Mail: order@bzga.de

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Dr. Marita Völker-Albert
Postfach 91 01 52
51071 Köln
Telefon: 0221 8992-0 / Durchwahl: -280
Fax: 0221 8992-300 / - 201
E-Mail: marita.voelker-albert@bzga.de
Internet: http://www.bzga.de