Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

360° MFA - TOP-Thema: Der Schmerzschrittmacher - Neuromodulation

Die Methode ist wenig bekannt, aber sehr wirksam. Aktuell werden rund 150
Patienten in der Klinik für Kardiologie des Herz- und Diabeteszentrums NRW
(HDZ NRW), Bad Oeynhausen, mit einem Neurostimulator behandelt. Das kleine
Gerät, das im Bauchraum unterhalb des Rippenbogens platziert wird, kann
man auch als „Schmerz-Schrittmacher“ bezeichnen. Denn es sendet Impulse an
die Nervenbahnen, die für die Schmerzwahrnehmung im Gehirn zuständig sind.
„Mit einer Erfolgsquote von bis zu 90 Prozent können wir Patienten helfen,
die an Angina pectoris oder Schmerzen in den Beinen leiden, verursacht
durch eine fortgeschrittene Verschlusskrankheit der Beine, auch als
´Schaufensterkrankheit´ bekannt,“
erläutert Dr. Siegfried Eckert, Oberarzt
der Kardiologie unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Horstkotte, das
Verfahren.

Seit 2001 wird die Neuromodulation bei Patienten mit Angina pectoris und
Beinschmerzen im HDZ NRW angewandt. „Wir können nicht die Ursache der
Erkrankung behandeln, aber bei Patienten, denen andere Behandlungsmethoden
nicht weiterhelfen, die Schmerzempfindung deutlich dämpfen“, beschreibt
Eckert die Wirkung.

Über eine Führungskanüle wird zunächst eine Mikroelektrode in örtlicher
Betäubung auf das Rückenmark platziert. Die Punktion erfolgt durch einen
Facharzt des HDZ-Instituts für Anästhesiologie unter der Leitung von Prof.
Dr. Uwe Schirmer. Anschließend implantiert der Herzchirurg Dr. Thomas Eitz
den eigentlichen Neurostimulator während einer leichten Vollnarkose und
schließt ihn an das Verbindungskabel der Mikroelektrode an.

Was viele nicht wissen: Neuromodulation wird heute bei vielen Leiden
angewendet, sie kann bei Rückenschmerzen, Neuralgien, Migräne,
Depressionen und Bluthochdruck helfen. „Bei vielen Patienten mit schwerer
arterieller Verschlusskrankheit bewahrt die Neuromodulation sogar vor
einer Amputation“, fasst Dr. Eckert aktuelle Studien über das Verfahren
zusammen. Als Tagungspräsident leitet der Kardiologe und Angiologe die 10.
Jahrestagung der Deutschen Fachgesellschaft für Neuromodulation, die am
28. und 29. November im Herz- und Diabeteszentrum NRW stattfindet. Dann
werden sich rund 120 Experten über die neuesten Behandlungsmethoden in den
verschiedensten Disziplinen über ihr Fachgebiet austauschen.

---
Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und
Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-
Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen mit 37.000 Patienten pro Jahr, davon
15.000 in stationärer Behandlung, zu den größten und modernsten Zentren
seiner Art in Europa.

Die Klinik für Kardiologie des HDZ NRW unter der Leitung von Prof. Dr.
med. Dieter Horstkotte ist spezialisiert auf die Behandlung der Koronaren
Herzkrankheit, Herzklappenfehler, Herzmuskelerkrankungen,
Herzrhythmusstörungen und entzündliche Herzerkrankungen. In der
Kardiologischen Klinik werden jährlich 10.000 Herzkatheteruntersuchungen
durchgeführt. Rund 9.000 Patienten pro Jahr kommen zur ambulanten
Behandlung in die Klinik. Modernste diagnostische und bildgebende
Verfahren sowie alle modernen Kathetertechniken sichern die bestmögliche
und schonende medizinische Versorgung der Patienten. Die Klinik ist
Europäisches und Nationales Exzellenz-Zentrum zur Bluthochdruckbehandlung,
anerkanntes Brustschmerzzentrum (CPU – Chest Pain Unit) sowie als
überregionales Zentrum zur Versorgung Erwachsener mit angeborenem
Herzfehler (EMAH) zertifiziert.

Medizin am Abend Fazit: Neuromodulation: Mit Strom gegen Schmerzen 


Medizin am Abend DirektKontakt:

Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
Anna Reiss 

Georgstr. 11
32545 Bad Oeynhausen
Tel. 05731 / 97 1955
Fax 05731 / 97 2028
www.hdz-nrw.de


Weitere Informationen finden Sie hier:

http://www.hdz-nrw.de

Heilmittelbericht 2014 - das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO)

Mit dem Beginn der Schulpflicht gehen viele Kinder zum Logopäden: Die altersgerechte Sprech- und Sprachentwicklung wurde im Jahr 2013 bei jedem vierten sechsjährigen Jungen therapeutisch unterstützt. Dies entspricht einer Steigerung von 16 Prozent gegenüber 2007, als etwa jeder fünfte sechsjährige Junge eine Sprachtherapie erhielt. Von den sechsjährigen Mädchen war 2013 jedes sechste zeitweilig in sprachtherapeutischer Behandlung, zeigt der aktuelle Heilmittelbericht 2014 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). "Der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule wird in Deutschland zu großen Teilen mit ergotherapeutischer und logopädischer Hilfe gemeistert. Nach den deutlichen Steigerungen in den letzten Jahren mit immer mehr Grundschulkindern in diesen Therapien scheint das Verordnungsgeschehen nun eher auf einem hohen Niveau zu stagnieren", sagte Helmut Schröder aus der WIdO-Geschäftsführung.

Knapp die Hälfte (48 Prozent) aller in 2013 verordneten sprachtherapeutischen Therapien wurden von Kindern zwischen fünf und neun Jahren in Anspruch genommen. Dabei steigen im fünften Lebensjahr vor allem bei den Jungen die logopädischen Behandlungen sprunghaft an und liegen bei 19,1 Prozent (Mädchen: 12,8 Prozent). Bei den sechsjährigen Kindern liegt die Verordnungszahl am höchsten: Je 1.000 AOK-versicherte Jungen wurden 808 Leistungen verordnet, ein Viertel der Jungen (24,6 Prozent) war in Behandlung. Bei den sechsjährigen Mädchen lag die Anzahl der Verordnungen bei 539 je 1.000 AOK-versicherten Mädchen und 16,7 Prozent der Mädchen erhielten mindestens eine Behandlung.

Medizin am Abend TOP Link: 
Mehr Infos im Internet: http://wido.de/heilmittel_2014.htm

Auch bei der Ergotherapie bilden Kinder und Jugendliche das Gros der Patienten: 40 Prozent sind unter 15 Jahre, wovon etwa 70 Prozent wiederum Jungen sind. Wie bei der Sprachtherapie werden die meisten Ergotherapien im Einschulungsalter verordnet: Von 1.000 AOK-versicherten sechsjährigen Jungen waren in 2013 125 in ergotherapeutischer Behandlung (387 Verordnungen je 1.000 AOK-versicherten Jungen). Von den gleichaltrigen Mädchen befanden sich 51 in dieser Therapieform (151 Verordnungen je 1.000 AOK-versicherte Mädchen).

Über die möglichen Ursachen der starken Verbreitung von ergotherapeutischen und logopädischen Behandlungen rund um den Schuleintritt wird in der Fachwelt seit Jahren diskutiert. Eine Erklärung ist, dass sich die zu diesem Alter angemessenen Fähigkeiten bei den Kindern verschlechtert haben.

Gleichzeitig wird aber auch ein Wandel bei den Anforderungen von Schule und Elternhaus an die Kinder beobachtet, wie auch ärztliches Diagnoseverhalten und Therapiemöglichkeiten kontinuierlichen Veränderungsprozessen unterliegen.
Werden alle ergotherapeutischen Therapien des Jahre 2013 betrachtet, zeigt sich ein leichter Anstieg von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist auf den Verordnungszuwachs bei älteren Versicherten zurückzuführen: Bei den AOK-Versicherten mit einem Lebensalter zwischen 50 und 65 Jahren stieg die Verordnungsmenge je 1.000 AOK-Versicherte um 11 Prozent. Dagegen nahm die Verordnungsmenge der Sprachtherapien je 1.000 AOK-Versicherte in 2013 nur um 1,3 Prozent zu, die der Physiotherapien je 1.000 AOK-Versicherte um 0,4 Prozent.

Jeder zweite Besuch in physiotherapeutischer Praxis wegen Rückenschmerzen
Im Jahr 2013 wurden GKV-weit 36,5 Millionen Leistungen - und damit der mengenmäßig weitaus größte Teil aller Therapien - aus dem Maßnahmenkatalog der Physiotherapie in Anspruch genommen (AOK: 12,4 Millionen). Dies entspricht knapp 242 Millionen einzelnen physiotherapeutischen Behandlungen mit einem Gegenwert von 3,86 Milliarden Euro. Physiotherapien haben damit einen Anteil von 85 Prozent an allen Heilmittelverordnungen.

Beinahe jeder zweite Besuch (48,8 Prozent) in der physiotherapeutischen Praxis diente der Behandlung von Rückenbeschwerden. Die verordnungshäufigste physiotherapeutische Methode, die normale Krankengymnastik (rund 37,6 Millionen Behandlungen), wurde im Wesentlichen aufgrund dieser Beschwerden (43 Prozent) oder Erkrankungen des Beckens oder der Extremitäten (36 Prozent) nachgefragt.

Für den Heilmittelbericht 2014 hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) die im Jahr 2013 für etwa 70 Millionen GKV-Versicherte ausgestellten Heilmittelrezepte analysiert. Diese erreichten einen Umsatz von insgesamt 5,36 Milliarden Euro. Der Bericht zeigt Versorgungstrends für die vier Heilmittelbereiche Ergotherapie, Sprachtherapie, Physiotherapie und Podologie auf und stellt die regionale Inanspruchnahme durch die Versicherten dar. Mit übersichtlichen Darstellungen nach Altersgruppen und Geschlecht sowie Arztgruppen und Indikationen schafft er eine Grundlage für Gespräche und Verhandlungen zwischen Ärzten, Therapeuten und Krankenkassen über die bundesweite Heilmittelversorgung.

Medizin am Abend DirektKontakt:

Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) - Nils Franke Tel.: 030/34646-2298 Fax.: 030/34646-332298

360° TOP-Thema: Urteilsfähigkeit von Patienten besser einschätzen

Für Ärzte ist es oft schwierig, zu bestimmen, ob ein dementer oder
depressiver Patient urteilsfähig ist oder nicht. Das zeigt eine Studie im
Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms "Lebensende" (NFP 67). Nun will
die Zentrale Ethikkommission der Schweizerischen Akademie der
medizinischen Wissenschaften neue Beurteilungsgrundsätze ausarbeiten.

Die Frage nach der Urteilsfähigkeit des Patienten ist bei jeder
medizinischen Therapie entscheidend. Denn nur wer in der Lage ist, die
Informationen des Arztes zu verstehen, abzuwägen und zu gewichten, kann
eine gültige Einwilligung zu einer Behandlung geben. Ist ein Patient nicht
urteilsfähig, muss sich der Arzt gemäss der aktuellen Gesetzgebung auf
eine Patientenverfügung abstützen können oder sich an eine
vertretungsberechtigte Person wenden.

"Eine Urteilsunfähigkeit entwickelt sich oft bei Erkrankungen wie Demenz,
schweren Depressionen oder nach Hirnverletzungen", sagt Manuel Trachsel,
Oberassistent am Institut für Biomedizinische Ethik der Universität
Zürich. Gerade am Lebensende seien viele Menschen aufgrund schwerer
Erkrankungen nicht mehr urteilsfähig. Gleichzeitig stehen dann oft
komplexe, sehr wichtige medizinische Entscheidungen an: Sollen zum
Beispiel lebensverlängernde Massnahmen abgebrochen werden? Oder will ein
Patient gar Sterbehilfe in Anspruch nehmen?

Alles andere als trivial

"Die Erhebung der Urteilsfähigkeit ist alles andere als trivial", sagt
Trachsel. Der Entscheid hängt etwa von der Situation ab: Eine Person kann
zum Beispiel als urteilsfähig gelten, wenn es um alltägliche Entschlüsse
wie Kleider oder Essen geht, aber als urteilsunfähig, wenn es um eine
schwierige medizinische Entscheidung geht. Zudem können die kognitiven
Fähigkeiten, zum Beispiel bei Patienten, die an Alzheimer oder Parkinson
erkrankt sind, von Tag zu Tag erheblich schwanken. Zusammen mit seinen
Kolleginnen Helena Hermann und Nikola Biller-Andorno hat Trachsel sich in
einer Fachzeitschrift kürzlich Gedanken gemacht, wie Ärzte unter diesen
erschwerten Umständen trotzdem die Urteilsfähigkeit einschätzen könnten
(*).

Doch was verstehen Ärzte überhaupt unter Urteilsfähigkeit? Im Rahmen des
Nationalen Forschungsprogramms "Lebensende" (NFP 67) haben Trachsel und
seine Kolleginnen rund 760 Ärztinnen und Ärzte aus der ganzen Schweiz
befragt. Laut den nun veröffentlichten Ergebnissen (**) fühlen sich die
allermeisten Ärzte zwar verantwortlich, die Urteilsfähigkeit von Patienten
einzuschätzen. Doch selbst von jenen, die sich "sehr verantwortlich"
fühlen, denkt nur etwa jeder Dritte, dass er dazu auch genügend kompetent
ist.

Faustregeln statt Leitfäden

Entsprechend uneinig ist sich die Ärzteschaft bei der Definition der
Urteilsfähigkeit, bei der Frage, welches die wichtigsten
Beurteilungskriterien sind und in der Art, wie sie die Urteilsfähigkeit
einschätzen. "Die meisten Ärzte haben ihre eigenen Faustregeln, um zu
bestimmen, ob ein Patient urteilsfähig ist oder nicht", sagt Trachsel.

Dass es bereits verschiedene spezifische Leitfäden gibt, um die
Urteilsfähigkeit zu bestimmen, ist den wenigsten bekannt.


Die überwiegende Mehrheit der befragten Ärzte gibt aber an, dass sie gerne
solche Evaluationsinstrumente nutzen würden. Eine grosse Mehrheit
befürwortet zudem klare Richtlinien und bekundet Interesse an Schulungen
auf dem Gebiet. Das soll nun geschehen: Basierend auf den Ergebnissen der
Umfrage hat die Zentrale Ethikkommission der Schweizerischen Akademie der
medizinischen Wissenschaften (SAMW) entschieden, sich ab nächstem Jahr
näher mit dem Thema zu befassen und Grundsätze zur Beurteilung der
Urteilsfähigkeit auszuarbeiten.

(*) Manuel Trachsel, Helena Hermann, Nikola Biller-Andorno (2014).
Cognitive Fluctuations as a Challenge for the Assessment of Decision-
Making Capacity in Patients With Dementia. American Journal of Alzheimer’s
Disease online. doi: 10.1177/1533317514539377
(als PDF-Datei unter com@snf.ch erhältlich)

(**) Helena Hermann, Manuel Trachsel, Christine Mitchell, Nikola Biller-
Andorno (2014). Medical decision-making capacity: knowledge, attitudes,
and assessment practices of physicians in Switzerland. Swiss Medical
Weekly online. doi: 10.4414/smw.2014.14039




Medizin am Abend DirektKontakt:

Dr. Manuel Trachsel
Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte
Universität Zürich
Pestalozzistrasse 24
CH-8032 Zürich
Tel.: +41 78 685 44 54
E-Mail: manuel.trachsel@uzh.ch


Medizin am Abend Fazit: Urteilsfähigkeit von Patienten besser einschätzen

Wären Gendermedizin - Botschaften im Sinne von Fernsehmoderatoren im Jahre 2015 noch erfolgreicher?

Mehr als drei Stunden verbringen Deutsche täglich vor dem Fernseher. Doch
wie nehmen sie eigentlich die Personen wahr, denen sie in
Nachrichtensendungen, Shows oder Polittalkrunden begegnen? Und wie würde
ihr Wunschmoderator sein? Wissenschaftler der Technischen Universität
München (TUM) haben jetzt herausgefunden, dass Moderatoren und
Moderatorinnen unabhängig vom Sendeformat als relativ kompetent,
sympathisch und glaubhaft wahrgenommen werden – und dass das auch die
wichtigsten Eigenschaften eines idealen Moderators sein sollten.

Mit ihrem Team befragte Prof. Isabell Welpe, Inhaberin des TUM-Lehrstuhls
für Strategie und Organisation, über 1000 Personen im Alter zwischen 18
und 60 Jahren. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, welches Idealbild
sich die Zuschauer als Moderatorinnen und Moderatoren wünschten und welche
Kompetenzen und Eigenschaften diese mitbringen sollten. Die Ergebnisse
zeigten: Der ideale Moderator sollte unabhängig vom Sendeformat kompetent, durchsetzungsstark, sympathisch und glaubhaft sein – vor allem aber männlich.

Das galt besonders für Moderatoren von Sportsendungen, der zudem noch
emotional und humorvoll sein sollten. Diese beiden Eigenschaften standen
auch auf der „Wunschliste“ für Moderatoren von Unterhaltungsshows, während
sie für Polittalks und Nachrichtensendungen eine geringere Rolle spielten.
Auf die Frage, welche Eigenschaften eine „Traummoderatorin“ mitbringen
sollte, nannten die Teilnehmer der Studie zusätzlich zu den allgemeinen
Eigenschaften, wie zum Beispiel Kompetenz, noch Leidenschaft,
Kultiviertheit und Friedlichkeit.

Aber obwohl mehr Befragte den idealen Moderator für männlich hielten,
spielte das Geschlecht bei der Bewertung einer Sendung meist keine Rolle.
In den Augen der Studienteilnehmer beeinflusste es die Qualität einer
Sendung nicht, ob weibliche oder männliche Moderatoren durch Sport-,
Politik- oder Nachrichtensendung führten. Eine Ausnahme bildete hier die
Unterhaltungsshow – die Studienteilnehmer bewerteten Sendungen mit
männlichen Moderatoren positiver.


Jung, kompetent, humorvoll – wie wirken Moderatoren?

Die Wissenschaftler wollten darüber hinaus wissen, wie Zuschauer bekannte
Moderatorinnen und Moderatoren wahrnehmen.
Die Teilnehmer bekamen deshalb jeweils Bilder von vier Moderatorinnen und vier Moderatoren aus vier unterschiedlichen Formaten gezeigt.
Es handelte sich dabei um Nachrichtensprecher/innen, Moderator/innen von politischen Diskussionsrunden, Showmaster/innen und Sportmoderator/innen. Die
Studienteilnehmer sollten dann unterschiedliche Eigenschaften wie
Kompetenz, Humor, Glaubhaftigkeit oder Attraktivität den Personen
zuordnen.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass männliche Moderatoren signifikant
kompetenter, sympathischer, glaubhafter und humorvoller eingeschätzt
wurden als Moderatorinnen – und damit dem Idealbild schon sehr nahe
kommen. Moderatorinnen wirkten attraktiver und jünger als ihre männlichen
Kollegen. „Wir konnten zeigen, dass die allgemein wahrgenommenen
Geschlechtsunterschiede besonders stark bei Unterhaltungsshows ausgeprägt
waren“, ergänzt Isabell Welpe.

„Unsere Studie zeigt, dass in der deutschen Medienlandschaft
geschlechtsspezifische Stereotypen leider noch immer eine sehr große Rolle
spielen. Es ist deshalb auch Aufgabe der Medien diese Rollenklischees –
auch bei der Wahl von Sendungsart und -themen – immer weiter
aufzubrechen“
, fasst Welpe zusammen.

Die Studie wurde vom Fernsehsender sky mitgefördert.

Publikation
Keynote-Lecture im Rahmen der Medientage München: „Frauen in Männerdomänen
– Anerkannte Expertinnen oder nur Alibi-Funktion?“, 23. Oktober 2014.





Das Medizin am Abend Fazit lautet:

Studie zeigt, wie Fernsehmoderatoren wirken und wie sie idealerweise sein sollten


Medizin am Abend DirektKontakt:

Prof. Dr. Isabell Welpe
Technische Universität München
Lehrstuhl für Strategie und Organisation
T: +49 89 289 22731
welpe@tum.de
www.strategie.wi.tum.de

Personalisierte Medizin: Lungenhochdruck

Ein internationales Forscherteam konnte unter Beteiligung von
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Technischen Universität
Braunschweig wichtige Ergebnisse für die Behandlung des Lungenhochdrucks
erzielen. Bei Untersuchungen im zentralasiatischen Pamir-Gebirge fanden
sie heraus, dass Teile der dort ansässigen kirgisischen Volksgruppe vor
der lebensbedrohlichen Erkrankung durch einen genetischen Vorteil
geschützt sind. Ein erhöhter Blutdruck im Lungenkreislauf kann auch
hierzulande entstehen und zu Herzschwäche und Herzversagen führen.

Von ihren aktuellen Forschungsergebnissen erhoffen sich die Braunschweiger
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Erkenntnisse für die Entwicklung
einer auf den einzelnen Patienten zugeschnittenen personalisierten
Medizin.

Lungenhochdruck: nicht nur im Hochgebirge ein Problem
Bei Untersuchungen der im Pamir-Gebirge ansässigen kirgisischen
Volksgruppe hat ein internationales Team Forschungsergebnisse erhalten,
die zu einem besseren Verständnis des lebensbedrohlichen Lungenhochdrucks
beitragen. Als Folge von Lungenerkrankungen kann der erhöhte Blutdruck im
Lungenkreislauf zu Herzversagen führen, erklärt Prof. Sönke Behrends vom
Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie der
Technischen Universität Braunschweig. „Erhalten Teile der Lunge zu wenig
Sauerstoff, reagiert der Körper dort mit einer Verengung der Blutgefäße,
um zu verhindern, dass das sauerstoffarme Blut in den Körperkreislauf
gelangt. Solange andere Abschnitte der Lunge ausreichend mit Sauerstoff
versorgt sind, ist das ein sinnvoller Mechanismus. Wenn aber die ganze
Lunge zu wenig Sauerstoff erhält, wird es problematisch. Dann verengen
sich alle Blutgefäße in der Lunge und das Herz kann schweren Schaden
nehmen“, erläutert der Braunschweiger Pharmakologe.

Genvariante schützt vor lebensbedrohlicher Krankheit
Laut der aktuellen Studie weist ein Teil der untersuchten Kirgisen eine
natürliche Genvariante auf, die sie vor den Folgen des Lungenhochdrucks
schützt. Damit seien sie für einen körpereigenen Botenstoff besonders
empfindlich, der für die Erweiterung der Blutgefäße in der Lunge zuständig
ist, erläutert Prof. Behrends. Für die Entdeckung der Wirkungsweise dieses
Botenstoffes wurden 1998 drei amerikanische Forscher mit dem Nobelpreis
ausgezeichnet. „Nun sehen wir, dass Unterschiede im Erbgut die Effizienz
dieses Botenstoffes erhöhen können. Der entschlüsselte Genabschnitt
beeinflusst den Angriffspunkt für ein neuartiges Medikament gegen den
Lungenhochdruck, das seit April dieses Jahres auch in Deutschland
erhältlich ist“, freut sich Behrends über das Ergebnis.

Wichtiger Schritt für die personalisierte Medizin
Die Braunschweiger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof.
Behrends versprechen sich von den Ergebnissen daher auch bessere
Möglichkeiten zur Behandlung des Lungenhochdruckes. Denn bisher gibt es
nur wenige Therapiemöglichkeiten für die lebensbedrohliche Erkrankung.
„Die Unterschiede im Erbgut ergeben einen neuen Ansatzpunkt für eine auf
den einzelnen Patienten zugeschnittenen Therapie. Statt Medikamente
einfach auszuprobieren, kann eine genetische Analyse des Angriffspunktes
oft richtige Voraussagen über die Wirksamkeit machen.“ erklärt Prof.
Behrends abschließend. Die sogenannte Personalisierte Medizin ist ein
wichtiger Schwerpunkt des im Mai 2012 gegründeten Zentrums für
Pharmaverfahrenstechnik (PVZ) der Technischen Universität Braunschweig, zu
deren Gründungsmitgliedern Prof. Behrends gehört.

Zur Publikation
Die Publikation wird in der Ausgabe Dezember 2014 der Fachzeitschrift
Circulation: Cardiovascular Genetics der Amerikanischen Herzgesellschaft
erscheinen. The α1-A680T Variant in GUCY1A3 as a Candidate Conferring
Protection from Pulmonary Hypertension among Kyrgyz Highlanders. Circ
Cardiovasc Genet. 2014; published online before print November 4 2014 /
DOI: 10.1161/CIRCGENETICS.114.000763

Zum Forschungsprojekt
Die Studie wurde von einem internationalen Team aus Forscherinnen und
Forschern des Imperial College London, der TU Braunschweig, dem Scripps
Institute Kalifornien und dem Pharmaunternehmen Bayer durchgeführt. Der
Projektbeitrag des Instituts für Pharmakologie, Toxikologie und Klinische
Pharmazie der Technischen Universität Braunschweig basiert auf einer
langjährigen Forschungstätigkeit von Prof. Sönke Behrends zur
Stickstoffmonoxid-sensitiven Guanylat-Zyklase und wurde durch Eigenmittel
ermöglicht.







Das Medizin am Abend Fazit: 

Sauerstoffmangel: Genvariante schützt vor Lungenhochdruck

Medizin am Abend DirektKontakt:

Prof. Dr Sönke Behrends
Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie
Technische Universität Braunschweig
Mendelssohnstr. 1
38106 Braunschweig
Telefon: 0531/391-5665
E-Mail: pharmakol@tu-braunschweig.de
http://www.tu-braunschweig.de/ipt

Nierensteine

Nierensteine gehören zu den häufigsten Nierenerkrankungen: Bei
etwa einem von 20 Erwachsenen bilden sich aus Stoffen im Urin Kristalle in
den Nieren, im Nierenbecken oder in den Harnwegen. Dort können sie starke
Schmerzen, so genannte Nierenkoliken, verursachen. Wie eine Studie aus den
USA nun belegt, sollten Patienten mit Verdacht auf Nierensteine als erstes
mit Ultraschall und nicht – wie häufig üblich – mittels
Computertomographie (CT) untersucht werden. Dies reduziere die
Strahlenbelastung für die Patienten und liefere vielfach ein sicheres
Ergebnis, betont die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin
(DEGUM).

Kommt ein Patient mit stechenden Flankenschmerzen in die Notaufnahme,
veranlassen Ärzte häufig eine Computertomographie. Denn das CT-Bild macht
selbst kleinste Nierensteine sichtbar. Doch eine großangelegte
multizentrische Studie von Wissenschaftlern aus den USA legt nahe, dass
Ärzte Patienten grundsätzlich zuerst mittels Ultraschall untersuchen
sollten, wenn sie bei ihnen Nierensteine vermuten. Denn die Technik hat
mehrere Vorteile: Sie ist schnell, bettseitig verfügbar und kommt ohne
Röntgenstrahlung aus.

„Erfahrene Ärzte können die Ursachen starker Schmerzen im Bauchraum meist
mit Ultraschall abklären“, erklärt DEGUM-Präsident Professor Dr. med. Dirk
Becker, der Chefarzt in einem Versorgungskrankenhaus ist, in dem Patienten
mit derartigen Beschwerden sehr häufig aufgenommen werden. Selbst wenn bei
unklaren Ergebnissen anschließend eine Computertomografie veranlasst
werden müsse, ließe sich die Strahlenbelastung für die Gesamtheit der
Patienten erheblich reduzieren, erörtert Becker das Fazit der Studie, die
jüngst im „New England Journal of Medicine“ erschienen ist. Zudem ließen
sich Kosten einsparen.

Die Wissenschaftler der Universität von Kalifornien hatten die Daten von
insgesamt 2 759 Patienten ausgewertet, die sich mit Nierenkolik-artigen
Schmerzen in der Notaufnahme vorgestellt hatten. Während die Ärzte bei
einem Teil der Patienten direkt eine CT veranlassten, untersuchten sie die
anderen mittels Ultraschall und nur bei Bedarf zusätzlich mit einer CT.
„Die Diagnose konnte hierbei mit sehr hoher Sicherheit gestellt werden“,
erläutert Becker. Es blieben aber immer noch Patienten, bei denen der
Ultraschall alleine nicht zu Diagnosestellung ausreiche, dann sei eine CT-
Untersuchung unumgänglich.

Unabhängig von der Diagnosetechnik haben Patienten, bei denen sich der
Verdacht auf Nierensteine bestätigt, verschiedene Möglichkeiten. „Bei
kleineren Steinen stehen die Chancen nicht schlecht, dass sie von alleine
ausgespült werden“, erklärt Becker. Dies könne der Patient durch viel
Trinken und viel Bewegung unterstützen. Zudem erhalten die Patienten
schmerzlindernde Mittel und zusätzlich Medikamente, die krampflösend auf
die ableitenden Harnwege wirken. Sind die Steine größer oder verursachen
sie anhaltend Schmerzen oder Komplikationen wie Entzündungen oder einen
anhaltenden Harnaufstau, müssen sie aktiv beseitigt werden. Möglich ist
dies entweder durch einen endoskopischen Eingriff oder – auch in
Kombination mit einem solchen – durch eine Stoßwellentherapie. Diese
Behandlungen sollten durch einen erfahrenen Urologen vorgenommen werden.
Ihr Erfolg lässt sich ebenfalls durch eine Ultraschalluntersuchung
kontrollieren.

Auf jeden Fall sollten Patienten mit ihrem Arzt besprechen, wie sie
verhindern können, dass sich neue Steine bilden. „Häufig kann eine
Umstellung der Ernährungs- und Trinkgewohnheiten die Nieren hiervor
schützen“, sagt Becker. Ärzte sollten aber auch an Stoffwechselkrankheiten
denken, die als Ursache in Frage kommen.

Literatur:
Ultrasonography versus computed tomography for suspected nephrolithiasis
Smith-Bindman et al.; N Engl J Med. 2014 Sep 18;371(12):1100-10.


Das Medizin am Abend Fazit:


Weniger Strahlen, sichere Diagnose: Bei Verdacht auf Nierensteine ist
Ultraschall Methode der Wahl



25 Jahre nach Mauerfall - Im Osten erkranken mehr Menschen an Diabetes Typ 2

Auch 25 Jahre nach dem Mauerfall existieren
Gesundheitsunterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern. Dazu
gehört einer aktuellen Studie aus dem BMBF-Kompetenznetz Diabetes mellitus
zufolge eine höhere Zahl von Neuerkrankungen an Typ-2-Diabetes im
Nordosten der Republik. Die Ursachen können nur teilweise über
individuelle Faktoren wie Übergewicht erklärt werden, ob strukturelle
sozioökomische Faktoren (z.B. Arbeitslosigkeit) eine Rolle spielen, ist
bislang noch unklar.

Eine Vergleichsanalyse der Nachbeobachtungen von fünf regionalen,
bevölkerungsbasierten Studien hat an insgesamt 8787 Personen untersucht,
ob sich die Neuerkrankungsrate für Typ-2-Diabetes in verschiedenen
Regionen Deutschlands unterscheidet. Zwei Erhebungen fanden in den neuen
Bundesländern statt, in den Regionen Vorpommern und Raum Halle. Die
anderen drei Standorte befassten sich mit der Diabetes-Häufigkeit in den
alten Bundesländern – und zwar im Raum Augsburg, Dortmund sowie in
Essen/Bochum/Mülheim. Die Basisdaten der Studien stammen aus den Jahren
1997 bis 2006. Bei Teilnehmern, die zwischen 45 und 74 Jahre alt waren und
einen Diabetes bei sich verneint hatten, wurde im Zeitraum 2002 bis 2010
abermals nachgefragt, ob die Krankheit zwischenzeitlich festgestellt
wurde.

Die Ergebnisse aus dem DIAB-CORE Verbund wurden kürzlich unter
Federführung von Wissenschaftlern der Universität Greifswald in der
Fachzeitschrift Journal of Epidemiology & Community Health publiziert und
zeigen ein Ost-West-Gefälle. „Genaugenommen handelt es sich um ein
Nordost-Süd-Gefälle“, erläutert Privatdozentin Dr. med. Ulrike Rothe der
Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden und Sprecherin der
AG Epidemiologie der DDG. Nach Standardisierung für Alter und Geschlecht
wies der Raum Halle mit 16,9 Neuerkrankungen pro 1000 Personenjahre die
meisten Diabetes-Neuerkrankungen aller fünf Regionen auf, und auch im
nordöstlichen Vorpommern lag die Rate mit 13,2 sehr hoch. Der Süden
schnitt mit dem Raum Augsburg und 9,3 Neuerkrankungen pro 1000
Personenjahre am besten ab. Gemischt stellt sich das Bild im westlichen
Ruhrgebiet dar – Dortmund folgte mit 16,2 Neuerkrankungen auf 1000
Personenjahre gleich hinter Halle auf Platz zwei in der Häufigkeits-
Rangfolge, in Essen/Bochum/Mülheim betrug die Rate immerhin noch 11,8.

Als bedeutendste Risikofaktoren für eine Neuerkrankung erwiesen sich auch
in dieser Studie Übergewicht und Fettleibigkeit (bzw. der Body-Mass-
Index). Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass die Menschen in den
neuen Bundesländern häufiger adipös, sprich fettleibig sind, wobei
Sachsen-Anhalt mit 28,3 Prozent die Statistik anführte. Zum Vergleich: In
Bremen waren nur 19,8 Prozent der Erwachsenen fettleibig.

Darüber hinaus erhöhen strukturelle Faktoren wie Arbeitslosigkeit und
geringes Einkommen das Risiko für Diabetes. „Wir wissen, dass die
Erkrankungshäufigkeit in wirtschaftlich schwachen Regionen mit hoher
Arbeitslosigkeit höher ist“, sagt Rothe. Die Arbeitslosigkeit der Region
ist dabei unabhängig von der individuellen Arbeitssituation als möglicher
Risikofaktor zu betrachten.

Alarmierend ist aus Sicht von Privatdozentin Dr. med. Rothe, dass der
„Gewichts-Trend“ in allen Bundesländern in die falsche Richtung geht. Der
Anteil Erwachsener mit einer Adipositas ist innerhalb eines Jahrzehnts bei
den Männern von 18,9 auf 23,3 Prozent und bei den Frauen von 22,5 auf 23,9
Prozent angestiegen. „Wir rechnen deshalb für die Zukunft mit einer
weiteren Zunahme von Diabeteserkrankungen“, sagt DDG-Präsident
Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel.

Quelle:
Schipf S, et al. J Epidemiol Community Health 2014;0:1–8.
doi:10.1136/jech-2014-203998

Medizin am Abend DirektKontakt:

Deutsche Diabetes Gesellschaft
Geschäftsstelle
Reinhardtstr. 31
10117 Berlin
Tel.: 030 3116937-11
Fax: 030 3116937-20
www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Ethanol-Kaminen in Innenräumen

Entgegen den Herstellerangaben entstehen bei der Verbrennung in sogenannten Ethanol-Kaminen nicht nur Wasser und Kohlendioxid. Das sei lediglich theoretisch der Fall, berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf das Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI), in Braunschweig. Das Institut testete verschiedene Kamine und Brennstoffe und fand in der Praxis auch krebserregende Substanzen, Reizgase und kleinste Verbrennungspartikel. Das WKI rät deshalb von Ethanol-Kaminen in Innenräumen ab - "um eine gesundheitlich unbedenkliche Luftqualität zu gewährleisten", sagt Michael Wensing, Chemiker am WKI.

Medizin am Abend:

Reizgase im Rauch von Ethanol-Kaminen
Fraunhofer-Forscher raten von Ethanol-Verbrennung in Innenräumen ab 

Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 11/2014 B liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben. 

verschreibungspflichtige Potenzmittel

Keine Potenzmittel über dubiose Internetseiten beziehen! Der Rat gilt eigentlich für jeden, besonders aber für Diabetiker. "Wer sich verschreibungspflichtige Potenzmittel im Internet besorgt, geht ein erhebliches Risiko ein", sagt Dr. Wolfgang Bühmann aus Sylt, Sprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen, im Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber". In der Regel handele es sich dabei um sogenannte PDE-5-Hemmer. Und diese, so Bühmann, haben Wechselwirkungen mit bestimmten Herzmedikamenten. Daran sollten gerade Diabetiker denken, die ein erhöhtes Risiko für Herzprobleme haben oder deswegen bereits Medikamente einnehmen. Plötzlich auftretende Potenzprobleme können auch ein Hinweis auf Durchblutungsstörungen sein, etwa an Herz, Gehirn oder Nieren. Statt im Internet dubiose Produkte zu kaufen, sollten Betroffene besser mit ihrem Arzt reden. Das gilt auch für Frauen.

Frühdiagnose bei Mukoviszidose: Nachwuchsforscher erhält Christiane Herzog Forschungsförderpreis

Veränderungen der Lunge bei Säuglingen und Kleinkindern aufspüren und
behandeln, bevor Symptome auftreten / Neues und schonendes Verfahren der
Magnetresonanztomographie (MRT) kommt ohne belastende Röntgenstrahlen und

Kontrastmittel aus / Studie am Universitätsklinikum Heidelberg startet
2015

Ein neues und schonendes Verfahren der Magnetresonanztomographie (MRT)
soll im Rahmen einer Studie am Universitätsklinikum Heidelberg erstmals
bei Säuglingen und Kleinkindern mit Mukoviszidose angewandt werden. Ziel
der Studie ist es, mit Hilfe der innovativen Technik, die ohne belastende
Röntgenstrahlen und Kontrastmittel auskommt, die Entwicklung der
Erkrankung engmaschig zu überwachen, frühste Veränderungen der Lunge zu
erkennen und so die Therapie der kleinen Patienten individuell zu planen.
Für dieses auf zwei Jahre angelegte Forschungsvorhaben ist Dr. Mark Oliver
Wielpütz, Leiter der Juniorgruppe Strukturelle und Funktionelle Bildgebung
der Atemwege in der Abteilung Diagnostische und Interventionelle
Radiologie am Universitätsklinikum Heidelberg (Ärztlicher Direktor
Professor Dr. Hans-Ulrich Kauczor), am 21. November 2014 auf der
Deutschen Mukoviszidose Tagung in Würzburg mit dem Christiane Herzog
Forschungsförderpreis 2014 ausgezeichnet worden. Die mit Unterstützung
des Mukoviszidose e.V. jährlich ausgeschriebene Förderung gehört mit
50.000 Euro zu den bestdotierten Nachwuchsforscher-Preisen in Deutschland.

Lange konnten Ärzte Krankheitsverlauf und Therapieerfolg bei
Mukoviszidose-Patienten nur mit der Computertomographie, die mit einer
hohen Strahlenbelastung verbunden ist, und der Lungenspiegelung unter
Vollnarkose überprüfen. In früheren Studien am Zentrum für Kinder- und
Jugendmedizin Heidelberg (Geschäftsführender Direktor: Professor Dr. Georg
Hoffmann) zeigten die Wissenschaftler, dass die MRT eine zuverlässige und
schonende Alternative ist, um Struktur der Atemwege und auch die
Lungenfunktion darzustellen. Diese Technik haben die Heidelberger
Wissenschaftler der Abteilung Diagnostische und Interventionelle
Radiologie und der Pädiatrischen Pneumologie (Ärztlicher Direktor:
Professor Dr. Marcus Mall) gemeinsam mit den Abteilungen Radiologie und
Medizinische Physik des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)
weiterentwickelt: Das neue Verfahren, nutzt eine spezielle mathematische
Auswertung, die sogenannte Fourier-Dekomposition des MRT-Signals. Damit
erkennen die Mediziner auf den MRT-Bildern außerdem, ob die Luft
gleichmäßig durch die Atemwege strömen kann und wie das Lungengewebe
durchblutet ist. „Bislang musste den Patienten dazu ein Kontrastmittel
gespritzt werden, dass jedoch für Kinder unter einem Jahr ungeeignet ist“,
erklärt Dr. Wielpütz. „Mit dem neuen Verfahren können wir erstmals
Säuglinge und Kleinkinder, die im Neugeborenen-Screening aufgefallen sind,
regelmäßig auf Veränderungen der Lungenbelüftung und Lungendurchblutung
untersuchen, ohne sie dabei durch invasivere Verfahren zu belasten.“ In
die Studie werden Kinder im Alter von wenigen Monaten bis sechs Jahren
eingeschlossen und ihre Entwicklung über zwei Jahre beobachtet.

Neugeborenen-Screening für Mukoviszidose am Universitätsklinikum
Heidelberg

Die angeborene Multiorganerkrankung Mukoviszidose, mit der jährlich rund
300 bis 400 Kinder in Deutschland zur Welt kommen, ist nicht heilbar.
Fehler an einer bestimmten Stelle im Erbgut lassen die Sekrete in Lunge
und Verdauungstrakt austrocknen und führen zu schweren Funktionsstörungen
von Lunge, Bauchspeicheldrüse Leber und Darm. Zäher Schleim verstopft die
Atemwege, begünstigt eine chronische Infektion und Entzündung und führt so
zu chronischen Lungenschäden. Je früher jedoch die Diagnose gestellt wird
und die Behandlung beginnt, desto länger lassen sich Lungenschäden und
Komplikationen hinauszögern.

Um betroffene Kinder so früh wie möglich, also noch vor den ersten
Krankheitssymptomen, zu identifizieren, bietet das Universitätsklinikum
Heidelberg seit 2008 ein Neugeborenen-Screening für Mukoviszidose an, wie
es in den USA und einigen europäischen Ländern schon flächendeckend
eingeführt ist. Das Screening gibt allerdings keine Auskunft darüber, wann
die Erkrankung in der Lunge einsetzt. „Unsere Untersuchungen zeigen, dass
die Lungenerkrankung bei einigen Patienten bereits im ersten Lebensjahr
mit der Entstehung von Schleimpfropfen und Durchblutungsstörungen der
Lunge beginnt und dass diese Veränderungen noch reversibel sind, während
bei älteren Kindern bereits irreversible Veränderungen der Atemwege
sichtbar werden", erklärt Dr. Wielpütz. „Mit dem neuen MRT-Verfahren
können wir solche Veränderungen noch früher aufspüren.“

Medizin am Abend DirektKontakt:

Dr. Mark Oliver Wielpütz
Leiter Juniorgruppe Strukturelle und Funktionelle Bildgebung der Atemwege
Abteilung Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Zentrum für
Translationale Lungenforschung Heidelberg
Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung
Telefon: 06221 / 56 6410
E-Mail: Mark.Wielpütz@med.uni-heidelberg.de